Love 'n Race - Doch dann hörte ich dich - Mira Morton - E-Book

Love 'n Race - Doch dann hörte ich dich E-Book

Mira Morton

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Beschreibung

Besser als ein prickelndes Renn-Wochenende mit dem heißen Vierfach-Weltmeister Jaxon, Champagnerparty auf einer Jacht und Meersalz in der Luft kann es in Monte Carlo nicht werden! Leider aber schlimmer.

Maevi Schwartz schwebt auf Wolke sieben: Ihre Tochter Rosie hat die Schule geschafft – höchste Zeit, sich selbst etwas zu gönnen. Was läge näher, als das langersehnte Wiedersehen mit Jaxon Henderson, dem Mann ihrer Träume – und ganz nebenbei vierfachem Formula-Royale-Weltmeister, zu feiern?
Also: ab nach Monte-Carlo! Gemeinsam mit Rosie und ihren besten Freunden will Maevi Sonne tanken, das Meer genießen – und Jaxon beim Coppa Royale kräftig anfeuern. Am besten auch gleich vernaschen, aber das behält sie lieber für sich.
Was soll an dem Plan schon schiefgehen?
Tja … so einiges, wie Maevi bald feststellen muss. Fehlende Tickets fürs Fahrerlager, eine Influencerin, die ihr beim Interview unmissverständlich klarmacht, dass sie Jaxon am liebsten sofort in ihr Bett zerren würde, und eine beste Freundin, die auf einer Jachtparty alle Hemmungen fallen lässt – doch all das ist erst der Anfang.
Denn was Maevi spätabends in Jaxons Appartement erlebt, sprengt nicht nur ihre Vorstellungskraft, sondern auch ihr Herz, ihr Vertrauen … einfach alles.

Zwischen prickelndem Champagner, Riviera-Flair und kribbelnder Vorfreude lauert ein Herzschlag-Moment, der in Sachen Liebe alles verändert.

Ein rasanter Liebesroman mit Witz, Gefühl und Crash-Garantie – für alle, die wissen wollen, ob es nach der roten Flagge noch Hoffnung gibt.

Der Roman mit Happy End-Garantie ist in sich abgeschlossen.

Für noch mehr herzerwärmende Lesestunden hier die Racing Hearts-Serie im Überblick:
Band 1: Love 'n' Race – Doch dann traf ich dich
Band 2: Love 'n' Race – Doch dann sah ich dich
Band 3: Love 'n' Race – Doch dann hörte ich dich

Perfekt für alle Fans von amüsanten und prickelnden Liebesromanen, einem heißen Helden und einer umwerfenden Heldin, spicy Romance, Sports-Romance, umgekehrter Age Gap-Romance, Millionärs-Romanen und Wohlfühlromanen. Speziell auch für alle, die Formel 1-Romance lieben oder vielleicht noch zu Fans dieses Genres werden!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog - Schlagzeilen

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Epilog

Danke

Quellen

Impressum

Viel Spaß mit meinem Roman

und keep on dreamin´!

Herzlichst,

Facebook: www.facebook.com/MiraMorton.Autorin

www.miramorton.com

[email protected]

Schlagzeilen

Headlines aus der Formula Royale von März bis Mai …

Formula-Royale-Weltmeister Jaxon Henderson: Nach Melbourne gewinnt der Brite in Shanghai das zweite Rennen der Saison, den Coppa Royale von China, mit 22 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen David Fournier und liegt in der WM damit klar vorne.

Jaxon Henderson auf der Jagd nach seinem fünften WM-Titel ‒ Ist er diese Saison nicht mehr zu stoppen? Drittes Rennen, dritter Sieg beim Coppa Royale von Suzuka in Japan.

Konkurrenz deklassiert: Überlegener Sieg von Chris Blake beim Coppa Royale von Bahrain. Nach Problemen mit dem Auto wird Henderson nur enttäuschender Sechster, Teamkollege Fournier fällt mit Motorschaden aus.

Trotz verpatztem Boxenstopp: García schnappt sich den Sieg vor Blake und Kristen. Henderson nach misslungener Qualifikation und Balance-Problemen des Maranetti beim Coppa Royale von Saudi-Arabien nur Achter! Die WM ist wieder offen.

Sensation beim Coppa Royale von Miami! Der Rennstall Bloomstale fährt mit Chris Blake und Lachlan Kristen seinen ersten Doppelsieg ein. Jaxon Henderson wird Dritter, Teamkollege David Fournier crasht den Maranetti in der ersten Kurve gegen die Wand!

Dieses Wochenende kehrt der Formula-Royale-Zirkus nach Europa zurück! Kann Henderson das Blatt in Imola wenden? Es bleibt spannend.

Sensationsfahrt des Spaniers!Álvaro García holt sich in Imola den Coppa Royale der Emilia-Romagna. Nach Aufholjagd wird Chris Blake Zweiter, Jaxon Henderson muss sich mit Rang drei begnügen.

    Coppa Royale von MonacoDieses Wochenende geht es um den Coppa Royale von Monaco. Kann Jaxon Henderson im Maranetti an seine Siege zu Saisonbeginn anschließen oder sind die Probleme am Auto schwerwiegender, als das Team eingestehen will?

Kapitel 1

»Nenn mich ab sofort Rosenherz.«

Ich muss aufpassen, dass ich nicht losheule, weil ich so glücklich bin. Stattdessen tanze ich mit weit ausgestreckten Armen mich im Kreis drehend zum Sofa, auf dem meine beste Freundin Ishani sitzt und die Augen weit aufreißt.

»Rosenherz? Maevi, wie kommst du jetzt auf dieses Wort?«

Erst drücke ich ihr einen Schmatz auf die Wange, dann meine ich überschwänglich: »Weil ich mich so sehr auf Jaxon freuen, dass mein Herz sich anfühlt wie ein Knäuel aus Rosenblättern.« Ernst schiebe ich nach: »Mein Bauch ebenso.«

»Verstehe. Übersetzt heißt das: Du bist knapp vorm Durchdrehen«, erwidert Ishani belustigt. »Aber das ist okay.«

»Okay? Das ist wundervoll, luftig, kitschig, romantisch –«

Sie fällt mir ins Wort.

»Wie gesagt, super für dich, aber denk daran, nicht alle von uns fühlen sich so. Ich zum Beispiel würde meinen Mann am liebsten erdrosseln, weil er nicht mit nach Monaco kommt.«

»Sorry. Du hast ja recht. Aber«, und wieder mache ich eine ganze Drehung, »was denkst du: Steht mir der Hosenanzug?«

»Das wievielte Outfit ist das jetzt? Oh, ich weiß es: Das hundertste.«

Der nicht zu überhörende Sarkasmus in der Bemerkung meiner besten Freundin zerschellt in der Luft, zersplittert in psychodelisch anmutende Lichtpunkte und fadet in einer Galaxie an Fröhlichkeit aus, weit bevor er mich erreichen kann. Kein Wunder, ich bin aufgeregt wie ein Teenager vor dem ersten Date. Bade in meinen Glücksgefühlen, tanze mit meiner Vorfreude, ergötze mich am Taumel meiner Unzurechnungsfähigkeit, und das kann gerne für immer so bleiben.

»Falsch, das war nicht der hundertste Style, Ishani, aber du solltest die richtige Anzahl kennen, denn offensichtlich zählst du ja mit, Darling.«

Immerhin ist sie die Mathematikerin hier.

Schön. Jetzt schmunzelt sie wieder.

»Tue ich, Maevi. Das ist das elfte. Wenn ich Kleider, Hosenanzüge sowie Jeans samt Oberteilen als gleichwertige Versuche betrachte und auch so zähle.«

»Siehst du. Das nenne ich Mitzählen.« Dann drehe ich mich ein weiteres Mal um die eigene Achse. »Und? Sehe ich gut aus, oder was?«

Also ich finde schon.

Nachdem ich einige Kleider und ein paar Kombinationen mit kurzen Röcken und Jeans anprobiert habe, ist dieses Outfit jetzt ein echter Hingucker. Understatement trifft bei diesem leger fallenden Overall aus weißer Seide auf Glam. Hochgeschnitten am Hals, ärmellos, und die lange Hose fällt locker über meine neuen halbhohen goldenen Christian-Louboutin-Sandalen mit raffinierten breiten Absätzen und den typisch roten Sohlen. Dazu eine weiße Clutch mit Fransen.

Ich habe vor, Jaxon umzuhauen. Sein Herz im Hals klopfen zu lassen, wenn er mich wiedersieht. Okay, in seiner Hose darf es auch pochen. Sollte es sogar.

Diesmal wird mein Ausflug in die Welt des Motorsports einfach nur perfekt. Kein Drama. Keine Tränen. Stattdessen Champagner, Lachen, bis die Brustmuskeln einen Kater bekommen, und wilder Sex mit meinem heißen Freund. Das ist der Plan und den werde ich in die Tat umsetzen. Ganze neun Tage, bis nach dem Rennen in Barcelona, werde ich auf meiner rosaroten Wolke an Jaxons Seite schweben. Leider fliegen alle anderen direkt nach dem Coppa Royale von Monaco wieder zurück, inklusive Rosie.

»Gut, ich gebs zu, Maevi: In dem weißen Hosenanzug siehst du wie ein Filmstar aus«, erwidert Ishani und erhebt sich schmunzelnd aus meinem Sofa. »Aber das hast du in allen anderen Klamotten ebenfalls.«

»Stimmt nicht, der ist eindeutig die beste Wahl. Und du siehst ebenfalls wie ein Filmstar aus. Sieh dich an, Girl!«

Ishani lächelt und fährt sich durchs dunkle Haar.

»Hoffentlich! Hat auch richtig Geld gekostet. Aber das ist es wert.«

»Finde ich auch.« Das raffiniert geschnittene Designerkleid in zartem Geld steht ihr ungemein, wie auch die verboten hohen Schuhe, die sie sich dazu gekauft hat. Der passende Hut gibt ihrem Style den Kick und macht ihn gleichzeitig so verdammt britisch, dass es zum Totlachen ist. Wir wollen ja nicht zu einem Pferderennen nach Ascot, sondern zur Formula Royale nach Monte-Carlo.

Sie deutet auf die Uhr.

»Auf jeden Fall war das jetzt dein letzter Versuch mit der Garderobe, Maevi. Jaxons Abholservice wird gleich hier sein.«

»Stimmt.« Tempo ist angesagt.

Einer seiner Angestellten hat mir zwei Vans angekündigt, mit denen wir samt Gepäck zum Flughafen gebracht werden.

Was jedoch kein Problem ist, denn ich bin bereit.

Bereit, die ganze Welt zu umarmen, denn ich werde nicht nur das Wiedersehen mit Jaxon feiern, sondern auch meine Tochter Rosie, die felsenfest davon überzeugt ist, ihr Abschlussexamen bestanden zu haben. Zwar erfahren wir die Noten erst Anfang Juli, doch für mich bedeutet das schon jetzt: Ich habe Rosie erfolgreich durch die Schule gebracht und sie kann sich jetzt nach der Woche Ferien damit beschäftigen, wie sich ihr neues Leben ab Herbst als Collegegirl anfühlen wird.

Ishanis Tochter, Chandra, behauptet wie meine Tochter, dass sie die Prüfungen geschafft hat, also können meine beste Freundin und ich dieses Wochenende auf einer rosaroten Wolke verbringen, weil wir uns das als Mütter auch schwer verdient haben.

Außerdem bin ich mehr als bereit, meinen absolut heißen Freund beim Coppa Royale von Monte-Carlo direkt aus der Garage zu unterstützen und zuvor endlich wieder Sex mit ihm zu haben, sollte das in seinen Zeitplan passen. Sonst eben heute Abend, nach dem Qualifying.

Nein.

Besser vorher.

Und je schneller wir dort ankommen, desto größer sind meine Chancen auf ein Schäferstündchen mit Jaxon.

»Rosie? Chandra?«, brülle ich nach oben.

Ich kann nur beten, dass meine Tochter ebenfalls reisefertig ist. Sie hat sich öfter als ich umgezogen. Chandra dagegen kam bereits top gestylt mit ihrer Mutter hier an.

Da steigt es heiß in mir auf.

Himmel!

Wo ist mein bester Freund?

Benji und seine bessere Hälfte Luc fehlen! Das ist mir in meinem Stress völlig entgangen.

»Mist! Warum sind Benji und Luc noch nicht hier?«, schreie ich Ishani an, obwohl sie ja nicht für deren Unpünktlichkeit verantwortlich ist.

Jaxon hat nämlich sowohl sie samt ihrem Mann Paul und Chandra nach Monaco eingeladen wie auch meinen besten Freund Benji mit dessen Partner Luc. Letztere glänzen aber mit Abwesenheit. Das darf ja jetzt nicht wahr sein.

Zu meinem Erstaunen winkt Ishani mit der Hand ab und deutet auf ihr Handy.

»Sie sind in einer Minute hier. Benji hat mir eben getextet.«

Ich atme geräuschvoll aus.

»Zum Glück.«

Ein paar Sekunden später läuten die beiden tatsächlich an der Tür. Schnell reiße ich sie auf und schon fallen wir einander in die Arme.

»Prinzessinnen, ich fühle mich wie bei einer Klassenfahrt mit nicht zu überbietendem Glanz-und-Glamour-Faktor«, erklärt uns Benji bestens gelaunt. »Ich meine: Wer bitte wird zum Coppa Royale nach Monte-Carlo eingeladen? Fliegt im Privatjet nach Monaco und wird als ersten Programmpunkt in den Paddock zu den heißen Fahrern gehen?«

»Wir«, rufen Ishani, seine bessere Hälfte Luc und unsere Mädels, die gerade die Treppe heruntergestürzt kommen, im Chor.

Klar sind wir aufgeregt wie Kinder vor Weihnachten, denn in den Paddock zu dürfen, das ist etwas Besonderes, da es das Herzstück der Formula Royale ist. Wir sprechen hier von jenem Bereich gleich hinter der Boxengasse, wo es richtig abgeht. Dort werden zwischen Motorhomes, Techniktrucks und Büros die Hospitality-Zonen der einzelnen Teams aufgebaut. Hier trifft sich, was Rang und Namen in der FR-Welt hat, und alle, die dazu gehören wollen wie Schauspieler und andere Promis.

Grinsend deute ich auf unsere Koffer.

»Und genau deshalb sollten wir die schon mal raus an die Straße stellen, damit wir schneller nach Monaco kommen.« Dann deute ich auf Benji. »Und du? Zieh dir bitte das Sakko über, oder willst du wirklich nur in diesem Netz-T-Shirt das Flugzeug besteigen?«

»Nein, aber Luc«, erwidert er mit einem Grinser, zieht sich jedoch ein Sakko über. »Mile High Club, sagt dir doch sicher etwas, oder, Süße?«

»Könnte sein, dass ich davon schon gehört habe, aber wir vertiefen uns jetzt sicher nicht in dieses Thema, Benji. Also Tempo, die Herren und Damen, ja?«

Seit ich aufgestanden bin, denke ich an Sex, also muss er mich nicht mit der Nase auf dieses Thema stoßen, denn wenn ich meinem heißen Freund und Formula-Royale-Star nicht bald in die Arme fallen kann, zerreißt es mich nämlich. Das kann ich ihm nicht zumuten. Er muss schon damit leben, dass ich um elf Jahre älter bin. Da kann ich mich ihm nicht auch noch in Form eines Selbstbaukastens per Privatjet zustellen lassen mit der Anweisung: Und wenn Sie alle Teile richtig zusammengesetzt haben, funktioniert sie vermutlich wie vorher. Inklusive der Möglichkeit für Sex.

Nein. No way.

Dafür waren die letzten beiden Monate nämlich leider viel zu schlimm. Echt alles ist schiefgelaufen. Seine Rennen in Asien und im arabischen Raum konnte ich nicht besuchen, weil ich zu wenig Urlaub von der Bank bekomme. Er wiederum kämpft mehr und mehr mit dem Auto, das einfach nicht mehr schnell genug ist, was dazu geführt hat, dass Jaxon null Zeit hatte, zwischen den Rennen zurück nach Europa zu fliegen. Außerdem ist sein Terminkalender ohnehin immer randvoll und zwischendurch schiebt er dann ein paar Tage Entspannung beim Surfen mit seinen besten Freunden Tom und Julien ein. Auf Bali zum Beispiel.

Aber so ist das mit einem Superstar in der Königsklasse. Und schlecht drauf ist er außerdem, denn nach einem fulminanten Start in die Saison sind die letzten Rennen ganz und gar nicht so verlaufen, wie Jaxon sich das auf der Jagd nach seinem fünften Weltmeisterschaftstitel gewünscht hätte. Jetzt hofft er, dass die Updates des Autos in Monte-Carlo die Wende zum Besseren ermöglichen. Mal sehen.

Als hätte das alles nicht gereicht, bin ich dann auch noch krank geworden. Vor zwei Wochen, beim ersten europäischen Rennen der Saison, sollte ich ihn nach Imola begleiten. Italien ist ja nur einen Katzensprung von London entfernt. Doch leider habe ich mich davor so stark verkühlt gehabt, dass ich Fieber bekommen habe, meine Ärztin behauptete, es wäre ein grippaler Infekt gewesen, und ich musste ein paar Tage im Bett verbringen. Vielleicht eh nicht schlecht, denn so war ich wenigstens in Rosies Nähe, während sie für die Abschlussprüfungen gelernt hat.

Zwar hat Jaxon nach Imola am Weg ins Werk, es liegt im Norden Londons, kurz bei uns vorbeigesehen, aber das war es dann auch schon. Er hat nicht einmal hier übernachtet, weil er Angst hatte, sich anzustecken. Ergo: Ein einziger Besuch von ihm in über zwei Monaten und der war total jugendfrei! Zum Abhaken. Kein Wunder also, wenn meine Hormone gerade durchdrehen.

Wenn das so weitergeht, wird sich unsere Beziehung wohl nie abnützen, doch ich bin ganz sicher nicht die einzige Fahrerfrau im Formula-Royale-Zirkus, die unter Liebesentzug leidet.

Ich schnappe mir meinen schweren Koffer, den mir Luc gleich wieder abnimmt.

»Danke!«

»Kein Ding, Sweetie«, meint er gentlemanlike.

Gut, dann nehme ich die zwei großen Ledertaschen.

»Jaxon wird denken, ich ziehe bei ihm in Monte-Carlo ein«, raune ich Ishani zu.

»Mein Paul ja, der würde das bei dem vielen Gepäck sofort vermuten, aber Jaxon? Der wird dich eher fragen, ob du wirklich für jedes der Events Klamotten eingepackt hast.«

Da hat sie recht, denn Jaxon ist so was von eine Fashionista! Wie meine Tochter. Als ob Rosie das von ihm geerbt hätte.

»Stimmt.«

»Und wie das stimmt. Dein Toyboy ist ein Supermodel, wie wir wissen.«

Kieksend erkläre ich ihr: »Nenne ihn ja nicht Toyboy, wenn er dabei ist.«

Sie lacht bis über beide Ohren.

»Kann ich nicht versprechen, denn ich bin viel zu neugierig auf sein Gesicht, wenn ich es tue.«

Kichernd stellen wir die Taschen an den Gehsteig.

Die beiden Männer und die Mädels quatschen aufgeregt miteinander, während sie ihre Sachen ebenfalls zum Straßenrand bringen.

»Und Paul glänzt tatsächlich mit Abwesenheit?«, fragt Benji Ishani wie nebenbei.

Diese nickt und verzieht den Mund säuerlich.

»Ja, leider. Er konnte den Dienst nicht mehr tauschen. Aber das wird er büßen. Ich feiere dieses Wochenende auf jeden Fall, als gäbe es kein Morgen, und betrinke mich auf den Erfolg der Mädels.« Dann schiebt sie nach: »Und wenn Jaxon auch noch gewinnt, könnt ihr mich ins Hotel tragen. Ich schwöre.«

Das haben anscheinend auch Benji und Luc vor, wie sie ihr versichern, doch meine Tochter unterbricht das Gespräch mit einem Schrei: »Mist! Hab meine Jacke vergessen.«

»Rosie!«, schimpfe ich, mach mich aber schon auf den Weg. Ist ja wieder typisch. Sie sprintet los, ich stöckle ihr nach und sehe, wie zwei schwarze Vans im Konvoi vorfahren. »Ich überlasse euch das mit dem Gepäck. Bin gleich wieder da, weil ich noch alles absperren muss.«

Ohne eine Antwort abzuwarten, laufe ich ins Haus. Rosie poltert die Treppe herunter und stürmt mit der Jacke unter die Achsel geklemmt an mir vorbei nach draußen.

Okay. Dann schnell ein letzter Check.

Nein. Da steht nichts mehr herum. Herd ist abgedreht, Kaffeemaschine ebenso. Ich schalte überall die Lichter aus und sehe auch im ersten Stock nach.

Natürlich haben die Mädels das Licht im Badezimmer brennen lassen.

Ausschalten.

Gut. Jetzt passt alles.

Erleichtert schließe ich die Eingangstür ab und renne, so schnell ich kann, zum ersten Van, bei dem mir ein Mann auch schon die Tür aufhält.

»Danke.«

Nur noch ein paar Stunden, dann schlürfe ich einen Drink in Südfrankreich und kann mich zwischendurch in die Arme meines Liebsten kuscheln.

Gott, wird das schön!

»Monte-Carlo! Wir kommen«, ruft Benji laut aus und ich kann ihm nur beipflichten.

In meinen Gedanken jedoch füge ich ›Jaxon, ich komme‹ hinzu und muss grinsen. Ja, darauf freuen sich unterschiedliche Teile meines Körpers auf jeweils ihre ganz spezielle Weise.

Kapitel 2

Mir schwirrt der Kopf. Hier ist die Hölle los!

Aber nun haben wir alles geschafft: Henry, Jaxons bester Freund, Security-Chef und rechte Hand, hat uns mit zwei Taxis in Nizza vom Flughafen abgeholt und von dort direkt zum Hotel am Place du Casino bringen lassen, an dem die Rennstrecke quasi vor der Haustür vorbeiführt. Wir mussten den Seiteneingang benutzen. Wahnsinn, was hier abgeht!

Jetzt sind alle bis auf mich eingecheckt, denn ich werde natürlich in Jaxons Wohnung übernachten.

Alles klappt wie am Schnürchen und ich kann es kaum mehr erwarten, Jaxon in die Arme zu fallen. Oder zu springen? Mir egal, solange ich ihn endlich wieder spüren und küssen kann. So richtig und ohne Schutzmaske vor seinem Gesicht.

Was das betrifft, ist er ein Weichei. Ich meine, das war nur ein kleiner grippaler Infekt. Aber andererseits verstehe ich ihn ja auch, obwohl ich mir nach der langen Trennung wenigstens einen echten Kuss gewünscht hätte. Seis drum. Das werden wir alles nachholen.

Wir steuern auf die Ausweiskontrolle zu und Henry wendet sich in meine Richtung.

»Ich verlasse euch jetzt und bringe dein Gepäck schon mal in Jaxons Appartement.«

»Ist gut, Henry. Danke, dass du alles so toll für uns organisiert hast.«

Der durchtrainierte, tief gebräunte Bär von einem Mann mit dem kecken Dutt nickt und küsst mich freundschaftlich auf die Wangen.

»Kein Ding, Maevi. Ich bin froh, dass du hier bist. Jaxon steckt in einer Krise, und es wird ihm guttun, zu wissen, dass er dich um ihn hat.«

»Ja, die Krise«, wiederhole ich dieses Unwort.

Jaxon nennt sie Super-GAU. Auf jeden Fall stimmt etwas mit der Technik des Wagens oder mit der Aerodynamik nicht. Ich hoffe zutiefst, die Ingenieure und Mechaniker haben das Auto diesmal hinbekommen. Jaxon ist jedenfalls schon seit Wochen stinksauer, dass der Wagen nach dem fulminanten Auftakt in die Saison so nachgelassen hat. Angeblich gab es deshalb ausgewachsene Schreiduelle im Werk. Sogar mit seiner Beteiligung. Kann man sich bei Jaxon nur schwer vorstellen, denn üblicherweise ist er besonnen und beherrscht. Überlegt, bevor er ein Interview gibt.

»Wir sehen uns dann später, oder?«

Wieder nickt Henry mir schmunzelnd zu.

»Auf jeden Fall. Und übrigens: Du siehst fantastisch aus! Er wird kurz Sauerstoff brauchen.«

Lachend drücke ich ihn noch einmal.

»Mal sehen.«

Henry ist ein Engel, auch wenn man rein optisch Angst vor seinem Body bekommen könnte. Der Mann ist mega-durchtrainiert und tätowiert. Ein Kontrapunkt zu seinen schelmisch funkelnden Augen wie auch dem am Hinterkopf geknoteten dunklen Haar. Doch das Auffälligste ist Henrys Hang zu glamourösen oder verrückten Outfits.

Heute trägt er weiße Baggy Jeans, schwere Boots und dazu ein beinahe durchsichtiges Hemd mit Glitter, womit er perfekt zu Benji mit dessen stylishem Netz-Shirt passt. Steht nicht jedem, aber wie bei Benji funktioniert auch bei Henry so ein Look, speziell kombiniert mit den übergroßen Sonnenbrillen.

Ich kann also sein Kompliment nur zurückgeben. »Du siehst übrigens mega aus! Klasse Styling.«

»Danke!« Dann winkt er uns allen noch einmal zu. »Also viel Spaß im Paddock, Leute! Wir sehen uns.«

Und schon verschwindet er im Getümmel von Monte-Carlo.

»Und wie kommen wir ohne Henry hinein?«, will Benji wissen und deutet in Richtung der Schranken am Eingang.

»Wir warten auf Maggie«, erkläre ich ihm.

»Zum Glück warten wir nicht auf Godot«, erwidert Ishani, die Belesene von uns.

Zu meinem Erstaunen antwortet just meine Tochter mit: »Samuel Beckett. Und ich stimme dir zu, Tante Ishani, denn dann würden wir hier alt werden.«

Ich nicke stolz. »Literatur zu lernen, war also doch nicht so umsonst, wie du dachtest, Rosie-Schatz.«

Chandra und meine Tochter kichern, kommen aber nicht mehr dazu, irgendetwas darauf zu antworten, denn ich schreie schon: »Maggie! Huhu!«

Das lila-goldene Outfit des Teams für dieses Wochenende sieht cool aus. Selbst die Autos haben eine Speziallackierung in den Farben einer ihrer Hauptsponsoren aus Kuweit für dieses Rennen erhalten. In ihren eng anliegenden Hosen und dem Team-T-Shirt eilt Maggie auf uns zu. Sie ist die mir vom Team zugeteilte Spezialbeauftragte. Speziell ist vor allem, dass sie einem Greenhorn wie mir in Sachen Fahrerfrau alles checkt und organisieren muss, weil mir diese ganze mediale Aufmerksamkeit im Grunde am A… vorbeigeht.

Aber es muss anscheinend sein. Und ich bin selbst im Marketing tätig. Also verstehe ich es, auch wenn ich normalerweise die bin, die im Hintergrund organisiert, damit sich andere im Licht der Scheinwerfer sonnen können. Aber das ist mir tausend Mal lieber als umgekehrt.

»Hallo, Maevi!«, ruft Maggie und winkt uns von hinter der Absperrung zu.

Dann steckt sie ihren Ausweis in das Lesegerät, das die Schranken öffnet, und stürmt uns entgegen.

»Da seid ihr ja! Schön, euch zu sehen!«

»Gleichfalls!« Außer Atem fällt Maggie mir um den Hals, als wären wir die besten Freundinnen und hätten uns wochenlang nicht mehr gesehen. Letzteres stimmt. Maggie, meine persönliche Assistentin und PR-Lady an Coppa-Royale-Wochenenden, hatte bislang nur einen einzigen beruflichen Einsatz mit mir: das Rennen in Melbourne. »Maggie. Darf ich dir meine Tochter und meine besten Freunde vorstellen?«

Sie freut sich sehr, Rosie kennenzulernen.

»Viel von dir gehört, Rosie.«

»Hoffentlich nur Gutes.«

»Natürlich, und auch, dass du genauso von Mode begeistert bist wie Jaxon.«

Rosie nickt grinsend.

»Ja. Zum Glück sind wir damit zu Hause in der Mehrheit.«

Maggie kichert, doch dann wechselt ihr Gesichtsausdruck, noch während sie den anderen die Hand schüttelt.

»Leider habe ich schlechte Neuigkeiten«, erklärt sie uns mit einem ernsten Blick, der vermuten lässt, dass sie in der nächsten Sekunde zu heulen beginnen wird.

Moment.

Mein Herz rutscht mir in die Hose, fällt mir auf die Zehen, und ich tripple nervös hin und her, um dieses furchtbare Gefühl von Angst so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

»Ist etwas mit Jaxon? Gehts ihm nicht gut?«

Zu meiner Erleichterung winkt sie ab.

»Nein, nein. Mit ihm ist alles okay.« Zum Glück! Jetzt kann auch ich wieder ruhig stehen und ihre Erklärung abwarten. »Bloß einer unserer PR-Leute hat das mit euren Paddock-Pässen versaut. Im Moment werden alle Teampässe für irgendwelche anderen Gäste oder Influencer benutzt, und jetzt müsst ihr leider in unserer Lounge warten, bis ich die Pässe zurückbekomme.«

Benji jammert aus dem Stand los. »Das fängt doch gleich gut an. Wenn sie uns dann abends auch nicht auf der Jachtparty haben wollen, muss ich heulen.«

Sofort gebe ich ihm einen Klaps auf den Oberarm.

»Hör auf, Benji! Dann gehen wir eben später oder morgen in den Paddock. Ganz Monaco ist eine Party, da wird uns ja wohl auch etwas für den Abend einfallen, meinst du nicht?«

Süßsauer verzieht er den Mund. »Wenn du meinst?«

»Mann, Benji. Ja, das meine ich. Selbst von einigen Cafés aus kannst du die vorbeifahrenden Rennwagen beinahe berühren. So nah zischen sie an dir vorbei. Und dafür brauchst du nicht einmal eine Eintrittskarte.«

Ich habe ebenfalls meine Hausaufgaben gemacht und mir Videos der letzten Jahre von hier reingezogen.

»Schon gut!«, meint er und winkt das Gespräch ab.

»Werden denn die Pässe mehrmals vergeben?«, fragt Ishani, vermutlich um von Benjis Enttäuschung abzulenken.

»Ja, manchmal nur für eine halbe Stunde. Die Team-Paddockpässe sind limitiert und wir nutzen unsere daher mehrmals.«

»Und was kostet so ein Pass, wenn ich mir den kaufen würde?«, lässt Ishani nicht locker, dabei will ich einfach nur endlich hineingehen, um Jaxon zumindest auf einer Leinwand anhimmeln zu können.

»Es gibt verschiedene Pakete mit Zusatzleistung. Aber mit so um die fünfzehntausend Euro für Freitag bis Sonntag musst du schon rechnen.«

Ishani schlägt sich die Hand vor den Mund, Benji dagegen öffnet seinen.

»Ishani! Ich habe dir doch gesagt, das hier ist ein exklusives Vergnügen.«

»Ist es, aber wir bieten den Gästen ja auch eine Mega-Show«, erklärt ihm Maggie grinsend.

»Wohl wahr«, entgegnet Benji. »Wenn man sie sehen könnte.«

Dafür erntet er einen Klaps von Ishani und einen tadelnden Blick von mir.

Pfah. Ich bewundere mich für meine Gelassenheit. Der Paddock und die Party sind mir egal. Aber mir ist zum Heulen, denn was wird jetzt aus unserem Wiedersehen?

Verdammt. Seit Stunden male ich mir das in den buntesten Farben aus. Überlege mir, was ich ihm unbedingt sagen muss, um ihn fürs Rennen zu motivieren. Ich habe sogar in Erwägung gezogen, mir irgendwo schnell die Unterwäsche auszuziehen und ihm das ins Ohr zu flüstern, und jetzt? Jetzt kann ich nach ihm lechzend auf irgendeine Videowall starren?

Das ist schlimm.

Aber jammere ich?

Nein. Weil ich eine dieser superbeherrschten Erwachsenen geworden bin. Ich weiß nicht einmal, wann genau das passiert ist. Vermutlich irgendwann zwischen den Wehen und der Erkenntnis, dass Georg mich einfach hat sitzen lassen. Spätestens da war mir klar, dass ich allein die Verantwortung für Rosie tragen werde müssen.

»Okay, Maggie, das ist doch halb so schlimm. Können wir da jetzt durchgehen oder sollten wir uns heraußen irgendwo ein Plätzchen suchen?«

»Richtig! Außerhalb der Absperrung, aber ihr kommt mit in unsere Lounge.« Dann schiebt sie nach: »Ihr könnt auch außerhalb der Absperrung zu den Cafés, wie zum Beispiel das in der Schwimmbadkurve. Da fahren die Autos so nah vorbei, dass ihr sie beinahe anfassen könnt.«

»Zum Hafen können wir doch auch, oder?«, will meine Tochter wissen, was Maggie bestätigt.

»Lounge klingt doch super, Maggie, danke!«, erwidere ich heftig nickend, speziell in Benjis Richtung.

»Gern geschehen. Kommt mit. Ich habe die Crew schon informiert, wer ihr seid.«

Meine beste Freundin meint: »Super. Oder?«

»Weiß nicht, Ishani.«

Jetzt wissen dort alle, wer ich bin. Aber was solls.

Wir laufen Maggie nach, auch wenn immer wieder mal einer von uns ausscheren muss, weil manche Menschen einfach nicht darauf achten, wer ihnen entgegenkommt. Ishani hakt sich bei mir unter.

»Mann, ist das alles aufregend. So wild habe ich mir das echt nicht vorgestellt.«

»Warte mal, bis das Qualifying beginnt und du die Motoren hörst. Aber der Oberhammer ist, wenn du die Autos in echt an dir vorbeizischen siehst. Im Fernsehen sieht das nicht so wahnsinnig schnell aus, aber glaube mir, die Wirklichkeit wird dich umhauen.«

»Bin schon sehr gespannt, aber schade, dass du jetzt noch warten musst, bis du Jaxon sehen kannst.«

»Ja, ich werde ihm dann gleich texten.«

»Vielleicht kann Maggie ja einen Pass für dich organisieren, damit wenigstens du zu ihm kannst?«

Hm.

»Gute Idee. Äh, Maggie?«, rufe ich nach vorne.

Sie dreht sich um.

»Denkst du, es ist möglich, dass ich mal für eine Viertelstunde den ersten Pass haben kann? Das ist doch sicher einfacher, als gleich Pässe für alle zu besorgen, oder?«

Wenn Benjis Blicke töten könnten, wäre ich jetzt gegen die Stahlreling rechts von mir geknallt.

»Entschuldige«, fauche ich ihn gespielt ernst an. »Aber er ist immerhin mein Freund!«

Luc zupft an Benjis Hemd über dem Netz-Shirt, der enerviert meint: »Lass das, oder willst du es mir ausziehen?« Typisch für die beiden. Ich ignoriere die Szene und Benji wendet sich wieder mir zu. »Okay, okay, Queen. Ich verstehe dich ja. Aber ich hoffe, dass es dann wenigsten morgen mit den Pässen klappt.«

»Das wird es, keine Sorge«, beruhigt ihn Maggie, was dazu führt, dass über Benjis Gesicht wieder ein zufriedenes Lächeln huscht.

Irgendwie muss ihr Job recht anstrengend sein, geistert mir durch den Kopf. Möglicherweise ist es mit uns noch einfach, verglichen mit echten VIPs?

Ganz sicher sogar. Selbst Benji könnte ganz anders aufdrehen, wenn er in Fahrt ist, aber er hat sich zurückgehalten. Also für seine Verhältnisse. Ist auch gut so. Nicht, dass ich dann am Ende den Ruf der eingebildeten Zicke im Fahrerlager habe. Das wäre ja noch schöner! Mehr easy going als ich kann man nicht sein. Bilde ich mir zumindest ein, denn mir wäre auch ein Tarnumhang recht, der mich unsichtbar macht. Die Blicke der Menschen brauche ich nicht. Mir reicht es, wenn Jaxon mich aus seinen unfassbar faszinierenden blauen Augen ansieht und sie mir sagen, dass er mich liebt.

Kapitel 3

Tja, nun sitzen wir alle auf einen zweiten Lunch in der exklusiven Lounge von Maranetti-Racing mit Blick auf den Jachthafen und die Strecke. Ziemlich coole Sache.

Hier gibt es drei Decks, eines mit Pool, und jede Menge an Gratis-Essen und -Getränken. Die lassen sich das was kosten, ihre speziellen Gäste zu bewirten und zu bespaßen. Unten fährt gerade ein Typ mit einem BMX-Rad und führt Stunts neben dem Wasserbecken vor. Hammer!

Außer mir scheinen alle Hunger zu haben, und das, obwohl wir auf dem zweistündigen Flug von London nach Nizza ja auch etwas gegessen haben. Aber soll sein. In Kürze ist es hier vier Uhr nachmittags Ortszeit und das alles entscheidende Qualifying, der Kampf um die Poleposition, den ersten Platz in der Startaufstellung im morgigen Rennen, beginnt. Wir werden es uns hier am großen Bildschirm ansehen und hin und wieder auf die Strecke spähen.

Mein Grüppchen hat es sich in den Designer-Loungesesseln gemütlich gemacht. Ich bin zu nervös, stehe daher an der Glasbrüstung und sehe auf den grauen Asphalt hinunter. Es wird noch dauern, bis Jaxon an mir vorbeifährt, aber von hier aus werde ich ihn super sehen können. Unser Plätzchen hier ist perfekt.

Hm. Ich kann ihm ja schon mal texten.

›Juchuhhh! Wir haben es geschafft und sind an der Strecke!!! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, Darling! Bin ganz in deiner Nähe in eurer Lounge und deshalb spürst du sicher, dass ich dir einen Kuss rüber in die Garage schicke.‹

So. An Jaxon senden.

»Du schickst ihm eine WhatsApp, obwohl in nur fünf Minuten das Q1 startet?«, fragt Benji mich verwundert.

»Er kann es ja auch später lesen.«

»Q1 ist jetzt was genau?«, will Chandra wissen.

Bevor ich ihr beweisen kann, dass ich natürlich der volle Profi in Sachen Formula-Royale-Jargon bin, plappert Benji auch schon los. Seit ich letztes Jahr vor Weihnachten mit Jaxon zusammengekommen bin, zieht er sich zum Thema alles rein, was nur geht. Ich mag zwar Profi sein, aber er fühlt sich eindeutig als der absolute Experte unter uns.

»Das ist so, Chandra: Im ersten Qualifying haben sie achtzehn Minuten Zeit, ihre beste Runde zu fahren. Das ist Q1. Danach verbleiben die besten fünfzehn Fahrer für das Q2.«

»Okay. Verstanden.«

Luc hebt seinen Drink, verdreht die Augen und meint: »Du hast gefragt, Chandra. Mach dich auf einen Vortrag gefasst.«

Wir lachen alle und Chandra winkt ab. »Ist schon gut, mich interessiert es wirklich. Mom, dich auch, oder?«

Ishani nickt und nimmt genüsslich einen Schluck vom Kaffee. Nur Alkohol geht nicht, das hat selbst sie akzeptiert. Ishani wollte zur Feier des Tages sofort mit Alkohol auf unsere Mädels anstoßen, aber ich hab ihr vorgeschlagen, das später zu tun. Sonst sind wir angetrunken, bevor die Show hier losgeht.

Benji fährt fort: »Das will ich auch hoffen, Süße! Also weiter im Text: Im zweiten Segment haben sie fünfzehn Minuten Zeit und die zehn besten Fahrer kämpfen dann zwölf Minuten lang im Q3 um die Poleposition.«

»Das weiß ich: Das ist der erste Startplatz«, meldet Ishani, die ihm ebenfalls voller Interesse zuhört.

»Exakt! Auch P1 genannt. Der zweite Platz wäre dann Position zwei oder P2 und so weiter.«

Rosie grinst.

»Und? Alles gecheckt, Chandra?«

Sie nickt, wie auch ihre Mutter.

»Jap. Danke, Benji. Und jetzt, Rosie, können wir uns wieder auf die heißen Typen konzentrieren. Drehen wir mal eine Runde?«

»Moment, ich dachte, ihr beiden wärt fest vergeben?«, wirft Ishani ein.

Rosie kichert und Chandra meint lässig: »Mom, was in Monte-Carlo passiert, bleibt in Monte-Carlo.«

Gilt der Spruch, weil es auch hier ein berühmtes Casino gibt? Obwohl ich sehr schmunzeln muss, entgegne ich: »Gut, dass eure Jungs das nicht gehört haben.«

Sofort legt mir Benji einen Arm auf meinen.

»Schätzchen, die Prinzessinnen sind jung, haben quasi ihren Schulabschluss in der Tasche, dazu Ferien, und hier wimmelt es vor Testosteron. Und da sollen sie sich in keuschen Gedanken üben, oder was?« Bevor ich dazu komme, etwas zu entgegnen, fährt er fort. »Das wäre ja so, wie wenn du bei der Hitze in einem Eiscremeladen sitzt und alle verbieten dir, das Eis auch nur anzusehen.«

»Ansehen ja, aber nicht kosten!«, entgegnen Luc und ich gleichzeitig.

Die Mädels schütteln den Kopf.

»Mehr haben wir ja auch gar nicht vor«, erwidert meine Tochter.

---ENDE DER LESEPROBE---