Léon Bakst und Kunstwerke - Elisabeth Ingles - E-Book

Léon Bakst und Kunstwerke E-Book

Elisabeth Ingles

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Beschreibung

Leon Bakst (1866-1924) besuchte von 1883 bis 1886 die kaiserliche Kunstakademie in St. Petersburg und begann seine Künstlerkarriere als Illustrator für Zeitschriften. Er setzte sein Studium zunächst in Paris an der Académie Julianfort, kehrte aber 1896nach St. Petersburg zurück und erlangte dort vor allem aufgrund seiner Portraits einen gewissen Bekanntheitsgrad. Zwei Jahre danach gründete Bakst gemeinsam mit Alexander Benois (1870-1960) und Serge Diaghilev (1872-129) die Gruppe Welt der Kunst(Mir Iskusstva). Nach der Jahrhundertwende debütierte er in St. Petersburgmit seinem Bühnenbild für die Eremitageund das Alexandrinsky Theater. Ab 1906 gab er Zeichenunterrichtan der Kunstschule Yelizaveta Zvantseva, an der auch Marc Chagall (1887-1985) studierte. Bakst ging 1908 erneut nach Paris, gründete dort mit Sergei Diaghilev dieBallets Russesund wurde 1911 deren künstlerischer Direktor. Seine exotischen Kreationen des Orientalismus beeinflussten für viele Jahre die Mode und die Innenarchitektur. Besonders bemerkenswert sind seine Kostüme für Diaghilev's Shéhérazade (1910) und L'Apres-midi d'un Faune(1912). Bakst ließ sich 1912, nachdem er wegen seiner jüdischen Herkunft aus der Heimat verbannt wurde,in Paris nieder. Er starb dort am 27. Dezember 1924.

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Seitenzahl: 68

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Elisabeth Ingles

Léon

Autor: Elisabeth Ingles

Übersetzung: Anja Ploch

© 2023, Parkstone Press International, New York, USA

© 2023, Confidential Concepts, worldwide, USA

© Image-Barwww.image-bar.com

Alle Rechte vorbehalten.

Das vorliegende Werk darf nicht, auch nicht in Auszügen, ohne die Genehmigung des Inhabers der weltweiten Rechte reproduziert werden. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78160-906-4

Inhalt

Biographie

Einführung

Prägende Einflüsse Jugend und früher Werdegang 1866 bis 1890

Russland und Frankreich Die Entstehung der „Welt der Kunst“1890 bis 1909

Hin zu einem farbigen Universum 1910 bis 1913

Die Graue Eminenz 1914 bis 1924

Abbildungsverzeichnis

Vorwort

„Ein wunderbar dekorativer Künstler mit großem Geschmack, grenzenloser Vorstellungskraft, ungewöhnlich kultiviert und vornehm.“

Kostümentwurf für Vaclav Nijinski im Ballett Der Nachmittag eines Fauns, 1912

Aquarell, Gouache und Gold auf Papier, auf Karton geklebt, 40 x 27 cm. Musée d’Orsay, Paris.

Biographie

1866:

Léon Bakst (ursprünglich Lev Samoilovich Rosenberg) wurde am 9. Mai 1866 in Grodno (Weißrussland) als Kind einer mittelständischen jüdischen Familie geboren.

1883-1886:

Er besuchte die kaiserliche Kunstakademie in St. Petersburg, verließ die Schule aber, nachdem er die Schulleitung mit seinem Bild Madonna Weeping Over Christ verärgerte, in dem er alle Figuren als Juden darstellte.

1886:

Er begann seine Künstlerkarriere als Illustrator für Zeitschriften.

1890:

Bakst traf Alexander Benois und reiste mit ihm regelmäßig durch europäische Länder, in denen er mit europäischen Künstlern in Kontakt kam. Er studierte in Paris an der Académie Julian gemeinsam mit vielen bemerkenswerten Künstlern, einschließlich Jean-Léon Gérôme.

1896:

Er kehrte nach St. Petersburg zurück und erlangte dort aufgrund seiner Portraits und Buchgestaltungen einen gewissen Bekanntheitsgrad.

1898:

Bakst gründete gemeinsam mit Alexander Benois und Serge Diaghilev die Gruppe Welt der Kunst (Mir Iskusstva).

1902-1903:

Er debütierte mit seinem Bühnenbild für die Eremitage und das Alexandrinsky Theater in St. Petersburg. Danach erhielt er mehrere Aufträge vom Mariinsky Theater.

1906:

Bakst gab an der Kunstschule Yelizaveta Zvantseva, an der auch Marc Chagall als Schüler war, Zeichenunterricht. Er ging aber auch nach Paris, um den russischen Teil der jährlichen Kunstausstellung im Salon d’Automne vorzubereiten.

1909:

Er ging 1908 erneut nach Frankreich, wo seine Zusammenarbeit mit Sergei Diaghilev begann. Dies führte zur Gründung der Ballets Russes.

1910:

Bakst’s brillante und exotische Kreationen beeinflussten die Mode und die Innenarchitektur für viele Jahre. Er war der wichtigste Künstler für die Einführung des Orientalismus in die Mode. Besonders bemerkenswert sind seine Kostüme für Diaghilev’s Shéhérazade (1910) und L’Après-Midi d’un faune (1912).

1911:

Diaghilev ernannte Bakst zum künstlerischen Direktor des Ballets Russes, und seine Bühnenbilder brachten ihm schnell internationalen Ruhm.

1912:

Er ließ sich 1912 in Paris nieder, nachdem er wegen seiner jüdischen Herkunft aus der Heimat verbannt wurde.

1920:

Der Herausgeber des Vogue Magazine, Conde Nast, überzeugte ihn, ein Titelblatt für die Vogue zu zeichnen.

1924:

Er starb im Alter von 58 Jahren am 27. Dezember in Paris.

Empfang des Admirals Awelan in Paris, 1893-1900

Öl auf Leinwand. Central Naval Museum, St. Petersburg

Einführung

Das Leben in Russland unterlag zwischen 1870 und 1917 einer unglaublichen Folge von Umwälzungen. Eine beträchtliche Anzahl unterschiedlichster Faktoren trug zur Unruhe dieser Periode bei - nicht nur in den kulturellen Entwicklungen, sondern auch in der politischen Arena. Die Tendenzen des Wandels wurden einerseits durch die zeitgenössische Literatur angeregt, sie spiegelte andererseits aber ebenso die Veränderungen wider. Die russischen Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski (1821 bis 1881) und Iwan S. Turgenjew (1818 bis 1883) übten an den sozialen Ungerechtigkeiten ihrer Zeit umfassende Kritik. Der Erzähler und Essayist Maxim Gorki (1868 bis 1936) nahm sich des wachsenden revolutionären Eifers der Jahrhundertwende an und ein von ihm im Jahr 1901 verfasstes Gedicht lieferte einen anfeuernden Aufruf für die Reformbewegung.

Die Ballettkunst, die sich seit 1738 in St. Petersburg als Folge der Bewunderung durch den Zaren, durch Peter der Große (1672 bis 1726), für die französische und italienische Kultur entwickelt hatte und später auch in Moskau Wurzeln schlug, gehörte im gesamten 19. Jahrhundert zu den populärsten Aufführungsformen.

Durch die Leistung von Choreographen wie Marius Petipa (1818 bis 1910) und Komponisten wie Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 bis 1893) – eine Partnerschaft, die für die drei unsterblichen Klassiker Schwanensee (1876), Dornröschen (1890) und Der Nussknacker (1892) verantwortlich war – erreichte sie einen neuen, glanzvollen Höhepunkt. Auch die Oper begann aus ihrem bisherigen Schattendasein hervorzutreten. Neues sprang auf das Publikum über; ein wenig davon ausgenommen war vielleicht Tschaikowskis die Gemüter heftig erregender Opern-Essay im Übernatürlichen, die Pique Dame (1890).

Der Ballettimpresario Sergei Diaghilew (1872 bis 1929) aber war dabei, dies alles zu verändern. Er wollte eine unbegrenzte Anzahl verschiedenster Talente zusammenzubringen, um zu sehen, was passieren würde. Gemeinsam mit den anderen Mitbegründern der Mir Iskusstwa („Welt der Kunst“) zog er Künstler, Sänger, Tänzer und Musiker, deren Namen später für Farbe, Glanz und Aufregung sowie für den Empörungswert einer radikalen neuen Annäherung an die Kunst stehen sollten, in ihren Bannkreis. Diaghilews Ballets Russes – der unmittelbare Ableger dieser künstlerischen Gruppierung – war ebenso der Schaukasten für die Genialität der Maler und Bühnenbildner Léon Bakst (1866 bis 1924), Alexander Benois (1870 bis 1960) und des spanischen Malers und Bildhauers Pablo Picasso (1881 bis 1973) wie auch für die Komponisten Joseph Maurice Ravel (1875 bis 1937), Manuel de Falla (1876 bis 1946), Claude Debussy (1862 bis 1918) und Igor Strawinsky (1882 bis 1971) oder des Tänzers und Choreographen Michail Fokin (1880 bis 1942) sowie der Tänzerinnen Anna Pawlowa (1881 bis 1931), Tamara Karsawina (1885 bis 1978) und des Tänzers Vaclav Nijinski (1889 bis 1950).

Bakst fügt sich in diese unvergleichliche Namensliste mühelos ein.

Bildnis Walter Nuwel, 1895

Aquarell auf Papier, auf Karton geklebt, 57 x 44,2 cm. Russisches Museum, St. Petersburg

Bildnis Alexandre Benois, 1898

Aquarell und Pastell auf Papier, auf Karton geklebt, 64,5 x 110,3 cm. Russisches Museum, St. Petersburg

Puppenbasar, 1899

Plakatentwurf, Pastell auf Karton, 72 x 98 cm. Russisches Museum, St. Petersburg

Die Chinesin, ca. 1900

Aus der Folge von 12 Postkarten des Balletts Puppenfee. Editions de la commune Sainte Eglise

Siamesischer Sakraler Tanz, 1901

Tretyakov Galerie, Moskau

Prägende Einflüsse Jugend und früher Werdegang 1866 bis 1890

Bakst stammte aus einer recht wohlhabenden, bürgerlichen jüdischen Familie – sein Vater war ein erfolgreicher Geschäftsmann und sein Großvater hatte als Schneider ein sehr gutes Einkommen. Der Junge Lew Samoilowitsch Rosenberg wurde am 9. Mai 1866 in dem heute zu Weißrussland gehörenden Grodno geboren. Als er einige Monate alt war, zog die Familie in die damalige russische Hauptstadt St. Petersburg, und diese im Norden Russlands gelegene Stadt wurde dann für beinahe 30 Jahre seine Heimat.

Als er alt genug war, wurde Bakst von seinen Eltern ins Theater mitgenommen und sog jede Kleinigkeit dieser wundervollen Scheinwelt in sich auf. Ohne Zweifel wurden seine eigenen kindlichen Aufführungen auch von den Bühnenstücken, die er sah, angetrieben – und sicherlich wurden die Darbietungen zu Hause immer ausgefeilter und anspruchsvoller.

Bakst beharrte so lange hartnäckig darauf, Kunst studieren zu wollen, bis schließlich der elterliche Widerstand bröckelte, nachdem sie die Meinung des Bildhauers Mark Antokolski - einer Leitfigur unter den Wanderern - hörten, dass Lew durchaus imstande sei, Arbeiten von hoher Qualität zu produzieren. Mit 17 Jahren schrieb sich der junge Bakst in der Akademie ein, einer Einrichtung, mit der es aber unglücklicherweise bereits rapide abwärts ging und die den strahlenden Talenten jener Tage nur wenig zu bieten hatte. Bakst war dort nicht unbedingt erfolgreich – im Gegenteil. Er zeigte keine spezielle Vorliebe für irgendeines der wesentlichen Hauptfächer: Geschichte, Religion oder Lebensstudien interessierten ihn einfach nicht und dies machte sich auch bemerkbar.

Er scheiterte auf jedem Gebiet und erschöpfte schließlich die Geduld seiner Lehrer, als er eine insgesamt zu realistische Darstellung eines religiösen Themas anfertigte. DieBeweinung Christi portraitierte Maria als eine alte Frau mit verweinten roten Augen, und andere Figuren wurden mit deutlich erkennbaren jüdischen Zügen wiedergegeben. Wo wir heute wahrscheinlich Beifall spenden würden, war dies für die vielleicht engstirnige und rassisch voreingenommene, sicher aber zutiefst konventionelle Akademie in den 1880er Jahren zu viel.

Kostümentwurf einer Jägernymphe für das Ballett Sylvia, 1901