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Willkommen in Berryfield, dem charmantesten Örtchen in den Adirondack Mountains! Als ihr das hektische Großstadtleben in New York zu viel wird, beschließt Emma kurzerhand, einen Neustart zu wagen: Sie zieht nach Berryfield, eine Kleinstadt in den Adirondack Mountains. Dort will sie eine Alpaka-Farm eröffnen. Aber gleich bei ihrer Ankunft gerät sie wegen eines Beinahe-Unfalls mit Noah, einem Sporttrainer aus Berryfield, heftig einander. Noah hält nicht viel von der Städterin, die das Experiment "Landleben" mit Sicherheit bald wieder abbrechen wird. Doch Emma ist anders als er dachte, und je besser die beiden sich kennenlernen, desto stärker werden Noahs Gefühle für sie. Aber es gibt einen weiteren Grund, aus dem Emma New York verlassen hat, und der droht, sie einzuholen …
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Seitenzahl: 372
Veröffentlichungsjahr: 2025
Isabell Bennett
Mountain Dreams 1
Roman
Als ihr das hektische Großstadtleben in New York zu viel wird, beschließt Emma kurzerhand, einen Neustart zu wagen: Sie zieht nach Berryfield, eine Kleinstadt in den Adirondack Mountains. Dort will sie eine Alpaka-Farm eröffnen. Aber gleich bei ihrer Ankunft gerät sie wegen eines Beinahe-Unfalls mit Noah, einem Sporttrainer aus Berryfield, heftig aneinander. Noah hält nicht viel von der Städterin, die das Experiment “Landleben” mit Sicherheit bald wieder abbrechen wird. Doch Emma ist anders als er dachte, und je besser die beiden sich kennenlernen, desto stärker werden Noahs Gefühle für sie. Aber es gibt einen weiteren Grund, aus dem Emma New York verlassen hat, und der droht, sie einzuholen …
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Isabell Bennett widmet sich dem Schreiben seit Jahren mit Herz und Seele, und hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht. Eines haben diese Bücher gemeinsam: Isabell schreibt für ihr Leben gern über die Liebe. Mit ihrer Hündin Skadi unternimmt sie oft lange Spaziergänge in der Natur und hat sich dabei in die Adirondack Mountains geträumt – und so ist das fiktive Örtchen Berryfield entstanden.
Auf Instagram findet ihr alles rund um Isabell und ihren (Schreib-)alltag unter @isabellmay.autorin.
Erschienen bei FISCHER E-Books
© 2024 Isabell Bennett
Für diese Ausgabe:
© 2024 S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstr. 114, 60596 Frankfurt am Main
Dieses Werk wurde vermittelt durch die Langenbuch & Weiß Literaturagentur.
Redaktion: Silke Reutler
Covergestaltung: www.buerosued.de
Coverabbildung: www.buerosued.de
ISBN 978-3-10-492043-6
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Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Emma
Der See glitzert zwischen den Bäumen hindurch, immer wieder kann ich an den dunklen Stämmen vorbei einen Blick darauf erhaschen. Mein Herz schlägt bei diesem Anblick höher.
Das ist es. Das ist mein neues Zuhause.
Was für ein verrückter, abgedrehter Gedanke. Er zaubert ein seltsames Gefühl in meinen Bauch, eine Mischung aus vorfreudigem Kribbeln und – schlicht und ergreifend – Übelkeit. Hastig kämpfe ich die Zweifel nieder, die in mir aufsteigen wollen. Zweifel sind das Allerletzte, was ich gerade brauche. Und angesichts der wunderschönen Umgebung fällt es mir zum Glück leicht, sie zu besiegen und alle negativen Gefühle zu vergessen.
Ich kurble das Fenster des altersschwachen Jeeps herunter, den ich extra für meinen Neustart gekauft habe. Ja, kurble. Neumodischen Luxus wie elektronische Fensterheber besitzt diese alte Karre nicht. Genau genommen besteht der neumodischste Luxus, über den das Auto verfügt, in vier Reifen und einem Lenkrad.
Und das ist so auch völlig in Ordnung. Für ein edles Statussymbol hätte ich ohnehin keine Verwendung, denke ich schulterzuckend. Nicht hier und jetzt in diesem neuen Leben. Was ich brauche, ist ein praktisches Gefährt, das mich von A nach B bringt und dabei nicht auseinanderfällt.
Was Letzteres betrifft, kann ich mir allerdings nicht hundertprozentig sicher sein. Als hätte er meine Gedanken gelesen, gibt der Jeep in dem Moment eine Art asthmatisches Husten von sich.
Ich verdrehe die Augen und tätschele das Lenkrad. »Ist gut, Ralph. Nur noch ein paar Kilometer, dann haben wir es geschafft. Dann kannst du dir deine wohlverdiente Pause gönnen.«
Ralph, das steht auf dem verblichenen Sticker, der vorne auf der Stoßstange klebt und den ich auch nicht mit Seifenlauge, einem rauen Schwamm und viel Geduld abbekommen habe. Er scheint mit diesem Auto verwachsen zu sein, und so war dann auch klar, wie die Karre heißen soll. Ein Auto zu fahren, dass keinen Namen hat, bringt Unglück, davon bin ich überzeugt.
Ralph ruckelt gehorsam weiter. Er ächzt von Zeit zu Zeit lautstark, als ich ihn über die kurvigen, teils steilen Straßen zwinge. aber tapfer kämpft er sich vorwärts. Darüber, ob er mich irgendwann im Stich lassen wird, kann ich mir Gedanken machen, wenn es tatsächlich soweit ist. Über ungelegte Eier will ich mir jetzt nicht den Kopf zerbrechen.
Warme Sommerluft strömt zum Fenster herein und trägt den Duft von Wald und Wiesen mit sich. Ein Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit, tief und genussvoll atme ich ein. Auf meinem linken Arm spüre ich die Sonnenstrahlen wie ein Streicheln auf meiner Haut. Ich strecke die Hand zum Seitenfenster hinaus, drehe sie im Fahrtwind hin und her und fühle mich, als könnte ich fliegen.
Als ich das Radio einschalte, dröhnt ein trommelfellzerfetzendes Gegröle aus den Boxen. Vielleicht werde ich noch herausfinden, wie man den Radiosender wechselt. Aber vielleicht zählt ein Radio, dass man einstellen kann, auch zu den neumodisch-luxuriösen Annehmlichkeiten, über die Ralph nicht verfügt. Aktuell ist alles, was ich auswählen kann, ein Heavy-Metal-Sender.
Keine Ahnung, was der Sänger da brüllt und kreischt, aber ich summe einfach gutgelaunt mit.
Die Navi-App meines Handys weist mir den Weg durch die atemberaubende Landschaft. Schier endlos sanft geschwungene, grüne Wiesen wechseln sich ab mit dunklen Wäldern, die so tief und dicht sind, dass sie wie verwunschene Orte aus einem Märchen wirken. Und über allem ragen die Berggipfel auf, schroff und karg zeichnen sie sich vor dem wolkenlosen Himmel ab; scharfe Konturen, wie mit einer Schere aus dem Blau geschnitten.
Noch einmal funkelt der See durch die Bäume, dann muss ich abbiegen und ihn hinter mir zurücklassen. Mein Ziel liegt nicht direkt am See, ich bin ja keine Millionärin. Berryfield ist eine Kleinstadt ein paar Kilometer von Lake Placid entfernt, in den Bergen versteckt.
So gut versteckt, dass die App Probleme hat, es zu finden. Immer wieder setzt sie aus. Ich klopfe mit dem Zeigefinger gegen das Display, als könnte ich sie so aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken, aber Pustekuchen. Vor lauter Überforderung ist sie einfach eingefroren, förmlich angsterstarrt.
»Anfänger«, brumme ich. Dann orientiere ich mich halt an den Schildern.
Hilfreich wäre es allerdings, wenn es davon ein paar mehr gäbe. Nicht nur welche, auf denen so was steht wie Achtung, hier kreuzen Elche, Füchse, Schwarzbären und Frösche die Fahrbahn, sondern gute, alte Wegweiser.
In der Hoffnung noch auf dem richtigen Weg zu sein, winde ich mich weiter durch die engen Kurven, wild entschlossen, mir die Laune nicht verhageln zu lassen. Wäre ja gelacht, wenn ich mein eigenes Zuhause nicht finden würde. Dass ich noch nie dort gewesen bin, nicht einmal für eine Besichtigung, sondern nur auf Grundlage einiger Fotos zugesagt und den Vertrag unterschrieben habe, verkompliziert die Sache nur unwesentlich. Wie kompliziert kann es schon sein, so eine Kleinstadt zu finden? So eine Ansammlung von Häusern übersieht man ja schließlich nur schwer, wenn man daran vorbeifährt.
Also juckele ich weiter, halte nach Ortsschildern Ausschau, staune über die Landschaft, summe leise und unmelodisch zum Metal-Krach aus dem Radio – und trete das Bremspedal im nächsten Moment bis zum Anschlag durch. Mein Körper reagiert von selbst, bevor ich überhaupt einen klaren Gedanken fassen kann.
Ein heftiger Ruck geht durch den Jeep, ich werde in den Gurt gepresst, so fest, dass mir der Atem wegbleibt. Mein erschrockener Aufschrei bleibt irgendwo zwischen Kehle und Mund stecken und geht im Quietschen der Reifen und Bremsen unter. Ein ohrenbetäubendes Hupen hinter mir geht mir durch Mark und Bein.
Oh, wow! Was genau war das? Schlagartig ist das Auto zum Stehen gekommen. Schwer atmend starre ich das kleine Wesen an, das plötzlich vor mir auf der Straße aufgetaucht ist.
Ein rundlicher Körper, flauschiges Fell. Still und starr kauert es auf dem Asphalt mitten auf der schmalen Fahrbahn. Seine dunklen Knopfaugen sind kugelrund, die Ohren flach am Kopf angelegt: ein Kaninchen.
Wieder dieses Hupen hinter mir, das mich zusammenzucken lässt. Aber mir ist der Schreck in die Knochen gefahren, meine Finger haben sich um das Lenkrad gekrampft, als hätten sie ein Eigenleben, und ich schaffe es nicht, meinen Blick vom zitternden Kaninchen loszureißen. Mein ganzer Körper kribbelt vor Schreck, bis in die Fingerspitzen und die Kopfhaut.
Eine Autotür wird aufgerissen und zugeknallt, Schritte knirschen über den Asphalt, ich kann es durchs offene Fenster hören. Jemand klopft energisch auf das Dach meines Jeeps, ein Schatten fällt auf mein Gesicht.
»Bist du komplett wahnsinnig? Was war denn das für eine Aktion? Herrgott, ich wär dir fast reingefahren.«
Die grobe Stimme reißt mich aus meiner Schockstarre, in die ich ebenso wie das Kaninchen verfallen bin. Ich funkle angriffslustig aus dem offenen Fenster und reiße die Tür dann einfach ohne Vorwarnung auf, so dass der Kerl zurückspringen muss, um nicht umgestoßen zu werden.
Ich beachte ihn gar nicht, sondern habe meinen Blick auf das Tier gerichtet, das immer noch seltsam lethargisch auf der Fahrbahn hockt. Da stimmt doch was nicht. Wäre ein Wildtier nicht längst geflohen? Nicht, dass ich anerkannte Spezialistin auf dem Gebiet der Wald- und Wiesentiere wäre, auf den Straßen New Yorks findet man durchaus die ein oder andere Ratte, aber wilde Kaninchen doch eher nicht. Aber so ein Verhalten erscheint mir total ungewöhnlich.
Langsam gehe ich auf das Tier zu, das sich gar nicht bewegt, sich höchstens noch etwas kleiner zusammenkauert, und dessen Kulleraugen starr ins Leere schauen. Ist es verletzt? Es ist schwer zu sagen, aber mir scheint es so, als wäre da ein nass glänzender, dunkler Fleck im hellen Fell. Ganz langsam, um das Tier nicht noch mehr zu erschrecken, nähere ich mich.
»Ihr Urlauber werdet auch von Jahr zu Jahr verrückter. Bekommt euch die Höhenluft nicht?«, knurrt der Mann, der neben mir herstapft. Das Tier hat er noch gar nicht bemerkt, weil er so damit beschäftigt ist, sich über mich aufzuregen. »Fährst du jetzt dein Auto weg, oder soll das ein Dauerparkplatz werden? Sonst gibt’s gleich einen Unfall. Wär ja gerade schon fast passiert. Hab ja nur so eben noch bremsen können.«
»Ist doch gut gegangen, oder?« Ich werfe ihm nur einen kurzen, verächtlichen Blick von der Seite zu. »Übrigens habe ich nicht grundlos gebremst, auch wenn du grober Klotz vielleicht aus irgendeinem Grund der Meinung bist, das wäre so was wie mein Hobby. Ich wollte einfach nicht dieses arme Kaninchen plattfahren.«
Jetzt erst fällt es ihm auf. Sein Tonfall wird weicher, eine Spur zumindest. »Hm. Trotzdem macht man keine Vollbremsung, wenn ein Tier über die Straße läuft. Lernt man doch schon in der Fahrschule. Hier zumindest. Vielleicht ist das in …«, er dreht den Kopf, schielt auf mein Nummernschild, »in New York anders, vielleicht lernt man da ja, wie man am effektivsten zu einer Gefahr für den Straßenverkehr wird.«
Entwaffnend strahle ich ihn an. »Also, ich habe jedenfalls gelernt, dass man kein Arschloch sein, keine Lebewesen überfahren und das Leben achten soll.«
»Das gilt aber auch für dein eigenes und das der anderen«, brummt er, doch jetzt ist jede Spur von Härte aus seiner Stimme verschwunden.
Während ich noch überlege, wie ich das Tier am besten untersuchen oder hochheben könnte, ohne einen Biss zu riskieren, ist er schon in Aktion getreten. Er hat sich neben das Kaninchen gekniet und hebt es jetzt ganz behutsam hoch, viel sanfter, als ich es ihm zugetraut hätte, nachdem er mich so angepampt hat.
Jetzt schaue ich ihn zum ersten Mal richtig an. Er ist ungefähr in meinem Alter, ein paar Jahre älter vielleicht, ist großgewachsen und breitschultrig. Die Ärmel des graugrün-melierten Langarmshirts hat er bis zu den Ellenbogen hochgeschoben, der Farbton greift das Grün seiner Augen fast perfekt auf. Braune Locken ringeln sich um seinen Kopf und fallen ihm in die Stirn. Den Bart trägt er für meinen Geschmack zu lang, eher eine Woche als drei Tage, ich stehe mehr auf glattrasierte Männerwangen. Er hat die Art von Bräune, die man nicht im Solarium, sondern von viel Zeit unter freiem Himmel bekommt. Er trägt dunkle Jeans und Wanderschuhe.
Ein Naturbursche, schlussfolgere ich. Davon werde ich hier wohl so einige antreffen, denke ich, und ich möchte wetten, die meisten sind freundlicher als dieser Typ hier.
Ich räuspere mich. »Wir müssen es zu einem Tierarzt bringen.«
Behutsam hält er das Kaninchen auf dem Arm, ohne sich darum zu kümmern, dass dunkles Blut auf sein Shirt tropft. Verdammt, mein erster Eindruck war richtig: Das arme Tier ist wirklich verletzt. Lethargisch lässt es alles über sich ergehen und macht keine Anstalten, sich zu wehren oder vom Arm springen zu wollen.
»Wir machen gar nichts. Ich kümmere mich darum. Versuch auf dem Weg zu deinem Hotel oder deiner Insta-Foto-Location oder wo du sonst hin unterwegs bist, keinen Verkehrsunfall zu provozieren.«
Ich spare mir die Erklärung, dass ich nicht als Urlauberin hier bin. Das geht ihn nichts an, außerdem würde es ihn mit Sicherheit gar nicht interessieren. Bleibt zu hoffen, dass sich unsere Wege hier in den Adirondacks, die offenbar sein Zuhause sind – und jetzt auch meins –, nicht noch einmal kreuzen. Weitläufig genug ist die Region jedenfalls.
Und wenn schon. Von grummeligen Kerlen, die mich dumm von der Seite anmachen, lasse ich mir den Tag nicht verderben. Mit solchen Leuten hatte ich in der Großstadt Tag für Tag zur Genüge zu tun. Wenn man sechsundzwanzig Jahre in New York überlebt hat, schockt einen so ein random Idiot nicht.
Also schenke ich ihm mein schönstes Lächeln, streichle dem lethargischen Kaninchen zum Abschied ganz vorsichtig mit der Spitze meines Zeigefingers übers Köpfchen – wobei ich dem Mann näherkommen muss, als mir eigentlich lieb ist – und steige in mein Auto. Nach dem dritten Versuch springt Ralph hustend an, setzt sich ruckelnd in Bewegung, während das Radio ohrenbetäubende Heavy-Metal-Klänge in die Welt hinausplärrt.
Für eine Weile sehe ich den Landrover des Kaninchen-Mannes im Rückspiegel und spiele nur ein klitzekleines bisschen mit dem Gedanken, voll auf die Bremse zu treten, um ihn zu ärgern. Mache ich natürlich nicht, immerhin bin ich nicht wahnsinnig und will tatsächlich keinen Unfall riskieren, auch wenn der Typ anders von mir denkt. Idiot. Und nicht zuletzt will ich nicht, dass das arme Tier quer durch sein Auto fliegt, wenn er meinetwegen abrupt abbremsen muss.
Ein Stück fährt er noch hinter mir her, dann biegt er ab. Vor mir taucht ein Ortsschild auf: Berryfield. Mein Herz schlägt einen Purzelbaum. Ich strecke den linken Arm wieder in den Sonnenschein hinaus, auf meinem Gesicht ein breites, seliges Lächeln. Ich habe es geschafft, ich bin fast am Ziel.
Noah
Das dunkle Holzhaus liegt am Waldrand. Es fügt sich in die Landschaft ein, so als wäre es ein Teil von ihr, schon immer gewesen, als hätte es seinen Ursprung in der Natur und wäre nichts von Menschenhand Geschaffenes. Einst haben rote und orangefarbene Geranien von den Balkonen des Hauses geleuchtet, das von einem Garten mit gepflegten Beeten und üppigen Stauden umgeben war. Aber das ist schon lange nicht mehr so. Jetzt kriecht der Wald mit jedem Jahr näher und verleiht dem Haus etwas Wildes, aber auch Romantisches.
Kies knirscht unter den Reifen, als ich den Landrover vor dem Haus parke.
»Alles gut, Kleines«, murmle ich beruhigend und hebe das Kaninchen wieder auf meine Arme, das in eine Jacke gewickelt auf dem Beifahrersitz gelegen hat.
Im Flur liegen schmutzige Schuhe herum – Sport- und Wanderschuhe sowie feste Schnürstiefel. Niemand kümmert sich wirklich darum, hier im Haus Ordnung zu halten. Alle paar Wochen oder Monate reißt Samuel der Geduldsfaden und er poltert los, dass hier endlich aufgeräumt werden müsse, weil man keine drei Schritte durchs Haus gehen könne, ohne über Gerümpel zu stolpern, und weil die Ameisen sonst bald eine Fressparty zwischen den Pizzakartons feiern würden. Dann krempeln wir alle drei die Ärmel hoch, um klar Schiff zu machen, nur um ein paar Tage später wieder im Chaos zu versinken.
Vielleicht bleibt das in einer Junggesellen-WG dreier Brüder, von denen keiner mit einem nennenswerten Ordnungssinn gesegnet ist, einfach nicht aus.
Aus dem Garten schallen Gelächter und Gebell herüber.
»Keine Sorge, der Hund tut dir nichts. Dafür sorge ich«, sage ich leise. Das Kaninchen drückt sich fester in meinen Arm und vergräbt sein Köpfchen. Mein Herz zieht sich zusammen. Ich hoffe inständig, dass mein ältester Bruder dem Tier helfen kann.
Garten ist eine zu hochtrabende Bezeichnung für das Rasenstück hinter dem Haus, das an den Wald grenzt und auf dem neben einem Haufen Feuerholz, einem Grill und einer Stange mit einem alten, windschiefen Basketballkorb noch ein paar Gartenstühle und ein großer Tisch stehen.
An diesem Tisch brütet mein älterer Bruder Samuel über einigen Unterlagen, die vermutlich seine Tierarztpraxis betreffen, die er im Erdgeschoss des Hauses eingerichtet hat. Hudson, der Jüngste von uns dreien, steht barfuß und mit hochgekrempelten Jeans auf dem Rasen, während Samuels Irischer Wolfshund Fionn um ihn herumspringt. Wenn der riesige Hund, der eigentlich eher ein ruhiges Gemüt hat, auf Touren kommt, ist das wahrhaft ein beeindruckender Anblick.
Samuel runzelt die Stirn und wirft Hudson und Fionn immer wieder strenge Blicke zu. Offensichtlich fällt es ihm schwer, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, während Hudson sein Bestes gibt, dem großen Hund ein paar Tricks beizubringen. Aber wenn man genau hinschaut, bemerkt man das amüsierte Zucken um Samuels Mundwinkel, das den strengen Blick Lügen straft.
»Perfekt, Fionn! Und jetzt die andere Pfote. Wir beide schaffen es noch in den Zirkus.« Lachend belohnt Hudson den Hund mit einem Leckerchen, das Fionn mit einem Happs verschlingt.
Samuel schnauft. »Setz dem armen Kerl keine Flausen in den Kopf. Du weißt, wie sensibel er ist. Wenn ihm irgendwann klar wird, dass er seinen Zirkustraum niemals verwirklichen wird, ist er am Boden zerstört. Und übrigens, wie wär’s, wenn du dir ein Hemd anziehst? Hier sind nirgends hübsche Frauen, die du mit deinen Muskeln beeindrucken kannst.«
Hudson spitzt seine Lippen zu einem Kussmund. »Vielleicht reicht es mir ja schon, meinen grummeligen, alten Bruder neidisch zu machen«, flötet er. »Du könntest auch mal wieder trainieren, die viele Arbeit im Sitzen macht sich schon in deiner Haltung bemerkbar.«
Was glatt gelogen ist. Wir Brüder sind allesamt breitschultrig und gut trainiert, was wir der vielen Bewegung an der frischen Luft verdanken. Samuel ist der Einzige von uns, der seine berufliche Erfüllung nicht im Sport gefunden hat, sondern in der Tiermedizin. Doch auch die Arbeit als Tierarzt ist alles andere als ein Schreibtischjob, der einem schmächtige Arme und einen Rundrücken einbringt – schon gar nicht hier auf dem Land, wo man auch immer wieder zu Großvieh gerufen wird, wenn der Kollege, der sich darauf spezialisiert hat, nicht verfügbar ist.
Hudson und Samuel unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Während bei Samuel der dunkle Bart und die schwarzen Haare die etwas düstere Ausstrahlung unterstreichen, ist der blonde Hudson der reinste Sonnyboy. Ich finde, manchmal ist er etwas zu stolz darauf, dass er mit seinem Lächeln die Herzen der Urlauberinnen, die bei ihm Sportkurse buchen, reihenweise zum Schmelzen bringt.
Und ich? Ich bin irgendwo dazwischen. Habe weder die dunklen Haare und Augen unseres Vaters, so wie Samuel, noch die weizenblonde Mähne und die blauen Augen unserer Mutter. Manchmal scherzen meine Brüder, ich sei im besten Fall adoptiert oder gefunden worden oder aber das Ergebnis eines Ausrutschers.
»Ich unterbreche euren heißen Flirt ja nur ungern, aber hier ist noch etwas Wichtiges zu tun«, mache ich mich bemerkbar.
Hudson grinst mir entgegen und lässt die restlichen Leckerchen einfach in Fionns aufgerissenes Maul fallen. »Da bist du ja! Na, wie waren die Mädels? Hübsch?«
Ich bin am Nachmittag mit einer Gruppe von Urlauberinnen unterwegs gewesen, die bei mir eine geführte Wanderung gebucht haben. Ich habe ihnen einige herrliche Routen und Aussichtspunkte in den Bergen rund um den See gezeigt. Habe geduldig gewartet, wenn sie sich gegenseitig für ihre Instagram-Accounts fotografiert haben, und ihre aufdringlichen Flirtversuche stoisch-freundlich an mir abperlen lassen.
Samuel schnauft leise. »Hudson, nicht jeder findet seinen Lebensinhalt darin, alles anzubaggern, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.«
Ich ignoriere den knurrigen Einwurf meines älteren Bruders. »Die Wanderung war gut, aber auf der Rückfahrt hat dieses arme Ding hier auf der Straße gehockt. Die Autofahrerin vor mir hätte es beinahe überfahren. Samuel, kannst du dir es mal anschauen?«
Samuel reagiert sofort, lässt seinen Kugelschreiber fallen und nimmt das Kaninchen entgegen. Nach wie vor unternimmt das Tier keinerlei Versuch, sich zu wehren, sondern kauert weiterhin nur apathisch in der Jacke, in die ich es gewickelt habe.
Und es rührt sich noch immer nicht, als es sich wenige Minuten später auf dem Behandlungstisch in der Praxis befindet und von grellem Licht beschienen wird.
»Ein Biss, wahrscheinlich von einem Fuchs oder einem streunenden Hund«, stellt Samuel fest. »Das Kleine wird durchkommen, aber die Wunde muss dringend genäht werden.«
»Können wir dir helfen?«, bietet Hudson sofort an.
»Bloß nicht. So zappelig wie ihr seid, macht ihr mich nur nervös. Ich mach das lieber allein.«
Hudson verdreht die Augen. »Na dann. Wir warten draußen.« Er packt mich am Ärmel und zieht mich mit sich aus dem Behandlungsraum.
Wir lehnen beide an der Wand.
Jetzt erst komme ich dazu, richtig durchzuatmen. Irgendwie kommt es mir plötzlich vor, als hätte ich seit der Begegnung mit der Frau im Jeep unwillkürlich die Luft angehalten.
»Das Kaninchen hat verdammtes Glück, dass es noch lebt. Erst der Fuchs oder Hund und dann hockte es auch noch mitten auf der Straße und wäre fast plattgefahren worden.«
»Und verdammtes Glück, dass es da gehockt hat. Sonst hättest du es ja nie entdeckt.«
»Genau genommen hab nicht ich es entdeckt, sondern die Frau vor mir. Die hat einfach eine Vollbremsung hingelegt.«
Hudson lacht. »Hättest du doch genauso gemacht.«
Ich nicke widerwillig. »Stimmt. Aber ist trotzdem dumm. Ich hab sie danach auch ziemlich angeschnauzt«, gestehe ich. »Hab gefragt, was ihr denn einfiele, so plötzlich zu bremsen, und gesagt, dass sie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. So was halt.«
»Mein Bruder. Charmant wie immer.« Tadelnd schnalzt Hudson mit der Zunge.
»Ich hab mich erschreckt, okay?«, verteidige ich mich. »Ich meine, die hat ohne Vorwarnung voll abgebremst! Ich war direkt hinter ihr. Bin im letzten Moment zum Stehen gekommen, sonst wäre ich ihr draufgeknallt, und dann wäre das alles vielleicht ganz übel ausgegangen. Nicht nur für mich, auch für sie.«
»Weil du zu schnell unterwegs warst?«, fragt Hudson mit Unschuldsmiene.
»Dein Glück, dass die Zeiten vorbei sind, in denen wir uns wegen jeder Kleinigkeit geprügelt haben. Vor zehn, fünfzehn Jahren hätte ich dir dafür eine verpasst.« Ich muss grinsen. Leiser füge ich hinzu: »Ich kenne die Straßen halt in- und auswendig. Kann doch nicht damit rechnen, dass eine Touristin so einen Stunt aufführt. Aber ja, du hast recht.«
»Hoffentlich hast du sie damit nicht vergrault. Wie ich deine charmante Art kenne, ist die arme Frau voller Panik sofort ins Hotel, hat ihre Koffer gepackt und ist abgereist, nur um ja nie wieder so einem grimmigen Waldschrat wie dir zu begegnen.«
»Ja, ja, ist ja gut. Die Botschaft ist angekommen.«
Fionn stupst mit dem Kopf gegen meine Hüfte. Nachdenklich kraule ich dem Hund den Kopf. Mit dem drahtigen, grauen Fell und dem Bärtchen um die Schnauze hat der Wolfshund als Welpe schon ein bisschen wie ein Opa ausgesehen.
Ja, ich weiß, ich habe überreagiert. Ich brauche keinen Hudson, der mir das unter die Nase reibt. Im Nachhinein ist es mir verdammt unangenehm, dass ich die Frau so angegangen bin, die es nur gut gemeint hat. Der Schreck hat mich so aus der Haut fahren lassen.
Aber zumindest war sie um keine Antwort verlegen. Ihre dunklen Augen haben mich nicht erschrocken angeschaut, eher empört und vielleicht sogar etwas spöttisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie – wie Hudson ausgeführt hat – schwer traumatisiert und für immer von hier verjagt habe, schätze ich also gering ein.
Hudson starrt mich an.
»Was?«, frage ich ungeduldig.
Das breite Grinsen gräbt Grübchen in seine Wangen, wie zwei Kommata links und rechts von seinem Mund. Das einzige Merkmal meiner Mutter, das sie an uns alle drei vererbt hat.
»Sie hat dir gefallen, oder?«
»Was?« Ich verschlucke mich fast an meiner eigenen Atemluft. »Blödsinn. Ich hatte eine Auseinandersetzung mit ihr, mehr nicht. Nicht jeder findet seinen Lebensinhalt darin, alles anzubaggern, was nicht bei drei auf den Bäumen ist«, wiederhole ich Samuels Worte.
Entwaffnend hebt Hudson die Hände. »Schon gut. Ich dachte ja nur. Du hattest so was in der Stimme.«
Aber ich bin noch nicht fertig. »Abgesehen davon, dass sie nicht Auto fahren kann, ist sie auch gar nicht mein Typ. So ein Stadtmädchen eben. Von denen habe ich für dieses Leben genug.«
»Typ Businessfrau?«, hakt er viel zu neugierig nach.
»Typ Freizeithippie«, korrigiere ich. »Mit so einem albernen Blumenrock. Die blonden Haare geflochten. Bildet sich bestimmt ein, sie wäre der Natur unheimlich nah, wenn sie hier auf dem Land Urlaub macht. Und kriegt dann einen Nervenzusammenbruch, wenn das Wetter mal nicht alles nach sonnigem Märchenland aussehen lässt, sondern sich von seiner raueren Seite zeigt.«
»Dafür, dass du sie nur kurz von der Seite angepflaumt hast und dich sonst kein bisschen für sie interessierst, hast du dir aber eine sehr klare Meinung über sie gebildet«, merkt Hudson süffisant an. Seine blauen Augen funkeln amüsiert. »Und eine ziemlich große Schublade aufgemacht, um sie darin zu verstauen. Wirkt auf mich so, als hätte sie doch ganz schön Eindruck auf dich gemacht.«
»Du spielst mit deinem Leben.«
»Schon gut, schon gut. Ich bin ja kein Profi. Was weiß ich also schon?« Immer noch grinsend, schnappt er sich Fionn und flieht mit ihm in Richtung Küche. Wenige Momente später höre ich das Piepsen der Mikrowelle.
Eindruck hinterlassen – von wegen! Aufgeregt hat sie mich. Vielleicht auch gerade wegen der selbstbewussten Art, mit der sie mir Paroli geboten und mich hat auflaufen lassen. Ihr Verhalten ringt mir wider Willen Respekt ab, aber vor allem hat sie mich, na ja, aufgeregt.
Und trotzdem. Trotzdem tut es mir leid. Trotzdem war es ein richtiger Arschloch-Move von mir.
Fast hoffe ich, ihr noch einmal über den Weg zu laufen, um mich entschuldigen zu können. Aber nur fast.
Emma
Das ist es, mein Haus.
Der Wind bläht meinen langen, geblümten Flatterrock mit dem Blumenmuster wie ein Segel auf und zupft Strähnen aus meinem blonden Flechtzopf, der ohnehin nur noch an den Haarspitzen vom runtergerutschten Haargummi gehalten wird. Der Knoten, mit dem ich meinem verwaschenen Shirt in der Taille etwas Form gegeben habe, hängt schief.
Aber das alles spielt keine Rolle. Ich bemühe mich nicht, mein Erscheinungsbild in irgendeiner Weise in Ordnung zu bringen. Ich stehe einfach nur da und staune.
Es ist wunderschön. Alt und, offen gestanden, heruntergekommen, aber wunderschön. Ein großes, altes Farmhaus, umgeben von sanft geschwungenen, grünen Wiesen, die von Wäldern und in weiter Ferne von steilen Bergen begrenzt werden. Der Wind streicht über das Gras und lässt es sacht wogen, wie einen grünen Ozean.
Die Ruhe erschlägt mich fast. Ohne Motorengeräusch und ohne Heavy-Metal-Musik merke ich erst, wie still es hier ist – da ist nur das Rauschen des Windes, das Zirpen der Grillen und mein eigener Atem. Die Abwesenheit von Straßenlärm und Stimmengewirr, dem ständigen Hintergrundrauschen der Großstadt, dröhnt in meinen Ohren.
Ich versuche diese gigantische Stille, überhaupt alles zu begreifen – ich bin wirklich hier, und das hier ist tatsächlich mein Haus und mein Grundstück, dessen Grenzen ich erst noch genauer erforschen muss. Sogar der Stall, den ich weiter hinten sehe, gehört mir. Die Vorstellung ist überwältigend. Jeder meiner Atemzüge ist gierig. Ich sauge so viel von der frischen Luft in mir auf, dass meine Lunge fast platzt.
Das hier ist genau der Neustart, den ich mir ersehnt habe. Das ist alles, was ich will und brauche.
Mein Herz schlägt so wild, dass mir ganz schwindelig ist. Ich kann es kaum erwarten – all das, was jetzt kommt und auf mich wartet. Der morgige Tag, an dem ich anfangen kann, meine Pläne in die Tat umzusetzen, und alle Tage danach. Ich habe so viel vor, habe mir so vieles ausgemalt und vorgenommen, und die Vorfreude macht mich ganz kribbelig.
Allmählich sinkt die Sonne, die Schatten der Bäume und Berge werden länger und legen sich über die Wiese. Im warmen, rötlichen Licht ist mein Haus noch schöner, die Schatten überdecken jetzt auch die bröckelnde Fassade und das löchrige Dach.
Ich kann mich von diesem Anblick gar nicht losreißen, und wahrscheinlich brauche ich noch ewig, bis der Fakt in mein Bewusstsein durchgedrungen ist, dass dieser fremde Ort, den ich nur von den Fotos und der Beschreibung in der Makleranzeige kenne, jetzt mein Zuhause ist. Aber allmählich wird es hier draußen kalt, ich beginne zu frösteln. Also zerre ich meinen übervollen Koffer aus Ralphs Kofferraum und schleppe ihn zur Haustür.
Jedes Haus hat einen Charakter, eine Persönlichkeit. Und jedes Haus hat einen ganz eigenen Geruch, der ihm anhaftet und zu ihm gehört, so wie jeder Mensch einen Körpergeruch hat, der ihn unverwechselbar macht.
Mein Haus riecht nach Tee und auf verwirrende Weise nach Meer, obwohl es in alle Himmelsrichtungen unendlich weit bis zur Küste ist. Kein Ozean weit und breit, nur in der Luft und im Holz dieses Hauses lebt er.
Langsam, wie von unsichtbaren Fäden gezogen, gehe ich von Raum zu Raum. Stehe barfuß auf den Holzdielen, spüre sie unter meinen Sohlen und höre ihr Knarzen, als ich mein Gewicht verlagere. Ich befühle die fadenscheinigen Vorhänge, die bestimmt einmal weiß gewesen sind, aber inzwischen einen schmutzig gelben Farbton angenommen haben. Ich lasse meine Fingerspitzen über die lackierten Türrahmen gleiten, von denen die Farbe abgeplatzt ist, über die rauen Tapeten, bei denen ein neuer Anstrich nichts bringt und die ich deshalb entfernen werde.
Ich muss alles anfassen, mit meinen eigenen Händen spüren, weil ich immer noch nicht so ganz glauben kann, dass ich von jetzt an hier leben werde. Die Möbel und Wände zu berühren, hilft mir, den Gedanken realer werden zu lassen.
Hier muss so vieles gemacht, erledigt, ersetzt, renoviert werden. Aber davor scheue ich mich nicht, im Gegenteil. Ich freue mich auf jeden Handgriff, den ich hier machen werde, auch wenn ich jetzt schon ahne, dass ich in manchen Momenten dennoch fluchen werde. Ich kann es kaum erwarten, dieses Haus Stück für Stück zu neuem Leben zu erwecken und ihm meine eigene Note zu verleihen.
In der Küche finde ich einen alten Teekessel und sogar eine Blechdose mit losem Schwarztee, an dem ich skeptisch schnuppere, der aber noch gut und aromatisch riecht. Der Wasserhahn quietscht, als ich ihn aufdrehe, und ich lasse das Wasser zur Sicherheit eine Weile laufen, weil ich nicht genau weiß, wann die Vorbesitzer ausgezogen sind und wie lange es folglich in der Leitung gestanden hat. Als der Duft von frisch aufgebrühtem Tee die Küche erfüllt, seufze ich genussvoll.
Viele Möbel haben die Leute, die vorher hier gewohnt haben, einfach dagelassen, aber die meisten davon werde ich nicht behalten, das weiß ich jetzt schon. Von der Decke, die auf dem Sofa liegt, wirbelt eine Staubwolke auf, als ich sie mit spitzen Fingern hochhebe. Ich muss husten. Egal. Ich habe Vorkehrungen getroffen und meine eigene Kuscheldecke, die ich zum Glücklichsein brauche, mitgebracht, mit der ich es mir jetzt auf einer der breiten Fensterbänke gemütlich mache. In meinen Händen halte ich die Teetasse, mit meinem Rücken und meinem Kopf lehne ich an der Fensterlaibung.
Es waren eine lange Fahrt und ein anstrengender Tag. Überhaupt waren die letzten Wochen und Monate unglaublich kräftezehrend, was ich immer zu verdrängen geschafft habe, weil ich mir keinen Moment der Schwäche erlauben durfte und einfach weitermachen musste. Jetzt befällt mich eine bleierne Müdigkeit.
Draußen ist die Sonne mittlerweile untergegangen. Im blassen Licht des Mondes erkenne ich grobe Umrisse, den Stall, die hölzernen Zäune, Bäume, deren Äste sich sachte im Abendwind wiegen. Die Berge, schwarze Scherenschnitte vor dem tiefen, dunklen Blau des Himmels.
Und dann stiehlt er sich in meine Gedanken – der Kerl, der mich heute so unfreundlich angepflaumt hat. Unmöglich ist das gewesen.
Aber da war noch etwas anderes. Die Sorge in seinem Blick, als er das verletzte Kaninchen bemerkt hat. Und wie vorsichtig er das kleine Tier hochgehoben hat, obwohl er es doch schulterzuckend seinem Schicksal hätte überlassen können. Ganz offensichtlich kann er also auch anders. Er ist er ein grober Klotz, aber halt nicht nur.
Und er hat ja nicht ganz unrecht gehabt, wispert eine Stimme in meinem Hinterkopf, die ich gern zum Schweigen gebracht hätte. Es war eine dumme Aktion gewesen, einfach das Bremspedal durchzutreten, ohne zumindest kurz in den Rückspiegel zu schauen. Eine Kurzschlussreaktion, ein Reflex. Kann ich es dem Mann verübeln, dass er sich aufgeregt hat, weil ich ihn in eine gefährliche Situation gebracht habe?
Und warum mache ich mir überhaupt so viele Gedanken um ihn? Nur eine Zufallsbegegnung, nur ein winziger Moment, der schon der Vergangenheit angehört. Ein Treffen ohne Bedeutung mit einem Mann ohne Bedeutung. Nichts, was für mich oder in meinem Leben irgendeine Rolle spielt. Ich habe eine Menge zu tun, es gibt viele wichtige Dinge, um die ich mich in nächster Zeit kümmern muss und für die ich meine ganze Aufmerksamkeit brauche.
Und trotzdem kehrt der Mann erneut in meine Gedanken zurück, trotzdem sehe ich seine Locken und seine grünen Augen noch für einen winzigen Moment vor mir, als ich meine Decke auf dem staubigen Bett ausbreite, mich darauf lege und erschöpft innerhalb weniger Augenblicke eingeschlafen bin.
Emma
So eine alte Farm auf Vordermann zu bringen, ist ein verdammtes Stück Arbeit.
Okay, das ist jetzt keine bahnbrechende Erkenntnis. So was weiß man vorher, und mir war das auch absolut klar. Ich habe nichts dagegen, mir die Hände schmutzig zu machen. Freue mich sogar, mal etwas zu tun, bei dem ich nicht nur auf dem Bürostuhl sitze und mit E-Mails, Anrufen und Akten jongliere, bis mir vor lauter Stress mein Brustkorb ganz eng wird und mir das Atmen schwerfällt. Es tut auf seltsame Weise gut, draußen an der frischen Luft zu sein und schweren Kram von A nach B zu schleppen, morsche Holzzäune abzureißen und das alte, modrige Stroh aus den Stallboxen raus zu schaffen. Man erfreut sich an dem, was man geschafft hat, anstatt sich davor zu fürchten, von einem immer höher wachsenden Aktenstapel erschlagen zu werden.
Morgen muss ich dringend in den Baumarkt und mich eindecken. Mit Werkzeug, Farben – wahrscheinlich mit so ziemlich allem, was der nächstgelegene Baumarkt zu bieten hat. Ich werde mich einmal quer durchs Sortiment arbeiten, so wie ich das früher immer mit der Speisekarte in meinem Lieblingscafé gemacht habe.
Aber heute Abend mache ich das nicht mehr.
»Jetzt ist Feierabend«, plappere ich vor mich hin und werfe die Arbeitshandschuhe in die Ecke.
Das mit den Selbstgesprächen muss ich im Blick behalten. Ich kenne hier keinen Menschen, bin den ganzen Tag allein auf meiner Farm. Offenbar hat mein Unterbewusstsein schon gleich am ersten Tag beschlossen, dass ein Gesprächspartner her muss – und hat in Ermangelung von Alternativen mich selbst für diese Rolle ausgewählt.
Es gibt zweifellos schlechtere Gegenüber. Trotzdem beschließe ich, dass ich mal wieder unter Menschen muss. Und warum sollte ich nicht direkt heute anfangen, irgendwie Anschluss zu finden?
Bei meinen Einkaufsfahrten durch Berryfield ist mir das Schild eines Pubs aufgefallen. Die perfekte Location für heute Abend. Beschwingt von der Aussicht, heute auszugehen, wasche ich unter Dusche nicht nur den Schweiß, sondern auch den Stallgeruch ab. Dann räume ich endlich sämtliche Klamotten aus meinem riesigen Koffer in den Kleiderschrank, ein Massivholzungetüm mit geschnitzten Verzierungen, das mich vage an Madame de la Grande Bouche, den lebenden Schrank aus Die Schöne und das Biest erinnert.
Meine ganzen Businesskostümchen und Hosenanzüge habe ich vor meiner Abfahrt noch in New York der nächstbesten Altkleidersammlung vermacht und mich gefreut, sie nie wieder anziehen zu müssen. Mein neues Outfit, das sich wie eine zweite Haut anfühlt, sind weite Röcke, flatternde Hippiekleider, lockere Shirts und Tops und höchstens mal eine Jeans. Das, was ich auch in New York immer angezogen habe, sobald ich vom Büro nach Hause gekommen bin und mir endlich die unbequeme Businesskleidung vom Leib reißen konnte.
Aber ein paar meiner Partykleider haben meiner wilden Ausmistwut getrotzt und es mit nach Berryfield geschafft. Und jetzt gleich am zweiten Abend kriegt eins von ihnen die Gelegenheit, mit mir auszugehen und zu feiern. Schief pfeifend werfe ich mich in Schale, ziehe ein absurd kurzes und enges Kleid an – dunkelgrün schimmernd wie Pfauenfedern – und male mir die Lippen mit nudefarbenem Lippenstift an. Fönfrisuren sind echt nicht meine Stärke, aber heute gebe ich mir größte Mühe, etwas Volumen in mein Haar zu zaubern. Es ist immerhin meine erste Partynacht in Berryfield. Ich werde Leute sehen, die sich hier herumtreiben und hier wohnen. Und der erste Eindruck zählt.
Ich bin hoffnungslos overdressed. So verdammt overdressed wie noch nie in meinem Leben, wie ein glänzender Pfau inmitten einer Schar von Hühnern.
Nicht, dass die Leute, die hier im Oak & Ivy abhängen, gammelig oder ungepflegt wären. Ich sehe Jeans, Flanellhemden, Sweatshirts. Ganz entspannte Freizeitklamotten. Und da bin ich in meinem glänzenden, überhaupt nicht entspannten Partykleidchen, sitze verkrampft auf einem Barhocker, zupfe mit der einen Hand immer wieder am Saum herum, während ich mich mit der anderen an meinem Apple Cider festhalte und fühle mich unglaublich fehl am Platz.
Dabei ist der Pub eigentlich urgemütlich. Die vertäfelten Wände, die Theke und die Tische sind aus einem dunklen, rötlich glänzenden Holz. Hinter der Bar erstreckt sich ein Regal bis unter die Decke, das gefüllt ist mit Flaschen, in denen sich das schummrige Licht bricht. Um den gemauerten Kamin herum hängen Bilder an der Wand, die ich eher in England, als hier erwarten würde: Jagd- und Hockeyszenen, eine Bleistiftskizze des Big Ben in London.
Das Feuer, das im Kamin prasselt, schafft eine behagliche Atmosphäre. Lachende und plaudernde Stimmen mischen sich mit Klassikern der Rockmusik, die hier gespielt werden. In einer Ecke steht sogar eine alte Jukebox.
Es gibt Sandwiches, die mit so viel Cheddarkäse überbacken sind, dass man das Brot darunter nicht mehr sieht, und Nachos mit Bohnen und verschiedenen Soßen, ebenfalls in Massen von Schmelzkäse ertränkt. Sieht alles himmlisch aus und duftet sogar noch besser. Allerdings würde ich jetzt keinen Bissen runterkriegen. Ich bin nicht schüchtern, aber hier als völlige Außenseiterin an einem Ort zu sein, an dem sich sonst alle zu kennen scheinen und sich gut unterhalten, und dabei so aufzufallen, ist mir dann doch irgendwie sehr unangenehm.
Was habe ich mir überhaupt dabei gedacht, dieses dumme Kleid anzuziehen? War doch klar, dass ein Pub in einem kleinen Dorf im Nirgendwo einen anderen Dresscode hat, als irgendeine Bar in Manhattan. Ich merke die verstohlenen Blicke, die mich immer wieder streifen, weil ich in meiner unpassenden Klamotte nicht zu übersehen bin.
»Ist eine gute Zeit für Urlaub hier. Perfekt zum Wandern.« Der Barkeeper – vielleicht gleichzeitig auch der Inhaber – hat Mitleid mit mir und schiebt mir noch einen Cider rüber. Die Piercings an seinen Lippen klimpern, als er sie zu einem Lächeln verzieht. Die Piercings an Nase und Augenbrauen glänzen rötlich im schwachen Licht.
»Ich mache hier keinen Urlaub.« Ich fühle mich schon nicht mehr so elend. »Genau genommen wohne ich hier. Seit gestern.«
»Ach.« Neugierig mustert er mich.
Mit der Hand gestikuliere ich in eine unbestimmte Richtung. »Ich habe eine alte Farm gekauft. Ein kleines Stück außerhalb vom Ort.«
»Ach«, macht er nochmal, und diesmal sieht er eindeutig verwirrt aus. »Das riesige alte Ding? Ich habe mich immer gefragt, wer die mal kaufen wird. Du bist … Farmerin?«
Er spricht das so ungläubig aus, als würde er mich fragen, ob ich ein grün-lila getupftes Einhorn sei. Ich halte ihm zugute, dass ich in meinem aktuellen Outfit wirklich nicht dem Farmerinnen-Klischee entspreche. In dem Kleid sehe ich nicht aus, als würde ich Schubkarren durch den Matsch schieben oder Mist schaufeln. Wichtige Notiz an mich selbst: Nächstes Mal in Latzhose und Gummistiefeln auftauchen, wenn ich solche fassungslosen Blicke vermeiden will.
»Na ja, nicht so richtig. Jedenfalls noch nicht. Aber bald kommt eine kleine Alpakaherde auf die Farm.«
Mittlerweile hat unser Gespräch Aufmerksamkeit erregt. Neugierig werde ich angestarrt.
»Al…pakas?« Jemand lacht. »Im Ernst? Was willst du denn mit Alpakas?«
Ich fahre herum. Scheiße, diese Stimme kenne ich. Empört funkle ich den Widerling an, der gerade mit zwei anderen Kerlen zur Tür reingekommen ist und jetzt über meinen Plan lacht, als sei es das Dämlichste, was er je gehört hat.
Reizend.
»Ja, Alpakas«, fauche ich. »Diese kleinen flauschigen Kamele, falls dir das nichts sagen sollte.«
Er runzelt die Stirn. »Ich weiß, was ein Alpaka ist, herzlichen Dank. Ich weiß nur nicht, warum zur Hölle man hier welche halten will. Für Fleisch oder Milch ja wohl nicht. Als Futter für die Bären?«
Ich könnte ihm ganz genau erklären, weshalb ich Alpakas halten will. Werde ich aber nicht. Der Typ ist wirklich der Letzte, den das etwas angeht.
»Um sie als Deko auf die Wiese zu stellen«, entgegne ich und verdrehe die Augen.
»Das Schlimme ist, das traue ich dir sogar zu.« Zweifelnd schaut er mich an, und ich kann ihm richtig ansehen, dass er gerade überlegt, ob ich das tatsächlich ernst meine.
»Lass sie. Ist doch lustig.« Einer der beiden Kerle, mit denen er in den Pub gekommen ist, stößt ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. Der blonde Schönling kann sich aber auch ein Grinsen nicht verkneifen.
Allesamt Banausen, von denen ich mir meine Pläne ganz sicher nicht madig machen lasse.
»Die Alpakas ziehen jedenfalls mit gutem Grund nach Berryfield. Schon bald werden sie hier wohnen. Wie ich übrigens jetzt schon. Also gewöhnt euch besser an diesen Anblick, so schnell gehen wir hier nicht mehr weg«, verkünde ich großspurig mit einem strahlenden Lächeln und leere mein Glas in einem Zug.
Ups, vielleicht etwas zu viel und zu schnell getrunken. Sofort merke ich, wie mir der Alkohol zu Kopf steigt. Als ich schwungvoll von meinem Hocker aufstehe, schwankt der Boden unter meinen Füßen, wenn auch nur ganz leicht. Ich reiße mich zusammen. Die Genugtuung, mich jetzt raustorkeln zu sehen, gönne ich dem unhöflichen Idioten nicht – überhaupt keinem von diesen Menschen, die mich ansehen, als hätten sie ein Alien vor sich.
»Ich denke, an den Anblick kann ich mich gewöhnen. Tolles Kleid übrigens«, raunt mir der Barkeeper zu, bevor ich aus dem Pub stolziere.
Noah
»Die Arme.« Lottie lacht herzlich, während sie einen Stuhl an unseren Tisch zieht und sich verkehrt herum draufsetzt. »War das nötig, so fies zu ihr zu sein?«
»Ich glaube schon.« Ich reibe mir über die Stirn, die noch immer gerunzelt ist. »Die ist doch jenseits von Gut und Böse, hat den Kopf komplett in den Wolken. Wäre vielleicht gut, wenn sie mal jemand auf den Boden der Tatsachen holt. Stöckelt hier herum, als wäre sie mitten in der Großstadt, und will Plüschtiere auf unsere Wiesen stellen.«
»Unsere Wiesen«, prustet sie. »Du redest, als würde ganz Berryfield und Umgebung dir gehören. Tut mir leid, dir das mitteilen zu müssen, aber du hast kein Recht, jeden, der hierhin ziehen will, mit deiner Mistgabel zu verjagen.«
»Nicht jeden, aber vielleicht diese eine?« Ich schenke ihr einen Dackelblick.
Hudson lacht. »Noah hatte das Vergnügen, die Neue gestern schon kennenzulernen.«
»Kennenzulernen ist zu viel gesagt«, widerspreche ich sofort.
»Raus mit der Sprache.« Lotties braune Augen funkeln neugierig.
Es hat ohnehin keinen Sinn, meiner besten Freundin die Auskunft zu verweigern. Lottie hatte schon immer diese Beharrlichkeit, die jeden Widerstand zwecklos macht. Schon damals in der Schule.
»Ich wäre ihr fast reingefahren, weil sie plötzlich eine Vollbremsung hingelegt hat.«
»Und zwar, weil sie für ein Kaninchen gebremst hat, was Mister Ich-bin-so-übellaunig-und-hasse-alles-und-jeden insgeheim imponiert hat«, flötet Hudson.
Lottie zieht eine ihrer dunklen Augenbrauen hoch. Als sie sich reckt, zeichnen sich straffe Muskeln auf ihren braungebrannten Oberarmen ab. »Echt? Du magst sie?«
