18,99 €
Lonely Planet E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 6. Auflage 2025
Entdecke Venedig und die bestgehüteten Geheimnisse des Veneto, shoppe handgefertigte Schmuckstücke bei Artisti Artigiani del Chiostro, genieße die ultimativen süßen Leckerei bei Gelateria Nico mit einem dekadenten Gianduiotto-Dessert und besteige den Glockenturms der Basilika San Giorgio Maggiore für einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Der Lonely-Planet-Reiseführer Venedig und Ventien ist ehrlich und praktisch geschrieben und liefert inspirierende Eindrücke und Erfahrungen.
 
Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 422
Veröffentlichungsjahr: 2025
Burano
>>
TATIANA POPOVA/SHUTTERST OCK ©
Löwe von Piräus, Arsenale
>>
JOLANTA WOJCICKA/SHUTTERSTOCK ©
Reiseplanung
Willkommen in Venedig & Venetien
Unsere Favoriten
Perfekte Tage
Beste Reisezeit
Bestens vorbereitet
Sicher anreisen
Unterwegs vor Ort
Massentourismus
Essen wie die Locals
Bar geöffnet
Showtime
Shoppen
Reiseziele
Stadtviertel im Überblick
Sacn Marco
Dorsoduro
San Polo & Santa Croce
Cannaregio
Castello
Giudecca, Lido & die südlichen Inseln
Murano, Burano & die nördlichen Inseln
Tagesausflüge von Venedig
Übernachten
Praktisches
Geld
Reisen mit Kindern
Essen, Trinken & Feiern
LGBTIQ+
Sicher reisen
Nachhaltig reisen
Barrierefrei reisen
Kurz & knapp
Sprache
Storybook
Die Geschichte Venedigs in 15 Orten
Triff die Venezianer
Rettet Venedig
Venedig: freizügige Stadt
Venetiens Visionäre
Register
Palazzo Ducale
>>
, Piazza San Marco
Pfeiffer/shutterStock ©
Schöne Ecken findet man in fast jeder Stadt, aber nirgends ist Schönheit so allgegenwärtig wie in Venedig. Hinter jeder Brücke, hinter jeder Ecke wird man verzaubert.
Eine meiner stärksten Erinnerungen gilt einer eisigen Januarnacht. Ich war auf dem Heimweg von La Fenice; dichter Nebel lag auf der Stadt. Die gotischen Paläste schienen auf Wolken zu schweben, während ferne Lichtflecken Boote auf dem Canal Grande markierten. Allein auf dem Ponte del Iovo, fühlte ich mich wie auf einer Theaterbühne, vor künstlichen Kulissen. In einer zusehends bedrohlichen Welt ist Venedig wie Medizin: ein Ort der Imagination und der Magie.
Cristian Bonetto
@CristianBonetto
Der Italo-Australier Cristian hat in zwei Jahrzehnten zahlreiche Reiseführer über Italien verfasst, auch über Venetien, die Heimat seines Vaters.
Am liebsten schlendere ich bei Nacht durch die menschenleere Basilica di San Marco>>, ich blicke dann auf zum goldenen Glanz der Mosaiken und steige in die uralte, wenig besuchte Krypta hinab.
LIEBLINGSPLÄTZE
Hier schlägt für unsere Autoren und Experten das Herz Venedigs.
Scala Contarini del Bovolo
>>
Adisa/shutterStock ©
Eine Stadt, die noch verliebter in Schönheit ist als Venedig, kann man sich kaum vorstellen. Venedigs Leidenschaft für Kunst, Design und Architektur ist unübertroffen. Ich mag die Stadt besonders im Winter, wenn weniger Touristen unterwegs sind und ein geheimnisvoller Nebel alles einhüllt. Gelegentlich brechen dann blaue Streifen am Himmel hervor, dann erkennt man in der Ferne die schneebedeckten Dolomiten.
Peter Dragicevich
@peterdragnz
Peter lebt als Reiseautor in Neuseeland, hat aber zahlreiche familiäre Verbindungen zur Adria.
Venedig steckt voller Geschichten. Einst die Hauptstadt einer riesigen Seerepublik, lesen sich diese heute wie ein aufregendes Drehbuch. Paläste zeugen von atemberaubendem Prunk, während winzige Inseln und mittelalterliche Plätze an Geschichten jüdischer Widerstandskraft erinnern. Jahrhundertelang war La Serenissima ein reiches und begehrtes Handelszentrum, dann folgte der Niedergang. Diese Höhen und Tiefen werden auf den Straßen und in den Museen der Stadt erlebbar.
City-Pässe
Vènezia Unica (veneziaunica.it) vereint verschiedene City Pässe, darunter für Museen, Kirchen und städtische Verkehrsmittel. Die Pässe können online erworben werden.
Ruhetage
Manche Museen der Stadt haben an einem Tag in der Woche, meist am Montag oder am Dienstag, geschlossen. Daher immer vorher nachschauen!
Fotografieren
Wenn nicht anders angegeben, darf in Museen fotografiert werden, aber nur ohne Blitz, Selfie-Stick oder Stativ.
Museo Storico Navale
>>
VON LINKS: ROY CONCHIE/ALAMY STOCK PHOTO ©, BLUECINEMA/GETTY IMAGES ©, JACKY CHAPMAN/ALAMY STOCK PHOTO ©
GESCHICHTE ERLEBEN
Im 1Palazzo Ducale>>, dem ehemaligen Machtzentrum der Stadt, kann man Geheimarchive, Foltermethoden und alles rund um Casanovas Flucht bestaunen.
Im 2Museo Correr>> erfahren die Besucher viel über Schicksal bestimmende Dogen (Herzöge), große Seeschlachten und zurückgezogene österreichische Prinzessinnen.
In Europas ältestem 3Ghetto>> kann man in die reiche Geschichte von Gelehrten, schmattes (Lumpenhändlern), geheimen Synagogen und kosmopolitischem Austausch eintauchen.
Im erstaunlich spannenden 4Museo Storico Navale>> können Macht, Ego und Glauben anhand wertvoller Schiffsmodelle und anderer Ausstellungsstücke erforscht werden.
Auf der 5Isola di San Lazzaro degli Armeni>>, einer jahrhundertealten armenischen Enklave, wartet Venedigs armenisches Erbe auf seine Besucher.
HEILIGE HIGHLIGHTS
Venedig besitzt 139 Kirchen. Einige stammen von Italiens größten Architekten, darunter Andrea Palladio und Baldassare Longhena. Von kleinen Schmuckstücken bis hin zu riesigen Bauten sind sie mehr als nur Pforten zum Göttlichen – sie sind Zeugen venezianischer Schaffenskraft und Baukunst.
Gebetszeiten
Die heiligen Messen werden in der Regel sogar in museumsartigen Kirchen abgehalten. Die Zeiten variieren. Während der Gottesdienste sind keine Kirchenbesichtigungen erlaubt.
Basilicae maiores/ minores
Der Markusdom ist Venedigs einzige Hauptbasilika. Santa Maria della Salute, I Frari, San Zanipolo und Santa Maria Assunta sind Nebenbasiliken.
Mosaiken, Basilica di Santa Maria Assunta
>>
RIMBALZINO/GETTY IMAGES ©RIMBALZINO/GETTY IMAGES ©
DIE SCHÖNSTEN KIRCHEN
Bei den 8000 m2 aus Mosaiken im 1Markusdom>>, einem der spektakulärsten Bauten Italiens, stockt einem der Atem.
In Venedigs größter Kirche 2San Zanipolo (S.168), in der 25 Dogen ihre letzten Ruhestätte gefunden haben, kommt man sich winzig klein vor.
In Torcellos mittelalterlicher 3Basilica di Santa Maria Assunta>>, einem wichtigen Beispiel paläo-christlicher Architektur, warten bezaubernde Mosaiken aus dem 12. Jh. darauf, entschlüsselt zu werden.
Pietro Lombardos herzzerreißende 4Chiesa di Santa Maria dei Miracoli>> aus farbenfrohem Marmor wirkt geradezu entzückend.
Mit einem vaporetto (Personenfähre) geht es zur hübschen 5Basilica di San Giorgio Maggiore>>, dem prachtvollsten Renaissancebau Andrea Palladios in Venedig.
MADE IN VENICE
Venedigs leider stetig schrumpfende Anzahl von Kunsthandwerksstätten ist für die Besucher genauso wichtig wie die ombre (kleine Weingläser) und die tollen Opernnächte in La Fenice. Die Waren sind für Touristen eine nachhaltige Alternative zu den im Ausland gefertigten Kinkerlitzchen. Ob edle Glaswaren oder andere Accessoires, man sollte venezianische Raffinesse unterstützen.
VON LINKS NAC H RECHTS: GAB90/SHUTTERSTOCK ©,ABXBAY/WIKIMEDIA/CC BY -SA 4.0 ©
Einkaufen
Auf Venezia Autentica (veneziaautentica.com), einer Webseite, die den nachhaltigen Tourismus der Stadt fördert, findet sich eine lange Liste mit Kunstgewerbeläden und -werkstätten.
Echo alter Zeiten
Von der Calle del Spezier (Straße der Apotheke) zum Campiello dei Calegheri (Foto; kleiner Platz der Schuhmacher) erinnern die Straßennamen der Stadt manchmal an ihre kunsthandwerkliche Vergangenheit.
Kunsthandwerker fördern
In Kunstgewerbestudios und -werkstätten nach Preisnachlässen zu fragen, gehört sich nicht. Handarbeit erfordert Zeit und Geschick – also bitte immer Respekt zeigen!
TOP-KUNSTHANDWERK
Von Hand marmorierte Papierzeitschriften, Bücher mit limitierter Auflage und von Origami inspirierten Schmuck sollte man in 1San Polos und Santa Croces Kunstgewerbeläden>> kaufen.
Eine neue handgemachte Lampe oder Halskette findet man im 2Artisti Artigiani del Chiostro>>, dem ehemaligen Kreuzgang auf Giudecca.
Lohnend ist ein Besuch einer 3Glasbläservorführung>> oder die Teilnahme an einem Glasbläser-Workshop in Murano, wo Italiens beste Glasbläser zu Hause sind.
Im weltberühmten 4Fallani>> ist ein Siebdruck-Workshop zu empfehlen, oder man geht hinein und kauft stadtbezogene Kunstwerke.
Auf in die 5Salizada San Samuele>> und Umgebung, um regional entworfene Brillen, Schmuck und handgemachtes Leinen zu ergattern.
SPEKTAKULÄRE KUNST
Bellini, Carpaccio, Giorgione, Tintoretto, Veronese, Tizian, Tiepolo: Diese Schwergewichte der Kunst lassen Florenz erbleichen. La Serenissimas Künstler waren Revolutionäre, die Renaissance und Barock prägten und zahllose europäische Künstler inspiriert haben. Jahrhunderte später verzaubern, erfreuen und faszinieren ihre Werke noch immer die Besucher von Galerien, Museen, Kapitelsälen und Kirchen der Stadt.
Blühende Kunst
Venedig hat seine Künstler nie hungern lassen. Mehrjährige Aufträge von reichen privaten Gönnern sowie von Stadt und Kirche (wie etwa die Werke in I Frari, siehe Foto oben) boten den Kunstschaffenden oftmals Sicherheit.
Essen als Kunst
Ein carpaccio konkurriert mit seinen blutroten Farbtönen mit Vittore Carpaccios (Maler in Venedig) Rot – daher wurde das Gericht mit blutigem Rindfleisch in Harry‘s Bar (Foto oben) scherzhaft nach ihm benannt.
Die Vedutisti
Im 18. Jh. wandten sich viele venezianische Künstler vom Himmlischen weg zu Landschaftsansichten der Region. Zu diesen Landschaftsmalern zählte vor allem Canaletto (1697–1768).
Kreuzeswunder auf der Brücke von San Lorenzo, Gallerie dell’Accademia
>>
VON LINKS: TITIAN/THE YORCK PROJECT/WIKIMEDIA/PUBLIC DOMAIN, PAOLO REDA - REDA & CO/ALAMY ST OCK PHOTO ©, GENTILE BELLINI/PUBLIC DOMAIN. PHOTO: DIDIER DESCOUENS /WIKIMEDIA/CC BY-SA 4.0 ©
KLASSISCHE KUNST
In den 1Gallerie dell’Accademia>>, einem ehemaligen Kraftwerk und heute Museum für venezianische Meister, ist Bellinis Kreuzeswunder auf der Brücke von San Lorenzo ein Muss.
Atemberaubend ist Tintorettos Geschenk an seine Heimatstadt in der 2Scuola Grande di San Rocco>>: ein Tribut an die Sixtinische Kapelle.
In der 3Chiesa di San Sebastiano>> lösen die restaurierten Pinselstriche von Paolo Veronese Faszination pur aus.
Ein gotisches Schwergewicht: Tizians revolutionäres Altarbild Assunta (Mariä Himmelfahrt) in 4I Frari>>, das als einer der Höhepunkte italienischer Renaissance gilt.
Über den venezianischen Schabernack des 18. Jhs. wie Francesco Guardis voyeuristisches Il Ridotto und einer Reihe satirischer Szenen von Pietro Longhi in der 5Ca’ Rezzonico>>, lässt sich schmunzeln.
LEUTE BEOBACHTEN
Die Menschenmassen in Venedig haben schon immer Künstler inspiriert, von Giovanni Bellini und Vittore Belliniano bis zu Pietro Longhi. Obwohl die Turban tragenden Kaufleute und Wahrsager längst Geschichte sind, sind die Plätze und Promenaden interessante Orte, um Leute zu beobachten.
Idyllische Anfänge
Dass Venedigs Plätze campi (Felder) heißen, ist kein Zufall. Die meisten waren ursprünglich Wiesen mit grasenden Tieren, Obstgärten und Gemüsefelder.
Niedrig & ehrenvoll
Die Piazza San Marco ist der einzige Platz in Venedig, der tatsächlich „piazza“ genannt wird (eine besondere Ehre), und sie ist gleichzeitig auch die niedrigste Stelle der Stadt.
Campo San Giacomo da l’Orio
>>
EQROY/SHUTTERSTOCK ©
ZUM BEOBACHTEN
Auf der piazza oder in Salonzimmern des ewig luxuriösen 1Caffè Florian>> kann man Poseure und Romantiker ihre Rollen spielen sehen.
Auf dem reizvollen 2Campo San Giacomo da l’Orio>>, Santa Croces beliebtestem Platz entfaltet sich das Alltagsleben des Viertels.
Auf Castellos 3Campo Santa Maria Formosa>> kann man Gondolieri, gehetzte Einheimische, Touristen und eine Kirche mit Portal des Vorgängerbaus sehen.
Auf ihrer täglichen passeggiata (Bummel) auf der 4Zattere>>, einem beliebten Nachmittagsritual, führen die Venezianer ihre Hunde aus.
Auf der 5Riva degli Schiavoni>>, La Serenissimas eindrucksvollster Uferpromenade, mischt man sich unter Einheimische und Besucher.
Venedig ist insgesamt sehr teuer. Gott sei Dank kosten aber einige der schönsten Aktivitäten niente (nichts), darunter ein Bummel über Märkte oder klassische Konzerte in Adelspalästen. Selbst ein Besuch im Markusdom kann kostenlos sein, wenn man weiß wie. Also, weg mit der Geldbörse: Diese Runde geht an Venedig.
VON LINKS: SERGEY TSVETKOV/SHUTTERSTOCK ©,MATTHIAS SCHOLZ/ALAMY STOCK PHOTO ©
Kostenlose Sonntage
Staatliche Museen wie die Gallerie dell’Accademia, das Museo Archeologico Nazionale und die Galleria Giorgio Franchetti alla Ca’ d’Oro (Foto oben) sind am ersten Sonntag im Monat kostenlos.
Stadtführungen
Ganz wie der Name es verspricht: Venice Free Walking Tour (Foto; venicefreewal kingtour.com) bietet kostenlose Stadtführungen. Die Führungen müssen im Voraus auf der Webseite gebucht werden.
Die Stadt als Kunstwerk
Die Straßen und Plätze der Stadt mit ihrer wunderschönen Architektur und dem prachtvollen Anblick sind in sich schon Sehenswürdigkeiten. Wohin man sich auch wendet, es gibt überall etwas zu sehen.
ALLES KOSTENLOS
Chormusik unter der unnachahmlichen goldenen Kuppel des 1Markusdoms>> im sonntäglichen Morgengottesdienst.
Die Farben, Traditionen und Theatralik bei einem morgendlichen Bummel auf dem 2Rialtomarkt>> erleben.
Ein klassisches Konzert in den spektakulären Hallen des 3Conservatorio di Musica Benedetto Marcello>>.
Barocke Architektur und Vespergottesdienste in der 4Basilica di Santa Maria della Salute>>.
Inspirierende Künstler, Schriftsteller, Musiker oder Filmemacher im 5Teatrino di Palazzo Grassi>>, das vom großen japanischen Architekten Tadao Ando umgestaltet wurde.
KÖSTLICHE SPEISEN
Obwohl dem venezianischen Essen die sonnigen Farben des Südens fehlen, zeugen ihre sinnlichen, süßsauren Geschmacksnoten von Meeresgewässern, erfrischenden Wintern und mittelalterlichen Gewürzstraßen. So kann man marktfrische cicchetti (venezianische Tapas) in winzigen bacari (Bars) probieren oder sich in gemütlichen osterie (Gaststätten) niederlassen, auf deren handgeschriebenen Speisekarten der Tagesfang und saisonale Gemüse mit nahrhaften Risottos und leckerer Polenta dominieren.
Touristenfallen
Lasagne, Spaghetti Bolognese und Pizza sind keine venezianischen Spezialitäten. Wenn diese drei auf der Speisekarte stehen, sollte man sie nicht bestellen: Touristenfalle!
Reservieren
In Restaurants und osterie sollte man besonders in der Hauptsaison und in der ersten Woche der Biennale einen Tisch reservieren.
Zwischen den Mahlzeiten
Restaurants haben in der Regel einen Tag in der Woche geschlossen, meist sonntags oder montags. Wenn der Magen zwischen den Mahlzeiten knurrt, sollte man in einen bacaro oder eine pasticceria einkehren.
Rialtomarkt
>>
VON LINKS: NEW AFRICA/SHUTTERSTOCK ©, MARTIN CHARLES HATCH/SHUTTERSTOCK ©, FOOTTOO/SHUTTERSTOCK ©
GASTRONOMISCHE HIGHLIGHTS
Man kann seine kulinarischen Fähigkeiten in einer Jugendstil-Villa am Lido verfeinern, etwa in der 1Acquolina Cooking School>> und sich dann an einem leckeren venezianischen Essen laben.
Ein Bummel zwischen den farbenfrohen Ständen des 2Rialtomarktes>> regt den Appetit an, um danach das einzigartige Surf and Turf der Stadt zu genießen.
Die leckersten cicchetti Venedigs gibt es im 3All’Arco>>, einem winzigen bacaro mit herausragendem Ruf.
In der winzigen 4Osteria Al Cicheto>>, einer Liebeserklärung an die Traditionen der Lagune, gibt es wunderbare venezianische Speisen.
Ein gianduiotto-Dessert in der 5Gelateria Nico>>, der besten Eisdiele der Stadt, ersetzt weitere Mahlzeiten.
UNTER DEM RADAR
Nach dem Besuch des Dogenpalastes, der Accademia und der wenig besuchten Grabstelle Tintorettos hat man in Wahrheit erst die Oberfläche angekratzt. Venedigs Hauptsehenswürdigkeiten sind Kult, aber es gibt viele Ecken, die wenig bekannt sind: von wertvollen Kunstsammlungen bis zu einer Werft voller alter Relikte.
Entlastung
Wer die weniger besuchten kulturellen Angebote der Stadt nutzt, entlastet die bekannteren Hauptsehenswürdigkeiten, die schon lange unter den Touristenmassen leiden.
Vergünstigt
Wer Warteschlangen und Menschenmassen meiden möchte, sollte zwischen November und März nach Venedig fahren. Außerhalb der Karnevalssaison (Januar/Februar) sind die Übernachtungspreise niedriger.
Squero Casal
>>
DIDIER DESCOUENS/WIKIMEDIA/CC BY -SA 4.0 ©
NIEDERSCHWELLIG
Man kann sich einige Stunden in der 1Fondazione Querini Stampalia>> aufhalten, in der sich außergewöhnliche venezianische Kunstwerke und die Architektur Carlo Scarpas bewundern lassen.
Der slawische Einfluss auf La Serenissima wird in der 2Scuola Dalmata di Santi Giorgio e Trifone>> deutlich, wo es viele Kunstwerke Carpaccios gibt.
Die mit Palmen bestandene 3Isola di San Servolo>> ist Heim vieler internationaler Studenten, Kunstausstellungen und einer ehemaligen psychiatrischen Anstalt.
Der 4Squero Casal>> ist eine der letzten Werften der Stadt mit restaurierten Schätzen und schönen Geschichten.
Abseits der Menschenmassen ruhen die 5Giardini Reali>>, ein wiederhergestellter napoleonischer Park, nur ein paar Schritte vom Markusplatz entfernt.
WEIN & VINO
Obwohl nur wenige wissen, dass Venedig eine der seltensten Traubensorten Italiens für sich reklamiert, nämlich Dorona, stoßen Weinkenner rund um den Globus mit den bekannteren Weinen aus Venetien an. Immerhin ist dies das Land des renommierten Amarone. Entweder man besucht die Weingüter auf dem Festland oder bleibt in der Stadt und genießt die Tropfen bei venezianischen Sommeliers.
VON LINKS: LUCA PBL/SHUTTERSTOCK ©,CANDYRETRIEVER/SHUTTERSTOCK ©
Regionale Trauben
Abgesehen von Dorina di Venezia zählen Corvina Veronese, Garganega und Glera zu Venetiens heimischen Traubensorten. Letzere ist die wichtigste Traubenart im Prosecco.
Weingüter
Viele Weingüter bieten Verkostungen, bei denen man alles über die Weinherstellung erfährt und verschiedene Marken und Trauben vergleichen kann. Am besten im Voraus buchen!
Zertifiziert
Weine mit der Zertifizierung Denominazione di origine controllata (DOC oder DOCG) dürfen nicht außerhalb der historischen Region angebaut werden, aus der sie ursprünglich stammen und unterliegen strengen Regeln.
WEINGENÜSSE
In einem der 1Weingüter>> in Soave, Valpolicella und Prosecco locken Rot- und Weißweine aus Venetien.
In der 2Vineria All’Amarone>> erlebt der Gast Gaumenfreuden mit „Flügen“ durch die italienischen Weinregionen.
In den Bars an der 3Rio de la Misericordia>> in Cannaregio kann man weniger bekannte Weine probieren.
Das 4Ristorante Lineadombra>> hat eine umfangreiche Weinkarte und bietet feine Speisen mit Blick aufs Wasser. Sein Keller wird von einheimischen Weinkennern sehr geschätzt.
Die Gebrüder Salin stellen in der 5Osteria Al Cicheto>> unbekannte und brillante Weinproduzenten aus dem Nordosten Italiens vor.
HEUTIGE KUNST
In dieser Stadt dreht sich nicht alles um Putten aus der Renaissance. Man denke nur an Kunstsammler wie François Pinault und Nicolas Berggruen, deren erfolgreiche Galerien nur drei von zahlreichen Hotspots moderner venezianischer Kunst sind. Weiterhin sind zu nennen: Macchiaioli und Pop-Art-Ikonen in Herzogin Bevilacqua La Masas ehemaligem Palast am Canal Grande, Surrealisten und Kubisten in Peggy Guggenheims ehemaliger Wohnstätte oder die Werke eines venezianischen Grenzgängers in einem alten Salzlager. Und nicht zu vergessen: die Biennale.
Meister der Street-Art
Außer dem berühmten Wandbild von Banksy nahe der Chiesa di San Pantalon lohnt ein Blick auf die fantastische-ironische Streetart vom talentierten venezianischen Evyrein (@evyrein_official; Foto oben).
Alles zugänglich
Abgesehen von aktuellen Ausstellungen kommt man als Besucher der Kunstbiennale in wundervolle Paläste und Kirchen, die normalerweise geschlossen sind. Immer gut im Voraus planen!
Was läuft gerade?
Eine Liste zeitgenössischer Ausstellungen in Venedig findet sich auf myartguides.com. In Galerien liegt die kostenlose Broschüre Untitled Association – Venice Art to Date aus.
Palazzo Grassi
>>
VON LINKS: EVYREIN ©, IHOR SERDYUKOV/SHUTTERSTOCK ©, FRA NCESCO BONINO/SHUTTERSTOCK ©
HIGHLIGHTS MODERNER KUNST
Ernst, Pollock und Bacon in der 1Peggy Guggenheim Collection>>, dem einstigen Wohnhaus der visionären New Yorkerin.
Italienische und internationale Schwergewichte des 19. und 20. Jhs. im ehemaligen Adelspalast 2Ca’ Pesaro>>.
Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst im 3Palazzo Grassi>>, einer Schönheit aus dem 18. Jh., die von top italienischen und japanischen Architekten aufgehübscht wurde.
Die 4Punta della Dogana>>, ein meisterhaft umgestaltetes Zollhaus, in dem es grenzüberschreitende, spontane Kreationen zu sehen gibt.
Venezianisches Erbe und sein Einfluss auf zeitgenössische Kultur im 5Palazzo Diedo>>, ein Neuling in der Galerie-Szene der Stadt.
Der Glockenturm des Markusdoms gilt zwar als bekanntester Aussichtspunkt, aber er ist bei Weitem nicht die einzige Sehenswürdigkeit mit atemberaubender Sicht über die Stadt, die Lagune und darüber hinaus. Für einige muss man vorbuchen, für andere nicht. Einige liegen erhöht, andere am Wasser. Allen gemeinsam ist ein faszinierendes Panorama.
Türme und Macht
In der Republik Venedig durften nur die Kirche und der Staat Türme errichten, weil die Bauten möglicherweise für militärische Zwecke genutzt werden konnten.
Piazza Facsimile
San Marcos Campanile wurde von Bartolomeo Bon entworfen, dessen Design aus dem 16. Jh. als unelegant abgetan wurde. Als er 1902 zusammenfiel, wurde eine getreue Nachbildung erbaut.
Scala Contarini del Bovolo
>>
JORG GREUEL/GETTY IMAGES ©
PANORAMABLICKE
Den Glockenturm der 1Basilica di San Giorgio Maggiore>> erklimmen, um das Panorama der Stadt erleben.
Vom 2Torre dell’Orologio>> auf die Sehenswürdigkeiten von San Marco hinabschauen.
Von der 3Ponte dell’Accademia>> mit ihren verführerischen Ausblicken 1000 Fotos von La Salute machen, die sich über dem Canal Grande erhebt.
La Serenissima kommt immer mehr in den Blick, wenn man die 4Scala Contarini del Bovolo>>, eine Wendeltreppe, hinaufgeht.
Von den unauffälligen 5Fondamente Nove>> sieht man die nördlichen Inseln der Lagune und die schneebedeckten Gipfel der Dolomiten.
MODE & STOFFE
In Venedig zeigt sich Stil in Form von flotten tabarri (Wollumhängen), seidenen Furlane-Schuhen und wertvollem soprarizzo-Samt, der noch immer auf alten Webstühlen gefertigt wird. Die Stadt hinterließ der Welt Bevilacqua, Rubelli und Fortuny – Hersteller wertvoller Stoffe, die weltweit Paläste, Theater und Häuser von Berühmtheiten ausstaffieren.
VON LINKS: PAOLO BONA/SHUTTERSTOCK ©,ARTUR BOGAC KI/GETTY IMAGES ©
Wo man webte
Die Seidenweber der Stadt lebten und arbeiteten vornehmlich in Cannaregio. Die Uferpromenade heißt Fondamenta degli Ormesini und geht zurück auf ormesino, einen wertvollen Seidenstoff aus Ormus.
Wunschziel Blond
In der Zeit der Republik nutzten Frauen die Altane der Stadt (Foto), um ihr Haar aufzuhellen: Sie trugen eine Lösung auf, die sich „Wasser der Jugend“ nannte, und ließen dann ihre Locken in der Sonne ausbleichen.
Mode in der Kunst
Die Mode des 18. Jhs. wird wunderschön in den Gemälden Pietro Longhis dargestellt. Herausragende Beispiele finden sich in der Ca’ Rezzonico und den Gallerie dell’Accademia.
TOLLE MODE
Im 1Museo Fortuny>> kann man Mariano Fortunys Delphos-Kleid und die aufwendig gemachten Textilien und Kleidungsstücke des Designers anschauen.
Vor dem Besuch im 2Palazzo Mocenigo>> kann man sich ausmalen, ob man hier einst in seidener Weste, im seidenen Frack oder Kleid erschienen wäre.
Es gibt Führungen in Venedigs einzig verbliebenen Stoffherstellungsbetrieb, 3Tessitura Luigi Bevilacqua>>, wo Webstühle aus dem 18. Jh. wertvollen Samt weben.
Beim Besuch der 4Fondazione Rubelli>> sind seltene historische Stoffe zu sehen.
Schauen, was Jetset-Künstler, Designer, Promis und Möchtegern-Celebs bei den Veranstaltungen der 5Kunstbiennale>> tragen.
ARIEN, GEIGEN & ZUGABEN
Nach dem Niedergang der Seemacht Venedig öffnete sich der Vorhang für die Musikszene der Stadt. La Serenissima wurde vier Jahrhunderte lang zu einem Magneten für Liebhaber klassischer Musik, und noch immer füllen sich die Theater, Paläste und Kirchen mit Arien, Kantaten und improvisiertem Saxophonspiel. Eine Verdi-Oper in dem Haus ihrer Premiere zu erleben oder ein Violinkonzert am einstigen Wohnort des Komponisten zu hören, ist einfach etwas Besonderes.
Barocker Widerstand
Im venezianischen Barock wurden die Anweisungen aus Rom offen missachtet, in denen es um die richtige Wahl von Instrumenten im Gottesdienst und die rechten Rhythmen und Melodien zur moralischen Erbauung ging.
VIPs der Musikwelt
Die Cappella Marciana, der Chor des Markusdoms, hat immer schon einige berühmte Dirigenten gehabt, darunter Claudio Monteverdi (Foto) und Giovanni Legrenzi.
Opernfieber
Zwischen 1637 und 1700 wurden etwa 358 Opern in 16 Theatern aufgeführt, um die musikalischen Wünsche der Venezianer zu erfüllen – nicht schlecht, wenn man an die 140 000 Einwohner der Stadt denkt.
La Fenice
>>
VON LINKS: EDUARD GORICEV/SHUTTERSTOCK ©, BERNARDO STROZZI/THE NEW YORK TIMES/WIKIMEDIA/PUBLIC DOMAIN, JUSTIN
MUSIK ERLEBEN
Eine umwerfende Nacht der Leidenschaften und des Glamours in Venedigs berühmtem Opernhaus 1La Fenice>>.
Vivaldis berühmte Vier Jahreszeiten in 2La Pietà>>, einer barocken Kirche, die mit dem venezianischen Komponisten verbunden ist.
Musik der französischen Romantik und Sebastiano Riccis Fresken im Salon des 3Palazzetto Bru Zane>> aus dem 17. Jh.
Unbekannte klassische Melodien in einem Projektkonzert in der 4Scuola Grande dei Carmini>> genießen.
Die sanften, heißblütigen Melodien von Coltrane und Parker im swingenden 5Venice Jazz Club>>.
KLEINE AUSZEITEN
25 bis 30 Millionen Besucher strömen jedes Jahr in die Stadt. Wer eine Pause braucht, findet oftmals nur einige Straßen weiter etwas Ruhe. Wenn es etwas Besonderes sein soll, nimmt man einen Vaporetto und schippert zu stillen Inseloasen. Hier kann man picknicken, Mönche treffen oder durch die Wälder radeln.
Vogelparadies
Die venezianische Lagune ist ein wichtiger Zwischenstopp für Zugvögel, und die Insel San Francesco del Deserto ist besonders gut fürs Birdwatching geeignet.
Grüne Renaissance
Die Venice Gardens Foundation (venicegardensfoundation. org) spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung grüner Flächen in der Stadt. Die Webseite gibt mehr Infos, auch zu Spendenmöglichkeiten.
Mit dem Vaparetto am Cimitero di San Michele
>>
vorbei
FRANTIC00/SHUTTERSTOCK ©
KURZE PAUSEN
Auf dem 1Cimitero di San Michele>>, Venedigs Stadt der Toten, eine Zeit mit berühmten Dichtern, Komponisten und Malern verbringen.
Ein Spaziergang oder eine Radtour auf 2Sant’Erasmo>>, der Gemüsekammer der Stadt.
Sich mit einem Picknick auf die 3Isola della Certosa>> begeben, eine grüne Oase für Spaziergänge und Drinks am Wasser.
Mit einem Fischerboot zum stimmungsvollen 4Convento di San Francesco del Deserto>> übersetzen, der ehemaligen Wohnstätte Franz von Assisis.
Einsame Stunden unter Obst- und Olivenbäumen im 5Giardino del Convento della Chiesa del Santissimo Redentore>> von Giudecca.
VENEDIG MIT KINDERN
Erwachsene denken oft, dass Venedig nur für sie ist, aber Kinder wissen es besser. Hier erwachen Märchen zum Leben, seltsam aussehende Boote übernehmen die Rolle von Autos und Bussen, die Glasbläser von Murano hauchen minikleinen Meeresdrachen Leben ein, und in einem Märchenpalast gibt es außerirdische Kreaturen. Genügend Zeit zum Eis essen lassen – und schon strahlen die Kleinen.
VON LINKS: ENGRA VER, 1787/WIKIMEDIA/PUBLIC DOMAIN,IMGORTHAND/GETTY IMAGES ©
Einstimmung
Um Kinder einzustimmen, kann man ihnen Geschichten zur fantastischen Vergangenheit der Stadt erzählen: von Palästen, die auf Stelzen erbaut sind bis hin zu Casanovas großer Flucht (Foto).
Abenteuer nach Maß
Macaco Tour (macacotour. com) bietet mehrsprachige Führungen und Workshops für Familien an. Dazu zählen pädagogisch aufbereitete Schnitzeljagden und Workshops zum Muranoglas.
Essen gehen
In den meisten Restaurants sind Kinder willkommen. Es gibt zwar nur selten Kindergerichte, aber in den meisten wird gerne eine mezza porzione (halbe Portion) für die kleinen Gäste serviert.
SPASS FÜR KINDER
Meeresmonster, Dinosaurier und Schafe mit zwei Köpfen im wundersamen 1Museo di Storia Naturale di Venezia>>.
Mit einer 2Gondel>> auf märchenhaften Kanälen dahingleiten. Dabei in Paläste spähen, die für Aschenputtel wunderbar geeignet wären.
Im berühmten 3Fallani>>, wo Meister des Kunsthandwerks Klein und Groß anleiten, eigene Taschen oder Kunst mit Venedig-Motiven zu gestalten.
Am 4Lido>> planschen, Ball spielen oder die lungomare (Seepromenade) hinunterradeln.
In einem Familien-Workshop in der 5Ca’ Macana>> kriegt man raus, was es mit den venezianischen Masken auf sich hat.
Perfekte Tage
Man könnte ein Leben lang durch La Serenissima bummeln und immer noch etwas Neues und Faszinierendes entdecken. Wer damit überfordert ist, kann seine Stadterkundung mit folgenden Routen kreuz und quer durch Venedig beginnen.
Ponte di Rialto
>>
SKANDARAMANA/SHUTTERSTOCK ©
TAG 1
San Marco
Der Tag beginnt in den machtvoll wirkenden Räumen des Dogenpalastes>>. Wer online bucht, muss nicht Schlange stehen. Bevor es zu den Mosaiken des Markusdoms>> geht, empfiehlt sich eine Pause im Caffè Florian>>. Auf jeden Fall ins Museum gehen, um den tollen Blick über den Markusplatz>> zu genießen.
Mittagssnack Einfallsreiche crostini und ein Prosecco in der nahe gelegenen Bar Ai Do Leoni>> .
Dorsoduro
über den Canal Grande an der Basilica di Santa Maria della Salute>> vorbei zu den Gallerie dell’Accademia>> und betrachtet die venezianischen Meisterwerke. Danach lockt ein Spaziergang auf der Zattere>> am Wasser entlang oder auf dem lebendigen Campo Santa Margherita>>.Mit dem vaporetto fährt man
Abendessen Im modernen Bistro Estro Vino e Cucina>> laden frische Marktprodukte und Naturweine ein.
Dorsoduro
In der Scuola Grande dei Carmini>>, einem wunderschönen Konzertraum für Musik des 18. Jhs., reist man in die Vergangenheit, oder man genießt die Klänge des Saxophons im Venice Jazz Club>>. Alternativ stößt man im gemütlichen Experimental Cocktail Club (S.102) mit einem Cocktail auf einen außergewöhnlichen Tag an.
TAG 2
San Polo
Bei einem frühen Besuch der Rialtobrücke>> entgeht man den Massen und zieht danach zum Rialtomarkt>>. Bei einem Zwischenstopp am All’Arco>> genießt man köstliche cicchetti. Weiter geht’s zu I Frari>>, um dort Tizians Assunta (Mariä Himmelfahrt) zu bewundern und in der benachbarten Scuola Grande di San Rocco>> die Werke Tintorettos zu bestaunen.
Mittagssnack Aufschnitt und Käse aus der Region in der nahe gelegenen Weinbar La Bottiglia>>.
Dorsoduro
Den Nachmittag verbringen wir mit Picasso und Pollock in der Peggy Guggenheim Collection>>, genießen von der Terrasse aus den Blick auf den Canal Grande. Nun noch ein Stopp am Baldassare-Longhena-Standbild an der Basilica di Santa Maria della Salute>>, bevor es über den Canal Grande geht.
Abendessen In der traditionsreichen Taverna La Fenice>> mit venezianischen und italienischen Klassikern.
San Marco
In der Opern-Saison sollte man für La Fenice>> im Voraus reservieren. Alternativ lockt Vivaldi in einem Interpreti-Veneziani-Konzert oder auch ein kostenloses Vorspiel im Conservatorio di Musica Benedetto Marcello>>. Für einen Absacker empfiehlt sich die Bar Longhi >> oder die Bibliotheksbar>>.
TAG 3
Castello
Am Vormittag lädt Castello>> zur Erkundung ein. Danach lockt das Treiben auf dem Campo Santa Maria Formosa und Kunst und Architektur von Carlo Scarpa in der Fondazione Querini Stampalia>>. In der Kirche San Zanipolo (S.168) trifft man auf 25 tote Dogen (Herzöge) oder bummelt an der Riva degli Schiavoni (S.181) entlang.
Mittagssnack Frisch zubereitete cicchetti in der entspannten Atmosphäre des Al Vecio Calice>>.
Cannaregio
Chiesa della Madonna dell’Orto>>, in der Tintoretto seine letzte Ruhestätte fand; hier haben zehn Werke des Künstlers ihre Heimat gefunden. Weiter geht’s ins Ghetto>>. Hier lohnt ein Besuch im neu eröffneten Jüdischen Museum und in den Synagogen. Danach kann man sich mit einem Spanziergang am Canale di Cannaregio>> erholen.Mit dem vaporetto geht es zur
Abendessen Im modernen Hotspot Dama>> warten aufregende Gerichte mit venezianischen Zutaten.
Cannaregio
Abends könnte man in der Fondamenta dei Ormesini>> und der Fondamenta de la Misericordia von Bar zu Bar ziehen und eventuell einen Live-Gig im Paradiso Perduto>> miterleben. Wer lieber Kulturelles mag, kann Tickets für die Oper im Teatro Malibran (S.156) buchen.
BESTEREISEZEIT
Venedig verzaubert ganzjährig. Zu den Events, Karneval, Film-Festival, Ostern und Weihnachten, steigen die Preise. Die ruhigste Zeit ist der Winter.
Venedig liebt Festlichkeiten. Die größten Events sind der Karneval, die Eröffnungswoche der Biennale im April, und im September das Internationale Filmfestival – Schlange-stehende Menschenmassen, ausgebuchte Restaurants und irrsinnige Preise. Der August ist geschäftig, trotz Hitze und Luftfeuchtigkeit, während April und Mai für Frühlingsblühen, unvorhersagbares Wetter sowie günstigere Übernachtungspreise stehen. Im Oktober und November genießt man den Spätsommer, aber es droht auch acqua alta (Hochwasser). Im Winter sind die Museen ruhiger, die Einheimischen entspannter und nebelwabernde Kanäle bereit für eine Oper.
LOCAL TIPP
Im Mai per Boot
Die Künstlerin Vanessa Milanverkauft in ihrem Studio in Dorsoduro heimatkundliche Drucke in limitierter Auflage. vanessamilan.org
Mein Lieblingsmonat ist der Mai. Das Licht ist wunderschön, die Tage länger und die Luft schon milder.
Ich fühle das Nahen des Sommers, und das ist die Zeit, wenn ich den Drang spüre, mit dem Boot in die Lagune hinauszufahren.
Gerne segle ich zur Insel Pellestrina, von wo eine Brücke hinüberführt in ein wunderschönes Naturreservat.
Saisonale Unterkunft
Von November bis Anfang Dezember sowie Januar bis März (außer um Neujahr, Karneval und Ostern) liegen die Preise ca. 20 % oder sogar mehr unter denen der Spitzenzeiten. Am besten bucht man direkt bei den Hotels und spart sich die Kommissionen der Drittanbieter.
Carnevale
VON LINKS: FROLOVA_ELENA/SHUTTERSTOCK ©,IHOR SERDYUKOV/SHUTTERSTOCK ©
LUFTFEUCHTIGKEIT
Wie von einer Stadt im Wasser zu erwarten, herrscht in Venedig das ganze Jahr über hohe Luftfeuchtigkeit. Daher sind im Winter die gefühIten Temperaturen niedriger als tatsächlich. Im Sommer ist es umgekehrt. Im Juli oder August sollte man leichte Leinenkleidung einpacken.
Reisewetter
BORA BRRRR!
Zwischen November und Februar tritt die Bora auf: ein kalter, trockener Orkan, der aus Nordosten hereinbläst. Zwar ist sie in Triest am schlimmsten, trifft aber auch Venedig mit zähneklappernder Kälte, besonders im Nordosten der Stadt. Da heißt es: sich gut einpacken!
LOCAL TIPP
SCHÖNER HERBST
Lorenzo Mirate, in San Polo geboren, ist Fachmann für Lebensmittel und Getränke.
Im Herbst, wenn die Touristenzahlen sinken, fühlt die Stadt sich lebenswerter an.
Die Schlangen werden kürzer und die Saison der Oper La Fenice beginnt.
Im Oktober gibt es moeche (Weichschalenkrabben) auf Toast im Sant’Erasmos Sagra del Mosto. Das beginnende Hochwasser sowie nächtlicher Nebel schaffen eine geheimnisvolle Atmosphäre.
Blockbuster-Events
Carnevale Venedigs Top-Ereignis, komplett mit Canal-Grande-Flotilla, Kostümparaden, Straßentheater und Maskenbällen an historischen Locations. Besondere Events übernehmen die Stadt. Februar/März
La Biennale di Venezia Abwechselnd zwischen Kunst (Jahre mit geraden Zahlen) und Architektur (ungerade Jahreszahlen) beschäftigt Venedigs Blockbuster-Kultur-Festival sich mit globalen Themen wie Avantgarde-Theater, Kino und Musik. April/Mai bis November
Internationale Filmfestspiele von Venedig Der Lido rollt den roten Teppich aus für Venedigs Antwort auf Cannes. Es ist einer der glamourösesten Termine im Kalender der Branche, mit vielen Stars. August/ September
Regata Storica In dieser grandiosen Nachstellung der Ankunft der zyprischen Königin in Venedig sieht man Kostüme des 16. Jh., Prunkbarken und Achtruder-Gondeln. Nach der Parade gibt es Boot-Rennen zwischen weiblichen Ruderern und den Gondolieri. September
Acqua alta (Hochwasser)
Sport, Kultur & Seuchen
Incroci di Civiltà Venedigs Literaturfestival mit internationalen Schriftstellern und ausgefallenen Locations, darunter die von Carlo Scarpa entworfene Aula Baratto. April
Festival delle Idee Vorträge, Lesungen und Aufführungen, hauptsächlich mit italienischen Autoren, Schauspielern, Musikern, Filmschaffenden und Wissenschaftlern. In Venedig und Mestre. September/ Oktober
Venedig-Marathon Bis zu 6000 Läufer schwitzen sich durch die herrliche Landschaft der Brenta Riviera bis nach Venedig. Eine 160 m lange schwimmende Brücke führt zur Ziellinie auf dem Markusplatz. Oktober
Festa della Madonna della Salute Seit der Pest im 17. Jh überqueren die Venezianer eine Brücke über den Canal Grande, um in der Basilika Santa Maria della Salute ihre Dankbarkeit zu zeigen. 21. November
ACQUA ALTA
Im Spätherbst und Winter kommt das acqua alta (Hochwasser): Dann können die Gezeiten Teile der Stadt für Stunden überfluten. Auf den Hauptstrecken werden temporäre passarelle (erhöhte Laufstege) installiert; man geht auf der rechten Seite.
Gondeln
>>
, Bacino di San Marco
VON LINKS: KINGA/SHUTTERSTOCK ©, TC D/PROD.DB/ALAMY STOCK PHOTO ©
BESTENS VORBEREITETAUF VENEDIG & VENETIEN
Kleidung
Kleidung ist im modebewussten Venedig wichtig. Badeanzüge, Strandbekleidung und Muskel-T-Shirts gehören in den Lido; in der Stadt trägt man elegant-lässiges Leinen. Im Frühling und Herbst brauchst du eine leichte wasserdichte Jacke, und für den Winter Ausrüstung gegen Kälte. Schuhen steht in Venedig viel Laufen bevor, sorge also für komfortable flache Schuhe. Bei acqua alta (Hochwasser) sind manchmal Gummistiefel notwendig, besonders im November und durch den Winter. Es gibt sie überall zu kaufen. Dress-Codes gelten in vielen religiösen Stätten. In der Basilica di San Marco sollte man, um sicher zu gehen, Schultern, Oberkörper und Oberschenkel bedecken. Zwingend notwendig ist formelle Kleidung in den Eröffnungsabenden des La Fenice; inklusive Anzug und Krawatte für Herren.
Etikette
Grüßen Händeschütteln und Küsschen sind gebräuchlich, ein ciao ist spontaner. In Läden und Restaurants sagt man salve.
Unterwegs Gegen Verkehrskollaps: Gehe in engen Straßen auf der rechten Seite, verweile nicht auf Brücken, fahre nicht in überfüllten Vaporetti in die Innenstadt.
Trinkgeld Nicht obligatorisch, obwohl 10 % in High-End-Hotels und guten Restaurants für sehr guten Service willlkommen sind.
LESEN
Stabat Mater (T. Scarpa; 2009) Gewinner des wichtigsten italienischen Literaturpreises; bezieht sich auf Vivaldis Sakralwerk.
Ufer der Verlorenen (Joseph Brodsky; 1992) Die Liebe des Nobelpreisträgers zu Venedig zieht sich durch jede Seite.
Venedig enthüllt (Paolo Barbaro; 2001) Ein intimes Profil der Stadt und ein leidenschaftliches Plädoyer für ihre Rettung.
African Venice (Paul Kaplan & Shaul Bassi; 2024) Wandertouren, Essays, Gedichte und Reflexionen, die Venedigs Verbindungen zu Afrika erforschen.
Sprechen
ciao (‚Tschau‘) ‚Hi‘ oder ‚Tschüss‘ bei Freunden oder Familie.
buon giorno (buon dschorno) oder buona sera (buona sera) ‚Guten Morgen / Tag‘ oder ‚Guten Abend‘, formell.
arrivederci (arrivi dertschi), ‚Auf Wiedersehen‘ wenn man ein Restaurant oder ein Geschäft verlässt.
per favore (Per fawore) ‚Bitte‘.
grazie (graa-zi-e) ‚Danke‘; die traditionelle Antwort ist
prego (pre-go), ‚Bitte sehr‘ / ‚gern‘.
come stai? (kome sta-i) Die informelle Version von ‚Wie geht es dir?‘. Auch möglich: come va (kome va), ‚wie geht‘s?‘. Formeller sagt man come sta? (kome sta).
scusa (skusa) oder formeller scusi (sku-si) bedeutet ‚Entschuldigung‘, wenn man auf sich aufmerksam machen möchte. Um an jemandem vorbeizukommen, sagt man permesso (per-messso). ecco (ekko): ‚da, bitte‘, ‚so‘, ‚hier‘ u. v. m. Kann auch einen Artikel am Ende haben (lo oder la), je nach grammatischem Geschlecht des Gegenstandes, um den es geht.
hai ragione (a i radschone) ‚Sie haben recht‘.
boh (bo) ‚Weiß nicht‘, ‚keine Ahnung‘, ‚Hm‘. Oft begleitet von Schulterzucken; klassische Antwort von Teenagern auf so ziemlich jede Frage.
basta (basta) ‚Genug‘, ‚das reicht‘ würde man sagen, wenn man ein Getränk eingeschenkt bekommt.
un po’ (un poh) Umgangssprachlich für poco, ‚ein bisschen‘, z. B. in ‚Möchten Sie Wein? ‚Sì, un po‘.
ANSCHAUEN
Casino Royale (Foto; Martin Campbell; 2006) James Bond auf dem Canal Grande.
Brot und Tulpen (Silvio Soldini; 2000) Eine traditionelle Hausfrau beginnt in Venedig ein neues Leben.
Fellini’s Casanova (1976) Fellinis Version des Verführers von Venedig mit Donald Sutherland.
Tod in Venedig (1971; Luchino Visconti) Basierend auf Thomas Mann: Ein Mahler-esker Komponist, eine Liebe und eine tödliche Epidemie.
REINHÖREN
Prometeo (Luigi Nono; 1984-1985) Oper: Eine Version der Prometheus-Sage vom großen Avantgarde-Komponisten im Venedig des 20.Jhs.
Die Karriere eines Wüstlings (Igor Stravinsky; 1951) Verfall und Ende des Lebemanns Tom Rakewell. Pemiere 11. September 1951 im La Fenice.
Die Krönung der Poppea (Claudio Monteverdi; 1643) Eine wilde, zügellose Oper über Kaiser Neros Geliebte Poppaea.
Die vier Jahreszeiten (Antonio Vivaldi; c 1721) Die berühmtesten Violinkonzerte des venezianischen Barocks.
Vaporetto-Anleger, Bahnhof Santa Lucia
VON LINKS: JAN KRANENDONK/SHUTTERSTOCK ©, DIMBAR 76/SHUTTERSTOCK ©
SICHER ANREISEN
Flieger, Züge und Busse kommen aus ganz Europa nach Venedig. Am Marco Polo Airport landen ebenfalls Direktflüge aus Nordafrika, dem Mittleren Osten, Ostasien und Nordamerika. Die Billig-Anbieter Ryanair und Wizz Air bieten Treviso Airport als Alternative an.
WLAN
Im Flughafen-Terminal gibt es kostenloses WLAN (Eingabe: ‘Venezia Airport Free WiFi’).
SIM-Karten
Ein Kiosk verkauft lokale SIM-Karten des TIM-Netzes, die allerdings recht teuer sind (45 €). Wer warten kann, versucht es besser in der Stadt in den TIM-, Windtre- oder Vodafone-Läden.
Fahrscheine
Kioske in der Gepäckausgabezone verkaufen Tickets für die Alilaguna-Boote, den ATVO (Airport-Express) und die ACTV Busse. ACTV betreibt auch die Vaporetti (Wasser-Busse) mit einem Schalter in der Arrivals-Halle.
Per Boot
Boote nach Venedig brauchen länger und sind teurer als Busse, sind aber i. d. R. bequemer.
Busse können nur am Piazzale Roma halten. Alilaguna, dagegen, hat drei Fährlienien mit 21 Stops rund um Venedig, Giudecca, Murano, Certosa und Lido.
Wassertaxis können dich direkt zu deinem Hotel oder in die Nähe bringen. Sie sind eine nützliche Option, wenn man als Gruppe reist, viel Gepäck hat oder Bewegungs-Einschränkungen, oder wenn Geld kein Thema ist.
Der Fahrpreis gilt oft für bis zu vier Personen. Zusätzliche Personen kosten jeweils 10 €. Die Maximal-Anzahl beträgt 10 Passagiere.
VOM FLUGHAFEN INS ZENTRUM
Venedig: Marco Polo Airport
Treviso: Antonio Canova Airport
ANKUNFT PER SCHIFF
Bis zur Fertigstellung des Schienen-Viaduktes 1846 konnte man Venedig nur mit dem Boot erreichen.
Der Wasserweg ist immer noch die magische Art, in der Stadt anzukommen – besonders, wenn es der erste Besuch ist.
Die Mole befindet sich direkt vor dem Airport-Terminal.
Marco Polo Airport
ANDERE EINREISEORTE
Zug
Der Santa Lucia Bahnhof (lokal bekannt als Ferrovia) befindet sich praktischerweise am Beginn des Canal Grande. Die Haltestellen des Ferrovia Vaporetto befinden sich direkt vor den Terminals. Hinweis: Der andere Bahnhof von Venedig ist Mestre, auf dem Festland gelegen; zwischen beiden gibt es regelmäßige Verbindungen.
Bus
Busse enden am Piazzale Roma, gegenüber dem Bahnhof auf der anderen Seite des Canal Grande. Auf der Fondamenta Santa Chiara gibt es sieben Piazzale Roma Vaporetto Piers; pass auf, dass du den richtigen auswählst. Die Canal Grande-Linien 1 und 2 fahren gleich vom am nächsten gelegenen ab (Piers G und F).
Auto
Der Fahrdamm vom Festland endet am Piazzale Roma, wo es ein Parkhaus gibt. Ein Personen-Monorail verbindet es mit Parkplätzen weiter draußen an der Stazione di Marittima und Tronchetto. Ein Parkplatz sollte sicherheitshalber im Voraus gebucht werden. Da Parken teuer ist, empfiehlt es sich, in Mestre zu parken und von da den Zug zu nehmen.
Gondeltour
VON LINKS: GIVAGA/SHUTTERSTOCK ©, TTATTY/SHUTTERS TOCK ©
UNTERWEGS VOR ORT
Da Fahrzeuge mit Rädern in Venedig nicht erlaubt sind, lässt sich die Stadt am besten zu Fuß erkunden. Wer nicht mehr kann, kauft eine Mehrfachkarte für einen vaporetto (Wasserbus), um Zeit zu sparen und die vorgelagerten Inseln zu erreichen.
Zu Fuß durch Venedig
Zu Fuß durch Venedig zu gehen ist ein Erlebnis. Hinter jeder Kurve tauchen die schönsten Dinge auf. Wer fit ist, kann viel Geld sparen, wenn er das Zentrum der Stadt auf Schusters Rappen erkundet. Man sollte überlegen, wann es sich doch lohnt, ein Mehrfachticket für ein vaporetto zu kaufen, um die vorgelagerten Inseln zu erreichen.
Venedig ist autofrei und hat enge Gässchen (calle) und Brücken. Alle breiteren „Straßen“ wie die Strada Nova, Via Garibaldi und alles, Rio Terà genannt (wörtlich „Erdfluss“), waren einst Kanäle. Angesichts der Besucherzahlen kommt man zu Fuß oft langsam voran, besonders an Engstellen auf dem Weg zum Markusplatz. Dennoch kann man die Stadt in etwas mehr als einer Stunde durchqueren.
TIPP
Besser nicht auf das Navi im Smartphone verlassen, denn die Gassen der Stadt sind so eng, dass selbst das genaueste Navi Schwierigkeiten hat, einen genau zu lokalisieren. Außerdem hat man oft gar keinen Empfang.
Vaporetto
Der ACTV-vaporetto-Verkehr ist teuer, aber ein tolles Erlebnis. Die Stadt ist für Wasserfahrzeuge gemacht, und eine langsame Fahrt mit Linie 1 über den großen Wasserboulevard, den Canal Grande, muss wenigstens einmal unternommen werden. Die Linien steuern alle Ziele im Zentrum der Stadt sowie die meisten vorgelagerten Inseln an. Auf den Hauptrouten verkehren sie regelmäßig und verlässlich, können aber zu Stoßzeiten voll werden. Von 23.30 Uhr bis 5 Uhr morgens fährt ein Nachtwasserbus (Linie N). Bei acqua alta (Hochwasser) kann der Service eingeschränkt sein. Einfache Fahrten sind teuer. Daher ist eine Tages- oder Mehrtageskarte eine vernünftige Investition, um das Budget zu schonen. Man mietet sie an bekannten Haltestellen in den Haupttouristengegenden.
Bus
ACTV betreibt auch Busse auf den Inseln Lido di Venezia und Pellestrina, die in denselben Mehrtageskarten wie für den vaporetto enthalten sind. Alternativ kauft man ein Ticket für eine einfache Fahrt.
TIPP
In anderen Städten gibt es wütende Autofahrer, in Venedig dagegen sollte man nicht den Zorn der Fußgänger erregen. Immer Respekt gegenüber anderen Menschen zeigen: Bitte beim Fotografieren nicht Brücken oder enge Gassen versperren.
Traghetto
Traghetti sind wie preiswerte Gondeln und setzen die Leute an Stellen, wo es keine Brücken gibt, für 2 € über den Canal Grande. Sie fahren von 9 bis 17 oder 18 Uhr. Manche Routen gibt es nur bis mittags.
Gondeln
Ein interessantes Fortbewegungsmittel sind die Gondeln. Die Fahrten damit >> sind kostspielig und nicht so nützlich.
Radfahren
Im Zentrum der Stadt sind Fahrräder verboten. Sie sind ideal zur Erkundung der Inseln Lido di Venezia, Pellestrina und Sant’Erasmo. Mieten kann man sie unweit des Fähranlegers am Lido und vom Hotel auf Sant’Erasmo.
ÖPNV AUF EINEN BLICK
ACTV betreibt alle öffentlichen Verkehrsmittel, darunter vaporetti und Busse. Einzelfahrkarten sind 75 Minuten gültig. Für Mehrtageskarten gelten jeweils 24 Stunden ab Entwertung.
Tickets kaufen
An den meisten Haltestellen (Ferrovia, San Zaccaria, Fondamente Nove etc.) gibt es Ticketschalter, an vielen anderen stehen Fahrkartenautomaten (Hinweise in mehreren Sprachen). Die Tickets sind aus Papier und so groß wie eine Kreditkarte. An manchen kleineren Haltestellen gibt es gar keine Automaten; hier scannt man die dortigen QR-Codes und kauft die Tickets mit dem Handy.
Das richtige Boot finden
An den Pieren/Kais findet man farbig markierte Routenpläne. Die Linien sind nummeriert; Linien, die nur durchfahren, also nicht halten, haben keine eigene Nummer. Die größeren Haltestellen haben mehrere Landungsstege für jeweils verschiedene Linien oder sind für verschiedene Richtungen aufgeteilt. Die Schilder geben Hinweise, ob man am richtigen Pier steht. An den meisten Booten sind Schilder angebracht, an denen ihre Route angezeigt wird. Wer unsicher ist, sollte vor dem Einsteigen nachfragen.
Verhaltensregeln
Man sollte das Personal, das beim Anlegen mit dem Seil agiert, nicht behindern. Das ist auf überfüllten vaporetti nicht so einfach. Bei kaltem Wetter bitte immer die Kabinentür geschlossen halten. Bei Hitze können die Fenster geöffnet werden. Markierte Plätze im vorderen Bereich sind für altere Leute, Schwangere und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Fahrkartenautomat
Tickets entwerten
Das Ticket wird im Bus oder am Eingang der vaporetto-Haltestelle an den Scanner gehalten. Die Gültigkeitsdauer beginnt beim ersten Entwerten. Hin und wieder gehen Ticketkontrolleure durch die (Wasser)-Busse. Also sollte man sein Ticket nicht verlieren und dafür sorgen, dass es entwertet ist.
Aussteigen
In Bussen drückt man den Knopf, wenn sich die Haltestelle nähert. Vaporetti halten an jedem Anleger, der auf ihrer Route liegt. Es gibt auch Bedarfshaltestellen (etwa Certosa und Lazzaretto Nuovo). Dort muss man das Personal informieren, wenn man aussteigen möchte. Wer an einer Bedarfshaltestelle abgeholt werden möchte, drückt den Knopf am Landungssteg entsprechend dem gewünschten Fahrziel.
Private Boote
Wassertaxis sind eine kostspielige, aber reizvolle Art der Fortbewegung. Betreiber sind etwa Motoscafi Venezia, Venezia Taxi, Venezia Turismo, Venice Water Taxi und Serenissima Taxi. Viele Luxushotels haben ihre eigenen Boote. Eine ganze Flotte privater Boote, wie etwa die Laguna Fla, Terra e Acqua und Classic Boats Venice, bieten Rundfahrten durch die Lagune und Linienfahrten zu entlegenen Inseln.
Auto & Motorrad
Fahren darf man nur auf den Inseln Lido und Pellestrina. Linie 17 des ACTV ist eine Fahrzeugfähre von Tronchetto (unweit der Dammstraße) zum Lido San Nicolò und weiter zur Punta Sabbioni. Ähnlich verbindet Linie 11 den Lido mit Pellestrina und Pellestrina mit Chioggia (auf dem Festland an der Südspitze der Lagune).
Monorail
Die People-Mover-Monorail verbindet die Parkplätze auf Tronchetto mit der Piazzale Roma. Tickets gibt’s an den Automaten am Bahnhof (einfache Fahrt 1,50 €).
Vaporetto
MAZIARZ/SHUTTERSTOCK ©
BARRIEREFREI REISEN
Trotz der Probleme, die es durch die vielen Brücken gibt, hat Venedig große Anstrengungen unternommen, zumindest die wichtigsten Touristengegenden für Rollstuhlfahrer barrierefrei zu machen. So haben beispielsweise alle Brücken am Ufer von der Piazzetta San Marco zu den Giardini della Biennale Rampen. Auf der Webseite der Città di Venezia (comune. venezia. it; nur auf Italienisch) stehen die itinerari senza barriere, barrierefreie Wege zwischen den verschiedenen Sehenswürdigkeiten.
Rollstuhlfahrer bezahlen auf vaporetti 1,50 €, und ihre Begleitperson fährt umsonst (am besten mit Mehrfachfahrkarten). Vaporetti, Alilaguna-Fähren, Busse und die Monorail sind barrierefrei.
Ponte della Paglia
IMAGEBROKER/HELMUTMEYER ZUR CAPELLEN/GETTY IMAGES ©
REISEPLANUNG
MASSENTOURISMUS
Überfüllte Straßen, steigende Mieten und eine schrumpfende Bevölkerung: Venedigs Kampf gegen den Massentourismus hat es weltweit in die Nachrichten geschafft. Das Thema ist aber sehr komplex. Jeder sollte La Serenissima wenigstens einmal im Leben gesehen haben – aber man sollte respektvoll bleiben. Venedig ist darauf angewiesen.
UNTERKUNFT
Jeder weiß, dass die Vermietung von Apartments an Kurzurlauber die städtischen Mieten in die Höhe treibt, das Wohnungsangebot reduziert und zur Abwanderung der heimischen Bevölkerung führt. Man sollte also lieber in einem Hotel oder einer anderen regulären Unterkunft Quartier nehmen. Damit trägt man dann jedenfalls nicht zur Wohnungsnot in Venedig bei.
Wer eine eigene Küche bevorzugt, bucht ein Apartment am besten bei Fairbnb (fairbnb.coop), einer gemeinnützigen Organisation, die pro Gastgeber nur eine Wohnung anbietet. Die Hälfte der Einnahmen kommt örtlichen Projekten zugute.
Wer Airbnb bevorzugt, sollte eher ein Zimmer als eine ganze Wohnung buchen. Und schließlich hilft es, wenn man etwas länger bleibt (rund fünf Tage), weil dann der Beitrag zur örtlichen Wirtschaft steigt – und man die Stadt natürlich auch besser kennenlernt.
MASSEN MEIDEN
Pro Jahr strömen etwa 25 bis 30 Mio. Touristen nach Venedig. Die meisten von ihnen beschränken sich auf das Viertel zwischen Ponte di Rialto und Piazza San Marco. Dort verstopfen sie die Straßen, belasten die Infrastruktur, und die Einheimischen können sich im eigenen Viertel kaum noch ungestört fortbewegen. Besser also, man erkundet die weniger frequentierten Ecken der Stadt. Die Seitenstraßen und campi (Plätze) in Vierteln wie Castello und dem Norden von Cannaregio sind nicht nur sehr stimmungsvoll, hier findet man auch exzellente Kunsthandwerker, Weinstuben und Restaurants. Weiter draußen an der Lagune radelt man über den Lido und nach Pellestrina, oder man bewundert Mosaiken auf dem verträumten Torcello.
Schön sind auch weniger bekannte Museen wie Fondazione Querini Stampalia und Museo Fortuny.
SAUBER BLEIBEN
Schätzungen zufolge gehen 40 % des in Venedig anfallenden Mülls auf Touristen zurück. Also: Bitte Plastik-Einwegflaschen vermeiden, lieber Trinkwasser abfüllen! Leitungswasser ist hier sicher. (Öffentliche Abfüllstellen für Trinkwasser findet man unter venicetapwater.org.)
Wer mehr tun möchte, der spendet an die Nonprofit-Organisation Venice Lagoon Plastic Free (plasticfreevenice.org), die viele Säuberungsarbeiten in der Stadt und der Lagune finanziert.
Öffentlicher Trinkwasserbrunnen
TIPPS FÜR NACHHALTIGES REISEN
Ruhige Zeiten
Warum nicht einmal im Winter kommen? Dann ist es sehr stimmungsvoll – und außerhalb des Karnevals auch günstiger.
Nicht per Kreuzfahrt anreisen
Die Schiffe ankern zwar nicht mehr im Zentrum, verschmutzen aber immer noch die Lagune und schädigen die Fundamente der Stadt.
Übernachten
Unbedingt in Venedig selbst (und nicht auf dem Festland) übernachten, um die Wirtschaft am Ort zu unterstützen und den Zauber der nächtlichen Stadt zu erleben.
Nachhaltig shoppen
Venezia Autentica (veneziaautentica.com) informiert über nachhaltige Läden.
Respekt
Nicht in den Kanälen schwimmen, keine Vögel füttern und nicht auf dem Boden essen. Verstöße kosten bis zu 500 €.
VENESSIA: DIE STADT SCHÜTZEN
Kurz nach der Jahrtausendwende gegründet, entwickelte sich Venessia (venessia.com) rasch zu einer Aktivistengruppe der Einwohner Venedigs mit dem Ziel, ihre Stadt und deren einzigartiges Erbe vor dem Massentourismus und politischer Inkompetenz zu schützen.
Auch wenn die Mitglieder gern auf Vermüllung, Vandalismus und Überfüllung verweisen, betont der Vorsitzende Matteo Secchi, dass Besucher grundsätzlich willkommen sind: Venezianer schätzen aber nur solche Gäste, denen es um das wirkliche Venedig gehe.
Laut Secchi ist es wichtig, die Unternehmen von Einheimischen zu unterstützen. In der Stadt gäbe es heute viele „Fakes“ – Bars, Restaurants und Läden, die mit venexianità (venezianischer Kultur) werben, deren Gewinne aber aus der Stadt abfließen.
Souvenirs kaufe man daher lieber in einheimischen Werkstätten, essen sollte man in solchen Trattorias, in denen auch die Venezianer verkehren, und wer traditionelle Süßwaren liebe, solle die Angebote der besonders auffälligen Filialen großer Ketten meiden.
Secchi erklärt, dass es durchaus auf die Feinheiten der venezianischen Kultur ankommt: „Heute glaubt jeder, crostini (kleine belegte Brote) seien das Gleiche wie cicchetti, aber das stimmt gar nicht. Echte cicchetti schließen auch polpettine (kleine Hackbällchen), nervetti (Schweine- oder Kalbsknorpel in Essig) und polenta e schie (Maismehl mit kleinen heimischen Shrimps) ein. So gehen Traditionen verloren! Crostini sind in Ordnung, aber man darf den Blick fürs Ganze nicht verlieren.“
Cicchetti
DIEKS/SHUTTERSTOCK ©
ESSENWIE DIE LOCALS
Von einem Happen am Kanal mit ein paar Drinks bis zu feudalen Verkostungen ist Essen in Venedig eine höchst gesellige Angelegenheit.
Wer sich an die Haupttouristenrouten hält, stellt fest, dass Essengehen in Venedig oft eine überteuerte, enttäuschende Angelegenheit ist. Abseits dieser Pfade wird der Gast jedoch mit unvergesslichen Gerichten belohnt. In den ruhigen Straßen, an entlegenen Kanälen und auf verträumten Inseln verlocken die wahren Aromen von La Serenissima – geprägt von der Adria, gewürzt vom jahrhundertelangen Handel, gegründet auf Respekt vor den Jahreszeiten. Seele und Historie der Stadt lassen sich genießen in pikanten sarde (Sardinen) mit Sultaninen, risotti mit Lagunenfischaroma und bodenständigem fegato alla veneziana (Kalbsleber mit Chioggia-Zwiebeln).
Ein Mangel an prämierten, teuren Restaurants besteht in Venedig mit Sicherheit nicht, mit die besten Mahlzeiten gibt es jedoch in traditionellen bacari (Tavernen). Auf den Tresen stapeln sich cicchetti, venezianische „Tapas“ mit regionalen Meeresfrüchten, Wurst und Käse. Sie lassen sich bestens mit einer ombra (kleines Glas Wein) hinunterspülen – ein billiges Festmahl samt Klatsch und guter Stimmung.
Cicchetti
Die bekannteste kulinarische Errungenschaft der Stadt sind cicchetti, allerlei leckere Happen, die gut zum Wein passen. Die gängigsten cicchetti sind heutzutage crostini, kleine Scheiben Baguette, die unterschiedlich belegt sind – von klassischem baccalà mantecato (Stockfischmus) oder sarde in saor (süß-saure Sardinen) bis zu kreativen Gourmetkombis wie seidigem lardo (Schmalz) mit Birnen-mostarda (Senf). Cicchetti sind jedoch viel mehr als nur kleine belegte Brotscheiben. Manche bacari bieten auch pikante polpette (Fleischklößchen), mit Ricotta gefüllte fiori di zucca (Kürbisblüten) oder Wildschweinsalami an. Wer in einer anderen Bar vorbeischaut, bekommt vielleicht Lust auf Brötchen mit Mortadella, gekochte Eier mit Sardellen oder auch weißen Bassano-Spargel sowie in pancetta (Bauchspeck) gewickelte Lagunenshrimps. Die Preise beginnen etwa ab 1,20 € für Mini-Panini; die meisten cicchetti
