Mama, es juckt! - Fabienne Bradfisch - E-Book

Mama, es juckt! E-Book

Fabienne Bradfisch

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Beschreibung

Dr. Fabienne Bradfisch ist Fachärztin für Dermatologie und Mutter einer kleinen Tochter. Ihre Leidenschaft gilt der Kinderhaut, und es ist ihr eine Herzensangelegenheit, alle, die das Leben eines Kindes begleiten, mit verständlichem Expertenwissen rund um Hautgesundheit zu unterstützen. In ihrem Alltag begegnet sie täglich kleinen und großen Hautthemen und wird meist mit den gleichen dringenden Fragen konfrontiert: "Kannst du mal schnell schauen? Was könnte das sein? Was soll ich da draufmachen?" Ob in der Praxis, der Kita oder per WhatsApp von Freunden und Familie – die Unsicherheit rund um Kinderhaut ist allgegenwärtig. Der erste Teil erklärt die Besonderheiten der kindlichen Haut und enthält eine umfassende Einführung in deren Pflege. Dazu gehören auch wichtige Informationen rund um den Sonnenschutz und die kleinen oder größeren Hautprobleme des Alltags. QR-Codes an vielen Stellen des Buches führen zu aktuellen Empfehlungen für Pflegeprodukte und Inhaltsstoffe und werden regelmäßig aktualisiert, sodass stets die besten und sichersten Produkte fürs Kind zu finden sind. Der zweite Teil stellt die wichtigsten Hauterkrankungen vor, die im Kindesalter auftreten können. Die Texte sind verständlich geschrieben und bebildert und geben Auskunft, was getan werden kann oder auch vermieden werden sollte, und bieten so schnelle Orientierung und Sicherheit im Umgang mit der jeweiligen Hauterkrankung. Das Buch soll helfen, Kinderhaut und ihre Entwicklung in den ersten Jahren besser zu verstehen und ein Gespür dafür zu entwickeln, wann es sinnvoll ist zu handeln – sei es mit praktischen Tipps für zu Hause oder dem Hinweis, wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Dabei teilt Dr. Fabienne Bradfisch ihr Wissen auf authentische und humorvolle Weise, nah am Alltag und mit dem klaren Ziel, Hautwissen verständlich, praxistauglich und entspannt zu vermitteln.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 185

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Mama, es juckt!

Was Kinderhaut braucht — von liebevoller Pflege bis zu einem sicheren Umgang mit Hautkrankheiten

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Anschrift des Verlags

KVM — Der Medizinverlag

Dr. Kolster Verlags-GmbH

Ifenpfad 2—4

12107 Berlin

Autorenkontakt

[email protected]

© KVM — Der Medizinverlag Dr. Kolster Verlags-GmbH,

ein Unternehmen der Quintessenz-Verlagsgruppe

www.kvm-medizinverlag.de

1. Auflage 2025

Projektleitung: Renate Mannaa, Berlin

Lektorat: Renate Mannaa, Berlin

Layout und Satz: David Kühn, Berlin

Gesamtproduktion: KVM — Der Medizinverlag, Berlin

eISBN 978-3-86867-775-1

Wichtige Hinweise

Wie jede Wissenschaft ist die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse. Soweit in diesem Werk Behandlungsempfehlungen gegeben werden, darf der Leser darauf vertrauen, dass Autorin und Verlag große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass die Angaben dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entsprechen.

Für Angaben und Empfehlungen in diesem Buch kann vom Verlag keine Gewähr übernommen werden. Ihre Anwendungen erfolgen auf eigene Verantwortung. Im Zweifelsfall und bei länger andauernden Beschwerden Ihres Kindes suchen Sie bitte einen Kinder- bzw. Facharzt auf.

Das Buch enthält Verlinkungen zu externen Webseiten. Diese Webseiten unterliegen der Haftung der jeweiligen Seitenbetreiber. Bei Verknüpfung der externen Links waren keine Rechtsverstöße ersichtlich. Auf die aktuelle und künftige Gestaltung der verlinkten Seiten hat der Verlag keinen Einfluss. Bei Bekanntwerden von Rechtsverstößen werden die betroffenen externen Links unverzüglich gelöscht.

Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Autorin

Dr. med. Fabienne Bradfisch ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Nach Stationen an den Universitätskliniken Mainz und Frankfurt am Main ist sie aktuell in der Rosenpark Klinik in Darmstadt tätig. Neben ihrer Arbeit als Ärztin teilt sie ihr Wissen als Autorin mehrerer Fachbücher im Bereich der Dermatologie. Als Mutter liegt ihr die Hautgesundheit der Kleinsten ganz besonders am Herzen – mit dem Ziel, Eltern zu unterstützen und ihnen praxisnahe sowie verständliche Lösungen an die Hand zu geben. Im Praxisalltag begegnet sie den Fragen und Sorgen von Familien und weiß, worauf es bei der richtigen Kinderhautpflege ankommt.

Warum dieses Buch?

Zart wie ein Babypopo – diese Redewendung kommt nicht von ungefähr. Kinderhaut ist weich und geschmeidig, aber auch empfindlich und anspruchsvoll und stellt Eltern regelmäßig vor die Frage, wie sie diese optimal pflegen können.

Als Hautärztin und Mutter werde ich immer wieder mit Fragen zur kindlichen Haut konfrontiert: „Kannst du mal schnell schauen? Was könnte das sein? Was soll ich da draufmachen?“ Diese Fragen erreichen mich überall, in der Praxis, wenn eine Patientin noch schnell ein mitgebrachtes Foto ihres Enkels zeigt, vom Nachbar im Treppenhaus oder per WhatsApp von Freunden und Familie.

Warum ist das so? Ein Grund ist sicherlich, dass es heutzutage schwer ist, einen zeitnahen Termin beim Hautarzt zu bekommen, wenn kein Notfall vorliegt, und lange Wartezeiten sind eher die Regel als die Ausnahme. Das Internet bietet zwar eine Fülle an Informationen, aber es fehlt oft die klare, verlässliche Orientierung. In dieser Unsicherheit ist es nur verständlich, sich an jemanden im eigenen Umfeld zu wenden, der medizinisches Wissen hat. Allerdings ist die schnelle Diagnose per Messenger und Foto keine ideale Lösung.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Haut ist empfindlicher, ihre Bedürfnisse unterscheiden sich deutlich und so manche Erkrankung verläuft bei ihnen anders als im Erwachsenenalter. Hier liegt die eigentliche Herausforderung. Eltern wollen das Beste für ihre Kinder, aber ihnen fehlen häufig die nötigen Informationen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Dabei muss es nicht gleich eine Krankheit sein. Gerade nach der Geburt stehen viele Eltern vor einem Berg von Fragen. Was ist das Richtige für die zarte Babyhaut? Wie schütze ich mein Kind vor der ersten Sonne? Und was muss ich beachten, wenn wir das erste Mal gemeinsam in den Urlaub fahren?

Als Mutter einer kleinen Tochter weiß ich genau, wie überwältigend es sein kann, wenn die Haut eines Neugeborenen oder Kleinkinds plötzlich unbekannte Veränderungen zeigt. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Moment, als meine Tochter erstmals einen Ausschlag bekommen hatte. Trotz meines fachlichen Hintergrunds habe auch ich mich gefragt, was genau ich hier sehe und ob ich das Richtige tue. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie komplex die Haut ist.

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers, eine facettenreiche, sensible Schicht, die uns jeden Tag beschützt und berührt.

Bei Kindern spielt die Haut eine besondere Rolle. Sie ist ihre unmittelbare Verbindung zur Umwelt, zu den Eltern und zu allem, was das Leben ausmacht. Die Hautoberfläche eines Kindes ist im Verhältnis zum Körper viel größer als bei Erwachsenen. Sie ist dünner, empfindlicher und noch lange nicht so „fertig“ wie unsere Erwachsenenhaut. Und doch muss sie schon enorm viel leisten. Die Haut ist eine Schutzbarriere, aber auch eine Leinwand, die zeigt, wie es deinem Kind geht. Rote Wangen bei Fieber, blasse Haut bei Erschöpfung, Ausschläge bei Allergien, vieles, was sich innerlich abspielt, zeigt sich auf der Haut.

Und dann ist da noch etwas ganz Wunderbares! Über die Haut nehmen wir Kontakt auf. Jede liebevolle Berührung, beim Kuscheln, Einschlafen oder Wickeln, setzt das Kuschelhormon Oxytocin frei. Dieses kleine Wundermittel entspannt dein Kind, gibt ihm Geborgenheit und stärkt die Bindung. Deshalb verdient die Haut unserer Kinder besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Und das von Anfang an.

Dieses Buch habe ich für alle geschrieben, die das Leben eines Kindes begleiten. Für Eltern, Großeltern, Erzieher, Lehrer, Hebammen und Ärzte ohne dermatologische Spezialisierung, für alle, die mehr über dieses faszinierende Organ erfahren wollen. Es geht darum, Kinderhaut und ihre Entwicklung in den ersten Jahren besser zu verstehen und ein Gespür dafür zu entwickeln, wann es sinnvoll ist zu handeln. Sei es mit hilfreichen Tipps, die zu Hause angewendet werden können, oder mit dem Hinweis, wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Ich möchte Vorurteile und Missverständnisse rund um Kinderhaut abbauen. Keine Hautkrankheit sollte mit falschen Vorstellungen oder Scham behaftet sein, besonders nicht bei Kindern, die eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre brauchen.

In diesem Buch findest du praxisnahe Informationen, die dir helfen, Unsicherheiten im Umgang mit Hautveränderungen abzubauen und Entscheidungen zu treffen, ohne bei jedem kleinen Fleckchen sofort an den nächsten Arzttermin denken zu müssen. Aber auch praktische Tipps zur täglichen Hautpflege kommen nicht zu kurz. Das Buch ist ein Leitfaden, um deinem Kind zu einer gesunden Haut und einem sicheren Gefühl zu verhelfen – voller Vertrauen und ohne unnötige Sorgen.

Im ersten Teil erhältst du eine umfassende Einführung zur Pflege der empfindlichen Kinderhaut. Dazu gehören auch wichtige Informationen rund um den Sonnenschutz und hilfreiche Tipps für den Alltag.

Im zweiten Teil stelle ich die häufigsten Hautprobleme vor, die in der Kinderdermatologie auftreten können. Du erfährst, worum es sich bei der jeweiligen Erkrankung handelt, was du selbst tun kannst und wann es sinnvoll ist, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Natürlich kann dieses Buch keine fundierte Beratung durch medizinisches Fachpersonal ersetzen. Es soll dir jedoch Orientierung bieten, Hintergrundwissen vermitteln und dich dabei unterstützen, ruhig und informiert mit den Herausforderungen der Kinderhaut umzugehen.

Darüber hinaus sind noch die QR-Codes zu erwähnen, die du an vielen Stellen im Buch findest und die dich zu aktuellen Empfehlungen für Pflegeprodukte führen. Diese Codes werden regelmäßig aktualisiert, sodass du stets die besten und sichersten Produkte für dein Kind findest.

Ich wünsche allen Lesenden, dass sie an diesem Buch Freude haben und darin die erhoffte Hilfestellung im Umgang und der Pflege der kindlichen Haut finden.

Inhalt

1 Die Haut

1.1 Die Epidermis — unsere Schutzschicht

1.2 Die Dermis — das stabile Fundament

1.3 Die Subkutis — das wärmende Polster

1.4 Die Säuglingshaut — was ist anders?

1.5 Hauttypen — trocken, fettig oder gemischt

2 Allgemeine Hautpflege: Weniger ist mehr

2.1 Auf Inhaltsstoffe achten

2.2 Die richtige Textur — Öl, Lotion oder doch lieber Creme?

2.3 Warum ist tägliches Eincremen nicht sinnvoll?

2.4 Hautpflege im Winter

2.5 Hautpflege im Sommer

2.6 Hautausschlag — so passt du die Hautpflege an

2.7 Waschen und Baden — ein Ritual für Haut und Herz

3 Sonnenschutz für Kinder: Worauf es ankommt

3.1 Sonnenschutz beginnt mit der richtigen Creme

3.2 Begrenzung der Sonnenzeit — was ist zu viel?

3.3 Kleidung ist der beste Sonnenschutz

3.4 Schutz der Augen — Sonnenbrillen für Kinder

3.5 Besondere Umgebungen und ihre UV-Herausforderungen

3.6 Sonnenschutz als Familienroutine

3.7 Sonnenbrand — was tun, wenn es doch passiert ist?

3.8 Vitamin D und Sonnenschutz — ein Balanceakt

4 Die Haut von Neugeborenen: Anpassung an die Welt außerhalb des Mutterleibs

4.1 Käseschmiere — natürlicher Schutzschild deines Babys

4.2 Starke Hautabschuppung — postnatale Desquamation

4.3 Den Nabel deines Babys richtig pflegen

4.4 Die besten Tipps für die Windelpflege

4.5 Milien und Talgdrüsenvergrößerung — kleine Perlen auf der Babyhaut

4.6 Babyakne, Talgdrüsen auf Hochtouren

4.7 Saugblasen — harmlos, aber ungewohnt

4.8 Kopfgneis — Schuppenalarm

5 Die kleinen, großen Notfälle im Kindesalter

5.1 Schürfwunden — so heilt die Haut schnell und narbenfrei

5.2 Verbrennungen richtig behandeln

5.3 Erste Hilfe bei tiefen Wunden und Bissen

5.4 Wundrose — unbedingt den Arzt aufsuchen

6 Juckreiz — ein Kribbeln, das uns alle trifft

6.1 Wie entsteht der Juckkreislauf?

6.2 Juckreiz ade — Tipps, die helfen

6.3 Hilfe bei Insektenstichen

7 Allergische Reaktionen: das Immunsystem mit Fehlalarm

7.1 Auf Spurensuche — wie wird eine Allergie diagnostiziert?

7.2 Allergiebehandlung: Was hilft, wenn der Körper überreagiert?

7.3 Sonnenallergie — wenn die Haut auf Licht reagiert

7.4 Nahrungsmittelallergien — von Erdnüssen bis Gluten

7.5 Arzneimittelreaktionen

7.6 Anaphylaktischer Schock — jede Sekunde zählt

8 Typische Krankheitsbilder: Was du wissen solltest

8.1 Windeldermatitis

8.2 Neurodermitis

8.3 Lippenleckekzem

8.4 Kleinkindakne

8.5 Nesselsucht (Urtikaria)

8.6 Muttermale

8.7 Hämangiom

8.8 Naevus flammeus

8.9 Borkenflechte

8.10 Scharlach

8.11 Hand-Fuß-Mund

8.12 Drei-Tage-Fieber

8.13 Ringelröteln

8.14 Röteln

8.15 Masern

8.16 COVID-Zehen

8.17 Warzen

8.18 Windpocken

8.19 Herpes simplex

8.20 Pilzinfektion der Haut

8.21 Mund- und Windelsoor

8.22 Kopfläuse

8.23 Borreliose

8.24 Flöhe

8.25 Bettwanzen

8.26 Grasmilben

8.27 Krätze

Literatur

Bildquellen

Weiterführende Informationen zu Hautthemen

Glossar

Index

1 Die Haut

Schauen wir uns den Aufbau der Haut einmal genauer an. Keine Sorge, auch wenn du gleich einige Fachbegriffe lesen wirst, wird dir vieles davon vertraut vorkommen – entweder aus den Inhaltsangaben deiner Pflegeprodukte oder aus den Marketing- und Werbeversprechen, die diese begleiten.

Die menschliche Haut besteht aus drei Hauptschichten:

Epidermis (Oberhaut), die unseren Körper vor Umwelteinflüssen schützt,

Dermis (Lederhaut), die für Festigkeit und Elastizität sorgt,

Subkutis (Unterhaut), die als Polster und Energiespeicher dient.

1.1 Die Epidermis — unsere Schutzschicht

Die Epidermis ist die äußere Schicht der Haut und bildet eine schützende Barriere gegen äußere Einflüsse. Perfekt eingespielt, arbeiten verschiedene Zellschichten der Epidermis zusammen, um diese Aufgabe zu erfüllen.

Ganz unten, in der sogenannten Basalschicht, beginnt das Leben der Hautzellen. Hier entstehen ständig neue Zellen, die sich teilen und langsam an die Hautoberfläche wandern. Auf ihrem Weg produzieren die Zellen Keratin, ein Protein, das ihnen Kraft und Stabilität verleiht und sie bereit macht, den Herausforderungen der Außenwelt standzuhalten.

Doch diese Zellen leisten noch mehr. Sie produzieren Fette wie Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren, die sich in den Zwischenräumen anordnen und die Zellen fest miteinander verbinden. Man kann sich das wie eine Mauer vorstellen, bei der die Zellen die Steine und die Fette den Mörtel bilden. Diese Barriere hält Schadstoffe und Keime fern und verhindert gleichzeitig, dass Feuchtigkeit aus der Haut entweicht.

Damit die Haut jedoch Feuchtigkeit nicht nur halten, sondern auch effektiv binden kann, ist der Natural Moisturizing Factor (NMF) unverzichtbar. Diese Mischung aus Aminosäuren, Milchsäure, Harnstoff und Glycerin wirkt wie ein Feuchtigkeitsmagnet. Der NMF zieht Wasser an und sorgt dafür, dass die Haut weich und widerstandsfähig bleibt.

Der gesamte Prozess von der Entstehung der Zellen in der Basalschicht bis zum natürlichen Abschuppen an der Hautoberfläche, dauert etwa 28 Tage. Die Epidermis erneuert sich also ständig und bleibt dadurch stets funktionstüchtig.

Die Epidermis ist nicht nur eine physische Barriere, sie ist auch ein wichtiger Teil des Immunsystems. Spezielle Immunzellen, wie die Langerhans-Zellen, agieren als Wächter. Sie erkennen potenzielle Eindringlinge wie Bakterien oder Viren und aktivieren, sobald ein Fremdstoff entdeckt wird, die körpereigene Immunantwort. Im Gegensatz zu den Hautzellen, die vor allem ein mechanische Schutzfunktion erfüllen, sind die Langerhans-Zellen aktiv an der Immunabwehr beteiligt und tragen so zur komplexen Barrierefunktion der Haut bei.

 i  Melanin — der Sonnenschutz der Natur

In der Basalschicht befinden sich auch Melanozyten, Zellen, die für die Farbe unserer Haut verantwortlich sind. Interessanterweise ist die Anzahl dieser Zellen bei allen Menschen nahezu gleich. Unterschiede entstehen durch die Aktivität der Melanozyten, die unterschiedlich viel Melanin produzieren.

Melanin ist ein Pigment und bestimmt nicht nur unsere Haut- und Haarfarbe, sondern auch den Grad der Bräunung.

Melanin ist wie ein eingebauter Sonnenschirm für die Haut, der die empfindlichen Zellen der Epidermis vor schädlichen UV-Strahlen schützt. Sobald die Haut der Sonne ausgesetzt ist, beginnen die Melanozyten, verstärkt Melanin zu produzieren, um den Schutz zu erhöhen. Das ist auch der Grund, warum unsere Haut nach dem Sonnenbaden dunkler wird.

Doch Vorsicht – gleich zu Beginn dieses Buches ein wichtiger Hinweis: Aus dermatologischer Sicht gibt es keine gesunde Bräune. Jede Form der Bräunung zeigt an, dass die Haut bereits UV-Schäden erlitten hat. Melanin ist zwar ein natürlicher Schutz, aber kein vollständiger. Deshalb sind zusätzliche Maßnahmen wie Sonnenschutzmittel und angemessene Kleidung unverzichtbar. Dazu aber mehr in Kapitel 3.

1.2 Die Dermis — das stabile Fundament

Unter der Epidermis liegt die Dermis, auch Lederhaut genannt. Sie ist der mittlere Abschnitt der Haut und verleiht ihr Stabilität und Elastizität. Hier befinden sich nicht nur Blutgefäße, die die Haut mit Nährstoffen versorgen, sondern auch Haarwurzeln sowie Talg- und Schweißdrüsen, die essenzielle Funktionen der Haut übernehmen.

Die Talgdrüsen produzieren eine dünne Fettschicht, die sich auf der Hornschicht – das ist die oberste Schicht der Epidermis – ablagert. Dieser Talgfilm schützt die Haut zusätzlich vor dem Austrocknen und bildet eine weitere Barriere gegen äußere Einflüsse. Im Prinzip ist es ein sanfter Schutzmantel, der die Haut zusätzlich geschmeidig hält. Gleichzeitig sorgen die Schweißdrüsen für die Temperaturregulierung und schützen vor Überhitzung. In der Dermis befinden sich außerdem zahlreiche Nervenendungen, die Reize wie Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur wahrnehmen. Diese Signale werden an das Gehirn weitergeleitet und ermöglichen es der Haut, Umweltreize zu registrieren und unser Empfinden für die Welt um uns herum zu schärfen. Auch finden sich in der Dermis verschiedene Immunzellen, die zur Abwehr von Infektionen beitragen, indem sie Entzündungsreaktionen einleiten und die Haut bei Verletzungen schützen. Gemeinsam mit den Langerhans-Zellen der Epidermis bilden sie eine zweite Verteidigungslinie, die unsere Haut vor äußeren Gefahren schützt.

Elastin- und Kollagenfasern verleihen der Haut ihre Spannkraft und Stabilität. Man kann sich diese Fasern wie ein Gummiband vorstellen, das immer wieder gedehnt wird und das nach Jahren intensiver Nutzung langsam seine Spannkraft verliert. Feine Linien und Falten entstehen als unvermeidliche Folge des Alterns und der täglichen Beanspruchung. Doch auch wenn die jugendliche Spannkraft mit der Zeit nachlässt, bleibt die Haut ein einzigartiger Zeuge unseres Lebens – voller Schönheit, Bedeutung und Individualität.

1.3 Die Subkutis — das wärmende Polster

Die Subkutis, auch Unterhaut genannt, ist die tiefste Schicht der Haut und besteht überwiegend aus Fettgewebe. Dieses Gewebe erfüllt mehrere wichtige Funktionen. Es schützt die darunterliegenden Muskeln und Organe wie ein Polster vor Druck und Stößen. Zusätzlich speichert die Subkutis Energie und hilft, die Körpertemperatur zu regulieren, indem sie vor Kälte schützt. Darüber hinaus dient sie als Speicher für fettlösliche Vitamine.

1.4 Die Säuglingshaut — was ist anders?

Die Haut von Neugeborenen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Haut Erwachsener.

Die Epidermis ist dünner, und die Hornschicht besteht aus weniger Zelllagen. Der „Mörtel“ aus Ceramiden und anderen Fetten zwischen den Zellen ist noch nicht vollständig ausgebildet, wodurch Feuchtigkeit schneller verloren geht. Dadurch ist die Haut der Kleinen anfälliger für Trockenheit, Reizungen und Infektionen. Die Babyhaut unterscheidet sich auch im pH-Wert deutlich von der Erwachsenenhaut. Bei Babys liegt er mit etwa 6,5 im neutralen bis leicht sauren Bereich, da der Säureschutzmantel erst nach und nach entsteht. Bei Erwachsenen ist der pH-Wert mit etwa 5,5 deutlich saurer und sorgt für eine stärkere Barrierefunktion der Haut.

Die Immunzellen und Schutzmechanismen der Babyhaut sind ebenfalls noch unausgereift, was sie empfindlicher gegenüber Keimen und Reizungen macht. Auch die mittlere Hautschicht, die Dermis, weist deutliche Unterschiede auf. Sie ist bei Babys dünner und enthält weniger entwickelte Kollagen- und Elastinfasern. Dies macht die Haut weicher und dehnbarer, aber zugleich anfälliger für Druck und Reibung. Kleine Kratzer oder Schürfwunden können daher leichter entstehen.

Die unreife Dermis beeinflusst auch die Fähigkeit der Haut, die Temperatur zu regulieren. Die Blutgefäße sind bei Babys dichter angeordnet als bei Erwachsenen, wodurch Kleinkinder schneller auskühlen oder überhitzen können. Gleichzeitig ist die Subkutis, das Fettgewebe unter der Haut, noch im Aufbau. Das erschwert die Wärmeisolierung, weshalb besonders Frühgeborene einen zusätzlichen Schutz vor Kälte benötigen. Eine leichte Mütze kann hier entscheidend sein, da über den Kopf viel Wärme verloren geht.

Hinzu kommt, dass die Schweißdrüsen von Babys zwar angelegt, aber funktionell noch unreif sind. Dadurch können sie weniger effizient schwitzen, was die Fähigkeit der Haut, die Körpertemperatur zu regulieren, weiter einschränkt. Interessant ist auch die Anzahl der Talgdrüsen. Wusstest du, dass dein Kind von Geburt an alle Talgdrüsen besitzt, die es ein Leben lang haben wird? Diese Anzahl ist genetisch festgelegt. Pro Quadratzentimeter Haut sind das natürlich deutlich mehr als bei Erwachsenen, und diese sind bei der Geburt voll funktionsfähig.

Zusätzlich können die Talgdrüsen durch Hormone der Mutter, die während der Schwangerschaft oder beim Stillen übertragen werden, angeregt werden. Das kann zu einer sogenannten Babyakne führen, die jedoch harmlos ist und von selbst verschwindet (s. Seite 27). Umgekehrt neigen nicht gestillte Babys eher zu trockener Haut, da der hormonelle Einfluss fehlt. Nach einigen Wochen oder nach dem Abstillen reduziert sich die Aktivität der Talgdrüsen erheblich und bleibt bis zur Pubertät stark verringert.

Alle diese Faktoren, die dünne Epidermis, der unausgereifte Säureschutzmantel, die empfindliche Dermis und die noch eingeschränkte Temperaturregulation, machen die Haut von Babys besonders anfällig. Sie benötigt daher spezielle Pflege mit sanften Produkten, die den natürlichen pH-Wert unterstützen, Feuchtigkeit spenden und die Barrierefunktion stärken. Zudem sollte die Haut vor Kälte und UV-Strahlen geschützt werden. Mit der richtigen Pflege bleibt die Haut deines Babys geschmeidig, gesund und gut geschützt. Ein Thema, das wir uns in den folgenden Kapiteln anschauen werden.

1.5 Hauttypen — trocken, fettig oder gemischt

Du hältst gerade dein Neugeborenes in den Armen und kannst dich kaum sattsehen. Du riechst den unverwechselbaren Duft seiner Haut und spürst ihre zarte, verletzliche Oberfläche und fragst dich vielleicht, wie man diese empfindliche Haut richtig pflegt.

In den ersten Tagen nach der Geburt kann die Haut deines Kindes trockener wirken und beginnt sich zu schuppen. Dieser völlig normale Prozess, die sogenannte Desquamation zeigt, wie sich die Haut an die Welt außerhalb des Mutterleibs anpasst. Nach ein paar Wochen, wenn sich die Haut eingewöhnt und weiterentwickelt hat, wird sie in der Regel weich und geschmeidig – das ist quasi die „normale“ Babyhaut.

Doch nicht bei allen Neugeborenen verläuft diese Entwicklung gleich. Die Haut kann trocken oder fettiger sein, je nach genetischer Veranlagung, die bereits früh den Weg der Hautentwicklung bestimmt.

Trockene Haut

Man könnte meinen, trockener Haut fehle einfach nur Feuchtigkeit. Doch das greift zu kurz. Das Problem liegt weniger im Feuchtigkeitsmangel selbst, sondern darin, dass die Haut nicht in der Lage ist, die Feuchtigkeit zu bewahren. Ihr fehlt es an Fetten, dem abdichtenden Mörtel zwischen den Hornzellen. Dadurch wirkt die Haut rau, schuppig und kann jucken. Sie neigt zu kleinen Rissen, durch die Viren, Bakterien und Pilze leichter eindringen können. Kinder mit trockener Haut haben daher ein höheres Risiko, Ekzeme zu entwickeln.

Neben genetischen Faktoren können auch äußere Einflüsse trockene Haut begünstigen. Eine übertriebene Reinigung mit Seifen und Duschbädern trocknet die Haut aus. Ebenso führen überheizte Räume im Winter zu Problemen.

Ich erinnere mich gut daran, wie ich in den Wintermonaten aus Sorge, meine Tochter könnte frieren, die Heizung aufdrehte. Das Zimmer war wohlig warm, und ich dachte, ich hätte alles richtig gemacht. Doch nach einigen Tagen fiel mir auf, dass ihre kleinen Beine deutlich trockener und rauer wurden. Dieser Moment war eine Erinnerung daran, wie wichtig das richtige Raumklima für die Gesundheit der Babyhaut ist

Fettige Haut

Es gibt Kinder, die zu fettiger Haut neigen. Bei kleinen Kindern sind die Talgdrüsen meist noch nicht voll aktiv, weshalb fettige Haut seltener vorkommt. Dennoch kann eine genetische Veranlagung, kombiniert mit äußeren Einflüssen wie übermäßiger Pflege mit reichhaltigen Produkten, dazu führen, dass die Haut mehr Talg produziert als nötig. Das Ergebnis ist eine Haut, die glänzend und ölig wirkt und bis auf wenige Ausnahmen, wie eine Lotion im Winter (s. Seite 10), ohne Rückpflege auskommt.

Mischhaut

Mischhaut, bei der trockene und fettige Hautstellen gleichzeitig auftreten, ist in der Regel ein Thema, das erst im Teenageralter relevant wird. Bei kleinen Kindern ist die Hautstruktur meist ausgeglichen. Trotzdem können äußere Faktoren wie das Klima oder ungeeignete Hautpflegeprodukte dazu führen, dass einzelne Hautpartien zeitweise trockener und andere fettiger erscheinen.

 i  Die richtige Wahl der Kleidung

Reine Wolle kann die Haut zusätzlich austrocknen und reizen. Es ist besser, dass sie nicht direkt auf der Haut getragen wird.

Baumwolle ist weich, atmungsaktiv und sanft zur Haut, weshalb sie sich besonders für Babys, Allergiker und Neurodermitiker eignet. Sie nimmt Feuchtigkeit wie Schweiß gut auf, bleibt jedoch nass und trocknet langsam. Daher kann sie bei starkem Schwitzen unangenehm kühl wirken, vor allem in kalter Umgebung.

Kombinierte Materialien bieten eine bessere Lösung, da sie die Vorteile verschiedener Stoffe vereinen. Ideal bei empfindlicher Haut ist eine Wolle-Seide-Kombination, die wärmend und zugleich hautfreundlich ist.

Trockene Haut

Fettige Haut

Mischhaut

2 Allgemeine Hautpflege: Weniger ist mehr