Liebe heute - Sophie Hellinger - E-Book

Liebe heute E-Book

Sophie Hellinger

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Beschreibung

Mit diesem Buch hat Sophie Hellinger eine unverzichtbare Anleitung zu einer harmonischen Partnerschaft geschaffen. Der größte Wunsch eines jeden Menschen ist eine erfüllte Paarbeziehung. Doch vieles, was vielversprechend und reizvoll begann, hat sich in Laufe der Zeit um 180 Grad gedreht. Von der Schönheit und Erfüllung der Beziehung ist kaum etwas übriggeblieben. In diesem Buch beschreibt Sophie Hellinger eindrucksvoll und für jeden leicht nachvollziehbar die verschiedenen schwerwiegenden Hintergründe solcher Situationen. Gleichzeitig erklärt sie, wie sich der größte Wunsch, lieben und geliebt zu werden, erfüllen kann. Sie zeigt auf, wie mit Hilfe des Original Hellinger Familienstellens die Ursachen für Konflikte in einer Paarbeziehung ans Licht gebracht werden und sich häufig lösen lassen.

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Seitenzahl: 338

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Was wir uns alle wünschen

Nach welchen Kriterien entscheidet man sich für eine Person?

Sicherheit und Status

II. Wie eine Original Hellinger® Familienaufstellung das eigene Leben und die Paarbeziehung verbessert

Wunsch nach mehr

Der Echo-Effekt

100 Prozent geben

Die Kraft des Unterbewusstseins

Das Gesetz der Resonanz

Worum geht es wirklich in einer Paarbeziehung?

Freud und Leid in der Liebe

Wozu dient eine Beziehung überhaupt?

III. Mann und Frau

Das Kind in uns

Sehnsucht nach Freiheit und Liebe

Mann und Frau damals und heute

IV. Die Bedeutung der Kommunikation

Was ist das Wichtigste in einer Beziehung?

V. Das Setzen von Prioritäten

Eine Aufstellung als Beispiel:

VI. Die Beziehungssucht

VII. Sexualität

Beziehung im Austausch

Intimität

Meditation:

VIII. Die Zugehörigkeit

Die Familie

Aufstellung: Der vermisste Vater

IX. Animus und Anima

Die Frau folgt dem Mann

X. Die Bedeutung der Mutter für die Paarbeziehung

Aufstellung: Die Bedeutung der Mutter:

Aufstellung: Partner als Mutterersatz

Aufstellung: Wir drei sind eins

Die Bedeutung der Mutter für den Mann

XI. Die Bedeutung des Vaters für die Paarbeziehung

Aufstellung: Die Suche nach dem Vater

Aufstellung: Töchter heiraten ihre Väter

Aufstellung: Zustimmung des Vaters

Aufstellung: Suche nach dem Vater

XII. Das Vertreten von Opfer und Täter

Aufstellung:

XIII. Die Wirkung von Kindern

XIV. Neues wagen

Die Gewohnheit

Die Beobachtung

Das Beobachten beim Familienstellen

Das Neue, die Veränderung

XV. Selbsterkenntnis

Übung:

Erfahrung

Erkenntnis

XVI. Nicht verurteilen, nicht bewerten

Alles ist gleichwertig

XVII. Das Vertrauen

Übung

Die Wirkung der Dankbarkeit

Die Heirat

XVIII. Das Fremdgehen

Aufstellung: Fremdgehen des Ehemanns

XIX. Der Ausgleich

XX. Die Abtreibung

XXI. Die Trennung

Liebevolle Trennung

Mit Ende beginnt

Feld-Felder

Gefühl

Gewissen

Liebe

Ordnungen der Liebe

Phänomenologische Vorgehensweise

System

Unterbrochene Hinbewegung

Verschiebung

Doppelte Verschiebung

Verstrickung

XXII. Bibliographie

Bücher von Sophie Hellinger

Bücher von Bert Hellinger

XXIII. Adressen

Vorwort

Über welches Thema hast du in deinem Leben am meisten gesprochen? War es der Weltfrieden oder die gerechte Verteilung der Ressourcen? Ich glaube kaum. Die Antwort dürfte – Hand aufs Herz – wohl lauten: Am meisten wurde über Beziehungen gesprochen. Über die eigene Paarbeziehung, über die von Freunden und Bekannten und sogar die von Menschen, die man überhaupt nicht kannte und wohl auch niemals kennenlernen dürfte. So sind wir sogar oft bestens informiert über die wechselnden Partner oder das neueste Liebesglück so mancher Stars und Sternchen. Zeitschriften und TV-Berichte stillen unseren Hunger nach Nachrichten aus der Welt, die uns am meisten berührt: Es ist die Welt der Liebe.

Obwohl wir uns so intensiv mit dem Thema Partnerschaft beschäftigen, versagen wir immer wieder, wenn es um unser eigenes Glück geht. So liegt beispielsweise die Scheidungsrate in Europa bei 40 Prozent. In meinem eigenen Umfeld finden sich mehr gescheiterte Beziehungen als über Jahre oder Jahrzehnte bestehende Verbindungen. Und auch ich selbst blicke auf zwei gescheiterte Ehen zurück. Erst meine dritte Ehe, die mit Bert Hellinger, kann ich als das bezeichnen, was sich im Prinzip jeder wünscht: Eine glückliche, von Respekt, Verlässlichkeit und Verständnis getragene innige, spirituelle Liebesbeziehung.

Was war der Grund für diese gelungene Beziehung? Ganz einfach: Ich hatte durch meine Beschäftigung mit den Erkenntnissen Bert Hellingers die Bedeutung der Ordnungen der Liebe - auch in der Paarbeziehung - erkannt. Die Ordnungen der Liebe sind Lebensbasisgesetze, deren Befolgung für das Gelingen oder Scheitern jeder Beziehungentscheidend sind. Außerdem war ich mit dem Mann verheiratet, der diese universell geltenden Gesetze erkannt hatte und sie konsequent in allen Bereichen befolgte. Das waren die besten Voraussetzungen für Wachstum und für eine glückliche Paarbeziehung. So erlebte und erkannte ich in meiner Ehe mit Bert Hellinger, was den Unterschied zu meinen früheren Beziehungen und meinen beiden gescheiterten Ehen ausmachte.

Die Erkenntnisse aus meinen persönlichen Erfahrungen sind mein Motor für dieses Buch. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, möglichst vielen Menschen zu zeigen, wie die Ordnungen der Liebe in der Paarbeziehung umgesetzt werden können. Je mehr Menschen um diese in Partnerschaften geltenden Lebensbasisprinzipien wissen, desto weniger Herzen werden gebrochen, desto weniger Tränen fließen und desto weniger Kinder werden unter der Trennung ihrer Eltern leiden.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich jedem, der dieses Buch liest, eine Anleitung für persönliches Wachstum und zu einer glücklichen, erfüllten Partnerschaft geben kann. Ich wünsche sie jedem einzelnen Leser von ganzem Herzen.

I. Was wir uns alle wünschen

Bei meiner jahrelangen, weltweiten Arbeit mit Menschen konnte ich Folgendes beobachten: Alle Menschen, ganz gleichgültig welcher Hautfarbe, Religion oder Nationalität, haben die gleichen Wünsche:

Lieben und geliebt werden

Gesund sein und bleiben

Arbeit haben

In Frieden leben

In diesem Buch kann jeder nachvollziehen, dass es schwerwiegende Hintergründe für die Nichterfüllung dieser Wünsche gibt. Ich spüre die Einflüsse im Hintergrund auf. Gleichzeitig erkläre ich verständlich meine jahrelang gewonnenen Erkenntnisse und beschreibe Wege, wie sich der größte Wunsch „Lieben und geliebt werden“ erfüllen kann. Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe und auch nach einer innigen, dauerhaften Beziehung.

Wenn ein Mann einer Frau sagen kann „ich liebe dich“ und eine Frau einem Mann sagen kann „ich liebe dich“, dann fühlen wir uns fraglos in den Himmel gehoben. Viele von uns haben das schon einmal oder sogar mehrfach erlebt. Genauso habe ich vermehrt Personen getroffen, die ihre Erfüllung noch nicht gefunden hatten und noch nie verliebt waren.

Wie konnte es dennoch sein, dass so eine Liebe sich nicht erfüllte und nicht ein Leben lang blieb? Wie kann es sein, dass sich der Traum vom Glück wie Wolken am Himmel verflüchtigt? Ein erfülltes Leben in Liebe wird nicht geschenkt. Dafür ist intensive Arbeit nötig. Leider gibt es dafür keine einzige Schule, die uns darin unterrichtet und uns auf diesem Weg begleitet.

Alles im Leben beruht auf Beziehung. Das Leben beginnt bereits mit der innigsten Paarbeziehung: der Beziehung zur Mutter. So setzt es sich auch fort, zum Vater, zur Natur, zur Musik, zu irgendwelchen Hobbies oder Talenten. Alles ist Beziehung. Ohne Beziehung ist nichts möglich. Die Paarbeziehung ist ein lebenslanges Thema, das immer präsent ist, uns immer wieder vor neue Aufgaben stellt. Genau deshalb stößt dieses Thema weltweit immer wieder auf offene Ohren und offene Herzen. Ein Leben ohne Partner oder Partnerin ist für jeden Menschen ein armes Leben.

Man stelle sich vor: Zwei völlig unterschiedliche Menschen treffen aufeinander und wünschen sich, mit dem anderen glücklich zu werden. Das ist dieser Wunsch, vom anderen das zu bekommen, was zum eigenen Glück fehlt. Was nichts anderes besagt als: „Ich bin nicht vollständig. Um meine Vollständigkeit zu erreichen, brauche ich dich. Ich fühle mich von dir abhängig.“

Diese Abhängigkeit, obwohl sie sich zu Beginn so wunderschön anfühlt, kehrt sich häufig ins Gegenteil um. Um uns ganz zu fühlen, brauchen wir Wollen, Haben und Nehmen. Der Gedanke zu geben steht nicht im Raum. Nehmen wollen, ohne zu geben, ist bereits der erste große Irrtum. Wenn der andere uns nicht das gibt, was wir brauchen und gerne hätten, kommt es zu Entzugserscheinungen. Sie lösen die stärksten emotionalen und physischen Schmerzen aus. Jeder Schmerz wird in unserem Geist, im Nervensystem und unserem Körper gespeichert. Sobald später wieder eine ähnliche Situation auftaucht und der Partner nicht das Ersehnte liefert, kehrt sich jetzt das Gefühl der Liebe viel schneller ins Gegenteil um. So starten wir schleichend und nichts ahnend in die Abwärtsspirale der Liebe.

Was ist ein häufiger Grund für das Scheitern einer Paarbeziehung? Der Partner wird mit dem Verstand statt mit dem Herzen gewählt. Hinzukommt noch, dass häufig der Wunsch nach dem Benötigten und so sehr Ersehnten vorher für den anderen nicht verständlich kommuniziert worden ist. Wir haben auch nie die Regeln für eine erfolgreiche Kommunikation in der Partnerschaft gelernt. Deshalb reagieren wir häufig auf ein Nichtverstanden-Werden mit Angriff oder Rückzug. Die ersten Anzeichen der Unterschiedlichkeit wollen wir oft nicht sehen und nicht wahrhaben. Deshalb werden sie auch nicht beachtet. Die Folge: Am Horizont ziehen Gewitterwolken auf. Trotz des Erkennens werden sie nicht beachtet und hoffnungsvoll negiert. Wenn hingegen jeder bedingungslos das gibt, was er hat, und der andere das nimmt, was ihm gegeben wird, dann sind das die besten Voraussetzungen für das Gelingen der Liebe.

Wonach sucht eine Frau? Meist ist es das, was ihr bereits als Kind gutgetan hat. Das, was sie in ihrem bisherigen Leben kennengelernt hat – beispielsweise häufig das Ebenbild ihres Vaters. Sollte es allerdings eine leidvolle Erfahrung mit dem Vater gegeben haben, dann sucht die Frau genau das Gegenteil ihres Vaters. Entspricht der eigene Mann nicht ihren Vorstellungen, dann versucht die Frau, ihn nach ihren Wünschen zu verändern. Doch sie wird enttäuscht werden. Er wird sich nicht verändern. Das ist ein häufiges Attribut des Mannes.

Hat der Mann seine Frau gefunden, mit der er glücklich ist, will er, dass es weiterhin so bleibt und dass sie sich nicht verändern möge. Er wird enttäuscht sein. Weil seine Frau sich verändert und nicht gleich bleiben wird. Das ist das Attribut einer Frau.

In der heutigen Zeit wird vieles hinterfragt, sogar Männer, und die Veränderung beginnt bei +/- 50 Jahre. Häufig führt das in eine Midlife Crisis. Dazu später mehr.

Was sucht ein Mann? Meist ist es das, was ihm als Kind gutgetan hat und was er bereits in seinem Leben kennengelernt hat – beispielsweise häufig das Ebenbild seiner Mutter. Sollte es allerdings leidvolle Erfahrungen mit der Mutter gegeben haben, sucht der Mann genau das Gegenteil von ihr.

Wenn wir jemanden mit scheinbar allen Voraussetzungen für die Erfüllung der Liebe gefunden haben und sie dann doch nicht hält, was dann? Wenn wir, obwohl alles so verheißungsvoll begonnen hat, enttäuscht zurückbleiben? Oder uns in einen Kampf verwickelt haben und wir nicht mehr in der Lage sind, die wahre Größe unseres Partners und das gemeinsam Erlebte, Schöne nicht mehr zu sehen vermögen?

Wenn sich die erwartete Erfüllung nicht einstellt, tut sich ein Abgrund auf. Viele der himmelhoch-jauchzend Verliebten haben das schon erlebt und bleiben zu Tode betrübt zurück. Weil so vieles, das so verheißungsvoll und reizvoll begann, sich im Laufe der Zeit um 180 Grad gedreht hat. Machtkämpfe und Streit sind an der Tagesordnung. In Deutschland lag 2021 die Scheidungsrate bei 40 Prozent. Ganz zu schweigen von jenen Personen, die trotz Unzufriedenheit und heftiger Unstimmigkeiten an der Beziehung festhalten. Dabei sollte es doch möglich sein, einen Menschen, der einem einmal so viel bedeutet hat, zumindest friedvoll zu begegnen und eine Freundschaft mit ihm zu pflegen. Viele sind bereit, Kompromisse einzugehen, um nur nicht allein zu sein. Lieber halten sie an einer unbefriedigenden Beziehung fest. Doch am Ende gibt es nur Verlierer und keine Gewinner.

Was können wir tun, wenn sich der Teufelskreis der Beziehungskrise einmal eröffnet hat und die einst magischen Momente zwischen den Partnern vergessen sind? Was können wir tun, wenn wir uns in einer solchen scheinbar ausweglosen Situation befinden? Genau dann ist das Familienstellen ein großer Hoffnungsträger. Wer sich darauf einlassen kann, sieht sich in derglücklichen Lage, dass sich wieder alles zum Besseren wenden kann. Statt weiterer Eskalation kann es zu einem friedvollen Ende oder sogar zu einem Neustart kommen. Die Voraussetzung dafür ist der Wunsch, sich ganz neu auf den Partner einzulassen. Das Vergangene darf nicht mehr berührt werden.

Wir selbst erinnern uns sicher an die schmerzhaften Erfahrungen, wenn die Eltern sich gestritten haben. Wie hilflos und verzweifelt wir uns damals gefühlt haben. Jedes Kind liebt seine Mutter und seinen Vater, gleichgültig, wie sie sich verhalten. Das wird bei Elternkonflikten häufig außer Acht gelassen. Die Konsequenzen bleiben schwerwiegend. Zehn bis 15 Prozent aller später auftretenden psychischen und physischen Beschwerden sind auf Streitigkeiten der Eltern zurückführen. Besonderen Belastungen sind Kinder während der Trennungsphasen ausgesetzt. Am Ende gibt es nur Verlierer, wobei die Kinder am meisten leiden und den größten Schaden nehmen.

Denn tatsächlich geht es bei den Streitigkeiten der Eltern nicht darum, wer schuldig geworden ist und wer sich unschuldig fühlt. In den meisten Fällen ist es uns gar nicht bewusst, dass wir uns innerlich verpflichtet fühlen, es unseren Eltern oder Großeltern gleichzutun. Ein solches Verhalten bezeichnen wir als blinde, verpflichtende Liebe. Sie hat schwerwiegende Folgen, die wir beim Familienstellen als Verstrickung bezeichnen - besonders bei den Kindern aus solchen Beziehungen. Jeder weiß es, dass bei einem Ehe- oder Paarbeziehungskonflikt immer die Kinder die Leidtragenden bleiben, und trotzdem ist der eine wie der andere nicht bereit, den Konflikt zu beenden und auf das Rechthaben zu verzichten.

Muss das für ein Kind so sein? Müssen sich die Konflikte in einer Paarbeziehung von einer Generation auf die nächste übertragen? Nein, das muss nicht so sein. Mit dem Original Hellinger® Familienstellen haben wir ein fantastisches Werkzeug zur Hand. Esführt dazu, dass wir durch die Anerkennung dessen, was vorgefallen ist, zur Einsicht kommen. Sie legt den Schmerz und die Enttäuschung über das Vorgefallene offen. Dadurch wird die Übertragung auf die nächste Generation gelöscht und das Leiden der Kinder gelindert oder sogar völlig eliminiert.

Wichtig ist, dass mit Hilfe des Original Hellinger® Familienstellens die Ursachen für Konflikte in einer Paarbeziehung gefunden, aufgedeckt und gelöst werden können. Diese Schritte legen die übernommenen Verwicklungen offen. Dadurch werden sie nicht auf eine nachfolgende Generation übertragen. Sobald in einer Aufstellung die Hintergründe anerkannt werden können, gibt es auch einen Weg zur friedlichen Lösung. Durch eine Familienaufstellung können die generationsübergreifenden Verstrickungen ans Licht gebracht werden. Die Absurdität des Rechthaben-Wollens wird offensichtlich. Die erlebten Bilder in einer Aufstellung verändern unsere Gefühle und werden im Verstand sowie in unserem Herzen abgespeichert. So wird für uns der Weg zu einem neuen Anfang der Liebe geebnet.

An Gerichten in Brasilien wird das Original Hellinger® Familienstellen bereits seit vielen Jahren bei Scheidungsverfahren angewendet. So gelingt es häufig bei der Trennung eines Paares, die sich normalerweise bis zu 25 Verfahren und meistens über 5 bis 15 Jahren voller Streitigkeiten hinzieht, schon wenige Tage nach einer Aufstellung eine friedvolle Vereinbarung zu treffen. Statt endloser Prozesse sind die Paare in der Lage, sich an den Anfang der Liebe zu erinnern und mit gegenseitiger freundlicher Behandlung nach einer guten und endgültigen Lösung zu suchen. Im besten Fall finden die Partner sogar wieder zueinander, und die Familie bleibt erhalten.

Meldung einer Seminar-Teilnehmerin:

Claudia: Ich bin seit vier Monaten getrennt und suche einen Partner. Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt wie in den letzten vier Monaten. Ich merke, dass ich mich oft in Männer verliebe, die nicht an mir interessiert sind. Sie sind auch nicht die Richtigen für eine Beziehung. Damit vergeude ich viel Energie und Zeit. Das nervt mich.

Sophie Hellinger: Willst du dich überhaupt in eine Beziehung mit einer festen Bindung einbringen?

Claudia: Ja, das will ich. Und deshalb habe ich auch eine lange Liste mit den Eigenschaften meines Wunschpartners erstellt. Dennoch gefallen mir immer wieder Männer, die nicht zu meiner Liste passen. Sie sind entweder zu jung oder teilen nicht meine Interessen.

Sophie Hellinger: Offensichtlich stimmt die Liste nicht mit deinen Seelenwerten zu einer Beziehung überein. Sie ist eine von deinem Herzen abgekoppelte Kopfsache. Die Frage lautet: Was hat bei einer Beziehung für dich Priorität? Schließe deine Augen und lausche in dich hinein, was für dich das Allerwichtigste in einer Paarbeziehung ist.

Claudia: Die Herzensverbindung.

Sophie Hellinger: Das ist keine eindeutige Aussage. Wir können uns das so vorstellen, dass wir diesen Suchbegriff in einen Computer eingeben. Doch im Universum ist alles um ein Vielfaches umfangreicher. Was denkst du, was ein Computer dir bei dem Suchbegriff „Herzensverbindung“ auswerfen wird? Es ist Folgendes:

Herzensverbindung ist die Beschreibung einer Aufgabe: Du kannst mit jedem, mit dem du zu tun hast, eine Herzensverbindung herstellen.

Herzensverbindung mit einem Menschen ist eine Verbindung, die noch weit von der Liebe entfernt ist.

Eine Herzensverbindung kann Trost und Inspiration geben.

Eine Herzensverbindung lässt die Einsamkeit schwinden, kann aber auch eine freundschaftliche Beziehung bedeuten.

Eine Herzensverbindung ist eine Definition von nachhaltigem Marketing.

Die Bedeutung der Herzensverbindung ist für einen Zwanzigjährigen anders als für einen Fünfzigjährigen.

Herzensverbindung heißt, an der Körpersprache den Seelenzustand abzulesen.

Eine Herzensverbindung bedeutet, dass zwei Menschen in dem Augenblick den gleichen gedanklichen Impuls haben.

Fühlt sich deine Seele von diesen Aussagen berührt? Wecken sie deine Sehnsucht? Ich habe das Gefühl, dass du die wahren Kriterien einer Paarbeziehung nicht kennst. Wenn dein innigster Wunsch nicht den Kern der Sache trifft, ist alles Weitere auch daneben. Sobald das Wichtigste für dich erfüllt ist, kann sich daraus eine Herzensbeziehung entwickeln. Aber dafür braucht es konkrete Vorgaben.

Nach welchen Kriterien entscheidet man sich für eine Person?

Zuerst erweckt das Äußere einer Person unsere Aufmerksamkeit. Das können zum Beispiel prächtige Haare, ein wohlgeformter Po, pralle Brüste oder ein Mann mit breiten Schultern, Sixpack und strahlendem Lächeln sein. Viel zu oft werden diese durchaus anerkennenswerten Attribute allerdings mit einer tiefen, vom Herzen ersehnten Liebeverwechselt. Denn viele Frauen und Männer haben nie gelernt, mit ihrem Herzen zu schauen und zu kommunizieren. Deshalb ist ihnen häufig der Schein wichtiger als das Sein.

Sicherheit und Status

In einer Paarbeziehung werden oft materieller Sicherheit, Statussymbolen und vermuteten Nullen vor dem Komma auf einem Konto große Priorität eingeräumt. Dabei bleiben die Bedürfnisse der Seele außen vor. Das heißt: Streben nach den wunderschönen Früchten. Doch spätestens dann, wenn man in deren Genuss gekommen ist, wird festgestellt, dass die Sehnsucht des Herzens weiter unbefriedigt ist.

Ebenso fühlen sich viele von der Intelligenz oder dem Bekanntheitsgrad einer Person angezogen. So wünscht sich beispielsweise ein erfolgreicher Unternehmer eine bekannte Wissenschaftlerin an seiner Seite oder ein Politiker eine gefeierte Diva. Siehe Onassis und Callas, gefolgt von Jackie O.

Es gibt verschiedene Arten, worauf eine Partnerschaft aufbaut: Optik, Erfolg, Spirit. Die wichtigsten Eigenschaften, die eine wahre Liebe erschließen, sind ehrliche Gefühle. Doch nur dann, wenn tiefe Gefühle des Herzens vorhanden sind und nicht nur die des Intellekts, ist eine inspirierende Herzensbeziehung möglich. Bestenfalls kann daraus eine gemeinsame Spiritualität erwachsen, die den anderen anerkennt, so wie er ist, ohne ihn verändern zu wollen.

Die hohen Scheidungsraten beweisen, dass häufig die Illusion der wahren Liebe wie eine Seifenblase zerplatzt. Liebe wird mit Macht, Einfluss und Status verwechselt. In einer Liebesbeziehung wird oft außer Acht gelassen, dass es der Partner ist, der uns zu schnellem Wachstum zwingt. Das geschieht allerdings nur, wenn ich mich auf mein Gegenüber einlasse. Dann ist alles möglich. Sogar, dass eine Liebe ein ganzes Leben lang hält. Doch das Sich-Einlassen ist leichter gesagt als getan, ohne spirituelle Verbindung ist das nicht möglich.

Leider wird häufig eine Liebe auf Äußerlichkeiten aufgebaut. Das sind keine gültigen Kriterien, damit eine Liebe auf Dauer gelingt. Die Ausstrahlung einer Person entscheidet am Ende über das Ja oder Nein. Es ist die Schwingungsfrequenz einer Person, die uns anzieht. Offensichtlich wird durch die Resonanz in uns ein gutes Gefühl auslöst. Anziehung, die auf markante Aspekte wie Jugendlichkeit, schöne Zähnen, muskulöser Körper oder Haarpracht aufbaut, reicht nicht aus, um das Herz mit Liebe zu füllen. Anfassen kann jeder, aber ob das Angefasste auf Dauer im Herzen berührt wird, bleibt offen.

In den folgenden Kapiteln möchte ich zeigen und Hinweise geben, wie eine erfüllte, glückliche und dauerhafte Partnerschaft gelingt. Und was einer bleibenden Partnerschaft häufig entgegensteht.

II. Wie eine Original Hellinger® Familienaufstellung das eigene Leben und die Paarbeziehung verbessert

In der Welt gibt es unendlich viele unterschiedliche Bildungsmöglichkeiten und Schulen. Doch ich kenne keine einzige Schule für das Leben und für eine erfolgreiche Kommunikation. Wir lernen spielend unsere Muttersprache und vielleicht noch weitere Fremdsprachen, aber wir haben niemals gelernt, worauf es bei einer guten Kommunikation ankommt. Ganz besonders in Paarbeziehungen. Kommunizieren heißt, gemeinsam eine gute Lösung für ein vorliegendes Problem zu finden.

So erlaube ich mir die Frage: Wie und wodurch lernen wir, eine Liebesbeziehung tragfähig zu gestalten?

Durch sorgfältige Kommunikation

Durch gemeinsames Wachstum

Weil aber Wachstum ohne Leiden nicht möglich ist, brauchen wir Hilfe und Unterstützung von außen. Nur so lernen wir mit einem Schmerz in der Liebe umzugehen.

Ausgelöster und erlittener Schmerz durch Scheidung oder Tod in der Vergangenheit erschafft neues Leid in einer neuen Liebe.

Je größer die Liebe ist, umso schmerzhafter wird sie erlebt. Lieben ohne Leiden gibt es nicht. Genauso wenig eine Schule für Liebe und gemeinsames Wachstum in einer Beziehung.

Allgemein ist es üblich, dass man bestimmte Tätigkeiten erst nach bestandener Prüfung ausüben darf – egal, ob es sich um das Fahren eines Motorrades oder das Führen eines Bootes handelt. Anfänger sollten sich achtsam und vorsichtig verhalten. Wie sieht es bei der ersten Liebesbeziehung aus? Weder als Jugendliche noch als Erwachsene haben wir die Spielregeln zum Gelingen der Liebe in einer Paarbeziehung erlernt. Wir kopieren immer nur das, was wir bei anderen gesehen haben. Das erklärt auch, warum Verliebte mit ihrer Partnerschaft immer wieder untergehen, weil sie vorher im übertragenen Sinne nicht gelernt haben zu schwimmen. Völlig außer Acht gelassen wird, dass besonders die ersten Liebeserfahrungen – ob gute oder schlechte – für den Rest des Lebens in der Seele und im Herzen gespeichert bleiben. Irgendwann treffen wir auf einen Partner und fühlen uns angekommen und glücklich und wollen uns tiefer auf diesen Menschen einlassen.

Doch woher nehmen wir die Sicherheit, dass das Fundament der Liebe stark genug ist, damit diese Beziehung ein Leben lang hält? Meistens hatten wir nur unsere Eltern als Beziehungs-Vorbild. Ob diese in der Lage waren, ihre Beziehung zu reflektieren, wissen wir nicht. Im Allgemeinen ist bekannt, dass ein Motorrad- oder Bootsführerschein noch keine Bestätigung für eine ausreichende Fähigkeit ist, um sich mit aller Fertigkeit sicher fortzubewegen. Ein herausragender Fahrer oder Sportler wird man nicht allein durch Beobachtung, sondern durch jahre- oder jahrzehntelange Erfahrung. Die Theorie kann niemals die Praxis ersetzen. Genauso wenig ist ein Mensch in der Lage, ein Gefühl eines anderen nachzuempfinden. Für uns zählt nur, was wir selbst erlebt haben - sei es im Schmerz oder in der Liebe.

Wunsch nach mehr

Also: Was brauchen wir, wenn Wissen allein nicht ausreicht, damit die Liebe gelingt? Äußerst nützlich und hilfreich sind eine wertfreie, neutrale Unterstützung, eigene praktische Erfahrungen sowie die persönliche Reflektion. Das alles benötigt seine Zeit. Wenn schon in der Schule im Ethik-Unterricht die Ordnungen der Liebe gelehrt würden, hätten wir als Jugendliche bereits ein gutes Fundament zum Gelingen der Liebe erworben. Leider ist das nicht der Fall. So bleibt häufig der treibende Motor eines Menschen das Verlangen nach Mehr. Nach mehr Verständnis, mehr Liebe und dauerhafterer Beziehung. Lautet das Credo „Ich brauche dich, deshalb gib mir mehr von dir“, folgt schnell darauf „Weil ich ohne dich nichts bin“. Wo ist hier der Selbstwert geblieben? Wo sind die Selbstliebe und die Liebe zum anderen geblieben? Existierten sie überhaupt jemals? Das gilt es rechtzeitig zu hinterfragen und zu erforschen.

In einer Paarbeziehung kommen die hintergründigen emotionalen Lecks wesentlich schneller ans Licht, als wenn jemand Single bleibt. Jeder Mensch wünscht sich Liebe und Geborgenheit, am besten in einer Paarbeziehung. Doch das so Ersehnte erfüllt sich häufig nicht, weil dem, ohne es zu ahnen, traumatische Kindheitserlebnisse entgegenstehen. Mit einer Original Hellinger® Familienaufstellung werden die Hintergründe des Versagens und der Unfähigkeit, eine Paarbeziehung glücklich zu führen, aufgedeckt. Wir können die seelischen Verwicklungen und Abgründe erkennen. Genauso sehen wir, welche Aspekte in der Kindheit zu kurz gekommen sind und was der Person zur Eigenliebe fehlt. Was wir in einer Beziehung unbedingt verstehen müssen, ist die Erkenntnis, dass wir in erster Linie immer nur mit uns selbst zusammen sind. Da aber die meisten Erwachsenen immer noch schwer an ihren Kindheitsverletzungen tragen, ist es schnell verständlich, dass sich deine Erwartung, dass dein Partner die Rettung für dich und deine Probleme sein möge, die du in die Beziehung mitgebracht hast, häufig viel schneller als erwartet als Trugschluss erweist. Dafür ist das Familienstellen ein effektives Werkzeug, mit dem du in den Spiegel deines Systems schauen und dich selbst darin erkennen kannst.

Der Echo-Effekt

Eine Aufstellung deckt die verborgene Hintergrunddynamik und die Gründe für Konflikte in der Paarbeziehung auf. Gleichzeitig offenbart sie unsere inneren Nöte und Bedrängnisse und weist uns einen neuen Handlungsweg, um uns von Belastungen zu befreien. In einer Paarbeziehung wird sehr oft erwartet, dass sich der andere verändern möge, wir jedoch so bleiben wollen, wie wir sind. Solange du mit derselben Einstellung, demselben Gefühl und den gleichen Handlungen wie zuvor auf deinen Partner schaust, kann und wird sich in der Beziehung auch nichts verändern. Ein Echo entsteht immer als eine Reaktion auf das, was man selbst aussendet. Die Antwort erfolgt unmittelbar. Das heißt, dass nur jeder für sich selbst eine Veränderung herbeiführen kann und nicht ein anderer.

Meistens werden Eltern für den Ursprung unserer Lebenseinstellungen verantwortlich gemacht. Diese Haltung führt immer zum gleichen Vorteil: Ich fühle mich als unschuldiges Opfer der Umstände und kann für mein Verhalten nicht verantwortlich gemacht werden. Die Vererbung als Ursprung für alles Unangenehme verantwortlich zu machen, hat sich durch die Erkenntnisse in der Epigenetik als großer Irrtum herausgestellt.

Genauso ist es ein großer Irrtum zu glauben, dass jedes x-beliebige Problem sich durch eine Aufstellung ganz von selbst löst. Die Aufstellung zeigt die Hintergründe, die uns aber keinesfalls vom Handeln entbinden.

Es ist kein Geheimnis, das wir unseren eigenen Schatten weder sehen noch erkennen können. Wir brauchen immer ein Gegenüber, in dem wir unser Spiegelbild sehen. Tatsache ist, dass unsere Umwelt immer nur uns selbst reflektiert. Das heißt, alles, was wir bei anderen kritisieren, existiert in uns selbst und wir wollen es vor der Umwelt durch unser Kritisieren verbergen. Solange du nicht bereit bist, nur wertfrei auf die anderen zu schauen, die dir nicht gefallen, kannst du dein Bewusstsein nicht transformieren. Das hat dann zur Folge, dass du deine Probleme in der Paarbeziehung auch nicht lösen können wirst. Probleme lassen erkennen, dass wir uns festgefahren haben. Verlustängste aus der Kindheit halten uns in Schach. Wir sind bereit, faule Kompromisse zu schließen, aus Angst den Partner zu verlieren. Solange du der Meinung bist, den anderen zu brauchen und von ihm abhängig zu sein, hast du weder den Sinn der Paarbeziehung noch den Zweck deines Lebens erkannt und hast schlechte Karten in der Hand.

100 Prozent geben

Um in dir und in der Paarbeziehung etwas verändern zu können, musst du innere Muster überschreiben. Wie ist das möglich? Ich empfehle, dich täglich in die innere Stille zurückziehen, bewusste Atemübungen durchzuführen und dich mit einer Frage im Herzen in eine Meditation zu versenken. Zusätzlich kannst du durch Visualisierungs-Übungen deinen Partner und dein Leben in die nötige Frequenz anheben. Mit Hilfe dieser Praktiken kannst du tatsächlich durch deine Selbstverwirklichung hundertprozentig genau das in dein Leben ziehen, was für dich eine erfüllte Paarbeziehung ausmacht. Das lässt dich als guter Nebeneffekt auch noch deine Lebensaufgabe erkennen. Jede Veränderung beginnt in einem selbst. Dann bist du auch in der Lage, dir deine Wünsche selbst zu erfüllen. Denn jeder Mensch trägt bereits das volle Potenzial in sich, um alles zu verändern und alles zu bekommen, was er sich wünscht. Dann brauchst du nicht darauf zu warten, dass ein anderer Mensch dir deine Wünsche erfüllen wird. Im Gegenteil: Erst wenn du 100 Prozent gibst, kannst du 100 Prozent zurückbekommen.

Die Kraft des Unterbewusstseins

Von einem Eisberg sind nur zehn bis maximal fünfzehn Prozent seiner tatsächlichen Größe zu sehen. Seine wirkliche Größe bleibt unserem Anblick verborgen. Dabei ist es gerade dieser uns verborgene Teil des Eisbergs, der ihn steuert.

Der Mensch ist ein Spiegelbild der Erde. Diese besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Ganz ähnlich verhält es sich beim menschlichen Körper. Er besteht zu 75 Prozent aus Flüssigkeiten. Auch in Hinblick auf den Eisberg findet sich eine Analogie, nämlich in Bezug auf das Bewusstsein und Unterbewusstsein. So wie der Eisberg von seinem für uns nicht sichtbaren Teil gesteuert wird, so werden wir von unserem für uns nicht wahrnehmbaren Unterbewusstsein gesteuert. Wir sehen also: Der Mensch ist quasi ein Abbild der Natur und deshalb eher als ein Gleichnis zu betrachten.

Woher nehmen wir die Überzeugung, dass wir wie selbstverständlich davon ausgehen, dass wir mit unserem bewussten Denken und Handeln alles in der Hand haben? Wenn dem so wäre, dann müssten wir doch eigentlich alle gesund, glücklich und erfolgreich sein. Doch das ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Was ist uns also entgangen? Was haben wir außer Acht gelassen, wenn sich trotz aller Anstrengungen unsere Wünsche nicht erfüllt haben? Solltest auch du mit deinem Leben nicht so glücklich und erfolgreich sein, dann wäre es äußerst sinnvoll, dich mit deiner inneren, verborgenen Welt zu beschäftigen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass dein Leben im Außen gelingen kann.

Wir alle wünschen uns, dass wir geliebt werden und lieben können. Doch häufig sind die Liebe und ihr Scheitern die schmerzhaftesten Erfahrungen des Lebens. Seit Jahrzehnten beobachte ich das nicht nur in meinem nahen und fernen Umfeld, sondern auch bei den Seminarteilnehmern. Mein Wunsch und mein Bedürfnis sind: In diesem Buch eine Hilfestellung zur Verbindung mit unserem Unterbewusstsein zu geben. Sollte nur eine einzelne Person vom Inhalt des Buches profitieren, dann hätte sich mein Wunsch erfüllt und meine Aufgabe sich gelohnt. Vielleicht bist genau du diese Person.

Unser Unterbewusstsein bildet sich aus Beobachtung, Nachahmung und Vorbildern. Hinzu kommt noch, dass wir nicht als ein unbeschriebenes Blatt in dieses Leben eintreten. Gewohnheiten und Nachahmungen bestimmen unseren Alltag. Sind wir uns dessen voll bewusst? Nein, das glaube ich nicht.

Was will ich damit sagen? Dass bis zu 85 Prozent dessen, was wir erleben und für uns die Welt als Ganzes ausmacht, über unser Unterbewusstsein abläuft. Nur maximal 15 Prozent sind unserem Bewusstsein zuzuordnen. Es gibt keine Ichs, keine Natur, keine Sonne, keine Erde, solange kein Bewusstsein dafür vorhanden ist. Ohne Bewusstsein kann nicht einmal bewiesen werden, dass das Universum existiert. Ganz einfach gesagt, führt das zu folgendem Umkehrschluss: Das Bewusstsein erschafft ausnahmslos alles, was existiert. Daraus resultiert meine wichtigste Erkenntnis: Nichts, was wir über unser Bewusstsein, unsere Gefühle und Sinne erfahren und erleben, ist in Stein gemeißelt. Das heißt: Jeder kann durch Arbeit an sich selbst zu neuen Erkenntnissen gelangen. Das Familienstellen unterstützt den Prozess zu inneren Bewegungen und zur eigenen Kontemplation. Dieser Vorgang unterstützt uns dabei, Kindheitsprogrammierungen auszulöschen und sogar zu überschreiben. Alles, was wir an Veränderungen bei einer gelungenen Familienaufstellung sehen, spüren und reflektieren können, setzt sich augenblicklich bis in die Zellebene und über Jahre hinweg unaufhörlich fort. Wer sich hingegen darauf beruft, Opfer seiner Lebensgeschichte oder der vererbten Gene zu sein, hat noch nicht verstanden, dass wir selbstständig die Schöpfer unserer eigenen Geschichte sind.

Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass nur fünf Prozent unserer Gene vererbt werden. Die restlichen 95 Prozent unserer Lebensprogramme werden durch unsere Umwelt beeinflusst und geprägt. Unzählige wissenschaftliche Bücher über Epigenetik und Zellbiologie bestätigen diese Aussage. Ebenso, dass jeder Mensch über ein hundertprozentiges Potenzial verfügt, um sein Leben freudvoll und gesund zu gestalten. Ob wir davon Gebrauch machen oder nicht, hängt von den eigenen Einstellungen ab.

Um unser volles Potenzial auszuschöpfen, braucht es nur eine innere feste Überzeugung und den Glauben in Verbindung mit der Intuition, dass in jedem von uns bereits der Samen für die Gestaltung des eigenen Lebens angelegt ist. Sobald wir diese Lebenseinstellung und Haltung im täglichen Leben verkörpern, können wir ganz selbstverständlich sämtliche erwünschten Veränderungen auf allen Ebenen in unserem Leben herbeiführen.

Tiefgreifende Einflüsse hat diese Lebenseinstellung auf die Paarbeziehung. Denn dann sind wir auch in der Lage, die Atome der Materie durch diese Energie, die von unserem Herzen ausgeht, völlig neu anzuordnen. Wenn wir wissen und anerkennen, dass jeder gefühlte Gedanke unsere Moleküle und somit den Stoffwechsel und die Hormone in uns verändert, dann gibt es keinen anderen Weg mehr, als wesentlich achtsamer und liebevoller mit unseren Gedanken und Gefühlen und uns selbst umzugehen.

Das Gesetz der Resonanz

In der Epigenetik ist schon seit langem bekannt, dass unsere Körperzellen auf alles Gefühlte, Gehörte und Gedachte nach innen und außen augenblicklich reagieren. So erzeugte Körperfrequenzen und Schwingungen – seien sie positiv oder negativ – können sofort überprüft und gemessen werden. Das ist nur deshalb möglich, weil sie sich immer augenblicklich, das heißt ohne Zeitverlust, manifestieren. So ist es auch begreiflich, dass jeder Mensch nur in seiner eigenen, ganz bestimmten Frequenz je nach Gedanken schwingt. Alle Ereignisse, die in der Umwelt in gleicher Frequenz schwingen, werden dadurch automatisch in das eigene Leben gezogen. Das ist das Gesetz der Resonanz. Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Die Umwelt antwortet dir unmittelbar auf alles, z.B. wie du über deine Beziehung, deine Liebe, deinen Erfolg, deine Gesundheit und dein Wohlergehen denkst. Es ist der größte Irrtum zu glauben, dass man von äußeren Faktoren abhängig sei. Erwiesen ist auch, dass jeder gleichzeitig Sender und Empfänger ist. Äußerst sinnvoll ist es, sich selbst die Frage zu stellen, was man in seiner Umwelt ablehnt und welchen Mangel man in der Außenwelt damit kompensieren möchte. Denn wir erwarten immer das von anderen, was wir nicht in der Lage sind, uns selbst zu geben.

Worum geht es wirklich in einer Paarbeziehung?

Viele fragen sich: Warum treffe ich immer wieder auf die gleichen Typen mit ähnlichen Verhaltensweisen? Diese Frage ist bereits der beste Hinweis, dass es an der Zeit ist, eigene unbewusste Muster herauszufinden. Sobald du dich selbst erkennst, kannst du auch deine unbewussten Programme in der Beziehung erkennen. Meine Empfehlung lautet: Schau dir dein Beziehungsleben ganz genau an, und du erkennst im anderen – sei es beruflich oder privat - das Abbild deiner unbewussten und abgelehnten Programme. Das ist genau der Punkt, bei dem dich dein Partner augenblicklich auf die Palme bringt.

Außerdem ist es wichtig, sich immer wieder zu fragen, welcher Bereich des eigenen Lebens sowie der Beziehung nicht wirklich richtig gut funktioniert. Nimm dir die Zeit dafür und reflektiere genau, was dir überhaupt nicht gefällt. Es ist nicht nötig, über das, womit du zufrieden bist, zu sprechen. Wie schon zuvor erwähnt, spiegeln sich deine inneren Muster immer als eine Ablehnung in deiner direkten und entfernteren Umgebung. Die Schwingungsfrequenzen deiner Gedanken und Gefühle verbinden sich automatisch mit den Schwingungsfrequenzen in deiner Außenwelt und passen sich an. Deshalb lautet die wichtigste Frage für dich: Was gefällt mir in meinem Leben und in meiner Beziehung überhaupt nicht oder ist verbesserungswürdig? Für eine sinnvolle, weiterführende Antwort ist es nötig, seinen Partner über längere Zeit zu beobachten.

Immer wieder passiert es, dass man ein Gefühl des Mangels oder zu geringer Zuwendung durch seinen Partner erlebt. Wer darauf wartet, dass der Partner diesen Mangel kompensieren wird, dürfte alt und grau werden. Dieser Wunsch wird nie in Erfüllung gehen. Denn mit unserem Gefühl des Mangels an Liebe und Zuwendung ziehen wir automatisch diesen Menschen in unser Leben, der in genau dem gleichen Mangelbewusstsein lebt. Das heißt, dass du dich in der Beziehung nie ganz glücklich, wertgeschätzt und aufgehoben fühlen kannst. Was dir im Inneren fehlt und du ersehnst, wird dir dein Partner auch nicht geben wollen. Das führt immer wieder zu Enttäuschungen und schwerwiegenden Konflikten.

Wir sind fast alle in dem Glauben aufgewachsen, im Außen das suchen und finden zu müssen, was uns im Inneren fehlt, um gesund, glücklich und vollständig zu sein. So halten wir mit Sehnsucht Ausschau nach der großen Liebe, nach dem idealen Partner, anstatt in uns selbst die Liebe zu entdecken. Und so geht es weiter. Wir suchen nach größtmöglicher Sicherheit, Wohlstand und Reichtum, anstatt in uns in erster Linie die Fülle und den Überfluss, der in uns existiert, zu realisieren. Nur wenige Menschen haben gelernt, die Verantwortung bei sich selbst zu suchen und stets die Art und Weise, wie sie bis jetzt gelebt haben, zu hinterfragen. Des Weiteren haben die meisten Menschen auch nicht gelernt, mit schwerwiegenden Konflikten und komplizierten Situationen erfolgreich umzugehen.

Weil wir nie richtig zu kommunizieren gelernt haben, ziehen wir uns häufig zurück und leiden, statt uns mitzuteilen. Unser jetziges Leben ist ein Abbild dessen, wie wir bisher mit Konflikten und schwierigen Situationen umgegangen sind. Ständig laufen unsere Programmierungen aus der Kindheit völlig unbewusst in uns ab. Uns fehlt das Vertrauen zu uns selbst. Deshalb können wir auch selten sehen, wieviel wir schon im Leben erreicht haben. Wir schauen nur auf das, was wir noch nicht erreicht haben und was wir vermeintlich zu unserem Glück benötigen. Wir fühlen in uns ein ständiges Streben nach mehr und fühlen uns weder richtig erfüllt noch zufrieden. Dabei haben wir völlig außer Acht gelassen, dass wir unsere Freude und unser Glück zum größten Teil selbst in der Hand haben. Stattdessen machen wir für den Ursprung unserer Einstellungen häufig unsere Eltern verantwortlich. Diese Haltung hat immer den gleichen Vorteil: Egal, was mir an Unangenehmem widerfahren ist – ich muss nicht handeln. Ich fühle mich als unschuldiges Opfer der Umstände und ich kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.

In dieser Haltung kommen viele Personen zu einem Aufstellungs-Seminar in der Annahme, dass die Aufstellung das Problem für sie lösen würde. Das ist der größte Irrtum, dem einer aufsitzen kann. Dieses Verhalten lässt sich mit einem kranken Baum vergleichen. Wenn sich an den Blättern eines Zweiges ein sonderbares Verfärben, Einrollen oder Parasiten bemerkbar machen, wird häufig nur dieser Zweig abgeschnitten. Dabei wird ganz vergessen, dass jeder Baum aus seinen Wurzeln seine Kraft zieht. Der ganze Baum bildet eine Einheit, zu der auch der Stamm und alle Äste mit ihren Blättern gehören. Solange wir isoliert nur die Blätter behandeln und nicht die Ganzheit berücksichtigen, vollzieht sich nur eine Symptombeschäftigung. Wenn wir möchten, dass der Baum gesundet, führt kein Weg an der Behandlung der Wurzeln vorbei.

Exakt genau dieses Bild können wir auf uns selbst übertragen. Taucht in unserem Leben nur ein kleines Hindernis auf, sollten wir uns fragen, was dafür möglicherweise im Hintergrund die größere Ursache sein könnte. Doch für gewöhnlich verhalten wir uns so: Wir wollen das Problem schnell und einfach loswerden, indem wir eine Pille nehmen. Wohin führt das? Zur Symptomverschiebung. Wir wollen schnell den vorherigen Zustand wiederherstellen, keine Zeit verlieren, uns nicht mit dem Unangenehmen beschäftigen und schon gar nicht auseinandersetzen. Wir sind der Meinung, alles richtig gemacht zu haben. Das Problem sind nicht wir, sondern immer das Gegenüber, oft die Eltern, die in unserer Vorstellung so vieles falsch gemacht haben. Diese Aussage bestätigt nichts anderes als: „Ich mache alles richtig, die anderen liegen falsch.“

Eine solche Einstellung ist kein einmaliges Gefühl, sondern sie wiederholt sich immer wieder. Zuerst in größeren Abständen, dann immer öfter, und am Ende gibt es eine Front von Gegnern und Aggressoren. So eine Haltung muss man sich immer wieder selbst bestätigen: „Ich habe doch gar nichts gemacht. Ich verstehe das alles nicht. Ich will doch immer nur das Beste für alle anderen. Ich tue doch niemandem etwas zuleide. Warum ereignen sich solche Vorfälle gerade bei mir? Andere machen vieles schlechter als ich, und ihnen passiert so etwas nicht.“

Solange wir in diesem Denkmuster der Symptomverschiebung verharren, werden wir auch nicht erkennen, dass das Äußere immer nur ein Spiegel des Inneren ist. Solange uns diese Einsicht nicht erreicht, kann sich im Leben auch nichts verändern - und schon gar nicht hin zum Besseren.

Wenn ich ohne Angst, Probleme und Widerstände leben will, dann muss ich mich um meine Vergangenheit, meine inneren Programme und meine Wurzeln kümmern. Das heißt: Ich muss mich der Realität stellen. Und den Weg zurück zu meinem Ursprung finden. Solange ich immer wieder das Verhalten meiner Eltern analysiere, bewerte und versuche zu verstehen, habe ich den mir gemäßen Platz als Kind ihnen gegenüber verlassen. Solange ich noch nach Erklärungen und Antworten suche, weshalb sie dieses oder jenes so gemacht haben oder immer noch machen, verharre ich in einer wertenden Position. Ich erhebe mich über sie und schaue von oben besserwisserisch auf sie herab.

Solange ich in der Überzeugung lebe, dass ich wüsste, was sie zu tun hätten, damit alles besser werden kann und das, was sie falsch gemacht haben, nach meinen Vorstellungen zu verändern, solange habe ich noch nicht verstanden, was es heißt, Eltern zu sein.

Genau das ist ein gängiges Muster von unzähligen Menschen ihren Eltern gegenüber. Ein solches Verhalten führt zu weitreichenden Konsequenzen im täglichen Leben. Das größte Problem besteht darin, dass bei der kleinsten Besserwisserei, der kleinsten Ablehnung, dem kleinsten Widerstand gegenüber den Eltern keine tiefe Dankbarkeit mehr im Herzen aufkommen kann. Dabei ist es egal, wie alt man ist. Auch wenn du schon Großmutter sein solltest, bleibst du immer noch das Kind deiner Eltern.

Wahre Dankbarkeit ist ein Herzensgefühl und keine Verstandessache. Das Herz erfasst jede Situation umfangreicher und schneller als der Kopf. Die Herzenswahrnehmung ist auch eine andere Ebene als die der Augen und Gedanken. Unser Herz ist mit ganz besonderen Zellen, Neuriten genannt, ausgestattet und ist dem Kopf übergeordnet. Sie sind an Schnelligkeit nicht zu übertreffen und sind mit den Gehirnzellen verbunden, an die sie permanent Informationen senden.