Lieblingsplätze in Oberösterreich - Andreas Schöps - E-Book

Lieblingsplätze in Oberösterreich E-Book

Andreas Schöps

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Beschreibung

Im ehemals habsburgischen »Erzherzogtum ob der Enns« sind faszinierende Entdeckungen garantiert. Hier treffen die imposanten Gebirgszüge der Alpen und Eisenwurzen auf die sanften Hügel des Alpenvorlands und den schroffen Böhmerwald. Neben malerischen Bergen und Tälern, traumhaften Burgen und Schlössern sowie pittoresken Kirchen und Kapellen locken geheimnisvolle Wälder und Höhlen, traditionsreiche Städte, einzigartige Delikatessen oder Begegnungen mit den charismatischen Bewohnern - Oberösterreich muss man erlebt haben!

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Seitenzahl: 132

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Lieblingsplätze in Oberösterreich

Andreas Schöps

Impressum

Autor und Verlag haben alle Informationen geprüft. Gleichwohl ändern sich Gegebenheiten, daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Möchten Sie ein Feedback geben, freuen sich Autor und Verlag: [email protected]

Aus Gründen der Lesbarkeit und Sprachästhetik wird in diesem Buch das generische Maskulinum verwendet. Mit der grammatischen Form sind ausdrücklich weibliche sowie alle anderen Geschlechtsidentitäten mit berücksichtigt, insofern dies durch die Aussage geboten ist.

Sofern nicht im Folgenden gelistet, stammen alle Bilder von Andreas Schöps:

SPA RESORT THERME GEINBERG, TBG Thermenzentrum Geinberg BetriebsgmbH 30; Philip Rachinger/Andreas Balon 50; EurothermenResort Bad Schallerbach GmbH 66; EurothermenResort Bad Hall GmbH & Co KG 148

Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

1., überarbeitete Neuausgabe 2023

© 2019 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 07575/2095-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat/Redaktion: Anja Kästle

Herstellung: Julia Franze

E-Book: Mirjam Hecht

Bildbearbeitung/Umschlaggestaltung: Susanne Lutz unter Verwendung der Illustrationen von ©SylwiaNowik, Yozhik, anastasiadeshko, lapencia, nicknik93759375, bioraven – stock.adobe.com; © Susanne Lutz

ISBN 978-3-8392-7502-3

Inhalt

Impressum

  1 Entdeckungsreisen entspannt angehen

Braunau: Jägerstätterpark

  2 Das Wohnzimmer upgraden

Braunau: Historischer Stadtplatz

  3 Kulturhunger stillen

Braunau: Kulturhaus Gugg und Gugg-Lounge

  4 Zu innerer Einkehr finden

Maria Schmolln: Wallfahrtskirche

  5 Das Schlossfräulein verzaubern

Hagenau: Schloss

  6 Zurück in den Himmel schauen

Altheim: Weinlechner-Eiche

  7 Durch mystische Landschaften wandern

Eggelsberg: Ibmer Moor

  8 Über dem Wald schweben

Munderfing: Riesentanne

  9 Mit Freude leben

Reichersberg: Augustiner-Chorherrenstift

  10 Luxuriöses Thermenerlebnis

Geinberg: Therme Geinberg Spa Resort

  11 Den Maxi im Blütenmeer entdecken

Ort im Innkreis: Gärtnerei Sarastro-Stauden

  12 Ein schmunzelnder Narr werden

Ried im Innkreis: Spaziergang durch die Altstadt

  13 Die beliebteste Attraktion genießen

Schärding: Silberzeile

  14 Beim Stift auf a Glaserl anlegen

Engelhartszell: Stift Engelszell

  15 Geheimnisse unergründet sein lassen

Wernstein am Inn: Kubin-Haus im Schloss Zwickledt

  16 Wie ein echter Promi dreinschauen

Freinberg: Aussicht auf die drei Flüsse vom Café-Restaurant Blaas Passaublick

  17 Mal wirklich schnell Ausschau halten

Ulrichsberg: Aussichtsturm Alpenblick

  18 Den Faden weiterspinnen

Haslach an der Mühl: Webereimuseum

  19 Zu Recht Unrecht haben

Klaffer am Hochficht: Wander- und Skigebiet Hochficht

  20 Einfach »ois« genießen

Neufelden: Hotel-Restaurant Mühltalhof in Unternberg

  21 Von der heiligen Quelle trinken

Helfenberg: Waldkapelle Maria Rast

  22 Die schimmernde Kurve kriegen

Haibach ob der Donau: Donauschlinge bei Schlögen

  23 Synästhesie verstehen lernen

Fraham: Rosarium Gruber

  24 Historischen Spuren nachgehen

Eferding: G’schichtnweg

  25 Doppelt so schön ins Land schauen

Schaumberg: Burgruine Schaunberg

  26 Obsolete Grenzen wiederfinden

Tollet: Schloss

  27 Herausforderungen meistern

Haag am Hausruck: Erlebnisberg Luisenhöhe

  28 Das Erlebnisbad entern

Bad Schallerbach: Aquapulco – Die Piratenwelt

  29 Den »Sound of Music« spüren

Mondsee: Basilika

  30 Melodien für Millionen ersinnen

Mondsee: Durchatmen an der Ziehrer Ruhe

  31 Das versunkene Schloss suchen

Zell am Moos: Irrsee

  32 Mit allen Sinnen wandern

Nussdorf am Attersee: Wildholzweg

  33 Auf dem Sonnendeck relaxen

Attersee: Schifffahrt

  34 Mal ordentlich Dampf ablassen

Ampflwang im Hausruckwald: Lokpark

  35 Action in bezaubernden Gärten

Steinerkirchen an der Traun: Dinopark Agrarium

  36 Hinter schöne Fassaden blicken

Lambach: Benediktinerstift

  37 Salzige Traditionen würdigen

Stadl-Paura: Salzstadeln

  38 Die bessere Hälfte beschenken

Thalheim bei Wels: Marienwarte

  39 Unter den Lederern verweilen

Wels: Stadtplatz

  40 Dem putzigen Schnorrer widerstehen

Wels: Tiergarten

  41 Zukunft begreifen

Wels: Welios Science Center

  42 Kultur Raum geben

Wels: Kulturgelände Alter Schl8hof

  43 Ausgetretene Pfade entdecken

Leonding: Kürnberger Wald

  44 Im Armutszeugnis nächtigen

Enns: Stadtturm

  45 Musik und Ästhetik genießen

St. Florian: Augustiner Chorherrenstift

  46 In alten Zeiten verweilen

Linz: Hauptplatz mit Mariensäule

  47 Vielfalt schätzen lernen

Linz: Botanischer Garten

  48 Tourismustrends setzen

Linz: Pöstlingberg

  49 Ein Gesamtkunstwerk würdigen

Linz: Lentos Kunstmuseum

  50 Mit dem Dom Verstecken spielen

Linz: Mariä-Empfängnis-Dom

  51 Dem Stahl auf die Spur kommen

Linz: Besucherzentrum voestalpine Stahlwelt

  52 Im Einkaufsparadies andocken

Pasching: Einkaufszentrum PlusCity

  53 Kindheitsträume wahr werden lassen

Kopfing: Baumkronenweg

  54 Mühlviertler Gold verkosten

Alberndorf: Whiskydestillerie Peter Affenzeller

  55 Süßen Versuchungen nachgeben

Bad Leonfelden: Lebzeltarium – Lebkuchen Erlebniswelt

  56 Zum rauschenden Bach wandern

Hagenberg im Mühlkreis: Kumpfmühle

  57 Den magischen Kristall suchen

Unterweißenbach: Jagdmärchenpark Hirschalm

  58 Die Menschheit retten

St. Leonhard bei Freistadt: Weltuntergangssteine

  59 Vor dem Absturz bewahrt werden

Tragwein: Burg Reichenstein

  60 Zur Strafe Kunst genießen

Grein: Historisches Stadttheater

  61 Mal ganz nett fragen

Grein: Schloss Greinburg

  62 Durch echte Liebe reich werden

Grein: Stillsteinklamm

  63 Von Störchen lernen

Langenstein: Machland

  64 Ein romantisches Idyll bestaunen

Steyr: Zwischenbrücken

  65 Audienz gewährt bekommen

Steyr: Schloss Lamberg

  66 Die Zeit kurz stehen lassen

Steyr: Stiegenanlagen

  67 Löwen bändigen

Steyr: Stadtplatz

  68 Mit Elan zum Gipfelkreuz kraxeln

Molln: Hoher Nock im Nationalpark Kalkalpen

  69 Zu sich finden

Bad Hall: EurothermenResort

  70 Von der Kur entspannen

Bad Hall: Kurpark

  71 In die Taverne ausbüxen

Losenstein: Burgruine

  72 Den Schmiedehammer schwingen hören

Leonstein: Freilichtmuseum in der Schmiedleithen

  73 Mit Tassilo ein Kloster ergründen

Kremsmünster: Stift

  74 Eine Auszeit nehmen

Windischgarsten: Kleinerberg

  75 Seengeheimnisse erforschen

Spital am Pyhrn: Gleinkersee

  76 Nur Schokoladenseiten vorfinden

Vorderstoder: Wanderparadies

  77 Eigentlich was ganz anderes machen

Grünburg: Ute’s Kaffeehaus

  78 Die »Zehn Gebote des Käsegenusses«

Schlierbach: Klosterkäserei im Stift

  79 Dem Schwindel trotzen

Molln: Kraftwerk Steyrdurchbruch

  80 In den mystischen Fluss hineintauchen

Desselbrunn: Traunfall

  81 Grüngeflammtes anhimmeln

Gmunden: Gmundner Keramik Manufaktur

  82 Fernseh-Groupie-Nostalgien

Gmunden: Seeschloss Ort

  83 Feines in Sicherheit genießen

Traunkirchen: Spaziergang durch das Ortszentrum

  84 Trittsicherheitstests bestehen

Traunkirchen: Hochsteinalm und Lärlkogel

  85 Zu Sisi in die Sommerfrische eilen

Bad Ischl: Kaiservilla

  86 Weltweit unerreicht bleiben

Hallstatt: Spaziergang durch den Ort

  87 Salines Flair inhalieren

Hallstatt: Salzwelten im Hallstätter Salzberg

  88 Neue Entdeckungen finden

Ramsau am Dachstein: Gipfel des Dachsteins

Karte

Mythologische Skulptur des Künstlers Günther Fahrner im Skulpturenpark Wesenufer an der Donau

  1 Entdeckungsreisen entspannt angehen

Braunau: Jägerstätterpark

Wer auf Reisen nur das Spektakuläre vor Augen hat, verliert mitunter den Blick für das Wesentliche. Oftmals wird ein Ortswechsel gerade durch diejenigen Dinge so besonders und erlebenswert, die uns vermeintlich zufällig am Wegesrand begegnen – wenn wir nur ganz genau hinsehen.

Ein ausgesprochen schöner Ort, um eine Entdeckungstour durch Oberösterreich zu beginnen, ist der nach dem oberösterreichischen Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter benannte Park in Braunau. Im Jahre 2006 vom österreichischen Bundespräsidenten eingeweiht, stellt er eine Oase der Ruhe inmitten der Braunauer Altstadt dar. Hier kann man nicht nur zu sich selbst finden, sondern auch Energie tanken, Innehalten und das Beobachten üben. Mitunter erschließt sich dabei viel mehr, als auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn die Wege innerhalb des Parks sind nur vermeintlich willkürlich angelegt. Bei genauerer Betrachtung erkennt man ein metaphysisches Muster, das durch drei Leitpfade abgebildet wird: die Körper-, Geist- und Seelen-Achse. Schritt für Schritt erschließt sich somit die Ganzheitlichkeit des Menschen, die erst aus der Verbundenheit all ihrer Facetten tiefgründig werden kann.

Der ideale Platz, um das landschaftsgärtnerische Gesamtkunstwerk zu würdigen, ist der quadratische Kreuzgang im zentralen Bereich, der an den Innenhof des Klosters von San Damiano erinnert, in dem schon der heilige Franziskus seinen Sonnengesang schrieb. Am Rande des malerischen Teichs kann man ganz bei sich sein, dem Plätschern des kleinen Baches lauschen und Kraft sammeln für all die Herausforderungen, die vor einem liegen. Und sich bewusst werden, dass eine Reise umso schöner ist, je mehr man sich mit fast schon kindlicher Neugier auf all das einlassen kann, was auch unerwartet vor einem liegen mag.

Starten Sie vom Park aus auf den Baumlehrpfad und genießen Sie den Spaziergang entlang der Innauen vor der malerischen Kulisse der Braunauer Altstadt.

1

Jägerstätterpark

Schleifmühlgasse

A-5280 Braunau

 

Tourismusverband Entdeckerviertel

Stadtplatz 2

A-5280 Braunau

+43 (0)7722 62644

www.entdeckerviertel.at

  2 Das Wohnzimmer upgraden

Braunau: Historischer Stadtplatz

Manch Braunauer nennt den Stadtplatz schlicht das »Wohnzimmer in der Stadt«. Die liebevolle Bezeichnung mag verdeutlichen, wie sehr der historische Ortskern geschätzt wird und wie gerne sich die Bewohner hier treffen, unterhalten und das Leben genießen.

Das »Braunauer Wohnzimmer« ist in vielfältiger Hinsicht einzigartig. Nicht nur Erstbesucher sind überwältigt von der Geschichtsträchtigkeit der ansehnlichen Häuserreihen im Inn-Salzach-Stil, welche das bunte Treiben architektonisch geschmackvoll umrahmen. Von einem gemütlichen Platzerl in einem der zahlreichen Cafés lässt es sich wunderbar hineinblicken in die Historie der Innstadt, die, mal bayerisch, mal oberösterreichisch, das beste beider Welten zu vereinen scheint. Allen voran das eindrucksvolle Rathaus und das Paumgartner’sche Freihaus, in dem einst die Gerichtsbarkeit ihren Platz hatte. Hinzu kommen das Schiffmeister-Haus, das bayerischen Herzögen und dem österreichischen Kaiser Franz I. als Übernachtungsstätte diente, das Schüdlhaus, in dem schon König Max I. Joseph von Bayern und Napoleon Bonaparte wohnten, oder das Apothekerhaus, das einst wohlhabenden Tuchmachern gehörte und ganze Bürgermeisterdynastien hervorbrachte. Ganz speziell ist natürlich diese einzigartige Kombination aus oberösterreichischem Dialekt und Innviertler Charme, die jeden Aufenthalt zum wohltuenden Vergnügen werden lässt! Wenn dann noch ein typisch österreichischer »Verlängerter« mitsamt verführerischer Sachertorte kredenzt wird und das stete Plätschern des Fischerbrunnens für rhythmische Entspannung sorgt, mag man sich zu Recht fragen, was einen denn eigentlich davon abhalten sollte, für immer hierzubleiben? Oder zumindest stundenweise den Stadtplatz gegen das eigene Wohnzimmer zu tauschen, wie es die Braunauer Genussmenschen so weise tun.

Der Stadtplatz ist der ideale Startpunkt auf den Erlebnisweg, der Sie zu zahlreichen bedeutenden Schauplätzen bayerisch-oberösterreichischer Geschichte führt.

2

Am Historischen Stadtplatz steht das Rathaus

Stadtplatz 38

A-5280 Braunau

+43 (0)7722 8080

www.braunau.at

  3 Kulturhunger stillen

Braunau: Kulturhaus Gugg und Gugg-Lounge

Ein echtes Kleinod eröffnet sich dem neugierigen Besucher etwas abseits des Braunauer Stadtplatzes. In unmittelbarer Nähe des Inn wurde hier von Karl Anton Gugg 1781 eine Feuerlöschfabrik eröffnet: Berühmt war diese über 200 Jahre lang für ihre hervorragende Technik, insbesondere die 1806 entwickelte Guggsche Spritze mit Schlauch, die unzählige Brände rasch und zuverlässig zu löschen half. Als die Fabrik schließlich 1984 geschlossen werden musste, stand das geschichtsträchtige Gebäude zum Bedauern vieler Braunauer zunächst leer.

Es ist der Braunauer Theatergruppe Oberliachd’n zu verdanken, dass es schließlich nur wenige Jahre später in neuem Glanz erstrahlen konnte. 1991 entstand zunächst ein Kleintheater mit Theatercafé, das stetig ausgebaut wurde und heute mit dem KulturhausGugg und der Gugg-Lounge ein ebenso stilvolles wie attraktives Kulturzentrum bietet. Wer in Braunau einen unterhaltsamen Abend erleben möchte, der ist im Gugg absolut richtig. Das Angebot deckt das gesamte Spektrum zeitgenössischer Kultur ab und reicht von Konzerten nationaler und internationaler Künstler und Bands über Theateraufführungen bis hin zur Kleinkunst. Highlights sind die jährlichen Premieren von Eigenproduktionen, auf welche die Veranstalter ausgesprochen stolz sind. Kulturhistorisch besonders Interessierte pilgern zudem zu den Braunauer Zeitgeschichtetagen, die sich mit hochinteressanten Entwicklungen und Fragen auseinandersetzen und dabei immer auch einen regionalen Fokus suchen.

Egal welche kulturellen Präferenzen man auch haben mag – einen entspannten Abschluss des Besuchs findet ein jeder in der angeschlossenen Gugg-Lounge, in der es sich bei Wein, Kaffee oder Selters wunderbar stilvoll über das Gesehene und Gehörte ratschen lässt.

Machen Sie einen Abstecher in den nahegelegenen, herrlich entspannenden Palmpark direkt hinter dem Gebäude.

3

Kulturhaus Gugg

Kultur im Gugg

Palmstraße 4

A-5280 Braunau

+43 (0)7722 65692

www.gugg.at

 

Gugg-Lounge

Linzer Straße 6

A-5280 Braunau

+43 (0)7722 63461

www.gugg-lounge.at

  4 Zu innerer Einkehr finden

Maria Schmolln: Wallfahrtskirche

Gänzlich unspektakulär begann die Geschichte von Maria Schmolln, der heute bedeutendsten Wallfahrtsdestination Oberösterreichs: Im Jahre 1735 soll der ortsansässige Bauer Michael Priewasser ein Marienbild an einem Baum befestigt haben, um damit seinem verstorbenen Sohn zu gedenken. Das rührende Taferl lockte schon bald Menschen aus Nah und Fern, die dort gemeinsam beteten. 1784 wurde eine kleine Kapelle errichtet, eine einfache Raststätte schloss sich an, weitere Häuser wurden geschaffen – die Gemeinde Maria Schmolln entstand. 1863 wurde schließlich die Wallfahrtskirche, ein schlichter neugotischer Bau, den die Bewohner in Eigenregie aufgestellt hatten, feierlich eröffnet und wenige Jahre später übernahm der Franziskanerorden die Seelsorge in der Region.

Ein Besuch in Maria Schmolln ist nicht nur für Gläubige lohnenswert, die besonders in den Monaten Mai bis Oktober in die Gemeinde strömen. Vielmehr ist sie auch ein prominentes Urlaubsziel, das mit seinen unzähligen Rad-, Walking- und Wanderwege zu begeistern weiß. Weithin bekannt ist der Marien-Wanderweg, der seinen Ursprung im östlich gelegenen St. Marienkirchen hat und über 132 Kilometer durch malerische periglaziale Landschaften bis ins oberbayerische Altötting führt. Er ist gesäumt von sogenannten Marterln, Tafeln mit Bild und Inschrift, die Geschichten aus der Bibel nacherzählen. Beachtenswert sind zudem die »Marienkräuter« wie Schafgabe, Thymian oder Königskerze. Diese wachsen nicht nur im Klostergarten Maria Schmolln oder im Hildegard-Heilkräutergarten in Kirchberg, sondern auch am Wegesrand, oftmals begleitet von kleinen Tafeln, die den gelehrigen Wanderer in die Geheimnisse der traditionellen Kräuterkunde einweihen.

Nehmen Sie sich ein paar Tage Auszeit und finden Sie innere Einkehr auf dem Marien-Wanderweg von St. Marienkirchen über Maria Schmolln bis nach Altötting.

4

Wallfahrtskirche Maria Schmolln

Maria Schmolln 57

A-5241 Maria Schmolln

+43 (0)7743 220912 (Pfarrei)

www.dioezese-linz.at

  5 Das Schlossfräulein verzaubern

Hagenau: Schloss

Zugegeben – die Zeiten der Herzöge, Barone und Grafen sind vorbei, insbesondere in Österreich, wo der Adelsstand ja seit 1919 offiziell aufgehoben ist. Träumen ist aber auch im Land ob der Enns weiterhin erlaubt! Schon deshalb sollte man es sich nicht nehmen lassen und es sich einfach einmal vor dem geistigen Auge ausmalen, stolzer Besitzer eines Schlosses zu sein. Und was würde da wohl die holde Angetraute sagen, wenn sie auf einmal eine echte Schlossherrin wäre?

Wer ein passendes Ambiente für die schönen kleinen Träumereien sucht, dem sei das Renaissanceschloss in Hagenau ans Herz gelegt. Das malerische Prunkhaus befindet sich auf einem Felssporn direkt an der Mündung der Mattig in den Inn und gilt als eines der prächtigsten seiner Art. Auch wenn Hagenau erst 1728 in seiner heutigen Form erbaut wurde, lässt sich die Geschichte des Ortes bis in die Zeit des Hochmittelalters zum Kreuzrittergeschlecht der Hagenauer zurückverfolgen. Der besondere Reiz liegt heute im einzigartigen Ensemble aus Renaissanceschloss, Biedermeiertrakt und gotischer Kirche, das drei architektonische Epochen harmonisch miteinander vereint.

Seit der Renovierung 2002 hat sich das Schlossgelände zu einem Kulturzentrum entwickelt, das weit über die Region hinaus angesehen ist. Ob Familienfeiern, Hochzeiten, Taufen, Konzerte oder Lesungen in der Kirche, dem Park oder dem herrlichen Festsaal – in Hagenau findet sich eine virtuose Kulisse für eine schier unendliche Breite von Aktivitäten. Und der perfekte Hintergrund, um die Holde ans Ufer der Mattig zu entführen, sie zu einem Picknick einzuladen und mal ganz unverbindlich gemeinsam darüber nachzudenken, wie es denn so sein könnte als Schlossherrin und Schlossherr an diesem so wunderschönen Ort.

Schwingen Sie sich aufs Rad und runden Sie Ihren Besuch in Hagenau mit einer Einkehr in der Burgschänke der nur fünf Kilometer entfernten Burg Frauenstein am Inn ab.

5

Schloss Hagenau

Hagenau 1

A-4963 Hagenau

+43 (0)670 6015355

www.schlosshagenau.at

 

Burgschänke Frauenstein

Frauenstein 1

A-4962 Mining

+43 (0)7723 21353

www.burg-frauenstein.com

  6 Zurück in den Himmel schauen

Altheim: Weinlechner-Eiche

Blöd waren sie ja nicht, diese Römer. Auf ihren Eroberungszügen durch die dichten Eichenwälder des keltischen Königreichs Noricum fanden sie zielsicher die schönsten Orte, um sich niederzulassen. Da verwundert es also wenig, dass man im malerischen Altheim bislang zwei stattliche römische Villen ausgraben konnte, mitsamt Tand, Trödel und zahllosen Kostbarkeiten, die uns noch heute an die reiche Vergangenheit des Ortes erinnern.

Aber auch die nachfolgenden Zeiten waren ereignisreich im Ort an der Mühlheimer Ache: Erstmals 903 urkundlich erwähnt, wurde Altheim 1581 durch Herzog Wilhelm V. von Bayern das Marktrecht verliehen. 2003 – zugegeben mit etwas zeitlichem Abstand – erfolgte die Ernennung zur Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte brachte das heutige 5.000-Seelen-Örtchen zahlreiche prominiente Bewohner hervor, die mal bayerische, mal österreichische Interessen vertraten. Neben dem Freiheitskämpfer Johann Georg Meindl, einem berühmten Feldmarschall im Kampf der damals bayerischen Gemeinde gegen österreichische Besatzer Anfang des 18. Jahrhunderts, ist hier natürlich Reinhold »Reini« Hintermaier zu erwähnen. Der österreichische Nationalspieler blickt nicht nur auf eine erfolgreiche Karriere als Fußballprofi zurück, sondern brachte mit seinem »Tor des Monats« für den FC Nürnberg im Pokalfinale 1982 sogar den großen FC Bayern München an den Rand der Niederlage – allerdings nur fast.

Besonders stolz sind sie im Ort allerdings auf einen ganz feingeistigen Mitbürger: Der hier 1829 geborene Mediziner Josef Weinlechner gilt als Wegbereiter der modernen Kinderchirurgie und hat damit zur Rettung von unzähligen Leben beigetragen. Was wäre ein schöneres Andenken an sein leidenschaftliches Wirken als jene stattliche Eiche, die man 1899 ihm zu Ehren pflanzte? Und die damals wie heute zum Blick hoch in den Himmel und weit zurück in die Vergangenheit einlädt.

Von der Eiche ist es nur ein Katzensprung zum Römer Museum Altheim. Für alle Kulturinteressierten ein Muss, ebenso wie das etwas weiter entfernte Freilichtmuseum in Weirading.

6

Weinlechner-Eiche

Dr.-Weinlechner-Platz 1

A-4950 Altheim

 

Stadtamt Altheim

Braunauer Straße 7

A-4950 Altheim

+43 (0)7723 42255

www.altheim.ooe.gv.at

 

Römer Museum Altheim

Roßbacherstraße 2

A-4950 Altheim

+43 (0)664 1105389

www.roemermuseum-altheim.at

  7 Durch mystische Landschaften wandern

Eggelsberg: Ibmer Moor

Unweit der Gemeinde Eggelsberg hat man einen wahrlich traumhaften Blick gen Süden in die Salzburger Alpen hinein. Zu Füßen der prächtigen Gipfelkette breitet sich die mit gut 2.000 Hektar größte Moorlandschaft Österreichs aus und lockt mit einer unberührten Natur voller Sehenswürdigkeiten und sagenhaften Geschichten.