Life-Design-Actionbook - Sebastian Kernbach - E-Book

Life-Design-Actionbook E-Book

Sebastian Kernbach

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Beschreibung

Ideen sind da, gute Vorsätze auch, aber wie den Intention-Action-Gap überwinden? Gerade in einer Welt unbeschränkter Ablenkungen braucht es manchmal den freundlichen Tritt in den Hintern, die Prokrastination zu beenden. Hier setzt das Buch an mit verschiedenen ACTION-Taktiken zur Überwindung der eigenen Trägheit, Verzettelung oder Mutlosigkeit, um vom Denken und Reden wirklich ins Handeln und Machen zu kommen. In visuellen Vorlagen werden die sieben cleveren ACTION-Strategien lebendig und inspirieren zum Loslegen. Zusätzlich stellen die Autoren eine 30-Tage-Life-Design-Challenge als Kick-Start und ein 90-Tage-Programm für Life-Designer zum Starten und Dranbleiben zur Verfügung. Ausgezeichnet mit dem HSG Impact Award 2022 der Universität St.Gallen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 294

Veröffentlichungsjahr: 2022

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[5]INHALT

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwort1 EINFÜHRUNG1 Warum ein Actionbook?2 Wie Sie dieses Buch nutzenFür wen ist dieses Buch geeignet?Mit mehreren Sinnen arbeiten3 Der Aufbau des Buches4 Umgang mit Prokrastination (Aufschieben) Kurzfristige vs. langfristige ProkrastinationDas gelebte und ungelebte Leben – Warum wir prokrastinierenWie wir die Dinge geregelt bekommen5 Initiative und Proaktivität kultivieren2 HINTERGRUND - DER LIFE-DESIGN-ANSATZ IM SCHNELLDURCHLAUF1 Das Life-Loops-Modell2 Die Life-Design-Prinzipien3 Fokus auf die Übergänge3 EMPATHIE, NEUGIERDE UND KREATIVITÄT KULTIVIEREN1 EmpathieEinführungMethoden(1) Empathisches Zuhören(2) Routinen(3) Journaling3 gute DingeBlockaden-Tagebuch(4) Gute FragenLieben, ändern, verlassenWie wollen Sie leben?(5) Interessen, Fähigkeiten und WerteKindheitserinnerungenMe at my best(6) Visualisierung ErfolgskreisEinführungMethodenDreiklangZum Kern3 Kreativität und InspirationEinführungMethodenJa undRundlaufGesunde Einschränkungen4 VOM DENKEN ZUM HANDELN - INITIATIVE UND PROAKTIVITÄT KULTIVIERENNeue Systematik des MachensBlockaden und bewährte StrategienPortfolio des Machens4.1 AUFTEILEN MIT HILFREICHEN STRUKTURENA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Prinzip des Aufteilens(2) Endlichkeit schaffen(3) Manager- vs. Maker-Planung(4) Kreativphasen(5) Visualisieren(6) Work-Life-Rhythm(7) Beppo-Straßenkehrer-Mentalität4.2 ABGRENZEN FÜR WENIGER ABLENKUNGA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Ablenkungsbingo(2) Abgrenzungsportfolio(3) Digital Detox(4) Rückzugsorte(5) Tat-Ort-Kit(6) Ruhe ist eine Superkraft(7) Besser „nein“ sagen4.3 CLEVERE NUDGES EINSETZENA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Stärke des Standards(2) Sichtbare Signale(3) Vorstrukturierung(4) Fokus auf kleine Schritte(5) Spassfaktor(6) Fehler antizipieren und kompensieren(7) Aufstehtricks für Dauersnoozer4.4 DJ DER INNEREN STIMMENA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Ausdruck der inneren Stimmen(2) Vergleiche(3) Perfektionismus(4) Angst(5) Loslassen(6) Analogien und Alter Ego(7) Abstand gewinnen4.5 ENERGIE-MANAGEMENTA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Prime-Time(2) Calm Energy(3) Energiegeber und Energienehmer(4) Körpereinsatz(5) Energie mit allen Sinnen(6) Schöpferkraft durch kreativen Ausdruck(7) Bedeutung von Schlaf4.6 BEGEISTERUNG UND STÄRKENA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Stärken(2) Kraftfeld spannen(3) Vorbilder(4) Neugierde entwickeln(5) Freude am Tun(6) Blick von außen(7) Mut, Ausdauer, Enthusiasmus und Ehrlichkeit4.7 RAUSGEHEN UND REALISIERENA Zielsetzung und GrundideeB Strategien(1) Möglichkeiten durch Menschen(2) Umgebungsgestaltung(3) Ausbrechen aus Gewohntem(4) Rausgeh-Checkliste(5) Feedback frisiert(6) Aus Fehlern anderer lernen(7) Geber sein5 EXPERIMENTIERFREUDE, LERNEN UND WACHSTUM KULTIVIEREN1 PrototypingEinführungMethodenNebenprojekte startenMagic CircleLebenstraum-KartenspielEmpathie-KartenPrototyping-KartenPerspektivenwechsel3x3 Wege des PrototypingsFragen für Life-Design-Gespräche und Shadowing2 FeedbackEinführungMethodeFeedback à la Dr. HouseFast-Feedback-FormularGeduld kultivieren3 LernenEinführungMethodenLern-Vorlage (einfach)Lern-Vorlage (komplex)Lernen als SignalkarteLern-PrismaWas kommt, was geht, was bleibt6 LIFE-DESIGN-ACTION-PROGRAMME1 30-Tage-Challenge für Life Designer2 90-Tage-Programm für Life Designer1 Rahmenbedingungen2 Das 90-Tage-Programm in 4 Phasen(1) Life Design im Kleinen(2) Life Design im Großen(3) Life-Design-Action-Portfolio(4) Life-Design-Manifest7 LIFE DESIGN, INITIATIVE UND PROAKTIVITÄT FÜR DIE ZUKUNFT (DER ARBEIT)1 Proaktive Gestaltung von Übergängen2 Portfolio-Denken3 Verschiedene Formen von Karrieren4 Life Design, Initiative und Proaktivität in Ihrer Organisation8 FAZITDanksagungReferenzen
[1]

Hinweis zum Urheberrecht:

Alle Inhalte dieses eBooks sind urheberrechtlich geschützt.

Bitte respektieren Sie die Rechte der Autorinnen und Autoren, indem sie keine ungenehmigten Kopien in Umlauf bringen.

Dafür vielen Dank!

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft - Steuern - Recht GmbH

[4]Prof. Dr. Sebastian Kernbach: Assistenz-Professor für Kreativität und Design am MCM Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement, Universität St. Gallen, Visiting Fellow Stanford University, Gründer und Leiter des Life Design Labs (www.lifedesignlab.ch)

Prof. Dr. Martin J. Eppler: Ordinarius für Medien- und Kommunikationsmanagement, Direktor des MCM Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement, Universität St. Gallen

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Print:

ISBN 978-3-7910-5488-9

Bestell-Nr. 10834-0001

ePub:

ISBN 978-3-7910-5489-6

Bestell-Nr. 10834-0100

ePDF:

ISBN 978-3-7910-5490-2

Bestell-Nr. 10834-0150

Sebastian Kernbach/Martin J. Eppler

Life Design Actionbook

1. Auflage Mai 2022

© 2022 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH

www.schaeffer-poeschel.de

[email protected]

Produktmanagement: Dr. Frank Baumgärtner

Covergestaltung: Sebastian Kernbach

Satz: Malte Belau

Schriftschnitt Gilbert: © Gilbert Baker (Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International licence)

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart

Ein Unternehmen der Haufe Group SE

[9]VORWORT

Just do it. Kennen Sie diesen überstrapazierten Werbespruch? Es handelt sich dabei um den wohl bekanntesten Irrglauben, wenn es um Wagemut und Umsetzungskraft geht. Denn für viele Anliegen, Ambitionen und Wünsche kann man nicht einfach mal so loslegen. Das gelingt vielleicht bei einigen Vorhaben, doch längst nicht bei allen. Warum sind wir bei manchen Dingen eher bereit, sofort loszulegen und bei anderen zögern wir unendlich lang? Ist das zufällig?

Wie können wir es anders oder besser machen, so dass es uns selbst (und nicht irgendeinem Werbeslogan) entspricht? Gibt es eine Systematik oder gar eine Wissenschaft, um vom Denken ins Tun zu kommen? Wo findet man diese „Science of Action“?

Wir haben uns auf den Weg gemacht und geschaut, was wir aus der Psychologie, aus der Verhaltensökonomie, aus der Chronobiologie, aus der Konsumentenforschung und aus den Neurowissenschaften für unser Leben lernen können. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus haben wir für Sie zusammengefasst, aufbereitet und in einfache Praktiken verpackt.

So wird sichtbar, wie man innere und äußeren Saboteure des Nicht-Tuns entmachten kann und welche Strategien wirklich helfen, vom Denken ins Handeln zu gelangen. Wir ergänzen diese hilfreichen Praktiken mit spannenden Beispielen und Geschichten vom Tun oder eben Nicht-Tun, vom Aufschieben, aber auch von Tat-Orten.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre und bei den Übungen. Wir sind fest davon überzeugt, dass in der Fülle von Life-Design-Praktiken in diesem Buch auch genau die richtigen für Sie selbst mit dabei sind, um den nächsten wichtigen Schritt in Ihrem Leben zu tun.

Herzlichst

Sebastian Kernbach

Martin J. Eppler

[10]

1 WARUM EIN ACTIONBOOK?

Dieses Buch ist aus den Bedürfnissen von mehr als 3.000 Workshopteilnehmenden in den vergangenen vier Jahren entstanden. Die Teilnehmenden (u. a. auch von Organisationen wie der UNO, Nike oder Deloitte) wünschten sich ein Arbeits- und Umsetzungsbuch zum Thema Life Design. Denn: Allzu oft hatten sie zwar tolle Ideen entwickelt, diese dann aber doch nicht durchgezogen.

Viele Teilnehmende hatten dabei einzelne Strategien, die für sie funktionierten, wendeten diese aber eher zufällig an. Daher wollen wir mit diesem Buch systematisch Umsetzungsstrategien aufzeigen, die helfen vom Denken ins Tun zu kommen, und zwar nicht nur auf äußeren Druck hin, sondern selbstgesteuert und proaktiv.

Das Buch können Sie als Ergänzung zu unserem schon erschienenen Life-Design-Buch nutzen (S. Kernbach/M. J. Eppler, Life Design, 2020, Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart), auf das wir hier auch immer wieder Bezug nehmen.

[11]Das Ziel dieses Buches ist es daher, Hilfestellung zu geben, Spaßmacher, Verführer und freundlicher Tritt in den Hintern zu sein und eine neue Systematik des Machens vorzustellen, mit der Sie besser vom Denken ins Handeln kommen und dabei wohlwollend mit sich und anderen umgehen. Das Buch soll Mut machen zu entdecken, was Ihnen im Weg steht und wie Sie dies überwinden können.

Es geht dabei darum, das Kommen und Gehen diverser Blockaden, Saboteure oder Widerstände des Tuns wahrzunehmen und wertzuschätzen, um besser mit diesen umzugehen und ins Tun zu kommen. Sie werden sich vermutlich immer noch und immer wieder müde, bequem oder überfordert fühlen, aber damit zukünftig bewusster umgehen und proaktiver entscheiden nichts zu tun oder eben eine der Strategien aus der Systematik des Machens anzuwenden, die für Sie, die Aufgabe und die Situation stimmig ist. So wird Sie dieses Buch hoffentlich dazu bringen, einen großen Traum in Angriff zu nehmen, ihn stetig weiterzuentwickeln und auch hartnäckig zur Erfüllung zu bringen. Und das ist gut so, denn wir bereuen in der Regel mehr, was wir nicht getan haben, als das, was wir zumindest versucht haben.

Das vorliegende Actionbook ist dabei ein interaktives Arbeitsbuch, in das Sie gerne reinschreiben dürfen, zeichnerisch Punkte ergänzen können, oder gar Vorlagen ausschneiden und weiterverwenden sollen. Es wird Ihnen darüber hinaus ein Portfolio an Strategien zur Verfügung stellen, damit Sie versierter und systematischer als Designer Ihres Lebens Ihre Zukunft positiv gestalten.

Wir möchten Ihnen mit diesem Buch auch Inspiration und Anregung geben, um Ihren Umsetzungselan für Sie, Organisationen und die Gesellschaft zu fördern. Das Buch trägt dazu bei, wichtige Fähigkeiten wie Empathie, Neugierde und Kreativität zu kultivieren und die Fähigkeit zur Initiative und Proaktivität für einzelne Personen, Unternehmen und die Gesellschaft zu stärken.

Die folgende Darstellung zeigt, dass es nicht immer so einfach ist, seinen Plan in die Realität umzusetzen. Es gibt einige Dinge und Gedanken, die dazwischenkommen können. Darum geht es in diesem Buch: Besser zu erkennen, was Sie gerade davon abbringt Ihren Traum zu verwirklichen und Strategien anzuwenden, die Sie dazu bringen, mehr ins Tun zu kommen.

„DAS BESTE, UM ANZUFANGEN, IST, MIT DEM REDEN AUFZUHÖREN UND MIT DEM HANDELN ZU BEGINNEN.”

WALT DISNEY

[12]

Oft kommt es anders, und zweitens als man denkt, wenn’s um die Umsetzung eigener Träume geht. Zum Beispiel ist es nur menschlich, dass Aufgaben länger dauern als geplant. Dies hat mit unserem übertriebenem Optimismus zu tun: Wir unterschätzen oft den Zeit-, Kosten- und Risikoaufwand. Das ist jedoch nicht immer schlecht. Wenn wir alles bereits vorher wüssten, dann würden wir vielleicht gar nicht erst starten. Seien Sie also Optimist, aber machen Sie sich auch auf eventuelle Hindernisse, Umwege oder Rückschläge gefasst.

[13]Wie die Abbildungen zeigen, kann es sein, dass wir einen gradlinigen Verlauf erwarten, es aber dann doch mehr Höhen und Tiefen gibt. Es kann auch sein, dass andere Gründe wie Ablenkungen, Perfektionismus oder Überforderung dazwischenkommen. Wie Sie mit diesen Herausforderungen besser umgehen können, finden Sie in diesem Buch.

Abbildung 2: Vorstellung vs. Realität

2 WIE SIE DIESES BUCH NUTZEN

Sie können dieses Buch auf verschiedene Weisen nutzen. Dabei können Sie das Buch für sich selbst verwenden, es weitergeben oder verschenken, es professionell als Berater, Coach oder Trainer einsetzen (insbesondere die zahlreichen Vorlagen). Vielleicht hilft es Ihnen auch in Ihrer organisationalen Rolle für sich, Ihr Team oder Ihren Bereich.

FÜR WEN IST DIESES BUCH GEEIGNET?

Wir möchten mit diesem Buch im Grunde jeder Person dazu verhelfen, mehr vom Denken ins Handeln zu kommen. Etwas spezifischer formuliert, ist das Buch aus unserer Sicht relevant für die folgenden Personen:

Für sich selbst als Selbst-Coaching-Tool. Das Buch regt an und inspiriert, um vom Denken ins Handeln zu kommen, sei es für private Projekte, für das Studium, für den Beruf oder auch für das Home-Office.Für Gruppen, die sich als Life-Design-Teams zusammenfinden – mit einer Anleitung, wie man über 90 Tage ein Programm zusammen erstellt und durchlebt.Für Berater, Coaches und Trainer, die die Übungen ihren Coachees, Klienten und WorkshopteilnehmerInnen zur Verfügung stellen wollen, sei es als Life-Design-Gesamtpaket oder nur einzelne Übungen.

[14]UMFRAGEERGEBNISSE: VOM DENKEN ZUM HANDELN

In einer Online-Umfrage zu Beginn des Jahres 2022 haben wir 260 Personen befragt, wie es um ihre Perspektive zum Thema Prokrastination steht, was ihnen dabei im Weg steht und was ihnen hilft.

Mehr als die Hälfte aller Befragten (53 %) bezeichnen den Übergang vom Denken zum Handeln und zur Überwindung des inneren Schweinehunds als Herausforderung, 19 % bezeichnen es sogar als große Herausforderung. Als zentrale Barrieren um ins Machen zu kommen, wurden dabei die folgenden Gründe genannt:

PLATZ 1–3: Ablenkung (62 %), Überladung und Überforderung (58 %), Perfektionismus (56 %)

PLATZ 4-10: Müdigkeit und fehlende Energie (47 %), Angst, Fehler zu machen (44 %), Angst, was andere denken könnten (43 %), nicht nein sagen können (38 %), fehlende soziale Unterstützung (36 %), in Gewohntem gefangen sein (35 %), keine Zeit (34 %)

PLATZ 11-15: Fehlender Anreiz (32 %), negative innere Stimmen (31 %), fehlende Begeisterung (28 %), Bequemlichkeit (27 %), fehlende Sinnhaftigkeit (25 %)

Für Verantwortliche (z. B. PersonalentwicklerInnen) in Organisationen, um mit dem Life-Design-Ansatz und den Tools Neugierde, Initiative und Proaktivität zu kultivieren, um Probleme besser und schneller zu lösen, auf neue Ideen zu kommen und eine Kultur des Machens zu fördern.

MIT MEHREREN SINNEN ARBEITEN

Dieses Buch ist so gestaltet, dass möglichst viele verschiedene Sinne angesprochen werden, um Sie vom Denken ins Handeln zu bringen. Das beinhaltet grafische Vorlagen, Hinweise zu Hörelementen (wie Musik-Playlists), Empfehlungen zu aktivierenden Gerüchen und körperlicher Bewegung.

Je nach Lernvorlieben gibt es unterschiedliche Methoden zum Ausprobieren in diesem Buch. Kopfmenschen bevorzugen vielleicht die grafischen Vorlagen. Menschen, die lieber diskutieren als alleine nachzudenken, sollten soziale Tools wie den Magic Circle in Kapitel 5 ausprobieren.

[15]Zugleich wünschten sich 79 % aller Befragten besser vom Denken ins Handeln zu kommen, fast die Hälfte (48 %) sogar sehr. Zugleich gaben nur 8 % an, dass sie sehr gut mit Strategien ausgestattet sind, um vom Denken ins Handeln zu kommen.

Von dem her hoffen wir, dass das vorliegende Buch mit der neuen Systematik des Machens Ihnen helfen kann, Ihre Strategien bzw. Ihr Repertoire an Strategien weiterzuentwickeln.

Diese Strategien können Ihnen bei der Etablierung von neuen Gewohnheiten und Routinen helfen, was unter den Befragten der häufigste Wunsch war (82 %), gefolgt von der Erfüllung von Lebensträumen (76 %), der Intensivierung eines Hobbies (68 %). Immerhin weit mehr als die Hälfte wollen alte Laster loswerden (64 %), neue Nebenprojekte starten (62 %) oder ihre Karriere proaktiver angehen (57 %).

Was auch immer Sie vorhaben, wir hoffen, dass Ihnen die 7 Strategien dieses Buches helfen, Ihre Gründe für das Aufschieben und Prokrastinieren besser zu verstehen und mit einem Portfolio an Methoden anzugehen, um mehr von sich in Ihre Zukunft zu bringen.

3 DER AUFBAU DES BUCHES

Dieses Buch ist so aufgebaut, dass Sie zunächst einen Schnelleinstieg in den Life-Design-Ansatz, das Life-Loops-Modell und die entsprechenden Prinzipien erhalten. Daran anschließend gewinnen Sie dann einen Überblick über visuelle Vorlagen, neue Interventionen und Action-Interaktionsmöglichkeiten für den linken analytisch-planenden Teil des Loops, mit dem Sie Empathie, Neugierde und Kreativität kultivieren können.

Darauf folgt die neue Systematik des Machens als mittlerer Teil des Life Loops mit 7 Strategien, wie Sie besser vom Denken ins Handeln kommen können und dabei Initiative und Proaktivität kultivieren können. Auch hier stehen Ihnen eine Reihe an Interaktionsmöglichkeiten offen, um mit sich und anderen ins Gespräch zu kommen.

Anschließend behandeln wir eine bunte Reihe von Übungen für den rechten aktions- und lernorientierten Teil des Life Loops für mehr Experimentierfreude, Lernen und Wachstum. Wenn Sie gleich Lust haben zu starten, dann bietet Ihnen [16]das Kapitel 6 sowohl eine 30-Tage-Challenge als auch einen 90-Tage-Plan für Life Designer an.

Daran anschließend bieten wir einen kurzen Ausblick auf Life Design, Initiative und Proaktivität in Bezug auf die Zukunft (der Arbeit) und schließen mit einem Fazit. Sie werden darüber hinaus während des gesamten Buches immer wieder kleine Kästen und Boxen mit Anekdoten, Beispielen und weiteren Inspirationen für Ihr Life Design und Ihre Umsetzungsarbeit finden.

4 UMGANG MIT PROKRASTINATION (AUFSCHIEBEN)

Wenn ein Buch vom Tun und Machen handelt, dann kommt man um das Thema Prokrastination nicht herum. Was umgangssprachlich auch als Aufschieberitis bezeichnet wird, kann der Grund für nie in Angriff genommene Träume oder Vorhaben sein. Sie haben dies vermutlich auch schon im Kleinen erlebt: Sie sollten eigentlich an einer Aufgabe sitzen, eine Arbeit voranbringen oder sich für einen Kurs anmelden, aber Sie machen doch etwas anderes oder gar nichts.

Dieses Phänomen ist so bekannt, dass selbst die alten Griechen einen Namen dafür hatten. Sie nannten es „Akrasia“. Akrasia ist ein Zustand, in dem man gegen seinen eigenen Willen handelt. Doch was bedeutet eigentlich Akrasia bzw. Prokrastination? Wie zeigt sich unsere Aufschiebungstendenz und wie können wir besser damit umgehen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir im nächsten Abschnitt nachgehen

KURZFRISTIGE VS. LANGFRISTIGE PROKRASTINATION

Prokrastination wird viel diskutiert, wenn es um Abschlussarbeiten oder andere Projekte mit einer fixen Abgabefrist geht. Diese Form der Prokrastination ist schwierig, aber endlich. So schmerzhaft der Zeitdruck bei Prüfungen, Arbeiten und anderen Projekten auch sein mag, irgendwann ist es vorbei.

Neben dieser viel diskutierten kurzfristigen Prokrastination sieht es bei langfristiger Prokrastination ganz anders aus. Diese erscheint vielmehr als schleichender, kaum sichtbarer Prozess, weil es keinen unmittelbaren Abgabetermin gibt und weil man ja immer noch (vermeintlich) Zeit hat, das Aufgeschobene zu erledigen. Gerade dies macht langfristiges Aufschieben so gefährlich: Irgendwann ist es nämlich zu spät.

[17]DAS GELEBTE UND UNGELEBTE LEBEN – WARUM WIR PROKRASTINIEREN

Warum prokrastinieren wir eigentlich und was steht zwischen dem gelebten und ungelebten Leben? Der selbsternannte Weltbürger Ödön von Horváth umschrieb dieses Phänomen mit dem Satz „Ich bin eigentlich anders, komme nur selten dazu“. Der Autor Steven Pressfield ergänzt, dass zwischen dem gelebten und dem ungelebten Leben ein Widerstand steht – ein Widerstand, der uns davon abhält, unsere Absichten in Taten umzusetzen.

Widerstand und Prokrastination widerfahren uns aus ganz unterschiedlichen Gründen. Es kann sein, dass Ihnen die Aufgabe unendlich groß vorkommt und Sie zeitweise überfordert sind. Es kann sein, dass Sie müde und erschöpft sind und Ihnen schlichtweg die Energie fehlt. Es kann sein, dass Sie zu Bequemlichkeit und Faulheit neigen, vielleicht nicht grundsätzlich, aber zumindest in Bezug auf eine bestimmte Aufgabe. Es kann sein, dass Ihnen die Aufgabe zu langweilig oder uninteressant vorkommt, Sie gar desillusioniert oder wenig begeistert davon sind. Es kann sein, dass Sie permanent abgelenkt sind, zu beschäftigt sind oder nicht gut „nein“ sagen können. Ein Grund für Prokrastination könnte auch sein, dass Sie sich isoliert fühlen und keine Unterstützung erfahren und Ihr Umfeld Sie blockiert. Es kann sein, dass Ihre negativen inneren Stimmen Sie verunsichern, dass Sie zu perfektionistisch veranlagt sind oder Angst haben, Fehler zu machen.

Abbildung 3: Eisberg der Prokrastination

Während Prokrastination oberflächlich als reines Nichtstun oder als Ablenkung sichtbar ist, fällt es uns oft schwer zu verstehen, was dahintersteckt oder darunterliegt. Der Eisberg der Prokrastination zeigt uns eine Reihe von weit verbreiteten Gründen bzw. Umsetzungswiderständen auf.

[18]WIE WIR DIE DINGE GEREGELT BEKOMMEN

Es gibt also nicht einen einzigen Grund, warum wir prokrastinieren. Genau so wenig gibt es eine einzige Strategie, die uns hilft, Prokrastinieren zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. In diesem Buch geben wir Ihnen daher ein Repertoire an Strategien, um Prokrastination zu überwinden.

Selbstkontrolle und Motivation sind dabei die Schlüssel, mit denen Sie Ihre Aufgaben und Wünsche umsetzen. Diese Schlüssel werden beeinflusst von (1) de-motivierenden Faktoren, wie z. B. Angst vor Fehlern und (2) behindernden Faktoren, wie z. B. Erschöpfung oder einer Belohnung, die zu weit in der Zukunft liegt. Schlechte oder fehlende emotionale Selbstregulation führt auch zu Prokrastination. Wenn die demotivierenden und behindernden Faktoren grösser sind als Motivation und Selbstkontrolle, dann prokrastinieren wir.

Es geht demnach im Kern darum, dass Sie entweder Strategien verwenden, die Ihnen ermöglichen die Selbstkontrolle und Motivation zu erhöhen oder die demotivierenden und behindernden Faktoren zu reduzieren. In Bezug auf den Intention-Action-Gap bedeutet dies, dass Ihnen Selbstkontrolle und Motivation mehr Sprungkraft geben, um über den Gap zu springen. Die Reduktion von Demotivation und Behinderung hilft Ihnen, den Gap zu verkleinern, so dass Sie gar nicht so viel Sprungkraft benötigen.

In Kapitel 4 finden Sie 7 Strategien, mit denen Sie mehr Sprungkraft entwickeln können und den Gap verringern können. Mit dem bewussteren Umgang mit Ihrer Energie, mit dem Einsatz Ihrer Stärken und mit sozialer Unterstützung können Sie mehr Motivation, Selbstkontrolle und damit Sprungkraft erhalten. Mit mehr Automatisierung durch Nudging, besserem Aufteilen Ihrer Aufgaben und einer besseren Abgrenzung können Sie die demotivierenden und behindernden Faktoren und damit den Gap reduzieren. Zu guter Letzt können Sie mit dem Management Ihrer negativen und positiven inneren Stimmen beide Aspekte unterstützen.

„DER BESTE WEG, DIE ZUKUNFT VORHERZUSAGEN, IST, SIE ZU GESTALTEN.” PETER DUCKER

Im Buch „The War of Art” schreibt Steven Pressfield über Prokrastination als Widerstand und dass die Widerstände, die in uns sind und uns umgeben, nie weggehen werden und es darum besser ist, die Existenz von Widerständen [19]anzuerkennen und sich diesen jeden Tag aufs Neue zu stellen. Mit cleveren Strategien können Sie sich selbst und andere dazu bringen, besser mit diesen Widerständen umzugehen. Dies wird nicht immer gelingen, aber mit diesen 7 Strategien und diesem Buch hoffentlich immer öfters und immer besser.

5 INITIATIVE UND PROAKTIVITÄT KULTIVIEREN

Mit der neuen Systematik des Machens in Kapitel 4 können Sie systematischer Initiative ergreifen und proaktiver handeln und damit weg vom Beifahrersitz in den Fahrersitz Ihres Lebens steigen. Proaktivität bedeutet dabei nicht, dass Sie ständig aktiv sein müssen, Sie können sich auch proaktiv dazu entscheiden, nichts zu tun. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Ihnen die Dinge nicht einfach passieren, sondern dass Sie diese aktiv bestimmen und angehen.

Proaktives Denken und Handeln bedeutet, dass Sie eine höhere geistige und emotionale Flexibilität aufweisen und damit verbunden eine schnellere Umdenkleistung. Sie können so auch besser Ihre Perspektive wechseln: zwischen Überblick und Details, zwischen der eigenen Sicht und der Sicht von anderen, zwischen logischem Denken und der Ebene der Gefühle, zwischen einem anregenden Gespräch und innerer Ruhe und Sammlung. Proaktives Denken und Handeln braucht Konzentration. Seien Sie ganz bei der Sache. Lassen Sie sich nicht ablenken. Schaffen Sie innere und äußere Ruhe. Achten Sie auf ausreichend Energie. Und stecken Sie ambitionierte, und dennoch realistische Ziele, denn es braucht das richtige Anforderungsniveau, um den sogenannten Flow zu erreichen, indem Sie voll konzentriert Ihre Stärken einsetzen können und alle Ablenkung verschwindet. Sie können den Grad Ihrer eigenen Proaktivität mit der Persönlichkeitsskala nach Bateman und Crant bestimmen.

Initiative und Proaktivität sind nicht nur vorteilhaft für Sie direkt, sondern auch für Organisationen und die Gesellschaft. In ihrem Buch „Emotion and proactivity at work“ zeigen die Autoren Teresa M. Amabile und weitere eine ganze Reihe von Vorteilen von Proaktivität für Organisationen auf. Initiative und Proaktivität machen Mitarbeitende mutiger, ermöglichen mehr Möglichkeiten für Innovation, um innovative Ideen umzusetzen und damit einen wichtigen Beitrag für die kontinuierliche Entwicklung von Organisationen zu leisten. Es lohnt sich also, dass Organisationen gezielt die Fähigkeit zur Initiative und Proaktivität fördern. Auch gesellschaftlich leisten Menschen, die sich proaktiv um ihre Zukunft,

[20]PROAKTIVE PERSÖNLICHKEITSSKALA

Mit der Proaktivitätsskala nach Bateman und Crant können Sie bestimmen, wie es um Ihre Persönlichkeit in Bezug auf Proaktivität steht. Geben Sie für die folgenden 17 Fragen jeweils 1 bis 7 Punkte an, wobei 1 für „trifft überhaupt nicht zu“ steht und 7 für „trifft ganz zu“.

FRAGEN:

1Ich halte ständig Ausschau nach neuen Wegen, um mein Leben zu verbessern.2Es reizt mich, etwas in meiner Umgebung oder gar auf der Welt zu bewegen.3Ich übernehme gerne die Initiative beim Starten neuer Projekte.4Wo immer ich schon gewesen bin, war ich stets eine Kraft für konstruktive Veränderungen.5Es gefällt mir, Hindernisse, die sich meinen Ideen und Vorhaben entgegenstellen, zu überwinden.6Nichts ist so aufregend wie zu sehen, wie meine Ideen Realität werden.7Wenn ich etwas sehe, das mir nicht gefällt, ändere ich es.8Ungeachtet aller Schwierigkeiten: Wenn ich an etwas glaube, will ich es durchstehen.9Ich liebe es, meine Ideen zu vertreten, selbst gegen die Opposition anderer.[21]10 Ich bin besonders gut im Erkennen von Chancen und guten Gelegenheiten.11 Ich bin stets darauf bedacht, mein Tun zu verbessern.12 Wenn ich an eine Idee glaube, kann mich nichts und niemand davon abbringen, sie zu verwirklichen.13 Ich liebe es, den Status quo herauszufordern (und die Bequemlichkeitszone zu verlassen).14 Probleme gehe ich gleich an.15 Ich kann sehr gut Probleme in Chancen verwandeln.16 Ich erkenne Chancen, lange bevor sie andere sehen.17 Wenn ich jemanden mit Problemen sehe, helfe ich, soweit ich kann.

GESAMTPUNKTZAHL:

AUSWERTUNG:

Wenn Sie zwischen 17 und 50 Punkten haben, dann haben Sie eine schwach ausgeprägte Proaktivität. Sehr wahrscheinlich können Ihnen die 7 Strategien in diesem Buch helfen, Ihre Proaktivität stark zu fördern.

Wenn Sie zwischen 51 und 85 Punkten haben, dann haben Sie eine durchschnittlich ausgeprägte Proaktivität. Sie können diese bewusst durch den Einsatz der 7 Strategien stärken.

Wenn Sie zwischen 86 und 119 Punkten haben, dann haben Sie eine stark ausgeprägte Proaktivität. Wer weiß, vielleicht kann Ihnen dieses Buch trotzdem weitere Inspirationen geben.

ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden kümmern, nicht nur einen Beitrag für sich selbst, sondern haben einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft. Mit Life Design, Initiative und Proaktivität bringen Sie nicht nur mehr von sich in Ihre Zukunft, sondern leisten damit auch einen positiven Beitrag an Ihr Umfeld, an Ihre Organisation und an die Gesellschaft.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre beginnend mit dem Life-Loops-Modell im Überblick und dem Fokus auf 3 der 8 Life-Design-Prinzipien. Anschließend finden Sie neue Methoden und Vorlagen für Empathie, Neugierde und Kreativität, gefolgt vom Schwerpunktthema dieses Buches, der Überwindung der Kluft zwischen Intention und Aktion mit der neuen Systematik des Machens. Darauf folgen neue Übungen und Vorlagen für Prototyping, Lernen und Wachstum. Gefolgt von der 30-Tage-Challenge, dem 90-Tage-Programm und der Einordnung von Life Design für die Zukunft (der Arbeit) bevor wir mit dem Fazit schließen.

„WOLLEN SIE WISSEN, WER SIE SIND? FRAGEN SIE NICHT. MACHEN SIE ETWAS. IHR HANDELN WIRD SIE DEFINIEREN.”

THOMAS JEFFERSON

[22]DER LIFE-DESIGN-ANSATZ IM SCHNELLDURCHLAUF

Dieses Buch knüpft, wie es der Titel bereits sagt, an das von uns entwickelte Life-Design-Konzept an. Zugleich können Sie die neue Systematik des Machens auch über Life Design hinaus für andere Projekte und Arbeiten verwenden, um vom Denken und Reden ins Machen und Tun zu kommen.

Für diejenigen unter Ihnen, die noch nicht mit dem Life-Design-Ansatz vertraut sind, möchten wir einen kurzen Überblick über dessen Kerninhalte geben. Im Wesentlichen sind es das Life-Loops-Modell mit seinen 8 Phasen und die 8 Life-Design-Prinzipien, die den Life-Design-Ansatz ausmachen.

[23]

Abbildung 4: Das Life-Loops-Modell

1 DAS LIFE-LOOPS-MODELL

Das Life-Loops-Modell besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen. Der linke Teil ist der analytisch-planende Teil, indem Sie mit Empathie herausfinden können, was hinter Ihren Wünschen, Herausforderungen und Träumen steckt. Statt sich in [24]der Fülle der Erkenntnisse zu verlieren, hilft Ihnen die zweite Phase den Fokus zu finden und eine Problemformulierung zu artikulieren. In der dritten Phase geht es dann um die Beantwortung dieser Problemformulierung durch Ideengenerierung, Inspiration und Kreativität.

Der rechte Teil ist der handelnde-aktive Teil des Life-Loops-Modells, bei dem es darum geht, dass Sie Ihre Ideen in Prototypen und Experimenten umsetzen und ausprobieren. Anschließend geht es darum, dass Sie Feedbacks einholen, die dann zu tiefergehendem Lernen führen.

Der mittlere Teil ist die Verbindung zwischen dem analysierend-planenden Teil und dem handelnden-reflektierenden Teil, indem es darum geht, mögliche Blockaden oder Widerstände zu überwinden und nach ersten Aktionen und Lernerlebnissen dranzubleiben.

2 DIE LIFE-DESIGN-PRINZIPIEN

Neben dem Life-Loops-Modell sind die 8 Life-Design-Prinzipien zentral für den Life-Design-Ansatz. Diese Prinzipien begleiten Sie als Life Designer über alle Phasen hinweg. Im Laufe der Jahre haben wir feststellen dürfen, dass sich Life Designer ihre 2-3 Lieblingsprinzipien ausgewählt haben und sich diese zentral in ihrer Wohnung, Home-Office oder Büro gut sichtbar notiert haben.

Abbildung 5: Die Life-Design-Prinzipien

[25]Für das Life-Design-Actionbook ließen wir uns von zahlreichen Teilnehmenden in Workshops und Organisationen inspirieren, die sich immer wieder vor allem auf 3 der 8 Life-Design-Prinzipien konzentrierten. Der Vollständigkeit halber finden Sie hier nochmals alle 8 Life-Design-Prinzipien, die im Life-Design-Buch ausführlich erläutert werden, und nachfolgend in diesem Kapitel finden Sie den Fokus auf den 3 Prinzipien: (1) Differenzieren, (2) Experimentieren (und Erlebnisse schaffen) und (3) Flexibilität (durch die Wachstumshaltung). Diese 3 Prinzipien sind besonders von Bedeutung, wenn es darum geht, vom Denken ins Handeln zu kommen.

Sie können diese 3 Kernprinzipien in jeder Phase des Life-Loops-Modells anwenden und sie als Dreiklang zu Ihrem inneren Mantra machen: Differenzieren, Experimentieren, und Flexibilität. Dieser Dreiklang hat sich in den letzten vier Jahren als zentral für den Life-Design-Ansatz herauskristallisiert, denn es sind diese 3 Prinzipien, die es einem erlauben, vom reinen Denken, in ein beherztes, stetiges Handeln zu kommen.

DIFFERENZIEREN

Das Differenzieren ist für Sie als Life Designer von zentraler Bedeutung, weil es beim Life Design darum geht, nicht im Entweder-Oder zu verharren oder in Schwarz und Weiß zu denken, sondern die Grauzone dazwischen zu erkunden. Life Designer und Macher schauen differenziert auf die Welt, indem sie genauer herausfinden, was hinter ihren Wünschen und Träumen als auch hinter ihren Blockaden und Widerständen steckt.

Auf Basis dieses differenzierten Verständnisses können Sie bessere Ideen generieren und Handlungen planen und umsetzen, weil Sie dann in vielerlei Möglichkeiten denken. Und wenn Sie anderen mit Empathie, Neugierde und Wertschätzung begegnen, dann helfen Sie auch diesen, sich selbst besser zu verstehen.

Wir hatten unlängst einen Manager der Vereinten Nationen, der beim Design seiner morgendlichen Routine auf die glorreiche, aber auch etwas verrückte Idee kam, dass er sich am liebsten am Morgen für 20 Minuten auf die Skipiste beamen wollte, um danach erfrischt und energetisch in den Tag zu starten. Anstatt dichotom im Entweder-Oder-Denken zu verharren, hat er zusammen mit seinem Team überlegt, was differenziert dahintersteckt. Ohne zu zögern, sagte er, dass er sich ab[26]grenzen müsse für 20 Minuten von seinen Arbeitskollegen und auch seiner Familie im Home-Office, dass er etwas Aktives machen wollte und dass es Spass machen sollte. Auf Basis dieser dahinterstehenden Bedürfnisse konnte er nun Alternativen zu seiner vermeintlich unmöglichen Idee generieren. Diese Alternativen sind Möglichkeiten der Abgrenzung, die durch einen anderen Raum in der Wohnung ermöglicht werden, auf dem Balkon, im Garten oder bei einem Spaziergang. Etwas Aktives machen könnte auch das Joggen sein, ein Spaziergang mit Ausblick oder Stretching. Spass könnte er auch mit seinem Putting Green haben, mit seinem Basketballkorb am Papierkorb oder mit seinem Lieblingslied auf Spotify. Das differenzierte Vorgehen erlaubte es ihm, diese Alternativen zu entwickeln und damit multi-optional zu denken. Eine Fähigkeit, die nicht nur im Life Design wichtig ist, sondern immer dann, wenn es nicht vorwärts geht.

Differenzieren beginnt bereits mit der Sprache und wie Sie sich ausdrücken. Verwenden Sie eher extreme Ausdrücke wie „alles“ oder „nichts“ oder bereits differenzierte Betrachtungsweisen wie „mehr“ oder „weniger“? Sagen Sie eher „immer“ oder gäbe es auch die Möglichkeit, „häufig“, „meistens“, oder „oft“ zu sagen? Sagen Sie eher „nie“ oder gäbe es die Möglichkeit „selten“ oder „wenig“ zu sagen? Die Sprache, die Sie verwenden, drückt aus, wie Sie die Welt wahrnehmen.

Der Psychologe Manfred Prior hat in seinem Buch „MiniMax-Interventionen“ eine ganze Reihe an solch sprachlichen Nuancen aufgeführt, die ihn in seinen Therapiesitzungen begleiten, wie z. B. statt bei einem Vorhaben „ich habe es nicht geschafft“ alternativ zu sagen „ich habe es noch nicht geschafft“.

Wenn Sie das Thema Sprache interessiert, dann schauen Sie auf Kapitel 4.4 zu den inneren Stimmen. Dort wird die Bedeutsamkeit von Sprache und Differenzierung besonders betont.

Differenzieren heisst auch, dass Sie die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. In der Forschung nennt man dies Triangulation. Das bedeutet, dass man sich Daten aus mindestens drei Perspektiven anschaut. Erlauben Sie es sich, einen anderen Blick auf Ihre Träume und Wünsche zu werfen, indem Sie sich mit Ihrem Life-Design-Team austauschen, ein Life-Gespräch mit jemandem führen, der das schon gemacht hat. Differenzieren heisst auch weg vom Pauschalisieren, weg von Floskeln und flotten Sprüchen hin zu einem nuancierten Betrachten der (eigenen) Welt und einem besseren Verständnis der eigenen Wünsche, aber auch der eigenen möglichen Blockaden, um diese dann mit einem differenzierten Verständnis der neuen Systematik des Machens zu überwinden.

[27]EXPERIMENTIEREN

Experimentieren ist neben dem Differenzieren ein weiteres Kernprinzip von Life Designern. Das Experimentieren und Ausprobieren von Prototypen liegt in der DNA der Innovationsmethode Design Thinking und damit auch von Life Design. Life Designer und Macher experimentieren, probieren aus, um daraus zu lernen.

Das Experimentieren dient dazu, seine eigenen Annahmen und Vorstellungen zu überprüfen. Ist ein Job, eine Tätigkeit, oder ein Nebenprojekt wirklich so, wie ich es mir vorstelle? Annahmen und Vorstellungen, wie etwas sein könnte, sind oftmals nur schlechte Unterstützer bei Entscheidungen. Versuchen Sie daher einen 10 %-igen Prototypen zu erstellen, von dem Sie lernen können. Manchmal kann es Ihnen auch helfen, wenn Ihr erster Prototyp einen besonders schönen Titel trägt, wie z. B. „erste richtig schlechte Version“, mit dem Sie sich den Druck und die Erwartung an Perfektionismus nehmen, wie z. B. bei Abschlussarbeiten.

Beim Experimentieren exponieren Sie sich und Ihre Ideen mit der Welt. Versuchen Sie dies möglichst risikoarm zu tun, in Bezug auf Zeit, Geld und Emotionen. Wenn Sie z. B. regelmäßiger einen Spaziergang im Home-Office machen wollen oder sich zu Beginn des Jahres neue Vorsätze vornehmen, dann müssen Sie es nicht ab heute jeden Tag und für immer machen. Es reicht, wenn Sie es ein einziges Mal machen und dann schauen, was Sie daraus lernen können. Experimente und Prototypen sind immer dazu da, dass Sie von ihnen lernen und sich in kleinen iterativen Schritten in die Richtung bewegen, die für Sie wünschenswert ist.

FLEXIBILITÄT

Wenn Sie differenziert herausgefunden haben, was hinter Ihren Wünschen und Träumen oder Ihren Blockaden und Widerständen steckt, und dann mit ersten Prototypen und Experimenten Ihren Weg begonnen haben, dann ist es als Life Design und Macher unabdingbar, dass Sie Ihren Erlebnissen mit Flexibilität und Offenheit begegnen.

In einer unserer aktuellen Studien, in der wir unsere Seminarteilnehmende über mehrere Monate begleitet und befragt haben, war die Flexibilität und Offenheit gegenüber neuen, unerwarteten Erkenntnissen eines der zentralen Themen, um vom Denken ins Handeln zu kommen und dranzubleiben.

[28]Begegnen Sie also jedem Prototypen und Experiment nicht mit einer Gutschlecht-Haltung. Kultivieren Sie eher eine Wachstumshaltung, mit der Sie sich differenziert fragen, was Sie lernen können. Mit der Frage nach dem „Was kann ich hier lernen?“ sind Sie automatisch flexibler und offener gegenüber unerwarteten Wendungen und Veränderungen.

Wenn die Dinge nicht so funktionieren, wie gedacht, dann bleiben Sie flexibel. Seien Sie offen dafür, dass sich Ziele und Perspektiven in Ihrem Prozess ändern. Aus der Vielzahl von Anekdoten aus einer unserer Studien führte zum Beispiel das Prototyping von einem „schönen Arbeitsplatz im Home-Office“ zu einer Umgestaltung des gesamten Hauses. Der Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben und der Besuch eines Buchbindekurses führten dazu, dass eine Workshopteilnehmerin kein Buch mehr schreiben wollte, aber merkte, dass sie sich gerne mit Büchern umgeben wollte und daher dann mehr in Bibliotheken arbeitete. Zudem nahm sie sich samstags jeweils eine Stunde Zeit, um Buchdesigns in Buchläden zu durchstöbern. Die ursprüngliche Idee des Buchschreibens rückte in den Hintergrund und eine neue Leidenschaft wurde sichtbar.

Das ist genau das, was Life Design ausmacht. Sie starten mit einer Idee, einem Wunsch, einer Vision, und wenn Sie diese mit einem Prototypen oder Experiment ausprobieren und sich dabei auf das Lernen fokussieren und dabei flexibel und offen bleiben, dann können Sie sukzessive und Schritt für Schritt mehr von sich in Ihre Zukunft bringen und dies manchmal auf ganz unerwartete Weise.