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Käpt'n Wild Roberts ist eingebildet, rechthaberisch und über die Maßen von seinem Können überzeugt. Vor allem, was die Frauen angeht. Als neuestes Opfer, hat er mich auserkoren. Doch diesen Zahn, werde ich ihm ziehen! Du willst mich Käpt'n? Dann fang mich doch, wenn du kannst! Verführerisch, schön, begehrenswert und sturer, als jeder Seemann den ich kenne. Black Mask ist die Frau, welche ich mir ausgesucht habe und die ich erobern will. Sie wird die größte Trophäe in meiner Sammlung sein und ich werde sie bekommen. Koste es, was es wolle! Doch sie ist schneller, als ich dachte. Aber wie heißt es so schön: eine Jagd ist erst dann reizvoll, wenn das Opfer davonläuft. Ich finde dich und dann bist du mein! --------------------------------------------------------------- Dieses Buch entspricht 112 Taschenbuchseiten --------------------------------------------------------------- Reihe: Band 1 = Lust auf ein Spiel? Band 2 = Fang mich Pirat, wenn du kannst.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Seleni Black
Die Jagd des Piraten
Lust auf ein Spiel?
Impressum:
Copyright © 2026
Seleni Black
c/o WirFinden.Es
Naß und Hellie GbR
Kirchgasse 19
65817 Eppstein
Covergestaltung: Copyright © 2026
Seleni Black
Coverbilder: Adobe Stock
Korrektur:
Stefanie Brandt
Katharina H.
Beth .B.H.
Stand: Februar 2026
Erste Deutsche Auflage
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne Zustimmung der Autorin nachgedruckt oder anderweitig verwendet werden.
Die Ereignisse in diesem Buch sind frei erfunden. Die Namen, Charaktere, Orte und Ereignisse entsprechen der Fantasie der Autorin, oder wurden in einen fiktiven Kontext gesetzt und bilden nicht die Wirklichkeit ab. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen, tatsächlichen Ereignissen, Orten, Markennamen oder Organisationen sind rein zufällig. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Eigentümern.
1
Elin
Ich liebte es, am Hafen meine Zeit zu verbringen. Doch Vater sagte immer, dieser Ort wäre nichts für mich. Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, an die Docks zu kommen, wann immer mein Vater mit einem seiner Schiffe zurückkam. Ich sah ja ein, dass es gefährlich war, mit nur sechzehn Jahren alleine durch die Straßen von Frankreich zu laufen. Na ja, zumindest nicht ganz alleine. Ich wusste sehr genau, dass Vater zwei Männer abgestellt hatte, um ein wachsames Auge auf mich zu haben und das zu jeder Zeit. Aber die ignorierte ich weitestgehend.
In der Ferne erschien ein Schiff und ich wusste, es war so weit. Mein Vater kam nach Hause! Doch für meinen Geschmack, kam es viel zu langsam näher.
Kaum, dass die Leinen befestigt und die Planke ausgelegt wurde, hielt mich nichts mehr. Ich eilte aufs Schiff und fiel meinem Vater in die Arme.
»Liebes, was machst du denn hier? Wo ist deine Begleitung?«, wollte er besorgt wissen.
»Ach, die irrt wahrscheinlich immer noch durch die Stadt. Wirklich, Vater, sie kommt kaum zehn Schritte weit, ohne völlig außer Atem zu geraten.«
Mein Vater fing nun an zu lachen, genauso wie ein paar der Männer an Bord, die unser Gespräch mitbekommen hatten.
»Ich sehe schon, deine Anstandsdame ist deinem schnellen Schritt nicht gewachsen. Dennoch solltest du bei ihr bleiben. Es ist einfach nicht sicher genug, für eine junge Dame wie dich«, erklärte mir mein Vater und ich verdrehte nur die Augen.
»Bitte, ich kann mit Dolch und Waffe durchaus umgehen, du selbst hast es mich gelehrt. Wer also sollte es schon wagen, mich anrühren zu wollen?« Kopfschüttelnd ging er in seine Kajüte, um seine Sachen zu holen und ich folgte ihm.
»Und genau das, war höchstwahrscheinlich mein Fehler. Ich hätte dich mehr wie ein Mädchen behandeln sollen, als wie einen Jungen. Versuch es doch wenigstens. Es wäre nur zum Vorteil für dich, in der feinen Gesellschaft mehr Anschluss zu finden.«
Als ob ich das wollte!
»Vater, ich kann mich durchaus zwischen den fein gekleideten und dem parfümierten Hochadel bewegen. Außerdem weiß ich mich auch auszudrücken. Dennoch ist es nicht mein Lebensziel, all meine Zeit mit diesen hochnäsigen Menschen zu verbringen. Wann nimmst du mich endlich mit auf Reisen?« Wie schon so oft sah mein Vater mich kopfschüttelnd an. Er wollte einfach nicht verstehen, dass mein Leben nicht hier an Land war, sondern auf See. So wie es bei ihm der Fall war.
»Es schickt sich nicht für eine Dame, mit auf Reisen zu gehen. Dein Platz ist hier! Ich möchte nur das Beste für dich und dazu zählt auch, dass du einen netten jungen Mann triffst, der es endlich schafft, dich zur Ruhe zu bringen.«
Das sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen, doch bei mir bewirkte es eher, dass ich missfällig die Nase hochzog.
»Ich werde es schon noch schaffen, dass du mich einmal mitnimmst.« Kurz hielt ich inne, da kam mir ein Gedanke. »Dürfte ich wenigstens meine Freundin besuchen, wenn du mich schon nicht mit auf deine Reisen nehmen möchtest? Ich habe sie schon so lange nicht mehr gesehen«, flehte ich meinen Vater an. Skeptisch zog er eine Augenbraue hoch, schien selbst überrascht von meinem Richtungswechsel zu sein.
»Was hast du nun schon wieder vor, junge Dame?«, fragte er und sah mich mit diesem durchdringenden Blick an.
»Was ich gesagt habe, ich möchte meine Freundin besuchen. Da ich nicht mit dir reisen darf, möchte ich die Zeit mit ihr verbringen. Es ist mir hier zu trist geworden«, versuchte ich mich zu erklären.
Mein Vater schwieg lange, dann seufzte er und nickte. »Schön, wenn es dein Wunsch ist, kannst du fahren. Meine Männer werden dich dorthin bringen. Aber ich möchte dich dazu anhalten, dass es kein Freibrief für dich ist, irgendwelchen Unsinn anzustellen«, ermahnte er mich, wie schon so oft.
»Aber natürlich, Vater. Was sollte ich auch schon groß bei ihr anstellen können? Schließlich wohnt sie auf einer Insel«, antwortete ich ihm und lächelte süß, da ich wusste, dass es ihn immer erweichte.
Meine Freundin Mary hatte ich kennengelernt, als ich meinen Vater einmal bedrängte, mich mitzunehmen. Was mit unter schreien und auf den Bodenwerfen vonstattenging, sodass er es am Ende nicht mehr ausgehalten hatte und mich mit auf eine der Karibischen Inseln nahm. Dort besaß er Kaffeeplantagen und handelte auch mit verschiedenen anderen Gütern. Hier traf ich meine Freundin, die die Tochter eines der Nachbarplantagenbesitzer war und verstand mich sofort gut mit ihr.
Wie leicht es doch damals war, meinen Vater zu etwas zu überreden. Leider war ich kein Kind mehr, bei dem Weinen und Schreien funktionierte. Als junge Frau, musste man wesentlich hinterlistiger vorgehen. Sehr anstrengend zuweilen.
»Ich werde in zwei Tagen mit einem anderen Schiff weitersegeln. Da der Winter anbricht, hatte ich eigentlich überlegt, dich aufs Land zu schicken, zu deiner Tante. Aber ich denke, in der Karibik ist es dir deutlich angenehmer. Mir ist nur nicht wohl dabei, dass du alleine so gefährliche Gewässer durchquerst.« Die Sorge war ihm deutlich anzusehen.
»Ach, Vater, das ist nicht das erste Mal, dass wir dorthin fahren und bisher ist uns auch nichts passiert. Ich habe die besten Männer, als meine Begleiter. Was soll mir da noch passieren?«, antwortete ich ihm, als wir gerade wieder aufs Deck traten.
Die Männer hatten mich gehört und johlten allesamt. Ich mochte diese Raufbolde sehr und auch wenn es meinem Vater missfiel, unterhielt ich mich auch schon das eine oder andere Mal etwas länger mit ihnen. Jeder von ihnen war mir gegenüber freundlich und zuvorkommend. Wenn ich etwas wissen wollte, sperrte sich keiner dagegen, es mir zu erklären und wenn es sein musste, auch mehrmals.
»James, sorg dafür, dass das Schiff, so schnell wie möglich, beladen wird. In zwei Tagen legt ihr wieder ab«, gab mein Vater die Anweisung und wir gingen vom Schiff.
James war Quartiermeister und noch dazu ein sehr guter.
»Wird sofort erledigt«, versicherte dieser und verschwand.
Charles war der Kapitän dieses Schiffes und war schon so manchem Piraten davongefahren. Von ihm wollte ich lernen und das würde ich auch schaffen, schließlich hatten wir einen sehr langen Weg vor uns. Und bei ihm, fand ich deutlich mehr Gehör für meine Bitten, als bei meinem Vater.
***
Die folgenden zwei Tage, erzählte mir mein Vater von seiner Reise und gab klare Anweisungen, worauf ich achten sollte, auf der Plantage. Die Mannschaft würde mich begleiten und so lange bleiben, bis es wieder zurückging. Außerdem, würden zwei Anstandsdamen mitkommen und da, ließ mein Vater nicht mit sich reden.
Bevor es losging, schickte ich meiner Freundin einen Brief, in dem ich ihr mein Kommen ankündigte. Wenn es klappte, würde der Brief gut eine Woche vor mir ankommen.
***
»Pass gut auf dich auf, in ein paar Wochen komme ich nach und hole dich«, versicherte mir mein Vater und ich nickte.
»Es wird schon nichts passieren. Wir sehen uns in viel wärmerer Umgebung wieder«, verabschiedete ich mich von ihm und wir umarmten uns noch einmal.
An Bord wurde ich, wie so oft, herzlich begrüßt. Nachdem meine Sachen in der Kajüte verstaut waren, ging ich wieder an Deck, um die Männer bei der Arbeit zu beobachten.
»Miss Elin, Sie sollten nicht in der direkten Sonne sitzen. Das ist nicht gut für Euch«, erklärte eine meiner Anstandsdamen.
Sie waren schon jetzt eine Plage.
»Und Ihnen, sollte mal einer den Stock aus dem Allerwertesten ziehen. Wir sind auf See, da ist es normal, dass man Sonne abbekommt«, erwiderte ich und scherte mich nicht im Geringsten, um ein angemessenes Benehmen.
»Eure Ausdrucksweise, lässt doch sehr zu wünschen übrig, Miss Elin. Euer Vater würde das bestimmt nicht gutheißen«, erklärte mir Miss Miller.
»Wie gut, dass er momentan nicht hier ist. Wenn Sie mich entschuldigen würden, ich glaube, der Platz da drüben, gefällt mir deutlich besser«, bemerkte ich und ging zu den Männern rüber, die gerade Seile vorbereiteten.
Ohne etwas zu sagen, hielt mir einer dieser ein Stück hin und zeigte mir, was zu tun war. Konzentriert machte ich es nach und musste gestehen, dass es mir gefiel.
»Gut, zieh es fester, dann halten die Knoten auch dem stärksten Sturm stand«, erklärte Hanke und ich zog noch fester an den Enden. »Genauso.« Zufrieden nahm er mir das Stück ab und reichte mir ein neues.
So verbrachten wir die nächsten Stunden, bis es Essen gab.
Am Abend, sah ich mir die Sterne und den Mond an. Dabei genoss ich diese ganz spezielle Ruhe, die man nur auf See hatte. Da momentan nur wenige Männer an Deck waren, würde es auch keiner bemerken, wenn ich mich nach oben in den Ausguck verziehen würde. Wann immer ich die Gelegenheit dazu hatte, kletterte ich dort hinauf und fühlte mich den Sternen so viel näher.
Um mich nicht in meinen Röcken zu verfangen, raffte ich sie auf der einen Seite zusammen und machte, so gut es ging, einen Knoten hinein. Klettern war mir schon immer leicht gefallen. Daher war ich in wenigen Minuten oben und froh, dass keiner der Männer momentan hier Dienst hatte. Die See war ruhig und kaum ein Wind ging, was bedeutete, dass wir nur sehr langsam vorankamen. Dies war mir aber sehr recht, so hatte ich mehr Zeit auf dieser Reise und auf dem Schiff.
Plötzlich zerriss ein Knall die Stille und nicht weit vor uns, schlug etwas ins Wasser ein. Sofort kam Bewegung in die Mannschaft und ich sah mich suchend um. Doch es war zu dunkel, um etwas erkennen zu können. Ein weiterer Knall war zu hören und erst jetzt, wo ich darauf achtete, sah ich das Mündungsfeuer der Kanone, die abgefeuert wurde.
»Elin, wo bist du?«, rief Kapitän Charles nach mir.
»Hier«, antwortete ich ihm und sein Blick schoss nach oben.
»Bleib dort und komm erst wieder herunter, wenn ich es dir sage«, ermahnte er mich und ich nickte.
Sofort ging ich wieder in Deckung, beobachtete aber durch die Ritzen des Korbes, was vor sich ging. Piraten! Es waren wirklich Piraten und sie waren wie aus dem Nichts gekommen. Die schwarzen Segel hatten sie perfekt in der Nacht verborgen und nun waren sie uns schon zu nahegekommen, als dass unser Schiff noch eine Möglichkeit hätte, ihnen davonzufahren.
Wenige Minuten später, wurden die Enterhaken geworfen und ein riesen Tumult brach aus. Mehrere Stimmen riefen durcheinander, doch ich konnte nicht genau verstehen, was sie sagten. Nur Kapitän Charles konnte ich sehr deutlich hören und er gab seinen Männern die Anweisung, Ruhe zu bewahren.
Mehrere der Männer vom anderen Schiff, kamen auf unseres herüber und drängten alle zusammen. Ein älterer Mann trat vor und stellte sich als Black Jack vor. Er wollte alles, was wir geladen hatten und war nicht sonderlich erfreut, zu hören, dass es nichts gab, außer etwas Proviant. Natürlich nahmen die Männer einen Großteil davon mit, doch das war nicht das Schlimmste. Nein, sie nahmen auch meine zwei Begleitdamen mit und ich betete, dass sie mich nicht finden würden.
