Manni - Eve of Virgin - E-Book

Manni E-Book

Eve of Virgin

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Beschreibung

Manni ist der semi-erfolgreiche junge Hilfsarbeiter aus Hagen. Zusammen mit seinen Freunden aus der Schulzeit lebt und gammelt er vor sich hin. Bis er die Chance seines Lebens bekommt. Ein Job in Matala auf Kreta in Griechenland als zukünftiger Superheld ist im Angebot! Den Weg dahin pflastern aber erstmal jede Menge hübsche Friseurinnen... Eine witzige, nicht so ernst zu nehmende Urlaubslektüre für "Männer" die noch wissen, was ein echter Macho so ist und braucht...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 358

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Der Roman hat keinen Bezug zu

lebenden oder nicht mehr lebenden Personen.

Die Handlung ist frei erfunden.

Widmung:

Gewidmet ist dieses Buch allen jung gebliebenen Typen, die ihren Humor nicht verloren haben.

Das Motto lautet:

„Heisse Friseusen, kühles Weizenbier und ein alter Superhero in den Höhlen von Matala – Kreta“

…und dann kam ER…:

“Manni, der neue Süperheldt!“

Inhaltsverzeichnis:

Widmung

Mitspielende Personen

Vorgeschichte

Einleitung

Kapitel Eins

Ende und Anfang

Danksagung

Mitspielende Personen:

In der Reihenfolge ihres Auftrittes

Manfred „Manni“ Schneefluch

› Titelheld

Mandy Krumpnickl

› Friseuse aus Dresden

Jakob Polunsky

› Fliesenleger Meister

Janus Koschinski

› Fliesenleger Lehrling

Herbert Schmilinsky

› städtischer Baurat

Horst Daumenschraubinsky

› Geldeintreiber

Heribert Sprengfeld

› Sprengmeister, Stasi Unteroffizier, Baggerführer, Hausmeister

Eva „Eve“ Schneefluch

› Geschäftsfrau und Mannis Mutter

Anton Spitzbub

› pensionierter Oberschulrat

Roberta Schleicher

› Mutter von Luigi Schleicher; geborene Caputo

Tripper

› der kleine Hund von Eve

Paul Kaschunsky

› Gartensparten Blockwart

Stavros Monnivakis

› griechischer Pizzabäcker

Georgios Depressivos

› Onkel von Stavros und Mieter eines griechischen Lokals

Fanni Caracho

› Cousine von Luigi und Friseuse in Bottrop

Luigi Schleicher

› Sohn von Hans Schleicher, dem Hausmeister der Hilfsschule

Hans Schleicher

› Hausmeister der Sonderschule Hagen

Horst Stahl

› Betriebsprüfer vom Ordnungsamt

Benito Caputo

› Besitzer der Baufirma Al Capuccino und Onkel von Luigi

Dr. Jekyll

› Untersekretär des Stadtrates

Olga Monroesky

› Pizza Wirtin in Rosenheim

Nathaly

› Stewardess aus Pullach und Ex Friseuse in Dresden

George

› ihr Freund aus Padua

Ahmahdimatschad

› bombenbauender Tourist und Hobby Terrorist

Horatio Klauschlau

› Bau Spediteur aus Chania

Bedaadimaschad

› Bruder von Ahmahdimatschad, und auch nicht besser als dieser

Siny aus Bad Salzschlirf

› Freundin von Benitäs und Besitzerin von einem Friseursalon in Tessaloniki

Hektus

› Schrott-und Autoteilehändler in Tessaloniki

Jaqueline

› Friseuse aus Bottrop mit 3 Salons in Larisa/ Griechenland

Don Carlos

› megakorrupter Dorf Polizeichef

Emanuela

› Taverna Wirtin und leicht lesbisch, aber auch den Männern zugetan

Vlasidos

› Gebrauchtwagen- und Schrotthändler in Larisa

Yvonne

› Friseuse und Vorarbeiterin „Salon 1 the old one“. Gerade verlassen von ihrem Freund Ken

Angelique

› Friseuse in „Salon 2“. Gerade verlassen von ihrem Freund Kevin

Vanessa

› Friseuse in „Salon3“. Gerade verlassen von ihrem Freund Ahmahdimatschad

Vorgeschichte:

Schon vor Jahren hatte ich auf Kreta eine lustige Kurzgeschichte geschrieben, die von wilden Aliens und zwei tapferen Superhelden handelte. Das Schreiben hatte mir Spaß gebracht, und etliche Leser aus meinem Bekanntenkreis, haben herzlich darüber gelacht. Ich bekam Lust auf mehr. Warum nicht einmal einen ganzen Roman schreiben?

Im Mai 2013 machte ich wieder einmal Urlaub auf Kreta. Am Pool kam mir dann die Idee zu Manni, den Frauen, die seinen Weg pflasterten, und seinen Abenteuern, die mir da ganz leicht zuflogen und unbedingt auf das Papier wollten. Schon beim Schreiben war ich selbst so belustigt, dass ich immer wieder laut über diesen einmaligen Typen lachen musste. Eine echte Ferienlektüre für Männer wurde so geboren.

Also liebe Leser…: Leserinnen sehe ich hier in diesem Buch eher weniger als Zielgruppe…, amüsiert Euch über den kleinen Chauvi. Aber nehmt Manni nicht ganz so ernst und macht ihn auch nicht zu sehr nach; sonst könnte es vielleicht doch größere Probleme mit Eurer „Muddie“ geben…

Einleitung:

Zweiter Juli, um siebzehn Uhr zehn in Matala. Gerade eben hatten die beiden griechischen Wächter das Tor im Zaun zu den weltbekannten Höhlen, auch Caves genannt, für die Touristen von außen geschlossen und waren nach Hause gegangen.

In der Jungsteinzeit wurden hier in das weiche poröse Gestein der Bucht zahlreiche Höhlen gegraben, die auch noch in der Zeit der römischen Besetzung Kretas als Grabstätten genutzt wurden.

Um 1967 wurden diese dann von den Hippies als Wohnhöhlen wiederentdeckt, mehrere Jahre erneut genutzt und gelangten so zu Weltruhm. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie schließlich dem im Nachbarort Timbaki lebenden und zu dieser Zeit herrschenden, bösen Präfekten ein Dorn im Auge waren. Wegen angeblicher Einsturzgefahr, - hört, hört! - plötzlich nach über 5000 Jahren; - aha…!! – ließ er sie räumen und durch den noch heute bestehenden hohen Zaun einkerkern.

Die Sonne stand jetzt nicht mehr ganz so hoch am Zenit, war aber auch noch einige Zeit vom Sonnenuntergang entfernt, dem hier so göttlich anzuschauenden „sunset“. Es war ein schöner Nachmittag. Nicht mehr so windig, wie in der letzten Woche. Auch die Wellen des Mittelmeeres hatten sich fast ganz beruhigt und brachen sich nur noch mit ganz kleinen kräuselnden Schaumkronen am Strand von der Bucht von Matala.

Manfred Schneefluch, meist Manni genannt, saß noch hinter dem Zaun am Rand der dritten Cave von links, in der zweiten Reihe von unten und ließ die Füße vom Rand des Cliffs baumeln. Er war gerade 31 Jahre alt geworden, 1,87 groß und 85 Kilogramm schwer, dabei durchtrainiert, mit schönem Bizeps. Als Frisur schmückte eine blonde, halblange „Vokuhila“ sein Haupt. Das hieß übersetzt einfach: „vorne kurz und hinten lang“. Klassisch wurde sie so schon in den achtziger Jahren in der Arbeiterstadt Salzgitter von den Jungs getragen.

In diesem schönen Moment überlief ein Lächeln sein germanisch geformtes mit Grübchen versehenes Gesicht, das die Frauen ach ja so an ihm liebten.

Er allein hatte mittlerweile die Sondererlaubnis von der Bürgermeisterin von Matala bekommen, sich auch nach 17 Uhr in den Caves offiziell aufzuhalten.

Seinen gestählten Körper verdankte er der jahrelangen Übung. Denn jeden Sommer gab er sich mit Anmut hingebungsvoll dem Amateur-Beachvolleyballspiel hin. Letztes Jahr im Frühjahr musste er sich deshalb zwar schon an der rechten Schulter operieren lassen, weil sie immer wieder auskugelte und er sie mittlerweile sich selbst meist nicht mehr richtig allein einrenken konnte.

Das war eine verdammt nicht ganz einfache Zeit für ihn nach der OP. Aber durch ein selbstloses, eisernes und intensives Bierkrug – Stemmen, natürlich mit Füllung und nur als ernsthafte Rehamaßnahme durchgeführt..., war er schon im Herbst wieder fast ganz top fit.

Manni trug gern ganz bunte „Hawai“ Hemden, einfach deshalb, weil sie so schön zu ihm passten; dachte er zumindest… Und dazu möglichst halbwegs ähnliche Bermudashorts. Hier gelang ihm aber meist die Farbkombi nur semi-optimal... Heute hatte er also ein Hemd mit bedrucktem Sonnenaufgang und blauem Himmel vor drei Palmen auf einem gelben Sandstrand an. Dazu hatte er sich für grelle, türkisfarbene Bermudashorts entschieden.

Träumerisch ließ er den Blick über die Bucht von Matala wandern.

In der Szenekneipe „Hakuna Matata“, gegenüber seinem Sitzplatz, war schon wieder einiges los. Die Musik, im Moment noch aus der Retorte vom Plattenteller, als leichter Blues, schwall zu ihm herüber. Auch ein halbes Jahrhundert nach Einfall der sogenannten „Hippies“ in Matala, wurden hier noch immer jeden Tag Livekonzerte veranstaltet und damit ein breites Publikum angezogen.

Jetzt mit bald beginnendem „sunset“ startete dort grad die abendliche Party. Nur waren es jetzt meistens nicht mehr die jungen Leute aus aller Welt, die hier das Aussteigerleben für ein paar Monate oder mehr, wie in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts suchten, sondern eher die „Reunion-Leute“. Also die, die zwar teilweise damals schon dabei gewesen waren oder zumindest gern dabei gewesen wären. Nun kehrten sie alle paar Jahre zurück nach Matala.

Natürlich hatte sich deren Leben zwischenzeitlich gründlich geändert. Die meisten waren damals in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Viele davon wurden später sogar überaus erfolgreich in Berufen wie Arzt, Schriftsteller oder auch Musiker. Nur im Urlaub in Matala tauschten sie noch ihren Businessanzug, oder das strenge „Chanel Kostüm“ gegen bunte T-Shirts, Bermudashorts und natürlich „Jesuslatschen“.

Das waren solch grobe Sandalen, die nur durch Klettverschlüsse zusammengehalten wurden. Obwohl die weder ein Fußbett hatten, noch irgendwie anders bequem waren, und schon gar nicht zum Laufen taugten, sahen sie aber zumindest ziemlich cool aus. Und auf cooles Aussehen kam es doch in Matala schon immer und auch heute noch an.

Diesen Abend hatten sich die „Blindschleichen“ im „Hakuna Matata“ angesagt. Die in den 1980er Jahren, nicht nur in Deutschland erfolgreiche Rockband, trat hier nach langer Zeit zum ersten Comeback wieder auf. Ok, der Leadsänger, nun auch schon deutlich über 60 Lebensjahre jung und nicht mehr ganz so fit, wie früher. Mit dem grad erst operierten Bandscheiben-Vorfall, war er gezwungen, das Konzert halbsitzend bis liegend auf einem Barhocker durchzuführen, also leicht gehandicapt. Aber seine große Bluesröhre hatte er noch, und die Klänge der Songs drangen jetzt auch rüber bis zu Mannis Sitzplatz vor den Caves.

Der Auftritt heute war zur Probe für das am nächsten Wochenende auch dieses Jahr wieder stattfindende „Reunionfest“ angesetzt und die Jungs gaben sich schon mal redlich Mühe, das Publikum erneut in ihren Bann zu ziehen. Und da die „Blindschleichen“ grad in Deutschland auch heute noch viele Fans hatten, waren im Moment besonders viele Deutsche nach Matala gekommen und bevölkerten die kleine Bucht.

Manni Schneefluch machte sich mittlerweile nicht mehr allzu viel aus lauten Partys und grölenden, biertrinkenden Kegelbrüdern…, anders als vor noch nicht allzu langer Zeit. Nun aber achtete er auf seine Gesundheit, seine Trainingsform und war auch froh, einmal einfach nur auszuspannen, bei seinem sonst jetzt so abenteuerlichen Leben, was er erst seit zwei Monaten führte.

Trotzdem war er gestern Abend mal auf einen Sprung rübergegangen in die Szenekneipen, um sich nach Mädels umzuschauen. Und es hatte auch prompt geklappt.

Mandy Krumpnickl aus Dresden entsprach genau seinem Beuteschema. Blond, 28 Jahre alt, 1,72 groß und 90/70/91 mit Konfektionsgröße 38 und einem schönen runden apfelförmigen Po.

Das waren schon mal Mannis erste Idealzutaten für seinen Frauengeschmack.

Wenn sie dann noch, wie in diesem Fall, einen knallengen, kurzen schwarzen Mini-Nappalederrock und farblich passende Pumps mit Plateausohlen und elf Zentimeter hohen „Stiletto“ Absätzen anhatte, konnte Manni sich kaum mehr zurückhalten. Außerdem trug sie, mit knallrot geschminkten Lippen und ebenso lackierten, langen Fingernägeln, oben rum ein weit ausgeschnittenes, hautenges rosa Top aus Wetlookmaterial, dass ihren Busen toll zur Geltung brachte. Manni war sofort hin und weg von ihr.

In seiner eher bildungsfernen, aber erfolgreichen Art sprach er sie an:

„Hey Du, Göttin aller Lustsklavinnen! Was spült Dich denn hier nach Matala zu Manni und damit direkt in meinen Harem?“

Und sie grinste und zwitscherte:

„Nu glohr, Männäh mei Guhdsdorr, fiehlemah, wie mei Härrdste bubborrd, dasch mal eenorr von`ä löngwälsch Job alz Früsöse wechhölt. Isch dahdorbei …“

Eine Friseuse war sie also auch noch!!! Damit entsprach Mandy mit den wunderschönen blauen Augen, die Manni ihr da grad geöffnet hatte, ja nun sogar zu einhundert Prozent seinen Wunschvorstellungen. Schließlich konnte Manni mit Frauen dieser Berufsgattung und diesem Erscheinungsbild schon immer die besten hochgeistigen Gespräche führen.

Zuerst lud er sie in die Kneipe „Baba Yaga“ ein, wo sie beide jeweils sechs Halbe „draft“ Heineken Biere leerten. Dabei erklärte Manni der schönen Friseuse wie die Welt funktioniert. Danach zeigte er ihr den traumhaften „sunset“ und sagte dazu in seiner unnachahmlichen Weise:

„Wie wäre es denn jetzt mit einer kleinen Höhlenbesichtigung? Die richtigen Schuhe zum Erklimmen der Caves hast Du ja schon an…!“

„Nu glohr! Du Dieschor! Sch’wer bleede vor Gligg!“, trällerte Mandy.

Und sie war auch später in der Nacht, nach einigem Herumtollen im nassen Sand, dann tatsächlich gerne bereit, aus dem langweiligen Pauschalhotel ganz in Mannis Höhle für ihren Resturlaub umzuziehen.

Wie sie da auch noch so elegant vor ihm zu den Caves hinaufstolperte, mit wackelndem Hinterteil, das war schon lecker anzusehen. Außerdem konnte er ihr beim vor ihm Klettern ausführlich und wunderbar mit der Taschenlampe unter den Rock gucken, was er auch ohne Schamgefühl zu kennen, sehr interessiert tat.

Grinsend sagte er zu ihr hochschauend: „Was hast Du nur für schöne lange Beine und welch niedlicher Popo lugt da unter dem Röckchen vor…“

Mandy drehte sich auf dem nächsten Felsblock zu ihm nach unten um und tirrilierte: „Hior, mei Besdor, mussdä noch dä Glähddasche beguggn. Aworr gleech mach i meesch naggsch…“

Das war doch einfach göttlich zu nennen und damit war Manni gestern schon im siebten Himmel in seiner Höhle angekommen.

Die anschließende Besichtigung, der immerhin sechs Quadratmeter großen „Schlichtwohnung“, mit Mandy erfolgte auch ganz so, wie er sich das vorgestellt und gewünscht hatte... Erst nach Stunden erneuter schweißtreibender Turnübungen ließen sie voneinander ab und fielen auf dem Bärenfell aus Polyester in einen tiefen erholsamen Schlaf...

Dann, spätnachmittags, nachdem die ostdeutsche Friseuse den Kaffee fertig hatte, nahm sich Manni eine Tasse, setzte sich vor die Höhle auf den Klippenrand und ließ den Blick genüsslich schweifen.

Mandy mühte sich dabei eben redlich, den großen, gußeisernen griechischen Holzkohlegrill, der sicherlich gut 100 kg wog…, aus dem hinteren Teil der Höhle raus zu Wuchten und auf die Steinplatten davor herauf zu Hieven.

Es gelang ihr nicht wirklich gut, und der Grill rutschte immer wieder zurück, aber sie ließ nicht nach.

Seufzend schaute Manni zu ihr rüber, wie sie grad erneut gebückt versuchte, das schwere Gerät über die Stufe, die sich vor dem Höhleneingang befand, drüber zu würgen. Dabei geriet sie mit ihren hohen Pumps mit den „Stiletto“ Absätzen leicht ins Straucheln, der Minirock rutschte höher und gab ein Stück Slip frei.

Das sah Mani mit Sorgen und so sagte er, als immer sehr höflicher Mensch und Frauenversteher...:

„Ach Mandybaby, was bist Du doch für ein süßer Happen…! Wenn Du dann endlich den Grill mal stehen hast, kannst Du mir dann bitte…, ein kühles, frischgezapftes Bier drüben aus dem ehemaligen „Sunset-Lokal“ vom Beach holen?“

„Aworr gloarr Manni, mach‘s döch görne! Isch mussdä vörhr noch die Grilgöhle us‘m Süpermörkkd dä Föls höchluupfen, denn griechsde söford ‘nach den Bier…!“

Was bin ich doch für ein glücklicher Mensch, dachte Manni. Diese supersexy Frau, gleich noch ein kühles, frisch gezapftes Blondes dazu und dann grillen wir dicke, frische grobe Bratwürste und feine, kleine Nürnberger Würstchen eines bekannten Exfußballers… Dieser Profi hatte dem griechischen Staat vorgelebt, wie man keine Steuern zahlt. Leider war er damit aber auch nicht durchgekommen, und in den Bau eingefahren. Den griechischen Staat, der sich einfach nur bei den Stabilitätskriterien verrechnet hatte, einzusperren, ging ja nun nicht. Also wurde er von der Europäischen Union verdonnert, obwohl er total pleite war, von Muddi Merkel sündhaft teure U-Boote zu kaufen. Dies war die Voraussetzung, dass Griechenland weiter Kredite von der EU bekam, die das arme griechische Volk niemals zurückzahlen können würde. Aber für die europäischen Banker kam es damit zu einer dauerhaften Zinseinnahme zu schweren Lasten der griechischen Bevölkerung. Die Zockergemeinschaft der internationalen Börsenspekulanten gewann durch das Wetten auf wirtschaftlich kaputtgehende Länder!!!…

Pfui dafür!... Doch nun zurück zu Manni…

Das ganze Grillgut, serviert auch noch direkt vor den Caves von Matala, was konnte es Schöneres geben…! Als Nachtisch konnte sich Manni schon ausmalen, was er dann erkunden würde… Er fragte sich gerade, ob Mandy heute auch Strapse trug oder nur Halterlose...

Dieses Glück hatte er wahrlich nicht immer so gehabt. Mannis früheres Leben war alles andere als einfach gewesen. Konnte es wirklich sein, dass sein neues Leben erst vor gut zwei Monaten begonnen hatte?

Doch! Denn es war grad Mitte März gewesen, als Manni, geboren und aufgewachsen in der auch heute noch sehr „ruhrpottgefärbten“ Stadt Hagen, in Westfalen, am Freitag um 13 Uhr von dem Lehrling Janus Koschinski zu ihrem Chef, dem alten Fliesenlegermeister Jakob Polunsky, gerufen wurde.

Eigentlich war Manni, zumindest geistig, schon gar nicht mehr anwesend; freute er sich doch bereits auf sein Wochenende in der Gartensparte bei Muttern und den vielen Geranien.

Polunsky begann mit den Worten: „Also Manni, wie viele Tage hast Du eigentlich, den heutigen nicht mehr mitgerechnet, für mich gearbeitet?!“

„Ich glaube es waren vier, können aber auch fünf gewesen sein…“, überlegte Manni laut und deutlich.

„Na denn, ich hoffe Du findest bald wieder irgendeine Arbeit, denn Du bist hiermit gefeuert, aber bitte komm nicht mehr in die Nähe meiner Baustellen, sonst weiß ich nicht was ich dann mit Dir mache…!!!“, schrie der Meister jetzt, völlig außer sich, mit hochrotem Kopf.

Zur Erklärung dieser groben Worte muss man wissen, dass die Fliesenfirma seit einer Woche in dem Rohbau des Ferienhauses, von dem nur wenig korrupten städtischen Baurat Herbert Schmilinsky, auf der Hagener Höhe, einem bekannten Naherholungsbereich in der Region, arbeitete. Natürlich mal wieder umsonst, um dann, bei der nächsten Ausschreibung, einen fetten öffentlichen Folgeauftrag an Land zu ziehen. Schmilinsky würde da, wie schon häufiger, bei den einzelnen Angeboten der verschiedenen Firmen auch keinen Preisvergleich machen. Stattdessen erklärte er einfach Polunsky zum Sieger, obwohl er, wie immer schon in der Vergangenheit, deutlich am teuersten von allen sein würde…

Es war ja auch zu blöd, dass Manni grad bei den Fliesenarbeiten hier, auf dieser wichtigen Baustelle, nun dieser kleine Fehler unterlaufen war… Und das war ja auch nur passiert, weil draußen vor dem Fenster in diesem Moment eine hübsche, langhaarige, 1,73 Meter große Brünette vorbeilief oder besser, vorbeistöckelte. Sie war schon ein echter Hingucker in einem knallengen Minikleid in Schlangenhautoptik. Der Ausschnitt ging bis zum entzückenden Bauchnabel, inclusive Piercing, und der Rock war so kurz, dass die weißen Strapse hervorlugten. Da konnte Manni doch nicht einfach wegschauen. Außerdem fand er es interessant, wie sie sich sichtlich mühen musste auf ihren, offenbar noch ganz neuen roten Stiefeletten aus Glattleder und mit zehn Zentimeter hohen Blockabsätzen, über den ziemlich unebenen Weg vor dem Haus, vorbei zu stolpern, ohne sich sofort auf die Klappe zu legen…

Hatte er nun doch in bester Absicht also, aber wegen der anderen Aussicht, ohne groß hier auf die Säcke zugucken, fix eine ordentliche Mischung angerührt. Für die später zu verlegenden Fliesen wollte er einen besonders festen und langlebigen Untergrund schaffen. Dann war er, als die „Mumpe“ ziehen sollte, nur schnell rausgegangen um die Brünette anzusprechen und für den Abend ein Date mit ihr auszumachen.

„Hey sugar in the morning! Was treibt ein so märchenhaftes Wesen wie Dich, zu so früher Stunde auf die Straße? Da gehörst Du doch noch in die Federn, um dann abends netten Kerls wie mir, die Augen zu verdrehen…?!“, trällerte Manni.

„Hey Du, mit dieser blöden Anmache musst Du doch bestimmt der Manni sein!? Ich fall da zwar nicht drauf rein, aber ich habe doch schon viel Gutes in anderer Form von Dir von meiner Freundin Clarissa gehört. Der hast Du ja angeblich letztes Jahr während der Beachvolleyballsaison einige für sie unvergessliche Nächte beschert! Also muss ich jetzt nur noch kurz zu einem Vorstellungsgespräch im Friseursalon Kauschka, aber danach komm ich gern auf einen Tee oder etwas Heißeres bei Dir vorbei…!“, flötete die Brünette. Dabei zog sie die geschminkten Augenlider hoch, drehte sich auf den Absätzen graziös um und stolperte dann hilflos weiter die Straße runter.

Das klang vielversprechend für diesen Morgen und Manni bekam schon recht gute Laune und stimmte ein fröhliches Pfeiflied an.

„Pfaff, hoch auf dem gelben Wagen, pffhh, sitz ich beim Schneidern vorn! pffhh, ich schneidere einen kurzen Minirock pppff tirilli…!“

Bei der ganzen spannenden Aktion war ihm leider nur ein kleiner Fehler unterlaufen… Statt leicht zu korrigierendem Fliesenkleber, nahm er ultrafesten und schnell härtenden Stahlbeton!

Weil er es ja auch gut machen wollte, hatte er gleich eine riesige Wanne angerührt und die Masse dann großzügig und besonders dick über den ganzen Boden des Ferienhauses ausgegossen. Diesmal war ihm dabei sogar eine besonders schöne, ebene Fläche gelungen. Diese härtete auch schnell durch und schimmerte mit leichten Blautönen in der leuchtenden Mittagssonne…

Das da eigentlich ja noch Abflüsse für die Waschbecken und die Toiletten vorgesehen waren, hatte Manni niemand gesagt. Also hatte er ja jetzt eigentlich auch gar nicht richtig Schuld, dass diese Abflussleitungen damit für alle Zeiten unbrauchbar geworden waren. Denn leider war der Stahlbeton bis drei Meter tief in die Hauptleitungen eingedrungen und niemand bekam ihn dort mehr raus. Es braucht kaum erwähnt werden, dass damit das Ferienhaus insgesamt unbewohnbar geworden war und nun leider am nächsten Tag schon wieder abgerissen werden musste.

Somit war seine Kündigung jetzt ja eigentlich auch nur zum Teil wirklich berechtigt. Aber Manni war im Grunde auch ganz froh, wieder frei zu sein.

Jeden Tag „Mumpe“ anrühren und für nicht mal 2488 Euro brutto im Monat für Polunsky zu schuften, war ja nun wirklich auch nicht sein Traumjob. Außerdem ergab das grad mal 2022 Euro noch netto. Nach Abzug der, auch nach Mannis Ansicht gerechtfertigten Alimente Zahlung für seine beiden Kinder von 400 Euro, hatte er eigentlich noch 1622 Euro für sich. Ein für einen Junggesellen allein an sich ganz ordentlicher Betrag.

Sein Problem war nur, dass ihm von diesem Geld jedoch nicht viel übrigblieb. Denn allein weitere 700 Euro jeden Monat, beanspruchte nach dem bescheuerten deutschen „Scheidungsrecht“, auch noch seine Exfrau Cindy für sich. Die hatte nämlich kein eigenes Einkommen, weil sie ja keine Lust hatte, selbst richtig arbeiten zu gehen, und nur „schwarz“ ein bisschen in einer Pension putzte. Sonst guckte sie den ganzen Tag diese amerikanischen Seifenopern im Fernsehen. Dabei wurde sie fett und unbeweglich.

Das Gericht hatte die Arbeitsunlust jedoch für absolut Okay befunden. So musste Manni auf Jahre hin, an die blöde Kuh die viele Kohle zahlen, denn sonst wäre er verknackt worden.

Der Rest, also genau 922 Euro, entsprach damit fast exakt dem „Harz-IV“ Satz zu dieser Zeit von 898 Euro. Und damit konnte Manni nun wahrlich keine großen Sprünge machen.

Kurz nach dem Scheidungsurteil zum nachehelichen Unterhalt hatte er aber doch erst noch versucht, eine kleine Ein - Zimmer Wohnung mit 18 Quadratmetern und einer eingebauten Pantryküche an der Schwerter Landstraße, direkt an der Ausfallstraße von Hagen, zu unterhalten. Aber obwohl in dem abbruchreifen Haus nur 80 Euro Miete anfielen, hätten ihn schon die Kosten für Heizung und Strom mit zusammen nochmal 122 Euro im Monat, schwer belastet. Dazu kamen aber auch noch Nebenkosten in Höhe von 320 Euro, die insbesondere durch den Anteil für den hier angestellten, aber nie sichtbaren Hausmeister Heribert Sprengfeld, mit 300 Euro im Monat hochgetrieben wurden.

Es handelte sich dabei um einen ehemaligen Sprengmeister und Stasi Unteroffizier, den es direkt nach der Wende nach Hagen verschlagen hatte. Er war einfach jetzt, aufgrund schon früherer enger Verbindungen zu „DDR - Zeiten“, mit dem Vermieter von Manni, Baurat Schmilinsky, auf Ewigkeiten unkündbar, obwohl er, außer, die Mieter zu bespitzeln, keiner regulären Beschäftigung nachging.

Alle drei Posten zusammen von Miete, Strom, Heizung und den ominösen Nebenkosten ergaben also den stolzen Betrag von 522 Euro.

Für die Befüllung seines Kühlschranks mit Bier und festen Nahrungsmitteln benötigte Manni 478 Euro monatlich. Es war ihm dann schnell klargeworden, dass bei 922 Euro Resteinkommen und im Schnitt also 1000 Euro Ausgaben, allein für anständiges Essen und seinen Kristallweizenkonsum pro Monat, die Miete und die Nebenkosten einfach auf der Strecke bleiben mussten, selbst wenn er gar nicht außer Haus ging...! Also hatte er beschlossen, von Anfang an weder Miete noch Nebenkosten zu bezahlen und dafür besser zu leben. So konnte er sogar einmal ein Glas Bier im Wirtshaus außer Haus trinken. Dies hatte er dann auch regelmäßig gemacht und war folglich ständig pleite.

Manni fand das so okay, sein Vermieter weniger… Also wäre auch ohne die unglücklichen Umstände mit dem Ferienhaus von Schmilinsky, eine entscheidende Ortsveränderung wohnungstechnischer Art, für den Mietschuldner in Bälde ohnehin unumgänglich geworden. Jetzt kam sie nur etwas schneller.

Denn als Manni nun, nach dem Rauswurf bei Polunsky, melodiös pfeifend und gut gelaunt schlendernd in die Schwerter Landstraße einbog, sah er schon von weitem, wie offenbar grad ein Sessel aus dem Fenster aus seiner Wohnung im ersten Stock, mit surrendem Geräusch auf den schmalen Rasenstreifen vor seinem Haus flog und splitternd dort knisternd zerschellte. „Zrrhh, Peng!“

Eigentlich hatte er eben noch vorgehabt, auf die neuen Entwicklungen gleich bei Stavros, in seiner Stammpizzeria, ein oder zwei schöne Kristallweizen zu zischen. Nun musste er sich aber wohl mit Priorität eins erstmal um seine verbliebene Habe kümmern.

In der Wohnung polterte ein durch seinen Bluthochdruck fast zur Unkenntlichkeit entstellter Baurat Schmilinsky rum und tobte: „Du Ratte!!!! Dich mach ich nass und ich sag Dir jetzt schon, dass Du Besuch von Horst Daumenschraubinsky bekommst!!!“

Diese Begegnung wollte Manni aus den Erfahrungen, die andere arme Mitbürger aus dem Ruhrpott in den letzten Monaten im Oberhausener Kurier berichteten, auf jeden Fall vermeiden…

„Und dann teere und federe ich Dich noch!!! Du bist mein Sargnagel! Sieh zu, dass Du Leine ziehst! Wenn ich Dich morgen hier noch erwische, zieh ich Dir Betonschuhe an und versenke Dich im Herne - Dattel - Kanal!!!“, brüllte der Baurat.

Nun war Manni ein in Mietdingen ziemlich bewanderter Mensch und er wusste, dass das „Miet-Recht“ in Deutschland ähnlich bescheuert gelagert war, wie das „Scheidungs-Recht“. Dem Mieter wurde somit nahezu jede Freiheit gewährt, und ein Vermieter durfte schon gar nicht in die Wohnung seines Mieters einbrechen, nur weil er ihn wegen des kaputten Ferienhauses nicht mochte. Auch das er einfach noch nie seine Miete gezahlt hatte, war kein Grund.

Nein, das war in Deutschland alles sauber gesetzlich im Sinne des Mieters geregelt, und eigentlich hätte sich Schmilinsky erstmal eine komplizierte Räumungsklage bei Gericht, auf seine Kosten, erstreiten müssen. Dann nach mindestens zwei Jahren Wartezeit, natürlich weiter ohne Mieteinnahmen, wäre eine Räumung, wieder zu seinen Lasten, durchführbar gewesen. Allerdings nur um dann noch mal ein Jahr lang die unterzustellenden Schrottmöbel von Manni, auch zu Lasten und Kosten des Vermieters, ordentlich und sicher einlagern zu müssen. Dies musste auch Schmilinsky nach seinem Wutausbruch glasklar sein und so sprach Manni völlig ruhig und genau akzentuiert nun dieses:

„Sehr geehrter Herr Schmilinky, ich kann Ihre große Enttäuschung verstehen und möchte Ihnen ja auch helfen. Da ich mich zurzeit aber in einem kleinen finanziellen Engpass befinde, kann ich Ihnen eine monetäre Lösung der offenen Mietposten einfach nicht von meiner Seite in Zahlungsform anbieten. Im Gegenteil ist nun noch das defekte Schloss von Ihnen zu ersetzen, der rausgeworfene Sessel sowie die Fensterscheibe, da sie noch geschlossen war, als Sie, aus meinem Verständnis heraus, in berechtigter Weise, Ihren Gefühlen freien Lauf gelassen, dies jedoch aber in unberechtigter Form umgesetzt haben.

Wie mir der Mieterverein Hagen bestätigte, bei dem ich prophylaktisch letzte Woche schon mal war, kann ich dann noch mindestens zwei Jahre hier auf Ihre Kosten weiterleben und die weitere Prozedur mit der Räumungsklage kennen Sie doch auch schon…

Es könnte natürlich sein, dass Sie bis dahin aber bereits an Ihrem Bluthochdruck gestorben sind, was mich dann auch sehr betroffen machen würde…! Oder Sie geben mir jetzt einfach 1000 Euro und ich bin in fünf Minuten hier raus… Deal?!“

Das ohnehin bereits gerötete Gesicht Schmilinskys durchlief alle Regenbogenfarben und entschied sich dann doch dafür dauerhaft in einem tiefen Türkisrot zu verbleiben als er losstotterte:

„Ok... Manni…: Deal!“

Er zückte sein Portemonnaie, entnahm ihm zwei lilane Scheine und hielt sie hoch.

„Also, ich setz mich jetzt in meinen anthrazitfarbenen BMW X6 Baujahr 2011 vor der Haustür und warte genau fünf Minuten damit Du Deine paar Sachen zusammenpackst, rauskommst und mir einfach den Wohnungsschlüssel gibst. Dann kriegst Du die Kohle!“

Manni packte sein gutes Volksschulzeugnis im Original, seine hellbraune Daunen-Winterjacke und die zweiten paar Schuhe, sowie vier Boxershorts, zwei „Cargo“ Hosen und drei T-Shirts in seinen Rucksack ein.

Vielmehr befand sich ja auch nicht in der Wohnung. Nur eine fleckige Matratze, ein verschlissener Bundeswehrschlafsack und der Sessel, der sich nun ja schon draußen befand. Den Schlafsack unter den Arm geklemmt und den Rucksack geschultert, zog er die Wohnungstür in das jetzt nicht mehr vorhandene Schloss, schaute sich noch einmal kurz um, ging dann die Treppe runter raus aus dem Haus, ohne Verlustgefühle und trat zu Schmilinskys BMW.

„Ok, hier ist der Schlüssel!“

Mit zwei spitzen Fingern nahm Schmilinsky diesen an wie eine heiße Kartoffel.

„Hier hast Du die Scheine und Tschüss!!“

Damit startete er den bulligen V6, ließ die Hinterräder durchdrehen, bis auch ordentlich Gummi auf dem Asphalt von Hagen zurückblieb. Mit bei Vollgas dröhnendem Motor donnerte er schlingernd die Schwerter Landstraße runter.

Mit den beiden Scheinen in den Händen stapfte Manni nun gut gelaunt los. Er hatte jetzt zwar keine Wohnung mehr, aber dafür ein hübsches Startkapital, das in strategisch richtiger Form eingesetzt, sehr wohl zu einem Neuanfang taugen müsste.

Als erstes musste er aber heute das Thema Übernachtungsmöglichkeit klären. Warum dazu nicht einfach mal seine, doch sonst so patente Mutter, aufsuchen?

Eva Schneefluch, meist Eve genannt, war eine noch fesche, dralle Mitfünfzigerin und fühlte sich auch selbst grad in den besten Jahren voller Tatendrang.

Sie trug am liebsten ein enges, sehr kurzes weißblaues Dirndl, das Ihre wohlgeformten, eher vollschlanken Schenkel und ihren sichtbar festen runden Po auch gut zur Geltung brachte.

Ihre ausladende Oberweite füllte den tiefen Ausschnitt des Kleides hervorragend aus und ließ dabei tief blicken. Niemals trat sie ungeschminkt oder ohne High-Heels in der Öffentlichkeit auf.

Sie war also auch durchaus noch nett für manche Männer anzusehen. Aus Mannis Sicht sogar von einigen zu viel, weil sie ja auch nicht „nein“ sagen konnte…

Mannis Vater hingegen war nicht bekannt. Nach Eves Aussagen kamen jedoch höchstens zehn bis zwölf Männer zum fraglichen Zeitpunkt als Erzeuger von Manni in Frage.

Da sie aber damals, Ende der 60er Jahre, immer alle „per Du“ waren, kannte sie von den Männern, die meistens durchreisende Schausteller oder Scheren-Schleifer waren, nur die Vornamen. So wurde auch keiner von ihnen hinterher, als es passiert und Manni unterwegs war, mehr gefunden und zu Alimente Zahlungen herangezogen.

Das wäre aber auch gar nicht in Eves Sinn gewesen. War sie doch immer schon als stolze freie Frau der Überzeugung gewesen, für sich selbst sorgen zu können und den kleinen Manni auch allein groß zu kriegen. Und sowohl ihr finanzieller Erfolg, wie auch das gute Gedeihen des Bürschchens gaben ihr ja auch recht.

Bereits in ganz jungen Jahren hatte sie sich selbstständig gemacht und die Zeichen der Zeit erkannt. In dem verkehrstechnisch gut gelegenen Kleingartenverein „Schaffe, schaffe in der Halle“, zwischen der A1, Abfahrt Hagen West, und der Hagener Hausmülldeponie, im „Wolfskuhler Weg“, hatte sie das Vereinshaus übernommen und weitsichtig auf 25 Jahre fest gepachtet. Und zwar zu einem Pachtzins der, weil sie damals wohl grad ein paar wilde Nächte mit dem hier zuständigen Magistrat der Stadt Hagen verbracht hatte, sehr günstig war. Da er auch nie erhöht wurde, war er mittlerweile so gering, dass er heute auf ihrem Bankauszug jährlich nur noch als eine Zahl hinter dem Euro - Komma erschien...

Nicht nur hier hatte es die gewiefte Geschäftsfrau so geregelt, dass sie nahezu ohne Kosten die Gastwirtschaft führen konnte und der Gewinn abends immer direkt in ihre große Handtasche floss.

In ihrer Freizeit war sie dann noch zu einer begnadeten Züchterin von Geranien geworden. Ihre Blumenkübel quollen regelmäßig über an roter, weißer und lila Pracht. Es dauerte auch hier nicht lange, bis diese Erfolge weit über die Grenzen des Ruhrgebietes hinaus bekannt wurden und sie die Pflanzensamen gewinnbringend weltweit vertreiben konnte. Erst nutzte sie hier noch zum Einpacken und zum Verbringen auf eines der Binnenschiffe, die den Rhein runterfuhren und über Rotterdam dann ganz Übersee belieferten, die männlichen Pächter der Gartenparzellen. Die halfen ihr immer gern, weil Eve die Mitarbeit dann in „Nachtschichten“ auch häufig mit eigenen Diensten belohnte...

Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts lernte sie dann aber in Portugal im Urlaub an der Algarve einen Amerikaner kennen. Die beiden verbrachten da wohl einige heiße Tage und Nächte… Sie verstand zwar nicht, was er da von seinem neuem „Betreibsystem“ erzählte, fand ihn aber „total klasse“. Und sie hatte bei ihm wohl ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So vergaß er „seine Eva“ auch nicht, als er mit seinem komischen „Betreibsystem“ und seiner Firma Apfel, die ersten zehn Millionen Dollar eingenommen hatte. Nein, er baute für sie sogar den ersten „in Verbindung Laden“, im neuen, sogenannten Internet auf. Damit sprudelten bei Eve die Bestellungen für Geraniensamen plötzlich zu hunderttausenden rein und sie gründete kurz entschlossen, wegen der ganzen Versendungsaufgaben nun auch noch einen Versandhandel. Den nannte sie so ähnlich, wie ein Fluss in Südamerika, im Amazonasgebiet heißt. In kürzester Zeit entwickelte sich auch das ebenfalls zu einem, nun mit allen möglichen Waren handelnden, supererfolgreichen großen Unternehmen, sogar mit internationalen Verflechtungen.

Obwohl die Tagesgewinne jetzt nicht mehr in ihre Handtasche und auch keinen Koffer passten, blieb sie aber immer bodenständig. Jeden Tag stand sie deshalb, wenn sie nicht im Urlaub war, oder grad eine besonders intensive Liaison hatte… in Ihrer Küche in dem Vereinshaus der Gartensparte und versorgte die Kleingärtner mit leckeren Kleinigkeiten. Die absolute Spezialität aus ihrer Küche, war die „Currywurst nach Hannoveraner Art“. Eine echt rote Riesenwurst, die mit den langen dünnen „Aldi Pommes“ zusammen serviert, und von einer ordentlichen Schicht roter Soße abgedeckt wurde. Dass die Pommes von Aldi waren, konnte jeder an der Tüte sehen, aus der sie in die Fritteuse purzelten… Wo jedoch die Wurst herkam, und wie sie verarbeitet wurde, blieb Eves streng gehütetes Geheimnis. Ein neutraler weißer Peugeot Jumper Lieferwagen, Baujahr 2010, leicht verbeult und mit „Kerstner“ Kühlausbau, der immer leicht nach Fisch roch und das Kfz-Kennzeichen „HB“ führte, kam jedenfalls regelmäßig einmal die Woche, nachts zwischen ein und zwei Uhr morgens. Der Fahrer stellte dann neutrale weiße Wurstkisten in den Schuppen, wo sich die Kühltruhe des Vereinsheims befand.

In diesem Kleingartenverein hatte auch der 85-Jährige pensionierte Oberschulrat, Anton Spitzbub, eine Parzelle seit vielen Jahren bewirtschaftet. Unter anderem schaffte er es dort, den größten Spitzkohl zwischen Gelsenkirchen und Herne 2011 zu erzeugen. Damit war sein Bild sogar auf der fünften Seite in den Ruhrnachrichten am Donnerstag, aber natürlich nur in der Regionalausgabe von Hagen erschienen.

Leider war er jedoch, obwohl er sich vorher noch blendender Gesundheit erfreute, beim letztjährigen Gartenfest in der Kleingartenkolonie, wie sich später herausstellte, einfach an einer Fischgräte eines ausgewachsenen Dorsches erstickt.

Und das direkt, während er die „Currywurst nach Hannoveraner Art“ von Eve genossen hatte...

Ohnehin kursierten ja, bei den teilweise doch etwas neidischen Gartenspartenbetreibern, wegen des finanziellen Erfolges von Eve, etwas merkwürdige Gerüchte über die Zusammensetzung dieser Currywürste. So behaupteten manche neidischen Kleingärtner der Sparte, die Wurst würde Mannis Mutter mit allem strecken, was ihr unter die Finger käme, nur um ihren Gewinn zu maximieren…

Ganz weit hergeholt, war das natürlich nicht. Wurde Manni doch schon von Klein an sehr sparsam von ihr erzogen. So kochte sie immer die Bierreste in den Gläsern der Gäste aus und mischte den Sud dann als flüssiges Brot, wie sie lachend zu sagen pflegte, in den Grießbrei von Manni, was diesem dauerhaft einen gesunden, rosigen Wangenaufschlag bescherte...

Zum Zeitpunkt des schmerzlichen Verlustes des Kleingärtnernachbarn Anton Spitzbub, hatte Eve grad ihr drittes Hotel gekauft, diesmal in allerbester Lage auf Sylt in Kampen, direkt an der Steilküste und mit einem wunderbaren Fernblick. Alle diese drei Häuser hatte sie, mit ihrem perfekten Händchen für eine fehlerfreie Personalauswahl, mit jungen dynamischen, vor allem aber, gutaussehenden Geschäftsführern, versehen.

So hatte sie eigentlich kaum Arbeit mit den Häusern und musste nur die dicken, regelmäßig kommenden Schecks, auf ihr Konto buchen. Außerdem hatte sie es so eingerichtet, dass die jungen Herren monatlich mindestens einmal, entweder einzeln oder auch schon mal gemeinsam, bei ihr in Hagen, zum immer abendlich stattfindenden „Rapport“, erscheinen mussten. Bei diesen Zusammenkünften beschäftigten sich Eve und die Herren aber weniger mit Zahlen, sondern tauschten sich eher in anderer Form aus.

Die Treffen dauerten dann meist bis in den frühen Morgen. Und weil Eve ja eine nette Chefin war, gab sie den Herren, wenn das „meeting“ zu ihrer vollsten Zufriedenheit gelaufen war, am nächsten Tag frei.

Das brauchten die jungen Herren dann aber auch. Nicht nur einmal kroch einer von ihnen nach einer solchen Nacht morgens nur noch über die Schwelle von Eves Gaststätte. Ermattet blieb er den Vormittag dann im Vorgarten liegen, um sich auszuschlafen. An diesen Anblick hatten sich die anderen Gartenspartenbetreiber jedoch bereits gewöhnt, und ließen die jungen Herren somit in Ruhe auspennen.

Und weil sie schon so schön dabei war, mit dem Investieren, hatte sie sich vor ein paar Wochen auch gleich noch das „Afrodite“ gekauft, einen bekannten und gut eingeführten Swingerclub in Sachsen, als Zeitvertreib und Ausgleich zu Ihren anderen erfolgreichen Geschäften.

Hier setzte sie unverzüglich ihre gute Freundin Roberta Schleicher als Geschäftsführerin ein, die Mutter von Mannis Freund Luigi. Ebenfalls eine tolle Geschäftsfrau und durch ihre Familie aus Sizilien hatte sie auch noch andere hervorragende Verbindungen...

Dies konnte ja nie schaden, sagte sich Eve und freute sich auch schon auf ihre eigenen ersten „Geschäftsbesuche“ bei Roberta, dann in dem neuen Laden.

Ihr Gesamtvermögen war so dann in Summe wohl schon auf deutlich mehr als 775 Millionen Euro angewachsen. Damit hätte sie eigentlich recht zufrieden sein können.

Ihr Ziel war es jedoch die Milliarde zügig noch in ein bis zwei Jahren voll zu machen.

Aus diesem Grund hatte sie auch immer zwei Tüten dabei, wenn sie mit ihrem kleinen Pekinesen, den sie liebevoll „Tripper“ nannte, nachmittags Gassi ging. Eine benutzte sie für die Hinterlassenschaften ihres Hundes, die andere, um Pfandflaschen zu sammeln, die achtlose Mitbürger einfach so weggeworfen hatten und die sie dann freudestrahlend bei der Tankstelle regelmäßig gegen Bares eintauschen konnte.

Als der Nachlassverwalter von Anton nun verkündete, dass dieser Eve seinen Gartenanteil, mit allem was darauf stand, als Alleinerbin vermacht hatte, hielt sich ihre Begeisterung trotzdem verständlicherweise in Grenzen. Insbesondere, da sie die Pacht für das Land erst nach zwei Jahren kündigen konnte, wenn sie das Erbe annahm. Bis dahin hatte sie die Kosten an der Backe. Nicht toll! Aber ausschlagen konnte sie das Erbe, einerseits aus Pietätsgründen, vor allem aber um ihr Image in der Gartensparte hoch zu halten, leider nicht.

Die Parzelle machte wahrlich nicht viel her. Neben einem einfachen, selbst zusammen gezimmerten, kleinen Geräteschuppen mit alten Gartengeräten, standen dort nur noch einige restliche monströse Spitzkohlköpfe und ein paar erst kürzlich frisch bepflanzte Kartoffel- und Runkelrüben- Beete.

„Was sollte sie nun zwei Jahre lang mit dem blöden Garten machen“, fragte sie sich gerade laut. Schließlich verbanden sich ja auch hier, wie in allen Kleingartenvereinen in der Republik, mit jedem dieser Ackerstücke auch viele, viele Pflichtstunden in Form von Gemeinschaftsarbeit an den öffentlichen Wegen und Hecken. Zu solch allgemeinem Unkrautjäten und gemeinsamen Buddeln hatte Eve aber ja nun gar keinen Bock.

Da fiel ihr beim darüber nachdenken, auch grad im Zusammenhang mit ihrer neuesten Investition in Sachsen, eine deutlich interessantere und spaßigere Freizeitbeschäftigung ein...

Irgendwie brauchte sie einen Zwischenmieter oder etwas Ähnliches, um die Zeit zu überbrücken und die Arbeit weg zu delegieren. Die Gartengeräte könnte sie ja aber immerhin schon mal gewinnbringend verkaufen. Eve hatte schließlich den Grundsatz: „wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert!!“ So hielt sie auch das Kleingeld immer hübsch beisammen... Und genug potentielle Käufer für die Hacken, Harken und Schaufeln kamen ja regelmäßig in ihre Gaststube…

Genau in diesem Moment, als sie noch so überlegte und plante, kam ihr Sohn Manni zur Gaststubentür herein und begrüßte seine Mutter herzlich:

„Hallo Mutter, geht’s Dir gut? Darf ich Deine Geranien heute gießen und dann bis auf weiters hier auch übernachten...?!“

Wenn ihr Sohn so anfing zu schwafeln, dann wusste Eve sofort, dass er wohl grad mal wieder einen heftigen Engpass monetärer Art haben musste.

Trotz ihres, wie sie meinte, lediglich kleinen Vermögens, lag es ihr aber absolut fern, ihrem Nachwuchs einfach Bargeld zu geben, ohne anständige Gegenleistung. Sie sah da auch eine wichtige Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft dabei, es nicht zu einfach für diesen „Hallodri“ zu machen.

Viel zu viele Eltern und Großeltern sponsorten ihren Sprösslingen, nach ihrer Ansicht völlig zu Unrecht, teure Sabbatjahre im Ausland, die die faulen Kids nur als Gammel-Zeit und zu Lasten der Rentenkasse antraten.

Sowas kam für sie natürlich nicht in Frage und so nahm sie sich jetzt ihren Herrn Sohn, der nun ja auch schon fast 31 Jahre alt war, und aus ihrer Sicht bisher wenig im Leben beruflich erreicht hatte, erstmal entsprechend in einem Rundumschlag vor.

„Also Manni, Du hast in Deinem Leben bisher ja immer fleißig gejobbt, aber es dabei in keinen richtigen Beruf länger als zwei Wochen ausgehalten. Du kannst ganz gut amateurhaft Beachvolleyball spielen und hast erfolgreich eine Ehe vergeigt…!

Okay, nun musst Du dafür für Deine Kids Unterhalt zahlen, das finde ich aber fair. Das der Staat Dir auch die Zahlung an dieses faule Miststück von Exfrau aufgebrummt hat, ist zwar unfair, aber das hilft nun nix! Steh auf, gib richtig Gummi und sei endlich ein erfolgreicher Mann, der ordentlich Kohle verdient!

Als erstes übernimmst Du jetzt für die nächsten Tage die Bewässerung meiner zwanzig Hektar großen Geranienzucht neben dem Kleingarten mit der Gießkanne. Das ist echte Arbeit und ich erspare mir damit die 150 Euro Ausgaben für den Gärtner in dieser Zeit. Als Gegenleistung kannst Du dafür hier in der Gaststube bei mir täglich einmal essen. Aber nur Gerichte bis neun Euro! Das Geld fällt ja nicht einfach vom Himmel!

Für Deine Kristallweizen musst Du genauso bar zahlen, wie jeder andere Gast auch! Du solltest also sehen, dass Du möglichst schnell noch eine Zusatzbeschäftigung findest, oder besser noch gleich einen richtigen Job, der sich auch mal lohnt, und mit dem Du endlich ganz auf Deinen eigenen Beinen stehen kannst!!!“

Manni schluckte schwer. Offenbar meinte seine Mutter es diesmal wirklich ernst, mit der Beendigung seines Lotterlebens. Bevor er etwas erwidern konnte, machte sie weiter und redete sich dabei in Rage: „Zum Wohnen biete ich Dir die leere Parzelle von unserem lieben, verstorbenen Gartenbruder Anton Spitzbub an. Bau Dir dort doch eine einfache Holzhütte! Das Geld für das Holz, die Rasensteine als Fundament und die nötige Teerpappe kann ich Dir da für maximal ein Jahr sogar leihen, weil ich Deine liebevolle Mutter bin. Deshalb berechne ich Dir dafür auch nur 30 Prozent Zinsen per anno...!

Ich kann ja einmal mit dem Gartensparten - Blockwart „Paul Koschinsky“ sprechen, dass der Dir für eine Zeit bis zu zwei Jahren erlaubt, dass Du da fest wohnst, sogar ohne Miete zu zahlen. Natürlich nur, wenn Du Dich verpflichtest, sämtliche Pflichtstunden an gemeinnütziger Arbeit die mit der Parzelle zusammenhängen, zu übernehmen. Und unterstehe Dich ja, auch nur bei einer, von Paul Koschinsky angesetzten Arbeitsstunde nicht rechtzeitig zu erscheinen!!

Und glaub auch nicht, dass Du irgendwie, irgendwann auf mein Vermögen spekulieren kannst! Ich habe es fast komplett auf den Cayman Islands angelegt und bereits jetzt verfügt, dass nach meinem Ableben alles dem australischen Verband, mit Sitz in Phnom Penh, zur Unterstützung der Aufzucht gefährdeter Geranienarten in Usbekistan, zufällt.

Aufgrund der besonderen Holdingstruktur dieses Konsortiums entfällt damit auch der in Deutschland sonst übliche Pflichterbanteil von fünfundzwanzig Prozent an Dich.

Schließlich finde ich, dass jeder Mensch sein eigenes Vermögen erarbeiten soll und sich nicht auf Kosten anderer bereichern darf! Also noch mal: komm endlich in die Hufe und gib richtig Gas!!! Das, was ich in meinem Leben hinbekommen habe, wirst du ja wohl auch selbst bringen können, oder?!

Schließlich weißt Du ja, dass ich Dich sehr liebhabe. Aber auch im Sinne einer gesunden, fleißigen Volksgesellschaft kann und will ich Dich nicht bevorzugen!“

Na prima, dachte sich Manni, dann wäre dass mit der üblichen Gardinenpredigt jetzt ja mal fertig. Endlich konnte er sich nun die in Aussicht gestellte Parzelle mal anschauen. Und meistens wurde Mutti ja abends dann doch mal schwach und es fielen immer drei bis vier Weizen gratis ab, wenn sie halbwegs gute Laune, oder einen neuen Lover hatte...

Er trat aus der Tür der Gaststube und ging die wenigen Schritte bis zur Parzelle Zweiundzwanzig, hinten links vor dem großen gemeinsamen Komposthaufen der Gartensparte.

Der erste Eindruck war eher weniger einladend. Die übergroßen Spitzkohlpflanzen hatte seine Mutter heute Morgen bereits ausroden lassen und in ihren Pichelsteiner Eintopf zu Mittag untergerührt.