Männerrituale in Übergangssituationen - Daniel Wiederkehr - E-Book

Männerrituale in Übergangssituationen E-Book

Daniel Wiederkehr

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Beschreibung

Ob Visionssuche, Schwitzhütte oder Archetypen-Workshop: Männer suchen in kritischen Lebenssituationen nach einem passenden Unterstützungsangebot. Viele solche Angebote stammen aus dem Schamanismus. Wie tauglich sind solche Angebote für Christen? Der Autor betrachtet die Midlifekrise aus entwicklungs-psychologischer, soziologischer und spiritueller Sicht und erklärt die Bedeutung von Ritualen zu deren Bewältigung. Er beschreibt auch die eigenen Erfahrungen, die er auf seiner Visionssuche und in der Schwitzhütte gemacht hat. Daraus zieht er pastorale Konsequenzen.

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Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zielsetzung der Arbeit

Die Midlife-Krise entwicklungspsychologisch

2.1. Die Beschreibung des Phänomens

2.1.1. Beispiele

2.1.2. Eine zweite Pubertät?

2.2. Modelle

2.2.1. Carl Gustav Jung: Zwei Hälften des Lebens

2.2.2. Erik H. Erikson: Acht psychosoziale Krisen

2.2.3. Levinson: Einteilung des mittleren Lebens

2.3. Stete Veränderungen oder plötzliche Krise?

2.3.1. Das Krisenkonzept

2.3.2. Das Transitionsmodell

2.4. Veränderungen im mittleren Lebensalter

2.4.1. Körperliche Veränderungen

2.4.2. Psychische Veränderungen

2.4.3. Veränderungen im Beruf

2.4.4. Veränderungen in der Partnerschaft

2.4.5. Wie kommen Männer damit zurecht?

Die Midlife-Krise aus soziologischer Sicht

3.1. Konfrontation mit der Endlichkeit

3.2. Versagensangst als neues Thema

3.3. QLC – Ein Ableger der Midlife Krise

3.4. Die süchtige Gesellschaft

Die Midlife-Krise aus spiritueller Sicht

4.1. Die spirituelle Entwicklung des Menschen

4.1.1. Das Wegmodell des Origenes

4.1.2. Die männliche spirituelle Reise nach R. Rohr

4.1.3. Die zwei Hälften des Lebens nach R. Rohr

4.2. Die Bedeutung von Krisen im Allgemeinen

4.2.1. Krisengeschichten der Bibel

4.2.2. Der Glauben als Krisis

4.2.3. Die Krisen des Lebens

4.3. Die Midlife-Krise als Paradigmenwechsel

4.3.1. Das Wesen der Krise

4.3.2. Spontanreaktionen

4.3.3. Die Triplex Via als Ausweg

4.3.4. Paradigmenwechsel in der Mitte des Lebens

Die Gestaltung von Übergängen

5.1. Orte des Übergangs im Leben des Mannes

5.2. Ziele der Übergangsprozesse

5.2.1. Das Scheitern begleiten

5.2.2. Die Prozesse lebendig halten

5.2.3. Vor dem Burn-out bewahren

5.2.4. Mit sich und der Schöpfung verbunden sein

5.3. Die Bedeutung von Ritualen

5.3.1. Übergangsrituale

5.3.2. Initiationsrituale

5.4. Die Bedeutung des genderspezifischen Ansatzes

5.5. Die Bedeutung schamanischer Spiritualität

5.5.1. Was ist darunter zu verstehen?

5.5.2. Schamanismus und Christentum

5.5.3. Integrierbarkeit ins Christentum?

5.6. Vor- und Nachteile christlicher Spiritualität

5.6.1. Biblische Inhalte

5.6.2. Frömmigkeitsstile

5.6.3. Ritualpraxis

Praxisbeispiele zur Gestaltungen von Übergängen

6.1. Die Visionssuche

6.1.1. Geschichte

6.1.2. Elemente der Visionssuche

6.1.3. Selbstversuch

6.1.4. Visionssuche für Christen

6.2. Men’s Rites of Passage (MROP) nach R. Rohr

6.2.1. Elemente

6.2.2. Im Vergleich mit der Visionssuche

6.3. Intensivseminare mit Schwitzhütte (S. Gasser)

6.3.1. Zur Person von Stefan Gasser-Kehl

6.3.2. „Reigen der 4 Archetypen“

6.3.3. Selbstversuch

6.3.4. Fazit

6.4. Weitere Angebote der Kirchen Deutschlands

Pastorale Konsequenzen

7.1. Genderspezifische Arbeit?

7.2. Jede Altersgruppe ihr Initiationsprojekt?

7.3. Christliche oder inkulturierte Rituale?

7.4. Übergangsrituale: Spirituell oder diakonisch?

Nachwort

Literaturverzeichnis

Anhang

10.1. Interview mit Markus Ehrat am 28.8.2015

10.2. Interview mit Reinhold H. Schäfer am 31.8.15

10.3. Interview mit Klaus Peill am 1.9.15

10.4. Interview mit Stefan Gasser am 2.9.15

10.5. Interview mit Andreas Büchel, am 3.9.15

10.6. Interview mit Jack Silver am 9.9.15

10.7. Interview mit Michael Rodiger-Leupolz am 9.9.15

Vorwort

Jedes Wort im Titel dieser Arbeit hat für mich programmatische Bedeutung. So möchte ich anhand der drei Schlüsselwörter„Männer“, „Rituale“ und „Übergangssituationen“ das Feld abstecken, auf welchem dieses Forschungsprojekt entstanden ist.

Männer. Auf meinem eigenen Weg habe ich in den letzten Jahren gemerkt, dass ich die Sorge für mein persönliches Wohlbefinden nicht länger an Frauen – ob Mutter, Ehefrau oder Partnerin - delegieren möchte. In einer Männergruppe und im Zusammensein mit Freunden habe ich seither erlebt, wie bereichernd der persönliche Austausch mit Geschlechtsgenossen sein kann. Es gelingt mir im Kontakt mit andern Männern besser, mit ihnen verbunden zu sein, ohne mich selber zu verlieren. Deshalb gehe ich mit Überzeugung davon aus, dass der genderspezifische Weg ein guter Weg ist, um Übergangssituationen zu gestalten.

Rituale. Sie stehen für meinen derzeitigen Ort auf dem spirituellen Weg. Meine Spiritualität konzentrierte sich früher vor allem auf die meditative Durchdringung geistlicher Texte, was ja schliesslich auch das Herzstück evangelisch-reformierter Spiritualität ausmacht. Durch eine spirituelle Erfahrung im schamanischen Bereich wurde ich meiner katholischen Herkunft wieder bewusster, wo Rituale für den einzelnen als auch für die gottesdienstliche Gemeinschaft einen wichtigen Stellenwert haben. Ich gehe davon aus, dass sie geeignet sind, Übergangssituationen ganzheitlich – mit Kopf, Herz und Hand – zu durchleben.

Übergangssituationen. Last but not least geht es in dieser Arbeit um Übergangssituationen, die gegangen und gestaltet werden möchten. Ich selber bin 55 Jahre alt und stehe am Anfang einer neuen Reise bezüglich Partnerschaft und Beruf. Dieser Anfang möchte sorgfältig gestaltet sein. Nach dem Frankfurter Rabbiner Shlomo Raskin habe jeder Mensch von seiner Geburt bis zum Tod 42 Stationen zu durchleben und jeder bedeutende Einschnitt im Leben sei eine Station, an der eine neue Reise beginne.1 Insofern gehören Übergänge also selbstverständlicher zu unserem Leben als wir uns dies vielleicht bewusst sind. Ob die vorliegenden Einsichten, entstanden durch die Beschäftigung mit meiner Krise „in der Mitte des Lebens“ auch auf andere kritische Übergänge übertragbar sind, muss sich noch zeigen. Mein Anliegen jedenfalls ist ein spiritueller Umgang mit Krisen, bei welchem sich der Mensch – genauer der Mann – möglichst ganzheitlich und sinnstiftend auf die neue Herausforderung einlassen kann.

Mit dieser Masterarbeit bedanke ich mich bei den Männern, mit welchen ich für mich wegweisende Erfahrungen machen durfte; wohl verstanden, auf dem Weg dazu waren auch Frauen beteiligt. Ihnen fühle ich mich ebenfalls sehr verbunden.

1 Vgl. Ajnwojner Susi (Hsg.), Raskin Shlomo. Viel habe ich von meinen Lehrern gelernt und noch mehr von meinen Schülern, Basel 1997, 28

1. Zielsetzung der Arbeit

Es kommt vor, dass Männer im besten Alter – für ihr Umfeld manchmal ziemlich unerwartet - mit sich und ihrem Lebensentwurf unzufrieden werden. Sind sie dazu noch in der Lage, nehmen sie ihr Schicksal in die eigenen Hände und versuchen ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu verändern, zum Beispiel indem sie eine neue Stelle suchen, ihre Partnerin verlassen oder anderes über Bord werfen, was sich für sie nicht mehr als stimmig anfühlt. Manchmal sind sie dazu aber nicht mehr in der Lage, und das Leben ergreift die Initiative: Sie verlieren ihre Stelle, die Frau zieht aus, oder die Kinder kehren ihrem Vater den Rücken zu. Dies lässt in den Männern Gefühle von Ohnmacht und Orientierungslosigkeit zurück. Es stellt sich die Frage, ob es Wege und Möglichkeiten gibt, wie die Kirche Männer in solchen Situationen unterstützen kann. Mit Erstaunen habe ich zu Kenntnis genommen, dass zu Beginn dieses Jahres aus Spargründen die Stelle für Männerarbeit der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich abgeschafft worden ist , obwohl in der „reformierten presse“ über Wochen die Gefahr einer schleichenden Feminisierung der Kirche beschworen wurde, und es für viele eine drängende Frage ist, wie Männer durch die Kirche wieder stärker angesprochen werden können. Natürlich ist es nicht im Vornherein gesagt, dass Männerarbeit dazu das bestmögliche Mittel ist.

In einem ersten Schritt suche ich dem Phänomen, welches in der Umgangssprache als „Midlife-Krise“ bezeichnet wird, aus entwicklungspsychologischer, soziologischer und spiritueller Sicht auf die Spur zu kommen. Dem sind die Hauptkapitel 2 bis 4 gewidmet. Diese werden zeigen, welche Herausforderungen im Leben zwischen vierzig und fünfzig zu bewältigen sind (Kapitel 5). Im 6. Kapitel stelle ich unterschiedliche Unterstützungsansätze aus der Männerarbeit vor. In einem abschliessenden 7. Kapitel frage ich nach den pastoralen Konsequenzen. Diese Forschungsarbeit erfolgt im Rahmen des Lehrgangs „Christliche Spiritualität“ der Universität Fribourg und des Lassalle-Hauses Bad Schönbrunn, welchen ich in den Jahren 2013-15 absolviert habe. Mein Ausgangspunkt ist eine christliche Spiritualität, welche darum bemüht ist, sich von den Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments inspirieren zu lassen und die darauf baut, dass Gott seine Schöpfung und den einzelnen Menschen im Heiligen Geist durchdringt und leitet. In Kapitel 5.6. werde ich darauf eingehen, welchen Beitrag gerade eine christliche Spiritualität in den Übergangsprozessen des Lebens zu leisten vermag und wo deren Grenzen liegen, wenn es darum geht, Männer in ihrem Menschsein zu begleiten.

Die Studie fokussiert auf die Gestaltung von Lebensübergängen von Männern. Deshalb wird die männliche Sprachform verwendet, auch wenn viele der beschriebenen Phänomene für die Entwicklung von Frauen genauso gelten.

Sowohl die entwicklungspsychologischen als auch die soziologischen Faktoren, welche mit Transformationsprozessen in Verbindung gebracht werden, betreffen Mann und Frau. Gleichwohl wird die Midlife-Krise immer noch eher mit Männern in Verbindung gebracht. Dass dem nicht immer so ist, zeigen schon die Praxisbeispiele von Pasqualina Perrig, welche unter 2.1.1. aufgeführt sind. Gleichwohl soll die Frage bedacht werden, was es denn ausmacht, dass die Midlife-Krise Männern auf den ersten Blick eher zu schaffen macht als Frauen (siehe 5.4.).

2. Die Midlife-Krise aus entwicklungspsychologischer Sicht

Bevor wir uns Gedanken machen, welche Rituale für Männer im mittleren Lebensalter hilfreich sind, gilt es zu verstehen, was den Männern aus entwicklungspsychologischer Sicht im Alter zwischen 40 und 60 widerfährt. Dabei besteht unter den Fachleuten keineswegs Konsens, ob diese Widerfahrnisse sachgerecht als Krise zu bezeichnen sind. Deshalb wählen wir den Weg, dass am Anfang dieses Kapitels das Phänomen rein empirisch eingefangen wird (2.1.). Dann werden Modelle vorgestellt, die helfen, das Phänomen einzuordnen (2.2.). Ein drittes Unterkapitel beschäftigt sich mit dem Begriff der Krise und setzt diesem jenen der Transition gegenüber (2.3.). Normalerweise denkt man zunächst einmal an die Männer, wenn das Stichwort „Midlife-Krise“ auftaucht. Dabei legen gerade die entwicklungspsychologischen Entwicklungen der Frau nahe, dass auch beim weiblichen Geschlecht in dieser Lebensphase wichtige Entwicklungen stattfinden. Diese möchten wir in den drei ersten Unterkapiteln ebenfalls im Blick behalten. Das vierte Unterkapitel beschränkt sich dann auf die Beschreibung der konkreten Symptome und Auswirkungen in Bezug auf den Mann (2.4.) und versucht darauf zu antworten, in wiefern sich die Situation des Mannes von der der Frau unterscheidet.

2.1. Die Beschreibung des Phänomens

2.1.1. Beispiele

Walter von Hollander beschreibt in seinem schon 1938 erschienenen Buch2 Biographien berühmter Männer und ortet darin ein krisenhaftes Ereignis bzw. eine krisenhaften Lebensspanne nach deren vierzigstem Geburtstag:

So habe Robert Schumann mit 43 seine Stellung als Musikdirektor wegen anhaltender Depressionen aufgegeben und mit 44 einen Suizidversuch gemacht.

Clemens Brentano sei mit 37 katholisch geworden und habe die Nonne Katharina Emmerick kennengelernt. Darauf habe er alle Bücher verkauft, sich von seinen Freunden getrennt und sechs Jahre am Krankenlager der Nonne verbracht, um deren Visionen aufzuzeichnen.

Martin Luther habe schliesslich mit 37 seine wichtigen Schriften geschrieben und mit 42 seine spätere Frau Käthe geheiratet.

3

Pasqualina Perrig fügt diesen historischen Beispielen biografische Widerfahrnisse heutiger Zeitgenossen an4:

Ein unbescholtener Familienvater, von Beruf Professor, oute sich mit 45 als schwul. Er verlasse Job und Familie und wandere nach Australien aus.

Ein treu sorgender Familienvater verliebe sich mit 48 in eine Frau, die zwanzig Jahre jünger ist. Ihretwegen verlasse er seine Familie.

Eine passionierte Hausfrau und Mutter verlasse im Alter von 43 Jahren Mann und Kinder, um ihren lang gehegten Berufswunsch, Juristin zu werden, zu verwirklichen. Diesen habe sie zuvor über Jahre verdrängt gehabt.

Ob bei historischer Prominenz oder heutigen Zeitgenossen: offenbar zeichnet sich im Alter von 40 bis 50 Jahren eine unerwartete Entwicklung ab, die – zumindest für Aussenstehende – irgendwie nicht mit dem zusammenzupasst, das diese Personen zuvor gelebt haben. Während die Entwicklung im Fall von Robert Schuhmann eindeutig pathologische Züge aufweist, muss dies im Fall von Brentano und Luther nicht unbedingt der Fall gewesen sein. Die Konversion Brentanos sowie sein neu entflammtes Interesse am Seelenleben der Nonne können durchaus als stimmige Entwicklung seiner Persönlichkeit gedeutet werden. Erst recht ist dies bei Luther der Fall. Bei ihm lässt sich seine Heirat geradezu als logische Konsequenz seiner geistigen Entwicklung interpretieren.

Die drei Beispiele heutiger Zeitgenossen lassen sich aufgrund der wenigen bekannten Fakten kaum wirklich bewerten. Zumindest im Fall des Professors und jenem der Frau, die sich ihren lang gehegten Berufswunsch erfüllt, hat man den Eindruck, dass die biographische Veränderung die Frucht eines längeren inneren Prozesses darstellt und sich so irgendwie stimmig anfühlt. Freilich stellt sich die Frage, ob es für die Familienfrau keine Möglichkeit gegeben hätte, ihren Berufswunsch und ihr bisheriges Familienleben besser auf einander abzustimmen. Beim 48 jährigen Mann ist man vermutlich ein wenig skeptischer, denn niemand weiss, wie lange dessen Verliebt Sein andauern wird. Aber auch da könnte es durchaus sein, dass sein Ausbrechen aus Familie und Partnerschaft einer berechtigten inneren Logik folgten. Auf jeden Fall sind solche Entwicklungen für die Betroffenen selber nicht leicht umzusetzen und für ihre Angehörigen und Freunde in den meisten Fällen schwer nachzuvollziehen. Insofern ist es nachvollziehbar, dass manche im Zusammenhang mit solchen Phänomenen von Krisen sprechen.

Das mittlere Alter sei eine Zeit der Veränderungen, der gewollten und der ungewollten. Zeiten der Veränderung könnten verunsichern und verletzlich machen.5 Interessant ist, dass „die Lebenszufriedenheitskurse im Altersgruppenvergleich uförmig ist, und zwar mit einem Tiefpunkt in den mittleren Jahren.“6 Auch dieser Befund zeigt, dass die Lebensspanne zwischen 40 und 50 für die Seele anspruchsvoller ausfällt, als dies bekannt zu sein scheint, geht man doch gemeinhin davon aus, dass das Leben in ruhigeren Wassern verläuft, wenn sich Menschen beziehungsmässig und beruflich etabliert haben.

2.1.2. Eine zweite Pubertät?

„ ,Er befindet sich halt in der zweiten Pubertät’, wird achselzuckend und vielsagend die Tatsache quittiert, dass ‚mann’ eine Harley-Davidson erstanden und den Job hingeschmissen und eine längere Weltreise alleine angetreten hat.“7

Die Pubertät bezeichnet gemeinhin den Entwicklungsschritt vom Kind zum Erwachsenen. Dabei geht es darum, dass eine Person zu ihrer Identität als Erwachsener findet. Dieser Entwicklungsschritt wird durch hormonelle Veränderungen gesteuert und untersützt.

Geht man davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung heute bei 80 bis 90 Jahren liegt, kann im Alter zwischen 40 und 50 die Lebensmitte angenommen werden. In diesen Jahren stehen bei Mann und Frau ebenfalls hormonelle Veränderungen an (siehe Kapitel 2.4.) und es geht darum, die Identität auf einer neuen Ebene weiterzuentwickeln. Insofern bestehen also durchaus Analogien zur Pubertät: „Geht es in der Pubertät um die Findung und Definition einer Identität als Erwachsener, steht beim Übergang in die zweite Lebenshälfte eine Neudefinition der Identität (körperlich, psychisch und sozial) als erfahrene, reife Person an. Ist die Identitätsfindung in jungen Jahren dadurch gekennzeichnet, sich sozial und gesellschaftlich zu verorten (ein nach aussen gerichteter Prozess), geht es bei der Neudefinition der Identität in den mittleren Jahren darum, die bisherigen Bemühungen wieder in Relation zu setzen zu den eigenen Bedürfnissen und ursprünglichen Lebensplänen und Zielsetzungen, mit dem Erreichten und dem Künftigen (also ein nach innen gerichteter Prozess).“8 Welche Blüten diese „zweite Pubertät“ treiben kann, wurde im vorangehenden Unterkapitel bereits deutlich. Im Vergleich dazu muten einem die Harley-Davidson und die Weltreise geradezu noch harmlos an. Aber genauso wie man bei pubertierenden Jugendlichen ob all ihrer Verrücktheiten vergisst, was in ihnen drin abgeht, so ist dies auch bei den „Mittelalterlichen“ der Fall. Eine Harley-Davidson ist dann mehr als ein dröhnendes, die Umwelt verschmutzendes Ungetüm, sondern häufig Ausdruck eines lange gehegten Bubentraumes. Ähnlich dürfte es sich mit der Weltreise verhalten. Vielleicht ist sie nur der Versuch, den Routinen des Alltags für eine gewisse Zeit zu entkommen, um wieder besser zu spüren, wer man ist und was man will.

2.2. Modelle

Die spezifischen Phänomene, welche sich im Leben des Erwachsenen zwischen 40 und 50 Jahren abspielen, sind nicht von einer komplett anderen Textur als es die anderen Entwicklungsschritte auch sind. So ist es das Verdienst von Carl Gustav Jung, die erste Lebenshälfte als Aufstiegsbewegung und die zweite Lebenshälfte als Abstiegsbewegung darzustellen, welche durch Vertiefung und Verinnerlichung gekennzeichnet ist. Erik H. Erikson geht es darum zu zeigen, dass die Entwicklung der menschlichen Identität bereits im Kindesalter beginnt und im mittleren Lebensalter zu ihrem Abschluss kommt. Dem Stufenmodell Levinsons kommt das Verdienst zu, das Erwachsenenalter in nachvollziehbarer Weise zu gliedern.9

2.2.1. Carl Gustav Jung: Die zwei Hälften des Lebens

Gemäss C. G. Jung (1875-1961) schreitet der Mensch auf seiner Lebensbahn in der ersten Hälfte aufwärts bis zum Zenit. Dabei gehört die gesellschaftliche Verankerung zu den primären Aufgaben der ersten Lebenshälfte. Es gehe darum, eine eigene berufliche und familiale Existenz aufzubauen, eine stabile gesellschaftliche Position zu erlangen und ein eigenständiges Individuum zu werden. Damit verfüge der Mensch am Zenit seines Lebens über eine gut funktionierende Persona. Persona ist das lateinische Wort für Maske; sie ermögliche es dem Menschen, auf der Bühne des Lebens eine akzeptable Rolle zu übernehmen. Während es in der ersten Lebenshälfte also primär um eine Zunahme von Selbst- und Umweltkontrolle gehe, so verschiebe sich die Lebensaufgabe ab der Lebensmitte: Nun dränge es den Menschen nach einem vertieften Bewusstsein seiner selbst und nach Ganzwerdung seiner Persönlichkeit. Deshalb würden auch die spirituellen Fragen an Bedeutung gewinnen. Wertvoller als das ‚Welttheater’ sei nun der Aufbau einer guten Beziehung zum eigenen Selbst. Es ginge um Auseinandersetzung und Versöhnung mit dem, was bisher gelebt wurde, und dem, was ursprünglich als Lebensziel intendiert gewesen war.10

2.2.2. Erik H. Erikson: Acht psychosoziale Krisen entlang des Lebens

Erik H. Erikson (1902-1994) versteht die menschliche Entwicklung als einen Prozess, der während des ganzen Lebens eines Individuums andauert und der in einen vielschichtigen sozialen bzw. gesellschaftlichen Kontext eingebettet ist. Die Entwicklung der menschlichen Identität entfalte sich im Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen und der personalen und dinglichen Umwelt. Innerhalb seiner Entwicklung durchlaufe der Mensch phasenspezifische Krisen und Konflikte, welche durch die Konfrontation mit den gegensätzlichen Anforderungen und Bedürfnissen ausgelöst würden. Hierbei bezeichne Krise nicht etwas Negatives wie der Begriff in der Umgangssprache dies tut, sondern – anknüpfend an den Begriff ‚krisis’ aus der altgriechischen Medizin – jenen entscheidenden Moment, in welchem die Entwicklung entweder einen positiven Verlauf nimmt oder ansonsten misslingt.11

Psychosoziale Krisen

Beziehungspersonen

Psychosoziale Modalitäten

I

Vertrauen <> Misstrauen

Mutter

Gegeben bekommen, Geben

II

Autonomie <> Scham, Zweifel

Eltern

Festhalten Loslassen

III

Initiative <> Schuldgefühl

Familienzelle

Tun‚ Tun als ob’ (= Spielen)

IV

Werksinn <> Minderwertigkeitsgefühl

Wohngegend Schule

Etwas ‚Richtiges’ machen

V

Identität/Ablehnung <> ‚Identitätsdiffusion’

‚Eigene’ Gruppen, die anderen

Wer bin ich? Das Ich in der Gemeinschaft

VI

Intimität/Solidarität <> Isolierung

Freunde, sexuelle Partner, Rivalen

Sich im andern verlieren und finden

VII

Generativität <> Selbstabsorption

Gemeinsame Arbeit, Zusammen- leben in der Ehe

Schaffen Versorgen

VIII

Integrität <> Verzweiflung

‚Die Menschheit’

Sein, was man geworden ist; wissen, dass man einmal nicht mehr sein wird.

Abbildung 1: Diagramm zu den psychosozialen Krisen entlang des Lebens12

Die acht Krisen entlang der menschlichen Biographie beginnen gewissermassen mit dem ersten Lebensjahr eines Kindes. Hier gilt es, an der Schwelle zwischen Vertrauen und Misstrauen Ur-Vertrauen zu erlernen, was „eine auf die Erfahrung des ersten Lebensjahres zurückgehende Einstellung zu sich selbst und zur Welt“13 meint. Diese und weitere Schwellenerfahrungen ermöglichen dem jungen Menschen das Einüben von Autonomie, Initiative, Werksinn und Identität. Während die ersten fünf Stadien im Kinder- und Jugendalter durchlaufen werden, geht es im Erwachsenenalter darum, Intimität und Abgrenzung durchzusetzen. „Aber erst nachdem ein einigermassen sicheres Gefühl der Identität erreicht ist, ist eine wirkliche Intimität mit dem anderen Geschlecht (wie übrigens auch mit jedem anderen Menschen und sogar mit sich selber) möglich.“14 Befriedigende Geschlechtsbeziehungen würden das Geschlechtliche weniger drängend und sadistische Ventile überflüssig machen.15 Wer Intimität und Abgrenzung zu gestalten wisse, müsse sein krankes Ego nicht durch Selbstbezogenheit aufrecht erhalten. Dies ist die Aufgabe junger Erwachsener am Ende der Teenagerjahre. In der nächsten Entwicklungsstufe, die bis über die Zeit der Lebensmitte hinaus andauern kann, geht es um die Erziehung und Erzeugung der nächsten Generation.16 Generativität beschränkt sich aber nicht allein auf die physische Zeugung von Nachkommenschaft. Jeder Mensch wird dieser Herausforderung gerecht, der die Anliegen einer künftigen Generation in sein Handeln einfliessen lässt. „Nur wer einmal die Sorge für Dinge und Menschen auf sich genommen hat, wer sich den Triumphen und Enttäuschungen angepasst hat, nolens volens der Ursprung anderer Menschenwesen und der Schöpfer von Dingen und Ideen zu sein – nur dem kann allmählich die Frucht dieser sieben Stadien heranwachsen. Ich weiss kein besseres Wort dafür als Integrität.“17 Unter Integrität versteht Erikson den krönenden Abschluss menschlicher Entwicklung. Ob diese bereits zwischen 40 und 60 erreicht werden kann, oder ob dazu noch einige Jahre mehr nötig sind, lässt er offen. Überhaupt beschränkt er sich in seinem Schema auf vage Altersangaben. Integrität bedeute, „die Annahme seines einen und einzigen Lebenszyklus und der Menschen, die in ihm notwendig da sein mussten und durch keine anderen ersetzt werden können. Er bedeutet eine neue, andere Liebe zu den Eltern, frei von dem Wunsch, sie möchten anders gewesen sein als sie waren, und die Bejahung der Tatsache, dass man für das eigene Leben allein verantwortlich ist. ... Mangel oder Verlust dieser aufgespeicherten Ich-Integration zeigt sich in Verzweiflung und einer oft unbewussten Todesfurcht an.“18

Pasqualina Perrig verbindet mit dem mittleren Lebensalter vor allem die Herausforderung, Generativität zu erlangen. Auch wenn Erikson, die Möglichkeit in einem übertragenen Sinn generativ zu sein, miteinschliesst, und Männer weit über das fünfzigste Lebensjahr hinaus zeugungsfähig bleiben, sehe ich die Herausforderung und Aufgabe des mittleren Lebensalters mehr in der Integrität als in der Generativität. Aber letztlich sind alle Gaben geglückter Entwicklung für uns Menschen bedeutsam; Identität und Integrität sind gewissermassen deren Frucht. Diese Eigenschaften können einem aber im Zuge eines Umbruchprozesses ganz unerwartet abhanden kommen. Die persönliche Identität scheint plötzlich in Frage gestellt, Gleichheit und Kontinuität sind auch für andere plötzlich nicht mehr wiedererkennbar. Nach Erikson gehört aber – in Übereinstimmung mit Marie Jahoda (1950) – zu einer gesunden Persönlichkeit, dass diese ihre Umwelt aktiv meistert, eine gewisse Einheitlichkeit zeigt und imstande ist, die Welt und sich selbst richtig zu erkennen.19 In der Midlife-crisis, oder wie immer auch wir dieses Phänomen nennen, ist diese Einheitlichkeit gefährdet, die Fähigkeit der Erkenntnis getrübt und auch die aktive Gestaltung nicht mehr gewährleistet.

2.2.3. Levinsons Einteilung des mittleren Lebensalters

Der amerikanische Psychologe Daniel J. Levinson (1920-1994) hat in seinem Werk „The Seasons of a Man’s Life“ (1978) Biographien von Menschen untersucht. Darin stellt er fest, dass es Phasen gibt, in denen Lebensstrukturen aufgebaut und konsolidiert werden. Darauf folgen Übergangsperioden, in denen sich die jeweilige Lebensstruktur nicht mehr als stimmig erweist und Möglichkeiten der Weiterentwicklung gesucht werden. Diese Phasen des Übergangs versteht Levinson als altersmässig relativ festgelegte Zeiträume, in denen die Strukturen umgebaut werden. Die Übergänge (so genannte Transitionen) und die Phasen der Kontinuität folgen einander etwa im FünfJahres-Takt. Der Übergang vom jüngeren ins mittlere Erwachsenenalter liegt nach seinen Untersuchungen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Die Übergangsphasen stellen eine „Brücke“ zwischen zwei stabileren Stadien dar.

40-45 Jahre: Übergang zur Lebensmitte.

In dieser Phase erfolgt häufig eine grundsätzliche Infragestellung der bisherigen Lebensstruktur. Das geschieht in Form einer Bilanzierung, möglicherweise auch durch Destruktion des Bisherigen, in der Hoffnung, damit zu einer Neudefinition zu gelangen.

45-50 Jahre: Eintritt ins mittlere Erwachsenenalter.

Die getroffenen Entscheidungen werden erprobt, eine neue Lebensstruktur aufgebaut und gefestigt.

50-55 Jahre: Übergang in die Fünfzigerjahre.

In dieser Phase wird die neu gebildete Lebensstruktur weiter adaptiert. Wer sich beim Übergang in die Lebensmitte in unbefriedigter Weise verändert hat, erlebt diese Zeit als besonders kritisch.

55-60 Jahre: Höhepunkt des mittleren Erwachsenenalters.

Die modifizierte Lebensstruktur führt in eine stabile Lebensphase, welche diesen Lebensabschnitt vollendet.

Abbildung 2: Übergänge und Phasen im mittleren Lebensalter nach Levinson20

Dieses Entwicklungsraster ist die Frucht empirischer Biographiearbeit. Die Altersangaben verstehen sich deshalb höchstens als Durchschnittswerte, um eine gewisse Orientierung zu ermöglichen. Die Prozesse verlaufen aber von Person zu Person unterschiedlich. Interessant an Levinsons Sichtweise ist, dass das mittlere Lebensalter nicht als einheitliche Phase gesehen wird. Insofern gleicht dieses nicht einem ruhigen Fahrwasser, welches erreicht ist, nachdem die Sturzbäche der Jugend gemeistert worden sind, und andauert, bis die Altersbresten einziehen. Vielmehr finden während den rund zwanzig Jahren zwei Übergangsphasen statt, die auch mit Krisen verbunden sein können.

Kritisch betrachtet wurde an Levinsons Forschung, dass er für seine Stichprobe ausschliesslich Männer der amerikanischen Mittelschicht herbeigezogen hat.

2.3. Stete Veränderungen oder plötzliche Krise?

Die besprochenen Modelle betrachten Übergänge, die manchmal auch Wendepunkte werden können, als Teile des Lebens. Krisen in der Lebensmitte seien überdies nicht von einem gänzlich anderen Stoff als Krisen in andern Lebensphasen. Andererseits hat C. G. Jung deutlich gemacht, dass in der zweiten Lebenshälfte andere Entwicklungsschritte als in der ersten anstehen. Daniel J. Levinson sieht die Midlife-Crisis nicht als plötzliche Krise, sondern als Bündel biographischer Übergänge, welche mit krisenhaften Begleiterscheinungen behaftet sein können. Auf jeden Fall lässt sich die Frage, ob das mittlere Lebensalter ein ereignisloses Entwicklungsplateau oder eine Zeit stürmischer Veränderungen sei, klar beantworten: Für die wenigsten Menschen ist sie einfach ein erratischer Block, welcher sich nicht mehr vom Fleck bewegt. Gleichwohl scheiden sich die Geister daran, ob es die Midlife-Crisis wirklich gibt. „Auf der einen Seite gibt es eine zunehmende Anzahl wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Bücher, welche eine generalisierte Midlife-Crisis mit geradezu schicksalhafter Ergebenheit erwarten. Auf der anderen Seite wiederum finden sich abschliessende und polemisierende Urteile, wonach die Midlife-Crisis eine blosse Erfindung sei.“21

2.3.1. Das Krisenkonzept

Das Krisenkonzept geht von einer plötzlichen Veränderung der Identität einer Persönlichkeit aus.22 Mit dem Begriff verbunden, ist zudem eine pathologische Note. Dass die Übergänge in der Lebensmitte Krisenpotenzial haben, bestreitet niemand. Dieses muss aber nicht unbedingt zu handfesten Krisen führen. Entscheidend seien die bisherige Biographie sowie die zur Verfügung stehenden psychosozialen Ressourcen.23

Die Tatsache, dass eventuelle Krisen sich im „privaten Rahmen“ abspielten und oft aus Scham oder/und Angst vor sozialer Missbilligung nicht „nach aussen“ sichtbar werden, führe nicht selten entweder zu Kurzschlusshandlungen (Verlassen von Mann und Kind, Schmeissen des Jobs, Flucht in eine Affäre) oder aber, was viel häufiger sei, zu depressiven Verstimmungen und schliesslich zum Burn-out.24

2.3.2. Das Transitionsmodell

Das Transitionsmodell, wie es Daniel J. Levinson vertritt, nimmt an, dass eruptive Lebensereignisse nicht vom Himmel fallen. Vielmehr sei das gesamte Leben mit Transitionen (biographischen Übergängen) durchsetzt, so der Schuleintritt, die Rekrutenschule, der Berufseinstieg, Heirat, Mutterschaft, Pensionierung25 - und eben auch der Übergang zur Lebensmitte und der Übergang in die Fünfzigerjahre. Die Determinanten der beiden letztgenannten sind körperliche Veränderungen aufgrund der biologischen Alterung, Konfrontation mit dem Tod und Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit, Diskrepanz zwischen Angestrebtem und Erreichtem, Wiederaufleben des „Traums“, Aufgeben von Kindheitsillusionen, sowie Veränderungen im Familiensystem.26

Wir werden im Unterkapitel 2.4. auf die einzelnen Aspekte - und zwar stärker bezogen auf Männer - zu sprechen kommen. Für den Moment etwas kryptisch liest sich das Stichwort „Wiederaufleben des ‚Traums’“. Pasqualina Perrig-Chiello versteht darunter die in der Aufbauphase des jungen Erwachsenenalters unterdrückten Aspekte des Selbst. Diese „werden zunehmend manifest und stellen eine Herausforderung dar; unerreichte Ziele, verpasste Chancen drängen nach Realisierung. Kennzeichnen sich beispielsweise Männer im jungen Erwachsenenalter in der Regel durch eine starke maskuline Geschlechterorientierung aus, so beginnt der Mann ab der Lebensmitte verstärkt auch seine ‚femininen’ Eigenschaften wie Sensibilität, Zärtlichkeit und Passivität zu entdecken und auszuleben.“27