Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Angst | Sture Böcke | Stinkböcke | Solidarität | Geschenke | Beförderungen | Menschlichkeit | Rassenhass | Das Gewissen von Zürich | Gott und Kaiser | Postcheckkonto 10-15000 Lausanne | Die Stimme des Propheten | Volksverdummung | Allerheiligen | Die Swissair: ein Sonderfall? | Auf den Müllhaufen der Geschichte! | Was ist das für ein Land? | In die Startlöcher, Urnerinnen und Urner! | Gipfeli aus Tschechien | Ein Tag in Altdorf | Wovon träumt ein Kind? Wovon träumen Erwachsene? | Der Shareholder's Value und die Soziale Frage | Ist der Geist vom Rütli tot? | Von der Angst, anders zu sein | Taschentücher für geheuchelte Tränen | Kasperli will nach Bern | Schweigen und Leugnen | Ausgesteuert! | Asterix und Obelix | Die vergessenen Kinder | Meine Sehnsucht nach dem Schnee der Berge | Islamisierung des Christentums | Eine nationale Schande | Solidarität mit Griechenland | Wieso lassen wir das zu? | Ursache und Wirkung | Gedanken zu einem neuen Steuersystem | Herz oder Rechenschieber | Abweichler braucht das Land! | Geht erhobenen Hauptes durch die Welt! | Alex und sein Mäuschen | ...
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Ebenfalls von Jonas Bühler
Herbstblut
Fluch der Macht
Die letzte Reise des Propheten
… und von Enrico Lusser
Brennender Sand
Beirut sehen und sterben
Blutiger Herbst
Die Erben von Atlantis
Angst
Sture Böcke
„Stinkböcke“
„Stinkböcke“
Zum Leserbrief „Stinkböcke“ von Jonas Bühler, Flüelen, im „Urner Wochenblatt“ vom Samstag, 20. Juni 1987
Solidarität
Geschenke
Beförderungen
Menschlichkeit
Rassenhass
Das Gewissen von Zürich
Gott und Kaiser
Postcheckkonto 10-15000 Lausanne
Neat, EWR und EG
Die Stimme des Propheten
Neat, EWR und EG
Die Stimme des Propheten
EWR und EG
Volksverdummung
EWR und EG
Allerheiligen
Projekt „Alcazar“
Die Swissair: ein Sonderfall?
Europäischer Wirtschaftsraum und Europäische Union
Auf den Müllhaufen der Geschichte!
Mein Traum
Was ist das für ein Land?
Europäische Union und freier Personenverkehr
In die Startlöcher, Urnerinnen und Urner!
Unsere Wirtschaft und:
Gipfeli aus Tschechien
Staatssekretäre – wozu?
Ein Tag in Altdorf
Kinderträume und Wirklichkeit
Wovon träumt ein Kind?
Wovon träumen Erwachsene?
Der Shareholder’s Value …
… und die Soziale Frage
SVP und AUNS
Ist der Geist vom Rütli tot?
Abstimmung vom 10. Juni 2001
Von der Angst, anders zu sein
Weihnachten, Arbeitslosigkeit und das Elend in der Welt
Taschentücher für geheuchelte Tränen
Nun lächeln sie wieder!
Kasperli will nach Bern
Rolf Schweiger und das Burnout-Syndrom
Schweigen und Leugnen
Schengen und Singapore
Ausgesteuert!
Rassismus, Tierschutz und Menschenrechte
Asterix und Obelix
Strandgut der Globalisierung
Die vergessenen Kinder
Gaza. Das Blut. Die Toten. Die Verwundeten
Meine Sehnsucht nach dem Schnee der Berge
Gaza. The Blood. The Dead. The Injured
My Yearning for the Snow in the Mountains
Gedanken zu Europa aus Sicht des Nahen Ostens
Islamisierung des Christentums
Deutschland will keine Steuer-CDs mehr kaufen (Aargauer Zeitung, Mittwoch 10. August 2011)
Eine nationale Schande
„Die Griechen sind faule Sieche!“ (Arena, Freitag, 4. November 2011)
Solidarität mit Griechenland
„Bilanz“-Ranking (Aargauer Zeitung vom 2. Dezember 2011)
Wieso lassen wir das zu?
Der Fall (von) Philipp Hildebrand (verschiedene Artikel
in
der Aargauer Zeitung)
Ursache und Wirkung
Steuerdeal kostet 50 Bier-Jobs (Aargauer Zeitung, 31. August 2012)
Gedanken zu einem neuen Steuersystem
Zum Projekt für ein eigenes Alterszentrum in Würenlos
Herz oder Rechenschieber
Aargauer Zeitung vom 31.10.2013: SVP Aargau mit 117:0 gegen Initiative 1:
Abweichler braucht das Land!
Schweiz am Sonntag vom 8.12.2013: Das Potenzial der über 60-Jährigen muss besser genutzt werden
Geht erhobenen Hauptes durch die Welt!
Schweiz am Sonntag vom 8.12.2013: Alt-Regierungsrat Beyeler verteidigt Alex Hürzeler
Alex und sein Mäuschen
Aargauer Zeitung vom 20.12.2013: Unternehmenssteuerreform III – Lizenzboxen
Wir müssen es anders und einfacher machen
Aargauer Zeitung vom 18.01.2014: Diverse Artikel zur Masseneinwanderungsinitiative
Wir müssen unser Haus wieder in Ordnung bringen!
Aargauer Zeitung vom 28.02.2014: Gastbeiträge von Georg Kreis und Peter V. Kunz
Von schlechten und dummen Verlierern
Diverse az-Artikel zum Thema Terrorismus im Namen Allahs
Das Paradies zerplatzt beim Auslösen des Sprengsatzes
Diverse az-Artikel nach den Präsidentschaftswahlen in den USA
Faites vos jeux
Diverse az-Artikel zur Amtseinsetzung von Donald Trump als US-Präsident
Reality-TV in höchster Vollendung
Am Montag letzter Woche trat ich eine neue Stelle an. In einem Gebäude mit Klimaanlage. Und genau an diesem Montag arbeitete sie nicht richtig. Mein Büro war das reinste Sibirien. Am Abend war ich durchfroren. Ich nieste. Am Dienstag lief die Nase. Am Mittwoch kratzte es im Hals. Am Donnerstag schmerzten die Ohren. Am Freitag schliesslich war die Grippe unwiderruflich ausgebrochen. Ich blieb zu Hause und hütete das Bett.
Da es mir langweilig wurde, griff ich zum Telefon. Ich unterhielt mich mit Arbeitskollegen, Verwandten und Bekannten. Und was bekam ich da zu hören?
„Was, Du bist zu Hause?“
„Das ist aber auch nicht gut, schon in der ersten Woche krank zu sein!“
„Hast Du keine Angst, dass man Dir kündigt?“
Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Weswegen sollte ich Angst haben? Kann man sich eine Grippe aussuchen? Gewisse Menschen haben eine Nilpferdhaut und sind nie krank. Andere Menschen sind eben anfälliger. Da hilft alles Vorbeugen nichts. Und zu diesen Menschen gehöre auch ich. Nun hat es mich eben erwischt. Und das während der Probezeit. Warum nicht?
Ich rate jedem an, während der Probezeit eine Erkältung zu bekommen. Nur um zu sehen, wie sich der neue Arbeitgeber verhält, wenn ein Angestellter krank wird. Wer seine Arbeit beherrscht, braucht weder Probezeit noch Krankheit zu fürchten. Wenn ein Arbeitgeber unangenehm wird, nur weil man krank ist, dann taugt er sowieso nichts. Besser, man lernt ihn dann noch in der Probezeit kennen.
Mittlerweile ist es Dienstag, und ich bin immer noch zu Hause. Heute ist der erste fieberfreie Tag. Ich hätte ohne weiteres zur Arbeit gehen können, auch wenn ich mich noch etwas schwach auf den Beinen fühle und mir der Schädel surrt. Doch wozu? Nur um mich über den Tag zu quälen? Die Qualität meiner Arbeit wäre sicher auch nicht befriedigend. Ich bleibe zu Hause und sammle meine Kräfte. Ohne irgendwelche Gewissensbisse.
Angst ist ein Instrument, das die Mächtigen dieser Welt benutzen, um die Menschen bei der Stange zu halten. Es wäre vernünftiger, Angst durch Respekt zu ersetzen. Respekt vor der eigenen Arbeit und Menschlichkeit. Nur liefen dann viele Mächtige Gefahr, ohne Gefolge dazustehen.
Jonas Bühler, Flüelen
Urner Wochenblatt
Samstag, 15. November 1986
Sie sind sicher auch schon mit Zug, Bus oder Tram zur Arbeit gefahren oder von der Arbeit gekommen. Ist Ihnen da auch aufgefallen, wie wohlerzogen die Fahrgäste sind? Geredet wird kaum, und wenn, dann höchstens geflüstert. Gelacht wird schon gar nicht. Das einzige Geräusch ist das Rascheln der Zeitungen, hinter denen sich die sauren Birnen verstecken.
Ich weiss nicht, ob es auf dem Lande auch so schlimm ist, jedoch ist dies in der Nähe der Städte die Regel. Letztes Jahr hatte ich Besuch aus dem Libanon. Ich kann seinen Namen ruhig nennen. Er wird es mir verzeihen: Charles Stauffer. Ein Auslandschweizer. Und Basler. Er erzählte mir, dass ihn seine Kollegen nur die Nuss nannten. Nuss im Sinne von: Du hast nicht alle Tassen im Schrank. Bei Dir piepst’s wohl. Ich fragte ihn, wie er zu diesem Spitznamen gekommen sei, und was sagte er mir? Immer wenn er zu Besuch in der Schweiz ist – er besucht regelmässig seine Grossmutter in Basel – und mit dem Zug in der Schweiz herumfährt, setzt er sich nicht in leere Abteile, sondern sucht die Nähe von Menschen. Mit diesen sucht er ins Gespräch zu kommen:
Guten Morgen. Ich heisse Charles Stauffer und komme aus dem Libanon. Darf ich mit Ihnen plaudern?
Oh je! Und das alles auf Baseldeutsch! Kein Wunder, halten ihn da alle für eine Nuss. Denn welcher Schweizer würde sich wohl so verhalten?
Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Ich wünsche mir auf dieser Welt mehr solche Nüsse wie Charles Stauffer. Sture Böcke haben wir genug, deren Lippen mit Kleister verklebt sind und deren Blicke starr am Mitmenschen vorbei in den luftleeren Raum gehen. Glauben Sie nicht auch, dass ein paar freundliche Worte, und sei es auch nur über das Wetter, ein „Guten Morgen!“ oder ein „Auf Wiedersehen!“ den trüben Alltag auflockern können? Wie viele Menschen machen ihre Stimmung und Laune vom Wetter abhängig! Wenn es sonnig ist, sind sie lustig und voller Lebensfreude. Ziehen Wolken auf, werden sie muff und zugeknöpft. Und sollte es gar regnen und hudeln, sind sie völlig unausstehlich.
Jeder sollte ein bisschen Charles Stauffer sein und die Sonne im Herzen tragen. Zu seinem Besten und zum Besten der Menschen, mit denen er den Tag verbringt.
Jonas Bühler, Flüelen
Urner Wochenblatt
Mittwoch, 25. März 1987
Wer kennt ihn nicht, den penetranten Gestank von Arbeitskollege oder - kollegin? Man sollte glauben, dass er mit der Erfindung von Seife und Deodorant ausgestorben sei. Mitnichten! Es gibt sie noch, diese „Stinkböcke“! Sie scheinen sich sogar zu vermehren! Besonders zur warmen Jahreszeit!
Ich spreche hier nicht jene Berufsgattungen an, die zuweilen infolge körperlicher Anstrengung zwangsläufig den Geruch ihrer Arbeit annehmen. Wie Landwirte, Bauarbeiter und Reinigungspersonal. Nein! Es sind jene Gesellen, die in den Büros hocken und weiss Gott keinen Grund haben, einen derart bestialischen Gestank zu verbreiten!
Während meiner Zeit in Riyadh/Saudi Arabien hatten wir einen Libanesen beschäftigt, der jedem schweizerischen Güllenloch alle Ehre tat. Stand er im Windstrahl einer Klimaanlage, hatte man den Eindruck, man stecke selber bis zum Kinn in der Jauche.
Lustig ist es auch, die Menschen zu beobachten, die im Geruchsbereich eines solchen „Stinkbocks“ leben und arbeiten müssen. Sie fluchen zwar über ihn und reissen ihre Witze, aber alles hinter vorgehaltener Hand. Sie legen ihm vielleicht noch – anonym! – einen Raumspray aufs Pult, doch damit hat es sich. Mit der Zeit finden sie sich damit ab und werden scheinbar sogar immun.
Ich habe eine andere Methode entwickelt. Ich wurde es satt, immer die Luft anzuhalten, wenn ich mich dem Gefahrenbereich näherte. Ich gehe zu dem „Stinkbock“, sage ihm, er stinke wie ein Mistloch und mache ihm klar, dass er sich selber im Wege steht, wenn er weiter so stinkt. In den meisten Fällen hilft es. Man muss manchmal über den eigenen Schatten springen und auch Unangenehmes erledigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht nur die Umwelt, sondern auch der ehemalige „Stinkbock“ für diesen Hinweis dankbar ist. Seine eigenen Fehler sieht man meist nur, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird.
Jonas Bühler, Flüelen
Urner Wochenblatt
Samstag, 20. Juni 1987
Sehr geehrter Herr Bühler
Wir beneiden Sie beinahe, Sie haben anscheinend wirklich keine anderen Sorgen, als sich über den Körpergeruch Ihrer Mitmenschen aufzuregen. Ehrlich gesagt machen uns andere Probleme mehr Mühe, beispielsweise das allzu häufige Vorkommen von Intoleranz, Engstirnigkeit oder auch Oberflächlichkeit, mit denen wir unseren Mitmenschen begegnen. Das sind in unseren Augen zum Himmel stinkende Vorkommnisse, über deren Schatten zu springen sich wohl eher lohnen würde.
Und wenn wir gerade vom Himmel sprechen, möchten wir noch erwähnen, dass uns die Erhaltung der für unsere Erde lebenswichtigen Ozonschicht einiges mehr bedeutet als der Schweissgeruch unserer Mitmenschen. Wie ja heute wirklich allen Leuten bewusst sein sollte, sind es zu einem Grossteil die vielen Spraydosen mit den feinen, parfümierten Wässerchen, die an der Zerstörung der Ozonschicht beteiligt sind. Die wirklichen „Stinkböcke“ sind unserer Meinung nach in den „allwochenendlich“ nach Süden fahrenden Blechlawinen zu suchen.
Barbara und Uriel Berlinger, Seedorf
Urner Wochenblatt
Mittwoch, 24. Juni 1987
