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Die Publikation beschäftigt sich mit einem offenbar auf prähistorische Zeiten zurückgehenden, aber heute faktisch nicht erkennbaren und bis dato unbekannten Phänomen in der Raumstruktur der Region Main-Tauber-Hohenlohe und darüber hinaus: Landmarken wie Kirchen und Kapellen, Bildstöcke und Sühnekreuze, aber auch keltische Fliehburgen sind hier über weite Entfernungen mit erstaunlicher Präzision linear angeordnet. Einige dieser über Täler, Wälder und Höhenzüge verlaufenden Linien folgen astronomisch vorgegebenen Richtungen, andere orientieren sich auf weithin sichtbare Bergkuppen. Eine zentrale Rolle in dem Liniennetz spielt der Marienberg über Würzburg. Der Autor hat diese Linien entdeckt und beschreibt ihren Verlauf detailliert. Dabei verzichtet er bewusst auf Hypothesen, wie, wann und zu welchem Zweck diese raumordnenden Strukturen vermutlich bereits in der "grauen Vorzeit" angelegt wurden. Bekannt ist nur, dass bei der christlichen Missionierung heidnische Stätten und Kultorte vom neuen Glauben umfunktioniert und neu besetzt wurden.
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Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2017
Der Autor beim Hutzelkreuz auf dem Rainberg bei Böttigheim (siehe S. →)
Vorwort
Einleitung
Landlinien mit dem Marienberg als Zentrum
Linie vom Bullenheimer Berg nach Westen
Linien vom Nordenberg
Linien vom Hohen Landsberg
Feststellungen und Deutungen
Architektur war über 50 Jahre das Metier von Günther Deeg aus Bad Mergentheim. Neben vielen Neubauten beschäftigte ihn gegen Ende seines Berufslebens zunehmend die Sanierung alter Gebäude, wie in Creglingen das Haus Zahn aus dem 16. Jh. oder in Wenkheim die ehemalige Synagoge mit einer Rekonstruktion eines rituellen Frauenbads. Zu einer hochinteressanten Aufgabe und zugleich zur Initialzündung für eine intensive Beschäftigung mit der Baugeschichte wurde für ihn in den 1980/90er Jahren die Bauleitung am Deutschordensschloss Mergentheim. Bei den Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen konnte der Architekt nebenbei das alte Gemäuer sozusagen aushorchen. Wände und Fußböden öffneten dem Forschenden „Fenster in die Geschichte“. Kellerräume oder Fundamente gaben Rätsel auf. Nach und nach entstand ein Bild von der ehemaligen mittelalterlichen Burganlage.
Beeindruckt von der Planungs- und Bauleistung des Deutschen Ordens wurde sein Interesse am mittelalterlichen Konzept der gesamten Mergentheimer Stadtanlage geweckt. In der Schrift „Lebenslinien einer Stadt im Wandel – Bad Mergentheim vom Ursprung zur geplanten Ordensstadt“, veröffentlichte Günther Deeg 2006 seine Feststellungen und Rekonstruktionen.
Das Thema historische Stadtplanung verfolgte Günther Deeg weiter, bis er schließlich einen mittelalterlichen Masterplan von Bad Mergentheim herausgearbeitet hatte: ein geometrisches Netzwerk aus einer Linie und einem Dreieck verbunden mit der Symbolik von Kirchenachsen. Die „Mergentheimer Elle“ könnte sogar das Grundmaß der Planung gewesen sein. Dem Ergebnis dieser Arbeit gab Günther Deeg den Titel „Das Kreuz über der Stadt – Heilszeichen oder Herrschaftssymbol?“ – veröffentlicht in einer Sonderbeilage der Tauber-Zeitung anlässlich des Jubiläums „950 Jahre Mergentheim“ im Frühjahr 2008.
Im vorliegenden Werk schaut Günther Deeg nun über den Mergentheimer Tellerrand hinaus. Auch im Umland fand er geheimnisvolle Linien und Zusammenhänge zwischen Prähistorie und Christentum. Solche Linien sind Aufreihungen von natürlichen und künstlichen Landmarken in der Landschaft über Entfernungen, die mehrere Dutzend Kilometer betragen können. Auch wenn Günther Deeg unabhängig von bestehender Literatur auf die beschriebenen Linien gestoßen ist, so möchten wir doch kurz anmerken, dass deren Existenz an vielerlei Orten der Erde postuliert worden ist.
1921 bemerkte der britische Hobby-Archäologe Alfred Watkins Aufreihungen englischer Ortschaften mit den Endungen -leigh bzw. -ley (altenglisch für „Lichtung, Rodung“), von welchen er die Bezeichnung ‘Ley line’ ableitete. In der Folge wurden Aufreihungen von Landmarken, wie prähistorische Kultstätten, Kirchen, Megalithen, aber auch Bergkuppen oft als Ley-Linien bezeichnet. Als seriösere Erklärungsversuche gelten prähistorische Systeme der Landesvermessung, die auf astronomischen oder religiösen Grundlagen beruhen, sowie die Existenz alter Straßen und Pfade, die auf der kürzesten Sichtverbindung verliefen. Verbreitet sind aber auch die eindeutig unwissenschaftlichen Thesen der sogenannten Geomantie, welche die Ley-Linien mit mutmaßlichen Erdstrahlungen oder einem angeblichen Netz von
