Leserbriefe - Jonas Bühler - E-Book

Leserbriefe E-Book

Jonas Bühler

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Beschreibung

Angst | Sture Böcke | Stinkböcke | Solidarität | Geschenke | Beförderungen | Menschlichkeit | Rassenhass | Das Gewissen von Zürich | Gott und Kaiser | Postcheckkonto 10-15000 Lausanne | Die Stimme des Propheten | Volksverdummung | Allerheiligen | Die Swissair: ein Sonderfall? | Auf den Müllhaufen der Geschichte! | Was ist das für ein Land? | In die Startlöcher, Urnerinnen und Urner! | Gipfeli aus Tschechien | Ein Tag in Altdorf | Wovon träumt ein Kind? Wovon träumen Erwachsene? | Der Shareholder's Value und die Soziale Frage | Ist der Geist vom Rütli tot? | Von der Angst, anders zu sein | Taschentücher für geheuchelte Tränen | Kasperli will nach Bern | Schweigen und Leugnen | Ausgesteuert! | Asterix und Obelix | Die vergessenen Kinder | Meine Sehnsucht nach dem Schnee der Berge | Islamisierung des Christentums | Eine nationale Schande | Solidarität mit Griechenland | Wieso lassen wir das zu? | Ursache und Wirkung | Gedanken zu einem neuen Steuersystem | Herz oder Rechenschieber | Abweichler braucht das Land! | Geht erhobenen Hauptes durch die Welt! | Alex und sein Mäuschen | ...

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Seitenzahl: 91

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Ebenfalls von Jonas Bühler

Herbstblut

Fluch der Macht

Die letzte Reise des Propheten

… und von Enrico Lusser

Brennender Sand

Beirut sehen und sterben

Blutiger Herbst

Die Erben von Atlantis

Inhalt

Angst

Sture Böcke

„Stinkböcke“

„Stinkböcke“

Zum Leserbrief „Stinkböcke“ von Jonas Bühler, Flüelen, im „Urner Wochenblatt“ vom Samstag, 20. Juni 1987

Solidarität

Geschenke

Beförderungen

Menschlichkeit

Rassenhass

Das Gewissen von Zürich

Gott und Kaiser

Postcheckkonto 10-15000 Lausanne

Neat, EWR und EG

Die Stimme des Propheten

Neat, EWR und EG

Die Stimme des Propheten

EWR und EG

Volksverdummung

EWR und EG

Allerheiligen

Projekt „Alcazar“

Die Swissair: ein Sonderfall?

Europäischer Wirtschaftsraum und Europäische Union

Auf den Müllhaufen der Geschichte!

Mein Traum

Was ist das für ein Land?

Europäische Union und freier Personenverkehr

In die Startlöcher, Urnerinnen und Urner!

Unsere Wirtschaft und:

Gipfeli aus Tschechien

Staatssekretäre – wozu?

Ein Tag in Altdorf

Kinderträume und Wirklichkeit

Wovon träumt ein Kind?

Wovon träumen Erwachsene?

Der Shareholder’s Value …

… und die Soziale Frage

SVP und AUNS

Ist der Geist vom Rütli tot?

Abstimmung vom 10. Juni 2001

Von der Angst, anders zu sein

Weihnachten, Arbeitslosigkeit und das Elend in der Welt

Taschentücher für geheuchelte Tränen

Nun lächeln sie wieder!

Kasperli will nach Bern

Rolf Schweiger und das Burnout-Syndrom

Schweigen und Leugnen

Schengen und Singapore

Ausgesteuert!

Rassismus, Tierschutz und Menschenrechte

Asterix und Obelix

Strandgut der Globalisierung

Die vergessenen Kinder

Gaza. Das Blut. Die Toten. Die Verwundeten

Meine Sehnsucht nach dem Schnee der Berge

Gaza. The Blood. The Dead. The Injured

My Yearning for the Snow in the Mountains

Gedanken zu Europa aus Sicht des Nahen Ostens

Islamisierung des Christentums

Deutschland will keine Steuer-CDs mehr kaufen (Aargauer Zeitung, Mittwoch 10. August 2011)

Eine nationale Schande

„Die Griechen sind faule Sieche!“ (Arena, Freitag, 4. November 2011)

Solidarität mit Griechenland

„Bilanz“-Ranking (Aargauer Zeitung vom 2. Dezember 2011)

Wieso lassen wir das zu?

Der Fall (von) Philipp Hildebrand (verschiedene Artikel

in

der Aargauer Zeitung)

Ursache und Wirkung

Steuerdeal kostet 50 Bier-Jobs (Aargauer Zeitung, 31. August 2012)

Gedanken zu einem neuen Steuersystem

Zum Projekt für ein eigenes Alterszentrum in Würenlos

Herz oder Rechenschieber

Aargauer Zeitung vom 31.10.2013: SVP Aargau mit 117:0 gegen Initiative 1:

Abweichler braucht das Land!

Schweiz am Sonntag vom 8.12.2013: Das Potenzial der über 60-Jährigen muss besser genutzt werden

Geht erhobenen Hauptes durch die Welt!

Schweiz am Sonntag vom 8.12.2013: Alt-Regierungsrat Beyeler verteidigt Alex Hürzeler

Alex und sein Mäuschen

Aargauer Zeitung vom 20.12.2013: Unternehmenssteuerreform III – Lizenzboxen

Wir müssen es anders und einfacher machen

Aargauer Zeitung vom 18.01.2014: Diverse Artikel zur Masseneinwanderungsinitiative

Wir müssen unser Haus wieder in Ordnung bringen!

Aargauer Zeitung vom 28.02.2014: Gastbeiträge von Georg Kreis und Peter V. Kunz

Von schlechten und dummen Verlierern

Diverse az-Artikel zum Thema Terrorismus im Namen Allahs

Das Paradies zerplatzt beim Auslösen des Sprengsatzes

Diverse az-Artikel nach den Präsidentschaftswahlen in den USA

Faites vos jeux

Diverse az-Artikel zur Amtseinsetzung von Donald Trump als US-Präsident

Reality-TV in höchster Vollendung

Angst

Am Montag letzter Woche trat ich eine neue Stelle an. In einem Gebäude mit Klimaanlage. Und genau an diesem Montag arbeitete sie nicht richtig. Mein Büro war das reinste Sibirien. Am Abend war ich durchfroren. Ich nieste. Am Dienstag lief die Nase. Am Mittwoch kratzte es im Hals. Am Donnerstag schmerzten die Ohren. Am Freitag schliesslich war die Grippe unwiderruflich ausgebrochen. Ich blieb zu Hause und hütete das Bett.

Da es mir langweilig wurde, griff ich zum Telefon. Ich unterhielt mich mit Arbeitskollegen, Verwandten und Bekannten. Und was bekam ich da zu hören?

„Was, Du bist zu Hause?“

„Das ist aber auch nicht gut, schon in der ersten Woche krank zu sein!“

„Hast Du keine Angst, dass man Dir kündigt?“

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Weswegen sollte ich Angst haben? Kann man sich eine Grippe aussuchen? Gewisse Menschen haben eine Nilpferdhaut und sind nie krank. Andere Menschen sind eben anfälliger. Da hilft alles Vorbeugen nichts. Und zu diesen Menschen gehöre auch ich. Nun hat es mich eben erwischt. Und das während der Probezeit. Warum nicht?

Ich rate jedem an, während der Probezeit eine Erkältung zu bekommen. Nur um zu sehen, wie sich der neue Arbeitgeber verhält, wenn ein Angestellter krank wird. Wer seine Arbeit beherrscht, braucht weder Probezeit noch Krankheit zu fürchten. Wenn ein Arbeitgeber unangenehm wird, nur weil man krank ist, dann taugt er sowieso nichts. Besser, man lernt ihn dann noch in der Probezeit kennen.

Mittlerweile ist es Dienstag, und ich bin immer noch zu Hause. Heute ist der erste fieberfreie Tag. Ich hätte ohne weiteres zur Arbeit gehen können, auch wenn ich mich noch etwas schwach auf den Beinen fühle und mir der Schädel surrt. Doch wozu? Nur um mich über den Tag zu quälen? Die Qualität meiner Arbeit wäre sicher auch nicht befriedigend. Ich bleibe zu Hause und sammle meine Kräfte. Ohne irgendwelche Gewissensbisse.

Angst ist ein Instrument, das die Mächtigen dieser Welt benutzen, um die Menschen bei der Stange zu halten. Es wäre vernünftiger, Angst durch Respekt zu ersetzen. Respekt vor der eigenen Arbeit und Menschlichkeit. Nur liefen dann viele Mächtige Gefahr, ohne Gefolge dazustehen.

Jonas Bühler, Flüelen

Urner Wochenblatt

Samstag, 15. November 1986

Sture Böcke

Sie sind sicher auch schon mit Zug, Bus oder Tram zur Arbeit gefahren oder von der Arbeit gekommen. Ist Ihnen da auch aufgefallen, wie wohlerzogen die Fahrgäste sind? Geredet wird kaum, und wenn, dann höchstens geflüstert. Gelacht wird schon gar nicht. Das einzige Geräusch ist das Rascheln der Zeitungen, hinter denen sich die sauren Birnen verstecken.

Ich weiss nicht, ob es auf dem Lande auch so schlimm ist, jedoch ist dies in der Nähe der Städte die Regel. Letztes Jahr hatte ich Besuch aus dem Libanon. Ich kann seinen Namen ruhig nennen. Er wird es mir verzeihen: Charles Stauffer. Ein Auslandschweizer. Und Basler. Er erzählte mir, dass ihn seine Kollegen nur die Nuss nannten. Nuss im Sinne von: Du hast nicht alle Tassen im Schrank. Bei Dir piepst’s wohl. Ich fragte ihn, wie er zu diesem Spitznamen gekommen sei, und was sagte er mir? Immer wenn er zu Besuch in der Schweiz ist – er besucht regelmässig seine Grossmutter in Basel – und mit dem Zug in der Schweiz herumfährt, setzt er sich nicht in leere Abteile, sondern sucht die Nähe von Menschen. Mit diesen sucht er ins Gespräch zu kommen:

Guten Morgen. Ich heisse Charles Stauffer und komme aus dem Libanon. Darf ich mit Ihnen plaudern?

Oh je! Und das alles auf Baseldeutsch! Kein Wunder, halten ihn da alle für eine Nuss. Denn welcher Schweizer würde sich wohl so verhalten?

Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Ich wünsche mir auf dieser Welt mehr solche Nüsse wie Charles Stauffer. Sture Böcke haben wir genug, deren Lippen mit Kleister verklebt sind und deren Blicke starr am Mitmenschen vorbei in den luftleeren Raum gehen. Glauben Sie nicht auch, dass ein paar freundliche Worte, und sei es auch nur über das Wetter, ein „Guten Morgen!“ oder ein „Auf Wiedersehen!“ den trüben Alltag auflockern können? Wie viele Menschen machen ihre Stimmung und Laune vom Wetter abhängig! Wenn es sonnig ist, sind sie lustig und voller Lebensfreude. Ziehen Wolken auf, werden sie muff und zugeknöpft. Und sollte es gar regnen und hudeln, sind sie völlig unausstehlich.

Jeder sollte ein bisschen Charles Stauffer sein und die Sonne im Herzen tragen. Zu seinem Besten und zum Besten der Menschen, mit denen er den Tag verbringt.

Jonas Bühler, Flüelen

Urner Wochenblatt

Mittwoch, 25. März 1987

„Stinkböcke“

Wer kennt ihn nicht, den penetranten Gestank von Arbeitskollege oder - kollegin? Man sollte glauben, dass er mit der Erfindung von Seife und Deodorant ausgestorben sei. Mitnichten! Es gibt sie noch, diese „Stinkböcke“! Sie scheinen sich sogar zu vermehren! Besonders zur warmen Jahreszeit!

Ich spreche hier nicht jene Berufsgattungen an, die zuweilen infolge körperlicher Anstrengung zwangsläufig den Geruch ihrer Arbeit annehmen. Wie Landwirte, Bauarbeiter und Reinigungspersonal. Nein! Es sind jene Gesellen, die in den Büros hocken und weiss Gott keinen Grund haben, einen derart bestialischen Gestank zu verbreiten!

Während meiner Zeit in Riyadh/Saudi Arabien hatten wir einen Libanesen beschäftigt, der jedem schweizerischen Güllenloch alle Ehre tat. Stand er im Windstrahl einer Klimaanlage, hatte man den Eindruck, man stecke selber bis zum Kinn in der Jauche.

Lustig ist es auch, die Menschen zu beobachten, die im Geruchsbereich eines solchen „Stinkbocks“ leben und arbeiten müssen. Sie fluchen zwar über ihn und reissen ihre Witze, aber alles hinter vorgehaltener Hand. Sie legen ihm vielleicht noch – anonym! – einen Raumspray aufs Pult, doch damit hat es sich. Mit der Zeit finden sie sich damit ab und werden scheinbar sogar immun.

Ich habe eine andere Methode entwickelt. Ich wurde es satt, immer die Luft anzuhalten, wenn ich mich dem Gefahrenbereich näherte. Ich gehe zu dem „Stinkbock“, sage ihm, er stinke wie ein Mistloch und mache ihm klar, dass er sich selber im Wege steht, wenn er weiter so stinkt. In den meisten Fällen hilft es. Man muss manchmal über den eigenen Schatten springen und auch Unangenehmes erledigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht nur die Umwelt, sondern auch der ehemalige „Stinkbock“ für diesen Hinweis dankbar ist. Seine eigenen Fehler sieht man meist nur, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird.

Jonas Bühler, Flüelen

Urner Wochenblatt

Samstag, 20. Juni 1987

„Stinkböcke“

Zum Leserbrief „Stinkböcke“ von Jonas Bühler, Flüelen, im „Urner Wochenblatt“ vom Samstag, 20. Juni 1987.

Sehr geehrter Herr Bühler

Wir beneiden Sie beinahe, Sie haben anscheinend wirklich keine anderen Sorgen, als sich über den Körpergeruch Ihrer Mitmenschen aufzuregen. Ehrlich gesagt machen uns andere Probleme mehr Mühe, beispielsweise das allzu häufige Vorkommen von Intoleranz, Engstirnigkeit oder auch Oberflächlichkeit, mit denen wir unseren Mitmenschen begegnen. Das sind in unseren Augen zum Himmel stinkende Vorkommnisse, über deren Schatten zu springen sich wohl eher lohnen würde.

Und wenn wir gerade vom Himmel sprechen, möchten wir noch erwähnen, dass uns die Erhaltung der für unsere Erde lebenswichtigen Ozonschicht einiges mehr bedeutet als der Schweissgeruch unserer Mitmenschen. Wie ja heute wirklich allen Leuten bewusst sein sollte, sind es zu einem Grossteil die vielen Spraydosen mit den feinen, parfümierten Wässerchen, die an der Zerstörung der Ozonschicht beteiligt sind. Die wirklichen „Stinkböcke“ sind unserer Meinung nach in den „allwochenendlich“ nach Süden fahrenden Blechlawinen zu suchen.

Barbara und Uriel Berlinger, Seedorf

Urner Wochenblatt

Mittwoch, 24. Juni 1987

Solidarität