Lebenslauf - Lutz Balschuweit - E-Book

Lebenslauf E-Book

Lutz Balschuweit

0,0
9,99 €

  • Herausgeber: neobooks
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2018
Beschreibung

Was ich Ihnen hier vorlege, ist keine Biografie, kein üblicher Lebenslauf. Denn dieses Büchlein behandelt eigentlich erst die Zeit ab meinem vierzigsten Lebensjahr, also einen eher kleinen Ausschnitt aus meinem Leben. Und es ist auch kein “Laufbuch”. Denn wenn ich nur liefe und darüber schriebe, dann wäre dieses Buch hier eines der üblichen Laufbücher. Ich habe mich entschieden, meiner Lauferei auch eine andere, eine nicht-sportliche Bedeutung zu geben. Durch mein Laufen veränderten sich Werte, Verhaltensweisen, Möglichkeiten und die Kommunikation darüber und somit auch alle anderen Bereiche meines Lebens.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 251




Lutz Balschuweit

Lebenslauf

Kein Wettkampf

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Bevor es losgeht ...

Angekommen

Wie ich auf diese Idee gekommen bin

Der Weg über die Steigerung

Der Unfall

Als Trainer

Die Medien werden aufmerksam

Beruflich langsamer werden

Ein Paul und ein Stück Titan

Die Zahnlücke

Steffens Wendepunkt

Zum neuen Ich

Das Jahr 2011

Der Sozialtrottel

Ich bin ein Streakrunner

1.000 Kilometer vom Wadentier

Es stimmte alles

Laufen und Laufen und Radeln

1.500 Kilometer gelaufen

Wermelskirchen - Köln - Marathon

Gewohnheit nach drei Monaten

Eröffnung der Balkantrasse

Hin zur positiven Lebenseinstellung

Was ich kann und was ich nicht kann

Laufen mit Paul

Testlauf Marienheide

Das erste Jahr ohne Pausentag

Mit Spikes und Barfußschuhen

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Der Trainingsplanbedarf

Das Streakrunner-Team

10.000 Kilometer ohne Pausentag

Soll ich ein Buch schreiben?

Der Guido

Vorsorge

Ziel: Ein Halbmarathon pro Tag

Vollkommen leer

Das Kilometerspiel

Bestimmt glücklicher?

Dank GPS bin ich immer der Letzte

Gymnastik, Obst, Joghurt und Körner

Tschüss Papa

Die Einstellung bestimmt das Verhalten

Energiespeicher

Um die Ecke bringen

Nicht stark genug

Um die Wuppertalsperre

Alles eine Sache der Sichtweise

Sich selbst fordern

Beruferaten

Wo soll das denn hinführen?

14.642 Kilometer ohne Pausentag - Ein Zwischenstand

Blumenhandel

Sicher durch die Dunkelheit

Brücken und Affären

Steinzeitmensch

Höher, schneller, billiger, weiter

Floskel-Frage

Ich bin nicht, aber wir sind

Zwei Jahre ohne Pausentag

Damals und heute

Analog geht auch

Ich wollte nur singen

Yaktrax-Wetter

Der Mensch - in seinem Verhalten so vielfältig und so spannend

Dankbarkeit

Bitte bremsen

Vorfreude gewünscht

Trennung von Steffen

Narbe 12+

Immer wieder die Wuppertalsperre

Neues Ziel

Süchtig?

Immer wieder diese Frage

Das erste Streak-Jahr für Anja mit Paul

Lampe, Trinkrucksack und bunt

Überwindung

Keine Absicht

Alles, was man braucht

Die Fratze

Das Waldhorn

Kampf ums Überleben

Den Berg rauf

Liste und Haken dran

Shine on you crazy diamond

Die Rechnung mit der ISS

Mein Vater

Sonntagsläufchen

20.000 Kilometer ohne Pausentag

Einfach weiter laufen

Meine langsame Periode

Ich habe die Schmerzen getauscht

Die verlorene Krone

Läuferin der besonderen Art

Tag 999 mit Reinhard

1.000 Tage - Jeden verdammten Tag

Tag 1001

Drei Jahre ohne Pausentag

Eigentlich reicht eine Meile

Ich mag keinen Winter

Ich - Laufclown

Hauptsächliche Nebensachen

Die Suche nach neuen Aufgaben

Angriff

Etappen

30.000 Kilometer ohne Pausentag

Der erste Kontakt

Artan war der Erste

Eine Geschichte

Masood aus Pakistan

Ishfag, Waqas und Bulbul

Einmischung

Gegen den Generalverdacht

Starke Menschen

Das erste Weihnachten

Vier Jahre ohne Pausentag

Technische Begleiter

Wenn wir es nicht gut machen

Das Fernsehen berichtete

Das Ei - 35.000 Kilometer ohne Pausentag

Die ganze Welt kommt nach Wermelskirchen

Geltungssucht?

Erste Wettläufe

Warum?

Extremum - Optimum - Prinzip

Der Schlüssel

Heute fange ich ein Huhn

The final 32 day countdown

Kurz vor dem Ziel

40.000 Kilometer ohne Pausentag

Ziel - Ich könnte jetzt aufhören

The day after - Was machst du jetzt?

Läufer, Wanderer, Flüchtlingshelfer

Eine ganz neue Erfahrung

“Wir laufen doch nur für Gesundheit”

Vor dem Frühstück einen Halbmarathon

Fünf Jahre ohne Pausentag

Inoffiziell

10.000 Schritte am Tag funktioniert

45.000 Kilometer ohne Pausentag

Anjas Rückschlag

Bis ich aufhöre

Warum "Lebenslauf"? Nachwort

Impressum neobooks

Vorwort

Von Bürgermeister Rainer Bleek

Der „Lebenslauf“ von Lutz Balschuweit erscheint mir nicht als sportliche Höchstleistung interessant, die er natürlich gewiß auch ist. Wann hat jemals ein Mensch die Strecke einer Erdumrundung am Äquator in 1.723 täglich gelaufenen Etappen ohne auch nur einen Tag Pause bewältigt? Natürlich bin ich stolz darauf, daß ein Bürger meiner Heimatstadt Wermelskirchen diese famose Leistung erbracht hat. Noch wichtiger ist mir der von Lutz Balschuweit ebenfalls in den Vordergrund gestellte Gesichtspunkt der Lebensveränderung. Es geht eben nicht nur ums Abnehmen, um Sport, um Gesundheit, um Ausdauer, um körperliche Leistungsfähigkeit, so wichtig diese Gesichtspunkte auch immer sind. Lutz Balschuweit beschreibt, wie sich nach und nach, ausgelöst durch den Sport, seine Sicht auf den Sinn des Lebens verändert hat, weg vom Bestreben nach sich ständig vergrößerndem Profit, weg von immer mehr Konsum durch immer mehr Arbeit. Wie die Wahrnehmung seiner Mitmenschen in den Vordergrund rückte, als das Laufen zur Keimzelle erfolgreicher Integration von ehemals fremden Mitbürgern, von Flüchtlingen, in die hiesige Stadtgesellschaft wurde. Lutz Balschuweits „Lebenslauf“ ist ein Plädoyer gegen Egoismus, gegen die Teilung der Gesellschaft in ein „Wir“ und „Sie“, für das Miteinander, für das Gemeinsame. Unabhängig davon, woher die Menschen kommen oder welcher Kultur sie angehören, verbindet sie der gemeinsame Sport, das Laufen auf den schönen Strecken in und rund um Wermelskirchen.

Bevor es losgeht ...

~~

Von Cornelia Seng, Pfarrerin und Kopf der Initiative "Willkommen in Wermelskirchen."

Für Lutz.

Den ersten Kontakt mit Lutz hatte ich Anfang 2015: In einer E-Mail hatte er angeboten, Flüchtlinge mit zum Laufen zu nehmen, runter zur Remscheider Talsperre und zurück. Damals hatte ich gerade begonnen, die Flüchtlingsinitiative "Willkommen in Wermelskirchen" zu koordinieren.

Hier hat also jemand angeboten, mit Flüchtlingen zu laufen: Runter zur Eschbachtalsperre, rundherum und wieder zurück. Mit Tipps zum Laufen.

Dass Leute mit dem Auto zur Talsperre fahren und drumherum laufen, das hatte ich schon mal gehört, aber ganz ohne Auto hin und zurück? Mit dieser Strecke hatte mein Sohn in der Schule einen ganzen Wandertag zugebracht!

Und dann auch noch mit Flüchtlingen? Ich fragte mich durch bei den Flüchtlingen, die ich kannte, aber ohne Erfolg. Derart sportliche Aktivitäten waren wohl in den meisten außereuropäischen Ländern, aus denen die Flüchtlinge kamen, unbekannt. Oder als Flüchtling hatte man erst einmal genug davon, zu Fuß unterwegs zu sein. Und war froh endlich irgendwo angekommen zu sein.

Aber Lutz gab nicht auf. Er knüpfte selbst Kontakte zu den jungen Männern im städtischen Wohnheim und lief mit jedem, der nur eben mit wollte. Bald hatte er ein kleines Team von Mitläufern. Die jungen Männer lernten erstaunlich schnell Deutsch beim Laufen, quasi nebenher. Und körperlich und seelisch tat es ihnen auch gut! Das konnte man ihnen ansehen.

Ich habe schnell verstanden, dass "Laufen mit Lutz" Mut macht, das Leben selbst unter die Füße zu bekommen, statt sich abhängig zu machen vom zähen Warten auf die Entscheidung des Bundesamtes, ob man anerkannt wird als Flüchtling oder nicht.

Es ist ein bisschen wie ein Hoffnungsprogramm für Deutschland. Asylgestattung hin oder her.

Niemanden am Rand stehen zu lassen, das ist auch die Idee hinter der Flüchtlingsinitiative "Willkommen in Wermelskirchen". Wir wollen Menschen Mut machen, das Leben vertrauensvoll anzugehen. Und als Christ würde ich ergänzen: Weil Gott jeden Menschen liebt und wertschätzt, sind auch wir aufgerufen, das eigene Leben und das der anderen wertzuschätzen und zu respektieren. Es lohnt sich, für das Leben die Füße in die Hand zu nehmen. Das vermittelt Lutz.

Ich wünsche Lutz noch viele Mitläufer. Und den jungen Männern wünsche ich, wo auch immer sie herkommen aus der Welt, so einen Vorläufer wie Lutz. Und uns allen wünsche ich solche Teams von Menschen, die gemeinsam was zum Laufen bringen im Leben.

Cornelia Seng

~~

Von Steffen Eutin, einem langjährigen Begleiter und Kollegen.

Lieber Lutz,

ich bin mit dir die circa 10.000 km gelaufen, nicht wegen des Laufens, sondern ich wollte anfangs einfach etwas fitter werden, etwas konsequent machen, Spaß haben, wegen der vielen unzähligen Erkenntnisse unterwegs, Natur erleben, Grenzerfahrungen sammeln, meine Begeisterung auch mit anderen Menschen teilen, etwas Neues machen, manchmal verrückt sein und zu guter Letzt waren wir auch einige Male halt "im Einsatz". Warum?

Ich bin gar kein Läufer!

Um es auf den Punkt zu bringen: „Der Kopf muss weg vom Fuß.“

Viel Spaß dir auf deinen weiteren Wegen, mein Sportsfreund. Denk nur immer daran: Das Seil… das muss dabei sein!

Steffen

~~

Von Armin Himmelrath, Bildungs- und Wissenschaftsjournalist, Sachbuchautor und Läufer.

​So, here we go:

Das ist schon toll: Da lerne ich jemanden kennen, der Texte für ein spannendes Buch zusammengestellt hat, und versuche, das Manuskript bei verschiedenen Verlagen unterzubringen. Die Reaktionen reichen von freundlichem Feedback bis zu völligem Schweigen – vor allem aber: Zugreifen will niemand. Umso schöner, dass das Buch jetzt auf diesem Weg erscheinen kann und Leserinnen und Leser die Chance haben, Lutz bei seinen Läufen zu begleiten.

Armin Himmelrath

~~

Von Frank Berghoff. Einem Mann, der nun auch täglich läuft.

Für Lutz

Eigentlich bin ich schon immer gelaufen....na ja seit 1986, um genau zu sein. Damals wollte ich was für meine Gesundheit tun und bin, wie alle Remscheider, um die Talsperre gelaufen. Mehr oder weniger regelmäßig, aber immer an der Sperre. Ist halt schön flach und man kann die Runde beliebig erweitern.

Ein bis zweimal die Woche bin ich gelaufen. Über Jahre! Circa 2005 hab ich dann ein Pärchen da gesehen, die mit Stöcken (haha) vom Parkplatz auf die Sperre zugingen. Oha, Nordic Walker. Das sind die Leute, die dem neuesten Modetrend folgen und Löcher in "meinen" Waldboden bohren, beziehungsweise lange Rillen in selbigen ziehen. So dachte ich.

Als ich die beiden nach ein paar Minuten laufend überholt habe, staunte ich nicht schlecht über das Tempo und die Performance, die Lutz und Anja, die Namen habe ich erst viel später erfahren, da hinlegten.

Sie setzten die Stöcke wirklich richtig ein, um sich nach vorne zu drücken. Wie auf allen Vieren. Das war dynamisch und sah alles andere als lächerlich aus.

Immer wenn ich an der Sperre war, traf ich auch die beiden. Am 6. Dezember auch mal im Nikolaus Kostüm und immer mit Kaffee an Ihrem Smart. Ich hab Sie dann irgendwann auch mal angesprochen. Da liefen die beiden mit Stöcken "zeitweise" in der Hand getragen, was dann aussah wie Massai mit Ihren Speeren in Kenia. Wenn es bergauf ging dann wieder mit Stockeinsatz.

Zusammen gelaufen sind wir, wenn es gerade gepasst hat und wir zufällig gleichzeitig ankamen.

Später haben wir uns über soziale Netzwerke auch verabredet und meine Frau ist auch öfters mitgelaufen.

Seit Jahren verfolgen wir das "Täglichlaufen" der beiden Bekloppten und haben immer gesagt: "Das geht doch gar nicht bei einer 60-Stunden-Woche."

Sylvester 2016 war für mich der Startpunkt einer gar nicht geplanten Täglich-Laufen-Aktion.

Wenn aber die erste Woche rum ist, macht man eben weiter. Man muss einfach nur früher aufstehen. Passt.

Motivation war ganz klar die Leistung von Anja und Lutz. Und mein Gewicht von 101 Kilo!

Nach einem Jahr, 3.320 Kilometern und 25 Kilo Körpergewicht weniger, laufe ich weiter im Streak. Den letzen Lauf im Jahr 2017 hat sich Lutz trotz Verletzung zu meinem Jubiläumslauf eingefunden.

Danke dafür und für die Motivation, einfach anzufangen.

Frank Berghoff

~~

Von Bulbul Hussain. Meinem Freund aus Bangladesch, der 2015 mit vielen anderen Menschen nach Deutschland kam.

Menschen treffen auf Menschen um Beziehungen zu knöpfen. Freundschaft ist eine wichtigste Beziehung des Lebens. Ein Leben ohne Freunde, können wir uns kaum vorstellen. Freundschaft heisst nicht die Hand des anderen zu nehmen und zu sagen: "das kommt schon gut." Freundschaft ist keine Tat sondern ist ein Gefühl.

Da war ich im Jahr 2015 ganz neu in Wermelskirchen bzw. in Deutschland. Masood (aus Pakistan) und ich wohnten gemeinsam in einer Wohngemeinschaft, wo auch noch mehrere zusammen wohnten. Masood lief seit paar Tagen mit dem Lutz Balschuweit, den ich noch nicht kannte. Paar Tage später lud Masood mich ein gemeinsam zu laufen. Meine Antwort war: "Ich bin dabei" und den nächsten Tag lief ich erstes Mal mit Masood und Lutz. "War gut." Da lernte ich meinen jetzigen besten Freund Lutz. Da fing es mit unserer Freundschaft an: und will auch für IMMER.

Bulbul

~~

Angekommen

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich am 19. September 2016, morgens um Viertel nach Sieben, die imaginäre Ziellinie meiner Weltumrundung überlaufen habe. Viele meiner Laufkumpels begleiteten mich auf meinem Abschlusslauf für die Erdumrundung und viele meiner Freunde erwarteten mich im Ziel. Auch die Presse war da und berichtete von diesem nicht nur für mich einzigartigen Ereignis. Neben den beiden örtlichen Zeitungen berichtete auch der Westdeutsche Rundfunk im Fernsehen und im Radio mit einer Liveschaltung ins laufende Programm von WDR2.

Sie erwarteten mich schon, mich, diesen damals fast 51 Jahre alten Typ aus Wermelskirchen, der bis 2004 noch 160 Kilogramm auf die Waage brachte. Vor dem Rathaus in Wermelskirchen hatten sie extra einen Strich auf den Gehweg gemalt und Ziel davor geschrieben. Zusätzlich wurde ein Transparent gespannt, welches ich mit meinen Laufkumpels durchlaufen musste. Auf dem Transparent stand eine Zahl. 40.076,6 Kilometer. Der Erdumfang am Äquator an der weitesten Stelle gemessen. Vier Jahre, acht Monate und achtzehn Tage ist es nun her, dass ich mit meinem Vorhaben am 2. Januar 2012 startete. Das Vorhaben, die Erde virtuell und joggend an der weitesten Stelle zu umrunden. Ohne auch nur einen Tag Pause einzulegen. Sei es wegen Krankheit, Verletzung oder einfach, weil ich keine Lust hätte.

Wie ich auf diese Idee gekommen bin

Damals, 2012, hatte ich noch keine Ahnung, auf was ich mich einlassen würde. Ich wusste nicht einmal so genau, wie lange ich überhaupt täglich laufen wollte, ob ich es durchhalten könnte und wie das mit der Gesundheit auf Dauer funktionieren würde. Petra vom Westdeutschen Rundfunk fragte mich in einem der Interviews nach meiner Vergangenheit und wie ich darauf gekommen sei, täglich zu laufen. Das möchte ich jetzt erzählen.

Es war Ende des Jahres 2004 als Anja und ich uns wieder einmal zusammensetzten und unsere Planung für das nächste Geschäftsjahr in Angriff nahmen. Wir hatten eine Praxis für Vermögensberatung. Immer gegen Ende des Jahres haben wir die Planung für das nächste Jahr besprochen und festgelegt. Das Geschäft lief gut, wir konnten investieren und waren zufrieden. Aber wir waren beide recht übergewichtig und erkannten genau an diesem Punkt Handlungsbedarf.

Doch es geht in diesem Buch nicht ums Abnehmen. Es geht um eine komplette Lebensveränderung. Und nur der erste Schritt dazu war die Verringerung unseres Körpergewichts. Ich wog damals 160 und Anja 125 Kilogramm. Das konnte auf Dauer nicht gesund sein und wir wollten ja von dem, was wir uns erarbeitet hatten, auch etwas haben. Also musste ein Plan her. Nichts Kompliziertes, etwas ganz Schlichtes, Einfaches. Die Lösung war: Möglichst wenig Zucker, wenig Fett und kein Alkohol. Dazu etwas Bewegung. Unter Bewegung haben wir damals verstanden, spazieren zu gehen. Etwas, was wir in den letzten Jahren komplett unterlassen hatten. Wir hatten damals Kontakt zu Herrn Busch von Busch Automobile in Wermelskirchen und dieser Herr Busch erzählte uns, dass er an der Remscheider Talsperre immer spazieren gehe. Eine Runde im zügigen Schritt um die Talsperre und dann gehe es ihm für den Rest des Tages gut. Deshalb machten wir uns auf den Weg, starteten unseren ersten Spaziergang und kamen genau bis zur ersten Bank. Zwei Tonnen auf Reisen. Na prima, ich war vollkommen fertig und Anja eigentlich auch. Wir legten erst einmal eine kurze Pause ein und setzten uns hin. Ja klar, aller Anfang ist schwer. Dennoch sind wir dabei geblieben. Jeden Tag sind wir anfangs spazieren gegangen. So büßten wir in den ersten vier Monaten des Jahres schon gute vierzehn Kilo ein. Jeder für sich.

Der Weg über die Steigerung

Ende April 2005 waren wir schon richtig gute Walker und haben uns gedacht, wir müssten die ganze Sache jetzt etwas steigern. Wir begannen dann mit Nordic-Walking und haben uns nach Stöcken umgesehen. Das waren für damalige Zeiten richtig gute Nordic Walking Stöcke und wir waren an der Eschbachtalsperre somit die ersten, die mit Nordic Walking angefangen hatten.

Im Mai dann stand ein Urlaub auf dem Programm, in Portugal an der Algarveküste. Eine schöne Ecke. Wir planten, auch dort mit dem Sport weiter zu machen. Jeden Tag. Das war übrigens auch unser Prinzip. Jeden Tag etwas Bewegung. Da wir nicht gerne fliegen, sind wir mit dem Zug nach Portugal gefahren. Übrigens eine sehr interessante Sache. Man lernt unterwegs sehr viele Menschen kennen. Es dauert etwas länger, aber dafür erlebt man unterwegs auch einiges. Das Fliegen unterließen wir seit 1995, als ich auf einem Flug eine Panikattacke bekommen hatte. Eine Panikattacke zu Hause ist schon nicht so toll, aber in der Enge eines Flugzeugs ist das noch mal eine ganz andere Nummer. Mein Schwiegervater brachte uns mit dem Auto nach Köln. Vom Kölner Hauptbahnhof fuhren wir mit dem Belgischen Schnellzug Thalys zum Pariser Nordbahnhof Gare du Nord. Als nächstes mussten wir mit dem Taxi einmal quer durch Paris zum Bahnhof Montparnasse. Mit der Metro hatten wir das auch einmal probiert, aber mit dem ganzen Gepäck ist das recht umständlich. Das Taxi war auf jeden Fall auch ein Erlebnis für sich. Wie die Pariser Taxifahrer durch die engen Gassen heizen, ohne Unfall, ist ein Wunder. Ja und dann ging es mit dem französischen Schnellzug TGV bis an die Spanische Grenze in Irun. Von Irun aus dann mit dem Sud-Express, dem Nachtzug mit einer spanischen Diesellok davor, bis nach Lissabon. Ein schönes mit Holz ausgekleidetes Abteil, so wie man sich den Orientexpress vorstellt. Es rappelte an allen Ecken und Kanten. Von Lissabon bis an die Algarveküste sind wir dann mit einem Taxi gefahren. Das war auch nicht übermäßig teuer.

Die ganze Reise dauerte ungefähr 26 Stunden. Wie man sich gut vorstellen kann, ist es so gut wie unmöglich, diese langen Stöcke bei dieser ganzen Umsteigerei mitzunehmen. Also machten wir uns direkt am nächsten Tag auf die Suche, an der Algarveküste Nordic-Walking-Stöcke zu besorgen. Ein schier unmögliches Unterfangen, denn dort, am südlichen Zipfel Portugals, war 2005 der Sport mit Nordic-Walking-Stöcken noch überhaupt nicht angekommen. Nach langem Suchen stießen wir in einem Geschäft für Wander- und Sportzubehör endlich auf Teleskop-Trekkingstöcke und diese kamen dann am Strand zur Belustigung der Einheimischen und auch der anderen Urlaubsgäste zum Einsatz. Nach ein paar Tagen bildeten sich jedoch schon echte Fangruppen, die uns bei unserem Morgensport applaudierten. Doch das Walken im Sand war für uns eine gehörige Umstellung, so dass wir uns erst mal richtigen Muskelkater einhandelten. Hurra.

Die nächste Steigerung unseres Trainingsumfanges vollzogen wir dann im Herbst 2005, als wir einen Kurzurlaub von einer Woche in den deutschen Alpen machten. Erstmals fuhren wir mit unserem im Mai neu gekauften VW Touareg. Den hatten wir uns im November 2004 bestellt, weil ich damals so dick war, dass ich den Gurt in meinem bisherigen Auto nicht mehr richtig schließen konnte. Wir brauchten ein neues Auto und suchten uns also einen großen Wagen mit viel Platz aus.

Als wir das neue Auto dann im Mai 2005 in Wolfsburg abholen konnten und ich mich erstmalig in den neuen Wagen setzte, erschrak ich. Meine Herren, war der gewachsen. Oder ich war geschrumpft. Nun hatte ich das Gefühl, ein viel zu großes Auto bestellt und gekauft zu haben. Shit happens. Wir waren also in Bayern im Kurzurlaub. Immer schön im Nordic-Walking stramm die Berge rauf und auch wieder runter. Das war eine gute Vorbereitung auf den späteren Laufsport. Auch in der folgenden Winterzeit zogen wir unser tägliches Training durch. Jeden Tag morgens anderthalb Stunden Nordic-Walking und am Wochenende waren es jeweils zwei Stunden. Egal bei welcher Witterung. Auch im tiefen Schnee. Es war ein gutes Training, um nach und nach in die Walking-Einheiten auch noch Laufanteile einzubauen.

~

Das Hirn muss weg vom Fuß.

~

Der Unfall

Im Frühjahr 2006 gab es einen nicht so schönen Zwischenfall. Ich hatte einen Termin bei einem Kunden in Remscheid-Lüttringhausen, im fünfzehnten Stockwerk eines Hochhauses. Anja begleitete mich, blieb aber im Auto sitzen und wartete, bis ich meinen Termin beendet hatte. Ich betrat das Haus und bemerkte, dass der Aufzug defekt war. Fünfzehn Stockwerke, aber hey - das dürfte doch jetzt kein Problem mehr für mich sein, die Treppe zu benutzen. Ich wog ja nur noch die Hälfte meines Ausgangsgewichts und so machte ich mich auf den Weg nach oben, erledigte meinen Kundentermin und lief die Treppe auch wieder hinunter. Alles kein Problem, trotz einer leichten Erkältung. Nun setzte ich mich ins Auto und wir fuhren in aller Ruhe über die Autobahn in Richtung Heimatstadt.

Als wir gerade in Wermelskirchen von der Autobahn abgebogen waren, überkam mich ein merkwürdiges Gefühl und ich konnte so eben noch zu Anja sagen “Mir wird ganz komisch”. Im selben Moment gingen bei mir die Lichter aus. Es muss für den Beifahrer gruselig sein, wenn der Fahrer des Wagens sein Bewusstsein verliert und man nichts weiter tun kann, als zuzusehen, wie das eigene Auto vier andere Wagen rammt, alle Airbags aufspringen und man nur hoffen kann, dass das bald zu Ende geht. Ich für mein Teil bekam von der ganzen Situation nichts mit. Erst, als mir der Rettungssanitäter ins Gesicht tätschelte, kam ich wieder zu mir. Zum Glück ist niemandem etwas Schlimmes passiert, außer den Blechschäden, die ich verursacht hatte. Nach einer Woche Untersuchungsmarathon im Krankenhaus stellten die Ärzte fest, dass sie nichts feststellten. Man nennt das wohl Synkope. Da wirst Du einfach bewusstlos. Ich vermute ja bis heute, dass das ein Zusammentreffen der starken Gewichtsreduktion mit einer Erkältung war. Das muss man auch nicht zweimal im Leben machen. Eigentlich gar nicht. Wir haben dann auch endlich einen Termin bei unserem Hausarzt gemacht. Der hat uns erstmal nicht erkannt, als wir hereinkamen. Wir waren ja nur noch die halben Personen. Unser Hausarzt beglückwünschte uns zu diesem schönen Ergebnis der Gewichtsreduktion und ermutigte uns, mit den sportlichen Auswüchsen weiterzumachen. Gute drei Monate später hatten wir unser Gewichtsziel erreicht. Anja hatte 55 Kilo abgenommen, ich 80.

Als Trainer

An der Remscheider Talsperre, unserem damaligen Lieblingssportgebiet, befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt jeden Tag. Vornehmlich am frühen Morgen. Und es dauerte nicht lange, bis wir um uns herum viele neue Freundschaften fanden. Mit anderen Sportlern, die Nordic-Walking machten und mit solchen, die liefen. Und es gab auch Herrschaften, die sich von uns motivieren ließen, vom Spaziergänger zum Nordic-Walker zu werden. Wir waren eine richtig schöne Truppe, die sich an Samstagen an der “Sportler-Kaffeebude” traf. Diese “Sportler-Kaffeebude” war nichts anderes als unser kleiner Smart, an dem wir die Heckklappe öffneten und einen Klapptisch davor stellten. Jeder brachte etwas zu essen und zu trinken mit und so konnten wir nach dem Frühsport die verbrauchte Energie wieder auffüllen. Ein schönes Ritual. Mehr und mehr sprach sich herum, was wir da machten. Es sprach sich herum, dass wir so abgenommen hatten und auch, wie sportlich wir geworden waren.

Zu Hause haben wir uns zu der Zeit noch einen kleinen Fitnessraum aufgebaut, mit Hantelbank und Ergometer, mit Stepper und Crosstrainer. Der Arzt war nämlich der Meinung, dass etwas Krafttraining zusätzlich zum Ausdauersport nicht schaden könne. Das führte dazu, dass wir an Gewicht wieder etwas zunahmen. Doch das schadet ja bekanntlich nicht. Mittlerweile waren wir schon mehr laufend unterwegs als walkend mit den Stöcken.

Anfangs unseres Laufsports nahmen wir die Nordic-Walking-Stöcke mit. Wir walkten, wenn wir nicht mehr laufen konnten und wenn die Kraft wieder kam liefen wir wieder. So tasteten wir uns Stück für Stück an immer längere Laufstrecken heran. Erst waren es drei Kilometer, dann fünf, sieben und zehn Kilometer. Mit der Zeit trainierten wir uns so auch längere Laufstrecken an. Der Körper gewöhnt sich recht schnell an diese Belastung.

Eine Nordic-Walkerin sprach uns eines Morgens an, ob wir ihren Sohn, der hobbymäßig Rallye fahre, etwas trainieren könnten. Er sollte etwas Gewicht verlieren. So haben wir uns des Trainings für Rudi angenommen und sind mit ihm gemeinsam gelaufen. Wir haben ihm noch einige Ernährungstipps gegeben und ihm gezeigt, wie er noch etwas fitter werden könne. An den Wochenenden war auch oft sein Vater mit dabei und wir liefen meist eine Zwei-Stunden-Runde gemeinsam.

Die Medien werden aufmerksam

Durch viele dieser Aktionen und die vielen Menschen, die wir bisher kennengelernt haben, wurden auch die Medien auf uns aufmerksam. Zuerst unsere beiden örtlichen Zeitungen. Dann verschiedene Boulevardblätter und ganz zum Schluss meldet sich auch noch das WDR Fernsehen und wollte eine Reportage mit uns drehen. Ich erinnere mich noch genau, wie wir an verschiedenen Drehorten die einzelnen Einstellungen gedreht haben, an der Eschbachtalsperre mit Laufeinheiten oder bei uns im Wohnzimmer, wo das gesamte Kamerateam mit dieser riesigen Kamera herumwerkelte.

~

Immer gesund ist auch krank.

~

Beruflich langsamer werden

Ich sprach eingangs schon einmal davon, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein Abnehmbuch handelt, sondern um meine, um unsere Lebensveränderung. Durch das Laufen und den Sport bewirkt. Wie ich finde eine sehr positive Lebensveränderung. Ich bin ja Inhaber einer Praxis für Vermögensberatung und da hat man bekanntlich den ganzen Tag über sehr viel mit Kunden zu tun. Man fährt von Termin zu Termin, führt seine Beratungsgespräche, kommt nach Hause, geht ins Büro, macht noch etwas Papierkram. Für den Selbständigen hat der Tag immer zu wenige Stunden. Das war auch der Grund dafür, weshalb wir unseren Sport in die Morgenstunden verlegt hatten. Um diese Zeit sollte uns garantiert nichts dazwischen kommen. Doch mehr und mehr erkannten wir, dass Geld und Arbeit nicht alles ist und auch nicht alles sein kann. Das ist in meinem Falle keine abgedroschene Phrase. Ich setzte mich wieder mit Anja zusammen und wir tüftelten gemeinsam aus, wie wir das Arbeitspensum reduzieren konnten. Wir kamen zu dem Ergebnis, einige Prozesse zu automatisieren und weniger Außendiensttermine zu machen. Wir passten also das Geschäft mehr und mehr an, reduzierten die Arbeitszeit und genossen mehr freie Zeit in unserem neuen Leben. Das war ein schleichender Prozess. So etwas geht nicht von heute auf morgen, sondern nur sehr langsam, über Jahre. Morgens in der Frühe ging es raus zum Sport, dann nach Hause, duschen, frühstücken, ins Büro die Arbeitsplanung für den Tag erledigen, dann den einen oder anderen Termin wahrnehmen und am Nachmittag oder späten Abend noch mal ein Spaziergang oder eine Wanderung. Das machten wir so bis ungefähr 2009. Im Frühjahr 2009 kam ich auf die glorreiche Idee, mir ein Mountainbike zu kaufen und zusätzlich zum morgendlichen Laufsport und dem Krafttraining auch noch ein bisschen mit dem Rad durch die hiesige Wildnis zu fahren. Das funktionierte auch ganze zwei Wochen richtig gut, bis ich auf einer vollkommen übersichtlichen Strecke fürchterlich über den Lenker flog. Also erstmal ab ins Krankenhaus, um festzustellen, dass zum Glück nichts gebrochen war. Noch nicht.

Ein Paul und ein Stück Titan

Da ich Anja versprochen hatte, dass sie einen Hund bekäme, wenn ich mir nichts gebrochen hätte, kamen wir auf diese Weise zu Paul, unserem Mischlingshund. Aber es dauerte nur vier Wochen bis zu meinem nächsten Unfall mit dem Mountainbike. Ich war gerade auf dem Weg zur Sengbachtalsperre und fuhr über einen Waldweg. Dort riss es mir wegen einer Mulde oder einer Treckerfurche das Lenkrad herum und ich purzelte samt Fahrrad einen Abhang herunter. Dann blieb ich mit dem Rucksack irgendwo hängen und mal wieder ging das Licht aus. Als ich wieder wach wurde, erkannte ich, dass mein rechter Arm ziemlich weit hinten auf dem Rücken hing. Ich hatte keine großen Schmerzen, aber es sah doch etwas komisch aus. Weit und breit war natürlich kein Mensch zu sehen und so machte ich mich daran, den Arm etwas nach vorne zu holen und in meine Weste zu stecken, weil er einfach nicht mehr funktionierte. Nun nahm ich das Smartphone und rief Anja zu Hause an. Ich erklärte ihr nur kurz, dass ich einen Fahrradunfall gehabt hätte und sie mich und das Fahrrad nun an einem vereinbarten Punkt abholen müsse. In Ellinghausen, hinter dem Baumschulbetrieb Bosmann, kurz vor der Autobahn. Ich schob derweil das Rad mit der linken Hand den Berg wieder hinauf und machte mich auf den Weg zur vereinbarten Stelle. Anja aber konnte das Fahrrad und mich nicht gleichzeitig in die kleine Kiste verstauen. Ein Smart ist eben ein Smart. Mir war klar, dass ich schnell ins Krankenhaus musste, weil mein Arm definitiv nicht in Ordnung war, und ich wollte nun Gewissheit darüber, ob er operiert werden müsste oder ob man ihn einfach nur einrenken könnte. Wir verfrachteten also erstmal das Fahrrad ins Auto und Anja fuhr es nach Hause. Dann kam sie zurück und holte mich ab, um mich auf direktem Weg ins Krankenhaus zu bringen. Es war wieder einmal ein Freitag. Es ist immer ein Freitag. Habe ich schon erwähnt, dass ich Freitage hasse? Ja ich hasse Freitage. Im Krankenhaus war das Gespräch mit dem Chefarzt sehr schnell erledigt. Er sagte, “ihr Arm ist kaputt!” Ach was. Er sagte, es gebe zwei Möglichkeiten, mich zu behandeln. Erstens: “Sie tragen eine Manschette und dürfen den Arm dann ein halbes Jahr lang nicht bewegen. Zweitens: “Sie werden operiert und fangen am Tag nach der Operation mit der Physiotherapie an.” Ich entschied mich sofort für die zweite Möglichkeit - Operation mit anschließender Physiotherapie. Alles verheilte sehr gut und ich konnte meinen Laufsport weiterführen. Noch war ich ja kein Täglichläufer und somit war zwischendurch mal ein Pausentag auch kein Problem. Das war alles kein Problem, der Arzt meinte nur, ich solle, wenn möglich, nicht auf den gerade operierten Arm fallen. Ober- und unterhalb des Titaneinsatzes könnte es sonst erneut brechen. Das habe ich geschafft. Fahrradfahren war ja nun erstmal verboten und so kam ich in den Genuss, zusätzlich zum morgendlichen Laufsport an den Nachmittagen mit Frau und Hund wandern zu gehen.

Die Zahnlücke

Mittlerweile lief ich morgens so zwischen 10 und 15 km und das auch, wie gesagt, nicht jeden Tag, aber fünf bis sechs Mal in der Woche. So ging das jetzt eine Weile weiter, bis irgendwann auch mein Arm wieder funktionierte und ich wieder Rad fahren konnte. Mein Kollege Steffen war jetzt mit dabei. Er wollte mich auf dem Fahrrad begleiten und ab und zu auch beim Nordic Walking dabei sein. So kam es dazu, dass wir mehrmals in der Woche mit dem Mountainbike ein Türchen durchs Bergische Land fuhren. So richtig durch die Wildnis, zum Beispiel um die große Dhünntalsperre. Sehr oft auch abseits aller Wege durchs Gestrüpp, mit dem Fahrrad auf dem Buckel, einfach nur, um durch das Unterholz hindurch zu kommen.