Loo Stories - Johanna Luise Türk - E-Book

Loo Stories E-Book

Johanna Luise Türk

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Beschreibung

Willkommen in einer faszinierenden Welt, die oft im Verborgenen bleibt - die Welt der Toilette. In diesem kleinen Büchlein nehme ich Dich mit auf eine Reise, um das stille Örtchen von einer völlig neuen Seite zu entdecken. Tabus und Vorurteile sollen hier gebrochen werden und zum Lachen und Nachdenken anregen. 10% der Einnahmen werden an die German Toilet Organization e.V. gespendet.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 38

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Vorwort

Zwischen Bass und Gebüsch

Akt auf der Verkehrsinsel

Sand-Kaka-Abenteuer

Das geheime Badezimmer

Von Curry und Klo-Problemen

Kinder, Kinder...

Rastplatzüberraschung

Ein groteskes Stillleben

Von Kokosnüssen zu Klogeschichten

Inmitten von Gefahr - Solidarität

Logistische Herausforderung

Kitty Kat, Kitty Kat

Der Traktor Vorfall

Zimmermädchen Call

Kuriose Orte weltweit

Skurrile Gesetze weltweit

Fun Facts

Welttoilettentag

Vorwort

Willkommen in einer Welt, die wir alle kennen und doch gern verschweigen: die Toilette.

Offiziell gilt sie als stiller Ort. In Wahrheit ist sie Bühne, Rückzugsort, Beichtstuhl und manchmal auch Comedy-Club. Zwischen Deckel und Spülung entstehen Geschichten, die ehrlicher und absurder sind als so manche, die man draußen erzählt.

Warum also ein Buch über Klos? Weil sie das große Gleichmacher-Universum sind. Hier zählt kein Status, keine Rolle, kein Titel. Am Ende suchen alle dasselbe: Erleichterung. Und genau dort, im scheinbar Banalen, verstecken sich die besten Storys. Dieses Buch sammelt Episoden voller Skurrilität, Peinlichkeiten und kleiner Alltagswunder. Mal laut zum Lachen, mal leise zum Nachdenken. Immer mit einem Augenzwinkern.

Und weil Humor Wirkung haben darf, geht ein Teil der Einnahmen an die German Toilet Organization. Damit Geschichten nicht nur Köpfe, sondern auch Leben bewegen.

Also: Deckel hoch, Kopf frei und viel Spaß beim Lesen.

Zwischen Bass und Gebüsch

Lilli, Berlin:

Open Air in der Hasenheide. Klingt nach Sommer, Freiheit und einem Hauch von illegal. Ich war vorbereitet auf laute Musik, bunte Menschen und möglicherweise ein paar philosophische Gespräche mit Fremden im Rausch der Nacht. Worauf ich nicht vorbereitet war: Biologieunterricht live im Gebüsch.

Die Musik war gigantisch. Jeder Bassschlag wummerte durch meinen Körper, als würde mein Zwerchfell eine private Massage bekommen. Dazu Bier. Und wie jeder weiß, hat Bier die charmante Eigenschaft, zuverlässig den Fluchtreflex der Blase auszulösen. Der Fachausdruck lautet übrigens „Diurese“ – klingt fancy, bedeutet aber: Lilli, such dir dringend ein Klo.

Nur gab es dort keines. Kein Dixie, kein Toi Toi, nichts. Dafür Gebüsch. Gebüsch ist in Berlin so etwas wie der inoffizielle Nachfolger der Toilette – kostengünstig, flexibel einsetzbar und immer in der Nähe. Ich also rein ins Grün. Und dann stand ich plötzlich vor ihnen: vier Männer, nebeneinander aufgereiht wie in einer naturkundlichen Ausstellung. Hosen unten, Smartphones oben. Jeder einzelne konzentrierter auf sein Display als auf das, was sein Körper gerade so nebenbei erledigte. Das Licht der Handys tauchte ihre Gesichter in eine bizarre Aura – irgendwo zwischen „Techno-Gott“ und „Geisterbahn“.

Ich musste lachen. Nicht kichern, sondern richtig. Das Lachen, das man nicht mehr stoppen kann, weil Gehirn und Bauch sich verbünden und sagen: „Das hier ist einfach zu absurd.“ Mal ehrlich: Warum müssen Menschen sogar im Gebüsch ihre Mails checken? Gibt es eine geheime Business-Class für Wildpinkler?

Die Männer zuckten zusammen. Einer ließ sein Handy fallen – ein Geräusch wie ein trauriges Plopp im Laub. Ein anderer schaffte es, gleichzeitig weiterzupinkeln und mir einen empörten Blick zuzuwerfen. Multitasking in Reinform.

Ich stolperte lachend zurück. Irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Euphorie suchte ich mir mein eigenes stilles Plätzchen. Und während ich dort hockte, dachte ich: Eigentlich sind wir Menschen ein Wunder der Evolution. Wir können feiern, trinken, lachen, lieben – und trotzdem immer noch das Bedürfnis haben, mitten in der Natur wie ein Reh im Gebüsch zu verschwinden.

Der Bass holte mich bald zurück auf die Tanzfläche. Doch das Bild dieser Viererreihe mit Smartphone-Glow blieb. Eine Art moderne Großstadtskulptur: „Homo sapiens multitaskensis im natürlichen Habitat“.

Akt auf der Verkehrsinsel

Julia, Barcelona

Barcelona ist eine Stadt, die niemals schläft. Und wenn sie es doch einmal tut, dann nur ganz kurz – so zwischen fünf und sieben Uhr morgens, wenn selbst die hartnäckigsten Partytouristen müde werden. Genau in dieser Phase schleppten wir uns, Albi, Rille und ich, vom letzten Club zurück ins Hostel. Unsere Füße brannten, unsere Stimmen waren heiser, und der Schweiß roch nach Bier und Sangria. Klassischer Urlaub, könnte man sagen.

Die Straßen waren leergefegt. Ein paar verstreute Gestalten taumelten an uns vorbei, Taxen glitten durch die Nacht, und ansonsten war da nur der süße Gedanke an ein Bett. Bis Rille plötzlich innehielt. Sein Gesicht verwandelte sich von „leicht beschwipst“ zu „absoluter Ausnahmezustand“.

„Leute, ich muss sofort kacken!“, japste er und begann, auf der Stelle zu tänzeln. Dieses Tänzeln kennt man eigentlich nur von Kleinkindern, die dringend mal aufs Töpfchen müssten. In diesem Moment war Rille geistig drei Jahre alt. Wir starrten uns an, Albi und ich, und gleichzeitig stellte sich dieselbe Erkenntnis ein: Es gab weit und breit keine Toiletten. Keine Bars, keine Cafés, nicht einmal ein freundlicher Busch. Nur Beton, Asphalt und vereinzelte Palmen. Ein wahrer Endgegner für jede Verdauung.