Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? - Tom Koenigs - E-Book

Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? E-Book

Tom Koenigs

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Beschreibung

Woche um Woche hält der Sondergesandte Tom Koenigs seine Erlebnisse und Erfahrungen in Afghanistan für sich und seine Freunde fest. Er erzählt von den komplizierten diplomatischen Beziehungen, von westlichen Botschaftern, denen das Hemd näher ist als die Hose, von der problematischen Rolle der Medien, von wilden Autofahrten und hoher Diplomatie im Wüstensandsturm, von seinem Besuch beim König und den Reisen nach New York zu Kofi Annan. Immer wieder beschreibt er das absurde Protokoll, den Prunk und Plunder, seltsame Konstanten trotz der offensichtlichen Zunahme von Gewalt, Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten. Koenigs analysiert die Entwicklungen und stellt bald fest: Jeder getötete Taliban mobilisiert drei neue – wie das Gorgonenhaupt. Aber seine Gelassenheit beschützt der Alltag, sein Gesprächspartner Alberto, seine zwölf rumänischen Leibwächter und sein Gärtner, der die beiden Rosenstöcke im Garten pflegt, mit den sechs verschiedenen gepfropften Sorten. Da die Notizen ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, sind sie ganz »undiplomatisch« geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht zurück. Sehr kritisch, oft selbstkritisch schildern sie die eigenen Schwächen genauso ungeschützt wie die Freude des Diplomaten, dem mit seinen manchmal unorthodoxen Methoden Erfolg beschieden ist, indem er die komplexen Machtmechanismen für seinen Auftrag nutzt: die Sicherheit der Bevölkerung wiederherzustellen und die Menschenrechte zu schützen.

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Seitenzahl: 357

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Politik bei Wagenbach

© 2011 Verlag Klaus Wagenbach, Emser Straße 40/41, 10719 Berlin Alle Rechte vorbehalten.

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ISBN 978 3 8031 4100 2

Tom Koenigs

Machen wir Friedenoder haben wir Krieg?

Auf UN-Mission in AfghanistanHerausgegeben von Joscha Schmierer

Inhalt

Vorwort von Joscha Schmierer

Briefe aus Afghanistan

Kabul 17. Februar 2006

Kabul 19. Februar 2006

20. Februar 2006

27. Februar 2006

2. März 2006

4. März 2006

24. März 2006

25. März 2006

30. März 2006

6. April 2006

21. April 2006

27. April 2006

19. Mai 2006

30. Juni 2006

6. Juli 2006

4. August 2006

12. August 2006

13. August 2006

17. August 2006

22. September 2006

19. Oktober 2006

2. November 2006

1. Dezember 2006

3. Dezember 2006

1. März 2007

15. März 2007

3. Mai 2007

12. Juni 2007

19. Juli 2007

15. September 2007

27. September 2007

28. September 2007

3. Oktober 2007

11. Oktober 2007

26. Oktober 2007

29. November 2007

15. Dezember 2007

19. Dezember 2007

23. Dezember 2007

11. März 2011

Chronik Afghanistans

Abkürzungen

Personenverzeichnis

Für Alberto, Cavaliere di Solidarietà

Nach den Briefen findet sich eine Chronik, die Eckpunkte der vorangehenden Geschichte Afghanistans gibt.

Im anschließenden Abkürzungs- und ein Personenverzeichnis werden die im Text erwähnten Institutionen kurz erklärt bzw. die Personen mit ihrer Funktion zum Zeitpunkt der Mission vorgestellt. Bei Personen, die nur mit Vornamen genannt werden, wird bei der ersten Erwähnung der Nachname in Klammern ergänzt.

Vorwort

Dieses Buch ist Fundstück und Fundgrube, unverhofftes Zeugnis aus dem Blickwinkel eines ungewöhnlichen deutschen Politikers in hoher internationaler Position. Tom Koenigs war 2006 und 2007 Sondergesandter des Generalsekretärs der UN in Afghanistan und Chef der dortigen UN-Unterstützungsmission (UNAMA). Als er im Februar 2006 diese Funktion antrat, ging die internationale Öffentlichkeit weitgehend davon aus, dass sich das Land nun ganz auf den Wiederaufbau und die Einrichtung eines modernen Staatswesens konzentrieren könne. »Eigentlich ist ja der Krieg gegen die Taliban gewonnen«, schrieb Koenigs in einem Brief vom 21. April 2006, um dann nachdenklich hinzuzufügen: »… aber es gibt noch eine Reihe von Störenfrieden«. Tatsächlich wurde die Lage Afghanistans in genau diesen Jahren zunehmend instabiler. So wurde es zu einer wichtigen Aufgabe des SRSG (Special Representative of the Secretary-General), bei den UN die Einsicht in diese neue Entwicklung zu wecken, Konsequenzen vorzuschlagen und im Land umzusetzen.

Dass Tom Koenigs kein Diplomat war mit der üblichen Ausbildung durch das Auswärtige Amt, musste kein Nachteil sein. Stattdessen hatte er die praktische Arbeit als UN-Krisenmanager und Peacekeeper kennengelernt. So hieß es in der Mitteilung Kofi Annans, des damaligen UN-Generalsekretärs, über die Ernennung von Tom Koenigs: »Nach Jahren intensiver Arbeit auf dem Gebiet der Menschenrechtspolitik bei den Vereinten Nationen bringt er entsprechende Erfahrungen in die neue Aufgabe ein: Seit 2002 leitete er als Sondergesandter des UNO-Generalsekretärs die Beobachtungsmission der Vereinten Nationen in Guatemala (MINUGUA), die zur Überwachung des 1996 unterzeichneten Friedensabkommens zwischen den vormaligen Kriegsparteien eingesetzt war. Im Rahmen dieses Abkommens spielte die Aufarbeitung der in den Bürgerkriegsjahren begangenen Menschenrechtsverletzungen mit Hilfe der hierfür geschaffenen Wahrheitskommission eine zentrale Rolle.« Auf diese Erfahrungen aus der Mission in Guatemala stützte sich Tom Koenigs in Afghanistan, indem er und seine Mitarbeiter auf die Methode der »Verifikation«, eine genaue Untersuchung der Tatsachen, zurückgriffen, um sich im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen nicht im Gestrüpp von Gerüchten und Anschuldigungen zu verlieren. Diese Methode half etwa, die zivilen Opfer der Kriegsführung anzuprangern (siehe Brief vom 15. September 2007) oder dabei, den Hintergründen und Motiven der Selbstmordattentate auf die Spur zu kommen (siehe Brief vom 12. August 2006), und eine unabhängige Position einzunehmen. Dass einige der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Tom Koenigs ebenfalls bei MINUGUA waren, zeigt einen Vorteil des UN-Apparates: Oft kann die Zusammenarbeit der UN-Internationalen auf einen Schatz gemeinsamer praktischer Erfahrungen bauen.

Vor seinen Jahren in Guatemala und der einjährigen Arbeit als Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung im Auswärtigen Amt war Tom Koenigs bereits in den Jahren 1999 bis 2002 als stellvertretender Sondergesandter des UNO-Generalsekretärs im Kosovo tätig. Dort war er für die allgemeine Zivilverwaltung verantwortlich. Er musste sich um die Schulen und Krankenhäuser kümmern oder mit so praktischen Dingen wie der Ausgabe neuer Nummernschilder den Aufbau einer funktionierenden Verwaltung voranbringen. Im Kosovo stellte die UNO für eine Übergangszeit die »Regierung«, eine andere gab es nicht. Bei diesem Einsatz, seinem ersten für die UN, konnte Tom Koenigs auf seine Arbeit im Hessischen Umweltministerium als Leiter des Ministerbüros von Joschka Fischer zurückgreifen. Dort und in den zehn Jahren als Umweltdezernent in Frankfurt am Main, wo er vier Jahre lang zusätzlich Stadtkämmerer und stellvertretender Oberbürgermeister war, hatte er Verwaltungserfahrungen auf kommunaler und regionaler Ebene gesammelt.

Dies führte dazu, dass Tom Koenigs, wie im Berliner Tagesspiegel nach seiner Ernennung zum Leiter von UNAMA zu lesen war, in einer Mischung aus Selbstironie und -sicherheit den Titel »Bürokrat« für sich reklamierte. Nachdem er es in der Affäre Abdul Rahman (siehe Briefe vom 25. März 2006 und 30. März 2006) mit der Bürokratie des Auswärtigen Amtes zu tun bekommen hatte, musste er zerknirscht eingestehen, er hätte besser nie mit dieser Selbstbezeichnung kokettiert. Die wirklichen Bürokraten saßen in der deutschen Botschaft und im Auswärtigen Amt.

Bei all seinen Tätigkeiten für die UNO haben Tom Koenigs seine Banklehre und das abgeschlossene Studium der Betriebswirtschaft nicht geschadet. Ihr Hintergrund aber blieb immer die internationale Solidarität, nicht mehr wie in den sechziger und siebziger Jahren als revolutionärer Schlachtruf, sondern als praktische Verpflichtung vor Ort. Ohne Enthusiasmus und Empathie lässt sich eine so kräftezehrende Arbeit wie die bei UNAMA nicht gut machen. So konnte es Präsident Karzai kaum beunruhigen, als er seinen Außenminister und späteren Berater fragte, ob der neue Missionschef auch so ein Ex-Kommunist sei wie Rangeen Spanta selbst, der lange in Deutschland gelebt hatte, und von ihm zu hören bekam: Ja, das sei der. Er würde jeden aus Deutschland nehmen, meinte der Präsident. »Wer so für seine Ideen steht, ist der Richtige für die Afghanen.« Tom Koenigs wunderte sich, warum die wahre Geschichte, dass er sich sein nicht ganz geringes Erbe im Voraus auszahlen ließ, um es den Vietcong zu schenken, noch heute bei den Amerikanern wie bei den Afghanen eine solche Rolle spielt. Den einen ist diese Vergangenheit eine Quelle des Misstrauens, anderen eine Hoffnung auf großzügiges Verständnis.

Im Unterschied zu der UN-Mission im Kosovo, die als Ersatz für die verdrängte serbische und stellvertretend für eine noch nicht vorhandene kosovarische Regierung agierte, war und ist die UN-Mission in Afghanistan mit der Unterstützung erst der Übergangsregierung und dann der neuen, gewählten Regierung Afghanistans betraut. Ihr Auftrag ist, die teilweise zersplitterte internationale Aufbauarbeit und die afghanischen Anstrengungen zu koordinieren. Sie muss versuchen, manchmal ohne ausreichende Unterstützung durch die Zentralregierung, den Aufbau der Provinzregierungen und die Keime von Zivilgesellschaft zu fördern. Wie bei der Auseinandersetzung um die zivilen Opfer des Krieges gerät UNAMA gelegentlich in die Rolle des Vermittlers und in die Zange zwischen afghanischer Regierung und internationaler Militärführung.

2006 war UNAMA fünf Jahre in Afghanistan. Nach Lakhdar Brahimi, der sich um einen Verfassungskompromiss bemüht hatte, und Jean Arnault, der mit der Londoner Konferenz von Geberländern und afghanischer Regierung Ende Januar/Anfang Februar 2006 aus dem Amt schied, war Tom Koenigs der dritte Leiter von UNAMA. Das bei der Verabschiedung des London Compact vorherrschende Gefühl, der zivile Aufbau hinge jetzt nur noch vom regelmäßigen Fluss der internationalen Hilfsgelder ab, stellte sich durch eine Zunahme von Gewaltakten in Afghanistan bald als Illusion heraus. Womit hat es das Land bei der wachsenden Zahl von bewaffneten Zusammenstößen, den Bombenanschlägen und den Selbstmordattentaten überhaupt zu tun? Warum ist die Bekämpfung der Drogenproduktion trotz Milliardenausgaben vollständig gescheitert? Das waren nur zwei der Fragen, mit denen sich die UN sofort nach Dienstantritt von Tom Koenigs neu zu beschäftigen hatte. Welche Fehler hatten zu dem Aufstand im Süden beigetragen?

Selbst das Verständnis, dass man es mit einem Aufstand zu tun hatte, war keinesfalls leicht zu etablieren. Wenn man es aber mit einem Aufstand und nicht mit einer Handvoll isolierter Gewalttäter zu tun hatte, konnte man auch nicht mehr allein auf militärische Mittel bei der Bekämpfung bauen. Dann bedurfte es »der Regierungskunst mehr als der Waffen« (15.9.2007). Für eine Befriedung war eine Verständigung zumindest mit einigen Teilen der Aufständischen nötig. Wie also setzten diese sich zusammen? Mit wem konnte man verhandeln und wie konnten Verhandlungen vorbereitet werden? Afghanistan stand nicht am Beginn eines friedlichen Aufbaus, sondern auf der Kippe zur Verallgemeinerung des Krieges, der im Süden bereits wieder aufgeflammt war.

In dieser Situation versuchte Tom Koenigs zusammen mit seinem Team, die Präsenz der UN-Kräfte in der Provinz zu erhöhen, die Nachbarländer für die regionale Zusammenarbeit zu gewinnen und bei den großen Geberländern die Einhaltung ihrer Versprechungen zu sichern. Zugleich galt es den Sicherheitsrat auf dem Laufenden zu halten, in Abstimmung mit der UN-Führung das Mandat um die Zuständigkeit für den Schutz der Zivilbevölkerung zu erweitern und für die Aufstockung seiner Mitarbeiter zu kämpfen. Mit der Militärführung musste für eine Änderung der Militärstrategie gestritten werden. Nicht die Anzahl von getöteten Taliban, sondern die Herstellung von Sicherheit für die Bevölkerung sollte der Maßstab des Erfolgs sein.

»Multitasking« nennt man solche Anforderungen in der Managementlehre. Aber die Spannweite der Aufgaben, vor denen ein Sondergesandter des UN-Generalsekretärs in einem Land auf der Kippe wie Afghanistan seit 2006 steht, würde damit beschönigt. Wie kräftezehrend die Mischung aus internationaler Diplomatie, verantwortungsbewusster Leitung einer im Land verteilten UN-Mission und den Repräsentationspflichten als SRSG ist, kann man an abgeleisteten Flugmeilen einerseits wie andererseits an aufgeschobenen und verhinderten Reisen im Land ablesen. Die Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UN-Mission blieb ständiger Begleiter.

Am Ende seiner Zeit als Leiter der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan wurde Tom Koenigs manchmal gefragt, ob er nicht ein Buch über seine Erfahrungen schreiben wolle. Er wälzte den Gedanken hin und her und schreckte immer wieder davor zurück, noch ein Buch über Afghanistan zu verfassen, wo es doch so viele schon gibt. Was könnte er darüber hinaus schon Neues erzählen? Dabei fiel ihm gar nicht auf, dass er, ehe er solche Überlegungen anstellte, ganz nebenher bereits ein einzigartiges Buch geschrieben hatte. Man musste es nur noch entdecken. Von der Spannung zwischen der großen Aufgabe, vor die Tom Koenigs als höchster Vertreter der UN in Afghanistan gestellt war, und der er sich voller Engagement unterzog, und der distanzierten Ironie des Ex-Spontis und Außenseiters in der hohen Diplomatie, leben die Briefe, die er in den Jahren 2006 und 2007 per E-Mail an seine Familie und engste Freunde geschickt hat. Sie wurden dem Inhalt nach an keiner Stelle geändert, nur manchmal um Wiederholungen gekürzt. Allzu Privates wurde gestrichen, ohne den Briefen ihren privaten Charakter zu nehmen. Dass sich hier ein hoher Beauftragter der UN in Briefen an Vertraute über die Lage Afghanistans, seine Mission und Arbeit unfrisierte Gedanken macht, gibt diesem Buch seine unvergleichliche Eigenart. Vielleicht gerade deshalb, weil es das gar nicht beabsichtigte Nebenprodukt einer wichtigen anderen Arbeit war, der Friedenssuche, dem Einsatz für Menschenrechte. Die Briefe sind nicht nur eine Primärquelle der Zeitgeschichte. Als Erzählung in Briefen legen sie Rechenschaft ab über zwei entscheidende Jahre der internationalen Intervention in Afghanistan, einer komplizierten Geschichte, die noch lange nicht vorbei ist.

Heute ist Tom Koenigs Abgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Vorsitzender von dessen Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. In einem Brief vom 11. März 2011 kommt er während eines erneuten Aufenthalts in Afghanistan auf die Frage zurück, was die Intervention erreicht haben könnte, wenn sie, wie geplant oder wenigstens erhofft, 2014 in der bisherigen Form enden wird.

Joscha Schmierer,Berlin im März 2011

Briefe aus Afghanistan

Kabul 17. Februar 2006

Eine wenig aufgeregte Reise per Jumbo von Frankfurt nach Dubai. Der Anflug bei Nacht über eine sehr moderne Stadt voller Hochhäuser. Der Flughafen riesig, vielleicht zehnmal so groß wie Frankfurt und ganz aus modernstem Beton, wie Disneyland gebaut auch die Umgebung, wo man die vorherrschenden Plastikwerkstoffe auf der einen Seite nicht vom Beton und auf der anderen nicht von den Palmen unterscheiden konnte. Das Hotel gleich hinter dem Flughafen. Ich habe schlecht geschlafen, dann eben doch endlich aufgeregt, vielleicht aber auch nur wegen der Zeitverschiebung von drei Stunden.

Am nächsten Morgen stellt sich dann auf einer weit entfernten Abstellfläche das Kapitänsduo von UNAMA vor, zwei seebärig bärtige Engländer, deren Physiognomie mehr Vertrauen einflößte als die zweistrahlige Maschine, die so klein schien, dass außer den Koffern eigentlich nichts mehr reinpassen konnte. Nach zwei Stunden dann Anflug auf Kabul mit einer Schleife durch den weiträumigen Talkessel. Farbe braun. Die Äcker und die Berge, die Häuser und die Straßen, der Staub und die Bäume, wenn es solche da geben sollte. Viele verschiedene, letzten Endes doch auf dasselbe hinauslaufende Brauntöne, rotbraun ganz genau.

Am Flughafen hat sich die Presse versammelt, genau an der Ecke, an der die Maschine zum Stehen kam, weit von den Flughafengebäuden entfernt, und richtet ihre Organe auf mich. Ein Protokollchef begrüßt mich sehr formell und dann wendet sich der forscheste der Reporter mit einem SAT.1-Mikrofon an mich und bittet mich, für Deutschland die englisch gestellten Fragen auf Deutsch zu beantworten. Da er nicht nachfragen kann, ist es mir möglich zu vermeiden, über die Cartoons zu reden, die in Dänemark über Mohammed spotten, und überhaupt der Peinlichkeit zu entgehen, als uninformierter Erstankömmling aktuelle Fragen zu beantworten. Dann werde ich vom Pressesprecher brüsk weggebracht und von dem UNAMA-Team begrüßt, in den UN-Panzerwagen verfrachtet und stadteinwärts karriolt, wo ich schließlich bei meinem Haus ankomme. Dort begrüßen mich dann die Mannen, vor allem der Butler und die Köche einschließlich der einen Köchin, die es gibt, den Gärtnern, den Wächtern, den Cleanern und den Hausbewachern, einem Heer von schäbig gekleideten Männern, ergänzt vom Close Protection Team mit den ausgebeulten Jacken, zwölf Rumänen, die unten im Haus logieren sollen.

Das Haus ist ein zweistöckiger Bau im Stil der sozialistischen sechziger Jahre. An Scheußlichkeit kaum zu übertreffen, weitläufig, überheizt und düster. Faute de mieux ziehe ich mich in meine Gemächer zurück und packe die Koffer aus, in die Kommode und die Schränke im Ankleidezimmer, das Badezimmer und das riesige Schlafzimmer. Das Gästezimmer, das Wohnzimmer mit Kamin (aus) und das Büro mit dem Computer, an dem ich jetzt sitze und schreibe, dem Schreibtisch und der Sitz- und Sesselgruppe, die als Statussymbol nirgends fehlen darf. Das Haus ist auf dem Grundstück eines Königssohnes von einem afghanischen KGB-Granden gebaut worden, dann, nachdem der in Ungnade gefallen war, als Gefängnis für die höheren Politiker genutzt worden – den Keller habe ich noch nicht inspiziert – und schließlich vom Präsidenten der UN zur Verfügung gestellt worden, die von dem Vorleben nichts wusste. Ich werde dem noch genauer nachgehen. Gitter und schwere Vorhänge an den Fenstern sind also nicht verwunderlich, der Einbau der Klimaanlagen wohl neueren Datums, viele der Möbel aber nicht und vor allem nicht die pseudomarmornen Fußböden. Es gibt noch einen Trakt für die hohen Gäste, zum Beispiel aus New York, und einen Bankettsaal unten, für 22 Leute gedeckt, und einen kleineren für zwölf. Dahinter gut ummauert ein Garten von kläglicher Bräune.

Im kleinen Saal esse ich mit dem engsten Mitarbeiterkreis zu Mittag, der Butler serviert, und die Köche brillieren mit schwerer Kost, allesamt ein großes Fragezeichen auf dem Gesicht, wie es nun mit dem neuen Chef weitergehen soll. Das werde ich ihnen erst in ein paar Tagen sagen, wahrscheinlich mal wieder wie bisher.

Am Nachmittag Fahrt zur Verwaltungsabteilung, wieder in Richtung auf den Flughafen zu, um Ausweis und Technisches zu regeln, vor allem aber zu der Mitarbeiterversammlung, auf der ich frei reden kann, da ich meinen sorgfältig vorbereiteten Vortrag zu Hause – schon ist es mein Zuhause – vergessen habe.

Danach wieder die Mitarbeiter, mein Büro in einem kleinen Haus, hier sind nur die Möbel protzig, nicht die Räumlichkeiten. Die Sekretärin, die Referenten, der runde Tisch, der angefertigt werden muss, und die Computer, die verpasswortet werden sollen, das Telefon, ich kriege ein neues Handy. Alles in wildem Galopp, denn am Abend hat der amerikanische Botschafter geladen. Der Botschafter ist sehr geschickt und angenehm lustig. Ich glaube, ich werde gut mit ihm auskommen. Er wohnt in einer Festung, die noch weit besser gesichert ist als die UN. Viel zu spät falle ich ins Bett, schlafe schlecht, mal zu warm, mal zu kalt, und habe mir auch nicht gemerkt, was ich geträumt habe, nur, dass ich nicht will, dass das, was ich geträumt habe, in Erfüllung geht.

Geweckt hat mich nicht nur der Muezzin, sondern auch ein Spatz, der vor meinem Fenster zwitscherte, wenigstens der. Im »Garten« gibt es auch noch Elstern und einen star-amselähnlichen Vogel. Also Leben, wenn auch wenig.

Den ganzen Tag, der eigentlich Frei- und Feiertag ist, Meetings, zum Budget, zur Sicherheit, zur Afghanisierung der Mission, im kleinen und im großen Kreis. Morgen zum Präsidenten und zum Außenminister und ein wenig im Büro zurechtkommen. Ich habe heute keine Zeitung gelesen und keine Nachrichten gehört und keine Ahnung, was in der Welt passiert, noch nicht mal weiß ich, was in der Mission vor sich geht. Das muss sich bessern.

19. Februar 2006

Ich habe heute demonstrativ in der Afghanenkantine gegessen. Wir haben zwei Kantinen auf dem Gelände, eine für die Afghanen, eine für die Internationalen. Pommes und Pepsi ist gemeinsam, das andere ist wohl anders. Ich habe Huhn gegessen. Alles mit sehr viel Fett, dafür ohne Zucker.

Eigentlich hatte ich heute frei. Eine Reise nach Herat ist ausgefallen, weil mich der Präsident auf sechs Uhr abends bestellt hat, überraschend, denn er war für neun Uhr morgens eingeplant. Also habe ich mich verlustiert: Ich habe den Repräsentanten der Aga-Khan-Stiftung gebeten, mich durch die Stadt zu führen. Er ist ein Engländer, der schon sehr afghanisiert ist und sich um die alten Bauten kümmert, mit viel Geld und viel Verstand für Land und Leute.

Die Innenstadt ist ein Gewirr, von unten und von oben gesehen. Die Häuser, dann neuer und aus Stein, kriechen den Hang herauf, steile Felsen und oben irgendwelche Festungen, alles aber sehr verrottet und zerstört.

Die Armut ist kreischend. Zum Teil laufen die Leute barfuß, das tun sie wohl auch bei Schnee. Wasser muss immer getragen werden, ob es sauber ist, weiß ich nicht. Es gibt Brunnen, wo man pumpen und zahlen muss.

Dann fahren wir zu »Baburs Garten« am Südrand der Stadt. Am meisten interessiert mich die Anpflanzung, die noch im Anfangs-, also im Pinselstadium ist. Ich bin auf den Frühling gespannt. Und auf die Hahnenkämpfe. Die Hähne sind groß und schlapp, irgendwie eher gemein als kämpferisch, aber sie sorgen für Aufregung.

Der Garten ist von einer restaurierten großen Mauer umgeben, auch ein paar Gebäude sind restauriert. Es soll alles in zwei Jahren fertig sein.

Dann haben wir noch einen Palast aus dem 19. Jahrhundert angesehen, mitten zwischen zerschossenen Ministerialbauten aus den sechziger Jahren und Neubauten im Betonstil, alles an verdreckten und oft nicht recht gebahnten Straßen, chaotisch und hässlich. Man hat aber einen Blick über die riesige Stadt, die während des Krieges auf 750.000 Einwohner geschrumpft und zerstört war, jetzt aber mehr als 2,5 Millionen hat, die meisten haben vorher nie in Kabul gewohnt. Bäume sind Mangelware, aber es ist die blattlose Zeit, vielleicht gibt’s ja mal Grün. Den Kabul-Fluss entlang zieht sich eine schöne Promenade – wenn auch sehr heruntergekommen. Sein schmutziges Dreckwasser fließt trotz des Regens spärlich.

Nachmittags im Büro unendlich viele Entscheidungen, deren Tragweite ich nicht übersehe, die aber dringend sind. Am Abend der Präsident, den ich durch seinen großen Garten und durch viele Sperren erreiche, immer mit meinen zwei weißen Geländewagen unterwegs. Eine breite, von alten Laubbäumen gesäumte Allee führt mich hin. Es dämmert, so kann ich die ganze Größe und Pracht des 19.-Jahrhundert-Palastes nicht ermessen. Innen ist er mit Marmor und verschiedenen Stilelementen gut geraten, Böden und Säulen aus Marmor, gute Teppiche und schöner Dekor einschließlich der Kronleuchter, je näher man dem Präsidenten kommt, desto prächtiger wird es. Es ist alles in allem sowohl wohnlich wie für die Zeit recht gut gelungen (1880?). Der Präsident hat’s feierlich gemacht. Es ist nicht nur sein Assistent, Rangeen Spanta (Grüner aus Aachen), sondern auch sein Sicherheitsberater, der Protokollchef und der Chief of Staff da, sogar der Vorsitzende des Oberhauses (Mudjadeddi), der nach den Taliban kurz Präsident war und von Karzai in hohen Ehren gehalten wird. Er in traditionellem Kostüm, während der Präsident ja eine Mischung der verschiedenen Regionalkostüme trägt. Die Atmosphäre war sehr freundlich.

Ich war eine Viertelstunde vorher gekommen und hatte mich mit Spanta unterhalten, der zum Besten gab, wie Karzai auf den Vorschlag Tom Koenigs als Sondergesandten des Generalsekretärs reagiert habe. »Ist das auch so ein Ex-Kommunist wie Du?«, hat er zu Spanta gesagt. Der hat geantwortet, ja genauso einer, und hat dann die Geschichte vom Geld an den Vietcong erzählt. Karzai meinte, dass er jeden Deutschen nehmen würde, aber offensichtlich fand er die Geschichte mit dem Vietcong gut. »Wer so zu seinen Ideen steht, der ist für die Afghanen der Richtige.« Mich hat daran erstaunt, dass die Geschichte mit dem Vietcong doch so eine Rolle spielt (bei den Amerikanern und bei dem Fast-Amerikaner-Freund von Bush). Im nichtpolitischen Teil des Gespräches hat Karzai erzählt, wie er in Frankfurt war – 1988 –, und er erinnerte sich nicht nur an den Römer, sondern sogar an das Café Hauptwache. Ich bewunderte sein Gedächtnis, denn den Namen des Gartens, den ich heute gesehen habe, habe ich schon fast wieder vergessen.

Er hat eine erstaunliche Art, zwischen Dienstlichem und ganz privat Plauderhaftem hin- und herzuspringen. Wir haben über die Zusammensetzung des Monitoring Board des London Compact gesprochen. Er hat gute Anregungen gegeben, aber gleichzeitig zugesichert, dass er jeden Vorschlag, den wir machen, mitträgt.

Außerdem habe ich ihm unseren Entwurf für eine Sicherheitsratsresolution über das UNAMA-Mandat gegeben und angemahnt, dass der Oberste Gerichtshof bald besetzt werden muss. Ersteres hat er zur Kenntnis genommen, letzteres versprochen. Aber das hat er schon oft. Er konnte sich meinen Kriterien nur anschließen, dass das Oberste Gericht unparteiisch und professionell besetzt werden muss. Aber sicher hat er noch andere Kriterien. Die Justiz ist unser und auch vieler Botschafter Sorgenkind. Anderthalb Stunden dauerte die Visite und ich war recht zufrieden.

20. Februar 2006

Heute war der Tag der UN Funds and Agencies, der UN-Organisationen, die nicht UNAMA sind und doch hier arbeiten, also UNICEF und solche, Weltbank etc. – 17 an der Zahl, die sich zum sogenannten »country team« vereinigen und heute ihr Seminar hatten, in einem Hotel – das gibt es immerhin auch –, das mitten in der schmutzigen Stadt steht, neu ist, eine Shopping Mall hat, wie sie sich in jeder anderen Stadt auch findet, mit internationalem Gepräge und mit ebensolchem Angebot und ebensolchen Preisen.

Die lieben Mitglieder der UN-Familie waren alle sehr interessiert und nett, Ameerah [Haq], meine Stellvertreterin, die eigentlich von UNDP kommt, hat sie gut im Griff. Man hat darüber geredet, wie denn nun das, was in London besprochen worden ist, in die Tat umgesetzt werden solle. Ich war nur zum Vorstellen und kurz Reinhören da. Die Stimmung war auch noch gut, als ich zum Abendessen wiederkam und alle von dem langen Tag recht erschöpft waren. Ich auch.

Inzwischen hatte ich mich um die diversen Alltagssorgen gekümmert, die Personalvertretungen aller Art, die ich dazu anregen wollte, doch etwas für das Personal zu tun, Vorschläge zu machen, um die Lebensqualität zu verbessern, vor allem außerhalb von Kabul, das Betriebsklima und vieles mehr.

Dabei habe ich auch an mein Betriebsklima gedacht. Der runde Tisch ist vermessen, 3,70 Meter im Durchmesser, und die Stühle stehen schon mal da. Es kann also losgehen. Vielleicht brauch ich noch einen Teppich. Dann gab es eine Demarche des kanadischen Botschafters, der unbedingt – wie vorher schon der italienische – im Monitoring Board des London Compact sein will, was wir nicht machen können, sonst werden es zu viele.

Beim deutschen Botschafter habe ich über dasselbe gesprochen. Bei dem war es etwas leichter, er hatte Verständnis für die geringe Anzahl der Beteiligten an dem Board (weil er dabei ist).

Dann wieder interne Meetings: über Wahlen, die sind vorbei, das Geld hat aber nicht gereicht, über DDR – was Disarmament, Demobilisation and Reintegration von Soldaten der letzten Kriege bedeutet. Es gibt noch 1.800 illegale bewaffnete Grüppchen im Lande mit 125.000 Leuten, das sind Milizen, die die meiste Zeit nichts machen, aber immer eine Gefahr bleiben. Die Japaner finanzieren die Waffenabgabe und Jobsuche für die Demobilisierten. Das haben sie bisher für 63.000 gemacht. Wie geht es weiter?

Diesmal habe ich in der internationalen Kantine gegessen, von Plastiktellern und mit Plastikgabeln, was eine besondere Zumutung ist. Das Essen ist auch nicht besser als in der afghanischen, dafür teurer. Auffällig ist, dass vor der afghanischen Kantine fünf Handwaschbecken angebracht sind, nicht aber vor der internationalen, denn die sind Schweine und waschen sich nicht die Hände. Alle Gesundheitsdienste sagen, dass man das Risiko von Ruhr und anderen Darmerkrankungen um neunzig Prozent mindern kann, wenn man sich vor dem Essen die Hände wäscht – was ich mache.

Morgen fahre ich nach Kandahar, übermorgen von da nach Herat, man muss ja übers Land kommen. Der jeweilige Gouverneur hat schon zu opulenten Mahlzeiten eingeladen, ich werde also wieder fett. Eigentlich will ich aber nur meine Leute sehen und die beiden Städte. Hoffentlich mauern mich die Sicherheitskräfte nicht zu sehr ein.

27. Februar 2006

Ich bin in Doha. Überall werden immer noch mehr Hochhäuser und Hotels gebaut, vor allem natürlich an der Bucht. Die Einwohner widmen sich den Geschäften, und die Gastarbeiter machen die Arbeit. Die unterste Kategorie der Einheimischen sind die Polizisten. Die kriegen 800 Dollar, die Ausländer – wenn sie so privilegiert sind wie mein philippinischer Fahrer, der für eine Leiharbeitsfirma arbeitet – 400. So ist das überall: Firmen importieren die Menschen, behausen sie in Wohnbezirken, die gar nicht so schlecht aussehen, sie haben einen Vertrag für zwei Jahre, dann fahren sie für zwei Monate nach Hause. In den Arbeiterhäusern wohnen sie zu zehnt. Ungeordnete Einwanderung gibt es nicht. Überhaupt ist alles so geordnet wie bei den sieben Zwergen. Aber auch die sieht man nicht. Die riesigen autobahnartigen Boulevards sind nur von dem einen oder anderen Gärtner und natürlich den vielen Autos bevölkert. Der Reichtum der Hotels und Bauten ist unverschämt. Es gibt gar keine normalen Leute, wenn man es genau nimmt. Überall nur die weiß gewandeten Scheichs, die vor Gelassenheit und Muße strotzen. Im Hotel dann viele Beschäftigte, auch Ausländer, diesmal meist westliche. Alle sprechen gutes Englisch. So hat man sie ausgesucht. Das Ganze hat etwas so Artifizielles, Künstliches, dass man kaum glauben kann, dass da Menschen wohnen. Eigentlich geht alles auch ohne sie.

Irgendwo muss der ganze marmorne Reichtum ja herkommen, irgendwo müssen die Leute dafür gehungert haben, nicht hier, vielleicht in Afghanistan oder in Afrika. Es ist alles hoch provokativ.

Warum nun die Konferenz über Border-Management hier sein muss, wenn sie schon die Deutschen sponsern, weiß ich wirklich nicht.

Schäuble lädt mich zu sich allein zum Mittagessen ein. Ich berichte über Afghanistan und frage ihn, wie es in der Koalition gehe. Ihm gefällt es nicht so gut. Er redet davon, dass die SPD nicht in der Lage sei, ernsthafte Vorschläge zu machen, und die CDU sei auch eher von der gemütlichen Sorte, so dass man die wirklichen Themen der Zukunft nicht angehe. Die Republik richtet sich in der Mitte ein, die Große Koalition erfreut sich der Zustimmung der Bürger und damit gut. Die Zeiten der großen ideologischen Auseinandersetzungen sind vorbei. So sehe ich das eher auch, und ob die Mitte nun ein bisschen weiter links oder rechts ist, das ist für die meisten Leute von einer gewissen Beliebigkeit.

Er will die Polizei bei der Fußballweltmeisterschaft von den statischen Aufgaben entlasten, wo doch niemand was gegen haben könne, denn bei manchen Liegenschaften wäre das ja ohnehin schon so (Kasernen und NATO). Dann kommen wir auf die Frage, ob nicht die Bundeswehr bei ihren Auslandseinsätzen mehr polizeiliche als militärische Aufgaben wahrnehmen muss. Da stimme ich ihm im Hinblick auf den Kosovo natürlich zu. Er möchte die Bundeswehr eher in diese Richtung fortbilden, was ich gut finde, allerdings steuert er damit auf eine Berufsarmee zu, die dann wohl nur 120.000 Soldaten haben und nicht mehr zum Einsatz im Katastrophenfall taugen würde. Dafür wäre dann das soziale Jahr ganz gut, was ich auch finde. Das Gespräch war nicht uninteressant, auch wenn seine konservative Sicht der Dinge irgendwie aus der Zeit ist und er für eine sicher verdienstvolle, aber doch vollkommen veraltete Politikergeneration spricht, eben 16 Jahre Kohl vom Besten.

Ich habe auf der Konferenz nur mit den Botschaftern geredet, vor allem dem chinesischen, will möglichst aber auch mit dem vom Iran und dem von Pakistan sprechen. Das Abendessen auf dem Ehrenplatz zwischen dem afghanischen Innenminister, der kaum Englisch spricht, und dem türkischen Innenminister, der gar kein Englisch kann. Ich konzentriere mich auf die köstlichen Hammelkoteletts. Morgen muss ich dann eine wohlvorbereitete Rede halten. Irgendwie fühle ich mich nach dem Stress in Kabul vollkommen unausgelastet.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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