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Lonely Planet E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 6. Auflage 2025
Mit dem Lonely Planet Sardinien auf eigene Faust auf einer Insel, die landschaftlich, geschichtlich und auch kulinarisch viel zu bieten hat!
Mit seinen wilden Landschaften, Steilküsten und Traumstränden bietet die Insel zahlreiche Outdoor-Aktivitäten: Wanderwege, Küstenpfade, Kletterfelsen und schöne Reviere zum Surfen, Tauchen und Kanu fahren. Wer es ruhiger haben möchte, begibt sich auf die Spuren uralter Geschichte - über 7000 nuraghi liegen verstreut auf der Insel und prägen das Landschaftsbild. Die 15 Highlights, die Sie auf keinen Fall versäumen sollten, sind in einem farbigen Kapitel zusammengefasst, machen Lust auf Land und Leute und bringen den nötigen Background zu dieser großen Kulturlandschaft. Wo übernachten und essen? Für jedes Reiseziel gibt es eine Auswahl an Unterkünften und Restaurants für jeden Geschmack und Geldbeutel. Abgerundet wird der Guide durch Übersichts - und Detailkarten, Themen-Specials, Reiserouten, fundierte Hintergrundinformationen sowie einem Glossar und - damit Sie gut verständlich ankommen - einem Sprachführer. Der Lonely-Planet-Reiseführer Sardinien ist ehrlich, praktisch, witzig geschrieben und liefert inspirierende Eindrücke und Erfahrungen - mit dem Lonely Planet im Gepäck sind Sie für einen Urlaub bestens gerüstet!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 529
Veröffentlichungsjahr: 2025
Gola Su Gorropu >>
VON LINKS: DELPIXEL/SHUTTERSTOCK ©, TORE FONNESU/500PX ©
Capo Caccia >>
Reiseplanung
Willkommen auf Sardinien
Übersichtskarte
Unsere Favoriten
Städte & Regionen
Reiserouten
Beste Reisezeit
Bestens vorbereitet
Essen wie die Locals
Outdoor-Erlebnisse
Reiseziele
Cagliari & der Sarrabus
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Cagliari
Sarrabus
Wo man gerne übernachtet
Iglesias & der Südwesten
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Iglesias
Barumini & Umgebung
Isola di Sant’Antioco
Wo man gerne übernachtet
Oristano & der Westen
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Oristano
Die Sinis-Halbinsel
Montiferru & Umgebung
Bosa
Wo man gerne übernachtet
Alghero & der Nordwesten
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Alghero Stintino & die
Isola dell’Asinara
Sassari
Wo man gerne übernachtet
Olbia & die Gallura
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Olbia
Die Costa Smeralda
Das Nordkap
Tempio Pausania & Umgebung
Wo man gerne übernachtet
Nuoro & die Barbagia
Erste Orientierung
Perfekte Tage
Nuoro
Der Supramonte
Ogliastra
Golfo di Orosei
Wo man gerne übernachtet
Praktisches
Ankunft
Unterwegs vor Ort
Geld
Übernachten
Reisen mit Kindern
Sicher reisen
Essen, Trinken & Feiern
Verantwortungsbewusst reisen
LGBTIQ+-Traveller
Barrierefrei reisen
Segeln
Kurz & Knapp
Sprache
Storybook
Die Geschichte Sardiniens in 15 Orten
Historische Minen
Echos der Vergangenheit
Insel der Langlebigkeit
Das Nuraghische Mysterium
Non sono Italiano, sono Sardo („Ich bin kein Italiener, ich bin Sarde“): Bei meinen wiederholten Reisen nach Sardinien habe ich das immer wieder gehört. Der stolze Lokalpatriotismus der Einheimischen hat auf mich zunächst befremdlich oder sogar abweisend gewirkt. Doch schon nach kurzer Zeit haben sich die Locals als ungemein freundlich, ehrlich, philosophisch und großzügig erwiesen. Seit Ankunft der Phönizier (500 v. Chr.) mussten sie 2000 Jahre lang unter Fremdherrschaft leben. Heute wollen sie sich endlich selbst ausdrücken und laden neugierige Reisende dazu ein, ihre Kultur kennenzulernen: Auf dieser herrlich naturbelassenen Insel gibt’s viel zu entdecken. Hier leben Bäuerinnen und Bauern, Fischer:innen, Hirt:innen, Segler:innen, Winzer:innen, Weber:innen, Imker:innen, Käserei- und Brennereibetreiber:innen. Hinzu kommen fröhliche und einzigartige Festivals. Ich halte Sardinien für den größten Geheimtipp im Mittelmeerraum.
Paula Hardy
@paulahardy
Als Reisejournalistin ist Paula auf den Mittelmeerraum spezialisiert. Seit über 20 Jahren trägt sie zu den Italien-Bänden von Lonely Planet bei. Zudem schreibt sie für Telegraph, Guardian, Financial Times und Conde Nast Traveller.
Dieses Mal eine Bergwerkstour in Iglesias mit Maria Paolucci: Als verstecktes Stück europäischer Geschichte erzählen die Minen sehr viel über Sardinien. Unvergesslich war auch der Bootstrip entlang der rostroten Klippenküste: Beim Schwimmen in riesigen Meereshöhlen erstrahlte das Wasser in Opaltönen.
Masua >>
ATLANTIDE PHOTOTRAVEL/GETTY IMAGES ©
Sardiniens Küste zählt zu den unberührtesten und abwechslungsreichsten des Mittelmeers und lockt mit Hunderten von Stränden. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass einige exklusive, kostenpflichtige Promi-Hotspots die Schlagzeilen beherrschen – schon am nächsten Strand ist es genauso schön. Die Strände sind den Einheimischen wichtig, deswegen sind sie wunderbar ursprünglich und haben meist nur eine kleine Hütte, die Sandwiches oder kleine Mahlzeiten serviert, sowie lidi mit Kanu- oder Pedalo-Verleih.
Strandregeln
Das Mitnehmen von Sand, Steinen oder Muscheln von Stränden ist verboten und wird mit einem heftigen Bußgeld von 3000 € geahndet.
Wissenswertes: Mistral
Sardiniens vorherrschender Wind ist der Mistral. Wenn er Fahrt aufnimmt, sind Strände im Süden, Südosten oder an der windgeschützten Seite der Insel die richtige Wahl.
Strandsaison
Die Zeit von Juni bis September geht mit Parkgebühren, Badeaufsicht an größeren Stränden und lido-Service-einrichtungen einher.
Cala Coticcio >>, Arcipelago di La Maddalena
VON LINKS: HALAWI/SHUTTERSTOCK ©, IVAN CANAVERA/SHUTTERSTOCK ©, TORE65/SHUTTERSTOCK ©
BESTE STRAND- ERLEBNISSE
Den 1 Arcipelago di La Maddalena>> mit seinen malerischen rosafarbenen Inseln mit kristallklarem Wasser erkunden.
Algheros 2 Spiaggia di Maria Pia>>, einen wunderschönen Stadtstrand vor der Kulisse von Pinienwald und der von Zugvögeln frequentierten Calich-Lagune, erleben.
Einen Tag an der 3 Costa Rei>> mit großartigen, familienfreundlichen, bewachten Sandstränden verbringen.
Die zweibogige, perfekt vor dem Mistral geschützte 4 Spiaggia di Teurredda>>, einen der schönsten Strände Sardiniens, entdecken.
Am 5 Marina di Orosei>>, der tollen lido-Service bietet und als Ausgangsbasis für Touren zum Golfo di Orosei dient, spektakuläre Bergblicke genießen.
Tiscali >>
ELISA LOCCI/SHUTTERSTOCK ©
Das vorzeitliche Sardinien war ein umtriebiger Ort, darauf weisen die vielen Menhire, Gigantengräber (Massengräber) und Nuraghen (monolithische Steintürme) hin. Von Letzteren gibt es 7000 auf der Insel. Manche dieser mysteriösen Stätten, deren genauer Zweck rätselhaft bleibt, laden zu archäologischen Entdeckungstouren und Wanderungen ein.
Antike Klänge
Die mit Pfeifen versehenen launeddas sind Europas ältestes Instrument und gehen auf das 9. Jh. v. Chr. zurück. Ähnlich alt ist der canto a tenore, Sardiniens Kehlkopfgesang. Beides hört man auf lokalen Festen.
Wissenswertes: Nuraghen
Das von Imago veröffentlichte Werk Nuraghes, the Fundamental Questions gibt umfassende Einblicke in die Entstehung der rätselhaften Bauten.
BESTE BRONZEZEIT-ERLEBNISSE
Die 1 Nuraghe Su Nuraxi>>, Sardiniens einzige Welterbestätte sowie bekannteste und komplexeste Nuraghe, besuchen.
Im Supramonte nach 2 Tiscali>>, zu den Ruinen eines Dorfes aus der Bronzezeit in einer stimmungsvollen eingestürzten Höhle, wandern.
Über den Ursprung der mysteriösen heiligen Quelle in Form eines Schlüssellochs des 3 Pozzo Sacro di Santa Cristina>> sinnieren.
Im 4 Museo Civico Giovanni Marongiu>> in Cabras monumentalen Steinkriegern aus der Bronzezeit begegnen.
In Cagliaris 5 Museo Archeologico Nazionale>> durch Artefakte, Bronzen und Skulpturen die Geschichte der frühen Menschen auf Sardinien kennenlernen.
ADRENALIN-RAUSCH
Die Natur hat Wunder auf Sardinien vollbracht: Bewaldete Berge, die vom Wind geformte Küste, riesige Meeresgrotten und Höhlensysteme sind eine spannende Spielwiese für zahlreiche Outdoor-Aktivitäten. Wandern und Segeln führen die Liste an, doch auch für Klettern, Canyoning, Coasteering, Surfen, Windsurfen, Kitesurfen, Mountainbiken, Tauchen und für Höhlenexpeditionen sind die Bedingungen erstklassig.
VON LINKS: TRAVELWILD/SHUTTERSTOCK © TODAMO/SHUTTERSTOCK ©
Klettermekka
Sardinien zählt zu Europas besten Kletterzielen mit über 7000 Sportkletterrouten und fast 1000 Mehrseillängenrouten. Dank der milden Temperaturen kann man ganzjährig klettern.
Surfzentrale
Sardinien ist der beste Surfspot im Mittelmeerraum, dafür sorgen konstante Winterwinde und die Brandung an der Westküste, die alle möglichen Wellen hervorbringt.
Fahrradparadies
In Sardinien ist das ganze Jahr über Radsaison. Frühling und Herbst sind perfekt für Touren von Ort zu Ort, während man im Winter eine Ausgangsbasis braucht, da viele Hotels schließen.
BESTE ACTION-ERLEBNISSE
Mit 1 Sa Rutta Experience>> zu Fuß, per Kajak oder Quad die Wildnis entdecken und in Baumzelten übernachten.
Beim 2 MB Pro Center>> in Porto Pollo erstklassige Windsurf-, Kitesurfoder Foil-Kurse buchen.
Mit dem Felskletterer Marco Bigatti von 3 Arrampicata Sardegna>> Küstenklippen oder steile Berghänge erklimmen.
Sardiniens größten Park, den 4 Parco Nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu>>, beim Wandern, Canyoning, Kajakfahren, Tauchen, Höhlenwandern und Klettern erkunden.
Beim 5 Sky High Watersport Centre>> in Porto Botte und der Bonga Surf School>> in Porto Ferro mit Profis kitesurfen und surfen.
Mit 24000 km2 ist Sardinien die zweitgrößte Mittelmeerinsel. Geologisch gesehen ist die Insel älter als das italienische Festland, so entstanden die Granit- und Basaltberge bereits vor den Alpen. Sie beherrschen 68% der Insel und formen verschiedene Massive und Plateaus mit breiten Flüssen, Eichenwäldern und Urwäldern. Die glitzernden Lagunen und Salinen im Westen machen fast die Hälfte der Feuchtgebiete Italiens aus und locken zahlreiche Zugvögel an.
Vogelwanderungen
Sardinien liegt an der Zugroute zwischen Europa und Afrika. Von September bis März kommen tausende Flamingos und 200 andere Vogelarten auf die Insel.
Unter Wasser
Sardiniens Meereshöhlen und Unterwassertunnel bieten beste Bedingungen fürs technische Tauchen, zudem locken Wracks, ein vielfältiges Meeresleben und leuchtende Korallen. Am abwechslungsreichsten sind der Nordwesten und der Südosten.
Wildtiere
Zu den einheimischen Spezies der Insel gehören sardische Hirsche, sardische Wildschweine, Minipferde, Albino-Esel, Mufflons, Marder, Wildkatzen und hunderte Vogelarten.
Wildpferde, La Giara di Gesturi >>
VON LINKS: VLADISLAV T. JIROUSEK/SHUTTERSTOCK ©, FRANTISEKHOJDYSZ/SHUTTERSTOCK ©, FABIANO GOREME CADDEO/SHUTTERSTOCK ©
BESTE OUTDOOR-ERLEBNISSE
Die winzige 1 Isola di San Pietro>> zu Fuß oder mit dem Boot umrunden, Vulkanklippen und Eleonorenfalken entdecken und im fischreichen Wasser schwimmen.
Bei einem Tauchgang in der Nereo-Höhle mit dem 2 Capo Galera Diving Centre>> ein korallenbedecktes Unterwasserparadies entdecken.
An der 3 Spiaggia di Piscinas>> Europas höchste Stranddünen und perfekte Sonnenuntergänge erleben.
Durch den 1 Parco Nazionale dell’Asinara>> wandern, einst ein Hochsicherheitsgefängnis, heute eine Inselwildnis mit Albino-Eseln.
In 5 La Giara di Gesturi>>, einer uralten Basaltebene, die heute Lebensraum für Sardiniens letzte Wildponys ist, in die Natur eintauchen.
VOM FELD AUF DEN TISCH
BESTE KULINARIK-ERLEBNISSE
Kochbuchautorin Letitia Clark in ihrem 1 Zuhause in Oristano>> bei persönlichen Kochkursen und Weinrebenführungen kennenlernen.
Einen perfekten Tag auf dem Land beim 2 Agriturismo Sa Mandra>> nahe Alghero, bekannt für seine hausgemachte Küche, verbringen.
Bei 3 Fradis Minoris>> zwischen Meer und Nora-Lagune die romantischste Sterneküche der Insel genießen.
Den erstklassigen Thunfisch der Insel bei den Promiköch:innen auf Carlofortes Festival 4 Girotonno>> – oder zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt – probieren.
Einige der besten Vermentino-Weine Sardiniens beim hypermodernen Weingut 5 Vigne Surrau>> kosten.
„Biologisch“ und „Slow Food“ sind Modewörter für das, was Sardinien seit Jahrhunderten praktiziert. Im Landesinneren verkaufen Farmen pecorino (Schaf-milchkäse), Salami, Honig und Wein aus eigener Produktion. In Cagliari und Dorgali fertigen traditionelle Bäckereien und Konditoreien künstlerisch anmutende Brotlaibe und Mandelgebäck, in Carloforte und Cabras bekommt man die Inselspezialitäten Thun-fisch-ventrasca und bottarga (Meeräschenrogen).
Cuile
Rund um Baunei findet man cuile, Tipi-ähnliche Schäferhütten, die man in der Morgendämmerung besuchen und wo man bei der Ricotta-Herstellung zusehen kann.
Sardischer Wein
Auf sardischen Weingütern wird Gastfreundschaft großgeschrieben und meist gibt es exzellente Weinproben, bei denen man seltene Rebsorten der Insel probieren kann, etwa den gesundheitsfördernden Cannonau.
Süße Leckereien
Sardiniens Auswahl an Süßwaren zählt zu den vielfältigsten Italiens mit unzähligen Kuchen, Plätzchen, Keksen und Süßigkeiten auf der Basis von einfachen, aromatischen Zutaten wie Trockenfrüchten, Nüssen, Honig, süßem Ricotta und kandierten Früchten.
Traditionelle Tracht, Cavalcata Sarda >>, Sassari
VIVIANO TEDDE FOTOGRAFIA/SHUTTERSTOCK ©
BESTE KULTUR-ERLEBNISSE
Morgens locken Cagliaris Museen, abends hört man Livemusik beim Social Club 1 Radio X>>.
Den Bergort 2 Nuoro>> entdecken, einen kulturellen Hotspot, der Italiens erste Literaturnobelpreisträgerin hervorbrachte.
Die gute Stimmung in 3 Sassari >> genießen, einer Universitätsstadt mit Theater, Musik und Nachtleben auf hohem Niveau. Hier findet auch die riesige Cavalcata Sarda>> statt.
Straßenkunst in 4 Orgosolo>> bestaunen, früher für Verbrechen bekannt, heute für Wandmalereien mit spannender Sozialkritik.
Einblicke in 5 Algheros>> sardisch-katalanischen Kulturmix erhalten, der in der lebendigen Gastroszene besonders zum Tragen kommt.
Sardiniens kulturelle Palette entwickelte sich über Jahrhunderte und verbindet einzigartige Inseltraditionen mit Einflüssen früherer Kolonisatoren wie den Phöniziern, Römern, Pisanern, Genuesen, Katalanen und Aragonesen. Die sardische Kultur vereint lebendige Erfahrungen, die sich in einem reichhaltigen Portfolio aus Musik, Tanz, Festen und Kunsthandwerk ausdrücken.
Übersetzungshilfe
In Museen ohne englische Informationen hilft die Smartphone-Kamera, mit der man Textabschnitte bequem fotografieren und übersetzen lassen kann.
Herbstfeste
Autunno in Barbagia>> ist ein Volksfest, das nacheinander in insgesamt 32 Bergdörfern stattfindet und jeweils typische Küche, Musik und Tänze beinhaltet.
Keine andere folkloristische Tradition Europas ist so allumfänglich erhalten wie die Sardiniens. In jeder Hinsicht stehen die Inselfeste für den Kern einheimischen Lebens. Manche Traditionen wie Mamoiadas mamuthones sind so alt, dass die anthropologische Forschung prähistorische Wurzeln vermutet, während andere wie Sassaris Cavalcata Sarda einfach die Inselkultur feiern. Für Außenstehende vermitteln diese leidenschaftlich gelebten Rituale ein tieferes Verständnis für die Inselkultur und den Stolz auf traditionelle Kunst, Musik und Küche.
Sagra
Eine sagra ist ein saisonales Erntefest und bietet stets Livemusik, traditionelle Tänze und lokale Küche. Das größte ist das Autunno in Barbagia.
Musiksaison
Alle großen Musikfestivals finden im Juli und August bei gutem Wetter statt. Time in Jazz in Berchidda zählt zu Europas größten Jazzfestivals.
Festivaltipps
Sardiniens größte Festivals ziehen Zehntausende an. Gute Plätze sowie Unterkünfte müssen Monate im Voraus gebucht werden.
Traditionelle Tracht, Festa di Sant’Efisio >>, Cagliari
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BESTE FESTE ERLEBEN
In Iglesias wird die 1 Karwoche>> mit viel Ehrfurcht, maskierten Büßer:innen und feierlichen Prozessionen begangen.
Beim größten Fest Sardiniens, Cagliaris 2 Festa di Sant’ Efisio>>, werfen sich Tausende Einheimische in traditionelle Trachten.
Das Fest von Sant’Antonio Abate im Januar ruft maskierte „Geister“ wie die mamuthones in 3 Mamoiada>> und boes in Ottona herbei.
Oristano feiert Karneval mit 4 Sa Sartiglia>>, einem aufwändigen Ringreiterturnier mit farbenfrohen spanischen Einflüssen.
In Sardinien ist man pferdeverrückt und Bergorte veranstalten ardias (religiöse Rennen) und pariglias (Akrobatikvorführungen). Am wildesten ist Sedilos 5 S’Ardia>>.
Sardinien ist eine alte landwirtschaftlich geprägte Insel mit fast dreimal mehr Schafen als Menschen. Der traditionelle ländliche Lebensstil geht mit einem außergewöhnlich hohen Lebensalter einher. Deswegen sollte man sich die Zeit nehmen, abseits der glitzernden Strände einen gemächlicheren Lebensrhythmus zu entdecken. Überall kann man Weingüter besuchen, Brot oder Käse selbst herstellen, an Kochkursen in uralten Bauernküchen teilnehmen oder dabei zusehen, wie Teppiche gewebt oder Klappmesser gefertigt werden.
Wanderlust
Wandern hat auf der ganzen Insel einen hohen Stellenwert. Die Wege sind in gutem Zustand und geführte Touren bestens organisiert sowie zu fairen Preisen zu haben.
Dorfleben
Manche Dörfer stehen sinnbildlich für das ländliche Sardinien, darunter Aggius, Santu Lussurgiu, Gergei, Oliena, Dorgali, Baunei, Santadi und San Pantaleo.
Agriturismi
Als durch und durch ländliche Insel birgt Sardinien viele authentische agriturismi (Bauernhofunterkünfte) mit bodenständiger Küche und herzlicher Gastfreundschaft.
Weberin bei der Arbeit, Samugheo >>
VON LINKS: TORRUZZLO/SHUTTERSTOCK ©SHEVCHENKO ANDREY/SHUTTERSTOCK ©, ELIO VILLA/SHUTTERSTOCK ©
BESTE ENTSCHLEUNIGENDE REISEERLEBNISSE
Sich im 1 Domu Antiga>> im winzigen Gergei beim Brotbacken, Käsemachen und Wandern dem ländlichen Leben hingeben.
In 2 Asphodel>> mitten auf dem Land im Bienenhaus entspannen und das Geheimnis hinter Sardiniens preisgekröntem corbezzoloHonig erfahren.
Bei einem mehrtägigen Wanderritt im Supramonte mit 3 A.S.D. Sella Sarda>> eine unvergessliche Erfahrung in den Bergen machen.
Bei einer Wanderung auf dem 4 Cammino Minerario di Santa Barbara>> die verlassenen Minen und die raue Küste im Südwesten entdecken.
In 5 Samugheo>> einige der letzten Weber:innen Sardiniens kennenlernen, die die Tradition aufrechterhalten.
Alghero & der Nordwesten
KATALANISCHE EINFLÜSSE UND NATURWUNDER
Die Städte im Nordwesten – Alghero, Sassari und Castelsardo – haben sich ihr spanisches Erbe hinsichtlich Flair, Küche und Traditionen bewahrt und verleihen dieser Ecke Sardiniens einen einzigartigen Charakter. Ihre honigfarbenen historischen Zentren sind von einer atemberaubenden Landschaft, den dramatischen Klippen der Riviera del Corallo und von nach Pinien duftenden Naturschutzgebieten mit Stränden umgeben, während die vorgelagerte Isola dell’Asinara ein Paradies für Delfine, weiße Esel, Mufflons und nistende Schildkröten ist.
Olbia & die Gallura
PROMITREFFS, BERGORTE UND GUTER WEIN
Die glamouröse Costa Smeralda ist der Hotspot für alle, die das Jetset-Leben an bei Promis beliebten Stränden mit smaragdgrünem Wasser genießen wollen. Erfahrene Segler:innen wissen jedoch, dass es die gleichen Buchten auch im Arcipelago di La Maddalena gibt. In Porto Pollo freuen sich Windsurfer:innen über den Mistral. Im Landesinneren, im granithaltigen Hinterland der Gallura, finden sich preisgekrönte Weine und einige der schönsten Bergdörfer Sardiniens. >>
Oristano & der Westen
LAGUNEN, PFERDE UND FEINES ESSEN
Der Westen ist ein windiger Ort, an dem die schäumende Brandung auf schneeweiße Quarzstrände trifft und Ruinen vergangener Zeiten noch immer rund um schimmernde Lagunen ausgegraben werden. Surfer:innen und Kitesurfer:innen fühlen sich am Capo Mannu wohl, während Gourmets Cabras wegen der goldenen bottarga (Meeräschenrogen) und des intensiven Vernaccia mit Steinobstnote aufsuchen. Hinter dem Strand birgt das bewaldete Montiferru malerische Dörfer, in denen die Traditionen und Handwerkskunst der Insel gepflegt werden. >>
Iglesias & der Südwesten
VERLASSENE BERGWERKE UND SONNENVERWÖHNTE INSELN
Der wilde Südwesten ist geprägt von schroffen flachen Hügeln voller Silber und wertvoller Mineralien, wo Menschen jahrhundertelang schufteten und andere reich machten. Die sorgfältig angelegten Minenschächte und Dörfer erzählen eine außergewöhnliche Geschichte, während die Küste mit zwei idyllischen vorgelagerten Inseln von atemberaubenden Wanderwegen durchzogen ist, die zu Küsten-Weinbergen, Olivenhainen und Artischockenfeldern führen. >>
Nuoro & die Barbagia
TRADITION UND SPANNENDE BERGABENTEUER
Die Barbagia ist das pulsierende Herz Sardiniens und ihre Dörfer bewahren die Traditionen der Insel. Die kultivierte Hauptstadt Nuoro ist von den wilden Gipfeln und Schluchten des Supramonte und Gennargentu-Massivs umgeben, einem erstklassigen Wandergebiet mit prähistorischen Stätten, Höhlen und kristallklaren Gebirgsflüssen. Am Fuß bietet der Golfo di Orosei die schönsten Strände Europas. >>
Cagliari & der Sarrabus
EINE BEFESTIGTE HAUPTSTADT UND EINE WILDE KÜSTE
Cagliaris Zitadelle und Palazzi reihen sich halbmondförmig mit Blick auf den Golfo di Cagliari. Hier erwarten einen hervorragende Museen, Galerien, leckeres Seafood und eine lebhafte aperitivo-Szene am Meer. In der Umgebung der Stadt befinden sich phönizische Ruinen sowie Salzbecken voller Flamingos und Wälder, in denen sardische Hirsche umherstreifen – umrahmt von weichen Stränden und einem Meeresschutzgebiet am Capo Carbonara. >>
Pan di Zucchero >>, Nebida
STUDIOANGHIFOTO/SHUTTERSTOCK ©
REISEROUTEN
Dauer: 10 Tage Strecke: 474 km
Ab der Hauptstadt Cagliari führt diese Rundroute durch die hügeligen Ausläufer des Sarcidano und dann westwärts nach Cabras am Stagno di Cabras. Danach geht’s entlang der herrlichen Klippenküste von Iglesiente zur winzigen Isola di San Pietro. Unterwegs wartet ein toller Mix aus Kultur, Geschichte, Outdoor-Aktivitäten und super Stränden.
1
Cagliaris 2 TAGE
Cagliaris>> Archäologisches Museum beleuchtet Sardiniens prähistorische Zivilisation. Danach besucht man die Zitadelle und den mit Marmor verkleideten Dom (Foto). Tipp bei schönem Wetter: eine VespaTour, Segeln, Kajakfahren und aperitivi am Calamosca-Strand.
Abstecher:Zu denSaline Conti Vecchi>> mit einer Salzfabrik aus den 1930er-Jahren und Verdunstungsbecken voller Flamingos. 3 Std.
2
GERGEI 2 TAGE
Auf gen Norden nach Gergei>>: Beim Übernachten im historischen Domu Antiga locken sardische Kochkurse und eine Mini-Molkerei. Olianas punktet mit Cannonau-Weinen. Am nächsten Tag besichtigt man die Nuraghe Su Nuraxi in Barumini und beobachtet wilde Giara-Pferde (Foto) beim Wandern auf La Giara di Gesturi. Zum Schluss gibt’s Sonnenuntergangs-Genuss am Santuario di Santa Vittoria.
3
CABRAS 1 TAG
Nach dem Bewundern der Kirchen von Sardara gibt’s in Cabras>> ein Mittagessen im Sa Bell’e Crabasa. Danach badet man am Maimoni-Strand (Foto) und genießt den Sonnenuntergang an den phönizischen Ruinen von Tharros. Frühmorgens geht’s dann zu den Giganten vom Mont’e Prama im Museo Civico.
Abstecher:NachSamugheo>> zur Weber-Werkstatt von Isabella Frongia. 3 Std.
4
BUGGERRU 2 TAGE
Südwärts zur früheren Bergbaustadt Buggerru>> fahren: Neben einer super Brandung warten hier eine historische Zugtour durch die Galleria Henry und ein Bootstrip entlang der Küste nach Porto Flavia (Foto).
Abstecher:Entweder zum geschützten Strand vonPiscinas>> mit Europas höchsten Sanddünen oder zur früheren BergbaustadtMontevecchio>> mit ihren Kristallschächten. 1 Tag
5
IGLESIAS 1 TAG
Bei der Küstenfahrt nach Iglesias (>>; Foto) lockt in Nebida der Blick vom Belvedere. Am Ziel erkundet man das historische Zentrum, speist im tollen Su Funnagu, besucht die Nachtmärkte mit Livemusik (Sommer) und bucht eine Führung durch die Grotta di Santa Barbara.
Abstecher:ZurNuraghe Seruci>> zwecks Sonnenuntergangsblick von einem der größten prähistorischen Türme der Insel. 2 Std.
6
ISOLA DI SAN PIETRO 2 TAGE
Von Portovesme geht’s nach Carloforte auf der Isola di San Pietro (>>; Foto). In ligurischer Inselatmosphäre heißt’s hier wandern, schwimmen, Falken erspähen, an der tollen Küste entlangsegeln und regionalen Thunfisch essen.
Abstecher:Eine Fähre nachSant’Antioco>> nehmen. Dann nach Cagliari fahren und unterwegs Wein im DorfSantadi>> verkosten.
REISEROUTEN
Dauer: 10 Tage Strecke: 373 km
Nirgendwo sonst auf Sardinien dominiert die Natur so sehr wie in der Barbagia. Im Osten fallen deren imposante Kalksteinberge steil zum grandios aquamarinblauen Golfo di Orosei ab. Wander-Fans, Rad- oder Autofahrer:innen entdecken hier prähistorische Wunder, eine appetitliche Regionalküche und traditionelle Dörfer voller uralter Legenden.
Sa Nurre de Su Hoda >>, Oliena
VON LINKS: GIAMMARCO FIGUS/SHUTTERSTOCK ©, MARCOCIANNAREL/SHUTTERSTOCK ©, LAPPA85/SHUTTERSTOCK ©
1
OLIENA 2 TAGE
Nach Olbia fliegen und zu einem agriturismo bei Oliena>> fahren: Von dort aus wandert man zum prähistorischen Dorf Tiscali, erkundet die Karsthöhlen von Sa Nurre de Su Hoda (Valle di Lanaittu) und paddelt den Fluss Cedrino hinunter. Jeden Abend gibt’s dann Essen vom Bauernhof.
Abstecher:Zum hypermodernen Museo Arte Contemporanea (Lula; >>) in alten Dorfhäusern. ½ Tag
2
NUORO 2 TAGE
Weiter nach Nuoro>>: Hier warten ein tolles Ethnografiemuseum, ein Keramikmuseum sowie das Geburtshaus der Nobelpreisträgerin Grazia Deledda. Das Spazio Ilisso zeigt schönes sardisches Kunsthandwerk. Die Wanderung zur Christusstatue (Foto) lockt mit Rundumblick über den Supramonte.
Abstecher:Eine eintägigeAutotour>> zu anderen dörflichen Kunstmuseen. 6 Std.
3
ORGOSOLO 1 TAG
Auf nach Orgosolo>> in den Bergen und dort übernachten: Sardiniens Banditenhochburg wird besonders interessant, wenn die Tagesausflügler weg sind und die Locals ihre Straßen wieder für sich haben.
Abstecher:NachFonni>> mit einer Barockkirche und Wanderpfaden zum Gipfel der Brunca Spina (1829 m). ½ Tag
4
VILLAGRANDE STRISAILI 1 TAG
Villagrande Strisaili>> in den Gennargentu-Bergen ist Sardiniens Dorf der Hundertjährigen. Hier schaut man herrlich auf den Monte Suana, Monte Orguda und Monte Idolo (alle über 1300 m): Deren Hänge beeindrucken mit vielen Schluchten (z.B. Pirincanas) und Nuraghe-Ruinen.
Abstecher:NachUlassai>> mit dem Maria-Lai-Webermuseum, modernen Weber:innen und der grandiosen Grotta Su Marmuri. 6 Std.
5
BAUNEI 2 TAGE
Vom Hochgebirge geht’s hinunter zum Outdoor-Mekka Baunei>>. Hier punktet die Cooperativa Goloritzè mit Rundumservice, Guide-Vermittlung (Wandern, Klettern) und geführten Touren zum Altopiano del Golgo: Von dort aus steigt man über grandiose Klippenpfade zu herrlichen Buchten am Golfo di Orosei hinunter.
Abstecher:NachSanta Maria Navarrese>> für einen Nachmittag am Strand und ein nobles Abendessen im Hotel Nascar. ½ Tag
6
OROSEI 2 TAGE
Wieder gen Norden führt die aufregend kurvige SS125 zum Genna-’e-Silana-Pass hinauf und dann zum netten Orosei>> hinunter. Frühaufsteher:innen können unterwegs eine Jeeptour in die Su-Gorropu-Schlucht machen. Am Ziel warten tolle Strände und Bootstrips im Golfo di Orosei (Foto).
Abstecher:Auf dem Weg zum Flughafen Olbia zum Bio-WeingutTenute Olbiasfür eine Verkostung. 1½ Std.
San Pantaleo >>
LUC KOHNEN/SHUTTERSTOCK ©
REISEROUTEN
Dauer: 10 Tage Strecke: 253 km
In den nördlichen Bergen trifft wunderschöne Natur auf Geschichte, urbanen Charme, leckeres Essen und tolle Weine. Die Hauptattraktion der Region ist die großartige Küste mit weichen Sandstränden, idyllischen Mini-Buchten und vom Wind geformten Klippen. Landeinwärts locken ein paar von Sardiniens schönsten Dörfern und Städtchen.
1
ALGHERO TAGE
Los geht’s im katalanisch geprägten Alghero (>>; Foto). Dessen alte Stadtmauern umgeben ein historisches Zentrum mit honigfarbenen Häusern. Hier warten Delfinbeobachtungen, Weinproben, Strandbesuche, Ausritte, Höhlentouren und Tauchtrips rund um das Capo Caccia.
Abstecher:Entlang der SP105 (Sardiniens kleinem „Pacific Coast Highway“) nachBosa>> am Flussufer. 1 Tag
2
STINTINO 1 TAG
Der schimmernden Küste nordwärts nach Stintino>> folgen: Auf einer einsamen Landzunge locken hier Lagunen und der wohl schönste Strand Sardiniens: La Pelosa (Foto). Der vorgelagerte Insel-Nationalpark Asinara (per Boot erreichbar) ermöglicht das Schwimmen in kristallklarem Wasser, Besuche einer Schildkröten-Schutzstation und das Beobachten von weißen Eseln bei Radtouren.
3
SASSARI 2 TAGE
Landeinwärts liegt das Juwel Sassari>> mit vielen Jugendstilvillen und prächtigen Barockkirchen im spanischen Stil. Hier heißt’s das schöne historische Zentrum erkunden, Museen besuchen, Konzerten lauschen und Fotos auf der Domtreppe (Foto) machen.
Abstecher:Zum bizarren prähistorischen TempelturmMonte d’Accoddi>> und dann weiter zum farbenfrohenCastelsardo>>. 1 Tag
VON LINKS: DALIU/SHUTTERSTOCK ©, FABRIZIO VILLA/GETTY IMAGES ©, PIETRO BASILICO/SHUTTERSTOCK ©
4
AGGIUS 1 TAG
Der spektakulär kurvigen SS672 nach Aggius>> folgen: Das traditionelle Dorf ist für seine Weber:innen und einstigen Banditen berühmt. Hier warten ein Ethnografisches Museum, Kunsttouren auf eigene Faust, Waldwanderungen und Treks zwischen den Granitfelsen des Valle della Luna (Foto).
Abstecher:NachTempio Pausania(>>; 10 Fahrtmin.) mit Häusern aus Granitblöcken. ½ Tag
5
LA MADDALENA3 TAGE
Auf dem Weg zum Fährhafen Palau das Heiligtum von Luogosanto besichtigen. Dann nach La Maddalena>> schippern und relaxen. Ab der Hauptstadt des herrlichen Arcipelago di La Maddalena kann man z. B. das Garibaldi-Museum zwischen den Kiefern von Caprera (Foto) besuchen und Tauchoder Segeltouren in der Straße von Bonifacio unternehmen. Hauptattraktion sind aber die schönen Strände.
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SAN PANTALEO1 TAG
In Sardiniens Küstenhügeln ein Landhotel im hübschen San Pantaleo>> wählen: Hier locken ein Wochenmarkt jeden Donnerstag, erstklassige Weingüter (z. B. Surrau), Verkostungstouren und eine grandiose Spitzenküche im Michelin-Sternerestaurant Il Fuoco Sacro.
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Auf Sardinien scheint die Sonne 300 Tage im Jahr. Im Juli und August wird es hier ziemlich voll, im Winter kommt kaum jemand hierher – die besten Reisezeiten für die Insel sind das Frühjahr und der Herbst.
Sardinien ist berühmt für einen sechs Monate lang dauernden Sommer – meist ist von Mai bis Oktober Strandwetter. Für Reisen, Wandern oder Radfahren im Inneren der Insel eignet sich die Zeit von April bis Juni und von September bis Oktober am besten, wenn viele Dörfer und Städtchen ihre Heiligen und Ernten feiern.
Wer auf Sardinien tauchen oder Boot fahren möchte, sollte den Sommer wählen – dann ist das Wasser am wärmsten und die Bedingungen ideal. Im Frühling hingegen kann das Meer noch kühl sein. In den Übergangsjahreszeiten kann es zu heftigen Regenschauern kommen – besonders in den Bergen. In höheren Lagen wird aus Regen sogar Schnee. Auch der Sommer bleibt von Stürmen nicht verschont. Entscheidend dafür ist der Wind: Er kann das Wetter sowohl an der Küste als auch im Gebirge binnen Minuten umschlagen lassen. Deshalb gilt: Auch außerhalb des Winters lohnt es sich, einen Fleece, Pullover oder Winterjacke im Gepäck zu haben.
Im Mai, Juni, September und Oktober fallen die Hotelpreise 10 bis 20 %, im Winter sogar noch mehr, obwohl viele Hotels, Resorts und Restaurants an der Küste schließen und Direktflüge selten oder teuer sind.
Rosaflamingos, Parco Naturale Regionale Molentargius >>
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LOCAL TIPP
Die Köchin und Kochbuchautorin Letitia Clark lebt auf Sardinien und von ihr ist das Buch Isola Sarda – Rezepte und Geschichten aus Sardinien.
Die meisten Menschen denken bei „Sardinien“ an „Sommerurlaub“, aber auch Herbst und Winter eignen sich für einen Besuch. Es gibt Röstkastanien, Pilze, Herbstfeste (z. B. den Autunno in Barbagia) und die Landschaft ist übersät von den Blüten des corbezzolo (Erdbeerbaums), mit seinen roten Pom-Pom-Früchten. Von den weißen Blüten des Baumes produzieren Bienen den bitteren Honig, für den die Insel bekannt ist.
PINKE PRACHT
Die Salzlagunen Molentargius und Santa Gilla nahe Cagliari umfassen Sardiniens größtes Feuchtgebiet und gehören zu den wichtigsten Europas. Sie eignen sich hervorragend zur Vogelbeobachtung, Anfang Juni ist die beste Zeit, um sa Genti Arrubbia („die roten Menschen“ bzw. Rosaflamingos) zu sehen, die hier zu Hunderten nisten.
GUTE WINDE
Auf Sardinien ist es das ganze Jahr über windig – einige von ihnen werden von den Inselbewohner:innen geschätzt. Dazu gehören der vorherrschende Mistral, ein nordwestlicher Wind, der erfrischend aus Frankreich herüberweht; der westliche ponente, den man in Oristano zu spüren bekommt und den Kitesurfer:innen lieben; und der grecale, ein nordöstlicher Wind, den Windsurfer:innen schätzen. An windigen Tagen eignen sich Strände mit südlicher Ausrichtung oder auf der Leeseite am besten zum Sonnen.
Die Festa di Sant’Antonio Abate huldigt dem christlichen Prometheus, der das Feuer aus der Hölle für die Menschen stahl. Zu seinen Ehren werden überall Freudenfeuer angezündet und Gestalten wie die maskierten mamuthones von Mamoiada >> machen die Gegend unsicher. Januar
Der Carnevale wird in Oristano mit dem Reiterfest Sa Sartiglia >> gefeiert, während in Tempio Pausania eine Pappfigur des hinterlistigen Königs Georgio herumgeführt und anschließend verbrannt wird >>. Februar–März
Die Karwoche wird feierlich mit vielen Riten begangen. In Iglesias >>, Alghero >> und Castelsardo >> sind die Feierlichkeiten besonders aufwendig. März–April
Die Festa di Sant’Efisio, Cagliaris episches Fest zu Ehren des Schutzheiligen Ephysius, ist das größte Fest der Insel >>. 1.–4. Mai
Die S’Ardia – die aufregende Nachstellung des wüsten Pferderennens des byzantinischen Kaisers Konstantin – findet in Sedilo >> statt. 6.–7. Juli
Das Festival Time in Jazz ist eines der größten Jazzfestivals Italiens. Während der zehntägigen Veranstaltung im August treten internationale Künstler:innen auf dem Dorfplatz von Berchidda auf >>August
Das Dromos Festival ist Oristanos großes Sommermusikfest >>. In und um die Stadt finden Livemusik, Ausstellungen und Diskussionen zwischen Künstler:innen statt. Juli & August
Während der Musica sulle Bocche im August treten Musiker:innen an Stränden, in Kirchen und Burgruinen in und um Castelsardo >> auf. August
Während dem Autunno in Barbagia finden von September bis November in vielen Dörfern in Barbagia >> Veranstaltungen statt, auf denen die uralten Musiktradition des cantu a tenore (Untertongesang) der Insel zum Leben erweckt wird. September
Ilaria Mariani fährt auf Amaremare-Katamaranen und Segelbooten, die von Stintino zur Isola dell’Asinara unterwegs sind.
Der vorherrschende Wind auf Sardinien ist der Mistral, ein starker, stetiger Nordwestwind, der für klare Himmel und milde Temperaturen sorgt. Segeln ist hier wegen der perfekten Bedingungen sehr beliebt. Wenn wir Asinara besuchen, segeln wir an der Ostküste der Insel entlang, die geschützt ist und sich hervorragend zum Schwimmen eignet. In Sardinien gibt es keine schlechte Jahreszeit zum Segeln – man muss nur auf den perfekten Mistral warten.
DRAMATISCHE WINDE
In der Zwischensaison ist es in Cagliari heiß und dunstig. Der Levante sorgt für Luftfeuchtigkeit an der Ostküste – man könnten meinen, weit entfernte Schiffe in der schweren Luft schweben zu sehen. Der Ostro sorgt im Sommer für sengende Hitze im Süden, ehe der kühle, herbstliche Libeccio Porto Pino Regenstürme (und beste Surfbedingungen) beschert.
Wandern zur Cala Mariolu >>
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Nützliches zum Vorbereiten und Einstimmen.
Kleidung
Tageskleidung Lässig – Ein Sommerkleid, Jeans, Shorts und ein T-Shirt sind prima, außer an der Costa Smeralda, wo Markenlabels angesagt sind.
Dinnerkleidung Etwas smarter, die meisten Männer tragen Button-down-Hemden oder Polohemden.
Schals und Sarongs Nützlich für den Strand, bei windigen Bootsausflügen, an windigen Abenden und dafür, sich beim Besuch einer Kirche zu bedecken.
Leichte Jacke oder Pullover Sardinien ist eine windige Insel, und mit Ausnahme des Julis und Augusts ist ein warmes Kleidungsstück abends von Nutzen.
Schuhe Flipflops und Sandalen sind gut für die Küste. In ländlichen Gebieten und archäologischen Stätten benötigt man Turnschuhe. Zum Wandern braucht man richtige Stiefel.
Kopfbedeckungen Im Sommer unverzichtbar. Für Bootsausflüge empfiehlt sich eine Kappe.
Niemals einen Gottesdienst stören. In Kirchen sollte man sich ruhig verhalten, respektvoll kleiden und nie vergessen, dass religiöse Feierlichkeiten für die Einheimischen von tiefer Bedeutung sind.
Höflich annehmen sollte man, wenn einem Wein, Bier oder ein mirto (Likör) angeboten wird.
Begrüßungen – buongiorno (guten Tag) bzw. buona sera (guten Abend) – sind ein gern gehörter freundlicher Gruß.
Isst man bei jemandem zu Hause, sollte man traditionelle Kekse oder einen Wein als kleines Gastgeschenk mitbringen.
LESEN
In Sardinia (Jeff Biggers; 2023) Eine Reise über die Insel wirft Schlaglichter auf ihre Geschichte, Archäologie, Literatur und Kultur.
Die schöne Mercede und der Meisterschmied (Marcello Fois; 2015) Eine Familiensaga mit mythischen Untertönen, die Raum und Zeit heraufbeschwört. Erinnert an Der Leopard.
Accabadora (Michela Murgia; 2011) Roman über die Sterbehelferin eines Dorfs, eine traditionelle Frauenrolle. Das Wort kommt vom sardischen Verb acabar für „enden“.
Schilfrohr im Wind (Grazia Deledda; 1913) Liebe, Ehre und die Kämpfe einer einst adligen Familie; von der aus Sardinien stammenden Literaturnobelpreisträgerin.
Sardisch ist eine eigene romanische Sprache, aber die Inselbewohner:innen sprechen im Alltag auch Italienisch.
„Buongiorno“ (buonschor-no), „Guten Tag“, bzw. ab dem späten Nachmittag „buona sera“ (buona-se-ra), #8222;Guten Abend“, sind die üblichen Begrüßungen gegenüber Fremden.
„lei“ („Sie“) ist die Anrede in höflicher Gesellschaft, „tu“ („du“) die Anrede gegenüber Freund:innen und Kindern.
„Come stai?“ (kom-e-stai), begleitet von einem Kuss auf beide Wangen, ist die Art, Freund:innen zu begrüßen und sich zu erkundigen: „Wie geht’s?“
Die Antwort auf „Wie geht’s?“ lautet „Bene. E lei/tu?“ (be-ne e lei/tu), „Danke, gut, und Ihnen/dir?“
„Per favore“ (per fa-wo-re) heißt „bitte“.
„Grazie“ (gra-tsje) heißt „danke“.
„Non capisco“ (non ka-pie-sko) bedeutet „Ich verstehe nicht“.
„mi scusi“ (mie sku-si) bedeutet „Entschuldigen Sie“, wenn man jemanden aufmerksam machen möchte.
„permesso“ (per-mes-so) bedeutet „Entschuldigung“, wenn man an jemandem in einer beengten Situation vorbeigehen will.
Wenn es darum geht, welches Gericht man bestellen sollte, ist es nicht verkehrt, sich nach der Spezialität der Stadt oder Region zu erkundigen:
„Qual’è la specialità di questa regione/città?“ (kwa-le la spe-tscha li-ta di kwes-ta re-dscho-ne/tschit-ta). Oder man fragt die Bedienung „Cosa mi consiglia?“ (ko-sa mi kon-si-lja) – „Was können Sie empfehlen?“
Salute! (sa-lu-te), wörtlich „Gesundheit“. Man verwendet den Ausdruck, wenn jemand geniest hat, aber auch als Trinkspruch: „Prost!“
ANSCHAUEN
Assandira (Salvatore Mereu; 2020) Eine Detektivgeschichte in einem sardischen agriturismo, bei der es um verantwortungsvollen Tourismus und kulturelle Identität geht.
The Man Who Bought the Moon (Paolo Zucca; 2018) Ein sardischer Fischer verspricht seiner Geliebten den Mond und erweckt damit auf komische Weise die Besorgnis der vom Mond besessenen Amerikaner.
L’Accabadora (Enrico Pau; 2015) Die Verfilmung des Romans, in der die Rolle eines Dorfmädchens als Sterbehelferin vom Zweiten Weltkrieg unterbrochen wird.
Padre Padrone (Vittorio & Paolo Taviani; 1977; s. Foto) Eine schmerzhaft-poetische Geschichte vom Erwachsenwerden in der Barbagia, basierend auf Gavino Leddas preisgekröntem autobio-grafischen Buch.
REINHÖREN
Sul Radar (Low-Red; 2022) Tolles Beispiel des Sardegna Rap, dem auf der Insel florierenden Subgenre der italienischen Rap-Szene.
Sardinia (Chick Corea; 2023) Zusammenarbeit zwischen der Jazzlegende und dem Orchestra da Camera Della Sardegna.
Intonos (Tenores di Bitti Remunnu ‘E Locu; 1994) Sardisches Cantu a Tenore mit einem Begleittext von Frank Zappa.
In Maggiore (Paolo Fresu & Daniele di Bonaventura; 2014) Zusammentreffen von lokaler Jazztrompete und Bandoneon, ein südamerikanisches Akkordeon.
Culurgiones
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Die sardische Küche spiegelt die lange landwirtschaftliche und ländliche Insel-Tradition wider: Aufschnitt, Käse und Brot gehören auf jeden Tisch.
Sardinien gehört zu den ältesten Teilen Europas. Die Granit- und Basaltberge der Insel sind noch älter als die Apenninen. Menschen leben hier seit Anbeginn der Zeit. Die Nuraghen-Stämme bewirtschafteten die Plateaus und Flusstäler. Seit damals hat sich die Insel ihren ländlichen Charakter bewahrt. Zu den Grundnahrungsmitteln gehören Käse, Brot, Pasta, Honig und Aufschnitt, und die Vielfalt an Geschmacksrichtungen und Darreichungsformen ist überwältigend. Noch heute gibt es auf Sardinien mehr Schafe als Menschen – und zwar 3 Mio. – und die Insel beherbergt ca. ein Drittel aller Schafe Italiens. Natürlich gibt es auch Fisch, vor allem in den Küstenstädten wie Cagliari, Carloforte und Alghero und um die Lagunen von Cabras, aber durch die zahlreichen Invasionen vom Meer haben sich die Bewohner:innen von jeher mehr auf Lebensmittel aus dem Inselinneren verlassen. Traveller werden Fleisch von Lamm, Ziege, Milchferkel, Wildschwein und anderem Wild auf dem Teller finden. Desserts sind oft in Honig oder sapa (Traubensirup) getränkt, und die meisten Einheimischen stellen ihre eigenen Liköre aus den Wildkräutern und -beeren her, die hier überall wachsen.
Bauern, nicht Fischer
Sardiniens Nuraghen stammen von den frühesten neolithischen Gemeinden ab, die 7000 v. Chr. die Landwirtschaft in Europa einführten. Ausgrabungen von Brotformen und Gefäßen zum Kochen von Milch sowie Tierknochen belegen, dass diese Gemeinden Kühe hielten und Lamm-, Ziegen- und Schweinefleisch aßen. Pecora in capoto (Schafeintopf) und porceddu (gebratenes Milchferkel) sind noch immer Eckpfeiler der sardischen Küche. Weinsedimente, die auf uralten Terrakottatöpfen in Sulcis gefunden wurden, bezeugen, dass die Menschen Cannonau-Wein tranken. Dutzende Varianten sind auf der Insel erhältlich (u. a. Bovolo, Carignano, Monica, Nasco, Nuragus, Vernaccia und Vermentino).
Unbedingt probieren!
PORCEDDU
Langsam, an einem Spieß geröstetes Schwein, serviert auf Myrteblättern.
SEADAS
Teigtaschen, gefüllt mit Orangenschalen und Käse, serviert mit Bitterhonig.
CULURGIONES
Ravioli-artige Pasta, gefüllt mit Kartoffeln, Minze, Knoblauch und Käse.
ZUPPA GALLURESE
Mehrere Schichten Brot und Käse, in Brühe getränkt und mit Pecorino, Minze und Petersilie.
LORIGHITTAS
Geflochtene Nudelringe, die normalerweise mit einer Tomatenoder einer Tomaten-HühnchenSauce serviert werden.
MALLOREDDUS ALLA CAMPIDANESE
Eine muschelförmige Nudelsorte, serviert mit Saffran-Würstchen und Tomatensauce.
FREGOLA CON LE ARSELLE
Couscous-artige Nudeln, serviert mit einer Brühe aus Muscheln, Tomaten, Petersilie und Chili.
AGNELLO COI CARCIOFI
Zarter Lammeintopf mit Artischocken, dazu Brot.
Diese Lebensmittel finden sich auch heute noch auf jedem ländlichen sardischen Esstisch. Auf Sardinien gibt es wahrscheinlich die besten geräucherten Wurstsorten Italiens – jeder einheimische Tisch biegt sich unter den Mengen an Prosciutto, salsiccia Sarda (sardischen Würstchen) und hausgemachter Salami. Daneben gibt es den Pecorino (Schafskäse), für den Sardinien so bekannt ist. Seit Urzeiten fungiert Hartweizen als Zutat für das heiligste Grundnahrungsmittel der Sarden –Brot. Aber Hartweizen wird auch für Pastasorten benutzt, z. B. lorighittas (geflochtene Ringe), malloreddus (kleine Muscheln), culurgiones (Ravioli), maccarones de busa (dicke Nudeln, die mit Hilfe von Stricknadeln hergestellt werden) und filindeu (Italiens seltenste Nudelsorte, die in 256 Stränge geteilt und in Schafsbrühe gekocht wird).
Obwohl in vielen Restaurants Fleisch die Hauptrolle spielt, wird auf Sardinien viel Gemüse gegessen, und Fleisch kommt nur zu besonderen Anlässen auf den Tisch. In der unberührten Landschaft im Inselinneren wachsen viele Wildkräuter und Obstbäume sowie Wildspargel, carciofi spinoso (wilde Artischocken), Ackerbohnen, Zucchini, Fenchel und zahlreiche andere Gemüsesorten, die zu Suppen und Salaten verarbeitet oder mit Nudeln serviert werden. In Turri und San Gavino Monreale wächst Safran und in den Wäldern um Laconi gibt es Trüffel.
Seadas
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Sagra degli Agrumi
FOOD-FESTIVALS
Sagra del Torrone>> Tonnara in Barbagia di Belvi feiert den traditionellen Nougat aus Honig, Eiern und Trockenfrüchten. Ostermontag
Sagra degli Agrumi Dreitägiges Fest zum Ende der Zitrusfrüchte-Saison in Muravera mit zahlreichen Produkten aus Zitrusfrüchten; muraverawelcome.com
Girotonno>> Viertägiges Thunfisch-Fest in Carloforte samt Kochwettbewerben und vielen Ständen mit leckeren Gerichten. Mai–Juni; girotonno.it
Sagra della Bottarga>> Ein Food-Fest, das Cabras weltbekannte bottarga feiert, die auf dem riesigen Straßenmarkt und in Restaurants der ganzen Stadt angeboten wird. August
Sagra delle Castagne>> Aritzos jährliches Kastanienfest ist ein Höhepunkt des Kulturprogramms des Autunno in Barbagia. Letzter Sonntag im Oktober; cuoredellasardegna.it
BROT, DAS HEILIGE LEBENSMITTEL
In Sardinien ist Brot beinahe heilig und wird zu jeder Mahlzeit serviert. Das Brot wird normalerweise aus einheimischem Hartweizen und in traditioneller Knettechnik hergestellt und jede Region hat ihre eigene Spezialität. Einige Brote, etwa su coccoi, gibt es nur zu besonderen oder religiösen Anlässen und werden aufwendig mit Blättern, Blüten und Tieren dekoriert – sie sehen wie Kunstobjekte aus. In Nuoros Museo Etnografico Sardo gibt es einige tolle Beispiele zu sehen >>.
Das berühmteste sardische Brot ist das pane carasau, auch bekannt als carta da musica (Notenpapier). Es ist hauchdünn, hält sich lange und war ideal für Schäfer, die mehrere Monate auf der Weide verbringen mussten. Mit Olivenöl bestrichen und Salz bestreut wird es zu dem leckeren Snack pane guttiau, mit Tomaten und Pecorino zu pane fruttau. Pistoccu ist eine dickere Version, während spianata (ein Fladenbrot) für Sandwiches benutzt wird. Das pane civraxiu, das aus der Campidano-Region stammt, ist ein dicker, gesäuerter Brotlaib mit Kruste und weichem Inneren. Es eignet sich zum Aufsaugen von Eintopf und ragù (Fleisch-Tomaten-Sauce).
Käse zum Reinknien
Im Verlauf von über 5000 Jahren haben die Sarden fermentierten Käse zu einer Kunstform erhoben. Sardinien ist berühmt für seinen traditionellen formaggio marzu, einen Käse, der mit Hilfe lebender Maden hergestellt wird (und jetzt gesetzlich verboten ist), vor allem aber für seinen Pecorino (80% der italienischen Produktion kommt aus Sardinien). Es gibt Dutzende von Sorten, am bekanntesten ist der pecorino Romano (der hier und nicht in Rom hergestellt wird), gefolgt vom pecorino Sardo, einem salzigen Käse mit pikanterem Geschmack. Pecorino kann dolce (süß) sein, wenn er jung ist; beißend, wenn er reift; cremig oder fest, und sogar geräuchert. Tatsächlich stammen 23 von Italiens 50 Käsesorten mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOC) aus Sardinien. Dazu gehören der fiore sardo, ein Schafskäse, der in Holzformen reift, und der weiche, milde provola Sarda (wegen seiner Birnenform auch peretta genannt). Einige sardische Käsesorten existieren nur als Zutat für andere Gerichte. Der Cas’e fitta ist in Salzlake eingelegt und wird zum Füllen von culurgiones verwendet, der weiche ricotta Sarda für alles Mögliche, von Nudeln bis hin zu Desserts. Schafskäse gibt es ebenfalls in zahllosen Varianten, u. a. den canestrati (mit Pfefferkörnern und Kräutern), den caprine und den crema del Gerrei aus Ziegenmilch und Ricotta. Bei Mannalita in Oliena kann man Ziegenkäsesorten probieren, und wer sich in die traditionelle Käseherstellung einweihen lassen möchte, sollte Sinnos Formaggi>> in Gergei und Andria Moro>> in Baunei besuchen.
Ein guter Fang
Obwohl Fisch auf dem sardischen Speiseplan kaum vorkommt, gibt es in Cagliari, Cabras, Alghero, Carloforte und Arbatax große Fischergemeinden. Hummer ist eine Spezialität, vor allem in Alghero, wo aragosta alla catalana (mit Tomaten und Zwiebeln) von spanischen Einflüssen zeugt. Cagliari ist berühmt für den gattucio di mare (Katzenhai), der in Essig eingelegt in Form von burrida auf den Tisch kommt. Muggine (Meeräschen) werden seit langer Zeit in den Teichen von Oristano gefischt, aus denen auch die besten Muscheln Italiens stammen. Cabras ist berühmt für seine bottarga (geräucherter Meeräschenrogen), die überall zu Pasta gegessen wird. Aale aus Cabras sind ebenfalls berühmt, während Arbatax für Austern und Weltklasse-Thunfisch bekannt ist, der nachhaltig auf der Isola di San Pietro gefischt wird. Fregola con arselle ist auf der ganzen Insel beliebt.
Ricotta und Sardinen auf Toast
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Spianata Sarda Sandwiches mit Schinken, Pecorino und Tomatensalat. Sie schmecken am besten am Strand.
Panadas Taschen aus knusprigem Teig, gefüllt mit gewürztem Schweineoder Lammfleisch (manchmal sogar Meeresfrüchten).
Fainè Ein weicher, ungesäuerter Teig aus Kichererbsenmehl, der mit Zwiebeln, Pilzen, Würstchen und anderem belegt wird.
Pane frattau Dünnes pane carasau mit Tomatensauce, geriebenem Pecorino und weich gekochtem Ei.
Seadas (oder sebadas) Sardiniens bekanntestes Dessert: eine mit Orangenschalen und Ricotta gefüllte Teigtasche, übergossen mit Bitterhonig.
Torrone Nougat aus Honig und Mandeln, Walnüssen oder gerösteten Haselnüssen.
Pardulas Weiche, mit Ricotta gefüllte Küchlein. Casadinas sind ähnlich, aber mit Pecorino.
Amaretti Knusprige Kekse aus süßen und bitteren Mandeln. Im Norden werden sie mit sapa (Traubenmost) zubereitet.
Panadas
Sos pabassinos Ein herbstlicher Kuchen mit Rosinen, Mandeln und Walnüssen.
Zeppole Ausgebackene Küchlein mit Safran und in Vernaccia-Wein getränkter Zitronenschale.
Crema Catalana Eine lokale Variante der crème caramel.
Granelle Panierte und frittierte Kalbshoden.
Cordula Lammkutteln, gegrillt, gebraten oder mit Erbsen geschmort.
Tattaliu Innereien, am Spieß gegart.
Zurrette Blutwurst aus Schafsblut, mit Kräutern und Fenchel.
GESCHMACKSERLEBNISSE
Josto>> Pierluigi Fais’ cooles Restaurant in Cagliari serviert traditionelle sardische Gerichte, z. B. fettarmen, gekochten Hammel mit grünem Gemüse – intensive Geschmackserlebnisse mit modernem Twist.
Coile Andria Moro>> Zum Frühstück gibt’s frischen Ricotta, abends Spanferkel. Jeder Besuch ist ein unvergessliches Erlebnis.
Fradis Minoris>> Das Restaurant in herrlicher Lage zwischen Meer und Nora-Lagune wurde für seine super nachhaltigen, siebengängigen Verkostungsmenüs mit einem Michelin-Star ausgezeichnet.
Ristorante da Musciora>> Das von Danilo Delrios Fischerfamilie aus Alghero geführte Gourmet-Restaurant verwandelt traditionelle Gerichte in hervorragende Seafood-Erlebnisse.
SAISONALE KÜCHE
FRÜHLING
Festliche Brote wie su coccoi sind ein Highlight an Ostern, zum Karneval gibt’s Leckereien wie zeppole (Krapfen). Muravera feiert alles, was mit Zitrusfrüchten zu tun hat, während Lamm und Artischocken (Foto) zu jeder Ostermahlzeit gehören.
SOMMER
Im Frühsommer gibt es Wildspargel, Kirschen und Pfirsiche. In den Netzen der Fischer:innen von Carloforte verfangen sich Thunfische, während sich in Alghero die Hummer tummeln. Juni ist der „Muschelmonat“ (Foto) an der Küste von Galluran.
HERBST
Im September und Oktober werden Weintrauben geerntet und zu süßen Spezialitäten wie den pabassinas cun saba (Foto) verarbeitet. Die Kekse werden aus Mandeln, Honig und Traubenmost hergestellt. In Villamassargia werden preisgekrönte Oliven geerntet.
WINTER
Im Winter sind am Spieß gegartes Fleisch und Lammeintöpfe typisch. In Barbagia werden in Schmalz gekochte Bohnen gegessen, an der Küste ist Seeigel-Saison (Foto). An Weihnachten gibt es papassini, Kekse aus Zitronenschalen, Vanille und Walnüssen.
Windsurfen
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Statt durch charmanten Glamour, den man häufig mit Italien verbindet, bezaubert Sardinien mit ungezähmter Natur, einer erhabenen, zerklüfteten Landschaft und der spektakulärsten Küstenlinie im Mittelmeerraum.
Sardinien ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeerraum und die Granitgebirge zählen zu den ältesten in Europa. Sie sind rau und von Schluchten, Höhlen und den vier gewaltigen Flusstälern des Tirso, Flumendosa, Coghinas und Mannu durchzogen, die in die schimmernden Feuchtgebiete an den Küsten entwässern. Sardinien ist ein Outdoor-Wunderland mit endlosen Gelegenheiten für Wanderungen, Canyoning- und Klettertrips, Höhlenerkundungen und Küstentouren längs der Klippen, die zum blauen Wasser des Mittelmeers abfallen. Auf dem Wasser kann man Windsurfen, Kitesurfen, Kajakfahren, Tauchen und natürlich auch Segeln. Welche Aktivität man wählt, sie dürfte ein Highlight der Reise werden.
Segeln & Bootfahren
Sardiniens 1849 km lange Küstenlinie gehört zu den unberührtesten im Mittelmeerraum. Zu den besten Stellen zählen die Gewässer rund um den Arcipelago di La Maddalena, rund um die wundervolle Insel Sant’Antioco und die Isola di San Pietro. Boote mit oder ohne Skipper kann man im Sommer überall mieten.
Im Sommer fahren Tourboote auf zahllosen Strecken rund um den La-Maddalena-Archipel, zu den traumhaften Inseln Asinara und Tavolara sowie zu den sehenswerten Meeresschutzgebieten Capo Carbonara und Capo Caccia. Eine Tour längs des spektakulären Golfo di Orosei ist ein Muss.
Outdoor-Abenteuer
KLETTERN
Sardinien ist mit 4000 Sportund 1000 Mehrseillängenrouten an Felswänden und Küstenklippen gespickt. Orientierende Infos bietet climbingsardinia.com.
CANYONING
Hier finden sich 30 der schönsten Schluchten Europas, darunter die Schlucht des Rio Pitrisconi und Sa Figu. Infos gibt’s unter sardiniawild canyoning.com.
WINDSURFEN & KITE-SURFEN
Auf den Winden Sardiniens kann man in Porto Pollo, Porto Rotondo, Palau, Chia, Putzu Idu, Porto Pino und am PoettoStrand bei Cagliari reiten.
REITEN
Auf den Bergund Küstenwegen in der Barbagia, auf Sant’Antioco und rund um Alghero reiten. Alternativ besucht man das Horse Country Resort (horsecountry.it).
SURFEN
Es gibt 200 Surftage pro Jahr mit den besten Brechern am Capo Mannu, bei Porto Ferro, S’Archittu und Piscinas. Im Winter sind die Wellen am beständigsten.
TAUCHEN
Herrliche Tauchstellen finden sich rund um felsige Landspitzen und Inseln wie die Isola di San Pietro, Tavolara, Capo Carbonara, Capo Caccia und La Maddalena.
KAJAKFAHREN
Kajakfahren kann man rund um Cagliari, Alghero und Sant’Antioco sowie auf dem Fluss Cedrino. Cardedu Kayak (carde du-kayak.com) veranstaltet mehrtägige Touren.
FAMILIEN-ABENTEUER
Im Wassersportparadies Porto Pollo>> Windund Kitesurfen sowie Tauchen.
Die geschützten Strände an der Costa Rei>> oder der Costa del Sud>> sind gut für kleine Kinder geeignet.
Sich auf die Giara di Gesturi>>wagen, um scheue kleine Wildpferde zu erspähen.
Cala Gonone>> ist eine familienfreundliche Stadt am Meer mit einem Abenteuerpark, einem Aquarium und Bootsausflügen zum Golfo di Orosei.
Strände besuchen, Reiten, Wandern, Tauchen und Meereshöhlen erkunden an der Riviera del Corallo>>.
Auf die Isola di San Pietro>> entfliehen, eine kleine Insel mit Stränden, Wanderwegen, Bootstouren und Eiscreme. Sich auf einem agriturismo (Ferienhof) in der Barbagia>> einmieten, um ländliche Gastfreundlichkeit, tolles Essen und Wanderungen zu prähistorischen Stätten zu erleben.
Wandern
Fast 70 % Sardiniens sind von alten Wäldern bedeckt, die von Saumpfaden und Wanderwegen durchzogen sind. Es gibt unterschiedliche Wege, von steil ansteigenden Bergwegen bis zu Küstenpfaden an den Klippen. Wer keine Wandererfahrungen besitzt, sollte einen Guide engagieren, vor allem in den Bergen, wo die Netzabdeckung lückenhaft ist.
Der größte Park der Insel und das beliebteste Wandergebiet ist der Parco Nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu, zu dem der höchste Gipfel Sardiniens, die Punta La Marmora(1834 m), das Kalksteinmassiv des Supramonte und die Wanderwege an den Küstenklippen längs des Golfo di Orosei gehören. Beliebte halbtägige Wanderungen führen in die Schlucht Su Gorropu, zur Nuraghen-Stätte Tiscali und ins Valle di Lanaittu. Von Baunei führen Dutzende von Wanderwegen hinunter zu versteckten Buchten am Golfo di Orosei; am anspruchsvollsten ist der Selvaggio Blu. Infos zu geführten Wanderungenauf diesem Weg findet man unter climbingsardinia.com. Sardinia Trekking (sardiniatrekking.it) ist ein guter Ort, um die Recherche zu beginnen.
Der Cammino Minerario di Santa Barbara (camminominerariodisantabarbara. org) ist ein 500 km langer Wanderweg, der in kleinere Abschnitte aufgeteilt werden kann. Die eindrucksvollsten Etappen liegen zwischen Nebida und Buggerru sowie rund um Sant’Antioco. Denkwürdig ist auch eine Wanderung längs der Westküste der Isola di San Pietro. Leichte Wege finden sich rund um Aggius, im Naturschutzgebiet Le Prigionette und auf der Giara di Gesturi.
Mountainbiken, Cala Luna >>
Radfahren
Radfahren auf der Straße steht auf Sardinien hoch im Kurs, vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn der Verkehr deutlich geringer ist. Auf der Hitliste ganz oben steht die SS125, eine anspruchsvolle Straße, die sich zwischen Dorgali und Santa Maria Navarrese durch die Berge schraubt. Weitere tolle Strecken sind die Panoramastraße SP105 an der Westküste zwischen Alghero und Bosa und die Küstenstraße zwischen Iglesias und Oristano. Für weniger anstrengendes Radeln mit toller Aussicht empfehlen sich die Riviera del Corallo und die Inseln Asinara und San Pietro. Mountainbike-Fans können sich in den abgelegenen Gipfeln der Ogliastra erproben, wo rasante Abfahrten zum saphirblauen Meer führen. Cycling Sardinia (cyclingsardinia.com) ist eine gute Quelle für Infos.
Die besten Outdoor-Erlebnisse auf Sardinien
Cala Goloritzé, Golfo di Orosei >>
MARCIN KRZYZAK/SHUTTERSTOCK ©
SARDINIEN
REISEZIELE
Alghero & der Nordwesten
Oristano & der Westen
Iglesias & der Südwesten
Olbia & die Gallura
Nuoro & die Barb agia
Cagliari & der Sarrabus
In jeder Region starten wir mit dem perfekten Standort, um die Umgebung zu erkunden. Entdecke einzigartige Erlebnisse, Tipps unserer Autor:innen und Expert:innen, Hintergründe und Empfehlungen.
EINE BEFESTIGTE HAUPTSTADT UND EINE WILDE KÜSTE
Die strategische Hafen- und Inselhauptstadt Cagliari ist ein son-derbarer Ort, historisch vielschichtig und mit direktem Zugang zu schönen Stränden und einem wilden, waldigen Hinterland.
Cagliari, die große Zitadelle des Südens, ist gekrönt von einer mächtigen Burg und umgeben von honigfarbenen Häusern, die auf den Golfo degli Angeli schauen. Es war dieser natürliche Hafen, der die Phönizier im 5. Jh. v. Chr. veranlasste, Karalis zu gründen. Die Römer eroberten ihn und nutzten den Hafen, um Silber, Getreide und Salz aus den umliegenden Lagunen zu verschiffen. Aber es waren die Aragonier und Savoyer, die der Stadt ihr barockes Aussehen gaben, als Cagliari Hauptstadt des Königreichs Sardinien wurde. Vieles davon ging durch die verheerenden Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg verloren. Auch heute noch strömen die Menschen für das subtropische Klima und seinen gelassenen Lebensstil nach Cagliari. Auf dem Index der italienischen Lebensqualität rangiert es ganz weit oben, dank seiner wundervollen Lage, seiner üppigen Grünflächen und seiner Bezahlbarkeit. Sicher, hier stehen die besten Museen Sardiniens, doch viel von dem hier vorhandenen Vergnügen erlebt man eher beiläufig: eine Portion Meeresfrüchte in einer gedrängten Trattoria, die einfach glücklich macht, der kreative Vibe eines Jazz-Livegigs oder ein wolkenloser Morgen, den man mit einer Salzkruste auf der Haut am Strand Poetto verbringt.
Um die Stadt herum lockt eine ganze Reihe an Abstechern. Ausflugsboote fahren vom Hafen aus zu hübschen kleinen Buchten, eine Fahrt nach Süden offenbart die phönizischen Ruinen von Nora und Wanderwege entlang der Via Roma, namhafte Winzereien überziehen die Hügel von Serdiana und abseits ausgetretener Pfade wartet in den wilden, bewaldeten Bergen des Sarrabus das ganz besondere Abenteuer.
DIE WICHTIGSTEN ZIELE
CAGLIARI
Hafen- und Kulturhauptstadt. >>
DER SARRABUS
Bewaldete Wildnis, gesäumt von Stränden. >>
Unterkünfte in Cagliari & dem Sarrabus stehen auf >>
Von links: Orto Botanico >>; Spiaggia di Punta Molentis >>
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Cagliari wurde an einem steilen Hügel erbaut und das Erkunden kann sehr anstrengend sein – Busse, Taxis und Vespatouren helfen, die Belastung zu verringern. Busse fahren auch die Orte im Osten und Süden an, doch um die besten Strände zu erreichen, braucht man ein Auto.
ZU FUSS
Das historische Zentrum lässt sich am besten zu Fuß erkunden, allerdings ist der Weg hoch zum Castello steil. Aufzüge auf dem Viale Regina Elena und den Scalette di Santa Chiara erleichtern den Weg.
BUS & TAXI
Bus 7 ist der nützlichste Bus durchs Stadtzentrum. Mit einem „P“ markierte Busse fahren zum Strand Poetto und es gibt regelmäßige Fahrten nach Pula, Chia, Teulada und Villasimius. Taxis gibt es rund um die Piazza Matteotti, die Piazza Repubblica und die Piazza Yenne, aber auch Elektroscooter.
AUTO
Falls man Tagestrips aus der Stadt heraus plant, braucht man zwar ein Auto, aber für das Parken in Cagliari muss man bezahlen. In blauen Buchten an der Straße kostet es 1 € pro Stunde. Abgesehen davon gibt es ein kostenpflichtiges 24-Stunden-Parkhaus neben dem Bahnhof.
Für Cagliari benötigt man mehrere Tage, wenn man in seine Straßenkultur eintauchen will. Es ist außerdem eine gute Ausgangsbasis für Ausflüge, sofern man nicht in Strandnähe übernachten will.
Mercato di San Benedetto >>
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Intensive zwei Tage
• Auf zum Castello>>! Überblick erhält man durch eine Wanderung über die Zitadelle oder eine spannende Tour mit der Vespa. Darauf fährt man durch die ganze Burg und dann nach unten durch Stampace>> und Villanova>> nach Bonaria>>.
• Das Archäologische Museum, die Kathedrale, die Galleria Comunale d’Arte>> und die Ausstellungen im Palazzo di Città>> sollte man nicht verpassen.
• Zum Frühstücken oder Brunchen geht man ins Antico Caffè>>, bevor man die Boutiquen in Villanova durchstöbert und für gutes Essen bei Cerchio Rosso>> oder Josto>>, für Cocktails in der Spirits Boutique>> und für Livemusik im Radio X>> vorbeischaut.
Beste Reisezeit
Von seiner besten Seite zeigt sich Cagliari im späten Frühling und im Herbst. Das ist auch die perfekte Zeit zum Wandern im Sarrabus. Stadtstrände erleben ihren Höhepunkt im Juli und August.
APRIL
Is Misterius (Prozession der Mysterien) ist eine Ostertradition, die während der Settimana Santa („heilige Woche“) inbrünstig in Cagliari gefeiert wird. Die Tage sind sonnig, doch das Meer hat nur frische 15°C Wassertemperatur.
MAI
Wildblumen blühen entlang der Küstenwanderwege und Tausende kostümierter Cagliaritani bevölkern die Straßen, um Ephysius zu feiern, den Schutzheiligen der Stadt.
JUNI
Das Thermometer klettert bis weit in die 20er, man kann Bootsausflüge entlang der Küste buchen und die Pride Parade füllt Cagliaris Straßen mit Farben.
JULI
Beste Strandzeit – die Schüler:innen haben Sommerferien und Poetto ist randvoll mit Teenagern und Sommerclubs. Die Strände der Costa Rei bieten mehr Platz.
AUGUST
Brutzelnde Temperaturen und die Strände der Badeorte sind überfüllt. Der Großteil Italiens verbringt den Urlaub in den zwei Wochen um Ferragosto auf Sardinien.
SEPTEMBER
Die Massen reisen ab und die Strände sind himmlisch leer. Die Cantine Argiolas erntet Weintrauben und Wettkampfregatten läuten die Segelsaison ein.
OKTOBER
Das Meer ist weiterhin warm genug zum Schwimmen und die Strände sind verlassen. Es ist auch eine super Zeit zum Wandern und Radfahren im Sarrabus.
Vier-Tage-Wochenende
• An Tag drei entscheidet man sich zwischen einem Tag mit Sonnenbaden und Windsurfen am Strand Poetto>> und einer Spritztour an der Küste entlang mit Xardinia>> oder Alma Sailing Charter>>.
• Auf dem Mercato di San Benedetto>> werden Picknicksachen besorgt und am Ende des Tages gibt es Sundowner bei Le Terrazze di Calamosca>>.
• Falls kein Strandwetter herrscht, geht es stattdessen zu einer Weinverkostung nach Serdiana>>. Am Tag darauf fährt man an den von Flamingos bevölkerten Salzteichen von Stagno di Santa Gilla>> vorbei nach Süden.
• Überlegenswert sind eine Tour der Saline Conti Vecchi>> oder der Weg nach Pula>>, um die punisch-römischen Ruinen von Nora>> zu besichtigen, die malerisch neben einem Strand liegen. Danach ein Abendessen zwischen Lagune und Meer bei Fradis Minoris>>.
Länger Zeit
• Wer mehr Zeit hat, kombiniert die vorherigen vier Tage mit einem Ausflug zum Sarrabus>>.
• Einrichten kann man sich im niedlichen Küstenstädtchen Villasimius>>, von wo aus man ein paar Tage mit Strandhopping, Bootstouren und Tauchen am Capo Carbonara>> verbringt. Das alljährliche große Festival des Städtchens wird Ende Juli abgehalten – auch ein Bootsumzug gehört dazu.
• Falls es nicht zu heiß ist, fährt man ins Landesinnere zum dicht bewaldeten Monte dei Sette Fratelli>>. Sa Rutta Experience>> veranstaltet aufregende Offroadabenteuer auf Quads, inklusive Übernachtung mit Baumzelt im Eichenwald.
MUSEEN | KULTUR | STADTSTRANDSZENE
TOP TIPP
Mit der Buslinie 7 kann man eine kurze Stadtrundfahrt (1,30 € für 90 Minuten) machen, von der Piazza Yenne bis hoch zum Castello, via römisches Amphitheater, Bastion und Hauptmuseen und schließlich runter nach Villanova, das voll mit Bars und Restaurants ist.
UNTERWEGS VOR ORT
Cagliaris historisches Zentrum ist leicht zu Fuß zu erkunden, doch die Stadt liegt an einem steilen Hügel und der Weg vom Hafen und dem Marinaviertel zum Castello ist recht anstrengend. Aufzüge auf dem Viale Regina Elena und den Scalette di Santa Chiara erleichtern den Aufstieg ein wenig. Abgesehen davon ist der Bus Nummer 7 auch sehr gut dafür geeignet. Die Buslinien PF und PQ fahren ab der Piazza Matteotti zum Strand Poetto. ARST betreibt Busse nach Pula, Chia und Villasimius. Playcar bietet einen Carsharing-Service, mit dessen Autos man in die ZTL-Zone kommt.
In erster Linie ist Cagliari ein Hafen – der viertgrößte Italiens – und die Stadt ist wie ein Amphitheater um das dortige Kommen und Gehen angeordnet. Nirgendwo sonst auf der Insel ist man sich des Meeres derart bewusst: Die Sonne funkelt und schillert auf den Wellen, am Ende jeder Gasse lässt sich ein flüchtiges Blau blicken und durch die Luft weht eine stets salzige Brise. Tunesien ist näher als Rom, was man an dem lauen Klima bemerkt, während die jahrhundertelange strategische Bedeutung der Stadt sich in den diversen Schichten urbaner Archäologie zeigt. Als Hauptstadt des Königreichs Sardinien (1324–1848) wuchs und gedieh Cagliari, bis die Alliierten 1943 einen Bombenregen auf die Stadt herabließen und fast 75 % von ihr zerstörten. Die Rekonstruktionsmaßnahmen waren nicht immer gelungen. Und dennoch, trotz dieses Bombardements bleibt Cagliari ein herzlicher Ort. Seine riesige Universität, deren Geschichte bis ins Jahr 1626 zurückreicht, heißt jährlich Tausende Erasmus-Studierende willkommen, während Cafés und Restaurants von mehrsprachigem Geplapper erfüllt sind.
Vespatour mit drei Rädern
Ein alternativer Blick auf die Stadt
Fährt man Cagliaris schmale, mittelalterliche Straßen in Albertos hübscher kleiner Piaggio ape (eine dreirädrige Vespa, die übersetzt „kleine Biene“ heißt) – nach seiner Großmutter Ape Lisetta (apelisettacagliari.com; Touren 50 €) getauft – auf und ab, ist das wie eine Stadtrundfahrt auf dem Jahrmarkt. Es macht irrsinnig viel Spaß und ist eine super Methode, sich einen Überblick über eine geografisch herausfordernde urbane Umgebung zu verschaffen. Es gibt zwei verschiedene zweistündige Touren im Angebot, eine durch das historische Zentrum und die andere raus zum Leuchtturm von Calamosca, zum Strand Poetto und zu den Salzsümpfen von Molentargius, wo Alberto ganz genau weiß, wo die scheuen rosa Flamingos zu finden sind, die durch die Feuchtgebiete staksen.
Bastione di Santa Croce
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Für den Anfang macht man am besten die historische Cagliari-Tour, die einem einen super Überblick über alle vier Bezirke gibt. Nach der Abholung am Kaufhaus Rinascente in Marina flitzt man bergauf durch das mit Kirchen gefüllte Labyrinth von Stampace und in die Zitadelle Il Castello, durch den Torre di San Pancrazio (man sollte zurückkommen, um ihn zu besteigen), über gewundene Straßen zur in Marmor gehüllten Cattedrale di Santa Maria>> und zum Aussichtspunkt an der Spitze des Bastione di Saint Remy, bevor es schließlich durch das furchteinflößende Fallgitter des Torre dell’Elefante und hinab in die blumengefüllten Straßen von Villanova geht.
Alberto hat seine Karriere in Mailand beendet, um nach Cagliari zurückzukommen und neugierigen Reisenden seine heiß geliebte Heimatstadt zu zeigen. Er vermittelt mühelos riesige Mengen an historischen und zeitgenössischen Details, von der afrikanischen und italienischen Ein- und Auswanderung über die römische und spanische Kolonialisierung und die Politik der EU bis hin zu dem Grund, weshalb die berühmten Flamingos von Poetto>> rosa sind. Am Ende hat man das Gefühl, einen neuen Freund gefunden zu haben, und verabschiedet sich mit einem grandiosen Verständnis der Stadt und einem Haufen guter Restaurantempfehlungen.
DIE BESTEN AUSBLICKE IN CAGLIARI
Bastione di Saint Remy: Eine monumentale neoklassizistische Treppe, gekrönt von einem 280-Grad-Meerblick auf der Piazza.
Torre di San Pancrazio:
