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Magdalena ist verzweifelt! Schon nach knapp vier Jahren ihrer Beziehung - davon drei Jahren Ehe - mit ihrer großen Liebe Isaias, holt sie wieder ihre Vergangenheit ein. Sie verliert ihre Lust auf ihren Mann und hat das Gefühl ausbrechen zu müssen. Ihr hochbewusster Mann erkennt die Situation und weiß, dass sie noch etwas braucht, was ihr Heilung bringt. Er ist dafür nicht der Richtige. So gibt er seiner Frau alle Freiheit, zu erkennen und all das auszuleben, was sie wirklich benötigt, um frei werden zu können für die echte, ganzheitlich gelebte Liebe. Schon als sie glaubt, zurück nach Hause kommen zu wollen, begegnet er ihr - jener Mann, der ihre gesamte Gefühlswelt in Aufruhr bringt, aber vor allem ihre tiefsten, noch nicht ausgelebten Sehnsüchte wiedererweckt. Auslöser für all das ist eine Frau, die meint, sie würde alles mit ihren Schwestern teilen wollen - in diesem Fall mit Magdalena auch jenen Mann, mit dem sie neben ihrer unerfüllten Ehe, nach ihrer Beschreibung in einer polyamoren Beziehung lebe. Ralph selbst hat eine Partnerin, die ihm seine Polygamie zugesteht, die er mit mehreren Frauen im lustvollen Spiel als Dom ausleben kann. Auf diese Weise landet Magdalena erneut in jener Szene, vor der sie vor einigen Jahren vehement zurückgewichen ist - in den Spielen des BDSM.
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Seitenzahl: 458
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Magdalena ist verzweifelt!
Schon nach knapp vier Jahren ihrer Beziehung – davon drei Jahren Ehe – mit ihrer großen Liebe Isaias, holt sie wieder ihre Vergangenheit ein. Sie verliert ihre Lust auf ihren Mann und hat das Gefühl ausbrechen zu müssen.
Ihr hochbewusster Mann erkennt die Situation und weiß, dass sie noch etwas braucht, was ihr Heilung bringt.
Er ist dafür nicht der Richtige.
So gibt er seiner Frau alle Freiheit, zu erkennen und all das auszuleben, was sie wirklich benötigt, um frei werden zu können für die echte, ganzheitlich gelebte Liebe.
Schon als sie glaubt, zurück nach Hause kommen zu wollen, begegnet er ihr – jener Mann, der ihre gesamte Gefühlswelt in Aufruhr bringt, aber vor allem ihre tiefsten, noch nicht ausgelebten Sehnsüchte wiedererweckt.
Auslöser für all das ist eine Frau, die meint, sie würde alles mit ihren „Schwestern“ teilen wollen – in diesem Fall mit Magdalena auch jenen Mann, mit dem sie neben ihrer unerfüllten Ehe, nach ihrer Beschreibung in einer „polyamoren“ Beziehung lebe. Ralph selbst hat eine Partnerin, die ihm seine Polygamie zugesteht, die er mit mehreren Frauen im „lustvollen Spiel“ als Dom ausleben kann. Auf diese Weise landet Magdalena erneut in jener Szene, vor der sie vor einigen Jahren vehement zurückgewichen ist – in den Spielen des BDSM.
Sie wird ebenfalls eine Sub ihres „Maître Jean“ und eingeführt in eine Welt des Spiels – in der sie unter anderem auch gemeinsam mit Sophia, Ralphs Frau, in einem Spielraum landet, der nichts vermissen lässt, sowie auf eine Fetisch-Party kommt und erkennt, dass diese Welt ihr Neues und Aufregendes zu bieten hat, sie niemals jedoch in der Tiefe erfüllen kann.
Magdalena kann mit neuen Erkenntnissen, aber auch einer verlorenen Frauen-Freundschaft, geheilt aus diesem Spiel in die Ganzheitlichkeit mit ihrem Mann zurückkehren.
Magdalena Almado, die ursprünglich als Juristin tätig war, ist ihrer Passion gefolgt. Sie hat sich entschieden, als Ausdruckstänzerin und Autorin den künstlerischen Weg zu beschreiten, sowie – unter ihrem weltlichen Namen – als Heilerin und Lebensberaterin vor allem Frauen zu begleiten, deren Selbstwert zu stärken und dadurch erfüllte Sexualität und ihre Weiblichkeit zu genießen.
Ihre eigene sehr traumatische Lebensgeschichte und ein Überleben vieler schwerwiegender Erlebnisse, unter anderem eines beinahe tödlichen Unfalls, bei dem sie sich – alleine und schwer verletzt – aus einem von hohen Wellen des Atlantischen Ozeans überfluteten Felsengebiet retten musste, waren Auslöser, mit dem Schreiben zu beginnen – anfangs mit Lyrik.
Nach ihrer „Erotischen Trilogie“ und drei weiteren Büchern war nun der Auslöser für diese Geschichte ein Mann, der sie für kurze Zeit in eine vollkommen neue Welt geführt hat – in die Welt des BDSM, in eine Welt des SPIELS für Erwachsene, wie er sagt, in der sie mit ihm und durch ihn noch mehr an Heilung und Erkenntnis erleben durfte.
Magdalenas größte Vision ist es, Menschen auf vielfache Weise zu berühren – durch ihre Worte, ihren Tanz, ihre Coachings und Workshops – und gemeinsam mit ihrem zukünftigen Mann eine erfüllte Partnerschaft an einem schönen Platz am Meer – oder wo auch immer – zu leben, um mit ihm in der Casa Alma, einem Zentrum für Heilung, Bewusstsein und Begegnung, zu wirken.
Eine Geschichte von einer
erfüllten Liebe,
aus der SIE
für kurze Zeit ausbricht, um in
die Welt des Spiels
geführt zu werden
In Dankbarkeit
und Liebe für jenen Mann,
der mich als „Mein Maître“ achtsam
in seine Welt des Spiels
geführt hat
Wie alles begann
Rückschau
Prolog
Medeas Polyamorie
Schuldgefühle
Ausbruch
Abschied und Übergang
Freiheit
Anziehende Versuchungen
Rückkehr nach Hause
Ralph - Maître Jean
Ailinas Welt
Anweisungen
In zwei Welten
Amor 1
Mein Vertrag
48 Stunden
An meinen Maître Jean
Amor 2
Die Zeit danach
Ganzheitlichkeit im Sex
Eifersucht?
Ja oder Nein
Stuttgart
4 Stunden zu dritt
Heimkehr
Mein Geburtstag
Die Fetisch-Party
Ein letztes Mal …
Epilog
Nachwort und Danksagung
Magdalena hat in ihrem Leben schon all das erfahren, was ihr wesentlich und wertvoll erschien, doch diese eine unerfüllte Sehnsucht war ihr bisher zu leben verwehrt geblieben.
Sie hatte ihre Lust in vielen Facetten ausgelebt, sie meinte, all das erlebt zu haben, was ihren tiefsten Wünschen entsprach, um in einer vollendeten Form das bisher Erfahrene mit ihrem geliebten Mann in höhere Ebenen zu transformieren. Sie kann Ekstase erleben, sich ihrem Geliebten vertrauensvoll hingeben und verschmelzen in der Einheit in ekstatischen Wellen, die sie gemeinsam erheben, um sie in Tiefen zu tragen, die ihnen neue Dimensionen der Lust und Liebe eröffnen. All das ist Magdalena mit ihrem geliebten Isaias gegeben – und doch holt sie in der Begegnung mit einem Mann eine schon lange schwelende Sehnsucht wieder ein, die sie vermeinte, nicht mehr in sich zu tragen …
Begonnen hatte alles mit ihrem ersten erotischen Buch, das sie auf den Markt gebracht hatte. Damals – es war nach der Rückkehr von ihrer Auszeit auf der Isla Mujeres – verlegte sie mit ihrem besten Freund, der einen kleinen Verlag hat, ihr erstes Buch. Was ihr jedoch fehlte, war Promotion für ihr Werk. Sie wusste, dass es am wichtigsten wäre, Lesungen zu organisieren, die sie als Autorin bekannter machen könnten. So ergab es sich, dass sie von ihrer Künstlerfreundin Cleo Kontakte bekam, die ihr wiederum halfen, an verschiedenen Orten diese Lesungen zu veranstalten. Das war der Einstieg in eine vollkommen neue Welt für Magdalena. Sie hatte innerhalb eines Monats sofort drei Auftritte, tatsächlich Auftritte, weil sie als Ausdruckstänzerin nicht bloß las, sondern jedes Mal auch eine Tanz-Performance dazu gestaltete.
Nie werde ich vergessen, in welchem Rahmen ich das erste Mal mein erstes Buch präsentierte.
Es war bei einem „Erotischen Dinner“, das ein Veranstalter organisiert hatte, der in München neben der Vermietung von Businessräumen auch all das im Angebot hat, was jene Ebenen der Erotik – ich würde eher Sex dazu sagen – betrifft, die für die meisten „normalen Bürger“ unserer Gesellschaft vermutlich vollkommen fremd erscheinen. Neben „Erotischen Dinners“ der besonderen Art, bietet er Apartments – aber unter anderem auch „Kerkerzellen“ in Kellern – zur Miete an, um den Gästen alles zu ermöglichen, was ihr Herz, vermutlich aber noch mehr ihre speziell gelebte Lust, erwünscht. Außerdem kann man über seine Angebotsseite auch Bondage-Kurse, Domina-Workshops und so manch anderes buchen.
Alfons selbst war an jenem Abend anwesend, gemeinsam mit seinen drei Sklavinnen, die er bloß mit Nummern rief, und von denen eine den gesamten Abend zu seinen Füßen am Boden verbringen musste, wenn sie nicht gerade den Gästen etwas zu servieren hatte. Die Vorspeise wurde auf einer nackten Frau angerichtet, die auf der Tafel lag, sodass sich die Dinner-Gäste davon ganz nach ihrem eigenen Empfinden bedienen durften – es war so ziemlich alles erlaubt. Ich war dort in Begleitung meiner Freundin Laura, die ich auch in irgendeiner Weise zu meinem persönlichen Schutz mitgenommen hatte. Tatsächlich war ich in Anbetracht all dieser für mich neuen Eindrücke ziemlich verwirrt. Der Abend verlief sehr gemütlich, die Sklavinnen bedienten alle Anwesenden auf zuvorkommende Weise und verwöhnten zwischendurch ihren Herrn – auch indem ihm während des Essens der Penis massiert wurde. Zu Beginn und zwischen den Gängen las ich aus meinem Buch und tanzte. Die Atmosphäre war prickelnd, doch zugleich merkte ich mein Unbehagen. Als eine der Sklavinnen einem Gast einen blasen musste, verließ ich übereilt mit Laura den Ort des Geschehens. Sogar meine CDs hatte ich in meiner Aufregung vergessen. So hatte es begonnen, dass ich mit Alfons, dem Chef und Herrn der Sklavinnen in Kontakt kam, und für einige Zeit auch blieb.
Meinen zweiten Auftritt hatte ich drei Wochen später im „Kings-Club“, in dem mir ein Zimmer der dort arbeitenden Prostituierten als Umkleidekabine angeboten wurde. Es war das erste Mal, dass ich sah, wie es in einem solchen Etablissement tatsächlich aussah und zuging. Ein kleiner fensterloser Raum, der mit Samt ausgestattet war, ein großes Bett, über dem ein Spiegel hing und eine Dusche, die die Freier in ihrer halben Stunde vor und nach dem Sex zu benutzen haben. Dort wurde mir bewusst, was es bedeutete, auf diese Weise Geld zu verdienen – für mich zutiefst unwürdig. Einmal, als ich kurz in diesen kleinen Raum ging, passierte es sogar, dass sich ein unappetitlicher Mann zu mir verirrte, was in mir großen Widerwillen, sogar Ekel, auslöste, jedoch offensichtlich von meinem Begleiter unverzüglich erkannt worden war, der mir sofort zu Hilfe geeilt kam, um die Situation für mich zu entschärfen.
Dennoch war auch hier die Atmosphäre während meiner Lesung und Performance sehr angenehm und entspannt – abgesehen davon, dass zwischendurch die eine oder andere Prostituierte mit einem Freier nach hinten verschwand. Die Dame des Hauses war bemüht, alles so zu gestalten, dass es mir passte. Nach meinem kleinen Event unterhielt ich mich noch mit ein paar Gästen, unter anderem mit einem jungen Paar, das mir mein Buch sofort abkaufte und mein zweites, das demnächst erscheinen sollte, schon vorbestellte.
Ich war zufrieden nach einem schönen und erfolgreichen Abend und erkannte, wie gut es mir tat, nach vielen Jahren wieder die Bühne genießen zu dürfen und vom Publikum bewundert zu werden. Erstaunt war ich allerdings sehr über die Etablissements, in denen ich nun gelandet war. Wie immer fragte ich mich, was das für mich bedeuten sollte. Meinem Empfinden nach gilt bei allem das Resonanzprinzip. War es etwas, was mir gezeigt wurde, weil ich noch eine Ebene der Sexualität erleben wollte, die mir fremd war oder lag es bloß daran, dass ich Erotikliteratur geschrieben hatte, etwas, was mir zuvor ebenso unbekannt war? Ich fand keine wirkliche Antwort darauf. Tatsächlich hatte ich nie ein erotisches Buch gelesen, bevor ich mein eigenes erstes geschrieben hatte. Andreas, jener Liebhaber, der zu meiner Inspiration geworden war, hatte mich durch unsere intensiven Begegnungen und seine erste Geschichte, die er mir damals per E-Mail nach unserer ersten „lustvollen Reise von 8 Stunden“ geschickt hatte, schon in eine neue Welt geführt. Die Lyrikerin, die nun Erotik – teilweise sogar sehr pornografisch – schrieb, inspiriert von einem fantastischen Liebhaber für drei Monate. Aus Neugier begann ich zu dieser Zeit, die nicht allzu lange davor herausgekommenen „Fifty Shades of Grey“ zu lesen, die mir wesentlich harmloser erschienen als das, was ich geschrieben hatte.
Nun, last but not least, fand damals unmittelbar danach mein dritter Auftritt im „Club der O“ statt, einem Club, der primär für jene Paare gedacht war, die als Doms mit ihren Subs, beziehungsweise als Herren mit ihren Sklavinnen kamen. Einige dieser dort anwesenden Frauen waren zur „O“ ausgebildete, sich unterwerfende und dienende Frauen. Ebenfalls erst zu dieser Zeit sah ich mir den Film „Die Geschichte der O“ an, um diese Welt besser zu verstehen.
Wieder war ich in einer mir vollkommen unbekannten Szenerie gelandet. Weil ich selbst doch die so spirituelle „Tantrika“ war, die zwar auch gerne wilden Sex lebte, aber schon längst vorhatte, alles nur mehr in höhere Ebenen zu transformieren, hatte ich entschieden, für die dort anwesenden Frauen eine „Entfesselung“ zu tanzen. Ich wollte ihnen aufzuzeigen, wie sehr sie sich – aus meinem Empfinden – doch als diese sich unterwerfenden Frauen entwürdigten. Ich ließ mich in der Performance auf einen Sessel fesseln und tanzte mich frei, was bei den anwesenden Gästen, wie ich erkannte, zu sehr unterschiedlichen Reaktionen führte. Vor allem die Männer hatten sich von einer „Erotischen Performance“ vermutlich etwas ganz Anderes erwartet. Gerade jene Männer, die ihre Frauen nicht gerne entfesselt, sondern vielmehr gefesselt und unterworfen sahen, um sie möglicherweise zu demütigen und zu „quälen“.
Auch dort geriet ich, nachdem ich mich umgezogen hatte, in eine mir eher peinlich erscheinende Situation: Als ich durch den Auftrittsraum, der dort der Spielraum ist, gehen musste und eine Frau schon auf den Bock gekettet war, um von drei vor ihr stehenden Männern ausgepeitscht zu werden, wurde mir ziemlich übel. Dieser Anblick fühlte sich für mich in diesem Moment unbeschreiblich unappetitlich an.
Eine mich abstoßende und mir völlig unbekannte Welt hatte sich mir dabei aufgetan.
Als dann einen Monat danach ein gemeinsamer Auftritt mit meiner Künstlerfreundin Cleo – eine wunderbare Malerin und Chansonsängerin – geplant war und auch stattfand, landeten wir beide erneut bei Alfons, bei dem Cleo unter dem Pseudonym Arthena auch schon an einem „Erotischen Dinner-Abend“ Life-Malerei gemacht hatte.
Es war ein sehr erfolgreicher Abend und Alfons und ich hatten vereinbart, in Kontakt zu bleiben. Er wollte mich für weitere Tanzauftritte bei seinen Events buchen und … er bot mir an, doch einmal für ein Wochenende auszuprobieren, wie es sich anfühlte, eine Sklavin zu sein.
In diesem Moment spürte ich ein gewisses Prickeln in mir aufsteigen und im nächsten Moment unversehens unsagbare Angst und wirre Gedanken.
‚War es die Reaktion auf meine traumatische Kindheit, in der ich tatsächlich ausgeliefert war – sexuell missbraucht, verführt von einem äußerlich wunderschönen Vater, unter Schlaftabletten versetzt fremdbenutzt von einem fetten Ägypter und als Abschluss der Geschichte operiert an meinen Schamlippen, die mir einfach radikal weggeschnitten wurden, ohne dass ich damals dazu imstande gewesen wäre, mich dagegen zu wehren?‘ Inzwischen ist mir bereits klargeworden, was mein „schöner“ Vater, der mich als seinen Besitz gesehen hatte, mit dieser Operation erreichen wollte, nachdem ich zu alt geworden war, um ihm weiter zur Verfügung zu stehen. Er wollte mir durch den Eingriff vermutlich meine Lust bei anderen Männern reduzieren. Er war offensichtlich so fixiert auf mich, dass, wenn auch er mich nicht mehr besitzen konnte, ich doch niemals einen anderen mehr lieben und begehren durfte als ihn. Auch meine Brüste wollte er operieren lassen – davor bewahrte mich eine Ärztin. Er musste wahrhaftig von mir besessen gewesen sein!
‚Oder war meine Reaktion auf Alfons´ Angebot einfach genau die richtige, weil er nicht der Mann für solche Experimente meinerseits gewesen wäre?‘
Wäre er vielleicht ein Mann gewesen, der mich sexuell fasziniert hätte, wäre ich auf sein Angebot womöglich eingegangen – ich spürte einen starken Reiz. Da er mir jedoch nicht ästhetisch erschien, außerdem starker Raucher war und mir vor allem seine Frauen – seine Sklavinnen – von der Ausstrahlung und ihrem Körpergeruch her ganz und gar unappetitlich waren, hielt ich davon Abstand, mich auf ein derartiges Abenteuer einzulassen. Was mich an ihm jedoch fasziniert hatte, war seine klare, fordernde und dominante Männlichkeit. Er hatte mich neugierig gemacht. Ich erinnere mich noch, dass er mir unter anderem auf meine Frage, was denn eine Sklavin zu sein bedeutete, in einer E-Mail geschrieben hatte, „sie würde nicht sterben“. Die anderen Regeln habe ich inzwischen vergessen – diese hatte mich zutiefst schockiert.
Was mir zu dieser Zeit in diesem Zusammenhang möglicherweise passiert wäre, kann ich heute erahnen. Ich war offensichtlich gut geschützt.
So sollte es auch in Folge immer wieder dazu führen, dass ich im Rahmen meiner Events, die ich inzwischen gemeinsam mit Cleo an verschiedenen Orten regelmäßig abhielt, mit Alfons in Kontakt blieb.
Er bat mich auf seiner „Eyes wide shut“ Party in einem Schloss die „Priesterin der Lust“ zu tanzen. Damals sah ich mir auch den Film zu diesem Thema an und fühlte mich gleichermaßen angezogen wie abgestoßen. Wie gerne wäre ich dorthin gefahren, um diesen Auftritt zu machen, doch die Angst in mir war größer, sodass ich letztendlich absagte. Dasselbe geschah dann auch bei einer „Römischen Orgie“, bei der ich die Eröffnungsperformance tanzen sollte. Dieses Mal bekam ich sogar kurz davor Fieber, damit ich keinesfalls dabei sein konnte. Mein Körper wehrte sich vehement und aus meiner jetzigen Sicht war es gut so. Ungeschützt und unbegleitet wäre ich mit meiner Vorgeschichte allzu sehr gefährdet gewesen, erneut Missbrauchserfahrungen zu machen, da ich doch meine eigenen Grenzen nie wirklich kannte, geschweige denn diese zu schützen vermochte.
Um mich irgendwann dann endgültig aus diesem Feld der BDSM-Szene, der Polygamie sowie der Polyamorie, mit der ich auch mehr und mehr konfrontiert wurde, und die so ganz und gar nicht in meine Konzepte von „sacred relationship“ passte, auszusteigen, schrieb ich Alfons einen respektvollen „Abschiedsbrief“. Darin bedankte ich mich bei ihm für seine Unterstützung und schickte ihm in symbolischem Sinne ein Buch von „Jesus und Maria Magdalena“. Diese beiden Menschen sind für mich jenes Vorbildpaar, wie ich eine wertschätzende und auch spirituelle Beziehung – die aus meiner Sicht sicher auch sexuell gelebt worden ist – leben will. Somit beschloss ich damals, mit dieser Szene nichts mehr zu tun haben zu wollen. Nie wieder!
Schon bald darauf gewann ich meine zweiwöchige Reise auf vier griechische Inseln, auf der ich tatsächlich nach einer zu Beginn der Reise kurzen Affäre mit einem jungen Mann, meiner „großen Liebe“ begegnet bin, meinem inzwischen wundervollen Ehemann Isaias.
Was gerade in mir vorgeht, ist größte, reinste Verwirrung. Gerade mir, als nach knapp 20 Jahren des Single-Daseins wahrhaft glückliche Ehefrau, die mit ihrem Mann unbeschreiblich lustvolle Momente erleben kann, die ihn zutiefst liebt, ehrt und als kraftvollen Mann an ihrer Seite achtet, muss das passieren. Ich bin nicht bloß durcheinander, sondern auch erfüllt von Schuldgefühlen, Verunsicherung und ein wenig Traurigkeit, dass jetzt mein so sicheres Gefüge einer „geheiligten Partnerschaft“, wie ich sie gerne zu bezeichnen pflege, die ich mir 15 Jahre lang erträumt habe, und in der ich nun seit etwas mehr als vier Jahren lebe, doch irgendwie zu schwanken scheint.
Nun ist tatsächlich alles anders, mein Körper in Aufruhr, mein Geist verwirrt und mein Herz am Rasen…
Als ich vor knapp 15 Minuten das von mir aufgeräumte Kinderzimmer, in dem ich in dieser letzten Nacht schlafen durfte, weil Medeas Jungen, auswärts geschlafen hatten, verließ, um nach unten zum Frühstück zu gehen, sah mir Ralph, der gerade aus dem Badezimmer in das Nebenzimmer ging, direkt in die Augen. Wir starrten einander an, er packte mich, zog mich an sich, begann mich intensiv zu küssen, mir seine Hand auf meine unverzüglich nasse Yoni zu legen … ich fühlte in diesem Moment, dass ich mich diesem Mann sofort hingeben und auch ergeben wollte. Mein Körper begann zu beben und ich wollte nichts anderes mehr als Sex. Ich fühlte keine Scham, keine Schuld, keine Bedenken, ausschließlich pure Lust, mich ihm hinzugeben, ihm zu unterwerfen und vollkommen auszuliefern. Mein Verstand stoppte mich, ich riss mich von ihm los, er meinte, wir sehen uns bald wieder und ging hinunter zum Frühstück.
So stehe ich hier im Vorzimmer von Medeas und Svens Haus und zittere am ganzen Körper, der vor Lust und Sehnsucht bebt…
Begonnen hat eigentlich alles durch meine Begegnung mit Medea.
Es war bei einem Frauen-Kongress in München, den ich Ende April besucht habe, um Impulse für meine Workshops und meine Einzelarbeit, in der ich überwiegend mit Frauen verbunden bin, zu bekommen. Schon kurz nach Beginn der Konferenz bin ich einer schönen, rotblonden Frau mit hüftlangem Haar begegnet, die voller Freude und Lebendigkeit nur so sprühte, und mit der ich mich vom ersten Moment an verstanden habe. Ihr Name ist Medea und wir fühlten uns unverzüglich in unseren Herzen verbunden – wahrhaft als „Schwestern“, wie sie sofort meinte. Medea schien eine rast- und ruhelose, aber zugleich unglaublich lebendige Frau zu sein. Schon dort führte ich mit ihr ein langes Gespräch, in dem sie mir erzählte, seit einiger Zeit polyamor zu leben und sich in dieser Form der Beziehung unglaublich glücklich zu fühlen. In mir machte sich Skepsis breit, ein gewisses Unverständnis, wie denn eine sonst scheinbar spirituelle Frau eine Partnerschaft in dieser Weise leben konnte, in welche die sexuellen Energien mit anderen Männern in ihre Ehe eindrangen. Eigentlich spürte ich sogar Verurteilung in mir, etwas, was mir gar nicht angenehm ist, da es mir immer öfter gelingt, frei davon zu sein. Es war auch nicht das erste Mal, dass ich mit diesem Thema konfrontiert wurde. Seinen Anfang hatte es eigentlich damals genommen, als ich mein erstes erotisches Buch auf den Markt gebracht hatte, und danach immer wieder in Diskussionen mit Paaren gekommen war, die sich für diese Lebensform entschieden hatten. Manche erzählten mir, dass sie es sogar offen und ehrlich als polygam neben ihrer Hauptbeziehung lebten, abgesprochen mit dem Partner oder der Partnerin. Ich konnte all das nie wirklich nachvollziehen, weil ich die Meinung vertrat, dass die wirkliche Transformation der Sexualität in hohe Ebenen ausschließlich mit dem einen Partner möglich sein kann, mit dem man in tiefer Liebe verbunden ist. All das, was ich davon gehört hatte, erschien mir wie eine Trennung von Liebe und Sex – oberflächlich und dissoziiert. Daher hatte ich mich schon sehr lange nach dieser „sacred relationship“, in der ich nun leben darf, gesehnt und knapp zwei Jahrzehnte darauf gewartet. Davor ist es mir nie gelungen, mich mit einem Mann länger einzulassen, was für mich jedoch vor allem ein Zeichen mangelnder Liebe war. Also lebte ich bis zur Begegnung mit Isaias wahrhaft „serielle Monogamie“ in kurzen Beziehungen und vielen Affären, weil ich nur auf diesen einen Mann wartete, der für mich bestimmt sein sollte, um mich tief und ausschließlich einlassen zu können. So manches Mal habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob ich denn in meiner großen Lust und Leidenschaft wirklich eine Frau bin, die bloß mit einem Mann sein kann, aber mich immer wieder selbst davon überzeugt, dass einfach nur der Richtige kommen müsste. Mit Polyamorie, vor allem in der Form, wie ich sie bei den meisten erleben durfte, wollte ich keinesfalls etwas zu tun haben. Ich erkannte darin eine vehemente Verwechslung zwischen Lust und Liebe, was aus meiner Sicht den Umgang mit wahrer Liebe vereitelte und die Liebe selbst für etwas missbrauchte, was es nicht war. Sollten sie es doch „Poly-Vöglerie“ nennen, hatte ich oft in diesen Gesprächen eingewendet.
Aber irgendein Anteil in mir wusste auch, dass diese rigide Ablehnung, sogar Verurteilung, immer etwas in mir selbst ist, was angeschaut werden müsste. Ich wollte aber nicht hinschauen, lebte meine Affären, genoss Sex, verbot mir dann wieder unverbindlichen Sex zu haben, ließ mich doch wieder ein, hatte die Sehnsucht, endlich auch einmal Sex mit zwei oder mehreren Männern haben zu wollen, verurteilte mich für diesen Wunsch wieder und begegnete schlussendlich in einer wunderschönen Vollmondnacht dem Mann, der meinem Leben eine vollkommene Wendung gab – Isaias. Dieser Mann erfüllte mir sogar in seiner bedingungslosen Hingabe an mich meinen scheinbar letzten unerfüllten Wunsch, indem er mir bei unserer damals zweiten Begegnung in Paris einen weiteren Mann – einen attraktiven, jungen Mann – „schenkte“, mit dem ich vor seinen Augen wild und zügellos „ficken“ konnte. Ich habe es in einem unserer Gespräche in den ersten gemeinsamen Tagen unseres Kennenlernens nur einmal am Rande erwähnt, dass ich diese unerfüllte Sehnsucht immer noch in mir trug.
Isaias und meine Beziehung begann somit auf wirklich außergewöhnliche Weise. Wir hatten uns auf Santorin in der Juni-Vollmondnacht kennengelernt – er der Mann, der spanischmexikanischer Herkunft ist und ich die Österreicherin – und uns sofort ineinander verliebt. Durch die Umstände, an unterschiedlichen Plätzen dieses Planeten zu leben, war es uns nicht gegeben, uns allzu oft zu sehen. Schon damals war Isaias jener weise Mann, den ich zutiefst liebte, und der unmittelbar nach unserer Begegnung erkannt hatte, welche wesentlichen Themen in meinem Leben der Heilung bedurften – Vertrauen, Liebe, Nähe und Sexualität. Sein vermeintlicher Plan mir dabei zu helfen, war für mich damals wirklich schwer erfassbar. Wir sollten uns bloß einmal im Monat an einem anderen Platz der Erde treffen, um höchste Intensität zu erleben und danach wieder in unser eigenes Leben zurückzukehren, ohne zwischen den Begegnungen miteinander zu kommunizieren. Anfangs war ich mir ziemlich sicher, er würde ein Doppelleben führen, doch schon bald durfte ich erkennen, dass ich mich auf alles, was er versprochen hatte, verlassen konnte. Das versprochene Ticket kam immer pünktlich für die nächste Destination, ich spürte von Mal zu Mal mehr, wie sehr er mich liebte, ohne mich besitzen zu wollen, und wie wichtig es ihm wirklich war, mich auf meinem Weg zu begleiten, indem er mir jederzeit all die Freiheit gab, die ich dafür benötigte. Langsam begann ich Vertrauen und zugleich tief empfundene Sicherheit zu erfahren. Auch meine Sexualität mit ihm wurde immer schöner, immer intensiver, immer erfüllender – sodass sie mich von Mal zu Mal tiefer und ganzheitlicher berührte. Durch unsere langen Trennungsphasen konnte ich auch meine Intensität der Lust aufrechterhalten, die in all meinen Beziehungen zuvor irgendwann immer weniger wurde, um zuletzt ganz zu vergehen. Mir war aus meiner traumatischen Kindheitsgeschichte natürlich erkennbar, dass es damit zu tun hatte, dass mir Liebe und intensive Nähe in Verbindung mit Sexualität irgendwann unbewusst Angst zu machen begannen, weil ich dabei offensichtlich das Gefühl hatte, dem Mann, den ich liebte, zur Verfügung stehen zu müssen. Das genau war leider das Thema meines sexuellen Missbrauchs, der sich über lange Zeit in meiner Kindheit und Jugend hinzog, doch immer nur in den seltenen Momenten stattfand, in denen ich mit meinem Vater sein durfte. Mein Vater war eine Pracht von einem Mann, ein perfekter Verführer, und er erzeugte in mir auch Lust. Und das hatte mich geprägt, so sehr, dass ich – jene lustvoll feurige Frau, die ich zu Beginn jeder Beziehung bin – sehr schnell wieder jede Lust verlor, wenn Liebe und damit mehr Nähe ins Spiel kamen.
Bei Isaias war alles anders. Er hatte mich und meine Situation erfasst und einen ganz anderen Weg in unsere Liebesbeziehung gewählt. Schon damals schien seine Seele zu erkennen, was ich tatsächlich brauchte.
Und dann das!
Interessanterweise hatten mein Mann und ich geplant, in diesem Jahr länger auf Mallorca zu bleiben, weil wir unser Haus auf der Isla Mujeres vermietet haben, weshalb ich noch im Herbst in Europa war. Ich selbst musste heuer auch in der Nähe von Salzburg bleiben, weil wir am Haus, in dem meine Wohnung war, eine langwierige Baustelle hatten, die mich als Eigentümerin einer der Wohnungen sehr forderte. Außerdem hatte sich bereits zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit in unserer Sommerresidenz auf Mallorca eine ungewöhnliche Situation aufgetan, die uns eine neue Entscheidung für unsere Beziehung treffen ließ. Wieder war es mein Mann, der zu erahnen vermochte, was sich bei uns – vor allem für mich – noch zeigen würde.
Da ich nun auch ab Ende September wieder für kurze Zeit nach Salzburg musste, folgte ich nach langem Zögern Medeas Einladung, im Oktober zu ihrem Herbstfest nach Immenstadt im Allgäu zu fahren, jener lebendigen Medea, die als Russin einen Schweden geheiratet hatte und mit ihrer Familie in Deutschland lebt. Sie wollte mich bei ihrem Fest unbedingt ihrem Dom Ralph und wichtigsten ihrer vier Liebhaber vorstellen, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt bereits seit knapp drei Jahren neben ihrer Ehe, in der sie schon lange keinen Sex mehr mit ihrem Mann haben wollte, sporadisch eine „spielerische Nebenbeziehung“ lebte – in einem scheinbar sehr lustvollen Spiel, wie sie mir vermittelte. Irgendwie wollte sie mir mit diesem Mann, der zusätzlich noch andere Subs hatte, ihre polyamore Lebensweise schmackhaft machen. Durch meinen Besuch bei ihr im Sommer und unseren regelmäßigen Telefonkontakt wusste sie auch von meiner Krise, durch die ich in dieser Zeit gegangen war. Isaias konnte mich nicht dorthin begleiten, weil er in derselben Woche geschäftlich in Buenos Aires zu tun hatte.
Doch dort ist es dann tatsächlich passiert, dass alles anders werden sollte.
Ich glaubte schon stabil zu sein nach diesen Wochen der Trennung und des „Nachhause-Zurückkehrens“ zu Isaias. Er hat mir über den Sommer den Freiraum gegeben zu experimentieren, und nach wenigen neugierigen Versuchen, vor allem mit zwei jüngeren Männern etwas Neues, etwas Außergewöhnliches zu erleben, habe ich erkannt, dass mir doch nicht wirklich noch irgendetwas abgehen würde. Der einzige, mit dem mir eine Begegnung große Lust bereitet hatte, und den ich auf ganz spezielle Weise kennengelernt habe, war ein schöner junger Mann namens Heimo. Aber auch mit ihm wollte ich mich kein zweites Mal treffen, weil es mir irgendwie zu kompliziert erschien, und ich außerdem bald danach mein Vollmondtreffen im August mit meinem geliebten Mann auf den Azoren hatte, wo wir eine traumhaft schöne Zeit miteinander verlebten. Ich fühlte mich wie im Honeymoon – zumal diese Art der Reise schon etwas ungewöhnlich für mich gewesen war. Die Freiheit, die mir Isaias bedingungslos gegeben hatte, ermöglichte mir, wieder seine Nähe zu genießen. Noch stärker glaubte ich an meine neugewonnene Stabilität, nachdem unser September-Vollmondtreffen auch unseren gemeinsamen Fünf-Tage-Workshop für Paare auf Mallorca beinhaltete, und mich diese Gruppenleitung mit meinem Mann derart erfüllte, dass ich der Meinung war, mich könne nun nichts mehr erschüttern.
Doch jetzt, am Morgen nach Medeas Herbstfest, ist alles anders, ganz anders, ausgelöst durch Medeas Dom, der mich wiedersehen möchte nach diesen wenigen aber intensiven Minuten ekstatischen Erlebens zwischen Tür und Angel. Er löst ein Verlangen und Sehnen in mir aus, das mich gerade vollkommen aus der Bahn wirft. Die anderen sitzen schon am Frühstückstisch, und auch Ralph ist unmittelbar nach unserer kurzen lustvollen Begegnung nach unten gegangen, nachdem ich mich hilflos verzweifelt von ihm losgerissen hatte.
So stehe ich hier im Vorzimmer von Medeas und Svens Haus und zittere am ganzen Körper, der vor Lust und Sehnsucht bebt…
Wie soll ich in diesem Zustand, von purer Lust erfüllt und unfähig mich zu beruhigen, nach unten gehen, um zu frühstücken? Mein Hunger, den ich gerade verspüre, ist ein vollkommen anderer, anders als ich ihn bisher erlebt habe, wenn ich Lust auf Sex hatte, einfach ganz anders…
Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe, gehe ich dann doch zum Frühstück – die anderen sitzen schon am Tisch. Medea setzt mich sogar an Ralphs Seite, was keineswegs dazu beiträgt, meinen hocherregten Körper zu beruhigen. Ich befinde mich in einem Zustand, den ich schon von früher kenne. Wenn mich die pure Lust packt, bin ich unfähig klar zu denken, meine Yoni ist am Fließen und ich wünsche mir nur mehr – und am liebsten unverzüglich – von einem harten mich durchdringenden Penis ausgefüllt, wild genommen zu werden und in meine Ekstase abzuheben. All das ist im Moment undenkbar. Einerseits sitze ich am selben Tisch mit Sophia, seiner Lebenspartnerin, und mit Medea, seiner „Sub-Princess“, wie sie sich mir gegenüber selbst bezeichnet hat, andererseits hätte ich mir in meiner „sacred relationship“ mit Isaias, die sich gerade wieder stabilisiert hatte, nicht vorstellen können, schon wieder mit einem anderen Mann Sex haben zu wollen. Ich war mir doch vor kurzem noch so sicher, ab nun wieder mit Isaias in Mallorca zu leben, um unsere besondere, mir so wertvolle Beziehung monogam weiterzuführen.
Mein Glück ist, dass Ralph und Sophia bald abfahren, und ich auch ein paar Stunden später meine Heimfahrt nach Salzburg geplant habe, um dort alles zu regeln, bevor ich wieder endgültig nach Mallorca siedle. Bin ich froh, ein wenig Abstand gewinnen zu können und mich zu sammeln, bevor ich meinem geliebten Isaias begegnen würde!
Diese vier Tage hier haben alles in mir aufgewühlt, was zuvor zur Ruhe gekommen schien. Eigentlich wollte Medea schon – sie hat mir auch diesen Vorschlag gemacht – einen Vierer in der Nacht ihres Festes mit Ralph, Mark und mir. Ich hätte es nicht gewagt, mich auf so etwas einzulassen, doch habe ich bei unseren vielen Gesprächen bemerkt, wie sehr mich eine derartige Konstellation doch noch reizen würde. Medea ist die erste Frau, deren Anwesenheit beim Sex ich mir gut vorstellen könnte, wenn ich mir auch keine sexuelle Interaktion mit ihr wünsche. Allerdings reizt mich eher die Vorstellung, zwei Männer parallel zu haben. Damals in Paris war ich, verliebt wie ich war, eher nur halbherzig bei der Sache und Isaias bloß Zuseher. Im Moment sind wieder all meine früher unterdrückten Sehnsüchte erwacht und ich fühle mich jetzt unglaublich schlecht. Wie kann mir so etwas in meiner so liebevollen Beziehung überhaupt noch passieren?
Bei meiner Heimreise nach Salzburg, wo ich glücklicherweise noch meine Wohnung habe, die mir im Moment auch ein Rückzugsplatz ist, fühle ich tiefe Schuld aufkommen – ich fühle mich Isaias gegenüber als Betrügerin, weil ich ihm im September klar mitgeteilt habe, meine Freiheit zum Experimentieren nicht mehr zu benötigen. Nun ist es tatsächlich passiert, dass ich Ralph geküsst habe und plötzlich dieses tiefe Verlangen in mir erlebe, das ich schon lange bei keinem Mann mehr erlebt habe, und das sich auf eine ganz spezielle Weise tief animalisch anfühlt. Genau durch eine ähnliche Situation ist meine erste Ehe gescheitert. Damals hatte ich meinem Mann alles gestanden – ich hatte mit einem jungen Kellner aus unserem Urlaubshotel heimlich geschmust und hätte Lust gehabt, mit ihm Sex zu haben. Gottfried hat mir daraufhin, ohne jegliche Auseinandersetzung mit dem Thema, die Scheidungspapiere auf den Tisch geknallt. Das, obwohl ich ihn noch nicht einmal wirklich betrogen hatte. Sein Ego war zutiefst verletzt. Zwei Wochen später hatten wir einen Scheidungstermin. Obwohl wir die Scheidung letztlich zu dieser Zeit noch nicht vollzogen hatten, wurde die Ehe immer schlechter und endgültig ein Jahr später geschieden.
Ich bin damals an meiner eigenen Schuld zerbrochen. Ich hatte mich um Treue bemüht und hatte letztendlich doch für kurze Zeit einen rumänischen Straßenmusiker – der inzwischen eine erfolgreiche Band leitet – als Liebhaber. Gottfried, der mich, wie ich mir inzwischen sicher bin, immer schon betrogen hatte, konnte mich damit endgültig zur Schuldigen am Scheitern unserer Ehe erklären.
Der Gedanke an meine Vergangenheit lässt wieder alle Ängste in mir aufsteigen.
‚Was tue ich jetzt bloß?‘ Ich spüre meine Schuldgefühle und weiß zugleich, dass ich etwas mit Ralph erleben möchte, was ich mir vor der Ehe mit Isaias aus Angst vor Selbstverletzung nicht gewähren konnte. Ich will einen Mann, der mich dominiert, ich will doch nochmals Sex mit mehreren – zumindest zwei – Männern und ich will einfach ungehemmt ficken – ganz ohne Tabus.
‚Kann es mir möglich sein, das mit meinem eigenen Mann so zu erleben? Bedeutet das womöglich wieder das Ende meiner Ehe? Aber ich weiß doch, dass Isaias mir jeden Freiraum gewährt. Kann es wirklich möglich sein, so ein Begehren für einen anderen zu spüren und doch lustvollen Sex mit dem eigenen Mann zu genießen? Wird es mich dann irgendwann wieder einholen, wenn ich es mir jetzt verbiete?‘
Viele wirre Gedanken gehen mir durch den Kopf. Wieder beginne ich darüber nachzudenken, wann es genau geschehen ist, dass meine Lust für meinen Mann nachgelassen hat. Eigentlich war es ein schleichender Prozess, in dem ich langsam spürte, den Sex mit Isaias nicht mehr so zu genießen wie davor. Meine Lust ließ immer mehr nach. Ich weiß noch, wann der Punkt gekommen ist, als ich wieder gefühlloser geworden bin. Es war zu der Zeit, in der ich mir wirklich sicher war, dass ich Isaias zutiefst vertrauen könne, und er der Mann ist, der mich als seine Göttin und Geliebte wahrhaft zutiefst verehrt. Es begann, als ich mich auf allen Ebenen sicher fühlte und spürte, dass diese Liebe nicht zerstörbar ist. Niemals hätte ich mir nur im Ansatz denken können, dass mir das auch mit Isaias passieren könnte. Ich war mit dem Gefühl in unsere Beziehung gegangen, von den Fesseln der Vergangenheit befreit zu sein. Mein Vater ist noch vor unserer Hochzeit mit meiner Begleitung friedvoll gestorben, ich konnte ihm scheinbar alles verzeihen, was er mir angetan hatte, und durch meine Ehe mit Isaias endlich auch den Namen meines Vaters für mein neues Leben ablegen. Interessanterweise hatte mein geschiedener Mann bei unserer Scheidung von mir verlangt, dass ich seinen Namen ablegen müsste, und mich damit indirekt wieder an den Mann gebunden, der mir in meinem Leben ohnehin niemals eine glückliche Beziehung gegönnt hatte – an meinen Vater. Diese Tatsache ist mir erst viel später bewusst geworden. Durch meine zweite Eheschließung hatte ich dann einen wunderschönen und bedeutungsvollen, neuen Namen bekommen, der sich für mich wahrhaft lebensspendend und befreiend anfühlt – Vidal, die „Leben Gebende“, vom spanischen Wortstamm „vida dar“.
Nun sitze ich hier im Auto und denke mit Tränen in meinen Augen an diesen lauen Abend, an dem ich erstmals bewusst erlebte, wie mein Körper wieder endgültige Zeichen setzte sich zu verschließen. Es war relativ bald nachdem wir von der Isla Mujeres auf unsere Sommer-Insel Mallorca gekommen sind, einige Tage nachdem ich vom Frauen-Kongress und meinem Besuch bei Freunden in München und am Chiemsee Anfang Mai nach Hause zurückgekehrt bin.
Isaias hatte uns ein köstliches Abendessen bereitet, Kerzen angezündet und den ganzen Raum in eine sinnliche Atmosphäre gehüllt. Draußen hatte es geregnet, ein warmer Frühsommerregen, weshalb wir bei offenen Terrassentüren und dem sanften Meeresrauschen im Hintergrund unser Essen genießen konnten. Wie liebevoll er unser sinnliches „Love-Dinner“, wie er es nannte, zubereitete. Ich durfte bei den Vorbereitungen die Küche nicht betreten, weswegen ich noch einen kurzen Spaziergang dem Meer entlang machte und den Regen auf mich prasseln ließ – herrlich so ein warmer Frühsommerregen. Danach kam ich durchnässt nach Hause und huschte in die Dusche, um mich für unseren Abend herzurichten. Als Isaias ins Badezimmer kam und mich kurz und intensiv zu küssen begann, mir sanft mit seinen Händen über meine nackten Brüste strich und die Hände vorsichtig nach unten zu meiner Yoni gleiten ließ, spürte ich schon, wie mein Körper unvermittelt Anspannung erzeugte statt sich wie üblich lustvoll zu öffnen und meinem Geliebten entgegen zu wölben. Mein sensibler Mann merkte es natürlich auch sofort und zog sich unmittelbar wieder zurück, ohne mir irgendwie das Gefühl zu vermitteln, ich sei nicht in Ordnung. Was bei mir in dem Moment jedoch auftrat, war Angst, beinahe Panik. Vor dem Spiegel, vor dem ich daraufhin bewusst sinnlich meinen Körper von oben bis unten eincremte, meine Brüste sanft massierte, meine „La Fleur“, wie ich meine Yoni bezeichne, mit Kokosöl verwöhnte und mein Gesicht achtsam und mit Liebe dezent schminkte, begann sich mein Körper wieder zu entspannen. Ich atmete tief in meinen Bauch und Schoßraum hinein und verhalf mir damit wieder, so ganz in den Moment zu kommen, die Ängste der Vergangenheit nicht auf meine jetzige Situation zu projizieren und mich mit Vorfreude auf unseren schönen Abend nach unten zu begeben.
Isaias hatte den Tisch wunderschön gedeckt und bereits die Vorspeise serviert, um mich wie eine Königin zu empfangen und zum Tisch zu geleiten. Wir genossen unsere Zweisamkeit, unsere Gespräche, die Reflexion über unseren letzten gemeinsamen Workshop und erfreuten uns am Anblick des anderen. Wann immer ich in seine Augen blicke, geht mein Herz weit auf. Es ist unbeschreiblich, welch tiefe Liebe ich für meinen Mann empfinde. Doch an diesem Abend schlich sich immer wieder für kurze Momente die Angst ein, meine Lust nicht mehr zu erleben. Unbewusst tat ich alles, um den Abend mit Gesprächen zu verlängern, in der Hoffnung, dass sich entweder mein Feuer entfachen oder Isaias zu müde sein würde, mich verführen zu wollen. Ich war unfähig, über meine Ängste zu sprechen. Mein sensibler Mann jedoch spürte es und kam von hinten vorsichtig auf mich zu, begann mir über mein Haar zu streichen, mich achtsam in meinem Nacken zu küssen und mir Worte der Liebe ins Ohr zu flüstern. Außerdem wollte er mich beruhigen, dass ich mich nicht unter Druck fühlen sollte. Wenn er nur gewusst hätte, wie groß meine Angst in dem Augenblick war. Ich fürchtete, dass ich nun wieder, wie in jeder früheren Beziehung gefühllos werden könnte, und dann irgendwann gehen müsste. Ich wollte mich spüren, meine Lust, meine Sinnlichkeit, meinen Körper. So stand ich auf und drehte mich zu ihm um, um ihn wild und begehrlich zu küssen und bat ihn, mit mir Sex zu haben. Er nahm mich auf seine kräftigen Arme und trug mich in unser Schlafzimmer mit Dachfenster in den strahlenden Sternenhimmel, legte mich aufs Bett und begann mich langsam auszuziehen, um dann meinen Körper von oben bis unten mit seinen Lippen und zärtlichen Händen zu liebkosen, meine sensiblen Brüste zu umkreisen, meine Brustwarzen zwischen seine Lippen zu nehmen und hingebungsvoll an ihnen zu saugen, etwas, was mich zumeist schon zum Orgasmus bringt, damals jedoch bloß ein sanftes Prickeln in meinem Körper auszulösen begann. Ich konnte mich nicht fallen lassen, nicht wirklich genießen und hatte zugleich unendliche Sehnsucht nach ihm. Ganz vorsichtig glitt er mit seinem Mund über meinen Bauch nach unten zu meinem Venushügel und während er mit seiner Zunge meine Klitoris wissend und intensiv umkreiste, sie sanft zwischen seine Zähne nahm, fuhr er vorsichtig mit zwei Fingern in meine Liebeshöhle, die zumindest schon ein wenig feucht war. Üblicherweise fließe ich aus, wenn ich in meiner Lust bin, doch damals war es anders, ich spürte meine Yoni nur leicht erregt, nicht heftig pulsierend wie sonst üblich, wenn ich mich nach nichts mehr als nach Vereinigung sehnte. Auch seine wendigen Finger brachten mich bloß zu einem leichten Stöhnen, aber nicht in meine mir so vertraute begehrende Leidenschaft. Ich versuchte meine Gedanken zu beruhigen und mich in den Moment zu atmen, was mir nur schwer gelang. Eines war mir klar, ich durfte nicht wieder mit demselben Spiel beginnen wie in meiner ersten Ehe – so zu tun, als würde ich es wollen, mich von ihm vögeln zu lassen und ihn von Mal zu Mal mehr dafür zu verachten, weil ich dabei das Gefühl hatte, dass er mich ohnedies einfach benutzte. ‚Lag es vielleicht daran, dass wir immer mehr in die allzu sanfte tantrische Sexualität geglitten sind, in jene Sphären transformierender Ekstase, die ich mir immer zu erreichen gewünscht hatte? War mein Körper plötzlich so leblos, weil ich meine hormonellen Veränderungen erlebe? War ich nicht mehr fähig zu genießen und meine Ekstase zu spüren? Hatte ich Sehnsucht wieder einmal bloß gefickt statt immer nur „geliebt“ zu werden?‘ All diese Gedanken schossen mir durch den Kopf und begannen mich mehr und mehr vom Genuss abzulenken. ‚Vielleicht sollte ich mich einfach wieder auf wilderen und animalischen Sex einlassen?‘ Ich bat Isaias zu mir zu kommen, in mich einzudringen und mich seine Nähe spüren zu lassen. Er tat es, achtsam, langsam, da ich ja noch nicht wirklich sehr nass war, und mit vollkommener Ergebenheit zu meiner Weiblichkeit. In diesem Moment brach ich in Tränen aus und wollte nichts anderes mehr als endlich wieder einmal wild und zügellos gefickt zu werden. „Fick mich, bitte nimm mich hart, ich will dich spüren…!“ all dies und noch viel mehr kam wie eine Sturzflut aus mir hervor, und Isaias begann vorsichtig, aber doch wilder und heftiger in mich zu stoßen, während ich immer mehr Wut und Verzweiflung in mir spürte, anfing, auf seinen Brustkorb zu schlagen und ihn dann wild und ungezügelt auf die Seite drehte, um mich auf ihn zu setzen und mir einen Orgasmus zu holen. Ich begann vollkommen ungezügelt auf ihm zu reiten, abgetrennt und fordernd. Nichts anderes wollte ich in diesem Moment als einen explosiven Orgasmus zu erleben, der mir dazu verhelfen sollte, meinen Körper endlich wieder voll und ganz spüren zu können. Es wurde mehr zu einem Kampf, in dem es mir wie durch einen Gewaltakt letztendlich doch irgendwann gelang, meinen ultimativen Orgasmus aus mir zu schreien, um danach verzweifelt weinend auf Isaias´ Brustkorb zusammenzusacken.
Wie dankbar ich sein kann einen Mann zu haben, der mich in jedem Moment so sein lässt wie ich bin. Ich habe noch nie einen bewussteren Mann in meinem Leben kennengelernt. Ich schämte mich in dieser Nacht und gleichzeitig spürte ich, wie etwas in mir sich von meiner großen Liebe zurückzuziehen begann, während Isaias mich kraftvoll und zärtlich zugleich in seinen Armen hielt.
Was ist gestern mit mir geschehen, an jenem wunderschönen Mai Abend, an dem ich von meinem Mann unbeschreiblich liebevoll verwöhnt wurde? Irgendetwas in mir hat den Anschein, sich verändert zu haben…
Erschöpft und traurig wache ich an jenem Morgen neben Isaias auf. Er schläft noch tief und fest und ich beobachte diesen schönen Mann mit seinen sanften Gesichtszügen, die unbeschreiblich friedvoll wirken. Üblicherweise würde ich mich jetzt ganz innig an ihn kuscheln und mir seine Wärme und Nähe wünschen, doch im Moment ist mein Bedürfnis eher, alleine und ganz leise aufzustehen, um mich zu sammeln und das, was gestern mit mir passiert ist, zu reflektieren. Ich schleiche ins Badezimmer und bemühe mich sehr, meinen Mann nicht aufzuwecken – ich brauche Zeit für mich.
Schweigend sitze ich mit meinem Kaffee auf unserer Terrasse und starre vor mich hin, als ich Isaias von hinten kommen höre. Zärtlich berührt er meine Schultern, gibt mir einen Kuss auf meine Stirn und zieht sich zurück, weil er vermutlich spürt, dass mich gerade jede Berührung zusammenzucken lässt. Gemeinsam bereiten wir unser Frühstück, wortkarg wie ich bin und immer wieder gegen meine Tränen ankämpfend. Ich weiß, dass ich mit ihm reden muss und kann es doch nicht.
Also bitte ich ihn, nach einem von meiner Seite schweigsamen Frühstück, einen Spaziergang zu machen. Lange spazieren wir am Meer entlang, wobei es mir gelingt, mich immer mehr zu öffnen und meinem Mann all meine Ängste zu schildern, vor allem die, dass sich wieder mein altes Muster zeigt. Dies bedeutet, dass ich mich nicht mehr sexuell spüren und erleben kann, was irgendwann zwangsläufig dazu führen muss, mir andere Männer zu erlauben oder zu gehen. Ich weine unaufhaltsam und bin zutiefst verzweifelt, weil ich mir so sicher war, dass mir das mit dem Mann, den ich wirklich aus tiefstem Herzen liebe, nie mehr passieren würde. Ich dachte, dass ich bereits vollkommen geheilt bin vom Trauma meiner Kindheit und ich endlich – noch mehr nach dem Tod meines Vaters – frei für meinen Mann sein würde. Mein Körper zittert und ich bekomme nach langer Zeit wieder einmal rasende Kopfschmerzen. Isaias lässt mich reden, ohne mich einmal zu unterbrechen. Erst nachdem alles aus mir herausgebrochen ist, was mich zutiefst belastet, fragt er mich, was ich denn brauchen würde, um mich besser zu fühlen, was er für mich tun könnte. Im Moment sehe ich mich nur mehr auf der Flucht, wohin weiß ich allerdings nicht. Wir verbringen den ganzen Tag im Gespräch, in dem ich zwischendurch auch seine Traurigkeit erlebe, seine Hilflosigkeit in Anbetracht der Situation, und sein Bemühen mir zu helfen. Irgendwann sprudelt es aus mir heraus: „Mir macht deine bedingungslose Liebe Angst. Wie kannst du mich nur so lieben? Außerdem habe ich überhaupt keine Lust mehr auf diesen, ach, so sanften Sex.“ ‚„Make love, no sex“, das hat mir schon einmal ein Exfreund einreden wollen, weshalb ich ausbrechen musste. Aber ich weiß doch, dass mein Mann mir alles bieten kann und will, was mir wichtig ist – er ist nicht mit Adam zu verwechseln, der es bewusst vermeiden wollte, mich hart zu nehmen, aus welchem Grund auch immer!‘
„Ich will endlich wieder einmal gefickt werden, einfach hart und ohne Rücksicht genommen werden. Ich will meine Lust zurück… Ich will mich endlich wieder einmal richtig spüren…!“
Verzweifelt wie ein trotziges kleines Mädchen renne ich aus dem Haus, zum Meer hinunter, reiße mir die Kleider vom Leib und laufe ins Wasser, in dem ich schreiend, weinend und tobend untertauche, wieder auftauche, weit hinausschwimme und mich dann irgendwann erschöpft auf der Wasseroberfläche dahintreiben lasse. Wut ist in mir, Wut auf mich selbst, Wut auf meinen Mann, der so verständnisvoll ist und mir nichts entgegenhält. Aber ich weiß, welch ein starker Mann er ist, und dass es genau diese Stärke ausmacht, die ihn so reagieren, eigentlich eben nicht reagieren lässt. Ich fühle mich plötzlich so wertlos – neben diesem weisen, starken Mann, der scheinbar keine Schwächen hat. Ich will nur mehr provozieren – mein „Selbstsaboteur“ ist gerade voll und mächtig im Spiel, jener selbstzerstörerische Anteil in mir, der mich schon oftmals in meinem Leben entweder körperlich oder psychisch ruinieren wollte – was so manches Mal beinahe gelungen wäre. Wild und ungestüm fange ich wieder an, mich im Wasser zu bewegen, nach unten zu tauchen und all meine Verzweiflung aus mir zu schreien. Bin ich froh, dass wir so abseits von anderen Stränden liegen! Mit all dieser aufgeladenen und verzweifelten Energie laufe ich nackt und nass wie ich bin, zurück zu unserem Haus, wo Isaias auf der Terrasse steht und mich offensichtlich achtsam beobachtet hat, um im Notfall einzugreifen. Er kennt ja meine Lebensgeschichte, in der ich mich schon oft in Lebensgefahr begeben habe. Sein Anblick macht mich gerade noch wütender… Aufgebracht laufe ich auf ihn zu und fordere ihn mit einer mir selbst fremden Stimme auf: „Komm, schlag mich, tu doch endlich etwas, um mich zu bestrafen, hör endlich auf, dauernd nur lieb und verständnisvoll zu sein, schlag mich und fick mich…!“ Dann packe ich ihn an seinen Armen, um ihn ins Haus zu schieben. Er schüttelt sich ab, dreht sich um und geht. Verzweifelt renne ich ihm nach ein paar Minuten der Paralyse nach und bitte ihn um Verzeihung. Er sieht mich fassungslos an und meint, dass es nichts zu verzeihen gibt, er aber so nicht mit mir sein wolle. Und er würde mir den Gefallen, mich unter solchen Umständen zu ficken, nicht machen – er hätte keine Lust auf Demütigungen dieser Art.
Ich bin aufgebracht und zornig und weiß nicht, wie ich mich beruhigen soll. Das einzige, was Isaias in diesem Moment tut, ist mich in seine Arme zu nehmen, mich zärtlich zu küssen und festzuhalten. Dann nimmt er meine zitternde Hand, geht mit mir ins Haus und legt sich mit mir auf unsere große weiße Sofalandschaft, hüllt mich in eine warme Decke, um mich danach ganz eng an sich zu ziehen, damit ich meinen bebenden Körper beruhigen könne. Ich weine und weine und weine, ohne zu wissen, was gerade alles aus mir herausbricht. In diesem vollkommen unkontrollierbaren Zustand spüre ich meine Lust, zugleich meine Angst, meinen Mann zu verlieren und das tiefe Verlangen, Sex zu haben. Ich drehe mich zu ihm um, um ihn fordernd und zugleich verzweifelt zu küssen - meine Lust flammt tatsächlich auf, meine Wut ist verflogen. Tief blickt er mir in meine Augen, intensiv und in Liebe. Er wartet, bis ich mich etwas beruhige, dann erwidert er meine Küsse ebenso begehrend wie ich es von unseren ersten Begegnungen von ihm gewohnt war. Unvorbereitet springt er auf und fordert mich mit strenger Stimme auf: „Bleib, wo du bist!“ Ich liege da, immer noch nackt wie ich aus dem Meer zurückgekommen bin und vor purer Lust bebend. Hitze überkommt mich und ich reiße mir die Decke vom Körper – glühend wie inzwischen mein Körper ist. Schon kommt er wieder zurück, fesselt meine beiden Arme nach oben, bindet mich fest, wickelt einen Seidenschal um meine Augen und fixiert auch noch meine Beine, sodass ich nunmehr bewegungslos und zitternd vor ihm liege. Dann beginnt er mich ganz zart, ganz sanft bei den Zehen zu berühren, sie in seinen Mund zu nehmen und jede einzelne Zehe zu liebkosen. Es macht mich verrückt. „Fick mich, bitte nimm mich … ich ertrage das nicht mehr!“ Doch Isaias lässt sich von meinen Aufforderungen nicht beirren. Zärtlich liebkost er Millimeter für Millimeter meines bebenden Körpers, sehr darauf bedacht, weder meine Vulva noch meine Brüste zu berühren. Ich spüre, wie sehr mich das erneut wütend macht, zugleich genieße ich es und doch will ich einfach nur genommen werden – er weiß es doch, dass ich diese mir zumeist langweiligen Vorspiele nicht mag, wenn sie zu lange dauern. Immer wieder zische ich, dass er mich doch endlich nehmen solle, dass ich gefickt werden möchte, und dass er damit aufhören möge, mich so rasend zu reizen. In dem Moment hört er tatsächlich auf. Seine Hände, seine Lippen ziehen sich von meinem Körper zurück, wortlos. Wieder beginne ich zu weinen, einerseits vor Angst, dass er mich hier so zurücklässt, andererseits vor bebender Lust, die ausschließlich Befriedigung erfahren möchte. Meine Vagina fließt aus. So liege ich nun da, gefesselt, fixiert, bebend und weinend… und ich habe keine Ahnung, was geschehen würde.
Irgendwann – es erscheint mir wie eine Ewigkeit – kommt er zurück, hält mir ein Glas Wasser an den Mund, aus dem ich trinken kann, und tropft mir vorsichtig den Rest des Inhalts von oben über meine Brüste, die sich nach nichts mehr als Berührung sehen, nach unten über meine Vulva. Dann spüre ich seine Lippen an meiner rechten Brustwarze, die innig und fordernd an ihr zu saugen beginnen, während seine Hand meine linke Brust knetet. Es ist ein fantastisches Gefühl, in dem ich mich vollkommen loslassen kann, bis es einen ersten sanften doch wunderbaren Orgasmus in mir auslöst. Unbeirrt liebkost er mich weiter, öffnet mit seinen Händen meine schon triefend nasse „La Fleur“, leckt mich köstlich mit seiner Zunge und fährt mit seinen Fingern – ich weiß nicht mit wie vielen – in meine Grotte. Unverzüglich erlebe ich, wie sich mein Unterleib nach oben wölbt, mein Körper sich aufbäumt und ein heißer Strom aus meinem Inneren nach außen fließt, während ich mit einem Aufschrei zu einem herrlich intensiven und zugleich friedvollen Höhepunkt komme – ich spüre, wie alles unter mir nass geworden ist. Wie sehr ich die Dunkelheit genieße, die die Augenbinde mir ermöglicht. Plötzlich fühle ich mich wie in einem Strudel, der mich in die Tiefe fallen lässt und nichts mehr braucht als sich selbst zu verwirklichen – vollkommene Hingabe. Schon ist Isaias über mir und mit einem tiefen Stoß in mir, der mich erzittern lässt und zu einem weiteren sanften, aber intensiv erlebbaren Orgasmus bringt. Dann ruht er ihn mir, sein mich so herrlich ausfüllender harter Penis pulsiert im Rhythmus mit den Innenwänden meiner heißen Höhle, und ich fühle mich in eine Dimension getragen, die mich einfach nur mehr sein lässt. Wild beginnt er mich dann zu stoßen und meint: „Na, du kleines Luder, ist es das, was du von mir möchtest?!“ Ich bin derart weit weg, dass ich nur mehr erwidere: „Nimm mich, ich gehöre nur dir, fick mich, mach bitte mit mir alles, was du willst!“ Genau in dem Moment zieht er seinen herrlichen Schwanz mit einem Ruck aus mir, öffnet mir die Fesseln, nimmt die Augenbinde von meinen Augen und fordert mich harsch auf, ihn jetzt zu reiten. Allerdings verlangt er auch von mir, ihm dabei ununterbrochen in die Augen zu sehen. Ich tue es, beginne mich wild und ungestüm auf seinem Schwanz niederzulassen und ihn ungezügelt zu reiten. Ich weiß, dass er mir dabei immer, so lange ich es brauchte, standhalten konnte. Während ich mich hemmungslos auf ihm bewege und ihm dabei unentwegt in seine Augen schaue, beginnt sich in mir diese schon so lang vermisste unbändige Hitzewelle aufzubauen, wie in einem Vulkan, der nichts mehr anderes möchte, als seine Lava nach außen zu speien. Meine Finger krallen sich in seinen schönen, kraftvoll männlichen Brustkorb und ich genieße es zu erleben, wie ich tatsächlich immer intensiver zu beben beginne, bis sich mein heftiger Atem irgendwann zu einem lauten Lustschrei verwandelt, mit dem ich meinen schon lange nicht mehr so intensiv erlebten wilden und ungezügelten Orgasmus aus mir schreie und mir danach nichts mehr wünsche als einen und noch einen und noch einen… zu erleben – pure Gier nach mehr. Isaias blickt mir dabei andauernd in meine Augen und fordert mich auf: „Na, du kleines Luder, komm, mach es dir, hol ihn dir! Du wirst doch nicht schlappmachen!“ Und tatsächlich entlädt sich aus mir ein Orgasmus nach dem anderen. Mein Gott, wie lange habe ich das schon nicht mehr erleben können. Zuletzt spüre ich, wie sich auch bei Isaias die Energie seines Körpers aufbäumt und wir gemeinsam einen letzten, unfassbar intensiven Orgasmus aus uns herausschreien. Dann sacke ich lachend und weinend zugleich auf seinem Brustkorb zusammen und fühle mich wie von einer großen Last erlöst.
