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Alles, was MTRA in der Mammadiagnostik für eine perfekte Mammografie wissen müssen - einschließlich der aktuellen Qualitätssicherungsmaßnahmen:
Basierend auf dem Lernzielkatalog des Zertifizierungskurses zum Erwerb der Qualifikation als Fachkraft in der Mammadiagnostik.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 357
Veröffentlichungsjahr: 2014
Edition Radiopraxis
Mammadiagnostik für MTRA/RT
Uwe Fischer, Friedemann Baum
Klaus-Peter Hermann, Anke Küchemann, Susanne Luftner-Nagel, Jutta Rüschoff
517 Abbildungen
„Gute MTRA sind nicht alles, aber ohne eine gute MTRA ist alles nichts“. Diese Weisheit stammt von Bernhard Lewerich, dem ehemaligen Geschäftsführer der Deutschen Röntgengesellschaft. Sie trifft sicherlich für alle Bereiche der bildgebenden Diagnostik zu, in besonderem Maße jedoch für den Bereich der Mammadiagnostik. Die Basis einer hochwertigen Diagnostik im Bereich der weiblichen Brust beruht auf verschiedenen Säulen: Moderne Untersuchungsgeräte, qualitätsgesicherte MTRA und erfahrene Ärzte. Keine Schwäche in einer dieser drei Säulen kann durch die Qualität der jeweils anderen beiden Säulen kompensiert werden. Das Gesamtergebnis kann daher nicht optimal sein, wenn einer der drei Bereiche eine Limitation aufweist. So limitiert die inkomplett abgebildete Brust im Mammogramm auch den besten Auswerter, und das optimal eingestellte Mammografiebild führt nicht zur korrekten Diagnose, wenn ein wenig erfahrener Arzt relevante Mikroverkalkungen fehlinterpretiert.
Für den Bereich der MTRA gibt es seit etwa 10 Jahren bundesweit die Möglichkeit zur „Zertifizierung zur Fachkraft in der Mammadiagnostik“ in Form eines 40-stündigen Kurses, der in verschiedenen Städten in Deutschland regelmäßig und mehrmals pro Jahr angeboten wird. Ergänzt wird dieses qualitätssichernde Programm durch Refresherkurse, die nach der primären Zertifizierung alle 3 Jahre empfohlen werden. Das aktuelle Angebot ist unter „https://www.vmtb.de/site/veranstaltungen/kategorie/zertifizierungskurse“ einsehbar.
Die erwähnten Zertifizierungs- und Refresherkurse stellten für die MTRA und Ärzte des Diagnostischen Brustzentrums Göttingen die wesentliche Motivation dar, für die Teilnehmerinnen ein kursbegleitendes Buch zu verfassen. Dieses Vorhaben konnte idealerweise innerhalb der bereits etablierten Reihe Edition Radiopraxis von Thieme verwirklicht werden. Hierfür möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken beim Team vom Thieme Verlag und insbesondere bei Frau Susanne Huiss und Herrn Dr. Christian Urbanowicz.
Inhaltlich beschäftigt sich dieses Mammabuch mit den Themenkomplexen, die auch innerhalb der Zertifizierungs- und Refresherkurse gemäß definiertem Lernzielkatalog aufgeführt sind. So werden vorab die relevanten Grundlagen zur Anatomie, Physiologie und Tumorentstehung sowie zum Risikoprofil präsentiert, gefolgt von Ausführungen zur Pathologie gut- und bösartiger Mammaveränderungen. Ein wesentlicher Bestandteil des Buches beschäftigt sich mit den drei etablierten Untersuchungsverfahren (Röntgenmammografie, Sonografie und Magnetresonanztomografie) einschließlich der jeweiligen physikalisch-technischen Grundlagen, sinnvoller Indikationen, der Qualitätssicherung sowie den typischen bildgebenden Befunden in den jeweiligen Verfahren. Hierin integriert findet sich ein ausführliches Kapitel zur Einstechtechnik röntgenmammografischer Aufnahmen inklusive möglicher Fehleinstellungen und deren Beseitigung. Auch interventionelle Verfahrensweisen (Biopsie, Markierung) ist jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem das gängige Equipment vorgestellt und typische Vorgehensweisen demonstriert werden. Es folgen kurze grundsätzliche Ausführungen zu Untersuchungskonzepten sowie zur operativen, strahlentherapeutischen und medikamentösen Behandlung des Mammakarzinoms, bevor die zunehmend an Bedeutung gewinnenden Hygieneaspekte präsentiert werden. Abgerundet wird das Buch durch das Kapitel „Kommunikation und soziale Interaktion“, das sich sehr praxisbezogen mit den speziellen Anforderungen innerhalb einer Mammasprechstunde beschäftigt und hier viele Anregungen und Lösungen für den täglichen Umgang mit Frauen, Interessierten und Patienten anbietet.
Letztendlich stellt das vorliegende MTRA-Mammabuch einen Spiegel der gemeinsamen Zusammenarbeit der Mitarbeiter des Diagnostischen Brustzentrums Göttingen aus den letzten mehr als 10 Jahren dar. Für deren Engagement, Professionalität und Empathie in all den vielen Jahren seit der Eröffnung des Brustzentrums im Jahre 2003 möchten wir uns bei allen Mitarbeitern ausdrücklich und sehr herzlich bedanken. Ein großes Dankeschön geht zudem an Herrn Dipl.-Phys. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Hermann aus dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universität Göttingen, mit dem die Ärzte des Diagnostischen Brustzentrums bereits zu Zeiten ihrer Tätigkeit in der Universität Göttingen exzellent kooperiert haben. Klaus-Peter hat es in diesem Buch erneut geschafft, die gelegentlich doch etwas „trockene“ Materie der Technik und Physik der Röntgenmammografie leicht verständlich und auch für einen Nicht-Physiker nachvollziehbar zu beschreiben.
Bleibt uns, allen Lesern beim Lesen, Nachschlagen oder Herumstöbern in diesem Buch viel Spaß an der Mammadiagnostik, aber auch jeweils klare Antworten auf offene Fragen zu wünschen. Hierbei sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies nicht nur für MTRA gilt, sondern auch für die jüngeren Ärzte, die in der Mammadiagnostik tätig sind oder es werden wollen.
Göttingen, im Sommer 2014
Uwe Fischer
Friedemann Baum
2D, 3D
zweidimensional, dreidimensional
A
Ampere
a
Pixelgröße
ACR
American College of Radiology
ABVS
Automated Breast Volume Scanner, Gerät für automatisierten Volumenultraschall
ADC
analog-to-digital converter, Analog-Digital-Wandler
ADH
atypisch duktale Hyperplasie
AEC
automatic exposure control, Belichtungsautomatik
AGD
average glandular dose, mittlere Parenchymdosis
Al
Aluminium
ALH
atypische lobuläre Hyperplasie
aSe
amorphes Selen
aSi
amorphes Silizium
BET
Brusterhaltende Therapie
BI-RADS
Breast Imaging Reporting and Data System
Bq
Becquerel
BRCA
breast cancer, Brustkrebsgen
CA
Karzinom
CADe
computer aided detection, computergestützte Detektion
CADx
computer assisted diagnosis, computerunterstützte Befundung
CaWo4
Kalziumwolfranat
CC
kraniokaudal
CCD
charge coupled device
cd
Candela
CEDM
contrast-enhanced digital mammography, digitale Kontrastmittelmammografie
CIS
Carcinoma in situ
CLIS
Carcinoma lobulare in situ
CR
computed radiography, Radiografie mit Speicherleuchtstoff-Folien
CsJ
Zäsiumjodid
CUP
carcinoma of unknown primary
D
optische Dichte
D2/p2
Füllfaktor
Dmin
(optische) Minimaldichte
DBT
digital breast tomosynthesis, Tomosynthese der Brust
DCIS
duktales Carcinoma in situ
DEGUM
Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
DiCOM
Digital Imaging and Communications in Medicine, digitale Bildgebung und -kommunikation in der Medizin, Bildformat
DIEP-Lappen
Deep-Inferior-Epigastric-Perforator-Flap
DIN
Deutsches Institut für Normung e.V.
DNA
Desoxyribonukleinsäure
DQE
detective quantum efficiency, detektive Quantenausbeute
DR
direct radiography, Radiografie mit integriertem digitalen Detektor
EIC
extensive intraduktale Komponente
ER
Östrogenrezeptorstatus
EUREF
europäische Referenz-Organisation
F
Fokus
FBA
Fokus-Bildempfänger-Abstand
FDA
Food and Drug Administration
FEA
flache epitheliale Atypie
FFDM
full-field digital mammography, digitale Vollfeldmammografie
FKDS
farbkodierte Dopplersonografie, Farbdoppler
FNAB
Feinnadel-Aspirations-Biopsie
FOA
Fokus-Objekt-Abstand
FOV
field of view
FSH
Follikelstimulierendes Hormon
G
Gauge
Gd2O2S:Tb
mit Terbium aktiviertes Gadoliniumoxylsulfid
GE
Gradienten-Echo
GKV
Gesetzliche Krankenversicherung
GnRH
Gonadotropin-Releasing-Hormon
Gy
Gray
µGy
Mikrogray
HCG
Choriongonadotropin
HER2
human epidermal growth factor receptor 2
HK
Hochkontrast-Testeinsatz
HPF
High powered field
HR
High Resolution, hochauflösend
Hz
Hertz
i.v.
intravenös
IDC
invasiv duktales Mammakarzinom
ILC
invasiv lobuläres Mammakarzinom
IR
Inversion-Recovery
ISO
International Organization for Standardization
KbE
koloniebildende Einheiten
KBV
Kassenärztliche Bundesvereinigung
keV
Kiloelektronvolt
Ki-67
Proliferationsindex, prozentualer Anteil der sich teilenden Zellen
KM
Kontrastmittel
kp
Kilopond
Ks
Dosis in der Bildempfängerebene
kV
Kilovolt
LH
Luteinisierendes Hormon
LIN
lobuläre intraepitheliale Neoplasie
LM
lateromedial
Lp/mm
Linienpaare pro Millimeter
LUT
Look-up-tables, Zuordnungstabelle
m
Abbildungsmaßstab
µGy
Mikrogray
µm
Mikrometer
mAs-Produkt
Röhrenstrom-Zeit-Produkt
MC
medulläres Karzinom
MIP
maximum intensity projection
ML
mediolateral
MLO
medio-lateral-oblique, mediolateral-schräg
Mo
Molybdän
MR
Magnetresonanz
MRSA
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
MRT
Magnetresonanztomografie
MTF
modulation transfer function, Modulationsübertragungsfunktion
mTOR
mammalian Target of Rapamycin
MTRA
Medizinisch-Technische/r Radiologieassistent/in
MX
(Röntgen-)Mammografie
N
Newton
N
Nodulus, Knoten
NAR
Normenausschuss Radiologie
Nm
Nanometer
ORSA
Oxacillin-resistenter Staphylococcus aureus
P
Pixelpitch
PAS
Publicly Available Specification, öffentlich verfügbare Spezifikation
PASH
Pseudoangiomatöse Stromahyperplasie
PgR
Progesteronrezeptorstatus
PMMA
Polymethylmethacrylat, Acrylglas, Plexiglas
PNL
Pectoralis-Nippel-Linie
PVA
programmverantwortlicher Arzt
QS-RL
Qualitätssicherungs-Richtlinie
Rh
Rhodium
RK
Raumklasse eines Bildwiedergabegerätes
ROI
region of interest
RöV
Röntgenverordnung
RT
Radiologietechnologe, Radiologietechnologin
S
speed, Empfindlichkeit eines Film-Foliensystems
SC
speed class, Empfindlichkeitsklasse eines Film-Foliensystems
SE
Spin-Echo
SFM
screen film mammography, Film-Folien-Mammografie
SGB
Sozialgesetzbuch
SN
Sentinel node
SNEL
Sentinel-Lymphadenektomie
SNLB
Sentinel-Lymph-Node-Biopsie
SNR
signal to noise ratio, Signal-Rausch-Verhältnis
SSK
Strahlenschutzkommission
SV-RL
Sachverständigen-Prüfrichtlinie
T
Tesla, Einheit für die magnetische Flussdichte
TC
tubuläres Karzinom
TDLE
terminale duktulolobuläre Einheit
TE
Echozeit
TSH
Thyreoidea-stimulierndes Hormon, Schilddrüsenwert
Ug
geometrische Unschärfe
UDH
usual ductal hyperplasia, duktale Hyperplasie
US
Ultraschall, Sonografie
V
Volt
VGEF
vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor
VNPI
Van-Nuys-Prognose-Index
W
Wolfram
YTaO4:Nb
niobdotiertes Yttriumtantaloxid
Z
Ordnungszahl
Aliasing
Überlagerung von Moire-Mustern
alimentär
durch Nahrungsaufnahme bedingt
Amastie
fehlende Brustanlage
Anisomastie
ungleiche Brustanlage
aSe-Detektor
Detektoren mit einer Absorberschicht aus amorphem Selen und einer darunterliegende Auslesematrix aus amorphem Silizium
aSi-Detektor
Flachdetektor aus amorphem, nicht kristallinem Silizium
Assessment
weitergehende Diagnostik
autolog
körpereigen
bilateral
beidseits
Bit
binary digit
B-Klassifikation
histologische Klassifikation am Stanzmaterial
bland
harmlos
BRCA1, BRCA2
Brustkrebsgen 1, Brustkrebsgen 2; die beiden Gene stehen für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko
Ektasie
Ausdehnung eines Hohlorgans
Enhancement
Anreicherung von Kontaktrastmittel
Enzym
Botenstoff
Epithel
Deck- und Drüsengewebe
exprimiert
abgesondert
Fibrose
Vermehrung des Bindegewebes
Heterozygotenrisiko
Wahrscheinlichkeit, Träger einer pathogenen Genvariante zu sein
hyperdens
röntgendicht
hyperechogen
echoreich (Ultraschall)
hypodens
röntgentransparent
hypoechogen
echoarm (Ultraschall)
Impedanz
Schallwiderstand
Inflammation
Entzündung
Inhibition
Hemmung
Inspektion
Blickuntersuchung
Intervallkarzinom
Karzinom, das zwischen 2 Screeningrunden manifest wird
Inversion
Bildumkehr
Inzidenz
Anzahl der Neuerkankungen
isodens
Röntgendichte identisch zu der des Parenchyms
isoechogen
Echoverhalten identisch zu dem des Parenchyms (Ultraschall)
kaudal
Richtung Steiß
Kernpolymorphie
Zellkernvielfalt
Klaustrophobie
Angst vor engen Räumen, umgangssprl. auch „Platzangst“
Kompression
Quetschung eines Organs oder einer Körperstelle durch mechanische Einwirkung
Kontagiösität
Ansteckungskraft eines Krankheitserregers
Kontaktinhibition
Kontakthemmung
kranial
Richtung Schädel
K-Strahlung
charakteristische Röntgenstrahlung, die beim Wiederauffüllen der K-Schale eines Atoms entsteht
Kutis
Haut
Laktationsphase
Stillperiode
Lipom
Fettgeschwulst
Lobulus
Drüsenläppchen
Lobus
Drüsenlappen
Mamille
Brustwarze
Mastektomie
operative Entfernung der Brust
Mastodynie
Beschwerden in der Brust
Meningitis
Hirnhautentzündung
Mesenchym
Binde-, Füll- und Stützgewebe
metachron
zeitlich versetzt
Metastasierung
Tumorzellstreuung
Mitoserate
Anzahl sich teilender Zellen
Multifokalität
Mehrere Tumoren innerhalb eines Brustquadranten
multipel
zahlreich
Multizentrizität
Mehrere Tumoren mit Überschreiten eines Brustquadranten
myxoid
schleimartig
Nodge
Aussparung in einer Punktionsnadel
Non-Mass-Läsion
Läsionen ohne raumfordernden Charakter
nosokomial
Infektion im Rahmen eines Aufenthalts in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung
Obliteration
Verödung, Einengung
Palpation
Abtastuntersuchung
Panning
digitale Verschiebefunktion
Paraphrasieren
Wiederholen des Gehörten mit eigenen Worten
phylloid
blattförmig
Pixel
picture matrix element, kleinstes Element bei der gerasterten, digitalisierten Darstellung eines Bildes
post-fire
Stanzbiopsie-Dokumentation nach Abschuss der Nadel
Präkanzerose
Vorstufe zum invasiven Karzinom
pre-fire
Stanzbiopsie-Dokumentation vor Abschuss der Nadel
Proliferation
Zellwachstum, Zellvermehrung
radiär
strahlenförmig
Reader
Befunder
Recall Rate
Anteil der wieder einbestellten Teilnehmer einer Studie
Remanenzwirkung
Zeitrahmen, in dem das desinfizierte Objekt vor Neukontamination geschützt ist
Rezidiv
Wiederauftreten des behandelten Karzinoms
Rimsign, Ringenhancement
primär periphere Aufnahme des Kontrastmittels im MRT
Röntgenquanten
Photonen
Sedierung
Dämpfung des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel
Sekretion
Produktion und Absonderung eines Sekrets durch eine Drüse
Septikämie
schwere Allgemeininfektion mit Bakterien oder deren Toxinen im Blut
signalintens
helle Strukturen im MRT
Sinus lactifer
Milchsäckchen
Stroma
Stützgewebe
T1-Messung
fettsensitive Messung
T2-Messung
wassersensitive Messung
Tenazität
Fähigkeit eines Mikroorganismus auch unter nicht optimalen Bedingungen zu überleben
Terminalductulus
terminaler Milchgang
Thelarche
Entwicklung der Brustdrüse in der Pubertät
TRAM-Lappen
Transverser-Rectus-Abdominis-Myokutan-Lappen
Transducer
Ultraschallkopf
unilateral
einseitig
vaskularisiert
durchblutet
Venüle
peripherer Venenverweilkatheter
wash out
Auswaschen des Kontrastmittels im MRT
Zooming
digitale Ausschnittsvergrößerung
Zysten
flüssigkeitsgefüllte Hohlräume
Vorwort
Abkürzungsverzeichnis
Glossar
1 Anatomie, Entwicklung und Physiologie der Brustdrüse
1.1 Anatomie
1.2 Entwicklung
1.3 Physiologie
2 Tumorentstehung und Brustkrebsrisiko
2.1 Karzinogenese
2.2 Risikofaktoren
2.2.1 Externe Risikofaktoren
2.2.2 Genetische Risikofaktoren
2.3 Wachstumsgeschwindigkeit
2.4 Epidemiologie und Prävention
3 Pathologie
3.1 Einleitung
3.2 Gutartige Veränderungen der Brust
3.2.1 Gutartige nicht-knotenbildende Befunde ohne pathologische Proliferation
3.2.2 Gutartige tumorbildende Befunde mit pathologischer Proliferation
3.2.3 Fibroepitheliale Tumoren
3.2.4 Mesenchymale Tumoren
3.3 Mammatumoren beim Mann
3.4 Postoperative Veränderungen
3.5 Intraduktale proliferative Veränderungen
3.6 Papilläre Läsionen
3.7 Lobuläre Neoplasie
3.8 Bösartige Veränderungen
3.8.1 Intraduktale Karzinome
3.8.2 Invasive Karzinome
3.9 Histologisches Grading des Mammakarzinoms
3.10 Rezeptorstatus des Mammakarzinoms
3.11 TNM-Klassifikation nach OP des Mammakarzinoms
4 Nichtbildgebende Diagnostik
4.1 Anamnese
4.1.1 Vorstellungsgrund
4.1.2 Vorausgegangene Interventionen oder Operationen
4.1.3 Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs
4.1.4 Medikamenteneinnahme
4.1.5 Hormone
4.2 Selbstuntersuchung
4.3 Klinische Untersuchung
4.3.1 Inspektion
4.3.2 Palpation
5 Mammografie: Physikalisch-technische Grundlagen
5.1 Grundprinzip der Röntgenmammografie
5.1.1 Röntgenstrahlerzeugung
5.1.2 Röhrenspannung
5.1.3 Anoden- und Filtermaterial
5.1.4 Brennfleckgröße
5.1.5 Streustrahlungsraster
5.1.6 Kompressionsvorrichtung
5.1.7 Vergrößerungstechnik
6 Mammografie: analoge Technik
6.1 Einleitung
6.2 Mammografiefilm
6.3 Verstärkungsfolie
6.4 Mammografiekassette
6.5 Filmverarbeitung
6.6 Systemempfindlichkeit
6.7 Belichtungsautomatik
6.8 Kenngrößen der Bildqualität
6.8.1 Kontrast
6.8.2 Schärfe
6.8.3 Rauschen
6.9 Betrachtungsbedingungen
7 Mammografie: digitale Technik
7.1 Einleitung
7.2 Digitalisierung der Bildinformation
7.3 Ortsauflösung und Pixelgröße
7.4 Dynamikbereich
7.5 Detektive Quantenausbeute
7.6 Digitale Detektorsysteme
7.6.1 Speicherleuchtstoff-Folien
7.6.2 CCD-Detektoren
7.6.3 Amorphes Silizium mit Szintillator
7.6.4 Amorphes Silizium ohne Szintillator
7.6.5 Doppelschicht-Selen-Detektor
7.6.6 Photonenzähler
7.7 Digitale Bildverarbeitung
7.7.1 Fenstertechnik
7.7.2 Ortsfrequenzfilterung
7.7.3 Digitale Vergrößerung
7.8 Computerunterstützte Befundung
7.9 Bildschirmbefundung
8 Mammografie: Qualitätssicherung
8.1 Grundlagen
8.1.1 Abnahme- und Teilabnahmeprüfung
8.1.2 Konstanzprüfung
8.2 Qualitätssicherung: Analoge Mammografie
8.2.1 Mammografie-Einrichtung
8.2.2 Filmverarbeitung und Dunkelraum
8.2.3 Filmkassetten
8.2.4 Filmbetrachtung
8.3 Qualitätssicherung: Digitale Mammografie
8.3.1 Aktuelle Entwicklungen
8.3.2 Mammografie-Einrichtung
8.3.3 Bildwiedergabesysteme
9 Mammografie: Weiterentwicklungen
9.1 Ausgangssituation
9.2 Digitale Tomosynthese
9.3 Brust-Computertomografie
9.4 Digitale Kontrastmittelmammografie
10 Mammografie: Rechtsfragen und Strahlenexposition
10.1 Rechtfertigende Indikation
10.2 Mittlere Parenchymdosis
10.3 Strahlenexposition
10.4 Strahlenrisiko
10.5 Strahlenschutz
11 Mammografie: Einstelltechnik
11.1 Vorbereitung
11.2 Zielsetzung der Einstelltechnik
11.3 Standard-Projektionen
11.3.1 MLO-Projektion
11.3.2 CC-Projektion
11.4 Zusatz-Projektionen
11.4.1 ML-Projektion, LM-Projektion
11.4.2 Vergrößerungsmammografie
11.4.3 Tubuskompressionsaufnahme
11.4.4 Kleopatra-Aufnahme
11.4.5 Cleavage-Aufnahme
11.5 Patientenbezogene Besonderheiten
11.5.1 Kyphose, Skoliose, Wirbelsäulenbeschwerden
11.5.2 Gehbehinderung, Rollstuhlfahrerin, Hemiparese, Parese
11.5.3 Schulterschmerzen, fehlende Möglichkeit der Armelevation
11.5.4 Variation der Brust
11.5.5 Variation der Thoraxform
11.5.6 Frauen mit Herzschrittmacher
11.5.7 Frauen mit Brustimplantaten
11.6 Mammografie beim Mann
11.7 Galaktografie
11.8 Qualitätssicherung in der Mammografie
11.9 Beispiele für fehlerhafte Einstellungen in der Mammografie
12 Mammografie: Einsatz und Befundung
12.1 Indikationen zur Mammografie
12.1.1 Früherkennungsmammografie
12.1.2 Abklärungsmammografie
12.1.3 Nachsorgemammografie
12.2 Terminologie in der Mammografie
12.3 Dichtetyptyp im Mammogramm
12.4 Befunde in der Mammografie
12.5 Auswertungskriterien in der Mammografie
12.5.1 Verkalkungen
12.5.2 Herdbefunde
12.5.3 Architekturstörungen
12.6 MX-BI-RADS
12.6.1 MX-BI-RADS 0
12.6.2 MX-BI-RADS 1
12.6.3 MX-BI-RADS 2
12.6.4 MX-BI-RADS 3
12.6.5 MX-BI-RADS 4
12.6.6 MX-BI-RADS 5
12.6.7 BI-RADS 6
12.6.8 Gesamt-BI-RADS
12.7 Normalbefund im Mammogramm
12.8 Typische Befunde in der Mammografie
13 Mammasonografie: Technik und Methodik
13.1 Grundprinzip
13.2 Eigenschaften von Schallwellen
13.3 Entstehung von Schallwellen
13.4 Wechselwirkungen von Schallwellen im Gewebe
13.4.1 Schallabschwächung
13.4.2 Reflexion
13.4.3 Brechung und Streuung
13.5 Entstehung eines Ultraschallbildes
13.6 Technische Komponenten
13.6.1 Schallkopf
13.6.2 Bedienoberfläche
13.6.3 Bildschirm und Dokumentationseinheit
13.6.4 Bilddokumentation
13.7 Methodik
13.7.1 Lagerung
13.7.2 Ankopplungsgel
13.7.3 Haltung des Schallkopfes
13.7.4 Untersuchungsablauf
13.7.5 Befunddokumentation
13.8 Ultraschalltechniken
13.8.1 Brightness-Mode
13.8.2 Dopplersonografie
13.8.3 3D-Sonografie
13.8.4 Panorama-Scan-Verfahren
13.8.5 Ultraschall-Elastografie
13.8.6 Automatisierter Volumenultraschall
13.9 Qualitätssicherung
14 Mammasonografie: Einsatz und Befundung
14.1 Indikationen zur Mammasonografie
14.2 Terminologie in der Mammasonografie
14.3 Gewebetyp im Sonogramm
14.4 Befunde in der Mammasonografie
14.5 Auswertekriterien in der Mammasonografie
14.5.1 Längsachse
14.5.2 Randsaum
14.5.3 Veränderung der umgebenden Strukturen
14.5.4 Echogenität
14.5.5 dorsales Schallverhalten
14.5.6 dynamische Kriterien
14.6 US-BI-RADS
14.6.1 US-BI-RADS 0
14.6.2 US-BI-RADS 1
14.6.3 US-BI-RADS 2
14.6.4 US-BI-RADS 3
14.6.5 US-BI-RADS 4
14.6.6 US-BI-RADS 5
14.6.7 BI-RADS 6
14.7 Normalbefund im Mammasonogramm
14.8 Typische Befunde in der Mammasonografie
15 Mamma-MRT: Technik und Methodik
15.1 Prinzip der Karzinomdetektion in der MRT
15.2 Technische Komponenten
15.3 Methodik
15.3.1 Prinzip
15.3.2 Tipps und Tricks
15.4 Bildnachbearbeitung
15.5 Untersuchungstechniken
15.5.1 Hochauflösende Mamma-MRT
15.5.2 Prothesen-MRT
15.5.3 Andere Magnetresonanz-Untersuchungsverfahren
15.6 Qualitätssicherung
16 Mamma-MRT: Einsatz und Befundung
16.1 Indikationen zur Mamma-MRT
16.1.1 Differenzierung zwischen Narbe und Rezidiv
16.1.2 Primärtumorsuche beim CUP-Syndrom
16.1.3 Brustkrebsfrüherkennung bei Hochrisikofrauen
16.1.4 Prätherapeutisches lokales Staging
16.1.5 Monitoring bei neoadjuvantem Behandlungskonzept
16.2 Terminologie in der Mamma-MRT
16.3 Gewebetyp in der Mamma-MRT
16.4 Befunde in der Mamma-MRT
16.4.1 Fokus
16.4.2 Herdbefund
16.4.3 Non-Mass-Läsion
16.5 MR-BI-RADS
16.5.1 MR-BI-RADS 0
16.5.2 MR-BI-RADS 1
16.5.3 MR-BI-RADS 2
16.5.4 MR-BI-RADS 3
16.5.5 MR-BI-RADS4
16.5.6 MR-BI-RADS 5
16.5.7 BI-RADS 6
16.6 Normalbefund in der Mamma-MRT
16.7 Typische Befunde in der Mamma-MRT
17 Lymphknotendiagnostik
17.1 Lymphatische Entsorgung der Brust
17.2 Bildgebende Diagnostik der lokoregionären Lymphknoten
17.3 Lymphknotenentfernung
17.4 Untersuchungstechnik
17.5 Strahlenschutzaspekte
18 Mamma-Interventionen: Biopsie
18.1 Gewebeentnahme
18.2 Entnahmeverfahren zur Gewinnung von Gewebe aus der Brust
18.2.1 Feinnadel-Aspiration
18.2.2 Stanzbiopsie
18.2.3 Vakuumbiopsie
18.2.4 Punchbiopsie
18.3 Methoden zur Steuerung der Gewebeentnahme
18.4 Befundklassifikationen
18.4.1 Zytologische C-Klassifikation
18.4.2 Histologische B-Klassifikation
18.5 Tumorzellverschleppung und mechanische Tumorinduktion
18.6 Qualitätssicherung
19 Mamma-Interventionen: Markierung
19.1 Markierung nach perkutaner Biopsie
19.2 Markierung im Rahmen neoadjuvanter Behandlungskonzepte
19.3 Präoperative Lokalisation
19.3.1 Drahtmarkierung
19.3.2 Equipment für Draht-Markierungen
19.3.3 Steuerung der Markierungsdrähte
19.4 Dokumentation der erfolgreichen Befundentfernung
20 Untersuchungskonzepte
20.1 Einleitung
20.2 Brustkrebsfrüherkennung
20.2.1 Mammografie-Screening
20.2.2 Individuelle Untersuchungskonzepte
20.2.3 Früherkennung bei Hochrisikoprofil
20.3 Abklärungsdiagnostik
20.4 Verlaufsuntersuchungen nach Brustkrebs
20.5 Prothesendiagnostik
20.6 Diagnostik bei Männern
21 Behandlungskonzepte
21.1 Operative Behandlung
21.1.1 Einleitung
21.1.2 Brustentfernung
21.1.3 Brusterhaltung
21.1.4 Wiederaufbau
21.1.5 Lymphknotenentfernung
21.2 Bestrahlungsbehandlung
21.2.1 Adjuvante Strahlentherapie nach brusterhaltender Therapie
21.2.2 Adjuvante Strahlentherapie nach Mastektomie
21.2.3 Terminierung der Bestrahlung im Rahmen multimodaler Behandlungskonzepte
21.2.4 Zielvolumen, Fraktionierung und Dosierung
21.2.5 Teilbrustbestrahlung
21.2.6 Nebenaspekte der Strahlentherapie
21.3 Medikamentöse Behandlung des Mammakarzinoms
21.3.1 Chemotherapeutische Konzepte
21.3.2 Hormontherapie
22 Hygieneaspekte
22.1 Einleitung
22.2 Infektion
22.3 Infektionsprophylaxe im medizinischen Alltag
22.4 Infektionsprophylaxe vor Interventionen
22.5 Gerätedesinfektion und Gerätesterilisation
22.5.1 Sterilisation durch Erhitzen
22.5.2 Chemische Sterilisation
22.5.3 Strahlensterilisation
22.5.4 Plasmasterilisation
22.5.5 Sterilfiltration
22.6 Infektionsprophylaxe in Räumen
23 Kommunikation und soziale Interaktion
23.1 Veränderungen im Gesundheitswesen
23.2 Veränderte Anforderungen an MTRA und MFA
23.2.1 Interaktionen in der Mammadiagnostik
23.2.2 Patienten in der Mammadiagnostik
23.3 Grundlagen der Kommunikation
23.3.1 Wahrnehmung
23.3.2 Kommunikation: Sender/Empfänger
23.3.3 Kommunikation: verbal/nonverbal
23.3.4 Kommunikation: Körpersprache deuten
23.3.5 Kommunikation: Gesprächsführung
23.3.6 Asymmetrische Kommunikation
23.3.7 Das Gespräch zwischen MTRA/MFA und Patientin
23.4 Strategien zur Gesprächslenkung
23.4.1 Fragen stellen
23.4.2 Aktives Zuhören
23.5 Die MTRA/MFA in der Diagnostik
23.5.1 Apparative Untersuchungen in der Mammadiagnostik
23.5.2 Betreuung der Patientin im Verlauf einer Mamma-MRT
23.6 Zusammenfassung
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
Friedemann Baum
Die Aufgabe der Brustdrüse ist die Milchproduktion. Die funktionelle Einheit der Brustdrüse stellt das Drüsenläppchen (Lobulus) dar. Hierin sind Drüsenzellen um einen Hohlraum angeordnet, in den sie die produzierte Milch ausscheiden. Die Drüsenzellen werden außen von netzförmig angeordneten, glatten Muskelzellen, den Myoepithelzellen umschlossen. Die Milch verlässt den Lobulus über den terminalen Milchgang (Terminalductulus). Die in Form einer Weintraube angeordneten Lobuli ergeben den Drüsenlappen (Lobus), wobei die Terminalductuli in einen Sammelgang, dem Ductus lactifer colligens, münden. Lobuli und anschließende Terminalductuli werden auch als „terminale ductulolobuläre Einheit“ (TDLE) bezeichnet. Über diese Gänge gelangt die Milch kurz vor der Brustwarze in den Sinus lactifer, um dann auf der Brustwarze zu münden. Es gibt ca. 15–20 Lobi, die sich kreisförmig um die Brustwarze herum anordnen. Lobuli wie auch Lobi sind in Fettgewebe eingebettet. Sowohl die Menge an Drüsengewebe wie auch die Menge an Fettgewebe unterliegt großen individuellen Schwankungen (▶ Abb. 1.1).
Die Mamille erhebt sich aus dem umgebenden, pigmentierten Warzenvorhof, der Areola. Die weitere äußere Begrenzung der Brust wird von der Kutis gebildet, wobei diese Haarfollikel, Talk- und Schweißdrüsen enthält. Wie die Kutis besitzt die Mamille ebenfalls Talk- und Schweißdrüsen jedoch keine Haarfollikel. Am Rande der Areola finden sich kleine Erhabenheiten, die sog. Montgomery-Knötchen. Sie sind die Mündungsgänge der Montgomery-Drüsen, einer Übergangsform von Schweiß- und Talgdrüse.
Neben dem Drüsengewebe und den Milchgängen finden sich in der Brustdrüse auch Lymphknoten. Deren Aufgabe ist es, den Körper vor bakteriellen Keimen zu schützen, die durch die Milchgänge an der Brustwarze in den Körper eintreten. Meist befinden sich diese Lymphknoten im oberen äußeren Quadranten, sie werden aber auch in den anderen Quadranten nachgewiesen. Der überwiegende Anteil der Lymphe fließt durch die Achselhöhle zunächst zum Wächterlymphknoten und von dort zu den weiteren axillären Lymphknoten. Nur ein sehr geringer Anteil gelangt über den parasternalen Lymphabfluss in den Brustkorb. Die arterielle Blutversorgung der Brustdrüse erfolgt über die A. thoracica interna (ca. 70%) sowie zu einem geringeren Anteil durch die A. thoracica lateralis (ca. 30%). Der venöse Abfluss der Brust geschieht über begleitende Venen.
Abb. 1.1 Aufbau der Brustdrüse.
Abb. 1.1a Auf der Brustwarze münden ca. 20 Milchgänge. Von dort ausgehend teilen sie sich mehrfach auf. In der Peripherie gehen die kleinsten Milchgänge am duktulolobulären Übergang in die Drüsenläppchen über.
Abb. 1.1b Das Drüsenläppchen (Acinus) geht am duktulolobulären Übergang in den Ductulus über.
Merke
Brustkrebs entsteht fast immer in der TDLE.
Jeder Mensch verfügt über die Anlage einer Brustdrüse. Die schon vor der Pubertät beginnende Ausschüttung von Östrogen durch die Eierstöcke führt bei der Frau zu einer zunehmenden Entwicklung der Brustdrüse, der Thelarche. Zunächst teilen sich die Milchgänge und wachsen in das umliegende Bindegewebe ein. Unter der weiter zunehmenden Hormonsekretion im Rahmen der Pubertät kommt es neben einer Vergrößerung der vorhanden Lobuli auch zu einer weiteren Differenzierung sowie dem Aufbau von Fettgewebe. Die Brustentwicklung beginnt mit ca. 11 Jahren und ist üblicherweise mit ca. 15 Jahren abgeschlossen, sie kann sich aber auch bis ins 19. Lebensjahr hinziehen.
Es werden 5 Entwicklungsstufen der weiblichen Brust unterschieden (▶ Abb. 1.2):
B1: Brüste sind noch flach, Brustwarze ist nur eine sehr kleine Erhebung.
B2: Die eigentliche Pubertät beginnt: Milchdrüsen und Fettgewebe beginnen die Brust zu bilden.
B3: Die Brustwarze färbt sich dunkel.
B4: Die Umrandung der Brustwarze, der Warzenhof, bildet eine eigene Erhebung.
B5: Der Warzenhof schwillt wieder ab, bei manchen Frauen bleibt die Schwellung aber bestehen.
Abb. 1.2 Entwicklungsstadien der weiblichen Brust. In der Kindheit sitzt die noch kleine Brustwarze auf der flachen Brustwand (B1). Mit Pubertät beginnt sich die Brust durch die Entwicklung von Drüsen- und Fettgewebe zu bilden (B2). Im weiteren Verlauf färbt sich die Brustwarze dunkel (B3). Später bildet der der Warzenhof eine eigene Erhebung (B4). Zuletzt bildet sich die Schwellung des Warzenhofes wieder zurück (B5).
Entwicklungsgeschichtlich verfügt der Mensch als Säugetier über eine Milchleiste. Im Rahmen der Embryogenese verbleibt von den 5 Drüsenanlagen pro Seite im Normalfall jedoch nur eine. In seltenen Fällen finden sich aber auch beim Menschen mehrere Drüsenanlagen im Verlauf der Milchleiste.
Die physiologische Steuerung der Brustdrüse erfolgt ausschließlich hormonell. Kommt es im Rahmen einer Schwangerschaft zur Sekretion des Hormons Choriongonadotropin (HCG) durch die Plazenta, so hat dies die fortgesetzte Produktion von Progesteron im Eierstock zur Folge. Der erhöhte Gestagenspiegel führt zu einer weiteren Ausdifferenzierung der Lobuli. In der Stillzeit löst der Saugreiz die vermehrte Sekretion der Hormone Oxytozin und Prolaktin durch die Hypophyse aus. Hierunter erreicht die Brustdrüse ihre maximale Milchproduktion.
Nach dem Abstillen kommt es zu einem Rückgang der Oxytozin- und Prolaktin-Sekretion. In der Folge nimmt die Anzahl der Drüsenzellen in den Lobuli wieder ab, die Brustdrüse kehrt in ihren ruhenden Zustand zurück.
Auch die vorübergehende Progesteronsekretion, die nach dem Eisprung im Rahmen der monatlichen Ovulation stattfindet, geht häufig mit einer Stimulation der Lobuli einher. In der Folge können Spannungsgefühle und Schmerzen der Brustdrüse entstehen.
Merke
Beschwerden in der Brust (Mastodynie) wie Ziehen, Spannen und Stechen haben fast immer eine hormonelle Ursache. Nur sehr selten ist Brustkrebs hierfür verantwortlich.
Friedemann Baum
Die Grundlage des Lebens in unserer Welt ist die Zellteilung. Im Rahmen jeder Zellteilung muss die gesamte genetische Information kopiert werden. Hierzu werden die Chromosomen und somit die DNA-Doppelhelix verdoppelt. Im Rahmen dieses Prozesses muss jeder Nukleinsäure das entsprechende Pendant zugeordnet werden. Bei fehlerhaften Zuordnungen spricht man von Mutationen. Da jedoch die meisten Regionen unserer Chromosomen genetisch nicht exprimiert werden, bleiben die meisten Mutationen ohne Konsequenzen. In anderen Fällen führt die Mutation zum Verlust der Funktion des kodierten Proteins und die betroffene Zelle ist nicht lebensfähig. In seltenen Fällen ist die Lebensfähigkeit einer mutierten Zelle in ihrem umgebenden Milieu jedoch gesteigert. Generationsübergreifend steht „Mutation“ für die Weiterentwicklung einer Art. Sie ist die Basis der Artenvielfalt auf unserem Planeten. Geschieht die Mutation jedoch außerhalb der Fortpflanzung und kommt es in einer solchen Zelle zu einer Folge von weiteren Mutationen, so kann aus ihr im Verlauf von etwa 6–8 Mutationen eine Krebszelle entstehen. Solche bösartigen Tumorzellen sind durch den Verlust ihrer Kontaktinhibition charakterisiert, sie respektieren also bei ihrem Wachstum nicht mehr die gesunden Nachbarzellen ().
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