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Das vorliegende Buch dokumentiert das Gesamtwerk der im Jahr 2012 von Dr. Eva Maria Schneider gegründeten Kostümakademie Ludwigsburg und der von ihr zeitgleich ins Leben gerufenen Aquarellmalschule Ludwigsburg. Die Dokumentation zeigt auf, wie Schülerinnen und Schüler beider Einrichtung im Rahmen ihrer miteinander kombinierten Projekte auf Basis von Mode, Malerei und Geschichte in Kombination mit Musik/Gesang und Tanz interdisziplinär die europäische Geschichte vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert durchschritten und einzigartige Gesamtkunstwerke schufen, in welchen sie die unterschiedlichen Kunstformen der einzelnen Epochen zu einer Einheit verbanden. Das Buch möchte diesen Ansatz künstlerischen Schaffens, welcher sich in der Zusammenführung von Bildender Kunst, Angewandter Kunst und Darstellender Kunst insbesondere am Gesamtkunstwerk-Gedankens des 1919 von Gropius in Weimar gegründeten Bauhauses in dem Sinne orientiert, dass die unterschiedlichen Formen der Künste das Leben durchringen mögen, allen zugänglich machen, weil Kunst in dieser ganzheitlich gelebten Form das Leben unendlich bereichert.
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Seitenzahl: 90
Veröffentlichungsjahr: 2019
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In Liebe meiner Tochter Julia Elly gewidmet
Vorwort der Herausgeberin
Vorwort der Autorin
Einleitung
Gründung – Kooperationen – Teilnehmende
Ziel und Vorbild
Inhalt und Pädagogischer Hintergrund
Dimension
Projekte – Ausstellungen – Veranstaltungen
Hoch/Spätbarock & Rokoko
„Alessandro Milesi & Millefleurs“ – „Kostümstudien zum
Venezianischen Karneval“ 60-jähriges Landesjubiläum Baden-Württemberg - 4. August 2012 Venezianische Messe Ludwigsburg - 8. September 2012
Mode zur Zeit des Barock unter Herzog Eberhard Ludwig Mode zur Zeit des Rokoko unter Herzog Carl Eugen Schlosserlebnistag Baden-Württemberg – 16. Juni 2013
Klassizismus & Empire
Mode des Klassizismus & des Empire unter König Friedrich I. von Württemberg – Ein Sommernachtstraum Schlosserlebnistag Baden-Württemberg – 15. Juni 2014
250-jährige Grundsteinlegung Schloss Solitude Stuttgart – 20. Juli 2014
Interdisziplinäres Schiller-Projekt 2015 im Schiller-Nationalmuseum Die Huldigung der Künste – 8. November 2015
Biedermeier – Zweites Rokoko – Gründerzeit – Wilhelminische Zeit
Mode zur Zeit der Romantik unter König Wilhelm I. von Württemberg Die Schneekönigin Schlosserlebnistag Baden-Württemberg - 21. Juni 2015
Die Geschichte hinter der Geschichte – Die Schneekönigin
Jugendstil & Art Déco - Pleinair-Malerei
Mode des Art Déco – The Great Gatsby Blühendes Barock Ludwigsburg - 19. Juni 2016 & 26. Juni 2016
Pleinair-Malerei in den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg 2013 – 2016
Mode der 1960er/70er Jahre & Mode der Avantgarde
Vorbereitungen
Flower Power - Mode der 1960er/70er Jahre & Mode der Avantgarde Breakfast at Tiffany´s Blühendes Barock Ludwigsburg / Remise - 06. Mai 2017
Gewandkunst in Papier & Aquarell Blühendes Barock Ludwigsburg / Japanischer Garten – 24. Juni 2017
Flower Power - Mode der 1960er/70er Jahre & Mode der Avantgarde Breakfast at Tiffany´s Ludwigsburg / Tanzschule Piet & Müller – 23. Juli 2017
Spätmittelalter – Renaissance – Frühbarock
Entwicklung der Mode vom Spätmittelalter bis zur Mode der Renaissance und der Reformation in Deutschland, Seminar der Kostümakademie LB zum Reformationsjahr 2017, Ludwigsburg Oktober 2017
Entwicklung der Mode von der Renaissance bis zum Frühbarock Kostümseminar der Kostümakademie LB - Schloss Weikersheim 2015
Interdisziplinäres Kulturprojekt mit dem Fuchshofkindergarten Ludwigsburg
Retrospektive zur künstlerischen und kulturgeschichtlichen Projektarbeit der Kostümakademie LB & der Aquarellmalschule LB mit dem Evangelischen Fuchshofkindergarten Ludwigsburg 2010 – 2016
Die nächste Generation
Der Rosarote Panther – Mode der Avantgarde Ludwigsburg / Tanzschule Piet & Müller
22. April 2018 & 19. Dezember 2018
Zusammenfassung
Danksagungen
Danksagung der Elternsprecherin
Zur Person von Dr. Eva Maria Schneider
Die Mode hat sich im Laufe von Jahrtausenden entwickelt, da die Menschen mit ihrer Neugier und der eigenen Selbstdarstellung in der Gesellschaft immer wieder neue Erscheinungsformen kreiert haben.
Eva Maria Schneider zeigt die Kostümgeschichte der letzten Jahrhunderte in Projekten auf, die insbesondere mit der Aquarelltechnik in Verbindung stehen. Das Kostümmuseum in Ludwigsburg sowie das Umfeld der verschiedenen Orte der Baden-Württembergischen Schlösser und Gärten bieten den vorgestellten Projekten einen genialen Fundus an Eindrücken, Kenntnissen Erfahrungs- und Vorstellungsräumen.
Die interdisziplinäre Vorgehensweise mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen leistet eine wertvolle textilpädagogische Arbeit. Die Sicht auf die Dinge – hier Mode – ist nicht eindimensional, sondern eröffnet den Blick auf Gesellschaft, Kunst und Kultur in der Weise, dass Zusammenhänge hergestellt werden und vermittelt die Einsicht, dass sich Ereignisse niemals monokausal entwickeln. Der Blick der späteren Generationen auf die Dinge kann diese Mehrperspektivität wieder zum Leben erwecken.
Die didaktischen und pädagogischen Projekte – zum Nachahmen in kleinerem Rahmen m. E. hervorragend geeignet – fördern nicht nur Wissen, sondern vor allem auch die Kompetenzorientierung. Der differenzierte Umgang mit Menschen und Dingen erfordert Ausdauer, Empathie, Selbstbewusstsein und Selbstreflexion und die Bereitschaft, sich Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen. Die Projekte fördern die Schwächen- und Stärkenorientierung der Beteiligten und somit die Entwicklung eines eigenen Selbstbildes, das für ganz junge und junge Menschen einen wichtigen Prozess zur Persönlichkeitsbildung darstellt.
Seit 2014 durfte der Fachverband …textil..e.V. der Projektträger sein, der von Baden-Württembergischen Jugendstiftung gefördert wurde. Es ist dem Verband daher ein besonderes Anliegen, diese Dokumentation in die Schriftenreihe aufzunehmen, die zum Ziel hat die Bedeutung der Textilien für Kultur, Gesellschaft und Bildung herauszustellen.
Muggensturm, im September 2019
Prof. Dr. Waltraud Rusch
Der Ursprung für die Gründung der Kostümakademie Ludwigsburg und der mit ihr verbundenen Aquarellmalschule geht weit zurück. Er liegt, was die Anfänge betrifft, in der Liebe zur Mode und zur Malerei begründet, die sich bereits in meiner frühen Kindheit Bahn brach.
In konsequenter Fortführung dessen spezialisierte ich mich im Verlauf meines Studiums an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Europäischer und Ostasiatischer Kunstgeschichte sowie in Klassischer Archäologie von Anbeginn auf die Bereiche Mode und Malerei. Ein Zeugnis davon legt die Magisterarbeit über „Koptische Textilien“ sowie die Dissertation über die „Altdeutsche Tracht“ und ihre Reflexion in der Malerei ab.
Die Dissertation wurde seinerzeit von Frau Prof. Dr. Gisela Reineking von Bock betreut, die zu den Koryphäen der Kostümgeschichte in Deutschland gehört. Sie stand mir stets mit ihrem außerordentlich wertvollen Rat zur Seite und ist mir eine sehr gute Freundin geworden. Im August 2018 ist sie verstorben.
Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Bereich Mode und Malerei ist eine Herzensangelegenheit für mich.
Es war mein großer Wunsch, eine Kostümakademie in Deutschland ins Leben zu rufen, die autark und frei von Modedesignschulen agiert und damit für jeden zugänglich ist, ganz besonders auch für Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2012 habe ich die Kostümakademie Ludwigsburg offiziell gegründet.
Frau Prof. Reineking von Bock hatte ursprünglich geplant, einer solchen Einrichtung den Weg in Deutschland zu bereiten, allerdings ausschließlich für Erwachsene.
Mit Gründung der Kostümakademie Ludwigsburg habe ich ihr Erbe angetreten und diese Einrichtung sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene geöffnet.
Das hier vorliegende Buch legt in Form einer Dokumentation Zeugnis von der Arbeit der Kostümakademie seit ihrem Beginn ab sowie von jenen Jahren, die für Ihre letztendliche Ausprägung von Relevanz sind.
Die Projekte der Kostümakademie Ludwigsburg sind eng mit der Arbeit der von mir zeitgleich gegründeten Aquarellmalschule Ludwigsburg verbunden, daher dokumentiert das hier vorliegende Werk all jene Projekte, in denen sich die Arbeiten beider Einrichtungen zu einer Einheit verbinden.
Stralsund, September 2019
Eva Maria Schneider
Aus dem im März 2010 ins Leben gerufenen Projekt „Kinder malen Aquarelle“ gingen 2012 die Kostümakademie Ludwigsburg und die Aquarellmalschule Ludwigsburg hervor. Beide Einrichtungen bestehen seitdem eigenständig nebeneinander, wobei es je nach Projekt Verstrebungen gibt.
Die Kostümakademie Ludwigsburg wurde im Februar 2012 offiziell als Bildungseinrichtung in freier Trägerschaft in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg im Residenzschloss Ludwigsburg gegründet.
Die Einrichtung richtete sich ursprünglich an Kinder und Jugendliche. Seit 2014 wurden die Seminare aufgrund der Nachfrage im Rahmen eines Fortbildungsprogramms für Lehrer und Dozenten auch für Erwachsene angeboten. Schülerinnen und Schüler kommen maßgeblich aus Deutschland, hier insbesondere aus Baden-Württemberg, aber auch aus anderen Bundesländern und der Schweiz. Seminare und Veranstaltungen der Kostümakademie sind stets international besetzt.
Ulrich Krüger, der Leiter des Residenzschlosses Ludwigsburg bis 2013, hat die Zusammenarbeit begonnen und der Kostümakademie Ludwigsburg den Weg bereitet. Weitergeführt wurde sie von seinem Nachfolger Stephan Hurst. Seit Beginn ging die Kostümakademie zahlreiche weitere Kooperationen ein. Insbesondere mit Bildungs- und Kultureinrichtungen im Raum Ludwigsburg/ Stuttgart.
Im Jahr 2014 begann eine enge und besonders fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Fachverband … textil .. e.V. - Wissenschaft - Forschung - Bildung unter Leitung der Bundesvorsitzenden Frau Prof. Dr. Waltraud Rusch.
In den Jahren 2015/16 entstanden Kooperationen mit dem Blühenden Barock Ludwigsburg unter Direktor Volker Kugel, mit Schloss Weikersheim, Schloss Rastatt, der Kinder- und Jugendakademie Marbach, der Hochbegabtenförderung des Vereins Pfiffikus, dem Deutschen Literatur-Archiv Marbach, dem Schiller-Nationalmuseum Marbach, dem Pausa Museum Mössingen unter dem damaligen Direktor Dr. Herrmann Berner sowie der Tanzschule Piet & Müller Ludwigsburg.
Seit 2013 wurden die Projekte der Kostümakademie Ludwigsburg von der Jugendstiftung Baden-Württemberg gefördert.
Das vorliegende Werk wurde aus Mitteln des Fachverbands ...textil..e.V. , der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Initiative Handarbeit e.V. finanziert.
Ziel der Kostümakademie Ludwigsburg ist die ganzheitliche Vermittlung der europäischen Kostümgeschichte in Kombination mit dem Erstellen von Kostümstudien in Aquarelltechnik wie auch das Designen und Anfertigen realer Gewänder, Schmuck- und Hutkreationen in Kombination mit Präsentationen der Entwürfe und Kreationen in Modenschauen und Ausstellungen, eingebunden in Musik/Gesang und Tänze der jeweils behandelten Epoche.
Als Vorlage für die Studien dienen insbesondere historische Gewänder aus dem Modemuseum des Ludwigsburger Schlosses, einer Zweigstelle des Landesmuseums Stuttgart, das aufgrund der Geschlossenheit sowie der Qualität der präsentierten Exponate eine herausragende Stellung einnimmt und die ideale Basis für die Vermittlung der Kostümgeschichte anhand von originalen historischen Gewändern bietet. Der Kostümfundus des Modemuseums im Residenzschloss schließt Originalgewänder vom Rokoko bis zur Mode der 1960er/70er Jahre ein.
Des Weiteren werden als Basis für das Studium der Kostümgeschichte originale historische Modezeitschriften (u.a. aus der Lipperheideschen Kostümbibliothek Berlin oder dem Staatsarchiv München) sowie Fachliteratur und Gemälde herangezogen.
Als Grundlage greife ich zudem auf Forschungsergebnisse meiner Dissertation im Bereich Kunstgeschichte mit den Schwerpunkten Kostümgeschichte und Malerei zurück sowie auf Forschungen von Frau Prof. Dr. Gisela Reineking von Bock, welche sie der Kostümakademie Ludwigsburg großzügig zur Verfügung gestellt hat.
In Anlehnung an die Originalvorlagen werden detailgetreu Vorzeichnung der historischen Gewänder erstellt, die von den Seminarteilnehmern mit Aquarellfarben koloriert werden. Nach jenen Entwürfen entstehen dann reale Gewänder, Schmuck- und Hutkreationen.
Als Abschluss und Höhepunkt jeder behandelten Epoche im Rahmen eines Projekts werden die selbstdesignten Gewänder und Accessoires der Kursteilnehmer von diesen schließlich in einer Kostümschau präsentiert, die mit einer Ausstellung ihrer Kostümentwürfe kombiniert ist. Dabei ist die gesamte Veranstaltung in Form eines Gesamtkunstwerkes aufgebaut, in das Musik/ Gesang und Tanz entsprechend der jeweils behandelten Epoche authentisch eingebunden sind.
Schülerinnen und Schülern werden somit auf Basis der Mode in Kombination mit den unterschiedlichen Formen der Künste - Bildende Kunst, Angewandte Kunst und Darstellende Kunst eingeschlossen - interdisziplinär in die europäische Kultur eingeführt.
Das Konzept der Kostümakademie Ludwigsburg lehnt sich insbesondere an den Gesamtkunstwerk-Gedanken des 1919 von Gropius in Weimar gegründeten Bauhauses an, in dem Sinne, dass alle Formen der Künste das Leben durchdringen mögen. Dies ist auch das Credo der Kostümakademie Ludwigsburg.
Die Kostümakademie Ludwigsburg besitzt in dieser Ausprägung in Europa Alleinstellungsstatus.
In den Seminaren, die immer in den historischen Kontext eingebunden sind, werden alle Epochen der europäischen Kostümgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart durchschritten. Jedes Jahr wird eine neue Epoche behandelt. Die Kurse bauen aufeinander auf, so dass sich den Schülerinnen und Schülern am Ende aller Seminare ein in sich geschlossenes Bild der europäischen Kostümgeschichte sowie der gesamten europäischen Geschichte besagten Zeitraumes erschließt.
