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Im Literatur-DUO haben deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler eine Kurzgeschichte in ihrer Landessprache geschrieben. In einem deutsch/italienischen DUO haben sie dann die Kurzgeschichte des fremdsprachigen Partners in die eigene Landessprache übersetzt. Die Autoren und Autorinnen Alina Jennifer Wild / Joanne Mary Lorenzon Einfach so! / Il tagliatore di siepi Facile, no? / Der Heckenschneider Marja Gerike / Alesia Dangelliu Verborgene Wunder / È bastato uno sguardo Meraviglie nascoste / Ein Blick genügte Teresa Pascual Frielinghaus / Paola Maria Frisa Aus dem Leben von Georg Degenhardt / Luglio Vita di Georg Degenhardt / Juli Joleen Cheyenne Erhard / Susanna Perini Schweigen ist nicht immer nur Gold / Il fabbricante di storie Il tacere non è sempre soltanto oro / Der Geschichtenerzähler Jagna M. Scheerer / Sara Novembre Flora von Deutschland / Lo sguardo è nell'animo Flora della Germania / Der Blick liegt in der Seele Emma Amalia Kosmalla / Giorgia Pizzo Sie / Il coraggio di essere libera Lei / Der Mut, frei zu sein Klara Rottenberger / Leonardo Bertone Mittelmeer / Catullo ed io Mar Mediterraneo / Catull und ich
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Seitenzahl: 301
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Im Literatur-DUO haben deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler eine Kurzgeschichte in ihrer Landessprache geschrieben. In einem deutsch/italienischen DUO haben sie dann die Kurzgeschichte des fremdsprachigen Partners in die eigene Landessprache übersetzt.
Das Ziel der Stiftung ist es, mit dem Literatur-DUO den intellektuellen und interkulturellen Austausch zwischen deutschen und italienischen Jugendlichen zu fördern und so zur deutsch-italienischen Völkerverständigung beizutragen.
Der Sammelband ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Heimann-Stiftung und der Buchhandlung Eulenspiegel in Wiesloch.
Nel DUO-letterario, alunne / alunni tedeschi ed italiani hanno scritto un breve racconto nella propria lingua nazionale. Nell’ambito di un DUO tedesco/italiano, hanno poi tradotto il racconto del partner di lingua straniera nella propria lingua nazionale.
L’obbiettivo della Fondazione, attraverso i DUO-Letterari, è quello di promuovere lo scambio intellettuale e interculturale tra i giovani in Italia e in Germania contribuendo all’amicizia tra i due popoli.
L'antologia è il risultato di un progetto congiunto della Fondazione Heimann e della libreria Eulenspiegel di Wiesloch.
EINFACH SO!
Alina Jennifer Wild
FACILE, NO?
Alina Jennifer Wild
Traduzione di Joanne Mary Lorenzon
IL TAGLIATORE DI SIEPI
Joanne Mary Lorenzon
DER HECKENSCHNEIDER
Joanne Mary Lorenzon
Aus dem Italienischen von Alina Jennifer Wild
VERBORGENE WUNDER
Marja Gerike
MERAVIGLIE NASCOSTE
Marja Gerike
Traduzione di Alesia Dangelliu
È BASTATO UNO SGUARDO
Alesia Dangelliu
EIN BLICK GENÜGTE
Alesia Dangelliu
Aus dem Italienischen von Marja Gerike
AUS DEM LEBEN VON GEORG DEGENHARDT
Teresa Pascual Frielinghaus
VITA DI GEORG DEGENHARDT
Teresa Pascual Frielinghaus
Traduzione di Paola Maria Frisa
LUGLIO
Paola Maria Frisa
JULI
Paola Maria Frisa
Aus dem Italienischen von Teresa Pascual Frielinghaus
SCHWEIGEN IST NICHT IMMER NUR GOLD
Joleen Cheyenne Erhard
IL TACERE NON È SEMPRE SOLTANTO ORO
Joleen Cheyenne Erhard
Traduzione di Susanna Perini
IL FABBRICANTE DI STORIE
Susanna Perini
DER GESCHICHTENERZÄHLER
Susanna Perini
Aus dem Italienischen von Joleen Cheyenne Erhard
FLORA VON DEUTSCHLAND
Jagna M. Scheerer
FLORA DELLA GERMANIA
Jagna M. Scheerer
Traduzione di Sara Novembre
LO SGUARDO È NELL'ANIMO
Sara Novembre
DER BLICK LIEGT IN DER SEELE
Sara Novembre
Aus dem Italienischen von Jagna M. Scheerer
SIE
Emma Amalia Kosmalla
LEI
Emma Amalia Kosmalla
Traduzione di Giorgia Pizzo
IL CORAGGIO DI ESSERE LIBERA
Giorgia Pizzo
DER MUT, FREI ZU SEIN
Giorgia Pizzo
Aus dem Italienischen von Emma Amalia Kosmalla
MITTELMEER
Klara Rottenberger
MAR MEDITERRANEO
Klara Rottenberger
Traduzione di Leonardo Bertone
CATULLO ED IO
Leonardo Bertone
CATULL UND ICH
Leonardo Bertone
Aus dem Italienischen von Klara Rottenberger
AUTORINNEN UND AUTOREN
AUTRICI E AUTORI
ALINA JENNIFER WILD
„Was war denn eigentlich das gestern Abend schon wieder? Da möchte man doch nur in Frieden schlafen und du kommst mit der Taschenlampe und weckst einen!“
Das stimmte, ich war tatsächlich gegen kurz vor Mitternacht in das Schlafzimmer meiner Eltern geschlichen, aber nur wegen eines Geräusches, welches derartig nach einer erstickenden Person, wie es in Filmen gespielt wird, klang, dass ich trotz halb eingeschlafener Glieder lieber nachgucken ging. Letztendlich war es nur ein besonders lautes Schnarchen meiner Mutter gewesen.
„Es klang als würde gerade jemand um seinen letzten Atemzug kämpfen!“, verteidige ich mich.
„Du hast doch noch nie jemanden sterben sehen. Die letzten Atemzüge hört man nicht.“
Stumm lag sie da, konnte kaum noch sehen, oder hören, oder verstehen. Aber wenigstens ein bisschen reden hätte sie bestimmt gekonnt. Vielleicht meinte sie es gut, vielleicht nicht. Ihre Tochter fühlte sich ungerecht behandelt und hätte am liebsten geschrien, oder auch einfach nur geweint.
In ihren Träumen hatte sie sich immer vorgestellt, wie ihre Mutter ihre Hand nehmen würde, mit dem Daumen kleine Kreise über ihre Haut streichelnd und müde lächelnd, und sie würden vergebende Worte austauschen und sich mit reinem Herzen noch einmal umarmen. So wie es in Filmen eben auch immer geschieht.
Manchmal träumte sie aber auch davon, wie sie ihrer Mutter sagen würde, was sie alles falsch gemacht hatte, wann sie keine gute Mama gewesen war. Eine der dramatischen Szenarien: Sie würden in der Küche stehen, wo die Mutter den Abwasch erledigte, mit einem rot-grünen Teller aus Ton in der Hand, das Geschirr, dass selten benutzt wurde und sonst nur in der Vitrine stand. Die Familie war vorbeigekommen und die Tochter hatte wieder zur Belustigung der Verwandten etwas herumgeblödelt und für Unterhaltung gesorgt. So standen sie da und das Kind könnte sich endlich alles von der Seele reden: zu wenig Vertrautheit, zu wenig Aufmerksamkeit und Liebe als nur eines von mehreren Kindern, einfach manchmal kein schönes Zuhause, sodass man sich nicht freut, nach einem langen Tag dort anzukommen. Wenn sie einmal Kinder haben würde, ja, da würde sie alles anders machen, nur gerecht handeln, die Kinder mehr unterstützen und nach ihren Sorgen fragen, für sie da sein. Wenn die Mutter ihre Fehler einsehen würde und sich bei ihrer Tochter entschuldigen, würde das Kind fordern: „Schmeiß‘ den Teller auf den Boden so fest du kannst!“ Verwundert und widerwillig käme sie der Aufforderung nach. Der Teller zerbräche in viele Scherben und würde die Fließen mit der Gefahr, sich zu schneiden, besäen. „Entschuldige dich bei dem Teller“, würde das Kind zugleich fordern. „Nun mach‘ dich doch nicht lächerlich“ würde die Mutter in der Realität sagen, und erst recht nicht das geliebte Geschirr fallen lassen. Im Traum würde sie sich jedoch bei dem Teller entschuldigen, sie würde es ernst meinen und sogar ein bisschen weinen. Der Teller wäre immer noch zerbrochen, die Entschuldigung würde im Raum schweben, nichts verändern und dem Kind trotzdem gut tun.
Szenen wie diese stellte sich die Tochter abends, wenn sie im Bett lag, gerne vor. Manchmal so ausgiebig, dass sie zu lange wach blieb und am nächsten Morgen, wenn ihre Katze ungeduldig an der Tür kratzte, kaum die Augen öffnen konnte. Manchmal wurde der Protagonist des Geschehens, der eigentlich sie war, verstanden, manchmal warf nur jemand einen Teller auf den Boden und eine Entschuldigung reichte nicht aus, um ihn wieder ganz zu machen.
Eigentlich wollte sie auch gar keine Entschuldigung. Vielleicht setzte sich der Teller in ihren Vorstellungen daher auch nicht wie in einem der Fantasy-Bücher, die sie gerne las, wie durch Zauberhand wieder zusammen. Eigentlich würden diese Worte auch wirklich nichts bringen, nichts ändern und sie nicht glücklicher machen. Es waren kindische Fantasien. Und je älter die Tochter wurde, desto mehr verstand sie, dass sie in ihrer Familie gar nicht das Recht auf eine Entschuldigung hatte.
Jeder war irgendwie von dem großen Chaos betroffen und manchmal auch gerne zusammen, aber vorwiegend mit eigenen Problemen beschäftigt.
In diesem Moment jedoch, in dem sie sich auf einem unbequemen, an einen Gartenstuhl aus Kunststoff erinnernden Sitz befand, hätten sie ein paar Worte wirklich glücklicher gemacht. Es war schon so weit gekommen, dass die Mutter den Krebs stetig weiter gefüttert hatte und am Ende ihres Lebens stand. Kaum noch Gehör, Sicht oder Verständnis für ihre Tochter, die sie besuchen gekommen war.
„Erzähl mir mehr“, bitte ich meine Mutter wiederholt. „Sie hat sich immer über ein Pflänzchen als Geschenk gefreut, das hatten wir gemeinsam.“ „Und?“ „Ich habe ihr gerne beim Schminken oder Haare färben zugeguckt. Sie war Friseurin, aber für den Hinterkopf hat sie trotzdem Hilfe gebraucht.“ „Und?“ „Ach Kind, so viele positive Erlebnisse habe ich nicht auf Lager, es war halt doch meistens nicht wirklich schön zuhause. Man konnte sich gut mit ihr unterhalten, wenn man damit leben konnte, dass es danach auch der Rest der Familie wusste. Einmal, da habe ich ihr die Augenbrauen gezupft und konnte nicht aufhören, mich zu entschuldigen, wenn ich nicht schnell genug oder zu stark gezogen hatte. Und da hat sie mir gesagt, dass ich mich nicht immer so viel zu entschuldigen bräuchte und das alles schon gut machen würde. Das war sehr nett.“ „Ja das ist doch schön.“ „Ja.“
Manchmal schnappte ich noch weitere Fetzen auf: sie hatte anscheinend das Minimum an Bauchmuskulatur, das einem Menschen möglich ist, und hatte sich daher beim Aufstehen immer über die Seite rollen müssen. Man musste in ihrem Haus kein Blatt vor den Mund nehmen, vor Gästen war immer alles gut, eher extravagant als zu gewöhnlicher Kleidungsstil, Perlenkette, intensive riechendes Parfüm, Märchenoma.
Der Geruch im Krankenhaus ist doch immer das Schlimmste. Hier will man nicht sterben, denkt sie sich. Auch nicht zuhause, denn da müssten dann die Hinterbliebenen immer dieses Geschehnis an einen bestimmten Raum knüpfen und würden sich im eigenen Haus vielleicht nicht mehr wohl fühlen. So ein Hospiz vielleicht, das ist doch mal eine feine Sache der Kirche. Aber Hauptsache nicht im Krankenhaus.
Die Mutter konnte noch gehen, zumindest ein bisschen, aber wackelig auf den Beinen war sie trotzdem. Es war Mittwoch, relativ kalt und trotzdem Sonnenschein. Auf dem Weg zur Toilette begleitete die Tochter sie lieber, denn die inneren Blutungen hatten wieder zugenommen und ihr Zustand verschlechterte sich.
„Sie hat geblutet?“, frage ich. „Ja. Aber das sieht nicht direkt wie Blut aus. Als sie sich die Hände waschen wollte, hat sie das mit dem Wasserhahn nicht mehr auf die Reihe gekriegt, hat ihn ständig wieder an- und ausgemacht, weil sie das Geräusch des Wassers nicht mehr gehört hat. Und da hat sie mir auf einmal richtig leidgetan. Weil sie hat nie über ihre Schmerzen geredet. Da weiß ich über die Blasenentzündungen meiner Freundinnen mehr als über ihre Schmerzen damals beim Krebs. Vielleicht hat sie aus Rücksicht nie wirklich davon geredet, oder wollte sich nicht beschweren. Ich hab ihr dann gesagt, dass der Wasserhahn schon läuft, zweimal, damit sie mich hört und sie hat sich die Hände gewaschen.“
Stumm lag sie da, konnte kaum noch sehen, oder hören, oder verstehen. Oder vielleicht konnte sie doch noch verstehen und wollte nicht. Mit ihrer anderen Tochter konnte sie schließlich auch noch darüber reden, wie schick die neue Jacke doch sei.
Wenn jemand stirbt, ist das mit so viel Trauer und Verlustangst, manchmal auch Unausgesprochenem und Schuldgefühlen verbunden, dass man gar nicht darüber sprechen will. Es laufen keine Lieder über den Tod im Radio, nur über die Liebe, Gedichte beschreiben lieber die bedrohliche Vergänglichkeit des Menschen als dessen Endlichkeit, die dem Leben Sinn gibt, wenn ein Künstler den Tod malt, ist dieser dunkel und ungewiss.
Der Tod wird nicht als Teil des eigentlichen Lebens akzeptiert, sondern ist die Phase am Ende des Lebens, die man am liebsten überspringen, aber auch niemals gerne alleine verbringen würde.
Allein sein musste die Mutter oft, aber nicht in dieser letzten Phase. Wieder zurück im Bett wirkte sie etwas weniger schwach und kränklich als beim Laufen. Die Tochter setzte sich zurück in den weißen Plastikstuhl und beobachtete das Gesicht ihrer Mutter. Sie war ja doch immer auch irgendwie locker gewesen, zu unangenehmen Verwandten hatten sie nicht mitmüssen, sie konnte abends weggehen so lang wie sie wollte. Aber sie wurde auch nie abgeholt oder nach ihren Plänen gefragt, vielleicht war ihre Mutter auch einfach nicht interessiert.
Es war aber sicher nicht die Pubertät gewesen, die die beiden auseinandergetrieben hatte. Als sie ausgezogen war und die Mutter mehrmals versicherte, zum Kaffee vorbeizukommen, war der Tisch immer gedeckt: eine selbstgebackene Tarte au Chocolat, Orangensaft und gekaufte Kekse zusammen mit fertig gebrühtem Kaffee in einer rot-grünen Kanne aus Ton. Nur der Gast fehlte, und das mehrmals, obwohl der Rückweg von der Arbeit an ihrer Wohnung vorbeigeführt hätte. Eines Nachmittags stand sie dann völlig unerwartet vor der Tür und der Tisch war nicht gedeckt.
Das Krankenhausessen wurde der Tochter mit überraschend freundlichem Service mehrmals angeboten, doch sie lehnte ab. Ihre Mutter konnte es nicht mehr essen, sondern hing nur noch von schmerzlindernden Medikamenten ab. Die Tochter dachte zurück an das, was im Badezimmer geschehen war. Es neigte sich wirklich dem Ende zu, auch wenn sie die Worte der Krankenschwester, die gefragt hatte, ob sie zur Sicherheit nicht die Nacht dort verbringen wolle, nicht wahrhaben wollte.
„Ich hab dich lieb“, sprach sie aus. Von streichelnden Gesten durch die Haare, ein bisschen Herumgezupfe an den Klamotten von Seiten ihrer Mutter war sie später oft zurückgewichen, die Zuneigung hatte sich nicht ehrlich und echt genug angefühlt. Doch sie hatte ihre Mutter lieb, nicht nur, weil sie vielleicht nicht mehr lange da sein würde.
Diese reagierte aber nicht, sie hatte sie nicht gehört.
„Ich hab dich lieb“, wiederholte die Tochter lauter, sodass die andere Frau im Zimmer es auch schon hörte und herüberschielte. Aber es kam keine Reaktion. Stille. War sie doch nicht mehr ansprechbar? Im Badezimmer hatte sie doch noch verstanden. Oder sie hatte aus dem Kontext heraus die Lippen lesen können. Oder sie konnte es hören, wollte aber nicht antworten. Sie suchte Ausreden und Erklärungen. Ein drittes Mal würde sie es sicherlich nicht sagen, aber sie wurde so traurig, dass sie das Zimmer kurz verlassen musste. Auf dem Gang sprach sie die gleiche Krankenschwester erneut an, ob sie nicht doch die Nacht über dort bleiben wolle. „Nein“, sagte sie. Ihre Mutter würde auch noch morgen da sein.
Als es sich dem Wochenende näherte, blieb sie über Nacht. Von Samstag auf Sonntag war die Mutter wirklich nicht mehr ansprechbar, sie lag nur im Bett. Die andere Frau im Zimmer wurde verlegt und ein Bett für die Tochter hereingefahren. Sie würde wahrscheinlich nicht ein Auge zu machen, denn das Wichtigste ist doch, sich von den Menschen, die man liebt, verabschieden zu können. Sie hatte sich verabschiedet und keine Antwort erhalten, aber sie hoffte, dass das Wissen, nicht allein zu sein, ihrer Mutter geholfen hatte. Am nächsten Morgen war sie tot. Die Tochter war eingeschlafen und hatte es verpasst, nichts gehört oder gespürt, aber sie war da gewesen.
„Die habe ich auf der Frankfurter Buchmesse bekommen. Ein älterer Herr hat sie mir mit einem freundlichen Lächeln einfach im Vorbeigehen in die Hand gedrückt“, sagt sie. Ich schaute mir die Karte an. Ein Foto von einem winzigen Küken auf einem kleinen Felsbrocken, roter Granit. Um den Hals ein rotes-weiß gepunktetes Lätzchen gebunden, guckt es knapp an der Kameralinse vorbei und ist so flauschig, dass die Beine kaum sichtbar sind und es aussieht, als würde es sitzen. In weißer Schrift steht quer über das Bild geschrieben: „Ich hab dich lieb. Einfach so!“
Es war zwar nicht direkt eine Werbekarte, aber auf der Rückseite gab es einen Verweis zu einem Kinderbuch. Pünktchen, das Küken. Das unbewachte Hühnernest mit Pünktchen darin wird von einem Dachs entdeckt und nur dieses eine Küken bleibt von der Familie übrig. Ein trauriger Anfang und dann eine Geschichte von Freundschaft und Abenteuer, die klassische Frage nach dem „wer bin ich und wo ist mein Platz im Leben“. Also doch irgendwie Werbung.
Der Satz aus einem Kinderbuch hängt aber heute noch bei der Tochter an der überladenen Pinnwand in der Küche, denn er hat einen besonderen Platz in ihrem Herzen.
ALINA JENNIFER WILD Traduzione di Joanne Mary Lorenzon
“Cosa c’era di nuovo ieri notte? Volevamo solo dormire in pace e poi sei arrivata tu con la torcia a svegliarci!”
Ed era vero, di fatto ero sgattaiolata poco dopo mezzanotte nella camera da letto dei miei genitori. In mia difesa, avevo sentito alcuni rumori, che sembravano una persona che soffocava, proprio come nei film e anche se ero mezza addormentata ho pensato di andare a controllare.
Alla fine era solo mia mamma che russava in modo particolarmente rumoroso.
“In quel momento mi era sembrato come se qualcuno stesse lottando per prendere un respiro!”, mi giustifico.
“Non hai ancora mai visto nessuno morire. Gli ultimi respiri non si sentono.”
In silenzio restava ferma lì, poteva a malapena vedere, sentire o capire. Ma almeno aveva potuto dire qualche parola in modo chiaro. Magari aveva avuto una buona intenzione, o forse no. Sua figlia si sentiva trattata in modo ingiusto e avrebbe volentieri gridato, oppure semplicemente pianto.
Nei suoi sogni si era sempre immaginata come sua madre avrebbe preso la sua mano, tracciato con il pollice piccoli cerchi sulla sua pelle, sorriso stancamente e come si sarebbero scambiate parole di conforto e alla fine come si sarebbero abbracciate con i cuori pieni di gioia. Come succede sempre nei film.
A volte però sognava di come sua madre le diceva che sbagliava sempre tutto, chiedendole se era stata una così cattiva mamma. Uno degli scenari più drammatici: erano in cucina, la mamma lavava i piatti, con un piatto di ceramica rossa e verde in mano, le stoviglie che raramente usavano, di solito stavano solo di bellezza nella vetrina. La famiglia era venuta a fare visita e la figlia per il suo e il loro divertimento stava scherzando con i parenti. Loro stavano lì in piedi e la bambina poteva finalmente togliersi un peso: troppa poca confidenza, troppa poca attenzione e troppo poco amore, come se fosse una bambina qualsiasi anche agli occhi dei suoi genitori. E come se non bastasse, non aveva neanche una di quelle belle case, quelle in cui sei contento di rientrare dopo una lunga giornata. Si è ripromessa che quando avrà figli a sua volta sarà tutto diverso: li tratterà sempre bene, li sosterrà e gli chiederà sempre delle loro preoccupazioni, ci sarà per loro. Se la madre si accorgesse dei suoi errori e si scusasse con la figlia, la bambina chiederebbe: “Lancia a terra il piatto più forte che puoi!”. Con sorpresa e a malincuore richiesta verrebbe esaudita. Il piatto si romperebbe in moltissime schegge e le piastrelle sarebbero pericolosamente coperte di queste. “Scusati con il piatto” direbbe in quel momento la bambina. “ Non fare la sciocca” direbbe la madre nella realtà, e sicuramente non lascerebbe cadere a terra il prezioso piatto. Nel sogno invece la madre si scuserebbe con il piatto e addirittura piangerebbe un po’. Il piatto sarebbe però ancora rotto, le scuse si disperderebbero nell’aria, non cambierebbero nulla ma farebbero in ogni caso sentire meglio la figlia.
La sera quando andava a dormire, la figlia si immaginava spesso scene di questo tipo. A volte così a lungo che stava così tanto sveglia da non riuscire neanche ad aprire gli occhi quando al mattino il suo gatto graffiava impazientemente sulla porta. A volte il protagonista di queste storie, che in realtà era lei, veniva compreso, mentre altre volte qualcuno lanciava semplicemente un piatto per terra e una scusa non serviva in nessun modo a renderlo di nuovo intero.
In realtà lei non voleva nessuna scusa. Magari si immaginava questo piatto come nei libri fantasy, che lei amava leggere, che come per magia tornava intero. Nella realtà dei fatti queste parole non avrebbero portato a nulla, non avrebbero cambiato nulla e non la avrebbero resa più felice. Erano solo fantasie infantili, e più lei cresceva, più capiva che nella sua famiglia non aveva proprio alcun diritto ad una scusa.
Ciascuno era preso da cose più grandi, e magari trascorrevano anche volentieri del tempo insieme, ma ognuno era principalmente impegnato con i propri problemi.
Proprio in quel momento, mentre sedeva su una scomoda sedia da giardino in plastica ed era assalita dai ricordi, alcune parole la avrebbero veramente resa più felice. Era già troppo tardi: la madre aveva continuamente alimentato il cancro ed ormai era giunta alla fine della sua vita. Ma non aveva spazio per ascoltare o capire sua figlia, che era venuta a visitarla.
“Raccontami di più”, chiedo di nuova alla mamma. “Le piante le sono sempre piaciute come regalo, quella la abbiamo presa insieme.” “E?” “La guardavo mentre si truccava o mentre si tingeva i capelli. Lei faceva la parrucchiera, ma aveva sempre bisogno di una mano per tingersi i capelli sulla nuca.” “E?” “Ah tesoro, non ho fatto moltissime esperienze positive, non c’era proprio un bell’ambiente a casa. Potevi confidarti con lei solo a patto che l’intera famiglia sapesse. Una volta le ho fatto la ceretta alle sopracciglia e non riuscivo a smettere di scusarmi per non aver strappato abbastanza velocemente o abbastanza forte. In quel momento mi disse che non era necessario scusarsi troppe volte e che sarebbe andato tutto bene. È stata gentile.” “Sì, è stata carina.” “Sì.”
A volte riuscivo a cogliere altri frammenti: a quanto pare aveva il minimo di addominali che per una persona è possibile avere, e per questo per alzarsi rotolava sempre da un lato. In casa sua nessuno aveva peli sulla lingua, davanti agli ospiti andava sempre tutto bene, era davvero particolare in quanto a stile, con le sue collane di perle e il suo profumo intenso. Che nonna da favola.
L’odore di ospedale è sempre il peggiore. Nessuno vorrebbe morire qui, pensava fra sé e sé. Neanche a casa in realtà, perché in questo caso i superstiti non si sentirebbero più felici neanche nella loro casa. In un ospizio allora, quella sì che è una cosa caritatevole che ha fatto la chiesa. Però assolutamente non all’ospedale. La madre poteva ancora camminare, per lo meno un po’, ma era comunque malferma quando si muoveva. Era mercoledì, abbastanza freddo ma comunque soleggiato. La figlia la stava accompagnando verso il bagno, dato che le sue condizioni erano peggiorate a causa delle emorragie interne.
“Ha sanguinato?”, chiedo. “Sì, ma non come lo intendi tu. Non appariva come sangue. Quando si voleva lavare le mani, non riusciva a tenere il rubinetto e continuava ad accenderlo e spegnerlo perché non sentiva più il rumore dell’acqua. E quella volta mi ha davvero fatto stare male. Perché non parlava mai dei suoi dolori. So più della cistite della mia migliore amica che dei suoi dolori di quando aveva il cancro. Magari non ne ha mai parlato perché le pareva fuori luogo, oppure perché non voleva che mi preoccupassi. Poi le ho detto che il lavandino era aperto, per due volte, così ero sicura che mi avesse sentito, e si è lavata le mani.”
In silenzio restava ferma lì, poteva a malapena vedere, sentire o capire. O magari poteva ancora capire, ma non voleva. Con la sua altra figlia fino all’ultimo parlava di quanto fossero alla moda questo o quell’altro capo di abbigliamento.
Quando muore qualcuno, di solito non se ne parla, perché si è tristi o per paura dell’abbandono, o a causa delle cose che non sono state dette o del senso di colpa. In radio nessuno passa canzoni sulla morte, solo sull’amore. Le poesie descrivono la pericolosa caducità dell’uomo, piuttosto che la limitatezza di esso, che dà in realtà senso alla vita. Quando un artista dipinge la morte, l’opera ha una sfumatura scura e misteriosa.
La morte non viene accettata come parte della vita, ma viene piuttosto vista come la fine di essa, che tutti preferirebbero evitare, ma che nessuno vuole trascorrere da solo.
La madre ha passato lunghi periodi da sola, ma non questo. Quando si metteva di nuovo a letto, sembrava un po’ meno provata di quando si sforzava a camminare. La figlia si siede di nuovo sulla sedia di plastica bianca e osserva la faccia della madre. Era sempre rimasta calma, anche quando facevano visita dei parenti sgradevoli, dato che la sera poteva andare via per tutto il tempo che voleva. A questo proposito però non era mai stata andata a prendere o nessuno le aveva mai chiesto riguardo ai suoi piani: magari sua madre era semplicemente non interessata.
Non era stata sicuramente la pubertà a separare le due. Quando si era trasferita, la madre si era assicurata di passare qualche volta a prendere il caffè, in questi casi la tavola era sempre apparecchiata: un torta al cioccolato fatta in casa, succo d’arancia, biscotti, tutto accompagnato da caffè appena fatto dentro ad una caffettiera d’argilla. Mancava soltanto l’ospite, e questo succedeva la maggior parte delle volte, sebbene il suo appartamento fosse di strada tornando a casa dal lavoro. Alcune volte invece, di pomeriggio, bussava inaspettatamente alla porta, e in quel caso la tavola non era preparata.
La mensa dell’ospedale la aveva sorpresa con un servizio cordiale, ma lei aveva sempre rifiutato. Sua madre non riusciva più a mangiare ciò che le portavano, dipendeva invece solo da antidolorifici. La figlia pensava a ciò che era successo nel bagno. Si vedeva chiaramente la fine. Anche quando lei chiedeva all’infermiera se sarebbe stato meglio che passasse la notte lì per sicurezza, e questa rispondeva che non era necessario, queste parole non le erano di nessun conforto.
“Ti voglio bene”, disse. Dalle carezze tra i capelli, ad alcuni gesti affettuosi da parte di sua madre, da cui però si era sempre tirata indietro, non la avevano propriamente mai fatta sentire amata. Però voleva bene a sua madre, e non solo perché non ci sarebbe stata ancora per molto.
Lei però non aveva reagito. Non la aveva sentita.
“Ti voglio bene”, ripeté la figlia a voce più alta, così alta che anche l’altra signora nella stanza la sentì. Nessuna reazione. Silenzio. Era per caso incosciente? In bagno aveva capito ciò che le aveva detto però. Oppure le aveva letto le labbra. Oppure aveva capito dal contesto. Oppure poteva sentirla, ma non voleva risponderle. Cerca una spiegazione.
Non lo avrebbe sicuramente detto una terza volta e la cosa la aveva intristita così tanto, che aveva lasciato la stanza velocemente. Mentre se ne andava, l’infermiera le aveva chiesto se voleva passare la notte lì. “No” aveva risposto. Sua madre sarebbe stata ancora lì la mattina seguente.
Con l’avvicinarsi del weekend, era rimasta anche la notte. Da sabato a domenica sua madre aveva perso coscienza. Stava semplicemente distesa a letto. L’altra signora era stata trasferita in un altro reparto, quindi c’era un letto libero per la figlia. Probabilmente non se la sarebbe presa, perché l’unica cosa che contava in quel momento era riuscire a separarsi da sua madre. Non è mai facile dire addio ad una persona cara. Lei lo aveva fatto e non aveva ottenuto risposta, ma sperava che almeno la coscienza di non essere sola avesse aiutato sua madre. La mattina dopo era morta. La figlia era addormentata, non si era accorta di nulla e non aveva sentito nulla, ma era lì.
“L’ho trovata alla fiera del libro di Francoforte. Un signore anziano mi ha sorriso e me la ha posta fra le mani mentre gli passavo accanto”, disse. Osservavo la foto con attenzione. Ritraeva una piccola gallina vicino ad una pietra, granito rosso. Al collo aveva legato un bavaglino rosso e bianco, guardava direttamente in camera e aveva così tante piume che quasi non si vedevano le gambe. Sembrava che fosse seduta. Trasversalmente, sull’immagine era scritto in bianco “Ti voglio bene. Facile, no?”
Non era proprio una cartolina pubblicitaria, ma dall’altro lato c’era un rimando ad un libro per bambini. Tina la Gallina. Mentre era sola nel nido, Tina era trovata da un tasso. Era l’unica rimasta di tutta la sua famiglia. Un inizio triste e poi una storia di amicizia e avventure, la classica domanda “chi sono e qual è il mio posto nel mondo”. Ma comunque una cartolina pubblicitaria.
La frase (che viene dal libro per bambini) è appesa ancora oggi nella bacheca della figlia, nella sua cucina e occupa un posto speciale nel suo cuore.
JOANNE MARY LORENZON
Sul tavolo erano rimasti un piatto rosso con una striscia bianca lungo il bordo e una forchetta azzurra. Erano abbastanza consunti questi oggetti, ma da loro - come da molti altri oggetti nella sua casa - si poteva evincere molto riguardo alla sua personalità e al modo in cui guardava alle cose. Una forchetta azzurra, per chi la vede come tale, può sembrare un oggetto che rimanda all’infanzia, a un modo familiare e spensierato di sedersi a tavola, la striscia bianca sul piatto rosso potrebbe rappresentare l’indulgenza verso se stesso, la capacità di trovare tranquillità anche in un contesto caotico e il flusso libero dei pensieri attraverso ogni cellula del suo corpo. Il rosso circo-stante stava invece a rappresentare l’amore verso tutto. Sì, perché Agapio amava proprio tutto. E per di più era daltonico, quindi questo servizio di piatti e posate lo aveva scelto senza ogni dubbio in assenza di cognizione di causa, per il semplice fatto che gli servivano dei piatti e delle forchette. Che poi questi piatti e queste forchette avessero le strisce, fossero neri, grigio-verdi piuttosto che rossi non gli importava. Infatti non era stato lui a scegliere le forchette e i piatti, ma erano stati loro a scegliere lui. Tanto a lui non importava, era veramente poco interessato alle cose che non contenessero la vita. Sarebbe molto difficile praticare un qualsiasi tipo di professione con un approccio così selettivo verso il mondo, perché al giorno d’oggi la maggior parte delle persone della sua età lavorano quasi esclusivamente a contatto con oggetti, sempre, senza mai accorgersi di quello che fanno, tanto che sono abituati a maneggiarli e utilizzarli ai loro fini. Questo era per lui un modo di vivere la vita inconcepibile, in quanto la vita fosse viva e gli oggetti no. In ogni caso, il problema non lo riguardava. Il signor Agapio, era fiero di dire a chiunque incontrasse, anche se succedeva di rado che una persona lo approcciasse spontanea-mente, e ancor più raro era che lui avesse il desiderio di condividere il suo tempo con qualcun altro, che nella vita era un tagliatore di siepi. Lo diceva proprio così: «Nella vita sono un tagliatore di siepi». Alla fine aveva ragione a dirlo, lui amava le siepi, i cespugli, gli arbusti, le piante selvatiche, le piante da frutto, gli alberi vecchi, secolari, quelli con minimo ottanta anelli, quelli giovani, quelli malati, i cespugli dalle foglie verdi, ma leggermente gialle o anche quelli che avevano lungo la lami-natura del bordo un colore bianco che improvvisamente ad un certo punto i trasformava in verde, ma non finisce qui, perché era in grado, nella loro semplicità, di apprezzare anche quelli con le foglie di un colore solo, talvolta rosicchiate da un insetto o rovinate dalle intemperie. Tutti, tutte le forme di vita su tronco e radici, lui le amava e onorava tutte. Aveva una grande devozione anche per i fiori, ma quelli, diceva, sono materia delle persone giovani, quelle perché come i fiori la gioventù è mozzafiato ed effimera, e loro per forza si trovavano d’accordo con i fiori, perché avevano la stessa prospettiva sul mondo. Un fiore non pensa mai che un giorno non sarà più tale e in modo analogo la persona giovane e felice non si cura che in poche occasioni del suo futuro a lungo termine. E ci sono pregi e difetti di questa filosofia, ma non staremo qui a discuterli. Ad ogni modo, il signor Agapio aveva ragione di dire ciò, in quanto la sua professione gli piacesse così tanto da far sì che la sua vita fosse un arco di tempo dedicato alle siepi, ai cespugli, agli arbu-sti e così via e a quello che riguarda il loro processo di potatura. Sì, più propriamente si direbbe potatore di siepi, ma dopo aver appurato che molti bambini non conoscevano questa parola aveva optato per tagliatore di siepi, che suonava anche più semplice e alla portata di tutti. Agapio era anche un gran amante della luna, preferiva di gran lunga la luna al sole, ma preferiva il giorno alla notte perché il giorno mostrava i verdi - che per lui ovviamente non erano verdi, ma erano un’altra cosa - in tutta la loro completezza e il loro splendore. Dovete sapere che, benché fosse daltonico, questo non gli impediva di vedere i diversi gradi e le sfumature di colore, le vedeva eccome quelle, solo che in modo diverso. Tenuto conto di ciò , possiamo benissimo capire che lui non sapesse di essere daltonico, perché vedeva come tutti gli altri, ma colori diversi, quindi per lui il giallo era un altro colore, il verde un altro ancora e il rosa ancora diverso, ma li chiamava con gli stessi nomi, dato che li aveva sempre sentiti chiamare così, e anche perché per i colori che vedeva lui non esisteva un nome, dal momento che nessuno all’infuori di lui li aveva mai visti. E pensare che Agapio questi colori neanche sapeva di vederli.
La sua casa si trovava arroccata su di una piccola altura, appena fuori dal paesino in cui solitamente lavorava, talvolta per conto del comune, talvolta per Marisa o per Lucilla, ma anche per qualche sua coetanea, per le ottantenni della casa di riposo o per i ragazzi del colle-gio. Nei giorni in cui gli era richiesto di lavorare, scendeva dalla sua collinetta con gli attrezzi del mestiere, rigorosamente solo quelli indispensabili - alcuni dei quali creati personalmente da lui - ed eseguiva con molta cura e precisione ciò che gli veniva chiesto. Agapio trovava molto curioso come, dal modo in cui una persona voleva che la propria siepe fosse tagliata, si potessero capire tutte le qualità impor-tanti che stavano alla base della sua personalità e del suo carattere. Una volta, il marito di una commessa - quella che lavorava al negozio di scarpe - gli chiese di far prendere ai suoi cespugli di cipresso la forma del suo corpo. Dovette farsi ripetere la commissione due volte, cosa che accadeva raramente date le sue spiccate doti da ascoltatore, per essere sicuro di aver capito bene. Una siepe a forma di persona, pensò, alquanto bizzarro. Da ciò riuscì a capire - come può già risultare evidente - che quest’uomo aveva una grande stima di sé. Non una cosa cattiva presa così fuori dal contesto della persona, ma abbastanza irritante combinata all’atteggiamento da saccente e dalla presunzione di pensare di essere sempre colui che ha la verità in mano. Entrambi dettagli ipotizzati da alcune precisazioni espresse riguardo ai partico-lari della composizione, dal momento che per Agapio egli era un com-pleto sconosciuto, ma finirono per essere veritiere - sebbene non lo seppe mai con certezza.
Giravano in paese da sempre voci sul conto del particolare tagliatore di siepi, ed erano pettegolezzi veramente bizzarri. Alcuni dicevano che fosse uno stregone, per la sua straordinaria abilità nel maneggiare le cesoie, altri dicevano che fosse sordo, perché cantava male e lo faceva platealmente ogni volta che era si metteva al lavoro, altri ancora che fosse una sorta di messaggero inviato da Dio per controllare l’operato degli uomini. Non ipotizzarono mai però che fosse daltonico. Agapio era anche un’altra cosa, per cui non c’è un nome preciso. Al tatto percepiva le cose molto diversamente da chiunque altro - almeno questo è ciò che è dato sapere. Percepiva il ruvido come un’altra cosa, il morbido come un’altra ancora e i tessuti dei vestiti erano tutti così inspiegabilmente rigidi a suo avviso che non si capacitava del fatto che tutte le persone li indossassero. Ma per non destare troppo scalpore li indossava anche lui quando era in presenza di altri. Lavava spesso le stoviglie con acqua molto calda, ma per lui l’acqua molto calda non era come per gli altri. Lui ci si lavava volentieri in estate con l’acqua molto calda, ma non dava troppo peso a tutto ciò. Quando si trovava ad affrontare momenti in cui dubitava di sé stesso e del suo modo di percepire le cose, pensava che molte volte le persone chiamano le cose con nomi
