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Die Lebensmeisterei ist ein Angebot an alle, die ihre persönlichen Grenzen möglichst weit ausdehnen und neue beglückende Erfahrungen machen wollen. Die ein klares Nein formulieren, wenn die Frage auftaucht, ob das schon alles gewesen sei. Die eine Krise als Chance für Wachstum begreifen. Die Spaß daran haben, sich immer wieder neu zu erfinden. Die das Leben mit all seinen Facetten auszukosten bereit sind. Die an der Begegnung mit anderen wachsen und ihren Horizont erweitern wollen. Die erkennen, dass es unklug ist, wenn wir das, was uns fremd erscheint, aus dem Leben verbannen, weil wir damit einen Teil unseres eigenen Potenzials verleugnen. Die Abenteuer umfassender definieren als Bungee-Jumping, Dschungel-Camp oder einen höheren Computerspiel-Level. Die, die Wissen nicht nur als theoretische Erkenntnis klassifizieren, sondern auch Wissensbereichen gegenüber aufgeschlossen sind, die nicht in unseren Lehrplänen stehen. Die Lebensmeisterei ist das qualitative Mehr der Summe dessen, was jeder für sich daraus macht, welchen Nutzen er für sich daraus zieht, was er davon an andere abgibt oder woran er andere teilhaben lässt. Die Lebensmeisterei bietet einen großen Fundus an Möglichkeiten, das eigene Potenzial vollumfänglich zu erkennen, es zu leben und für die nachhaltige Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse zur optimalen Einbindung in das große Ganze einzusetzen. Alles, was dazu gebraucht wird, ist eine Portion Unvoreingenommenheit, eine Prise Unternehmungslust und ein Quäntchen Mut, die eigenen mentalen Grenzzäune einzureißen.
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Seitenzahl: 445
Veröffentlichungsjahr: 2019
ibidem-Verlag, Stuttgart
Inhalt
Marion Bermeiser
Martin Bermeiser
Marion Bermeiser: Persönliche Potenziale meisterhaft entwickeln
Vorwort
Lebensmeister-Impulsfragen
Theorieteil
1. Stein und Wasser
Lebensmeister-Impulsfragen
2. In Stein gemeißelt
Lebensmeister-Impulsfragen
3. Der Stein kommt ins Rollen
Lebensmeister-Impulsfragen
4. Neuland entdecken
Lebensmeister-Impulsfragen
5. Reise ins Bedürfnis-Land
Lebensmeister-Impulsfragen
6. Rollen und Bedürfnisse
Lebensmeister-Impulsfragen
7. Transzendenz – Bedürfnis unserer Zeit
B. Entwicklungsstufen
1. Von der Teilpersönlichkeit zur Persönlichkeit (Schattenarbeit)
2. Verbindung von Körper und Geist (Gesamtorganismus)
3. Verbundenheit mit allem (Überpersönlicher Bereich)
4. Universales Bewusstsein
C. Praxisteil
Persönlichkeitsentwicklung in der Praxis
Der Baum als Symbol
Überblick Entwicklungsstufen und Übungen
1. Von der Teilpersönlichkeit zur Persönlichkeit
Teilpersönlichkeit
Persönlichkeit
Praxis-Tools mit Begleitung
Innerer Dialog
Klärung von Rollen und Bedürfnissen
Werte-Check
Selbstreflexion über Fragen
Systemische Arbeit
Lebensmeisterei-Mentoring
ToGo-Übungen
Schatten ToGo
Inneres Management ToGo
Bedürfnis-Check ToGo
2. Verbindung von Körper und Geist
Praxis-Tools mit Begleitung
Bewegung für Körper und Geist
Praktiken zur Verbindung von Körper und Geist
Bewusste Ernährung
Die Rhythmen des Lebens
Verbundenheit erfahren
Holistische Rhetorik
Lebensmeisterei-Workshops
ToGo-Übungen
Entschleunigtes Atmen ToGo
Achtsamkeit ToGo
3-Körper-Krafttraining ToGo
3. Verbundenheit mit allem (Überpersönlicher Bereich)
Praxis-Tools mit Begleitung
Meditation
Religion
Lebensmeisterei-Seminare
Transzendenz in der Praxis
ToBe Übungen
Meditation ToBe
Geführte Reise ToBe
4. Universales Bewusstsein
Schenke deiner Weisheit Raum
Schlusswort
Martin Bermeiser: Meisterhaft denken, handeln und kommunizieren
Vorbemerkung
Einleitung
I. Ganzheitlichkeit und Holismus
1 Die Teile und das Ganze
2 Die Form und die Leere
3 Paradoxale Logik
4 All ̴ Liebe
5 Das Mehr als die Summe der Teile
6 Plausibilitätsorientierte Zusammenfassung
II. Rhetorik als evolutionärer Prozess
1 Vir bonus
2 Vom Ursprung zur Gegenwart
2.1 Archaische Sprache
2.2 Magische Sprache
2.3 Mythische Sprache
2.4 Rhetorik der dritten Dimension
3 Der Zukunft entgegen
3.1 Ganzheitliche Rhetorik
3.2 Rhetorik der fünften Art
III. Holistische Rhetorik
1 Holistisches Prinzip
2 Holismus in Sprache und Text
3 Rhetorik der offenen Perspektive
4 Sinn des Ganzen
5 »Weltschätzung«
6 Quintessenz
IV. Lebensmeisterei
1 Anathese
2 Armut und Reichtum
3 Geld
4 Krise gleich Chance
5 Künstliche Intelligenz
6 Leben und Tod
7 Wille
8 Wissenheit
9 Weisheitsorientierte Zusammenfassung
V. Sinnthese
1 Holistische Rhetorik
2 Sinnmanagement
3 Weisheitswesen
Literaturverzeichnis
Impressum
Marion Bermeiser
Persönliche Potenziale meisterhaft entwickeln
Ist die Idee einer Lebensmeisterei nicht vermessen? Die Frage könnte man uns stellen. Ebenso wie die Frage, was das denn bitte sein soll, die Lebensmeisterei. Oder welchen Nutzen sie stiftet. So unterschiedlich, wie Martin und ich als Person sind, so verschieden sind unsere Antworten oder unsere jeweilige Herangehensweise an das Thema bzw. unsere persönlichen Schwerpunkte. Ja, wenn die sich schon nicht einig sind, höre ich dich nun seufzen, was wird das dann? Aber genau darum geht es in der Lebensmeisterei. Es geht um die Harmonie im Widerspruch und die Vereinigung von Gegensätzen. Es geht nicht um faule Kompromisse, ein Nachgeben um des lieben Friedens willen oder um die vielzitierte rosa Brille. Vielmehr handelt es sich um das Streben nach Verinnerlichung der faszinierenden Tatsache, dass unsere Welt größer und vielfältiger ist, als es sich ein einzelner Mensch vorstellen kann. Es dreht sich um die Erkenntnis, dass sich trotz all dieser Vielfalt alles auf ein und dasselbe zurückführen lässt. Das erstreckt sich auch auf die Verinnerlichung der Tatsache, dass alles, was wir um uns herum wahrnehmen, aus ein und demselben besteht. Denn egal wie groß etwas in unserer Welt ist, es besteht aus Teilchen, die wiederum aus noch kleineren Teilchen bestehen. Die heute als kleinste bekannten Bausteine der Materie sind die Elementarteilchen. Dieses noch nicht restlos gelüftete Geheimnis unseres Daseins kannst du dir zunutze machen, wenn du dir dessen bewusst wirst, dass trotz aller Unterschiede eine unverbrüchliche Gemeinsamkeit zwischen allen und allem vorhanden ist. Wenn du erkennst, dass es tatsächlich Sinn macht, beide Seiten – egal welcher Medaille – zu betrachten, da sie nur gemeinsam deren Wert ausmachen, auch wenn du eine davon hübscher findest. Die Lebensmeisterei widmet sich also grundsätzlich dem Verbindenden, um darüber Weite und Grenzenlosigkeit zu erzeugen und neue Blickwinkel und Betrachtungsweisen zu ermöglichen. Sie strebt sozusagen die Barrierefreiheit für menschliches Denken und Handeln an. Welche Auswirkungen das auf unser Umfeld, unsere Gesellschaft, unser Land oder unsere Welt hat, muss sich zeigen. Denn all das beeinflussen und prägen wir als Individuum nachhaltig, tagein, tagaus, bewusst oder unbewusst. Doch in erster Linie bringt all das einen Vorteil für jeden einzelnen Menschen der bereit ist, nicht nur über den Tellerrand hinaus, sondern auch hinter die Kulissen seiner subjektiven Realität zu schauen. Wenn wir lernen, aus dem vollständigen menschlichen Potenzial zu schöpfen, haben wir so viel größere Möglichkeiten, unsere Realität nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Mehr als wir für möglich halten. Sobald wir erkennen, wo der Hebel für mehr Lebensfreude und Selbstbestimmtheit liegt, sind wir in der Lage Grenzen zu sprengen, wo wir uns bislang eingeengt, fremdbestimmt, benachteiligt, ungeliebt, frustriert oder verängstigt fühlen. Wir finden ungeahnte Möglichkeiten, uns auf die Sonnenseite des Lebens zu katapultieren, indem wir Klippen und Unwägbarkeiten, die zu jedem Leben gehören, nicht beklagen, sondern bestmöglich und schnell meistern und daran wachsen. Die Lebensmeisterei ist ein Angebot an alle, die ihre persönlichen Grenzen möglichst weit ausdehnen und neue beglückende Erfahrungen machen wollen. Die ein klares Nein formulieren, wenn die Frage auftaucht, ob das schon alles gewesen ist. Die eine Krise als Chance für Wachstum begreifen. Jene, die Spaß daran haben, sich immer wieder neu zu erfinden. Die das Leben mit all seinen Facetten auszukosten bereit sind. Die an der Begegnung mit anderen wachsen und ihren Horizont erweitern wollen. Die erkennen, dass es schade ist, wenn wir alles, was uns fremd erscheint, aus dem Leben verbannen, da wir damit auch einen Teil unseres eigenen Potenzials verleugnen. Die Abenteuer umfassender definieren als Bungee-Jumping, Dschungel-Camp oder einen höheren Level in einem Computerspiel. Die, die Wissen nicht nur als theoretische Erkenntnis klassifizieren, sondern auch Wissensbereichen gegenüber aufgeschlossen sind, die nicht in unseren Lehrplänen stehen. In diesem Sinne möchte ich all jene abholen, die die oben formulierten oder weitergehende Fragen – ausgesprochen oder nonverbal, direkt oder indirekt – stellen und ihnen antworten: die Lebensmeisterei ist die Summe dessen, was jeder für sich daraus macht und welchen Nutzen er für sich daraus zieht, sowie all das, was er davon an andere abgibt oder woran er andere teilhaben lässt. Aus diesem Grund haben wir uns auch für die Domain-Endung „.org“ entschieden. Nicht im Sinne einer Organisation, sondern von Organismus, da wir alle ein Teil dieses Universums sind, dieses riesigen, geheimnisvollen und wunderbaren Organismus. Die Lebensmeisterei bietet dir folglich keine Unterstützung bei der schnellen Erfüllung deiner Wünsche. Das wäre zu kurz gesprungen, zumal ich keine Fee bin und Martin kein Zauberer. Jedoch bieten wir dir einen großen Fundus an Möglichkeiten, dein Potenzial vollumfänglich zu erkennen, es zu leben und für die nachhaltige Befriedigung deiner Bedürfnisse und deine optimale Einbindung in das große Ganze einzusetzen. In diesem Sinne heiße Gegensätze willkommen, sie sind der Schlüssel zu Wachstum und Erkenntnis. Freue dich darauf, dir ein größeres Spektrum an Möglichkeiten zu erschließen, um dein Leben sinnerfüllt zu gestalten. Und habe Spaß daran, wie ein Kind Neues zu erfahren und dich auszuprobieren. Alles was du dazu brauchst ist eine Portion Unvoreingenommenheit, eine Prise Unternehmungslust und ein Quäntchen Mut, um hinderliche Grenzzäune in deinem Leben einzureißen.
1. In welchen Situationen oder Beziehungen stößt du mit deinen Wertvorstellungen und Überzeugungen an Grenzen?
2. Gibt es ein dir sehr vertrautes Verhaltensmuster, das du in diesem Zusammenhang verändern möchtest?
Nicht nur Lebensmeistern gelingt das Leben. Wir alle meistern es auf die eine oder andere Weise und bestehen tagtäglich unterschiedliche Herausforderungen. Einmal gelingt es uns leicht. Die Dinge gehen uns wie von selbst von der Hand. Wir finden Befürworter unserer Meinungen und Überzeugungen, wir feiern Erfolge oder bewegen Menschen und Dinge nach unseren Vorstellungen. Zu anderen Zeiten zweifeln wir an uns und unseren Fähigkeiten. Alles scheint sich gegen uns verschworen zu haben. Der Alltag erscheint uns beschwerlich, unser Umfeld unvernünftig und undankbar und wir fühlen uns unverstanden. Wie meisterlich wir mit Herausforderungen umgehen, die uns an unsere Grenzen bringen, bestimmt sich danach, wie wir uns positionieren. Häufig erscheinen uns unsere Überzeugungen als einziger Rettungsanker, an den wir uns starr und stur klammern. Auf vertrautem Terrain folgen wir ihnen ohne links und rechts zu schauen. So verpassen wir jedoch Auswege aus einem Dilemma, versäumen Gelegenheiten uns zu wandeln und missachten es, Herausforderungen als Chance zu begreifen. Jede Krise ist eine Möglichkeit, unseren Horizont und Handlungsspielraum zu erweitern. Sie gibt uns die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen und zu erfahren. Sie weist uns darauf hin, dass es viele Wahrheiten gibt, nicht nur die eine, von der wir (bislang) überzeugt sind (waren). Wenn wir uns innerlich öffnen, eröffnen sich uns auch neue Perspektiven. Dann erkennen wir, dass und vor allem warum andere Menschen andere Blickwinkel eingenommen haben als wir selbst. Statt bedrohlich, finden wir es nun interessant und können wie ein Kind neugierig verschiedene Optionen ausprobieren. Wir finden heraus, wie die gewonnenen Erkenntnisse da eingesetzt werden können, wo unsere üblichen Verhaltens- und Denkmuster in eine Sackgasse führen. Jede Krise, jedes Problem ist eine Aufforderung des Lebens, unsere Komfortzone aufzugeben und zu neuen Ufern im Denken und Handeln aufzubrechen. Wenn der Mensch nie seine Komfortzone aufgegeben und sich ins Unbekannte aufgemacht hätte, würden wir noch immer in Höhlen leben und uns vor dem Säbelzahntiger fürchten. Aber der Mensch hat sich anders entschieden. Für das Abenteuer des Lebens. Jede/r von uns kann sich tagtäglich entscheiden, die persönliche Energie dafür aufzuwenden, Veränderungen bestmöglich zu vermeiden oder dafür, sich ihnen zuversichtlich zu stellen. Mit dem Fluss des Lebens oder gegen den Strom zu schwimmen. Wir haben die Wahl zwischen "Stein oder Wasser" und entscheiden uns häufig für den steinigen Weg. Wir glauben, es wäre leichter, beharrlich gegen das anzukämpfen, was uns nicht vertraut ist, bis sich jeder und alles unserer Sicht angepasst hat. Dass wir das trotz aller steinernen Härte niemals erreichen werden und es trotzdem weiterhin versuchen, ist eines der menschlichen Dilemmata. In einer Welt fortschreitender Individualisierung akzeptieren wir Globalisierung nur bis zum Supermarktregal und zur Urlaubsreise. Wenn ein Nachbar, Kollege oder der Partner sich jedoch für uns "fremd" verhalten, läuten unsere Alarmglocken. Statt vom anderen zu lernen, sind wir fest überzeugt, er müsse sich anpassen – unseren Erwartungen an ihn und unserer Sicht auf die Welt. In unserem Kulturkreis lernen wir von klein auf uns durchzusetzen und zu behaupten. Das ist wichtig und gut, jedoch fehlt es unseren „weicheren“ Qualitäten häufig an Intensität, wenn wir unsere Komfortzone verlassen und uns auf Unbekanntes einlassen müssten. Niemand vermittelt uns die Fähigkeit, uns wie Wasser zu verhalten, ohne dabei zu versickern. Wir wachsen in dem Bewusstsein auf, ein einzigartiges Individuum zu sein. Jedoch ohne dies auch allen anderen Menschen uneingeschränkt zuzugestehen, da wir mit Andersartigkeit nicht umzugehen verstehen. Wir definieren unsere verschiedenen Rollen und garnieren sie mit entsprechend akzeptablen Verhaltensweisen. Darüber vergessen wir, dass es nur ein Theaterstück ist, das wir tagtäglich spielen. Es wird zu unserer Lebens-Routine, bis uns Herausforderungen, Belastungen oder Krisen dazu auffordern, genauer hinzuschauen und Anpassungen vorzunehmen. Im Verlauf des Lebens findet unser Drehbuch vielleicht irgendwann bei uns oder in unserem Umfeld nicht mehr den gewohnten Anklang. Wir fühlen uns unwohl in unserem Lebensfilm oder bekommen Buhrufe anstatt Applaus. Statt jedoch die Rollen neu zu besetzen oder das Drehbuch umzuschreiben, versuchen wir kraftvoll mit mehr vom Gleichen und Gewohnten wieder in die Erfolgszone zu gelangen. Statt uns dem Wandel hinzugeben und uns vom “Vorbild“ Wasser leiten zu lassen, versuchen wir unser Umfeld davon zu überzeugen, dass wir doch "wie immer sind". Eine Bank, in Stein gemeißelt und stabil. Womit klar ist, dass das Problem – egal welches es ist – woanders liegt. Wir verhalten uns wie beim Knobeln. Schon als Kind spielen wir gerne das Spiel der Finger und versuchen aufgeregt Macht über unsere Mitspieler zu erlangen. Schere, Papier oder Stein. Man hofft darauf, das Zeichen zu geben, bei dem die anderen unterliegen. Und schon beim Knobeln fehlt das Wasser im Repertoire. Es würde Papier aufweichen, die Schere rostig und den Stein immer kleiner werden lassen. Von klein auf lehrt man uns, die härtesten Materialien seien Stein und Metall. Gleich diesen sollen wir Problemen standhalten, sie anpacken und bewältigen. Das interpretieren wir so, dass es wichtig sei, unsere Sicht der Dinge mit Vehemenz und Kraft zu vertreten. Wir sind überzeugt, kämpfen und unsere Ziele mit unbezwingbarer Härte verfolgen und durchsetzen zu müssen. Das kostet uns Kraft und Energie: Schere schneidet Papier, Papier umwickelt Stein, Stein zerschlägt die Schere. Einer muss gewinnen. Ein Leben lang üben wir uns in Kampfeslust und Kampfkunst. Rhetorische Gewandtheit, schlagkräftige Argumentation oder ausgeklügelte Beweise untermauern, dass unsere Sicht der Dinge die richtige ist. Dass Wahrheit niemals objektiv sein kann, erfahren wir erst dann, wenn sich weder Konsens noch Kompromiss erzielen lassen. Wenn Beziehungen aufgrund "unvereinbarer Gegensätze" in Gefahr geraten oder zerbrechen. Wenn wir nicht "gewinnen" können, weil wir in der "schlechteren“ da "schwächeren" Position sind. Wir fühlen uns nicht gut. Negative Emotionen machen sich breit. Wir werden wütend, traurig, aggressiv, unglücklich, mutlos, verbittert und am Ende nicht selten krank. Wir finden die Situation unglaublich, verheerend, frustrierend, beängstigend. Unsere Mitstreiter halten wir für ignorant, dumm, verständnislos, uneinsichtig, verletzend. Unser Kopfkino malt das düstere Erleben in noch schwärzeren Farben. Wir sinnen auf Rache, wollen heimzahlen, quälen uns mit Horrorvorstellungen oder verharren im Opfermodus, weil uns das immer wieder passiert.
Aber warum sich schlecht fühlen, wo uns doch das Element Wasser lehren kann, wie Hindernisse und Herausforderungen mit Zuversicht und Lernbereitschaft bewältigt werden können? Der Mensch besteht etwa zu 85 % aus Wasser. Es sollte uns somit leichtfallen, die Qualitäten des Wassers in unser Leben zu integrieren. Wasser ist nicht nur kalt, nass, gefährlich und zum Waschen da. Wasser ist sanft, weich, beweglich und doch sehr mächtig und stark. Stößt es auf Widerstand, sucht es sich einen neuen Weg. Ist dieser nicht gleich offensichtlich, bahnt es sich geduldig, jedoch beharrlich seinen Verlauf, selbst durch das härteste Gestein. Es gibt nicht auf, bis alles in natürlicher Einheit miteinander und nebeneinander existieren kann. Wasser setzt auf Zeit und sanfte Kraft, stetig und nicht nachlassend. Und da, wo der Mensch versucht, es in seine Schranken zu weisen oder seinen natürlichen Verlauf durch Barrieren zu hindern, zeigt es seine Unerbittlichkeit und seine unbezähmbare Macht. Ähnlich dem Wasser geht ein Lebensmeister seinen Lebensweg. Kraftvoll, geduldig und zielgerichtet. Er achtet sich und seinen Lebensweg genauso wie den anderer und gebietet da Einhalt, wo das gedeihliche Miteinander gefährdet ist. Diesen Weg aktiv und bewusst zu beschreiten lernen wir weder in der Schule noch in Universitäten oder im Rahmen beruflicher Weiterbildungen. Daher widmet sich die Lebensmeisterei der Aktivierung der in uns angelegten Wasser-Qualität, da sie uns das Leben so viel einfacher machen kann, auch wenn es auf den ersten Blick unseren antrainierten Überzeugungen widerspricht.
1. Gibt es Lebensbereiche, in denen es für dich hilfreich und sinnvoll wäre, deine Wasserqualitäten zu entwickeln?
2. Wenn ja, welchen Nutzen versprichst du dir davon?
Warum fällt uns die Aktivierung der Wasserqualität so schwer? Was hindert uns zum Beispiel daran, uns konstruktiv mit anderslautenden Meinungen auseinanderzusetzen? Warum bitten wir Menschen nicht aufrichtig nach einer Erklärung, wenn sie Dinge tun, die wir für uns selbst ablehnen? Damit ist nicht gemeint, unter der Erwartung einer Rechtfertigung zu fragen „Warum tust du dies oder warum tust du jenes nicht oder auf andere Art und Weise?“ Aufrichtig heißt in diesem Fall wirklich zuzuhören, nachzufragen und zu hinterfragen, bis man die Sicht, die Wahrheit und die Gefühlslage des Gegenübers wirklich verstanden hat. Das bedeutet nicht, dessen Meinung zu sein. Es bedeutet anzuerkennen, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf eine individuelle Wahrheit besitzt, wie wir selbst. Wenn es gelingt, im Gegenzug anderen unsere Sichtweise zu vermitteln, ohne überreden oder überzeugen zu wollen, haben beide Gesprächspartner ihren Horizont erweitert und sich ein neues Stück der Welt erobert, egal ob es ihnen auf den ersten Blick zusagt oder nicht. Was wir von anderen erfahren, hat das Potenzial, bei uns etwas zum Fließen zu bringen oder eingefahrene Denkweisen aufzuweichen, doch dieser Prozess fällt uns schwer. Weshalb lassen wir so ungern los, was uns vertraut und daher richtig erscheint? Warum riskieren wir selten etwas Neues oder fallen trotz guter Vorsätze so schnell in alte Verhaltensweisen zurück? Was schreckt uns an der Vorstellung, vertrautes Terrain im Denken, Handeln und Kommunizieren zu verlassen? Es lässt sich behaupten, dass unsere menschliche Natur dafür verantwortlich ist. Denn obwohl sich die Menschheit seit Jahrtausenden fortentwickelt hat, funktioniert unser Organismus noch immer nach bestimmten angeborenen Mechanismen. So ist für uns die Erfüllung bestimmter Bedürfnisse grundlegend, da sie unser Überleben sichern. Dazu gehörten schon immer Nahrung, Wärme, Sicherheit und die soziale Anbindung. In neuerer Zeit kamen die Selbstwirksamkeit sowie die Verfügbarkeit technischer Errungenschaften hinzu. Alles, was wir von Geburt an tun, ist darauf angelegt, das zu bekommen, was wir brauchen um (über-)leben zu können, anerkannt zu werden, uns gut zu fühlen, mit anderen zu kommunizieren sowie körperlich und geistig gesund zu bleiben. Bereits als Baby entwickeln wir Strategien für größtmögliche Bedürfnisbefriedigung. Bekommen wir uneingeschränkte Zuwendung, wenn wir fröhlich lächelnd in unserem Bettchen liegen, aktivieren wir andere Mechanismen als wenn sich nur dann jemand um uns kümmert, wenn wir uns lautstark bemerkbar machen. Wir werden mutigere Verhaltensweisen ausbilden, wenn unsere Abenteuerlust bestärkt wird, als wenn unsere Eltern uns ängstlich behüten und ständig vor möglichen Gefahren warnen. Wenn wir bestimmte Verhaltensweisen bei anderen Menschen ablehnen, werden wir tunlichst vermeiden, uns diese zu eigen zu machen. Es gibt vielfältige Bedürfnistheorien, die sich damit beschäftigen, welche Bedürfnisse als Motive für unsere Handlungen verantwortlich sind. Murray, Maslow, Alderfer und Herzberg sind deren bekanntesten Vertreter. Wenn bestimmtes Verhalten zu positiven Reaktionen führt und mit angenehmen Gefühlen verknüpft wird, speichern wir diese Verhaltensweise als zielführend ab, um damit ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen. Unsere Konditionierung hält demnach mit unserem Lernen Schritt. Jede Erkenntnis speichert unser Gehirn entweder als positiv oder negativ ab. Alles, was auf die Befriedigung unserer Bedürfnisse einzahlt, registrieren wir als hilfreich und übernehmen es in unser Verhaltensrepertoire. Nach den, mit unseren Erfolgen verbundenen, positiven Emotionen werden wir süchtig. Wir fühlen uns gut, wenn wir die Erfahrung machen, dass bestimmte Verhaltensweisen immer wieder erfolgreich auf unsere Bedürfnisbefriedigung einzahlen. Bei der Fülle an Erlebnissen ist es verständlich, dass der Mechanismus irgendwann im Verlauf unseres Lebens zum Selbstläufer wird. Statt bewusst wahrzunehmen, wie wir in bestimmten Situationen reagieren und uns über mögliche Alternativen Gedanken zu machen, schaltet unser System auf Autopilot. Dann führen nicht mehr viele Wege nach Rom, sondern in unserem Gehirn entsteht eine Autobahn. Nebenstrecken oder Umwege lassen wir links liegen. Unsere Erfolgsstrategien werden nach und nach zum Automatismus. Wir hinterfragen unser Verhalten und unsere Entscheidungen nicht mehr, sondern sind überzeugt "so bin ich". Unsere Reaktionen fallen immer häufiger wie „in Stein gemeißelt“ aus und machen uns das Leben vermeintlich leicht. Diesen Effekt nennt der Neurowissenschaftler Antonio Damasio „somatische Marker“ und spricht in diesem Zusammenhang von einem emotionalen Erfahrungsgedächtnis. Im Zusammenhang mit unseren Erfahrungen gespeicherte Körperempfindungen bezeichnet Damasio als wesentlichen Bestandteil menschlicher Vernunft. Es beginnt vermutlich bereits vor unserer Geburt, dass wir Eindrücke in Kombination mit Gefühlen und einer adäquaten Bewertung abspeichern. Erleben wir eine Situation, die einem Erlebnis aus der Vergangenheit vermeintlich entspricht, reagiert unser Körper in Bruchteilen von Sekunden entsprechend positiv oder negativ. Diese Reaktion kann sich in Form eines wohligen Bauchgefühls, von freudigem Herzklopfen, roten Flecken, schlotternden Knien oder feuchten Händen usw. bemerkbar machen und gibt uns neben sachlichen Argumenten eine gute Entscheidungshilfe – sofern wir es verstehen, darauf zu achten. Da somatische Marker aber auch dann und eben in Sekundenbruchteilen ausgelöst werden, wenn uns eine Situation auch nur annähernd an bereits Erlebtes erinnert, haben sie auch das Potenzial, uns in die Irre zu führen. Wenn beispielsweise jemand vom Partner betrogen wurde und in allen künftigen Beziehungen aus Sorge vor Wiederholung mit übertriebener Eifersucht reagiert, versklavt er sich über die gespeicherte Erfahrung so lange, bis er erkennt, dass sich nicht alle Menschen identisch verhalten, wenn sie mit ihm eine Beziehung eingehen. So gilt es unter Umständen genau zu prüfen, ob unsere spontan abgerufene Reaktion wirklich angemessen ist. Das Leben gibt uns in seinem Verlauf immer wieder die Chance, unsere Einschätzungen zu revidieren, Überzeugungen aufzugeben, Realitäten zu erweitern sowie ausgemusterte und verdrängte Potenziale zu aktivieren und wieder in unser Leben zu integrieren. Meist sind es Krisen, die uns zu Verhaltensänderungen bewegen oder aber besonders schöne Ereignisse und neue Ziele. Jedoch empfinden wir es grundsätzlich als eine Herausforderung, liebgewordene, vertraute und in der Praxis des Alltags bewährte Verhaltensweisen loszulassen oder zu verändern. Unser Feind ist unser bester Lehrer lautet eine Weisheit, der wir auf den ersten Blick meist wenig abgewinnen können. Unser Bestreben gilt der Stabilität, denn unbewusst betrachten wir stereotype Verhaltensweisen als die Garanten unserer Bedürfnisbefriedigung. Durch das Speichern von Erfahrungen wissen wir instinktiv und in Bruchteilen von Sekunden, wie wir die mannigfaltigen Eindrücke, die uns im Laufe eines Tages begegnen, einzuordnen haben. Wir müssen nicht darüber nachdenken, es geschieht über den Zugriff auf gedankliche Schubladen, die wir von Beginn unseres Lebens an mit entsprechenden Erfahrungen befüllen. Die abgesicherten Erkenntnisse vermitteln uns Sicherheit und Kontinuität. Dabei unterliegt alles, was uns auf körperlicher Ebene ausmacht, dem steten Wandel. So ist keine der Zellen, die unseren Körper bei unserer Geburt bevölkerte, noch in ihm vorhanden. Sie unterliegen einem ständigen Werde- und Sterbeprozess und spätestens nach sieben Jahren hat sich unser Körper einmal vollständig erneuert. Dieser Wandelfreude setzt die Hartnäckigkeit unseres Geistes ein Gegengewicht. Wir erfahren das, was wir als ICH bezeichnen, nur durch unsere Beziehung zur Umwelt.
Damasio trennt in seinen Betrachtungen in Kern-Selbst und autobiografisches Selbst. Die Erfahrung das „Kern-Selbst“ vermittelt uns den Eindruck, über den Wandel der Zeit hinweg immer dieselbe Person zu sein. Der Kern unseres Daseins ist ein vertrauter, geistiger Rückzugsort in uns und ermöglicht uns bewusste Entscheidungen, die im Einklang mit unserem ursprünglichen Wesenskern stehen. Zugang zum Kern-Selbst haben wir in Momenten fokussierter Aufmerksamkeit, zum Beispiel beim Beobachten von Naturschauspielen, in einem Konzert oder bei der intensiven Begegnung mit einem Menschen. Die Philosophin Natalie Knapp beschreibt diesen Zustand mit den Worten „Der Inhalt einer Erfahrung von Stimmigkeit scheint den besonderen Geschmack des Kernselbst hervorzuheben, so als ob diese spezielle Begegnung mit der Welt uns daran erinnern könnte, wer wir sind“. Als oberste Instanz unserer innersten Werte ist unser Kernselbst, der Regisseur unseres Lebenstheaters. Unter seiner Regie nehmen wir bewusst wahr und sind Herr der Lage, die andernfalls durch konditionierte Verhaltensweisen unseres autobiografischen Selbst bestimmt wird. Dieser zweite Aspekt unseres ICH, das autobiografische Selbst, speist sich aus Erinnerungen an vergangene Erfahrungen und deren Interpretation im Jetzt. Für diesen Teil von uns gibt es keine objektive Wahrheit. Er lebt aus der Erinnerung und von Geschichten, die für jeden von uns ihre individuelle Version bereithalten. Dieses Phänomen wird deutlich, wenn Sie sich beispielsweise mit einem Geschwisterteil über Ereignisse aus der Kindheit unterhalten. Sie wären überrascht, wie sehr sich dessen Erinnerungen von den Schilderungen von Bruder oder Schwester unterscheiden. Individuelle Wahrheit wird von Emotionen geprägt, welche die Beteiligten in der jeweiligen Situation verspüren. Dieses Befinden ist verantwortlich dafür, ob das Erlebte als positive oder negative Erfahrung gespeichert wird. Auch mehrere Menschen, die ein und dieselbe Situation erleben, werden sie unterschiedlich bewerten oder gemäß ihrem individuellen Erfahrungsschatz interpretieren. Unser autobiografisches Selbst besteht aus vielen Inneren Personen, die über unsere Erfahrungen wachen und darüber unser unbewusstes Handeln steuern. Indem sie dafür sorgen, dass unser Handeln im Jetzt in Einklang mit unseren Erfahrungen der Vergangenheit steht, erleichtern sie uns den Alltag. Allerdings machen Sie uns – solange wir uns dieses Prozesses nicht bewusst sind – zu Gefangenen unserer Vergangenheit. Statt immer wieder neue Erfahrungen zu machen, greifen wir auf Bewährtes zurück. Oftmals mit enttäuschenden Ergebnissen, da die Erkenntnisse der Vergangenheit nicht mit den Anforderungen im Jetzt kompatibel sind.
Unter Gefühlsblindheit (Alexithymie) leiden Menschen, die nicht erkennen, von welchen Gefühlen sie in einer Situation beherrscht werden. Die Ursache hierfür ist, dass die entsprechende Gehirnregion zu wenig Aktivität zeigt. Während wir als kleine Kinder unsere Gefühle noch sehr deutlich auf körperlicher Ebene ausdrücken, flacht dies mit der zunehmenden Fähigkeit, sie in Worte zu kleiden, ab. In der Folge rutschen wir aus dem Modus „ich bin mein Gefühl – es ist ein Teil von mir“ in den Modus „ich habe ein Gefühl – und kann es mental kontrollieren“. Kribbeln, Druck, Spannung und andere körperliche Signale erinnern uns als Ausdruck unserer Gefühlslage an Erlebnisse aus unserer Vergangenheit und nehmen Einfluss auf unsere Entscheidungen. Unser emotionales Gedächtnis verfügt über ein weit größeres Wissensspektrum als uns in der Regel bewusst ist. Es reicht schon ein Bild zu betrachten, um uns mit einer Erinnerung in Verbindung zu bringen und die damit verbundenen Emotionen wieder zu spüren. Der amerikanische Mediziner Vincent Felitti ist davon überzeugt, dass die Zeit Erfahrungen (Wunden) nicht heilt, sondern konserviert, denn es braucht nur einen entsprechenden Auslöser, um sie emotional wieder real werden zu lassen. Jedoch gilt das nicht nur für negative Fußabdrücke, die das Leben hinterlässt, sondern ebenso für positive Erlebnisse.
Unser emotionales Erfahrungsgedächtnis unterstützt uns über körperliche Signale bei unserer Entscheidungsfindung. Die somatischen Marker geben uns in Entscheidungsprozessen eine durch bisherige Erfahrungen bestimmte Rückmeldung und sorgen so dafür, dass zunächst alle emotional nicht tragbaren Handlungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden. In Sekundenschnelle gleichen wir Situationen und Menschen mit unserem Erfahrungsschatz ab und etikettieren sie mit einem eindeutigen „Positiv“ oder „Negativ“. Offen sind wir für Geschehnisse, die wir in unserer Erinnerung als erfüllend, sinnvoll und hilfreich definiert haben. Gleichzeitig vermeiden oder bekämpfen wir alles, was unser inneres System als hinderlich und gefährlich bewertet. Obwohl wir alle das volle Potenzial eines Lebens in uns tragen, geben wir der selektiven Betrachtungsweise unseres autobiografischen Selbsts enorme Macht über uns. Wir leben in der Begrenzung des Denkens und Handelns und ein großer Teil unseres Wesens schlummert weitgehend unbeachtet vor sich hin oder mündet in eine ablehnende Haltung, wenn er uns im Außen begegnet. Jeder der sich anders verhält, anders denkt oder fühlt bringt uns mit dem in Kontakt, was wir im Lauf des Erwachsenwerdens in die Verbannung geschickt haben. Die damit vermeintlich verbundenen Gefahren beruhen auf Erinnerungen an emotionale Verletzungen in der Vergangenheit. Auf lange Sicht stresst es uns, an den Annahmen über unsere Welt festzuhalten. Der Psychologe Brad Blanton hierzu: "Wir haben zu hart an der Vorstellung von der Welt gearbeitet, um sie einfach aufzugeben." Die Rollen und Regeln, die unseren Alltag bestimmen, werden darüber zu Prinzipien, nach denen wir leben und die nur schwer zu überwinden oder zu verändern sind. Aus diesem Grund, so Blanton, verharren viele Erwachsene "in immerwährender Unmündigkeit und sind gefangen in der Schutzhaft einer beschränkten Auswahl an Rollen und Regeln." Es handelt sich dabei um Definitionen, wie wir zu leben haben. Blanton sieht in unseren stereotypen Verhaltensweisen Abstraktionen des Geistes, Zusammenfassungen früherer Erlebnisse, jedoch keine tatsächlichen Erfahrungen.
Die Lebensmeisterei bietet dir bei der temporären Deaktivierung deines Autopiloten wertvolle Unterstützung. Dadurch gelingen Kurskorrekturen auf deinem Lebensweg und die Zuwendung zum natürlichen Fluss des Lebens.
1. In welchen Situationen spürst du körperliche Auswirkungen deiner somatischen Marker?
2. Wie äußern Sie sich und an welche Begebenheit in deinem Leben erinnern sie dich?
Wenn wir unseren eingefahrenen Bahnen der Interaktion mit unserer Umwelt erst einmal auf die Schliche gekommen sind, können wir damit starten, die Wasserqualität in unserem Inneren zu aktivieren. Die Gretchenfrage ist nur, wo fange ich an und wie gehe ich vor? Möglichkeiten hierzu gibt es einige. Mein favorisierter Ansatz ist, sich mit den Rollen auseinanderzusetzen, in die wir tagtäglich schlüpfen (müssen). Hierzu braucht es zuallererst ein klares Verständnis davon, was Rollen sind und wie sie entstehen. Der Begriff „Rolle“ wird sehr häufig genutzt, ist allgemein anerkannt und dennoch nicht eindeutig definiert. Es gibt verschiedene Rollentheorien, deren Vertreter den Begriff der Rolle aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Eine Gemeinsamkeit, die die theoretischen Ansätze verbindet, ist die Erkenntnis, dass Menschen ihr Verhalten an den an sie gestellten Erwartungen ausrichten, solange sie verschiedene Positionen im sozialen Gefüge einnehmen. Aufgrund dieser typisierten Interaktion lässt sich der Begriff „Rolle“ als Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft definieren. Ursprünglich in der Welt des Theaters angesiedelt, hielt die Begrifflichkeit auch im gesellschaftlichen Kontext Einzug. Goffman, als einer der Hauptvertreter der Rollentheorie, zeichnet in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ein Bild der Welt als Theater und der mitdenkenden Menschen als Darstellern, die eine von der Gesellschaft für sie vorgesehene Rolle spielen. Herrschte bis zum 16. Jahrhundert die Überzeugung vor, dass das Leben bestimmten fest definierten Regeln und Abfolgen unterworfen ist, hielt in den nachfolgenden Jahrhunderten bis heute die zunehmende Individualisierung und eine damit verbundene offenere Lebensgestaltung Einzug. Und doch dient die Bestimmung von sozialen Rollen bis dato der Definition von Erwartungen und der Anpassung der Gesellschaftsmitglieder an eben diese. Somit besteht ein untrennbarer Zusammenhang zwischen den Werten und Normen sowie den Rollen in einer Gesellschaft. Die relativ klar umrissene Rolle stellt sicher, dass sich Menschen so verhalten, dass ihre Interaktion die größtmögliche Befriedigung der gegenseitigen Erwartungen sicherstellt. Wir fügen uns unbewusst den mit der Rolle verknüpften Verhaltensweisen, da die Gesellschaft sowohl unser Befolgen als auch unser Abweichen vom „Standard“ mit entsprechenden Sanktionen (positiv oder negativ) belegt. Erschwerend kommt hinzu, dass wir nicht nur in eine Rolle schlüpfen, sondern in mehrere und ganz unterschiedliche, mit gegebenenfalls widersprüchlichen Anforderungsprofilen. Im Ergebnis sind wir somit nicht „so“, sondern mal „so oder so“, je nachdem, was unsere aktuelle Rolle uns gerade abverlangt. Unsere Identität entsteht folglich aus der Gesamtheit unserer Rollen und einem gewissen Maß an Freiheit, das wir uns bei deren Ausübung und darüber hinaus bewahren. Im Zeitverlauf, mit der Auflösung fixer Gesellschaftsschichten (Stände), der Bildung für alle, zunehmendem Wohlstand und fortschreitender Individualisierung, weichten allzu starre Rollenmuster allmählich auf. Und doch bespielen wir sie nach wir vor auf unserer Lebensbühne und tragen dafür Sorge, dass unsere Zuschauer uns trotz der Vielfältigkeit unserer Darstellung als stabiles und verlässliches Wesen wahrnehmen und uns dafür applaudieren. Dies gelingt uns, indem wir bestimmte Verhaltensweisen auserkoren haben, die zu allen unseren Rollen zu passen scheinen. Stark identifiziert mit eben jenen spielen wir unser Lebensstück.
Ein gutes Beispiel hierfür sind gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Die Rollen in einer Beziehung waren über Jahrhunderte hinweg klar auf Mann und Frau zugeschnitten. Dieses gesellschaftliche Konzept führte dazu, dass Homosexualität in Deutschland bis 1969 ein Straftatbestand war. Danach noch in Verbindung mit dem Alter im Strafgesetzbuch verankert, wurde der entsprechende Paragraph erst 1994 endgültig gestrichen. Wie stark gesellschaftliche Normierung wirken kann, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Deutschland noch 10 Jahre später eine Rüge des Europarats wegen fehlender Strategien zur Steigerung der Toleranz gegenüber homo- und transsexuellen Menschen hinnehmen musste. Und obwohl das Parlament die gleichgeschlechtliche Ehe 2017 verabschiedet hat, gibt es immer noch Menschen, die sich schwertun, diese Tatsache in ihr Weltbild zu integrieren, weil sie diese Form der Partnerschaft ablehnen. Es fehlt das Bewusstsein und die Erkenntnis, dass etwas zu akzeptieren nicht gleichbedeutend damit ist, es zu leben. Es geht jedoch darum zu erkennen, dass andere Menschen andere Entscheidungen treffen, die in ihrer Wertigkeit unseren eigenen in nichts nachstehen.
1. Welche unterschiedlichen Rollen spielst du in deinem Leben?
2. Wo weichst du von gesellschaftlichen Normen ab und welche Auswirkungen hat das?
In unseren Alltag übersetzt, bedeutet diese abstrakte Darstellung der Rollentheorie, dass wir neben dem, was uns als Individuum auszeichnet, in sehr hohem Maß davon geprägt werden, was der gesellschaftlichen Norm entspricht. Eltern, Großeltern, weitere Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Vorbilder, Erzieher, Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzte, Partner und Umfeld beeinflussen von klein auf stetig unser Rollenverhalten. Mit Verhaltensweisen, die den an uns gestellten Anforderungen bestmöglich entsprechen, sichern wir uns weitgehende Anerkennung, Zugehörigkeit und Harmonie. Wir richten es uns mit den dazugehörigen Überzeugungen, Glaubenssätzen und Verhaltensmustern gemütlich in unserer Komfortzone ein. Die Komfortzone ist der durch unsere Gewohnheiten definierte Bereich, in dem wir uns wohl und sicher fühlen und aus dem heraus es uns leichtfällt, mit der Welt um uns herum zu interagieren. Die Komfortzone ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgestaltet, jedoch ist es bei uns allen der Verhaltensbereich, der uns am wenigsten Veränderungsenergie abverlangt. Es ist die Summe unserer Aktionen und Reaktionen mit der uns unser Autopilot sicher durch den Alltag steuert. Diese Zone umfasst alle vertrauten Reaktionen, Muster und Überzeugungen, die wir für die möglichst stressfreie Bewältigung unseres alltäglichen Theaters als zielführend erachten. Doch das Leben, neue Begegnungen, sich verändernde Rahmenbedingungen oder Lebensumstände fordern uns immer wieder auf, unsere gemütliche Komfortzone zu verlassen bzw. sie zu erweitern. Wie du nun ja schon weißt, tun wir dies ab einem gewissen Alter nur noch widerwillig. Während Kinder nach neuen Erfahrungen lechzen, bedeutet vertrautes Terrain verlassen und die angrenzende Lernzone betreten zu müssen für uns Erwachsene Stress. Wir wissen, dass uns in der Lernzone Neues und Unbekanntes erwartet, das es – aus unserer Sicht mühsam – zu erobern gilt. Doch wenn es uns gelingt, Veränderung als festen Bestandteil des Lebens zu begreifen, wartet am Ende die Belohnung auf uns: eine breitere Palette an Möglichkeiten, unsere Rollen erfolgreich zu spielen und uns schneller an Herausforderungen und neue Gegebenheiten anzupassen. Die körperlichen Voraussetzungen, dies ohne Blessuren zu meistern, sind gegeben. Es ist kein Geheimnis, dass Stress eine normale Reaktion unseres Körpers ist, um uns in Belastungssituationen und Veränderungsprozessen zu unterstützen. Die dabei ausgeschütteten Stresshormone beeinflussen den Stoffwechsel derart, dass wir über ausreichend Energie verfügen, um die an uns gestellten Herausforderungen zu meistern. Unser einerseits sehr bequeme und andererseits immer schnelllebigere Alltag sorgt jedoch dafür, dass wir unsere Komfortzone entweder nur sehr selten oder eben ohne Verschnaufpause verlassen (müssen). Somit erscheint uns ein Ausflug in die Lernzone entweder als sehr ungewohnt und beschwerlich oder wir rutschen durch den „Daueraufenthalt“ in der Lernzone in den Bereich der Überforderung ab. Dies sind die Gründe, warum der „Stress“ mit seinen Folgen ungeahnte Ausmaße annimmt und als störend, belastend und (von der Weltgesundheitsorganisation) als gesundheitsgefährdend eingestuft wird. Stressmanagement lautet das „Zauberwort“. Auch ich nutze es, um dem Mainstream zu folgen, doch in Wirklichkeit lässt sich nicht der Stress, wohl aber der persönliche Umgang mit Belastungen und Veränderungen managen. Der Ansatzpunkt hierfür liegt in unserer Person und nicht – wie der Begriff Stressmanagement vorgaukelt – an anderer Stelle. Meist sind wir felsenfest überzeugt, bestimmte Ereignisse oder andere Menschen wären für unseren Stress verantwortlich. Das macht uns ärgerlich, wütend oder hilflos. Negative Gefühle beherrschen uns in Krisenzeiten, bis wir die damit verbundenen Herausforderungen als eine Chance begreifen, Situationen oder Beziehungen zum Positiven zu verändern. Stress zu bewältigen funktioniert nicht, wenn wir die Angelegenheit aus der Komfortzone heraus analysieren und darauf warten, dass sich alles irgendwie einrenkt. Der konstruktive Umgang mit Stress bedarf der „Nabelschau“, also sich selbst im Auge behalten, erkennen, wo der eigene Anteil an den Schwierigkeiten liegt, das „Problem“ beim Schopf packen und mit der erforderlichen persönlichen Veränderung starten.
Nun sind wir von unserem alltäglichen Theater mit definierten Rollen, festen Überzeugungen und starren Verhaltensmustern beim Thema Stress gelandet. Das ist kein Zufall, denn all die angesprochenen Punkte stehen miteinander in enger Verbindung. Egal was uns im Leben widerfährt – wir sind es, die es in unser Leben ziehen. Wir sind keine von unserer Umwelt getrennten Wesen, auch wenn wir noch so sehr auf unsere Individualität pochen. Martin hat in seinem Teil dieses Buches das Thema Ganzheitlichkeit und Holistik ausführlich erörtert. Dass es sich dabei nicht nur um einen theoretischen Ansatz handelt, wird deutlich, wenn wir die Komplexität des Lebens genauer betrachten. Bevor wir den Faden weiterspinnen daher ein kurzes Zwischenfazit: Das Umfeld, in das wir hineingeboren werden, setzt den Rahmen für die Entwicklung bestimmter Verhaltensweisen. Unsere Persönlichkeit festigt sich durch die Verwendung der immer gleichen und bewährten Strategien. Es entstehen Denkautobahnen in unserem Gehirn, auf denen sich unsere Gedanken schnell und sicher bewegen. Das hört sich doch gut an. Warum sollten wir uns dann die Mühe machen, Umwege einzuschlagen oder neue Pfade zu beschreiten? Weil wir mit unseren Fixierungen nur einen Bruchteil des Potenzials nutzen, das dem Menschen in die Wiege gelegt wird. Das ist schade, denn wer weiß, welche Geschenke das Leben für uns bereithält, wenn wir uns ihm neugierig öffnen. Blitzt da bei dir der Gedanke auf, dass es an der einen oder anderen Stelle doch erstrebenswert wäre, etwas Neues zu probieren, anders zu denken oder zu agieren? Es ist nicht sicher, ob der Schritt leicht gelingt oder schwerfällt. Aber es ist lohnenswert, es zu probieren und sich immer wieder neu zu erfinden.
1. Was kannst du aktuell konkret tun, um deine Komfortzone zu verlassen und eine wichtige Lernerfahrung zu machen?
2. Welche Vorteile bringt die Veränderung deines Verhaltens/Denkens in diesem Zusammenhang voraussichtlich mit sich?
Der Modezar Karl Lagerfeld sagte einmal „Morgen bin ich schon ein ganz anderer Mensch“ und bringt damit das zum Ausdruck, was ich mit Wandel der Persönlichkeit meine. Wir alle können und dürfen uns täglich neu erfinden. Es steht uns frei zu entscheiden, uns jederzeit zu verändern und morgen ein(e) ganz andere(r) zu sein. Das Einzige, was uns grundsätzlich davon abhält, ist unsere Angst vor der Reaktion der anderen und die eigene Verstrickung mit unseren Prägungen. Verhaltensmuster zu lockern oder zu variieren fällt uns deshalb so schwer, weil sie uns – wie lieb gewordene Erinnerungsstücke – angenehme Gefühle bescheren. Wir vertrauen uns ihnen an, weil wir daran glauben, dass wir mit ihnen unsere Bedürfnisse erfüllt bekommen und uns wohlfühlen. Dieses menschliche Phänomen erforscht auch die Wissenschaft. Verschiedene Wissenschaftszweige widmen sich der Erforschung des Zusammenhangs zwischen den Bedürfnissen der Menschen und ihrem Handeln. Zahlreiche Bedürfnistheorien unterschiedlicher Wissenschaftler, vorrangig Psychologen, liefern Hypothesen zu der Frage, was einen Menschen zu bestimmten Handlungen motiviert. Murray, Maslow, Alderfer und McClelland sind die bekanntesten Vertreter und verfolgen unterschiedliche Ansätze zur Klassifizierung menschlicher Bedürfnisse.
Henry Alexander Murray betrachtet den Menschen als aktiv handelnden Organismus. Aufgrund der Einbettung in seine Umwelt wird sein Verhalten durch Anreize von außen – Situationen und Personen – sowie durch eigene Impulse beeinflusst. Murray unterteilt in „press“ und „needs“. So bezeichnet er als „press“ positiven oder negativen Druck, der zu entsprechenden Reaktionen führt und als „needs“ die individuellen Bedürfnisse, deren möglichst vollständige Befriedigung der Antrieb ist, das Handeln, Denken und Wahrnehmen entsprechend zu organisieren. Abraham Harold Maslow entwickelte seine Bedürfnistheorie 1954 in Form einer Pyramide mit 5 Stufen. Die unterste Stufe umfasst die Bedürfnisse, die unser Überleben sichern, z.B. Nahrung, Wohnung und Wärme. Die nächste Bedürfnisstufe umfasst Sicherheit, Geborgenheit, Stabilität und Ordnung. Dem schließen sich drittens die sozialen Bedürfnisse wie Liebe, Zuwendung und Zugehörigkeit an. Stufe vier beinhaltet alle Bedürfnisse rund um Anerkennung und Wertschätzung. An der Spitze der Pyramide, wenn die Bedürfnisse der Ebenen eins bis vier befriedigt sind, regt sich unser Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Maslow interpretiert dies als Wachstumsbedürfnis. Wird es gestillt, erzeugt es einen Zuwachs an Glück, Gelassenheit und innerem Reichtum.
Clayton Paul Alderfer entwickelte Maslows Pyramide weiter und übersetzte sie in den Wirkungsbereich von Unternehmen und Organisationen. Seine „ERG-Theorie“ definiert die drei Bedürfnisklassen
• Existenzbedürfnisse (Existence)
• Beziehungsbedürfnisse (Relatedness)
• Wachstumsbedürfnisse (Growth)
Die Einteilung der Mitglieder eines Arbeitsteams in diese Kategorien hat nichts mit Schubladendenken zu tun. Es ist vielmehr eine hilfreiche Leitlinie, um Mitarbeiter ihren Stärken und Vorlieben entsprechend einsetzen zu können.
Die Theorie von David McClelland basiert ebenfalls auf den Erkenntnissen Maslows, setzt den Fokus jedoch auf das menschliche Bedürfnis, Misserfolge zu vermeiden. Davon ausgehend definiert er vier Motive, die unser Leistungsverhalten steuern:
• Leistungsmotiv – das Streben etwas zu leisten, zu erschaffen
• Machtmotiv – der Wunsch, ebenbürtig oder mächtiger zu sein als andere
• Zugehörigkeitsmotiv – dient der Erfüllung unserer sozialen Bedürfnisse
• Vermeidungsmotiv – zielt auf die Vermeidung von Ablehnung und Misserfolg
Eine intensive Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen sowie den Gefühlen, die mit Erfüllung oder Nichterfüllung verknüpft sind, findet sich auch im Werk von Marshall B. Rosenberg. Inspiriert von den Erkenntnissen seines Lehrers, des humanistisch orientierten Psychologen Carl Rogers, entwickelte er das Modell der gewaltfreien Kommunikation mit dem Ziel, das zwischenmenschliche Miteinander zu verbessern. Rosenbergs Theorie basiert darauf, dass uns das Erkennen der Zusammenhänge zwischen Beobachtung, Gefühl und Bedürfnis ermöglicht, hinderliche Verhaltensmuster aufzulösen, den Kreislauf von Angriff und Verteidigung zu durchbrechen sowie Wertschätzung und Empathie zu steigern.
Wenn es um die Erweiterung des persönlichen Handlungsspielraums geht – eines der zentralen Ansätze der Lebensmeisterei – ist die intensive und offene Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen besonders hilfreich. Auch im Coaching arbeite ich gerne mit Bedürfnisstrukturen, meist in Verbindung mit den unterschiedlichen Rollen des Klienten. Dabei verzichte ich auf die „Bedürfnis-Hierarchie“, die in einigen der Theorien zu finden ist. Viel entscheidender ist die Tatsache, dass im Grundsatz alle Menschen gleiche oder ähnliche Bedürfnisse haben. Es ist jedoch eine sehr individuelle Angelegenheit, diese zu priorisieren. Erziehung, Kultur, Lebensumfeld, Sozialstruktur, Bildungsstand, Lebensumstände, aber auch Religion und das Ausmaß der Selbstbestimmung beeinflussen die persönliche Hierarchie von Bedürfnissen. Hinzu kommt, dass Bedürfnisse auch unserem Lebenszyklus unterworfen sind und sich, entsprechend den Lebensphasen und den dazugehörigen Rollen, verändern. Dieses Buch betrachtet die Bedürfnisstrukturen, die in unserer westlichen Welt vorherrschend sind. Menschen aus anderen Kulturkreisen, aus Gesellschaften, deren Motivmuster von unserem abweicht oder Personen, die anderen Prägungen und Rollenvorstellungen unterworfen sind als wir, wählen aus dem Fundus aller menschlichen Bedürfnisse andere aus, die ihnen besonders wichtig sind. Menschen in Kriegs- oder Krisengebieten werden das Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit höher gewichten, als Bewohner von Ländern, die in Frieden leben. Wird jemand aufgrund von Lebensumständen, Geschlecht oder Religion ausgegrenzt, steigt sein Bedürfnis dazuzugehören. Wenn Gehorsam und Arbeitskraft gesellschaftlich akzeptiert, Individualisierung jedoch verpönt ist, wird diese Tatsache Auswirkung auf die Gewichtung der Bedürfnisse betroffener Gruppen haben.
Grundsätzlich definiert man ein Bedürfnis als "Verlangen nach etwas, das man zum Leben braucht“. Diese Definition bezieht sich auf den materiellen Aspekt unseres Verlangens und auf Bedürfnisse wie zum Beispiel Nahrung, Wasser, Geld, Kleidung, Wohnung, Auto und seit einiger Zeit das Smartphone. Bedürfnisse erreichen in einer hochentwickelten Gesellschaft jedoch zunehmend eine immaterielle Dimension und sind häufig auf das Beheben eines Mangels fokussiert. So streben wir zum Beispiel nach (mehr) Anerkennung, (mehr) Wertschätzung, (mehr) Respekt, (mehr) Sinn, (mehr) Liebe, (mehr) Selbstausdruck oder (mehr) Unabhängigkeit. Bedürfnisse werden neben den in den vorstehend beschriebenen Bedürfnistheorien definierten Hierarchien noch in weitere Kategorien eingeteilt:
• Individualbedürfnisse (Befriedigung durch den Menschen selbst, z.B. Nahrungsaufnahme)
• Kollektivbedürfnisse (Befriedigung durch eine Gruppe/Gemeinschaft, z.B. Zugehörigkeit)
• Dringlichkeit der Befriedigung
• Grundbedürfnisse (Gesundheit, Schlaf, Wohnung)
• Existenzbedürfnisse (Wasser, Luft, Arbeit)
• Luxusbedürfnisse (Schmuck, Auto, Eigenheim)
• Kulturbedürfnisse (Bildung, Kunst, Kreativität)
• Grad der Bewusstheit
• Offene Bedürfnisse, die uns bekannt sind
• Latente Bedürfnisse, die unterdrückt oder erst noch geweckt werden
1. Welche Bedürfnisse spielen in deinem Leben die Hauptrolle?
2. Durch welche Erfahrungen sind diese Bedürfnisse entstanden und gewachsen?
Psychologen bezeichnen ein Bedürfnis als eine „zeitstabile Disposition“ und meinen damit eine Persönlichkeitseigenschaft, die durch bestimmte Auslöser (Trigger) aktiviert wird. Das mit einem unserer Bedürfnisse einhergehende Verlangen ist auf ein bestimmtes Ziel (Erfüllung) ausgerichtet. Wir haben (in unserer Persönlichkeit verankerte) Motive und die entsprechende Motivation, etwas zu erreichen oder zu bekommen.
Betrachten wir das Thema Bedürfnisse noch etwas tiefer. Mit Blick auf unseren Lebensstandard können wir davon ausgehen, dass die Segnungen der westlichen Zivilisation die Befriedigung unserer grundlegenden Bedürfnisse (wie komfortabel oder unzureichend ist nicht Gegenstand meiner Betrachtungen) sicherstellen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt in abgeschlossenen Räumen, hat Zugang zu Nahrungsmitteln, Bildung und medizinischer Versorgung und grundsätzlich die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Menschen. Luft und Wasser stehen uns ausreichend (wenn auch nicht überall in guter Qualität) zur Verfügung. Unser Gesundheitswesen gilt als perfekt und kostet uns ein Vermögen. Dass ein Großteil davon für chronische Erkrankungen aufgewendet wird, zu denen man auch die stressbedingten Erkrankungen rechnet, zeigt auf, wie anstrengend wir unser Leben trotz aller Annehmlichkeiten doch empfinden. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Befriedigung unserer Grundbedürfnisse ein Leichtes ist, jedenfalls dann, wenn wir ein Alter erreicht haben, in dem wir für uns selbst sorgen können. Somit wäre spätestens ab dem Eintritt ins Berufsleben der Weg frei, uns der Erfüllung von „höhergelagerten“ Bedürfnissen zu widmen. Doch kann es passieren, dass wir weit in unser Erwachsenenleben hinein, auf der Ebene der Grundbedürfnisse hängen bleiben. Ursache hierfür sind tief in unserer Persönlichkeit verankerte Überzeugungen, die bereits in (früher) Kindheit entstehen. Speichern wir einen Mangel (aus Kindheitstagen) als Tatsache ab, bleibt die Motivation bestehen, das, was wir begehren, in ausreichender Menge zu bekommen. Wenn ein kleines Kind nicht ausreichend mit Nahrung oder nicht mit der für sein Wachstum förderlichen Nahrung, nicht mit der erforderlichen Zuwendung und Liebe, nicht mit ausreichender Aufmerksamkeit oder nicht mit dem Gefühl der Sicherheit versorgt wird, verspürt es einen Mangel. Es speichert den Mangel in seinem Erfahrungsgedächtnis, womöglich selbst dann noch, wenn sich seine Lebensumstände bereits geändert haben. Ein Mensch mit einem Mangelbewusstsein für Nahrung wird immer, wenn es um Essen oder den Zugang zu Nahrung geht, Reaktionen zeigen, die aus dem erlebten Mangel resultieren. Das könnte beispielsweise zu folgenden Reaktionen führen: sich den Teller extrem vollladen, als erster am Büfett anstehen oder neidisch auf den Teller der anderen schielen. Erst wenn diesem Menschen bewusst wird, dass er nicht mehr das auf die Eltern angewiesene kleine Kind ist, sondern sich selbst Lebensmittel in gewünschte Menge und Zusammensetzung besorgen kann, ist er frei um sich auf der Bedürfnispyramide weiterzuentwickeln. Prägende Erlebnisse aus der Kindheit können uns das Leben auch noch im Erwachsenenalter erschweren. Die Herausforderung besteht darin, sich die Mechanismen bewusst zu machen und konstruktiv aufzuarbeiten. Erst dann haben wir die Möglichkeit unsere Verhaltensweisen zu modifizieren oder bei Bedarf durch andere, für die aktuelle Lebenssituation passendere, zu ersetzen.
Neben dem Anhaften an grundlegenden Bedürfnissen ist es auch denkbar, dass ein „Mustermensch“ sich auf der Bedürfnispyramide schon weit nach oben bewegt hat. Gute Ausbildung, beruflicher Erfolg, Reisen und Abenteuer und ein hohes Maß an Selbstbestimmung kennzeichnen seinen Lebensweg. Er hat sich hohe Ziele gesteckt, doch dann treten Ereignisse ein, die unseren Menschen auf dem Weg durch die Bedürfnishierarchie zurückwerfen. Eine Krise, die dafür sorgt, dass er beruflich kürzertreten muss. Die Karriere und das bisher fürstliche Gehalt rücken in weite Ferne. Eine Erkrankung befördert Bedürfnisse wie Gesundheit und das Aufgehobensein in der Familie in den Fokus. Jede Veränderung der Lebenssituation (Kinder werden geboren, Eltern pflegebedürftig, Partner krank) kann unsere Konzentration ganz plötzlich auf einen anderen Bedürfnisschwerpunkt richten. Die Motivation richtet sich weg vom Streben nach Selbstverwirklichung und hin zu Bedürfnissen wie Gesundheit, Familie, Gemeinschaft, Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit. Wird die Krise erfolgreich gemeistert oder eine bestimmte Lebensphase beendet, kann der Mensch wieder in das Karussell der Bedürfnisse einsteigen und sich neue erstrebenswerte auswählen. Dieser Wandel der Bedürfnisstruktur wäre der normale Kreislauf des Lebens, dem wir jedoch selten folgen (können). So ist es häufig bei Frauen zu beobachten, dass sie sich mit Erfüllung des Kinderwunsches auf der Bedürfnisskala temporär nach „unten“ orientieren. Sind die Kinder erst in der Schule oder aus dem Haus, wollen sie wieder da ansetzen, wo sie bei der Geburt des Nachwuchses aufgehört haben. Leider lassen sich diese Hoffnungen (bislang) nur in seltenen Fällen realisieren. Zwar schallt der Ruf nach qualifiziertem und motiviertem Personal immer lauter, doch ist das Bedürfnis der Unternehmen noch nicht so ausgeprägt, dass man Frauen den Wiedereinstieg in den Karrierepfad nach der Babypause erleichtert. Doch genau an diesem Punkt stellt sich die Frage nach der Verantwortung für unsere Bedürfnisse, die wachsen und sich mit uns verändern, auch wenn wir mit einigen von ihnen stärker identifiziert sind als mit anderen. Mit dem Bedürfniskonzept des Ökonomen Manfred Max-Neef komme ich noch einmal auf die wissenschaftlichen Theorien zurück. Max-Neef bezeichnet Bedürfnisse als individuelle und kollektive Potenziale und geht davon aus, dass sie sich in acht Wertekategorien einteilen lassen:
1. Lebensunterhalt
2. Schutz
3. Zuwendung
4. Verständnis
5. Teilhabe
6. Muße
7. Kreativität
8. Identität
9. Freiheit
Max-Neefs Modell basiert auf der Annahme, dass sich unsere Bedürfnisse in Abhängigkeit zur Evolution der Menschheit ausgeprägt haben. Demnach gibt es welche, die schon früh in der Menschheitsgeschichte entstanden sind und es gibt „jüngere“ Bedürfnisse, wie etwa Identität oder Freiheit. Mit fortschreitender Entwicklung unserer Gesellschaft, entwickeln sich auch unsere Bedürfnisse. So könnte man laut Max-Neef die Liste um ein zehntes Bedürfnis „Transzendenz“ erweitern. Bedürfnisbefriedigung ist für ihn ein dynamischer Prozess, beeinflusst durch Umwelt, Mensch und Technologie. Wenn wir nun über die Befriedigung unserer Bedürfnisse reflektieren, kommen wir schnell an den Punkt, jemanden dafür verantwortlich zu machen. Grundsätzlich spielt sich die Bedürfnisbefriedigung in der Beziehung zu uns selbst, zu unserer Mitwelt (Mitmenschen) und zur Umwelt ab. Luft und Wasser beziehen wir aus der Umwelt, jedoch beeinflussen wir und unsere Mitwelt deren Qualität ganz erheblich. Unseren Lebensunterhalt verdienen wir uns in Abhängigkeit davon was wir gelernt haben, was wir können oder was wir zu leisten bereit sind. Unser Angebot muss jedoch bei unserer Mitwelt (Arbeitgeber, Vorgesetzte) auf Interesse stoßen. Wir stehen in unmittelbarer Beziehung zu all dem, was uns umgibt. Hinsichtlich unserer Bedürfnisse ist es wichtig, sie zu kennen und zu verstehen, sich jedoch auch der Tatsache bewusst zu sein, dass – sind wir erst erwachsen – niemand außer uns selbst für deren Befriedigung verantwortlich ist. Das ist ein ganz entscheidender Punkt, daher wiederhole ich: Nur du selbst bist für die Befriedigung deiner Bedürfnisse verantwortlich! So wie wir auf die Frage, wer oder was uns stresst, schnell einen Übeltäter ausgemacht haben, so verhält es sich auch mit den Bedürfnissen. Immer gäbe es jemanden, der doch bitte dafür sorgen soll, dass sie erfüllt werden und wir uns gut fühlen. In Frage kommen viele, aber in erster Linie denken wir an den Partner, die Familie, den Chef, die Freundin, den Nachbarn, die Kollegin, den Ausbilder etc. Je enger die Beziehung zu einem Menschen ist, desto schneller sind wir bereit anzunehmen, dass er ohne unser Zutun unsere Bedürfnisse erkennt und alles daransetzt, sie zu stillen. Wie im Märchen hoffen wir auf die gute Fee oder den Zauberer, um uns drei oder mehr Wünsche zu erfüllen. Und genau da fangen unsere Probleme an, denn selbst wenn wir darüber reden was wir gerne hätten, äußern wir dies selten als Bedürfnis, sondern meist als Wunsch. Kommunikation bedeutet, Reize auszusenden und zu empfangen. Senden und Empfang sind unabdingbar von den Erfahrungen, Überzeugungen, Werten, Befürchtungen der jeweiligen Person beeinflusst. Hinzu kommt, dass Kommunikation eine Sach- und eine Beziehungsebene umfasst. Das lässt viel Spielraum dafür, aneinander vorbeizureden. Statt Bedürfnisse und Emotionen offenzulegen, transformieren wir diese Informationen in ein handliches Paket auf der Sachebene. Wir äußern Wünsche, die den (von uns angestrebten) Weg zur Erfüllung unseres Bedürfnisses enthalten. Damit engen wir unsere Gesprächspartner ein und lassen ihnen keine Wahlmöglichkeit. Wollen oder können sie sich unseren Vorstellungen nicht beugen, haben sie dann nur die Möglichkeit NEIN zu sagen. In der Folge sehen sie sich mit unseren Vorwürfen, unserem Opferdasein, unserem Schweigen, unserem Beleidigtsein oder unserer Wut konfrontiert. Unter Umständen ringen wir ihnen damit eine Kehrtwendung zu Gunsten unserer Bedürfniserfüllung ab. Von einem Austausch auf Augenhöhe ist dies jedoch weit entfernt. Vielmehr generieren wir Gewinner und Verlierer. Unter diese Kategorie fällt auch das klischeehafte Blumenbeispiel: Wenn du mich liebst, schenkst du mir Blumen. Schenkst du mir Blumen nur dann, wenn ich dich daran erinnere, will ich sie nicht. Ein Gespräch unter Erwachsenen könnte auch so verlaufen:
Partner A: Ich bin etwas traurig, weil ich in letzter Zeit wenig Aufmerksamkeit von dir bekommen habe. Da du mir wichtig bist, ist es mir ein Bedürfnis, mich deiner Zuneigung zu versichern....
Partner B: Ja, in den vergangenen Wochen hat ein Projekt meine ganze Aufmerksamkeit gefordert. Lass uns überlegen, wie ich dich meiner Zuneigung und Aufmerksamkeit versichern kann. Würdest du dich über einen Strauß deiner Lieblingsblumen freuen? Ich könnte mir auch gut vorstellen, mit dir ein Konzert zu besuchen? Oder wollen wir am Wochenende lieber ins Kino gehen?
Wenn wir aufrichtig und offen ein erkanntes Bedürfnis äußern, lässt dies Raum für Interpretation und für mehrere Wege, die zu seiner Befriedigung führen können. Die Tatsache, dass ich mir in der Teamarbeit mehr Wertschätzung wünsche, wird zunächst vielleicht fragende Gesichter hervorrufen. Wenn ich erläutere, warum mir das wichtig ist und welchen Nutzen ich sehe, dann lasse ich das Team in meinen persönlichen Lebensfilm und meine Wahrheit eintauchen. Damit ist noch keine Lösung gefunden, aber der Boden ist bereitet. Im Ergebnis könnten sich alle Teammitglieder austauschen, was sie unter Wertschätzung verstehen und wofür sie diese zu geben bereit sind bzw. diese erwarten. Es entsteht eine gemeinsame Wahrnehmung für dieses Bedürfnis, das andere eventuell teilen. Über den offenen Austausch kann es zu einem Konsens kommen, der mein Bedürfnis zufriedenstellt und den alle mittragen. Hätte ich statt des Bedürfnisses nur den Wunsch geäußert, dass sich die Kollegen bei mir bedanken sollen, wenn ich etwas für sie erledige, wäre dieses Ergebnis nicht möglich geworden. Ein aufrichtiger Dialog, der sowohl die Sach- als auch die Beziehungsebene bedient und die unterschiedlichen Wahrheiten der Beteiligten würdigt, führt dazu, dass wir unserer Bedürfnisbefriedigung einen Schritt näherkommen. Unsere Verantwortung ist es, diesen Prozess anzustoßen und eine Lösung zu finden, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt. Bedürfnisse sind nichts, was andere Menschen nicht verstehen oder nachvollziehen können. Selbst dann, wenn sie selbst dieses Bedürfnis nicht hegen. Somit erfahren wir von anderen grundsätzlich Akzeptanz, wenn wir unsere Bedürfnisse kommunizieren. Wer sollte uns auch absprechen, dass wir ein Bedürfnis danach haben
• akzeptiert zu werden
• mit Respekt behandelt zu werden
• wahrgenommen zu werden
• Spaß zu erleben
• gleichbehandelt zu werden
• Ruhe und Frieden zu finden
• in Harmonie zu leben
• unabhängig zu sein
• die eigene Kreativität zu leben
• sich sicher zu fühlen
• …
Zusammenfassend setzt sich das Karussell der Bedürfnisse zusammen aus
• Kontaktbedürfnissen
• Bedürfnissen zur Selbstbestimmung
• Sicherheitsbedürfnissen
• Bedürfnissen, die Ausgleich schaffen
