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Im ehemals habsburgischen »Erzherzogtum ob der Enns« sind faszinierende Entdeckungen garantiert. Hier treffen die imposanten Gebirgszüge der Alpen und Eisenwurzen auf die sanften Hügel des Alpenvorlands und den schroffen Böhmerwald. Neben malerischen Bergen und Tälern, traumhaften Burgen und Schlössern sowie pittoresken Kirchen und Kapellen locken geheimnisvolle Wälder und Höhlen, traditionsreiche Städte, einzigartige Delikatessen oder Begegnungen mit den charismatischen Bewohnern - Oberösterreich muss man erlebt haben!
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Seitenzahl: 132
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Lieblingsplätze in Oberösterreich
Andreas Schöps
Autor und Verlag haben alle Informationen geprüft. Gleichwohl ändern sich Gegebenheiten, daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Möchten Sie ein Feedback geben, freuen sich Autor und Verlag: [email protected]
Aus Gründen der Lesbarkeit und Sprachästhetik wird in diesem Buch das generische Maskulinum verwendet. Mit der grammatischen Form sind ausdrücklich weibliche sowie alle anderen Geschlechtsidentitäten mit berücksichtigt, insofern dies durch die Aussage geboten ist.
Sofern nicht im Folgenden gelistet, stammen alle Bilder von Andreas Schöps:
SPA RESORT THERME GEINBERG, TBG Thermenzentrum Geinberg BetriebsgmbH 30; Philip Rachinger/Andreas Balon 50; EurothermenResort Bad Schallerbach GmbH 66; EurothermenResort Bad Hall GmbH & Co KG 148
Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.
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www.gmeiner-verlag.de
1., überarbeitete Neuausgabe 2023
© 2019 – Gmeiner-Verlag GmbH
Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch
Telefon 07575/2095-0
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat/Redaktion: Anja Kästle
Herstellung: Julia Franze
E-Book: Mirjam Hecht
Bildbearbeitung/Umschlaggestaltung: Susanne Lutz unter Verwendung der Illustrationen von ©SylwiaNowik, Yozhik, anastasiadeshko, lapencia, nicknik93759375, bioraven – stock.adobe.com; © Susanne Lutz
ISBN 978-3-8392-7502-3
Impressum
1 Entdeckungsreisen entspannt angehen
Braunau: Jägerstätterpark
2 Das Wohnzimmer upgraden
Braunau: Historischer Stadtplatz
3 Kulturhunger stillen
Braunau: Kulturhaus Gugg und Gugg-Lounge
4 Zu innerer Einkehr finden
Maria Schmolln: Wallfahrtskirche
5 Das Schlossfräulein verzaubern
Hagenau: Schloss
6 Zurück in den Himmel schauen
Altheim: Weinlechner-Eiche
7 Durch mystische Landschaften wandern
Eggelsberg: Ibmer Moor
8 Über dem Wald schweben
Munderfing: Riesentanne
9 Mit Freude leben
Reichersberg: Augustiner-Chorherrenstift
10 Luxuriöses Thermenerlebnis
Geinberg: Therme Geinberg Spa Resort
11 Den Maxi im Blütenmeer entdecken
Ort im Innkreis: Gärtnerei Sarastro-Stauden
12 Ein schmunzelnder Narr werden
Ried im Innkreis: Spaziergang durch die Altstadt
13 Die beliebteste Attraktion genießen
Schärding: Silberzeile
14 Beim Stift auf a Glaserl anlegen
Engelhartszell: Stift Engelszell
15 Geheimnisse unergründet sein lassen
Wernstein am Inn: Kubin-Haus im Schloss Zwickledt
16 Wie ein echter Promi dreinschauen
Freinberg: Aussicht auf die drei Flüsse vom Café-Restaurant Blaas Passaublick
17 Mal wirklich schnell Ausschau halten
Ulrichsberg: Aussichtsturm Alpenblick
18 Den Faden weiterspinnen
Haslach an der Mühl: Webereimuseum
19 Zu Recht Unrecht haben
Klaffer am Hochficht: Wander- und Skigebiet Hochficht
20 Einfach »ois« genießen
Neufelden: Hotel-Restaurant Mühltalhof in Unternberg
21 Von der heiligen Quelle trinken
Helfenberg: Waldkapelle Maria Rast
22 Die schimmernde Kurve kriegen
Haibach ob der Donau: Donauschlinge bei Schlögen
23 Synästhesie verstehen lernen
Fraham: Rosarium Gruber
24 Historischen Spuren nachgehen
Eferding: G’schichtnweg
25 Doppelt so schön ins Land schauen
Schaumberg: Burgruine Schaunberg
26 Obsolete Grenzen wiederfinden
Tollet: Schloss
27 Herausforderungen meistern
Haag am Hausruck: Erlebnisberg Luisenhöhe
28 Das Erlebnisbad entern
Bad Schallerbach: Aquapulco – Die Piratenwelt
29 Den »Sound of Music« spüren
Mondsee: Basilika
30 Melodien für Millionen ersinnen
Mondsee: Durchatmen an der Ziehrer Ruhe
31 Das versunkene Schloss suchen
Zell am Moos: Irrsee
32 Mit allen Sinnen wandern
Nussdorf am Attersee: Wildholzweg
33 Auf dem Sonnendeck relaxen
Attersee: Schifffahrt
34 Mal ordentlich Dampf ablassen
Ampflwang im Hausruckwald: Lokpark
35 Action in bezaubernden Gärten
Steinerkirchen an der Traun: Dinopark Agrarium
36 Hinter schöne Fassaden blicken
Lambach: Benediktinerstift
37 Salzige Traditionen würdigen
Stadl-Paura: Salzstadeln
38 Die bessere Hälfte beschenken
Thalheim bei Wels: Marienwarte
39 Unter den Lederern verweilen
Wels: Stadtplatz
40 Dem putzigen Schnorrer widerstehen
Wels: Tiergarten
41 Zukunft begreifen
Wels: Welios Science Center
42 Kultur Raum geben
Wels: Kulturgelände Alter Schl8hof
43 Ausgetretene Pfade entdecken
Leonding: Kürnberger Wald
44 Im Armutszeugnis nächtigen
Enns: Stadtturm
45 Musik und Ästhetik genießen
St. Florian: Augustiner Chorherrenstift
46 In alten Zeiten verweilen
Linz: Hauptplatz mit Mariensäule
47 Vielfalt schätzen lernen
Linz: Botanischer Garten
48 Tourismustrends setzen
Linz: Pöstlingberg
49 Ein Gesamtkunstwerk würdigen
Linz: Lentos Kunstmuseum
50 Mit dem Dom Verstecken spielen
Linz: Mariä-Empfängnis-Dom
51 Dem Stahl auf die Spur kommen
Linz: Besucherzentrum voestalpine Stahlwelt
52 Im Einkaufsparadies andocken
Pasching: Einkaufszentrum PlusCity
53 Kindheitsträume wahr werden lassen
Kopfing: Baumkronenweg
54 Mühlviertler Gold verkosten
Alberndorf: Whiskydestillerie Peter Affenzeller
55 Süßen Versuchungen nachgeben
Bad Leonfelden: Lebzeltarium – Lebkuchen Erlebniswelt
56 Zum rauschenden Bach wandern
Hagenberg im Mühlkreis: Kumpfmühle
57 Den magischen Kristall suchen
Unterweißenbach: Jagdmärchenpark Hirschalm
58 Die Menschheit retten
St. Leonhard bei Freistadt: Weltuntergangssteine
59 Vor dem Absturz bewahrt werden
Tragwein: Burg Reichenstein
60 Zur Strafe Kunst genießen
Grein: Historisches Stadttheater
61 Mal ganz nett fragen
Grein: Schloss Greinburg
62 Durch echte Liebe reich werden
Grein: Stillsteinklamm
63 Von Störchen lernen
Langenstein: Machland
64 Ein romantisches Idyll bestaunen
Steyr: Zwischenbrücken
65 Audienz gewährt bekommen
Steyr: Schloss Lamberg
66 Die Zeit kurz stehen lassen
Steyr: Stiegenanlagen
67 Löwen bändigen
Steyr: Stadtplatz
68 Mit Elan zum Gipfelkreuz kraxeln
Molln: Hoher Nock im Nationalpark Kalkalpen
69 Zu sich finden
Bad Hall: EurothermenResort
70 Von der Kur entspannen
Bad Hall: Kurpark
71 In die Taverne ausbüxen
Losenstein: Burgruine
72 Den Schmiedehammer schwingen hören
Leonstein: Freilichtmuseum in der Schmiedleithen
73 Mit Tassilo ein Kloster ergründen
Kremsmünster: Stift
74 Eine Auszeit nehmen
Windischgarsten: Kleinerberg
75 Seengeheimnisse erforschen
Spital am Pyhrn: Gleinkersee
76 Nur Schokoladenseiten vorfinden
Vorderstoder: Wanderparadies
77 Eigentlich was ganz anderes machen
Grünburg: Ute’s Kaffeehaus
78 Die »Zehn Gebote des Käsegenusses«
Schlierbach: Klosterkäserei im Stift
79 Dem Schwindel trotzen
Molln: Kraftwerk Steyrdurchbruch
80 In den mystischen Fluss hineintauchen
Desselbrunn: Traunfall
81 Grüngeflammtes anhimmeln
Gmunden: Gmundner Keramik Manufaktur
82 Fernseh-Groupie-Nostalgien
Gmunden: Seeschloss Ort
83 Feines in Sicherheit genießen
Traunkirchen: Spaziergang durch das Ortszentrum
84 Trittsicherheitstests bestehen
Traunkirchen: Hochsteinalm und Lärlkogel
85 Zu Sisi in die Sommerfrische eilen
Bad Ischl: Kaiservilla
86 Weltweit unerreicht bleiben
Hallstatt: Spaziergang durch den Ort
87 Salines Flair inhalieren
Hallstatt: Salzwelten im Hallstätter Salzberg
88 Neue Entdeckungen finden
Ramsau am Dachstein: Gipfel des Dachsteins
Karte
Mythologische Skulptur des Künstlers Günther Fahrner im Skulpturenpark Wesenufer an der Donau
Wer auf Reisen nur das Spektakuläre vor Augen hat, verliert mitunter den Blick für das Wesentliche. Oftmals wird ein Ortswechsel gerade durch diejenigen Dinge so besonders und erlebenswert, die uns vermeintlich zufällig am Wegesrand begegnen – wenn wir nur ganz genau hinsehen.
Ein ausgesprochen schöner Ort, um eine Entdeckungstour durch Oberösterreich zu beginnen, ist der nach dem oberösterreichischen Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter benannte Park in Braunau. Im Jahre 2006 vom österreichischen Bundespräsidenten eingeweiht, stellt er eine Oase der Ruhe inmitten der Braunauer Altstadt dar. Hier kann man nicht nur zu sich selbst finden, sondern auch Energie tanken, Innehalten und das Beobachten üben. Mitunter erschließt sich dabei viel mehr, als auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn die Wege innerhalb des Parks sind nur vermeintlich willkürlich angelegt. Bei genauerer Betrachtung erkennt man ein metaphysisches Muster, das durch drei Leitpfade abgebildet wird: die Körper-, Geist- und Seelen-Achse. Schritt für Schritt erschließt sich somit die Ganzheitlichkeit des Menschen, die erst aus der Verbundenheit all ihrer Facetten tiefgründig werden kann.
Der ideale Platz, um das landschaftsgärtnerische Gesamtkunstwerk zu würdigen, ist der quadratische Kreuzgang im zentralen Bereich, der an den Innenhof des Klosters von San Damiano erinnert, in dem schon der heilige Franziskus seinen Sonnengesang schrieb. Am Rande des malerischen Teichs kann man ganz bei sich sein, dem Plätschern des kleinen Baches lauschen und Kraft sammeln für all die Herausforderungen, die vor einem liegen. Und sich bewusst werden, dass eine Reise umso schöner ist, je mehr man sich mit fast schon kindlicher Neugier auf all das einlassen kann, was auch unerwartet vor einem liegen mag.
Starten Sie vom Park aus auf den Baumlehrpfad und genießen Sie den Spaziergang entlang der Innauen vor der malerischen Kulisse der Braunauer Altstadt.
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Jägerstätterpark
Schleifmühlgasse
A-5280 Braunau
Tourismusverband Entdeckerviertel
Stadtplatz 2
A-5280 Braunau
+43 (0)7722 62644
www.entdeckerviertel.at
Manch Braunauer nennt den Stadtplatz schlicht das »Wohnzimmer in der Stadt«. Die liebevolle Bezeichnung mag verdeutlichen, wie sehr der historische Ortskern geschätzt wird und wie gerne sich die Bewohner hier treffen, unterhalten und das Leben genießen.
Das »Braunauer Wohnzimmer« ist in vielfältiger Hinsicht einzigartig. Nicht nur Erstbesucher sind überwältigt von der Geschichtsträchtigkeit der ansehnlichen Häuserreihen im Inn-Salzach-Stil, welche das bunte Treiben architektonisch geschmackvoll umrahmen. Von einem gemütlichen Platzerl in einem der zahlreichen Cafés lässt es sich wunderbar hineinblicken in die Historie der Innstadt, die, mal bayerisch, mal oberösterreichisch, das beste beider Welten zu vereinen scheint. Allen voran das eindrucksvolle Rathaus und das Paumgartner’sche Freihaus, in dem einst die Gerichtsbarkeit ihren Platz hatte. Hinzu kommen das Schiffmeister-Haus, das bayerischen Herzögen und dem österreichischen Kaiser Franz I. als Übernachtungsstätte diente, das Schüdlhaus, in dem schon König Max I. Joseph von Bayern und Napoleon Bonaparte wohnten, oder das Apothekerhaus, das einst wohlhabenden Tuchmachern gehörte und ganze Bürgermeisterdynastien hervorbrachte. Ganz speziell ist natürlich diese einzigartige Kombination aus oberösterreichischem Dialekt und Innviertler Charme, die jeden Aufenthalt zum wohltuenden Vergnügen werden lässt! Wenn dann noch ein typisch österreichischer »Verlängerter« mitsamt verführerischer Sachertorte kredenzt wird und das stete Plätschern des Fischerbrunnens für rhythmische Entspannung sorgt, mag man sich zu Recht fragen, was einen denn eigentlich davon abhalten sollte, für immer hierzubleiben? Oder zumindest stundenweise den Stadtplatz gegen das eigene Wohnzimmer zu tauschen, wie es die Braunauer Genussmenschen so weise tun.
Der Stadtplatz ist der ideale Startpunkt auf den Erlebnisweg, der Sie zu zahlreichen bedeutenden Schauplätzen bayerisch-oberösterreichischer Geschichte führt.
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Am Historischen Stadtplatz steht das Rathaus
Stadtplatz 38
A-5280 Braunau
+43 (0)7722 8080
www.braunau.at
Ein echtes Kleinod eröffnet sich dem neugierigen Besucher etwas abseits des Braunauer Stadtplatzes. In unmittelbarer Nähe des Inn wurde hier von Karl Anton Gugg 1781 eine Feuerlöschfabrik eröffnet: Berühmt war diese über 200 Jahre lang für ihre hervorragende Technik, insbesondere die 1806 entwickelte Guggsche Spritze mit Schlauch, die unzählige Brände rasch und zuverlässig zu löschen half. Als die Fabrik schließlich 1984 geschlossen werden musste, stand das geschichtsträchtige Gebäude zum Bedauern vieler Braunauer zunächst leer.
Es ist der Braunauer Theatergruppe Oberliachd’n zu verdanken, dass es schließlich nur wenige Jahre später in neuem Glanz erstrahlen konnte. 1991 entstand zunächst ein Kleintheater mit Theatercafé, das stetig ausgebaut wurde und heute mit dem KulturhausGugg und der Gugg-Lounge ein ebenso stilvolles wie attraktives Kulturzentrum bietet. Wer in Braunau einen unterhaltsamen Abend erleben möchte, der ist im Gugg absolut richtig. Das Angebot deckt das gesamte Spektrum zeitgenössischer Kultur ab und reicht von Konzerten nationaler und internationaler Künstler und Bands über Theateraufführungen bis hin zur Kleinkunst. Highlights sind die jährlichen Premieren von Eigenproduktionen, auf welche die Veranstalter ausgesprochen stolz sind. Kulturhistorisch besonders Interessierte pilgern zudem zu den Braunauer Zeitgeschichtetagen, die sich mit hochinteressanten Entwicklungen und Fragen auseinandersetzen und dabei immer auch einen regionalen Fokus suchen.
Egal welche kulturellen Präferenzen man auch haben mag – einen entspannten Abschluss des Besuchs findet ein jeder in der angeschlossenen Gugg-Lounge, in der es sich bei Wein, Kaffee oder Selters wunderbar stilvoll über das Gesehene und Gehörte ratschen lässt.
Machen Sie einen Abstecher in den nahegelegenen, herrlich entspannenden Palmpark direkt hinter dem Gebäude.
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Kulturhaus Gugg
Kultur im Gugg
Palmstraße 4
A-5280 Braunau
+43 (0)7722 65692
www.gugg.at
Gugg-Lounge
Linzer Straße 6
A-5280 Braunau
+43 (0)7722 63461
www.gugg-lounge.at
Gänzlich unspektakulär begann die Geschichte von Maria Schmolln, der heute bedeutendsten Wallfahrtsdestination Oberösterreichs: Im Jahre 1735 soll der ortsansässige Bauer Michael Priewasser ein Marienbild an einem Baum befestigt haben, um damit seinem verstorbenen Sohn zu gedenken. Das rührende Taferl lockte schon bald Menschen aus Nah und Fern, die dort gemeinsam beteten. 1784 wurde eine kleine Kapelle errichtet, eine einfache Raststätte schloss sich an, weitere Häuser wurden geschaffen – die Gemeinde Maria Schmolln entstand. 1863 wurde schließlich die Wallfahrtskirche, ein schlichter neugotischer Bau, den die Bewohner in Eigenregie aufgestellt hatten, feierlich eröffnet und wenige Jahre später übernahm der Franziskanerorden die Seelsorge in der Region.
Ein Besuch in Maria Schmolln ist nicht nur für Gläubige lohnenswert, die besonders in den Monaten Mai bis Oktober in die Gemeinde strömen. Vielmehr ist sie auch ein prominentes Urlaubsziel, das mit seinen unzähligen Rad-, Walking- und Wanderwege zu begeistern weiß. Weithin bekannt ist der Marien-Wanderweg, der seinen Ursprung im östlich gelegenen St. Marienkirchen hat und über 132 Kilometer durch malerische periglaziale Landschaften bis ins oberbayerische Altötting führt. Er ist gesäumt von sogenannten Marterln, Tafeln mit Bild und Inschrift, die Geschichten aus der Bibel nacherzählen. Beachtenswert sind zudem die »Marienkräuter« wie Schafgabe, Thymian oder Königskerze. Diese wachsen nicht nur im Klostergarten Maria Schmolln oder im Hildegard-Heilkräutergarten in Kirchberg, sondern auch am Wegesrand, oftmals begleitet von kleinen Tafeln, die den gelehrigen Wanderer in die Geheimnisse der traditionellen Kräuterkunde einweihen.
Nehmen Sie sich ein paar Tage Auszeit und finden Sie innere Einkehr auf dem Marien-Wanderweg von St. Marienkirchen über Maria Schmolln bis nach Altötting.
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Wallfahrtskirche Maria Schmolln
Maria Schmolln 57
A-5241 Maria Schmolln
+43 (0)7743 220912 (Pfarrei)
www.dioezese-linz.at
Zugegeben – die Zeiten der Herzöge, Barone und Grafen sind vorbei, insbesondere in Österreich, wo der Adelsstand ja seit 1919 offiziell aufgehoben ist. Träumen ist aber auch im Land ob der Enns weiterhin erlaubt! Schon deshalb sollte man es sich nicht nehmen lassen und es sich einfach einmal vor dem geistigen Auge ausmalen, stolzer Besitzer eines Schlosses zu sein. Und was würde da wohl die holde Angetraute sagen, wenn sie auf einmal eine echte Schlossherrin wäre?
Wer ein passendes Ambiente für die schönen kleinen Träumereien sucht, dem sei das Renaissanceschloss in Hagenau ans Herz gelegt. Das malerische Prunkhaus befindet sich auf einem Felssporn direkt an der Mündung der Mattig in den Inn und gilt als eines der prächtigsten seiner Art. Auch wenn Hagenau erst 1728 in seiner heutigen Form erbaut wurde, lässt sich die Geschichte des Ortes bis in die Zeit des Hochmittelalters zum Kreuzrittergeschlecht der Hagenauer zurückverfolgen. Der besondere Reiz liegt heute im einzigartigen Ensemble aus Renaissanceschloss, Biedermeiertrakt und gotischer Kirche, das drei architektonische Epochen harmonisch miteinander vereint.
Seit der Renovierung 2002 hat sich das Schlossgelände zu einem Kulturzentrum entwickelt, das weit über die Region hinaus angesehen ist. Ob Familienfeiern, Hochzeiten, Taufen, Konzerte oder Lesungen in der Kirche, dem Park oder dem herrlichen Festsaal – in Hagenau findet sich eine virtuose Kulisse für eine schier unendliche Breite von Aktivitäten. Und der perfekte Hintergrund, um die Holde ans Ufer der Mattig zu entführen, sie zu einem Picknick einzuladen und mal ganz unverbindlich gemeinsam darüber nachzudenken, wie es denn so sein könnte als Schlossherrin und Schlossherr an diesem so wunderschönen Ort.
Schwingen Sie sich aufs Rad und runden Sie Ihren Besuch in Hagenau mit einer Einkehr in der Burgschänke der nur fünf Kilometer entfernten Burg Frauenstein am Inn ab.
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Schloss Hagenau
Hagenau 1
A-4963 Hagenau
+43 (0)670 6015355
www.schlosshagenau.at
Burgschänke Frauenstein
Frauenstein 1
A-4962 Mining
+43 (0)7723 21353
www.burg-frauenstein.com
Blöd waren sie ja nicht, diese Römer. Auf ihren Eroberungszügen durch die dichten Eichenwälder des keltischen Königreichs Noricum fanden sie zielsicher die schönsten Orte, um sich niederzulassen. Da verwundert es also wenig, dass man im malerischen Altheim bislang zwei stattliche römische Villen ausgraben konnte, mitsamt Tand, Trödel und zahllosen Kostbarkeiten, die uns noch heute an die reiche Vergangenheit des Ortes erinnern.
Aber auch die nachfolgenden Zeiten waren ereignisreich im Ort an der Mühlheimer Ache: Erstmals 903 urkundlich erwähnt, wurde Altheim 1581 durch Herzog Wilhelm V. von Bayern das Marktrecht verliehen. 2003 – zugegeben mit etwas zeitlichem Abstand – erfolgte die Ernennung zur Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte brachte das heutige 5.000-Seelen-Örtchen zahlreiche prominiente Bewohner hervor, die mal bayerische, mal österreichische Interessen vertraten. Neben dem Freiheitskämpfer Johann Georg Meindl, einem berühmten Feldmarschall im Kampf der damals bayerischen Gemeinde gegen österreichische Besatzer Anfang des 18. Jahrhunderts, ist hier natürlich Reinhold »Reini« Hintermaier zu erwähnen. Der österreichische Nationalspieler blickt nicht nur auf eine erfolgreiche Karriere als Fußballprofi zurück, sondern brachte mit seinem »Tor des Monats« für den FC Nürnberg im Pokalfinale 1982 sogar den großen FC Bayern München an den Rand der Niederlage – allerdings nur fast.
Besonders stolz sind sie im Ort allerdings auf einen ganz feingeistigen Mitbürger: Der hier 1829 geborene Mediziner Josef Weinlechner gilt als Wegbereiter der modernen Kinderchirurgie und hat damit zur Rettung von unzähligen Leben beigetragen. Was wäre ein schöneres Andenken an sein leidenschaftliches Wirken als jene stattliche Eiche, die man 1899 ihm zu Ehren pflanzte? Und die damals wie heute zum Blick hoch in den Himmel und weit zurück in die Vergangenheit einlädt.
Von der Eiche ist es nur ein Katzensprung zum Römer Museum Altheim. Für alle Kulturinteressierten ein Muss, ebenso wie das etwas weiter entfernte Freilichtmuseum in Weirading.
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Weinlechner-Eiche
Dr.-Weinlechner-Platz 1
A-4950 Altheim
Stadtamt Altheim
Braunauer Straße 7
A-4950 Altheim
+43 (0)7723 42255
www.altheim.ooe.gv.at
Römer Museum Altheim
Roßbacherstraße 2
A-4950 Altheim
+43 (0)664 1105389
www.roemermuseum-altheim.at
Unweit der Gemeinde Eggelsberg hat man einen wahrlich traumhaften Blick gen Süden in die Salzburger Alpen hinein. Zu Füßen der prächtigen Gipfelkette breitet sich die mit gut 2.000 Hektar größte Moorlandschaft Österreichs aus und lockt mit einer unberührten Natur voller Sehenswürdigkeiten und sagenhaften Geschichten.
