2,99 €
Vortrag, den der Verfasser am 11.11.2014 in der Loge Wolfgang Amadeus Mozart in Düsseldorf gehalten hat. Er befasst sich mit den tiefgreifenden Veränderungen, die unsere Gesellschaften durch das Internet erfahren haben und mit der Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit den Möglichkeiten der sogenannten Informationsgesellschaft.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2014
Der Verfasser ist 1954 geboren, lebt mit seiner Ehefrau und seinen 4 Söhnen in Düsseldorf, wo er seit 1979 als Rechtsanwalt praktiziert. Er wurde 1988 als Lehrling in die Loge „Friedrich Heinrich Jacobi“ in Düsseldorf aufgenommen. Seit 2004 ist er Mitglied der Loge „Wolfgang Amadeus Mozart“ in Düsseldorf.
Von ihm ist bereits der Titel „Warum ausgerechnet Freimaurer?“ erschienen.
Die Freimaurer begegnen oft dem Vorurteil, es handele sich bei ihnen um eine Vereinigung ewig Gestriger, die sich ausschließlich oder überwiegend mit der Pflege ihrer zwischenzeitlich rund 300 Jahre alten formalen Traditionen und Rituale befassen. Tatsächlich sind die Freimaurer schon immer kritische Betrachter ihrer Zeit gewesen, haben etwa in der Aufklärung und bei der Gründung der USA wichtige Ideen und Impulse beigesteuert, aber eben nicht als Organisation oder Großloge sondern durch Beiträge einzelner Brüder.
Die Freimaurer setzen sich bis heute unverändert kritisch mit den Problemen der Gesellschaft, in der sie leben, auseinander, allerdings nicht auf der Ebene der Großlogen sondern der lokalen Bauhütten. Die Arbeitspläne der Logen sehen regelmäßig öffentliche Vortragsveranstaltungen und Diskussionsabende vor, an denen auch Gäste teilnehmen können, die nicht/noch nicht Freimaurer sind.
Der nachfolgende Text gibt einen Vortrag wieder, den der Verfasser am 11.11.2014 in der Loge Wolfgang Amadeus Mozart in Düsseldorf gehalten hat. Er befasst sich mit den tiefgreifenden Veränderungen, die unsere Gesellschaften durch das Internet erfahren haben und mit der Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit den Möglichkeiten der sogenannten Informationsgesellschaft.
Es war nur konsequent, dass der Globalisierung der Produktion seit 1989 die Globalisierung der Information nachfolgte. Das Internet ist zwischenzeitlich ein Vierteljahrhundert alt und verdient eine Bestandsaufnahme und einen Blick in die Zukunft.
In der Anfangszeit waren die Wissenschaftler, die Nerds aus Silicon Valley, die digitalen Idealisten voller Euphorie und Vorschusslorbeeren. Sie meinten, die Welt nachhaltig verbessern zu können, in dem sie ein neues globales Medium schaffen, über das so viele Informationen wie möglich ausgetauscht werden können, befreit von kommerziellen Zwängen, basisdemokratisch, öffentlich und unzensiert. Das Internet stand für die Sozialisierung des Weltwissens, der Weltkultur, wurde gepriesen als der ultimative Gleichmacher, der über alle Kontinente jedem Bürger seinen Zugang zu unbeschränkten Wissen verschafft, unabhängig von Sprache, Herkunft und sozialer Stellung.
Wo blieb zumindest eine Ahnung davon, dass auch diese so überaus machtvolle und aussichtsreiche Technologie über kurz oder lang vorwiegend dem Kapital/der Wirtschaft nicht nur gehören, sondern auch überwiegend nutzbar sein werde. Das Internet mag nach den idealistischen Vorstellungen seiner Gründer allen Menschen „gehören“, faktisch wird es von der Wirtschaft beherrscht, den Telekommunikationsriesen, den Betreibern von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken, dem Internethandel, den Contentanbietern, zunehmend auch der Politik und ihren Geheimdiensten und zwar nicht nur der NSA, wie wir zwischenzeitlich wissen.
