8,99 €
MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck! Ab sofort sind Sie noch besser für Ihre nächste Reise ausgerüstet – alle Karten aus dem E-Book lassen sich jetzt mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern. Weitere Zusatzfunktionen: - Einfaches Navigieren durch praktische Links - Weblinks führen direkt zu den Websites der Tipps - Offline-Karten und Google Maps-Links – zur schnellen Routenplanung Unser Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche! E-Book basiert auf: 9. Auflage 2017 Stuttgart Kompakte Informationen, Insider-Tipps, Erlebnistouren und digitale Extras: Erleben Sie mit MARCO POLO die die schwäbische Landeshauptstadt intensiv vom Frühstück bis zum Nightcap. Mit dem MARCO POLO Reiseführer kommen Sie sofort in Amsterdam an und wissen garantiert, „wohin zuerst“. Erfahren Sie, welche Highlights Sie neben der Neuen Staatsgalerie und der Wilhelma nicht verpassen dürfen, was es mit den "Waldheimen" auf sich hat, Stuttgarts auch sozialhistorisch interessanter Antwort auf die bayerischen Biergärten, und dass Stuttgart mit seinen drei Mineralbädern, einem original Jugendstil-Bad und den keine Wünsche offen lassenden Schwabenquellen auch eine Wellnessmetropole von Weltrang ist. Die Insider-Tipps des Autors lassen Sie Stuttgart individuell und authentisch erleben und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Erkunden Sie Stuttgart in all seinen Facetten mit den maßgeschneiderten MARCO POLO Erlebnistouren. Das speziell dafür entwickelte Design sorgt - schon beim Lesen und umso mehr vor Ort - für größtmögliche Orientierung.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 164
Veröffentlichungsjahr: 2017
Inhalt
Symbole & Preiskategorien
Rein ins Erleben
Die wichtigsten MARCO POLO Highlights!
Die besten MARCO POLO Insider-Tipps
Best of ...
Tolle Orte zum Nulltarif
Typisch Stuttgart
Schön, auch wenn es regnet
Entspannt zurücklehnen
Auftakt
Im Trend
Fakten, Menschen & News
Sehenswertes
MARCO POLO Highlights
Mitte
Nord/Bad Cannstatt
Ost
Süd
West
Ausserhalb
Essen & Trinken
MARCO POLO Highlights
Auf Die Schnelle
Biergärten & Open Air
Cafés
Restaurants €€€
Restaurants €€
Restaurants €
Waldheime
Einkaufen
MARCO POLO Highlights
Delikatessen
Für Kinder
Kaufhäuser
Mode & Schuhe
Musik
Secondhand
Am Abend
MARCO POLO Highlights
Bars & Kneipen
Clubs & Lounges
Kinos
Musical & Oper
Theater
Varieté & Kabarett
Übernachten
MARCO POLO Highlights
Hotels €€€
Hotels €€
Hotels €
Jugendunterkünfte
Erlebnistouren
Mit Kindern unterwegs
Events, Feste & mehr
Links, Blogs, Apps & Co.
Bloss nicht!
Praktische Hinweise
Impressum
Straßenregister
Cityatlas
ÖPNV-Netzplan
Autor
Ganz einfach orientieren und jederzeit wissen, wo genau Sie gerade sind: Die praktische App zu den Erlebnistouren sorgt dank Offline-Karte und Navigation dafür, dass Sie immer auf dem richtigen Weg sind. Außerdem zeigen Nummern alle empfohlenen Aktivitäten, Genuss-, Kultur- und Shoppingtipps entlang der Tour an.
Immer auf dem neuesten Stand in Ihrer Destination sein: Der Online-Update-Service bietet Ihnen nicht nur aktuelle Tipps und Termine, sondern auch Änderungen von Öffnungszeiten, Preisen oder anderen Angaben zu den Reiseführerinhalten. Einfach als PDF ausdrucken oder für Smartphone, Tablet oder E-Reader herunterladen.
http://go.marcopolo.de/stut
KUNSTMUSEUM STUTTGART »
Extravagante Kunst im ebensolchen Glaswürfel: Schon allein durch seine Architektur begeistert das Vorzeigemuseum am Schlossplatz (Foto)zur Karte(siehe auch »)(siehe auch 2 »)
MARKTHALLE »
Meisterwerk der Architektur und Oase für Freunde der Gaumenfreuden zur Karte(siehe auch »)
SCHLOSSPLATZ »
Treffpunkt der Stuttgarter, Liegewiese mit fürstlichem Ausblick und Zentrum der großen Stadtfeste zur Karte(siehe auch »)1 »
MERCEDES-BENZ MUSEUM »
Blank geputzte Legenden auf vier Rädern in spannender Architektur zur Karte
WEISSENHOFSIEDLUNG/WEISSENHOFMUSEUM »
Sammlung der Musterhäuser „Neuen Bauens“ als architektonisches Aushängeschild mit Weltruhm zur Karte
WILHELMA »
Ein Besuch in Europas größtem zoologisch-botanischen Garten ist nicht nur für Familien ein Muss zur Karte
HAUS DER GESCHICHTE »
Die Geschichte des Südwestens zum Anfassen: von der Revolution bis in die Gegenwart zur Karte(siehe auch »)
NEUE STAATSGALERIE »
Meisterwerke der Kunst in einem herausfordernden Baukleid zur Karte(siehe auch »)(siehe auch 2 »)
FERNSEHTURM »
Toller Rundblick – bei schönem Wetter sogar bis zu den Alpen – von der 152,4 m hoch gelegenen Panoramaterrasse des allerersten Beton-Fernsehturms der Welt zur Karte
SCHLOSS SOLITUDE/BÄRENSEEN »
Das herrschaftliche Ausflugsziel in den Wäldern und neben den Seen am Stadtrand ist auch die Wiege der jungen Kunst
WIELANDSHÖHE »
Große Kochkunst mit Leidenschaft. Der Koch-Autor-Verleger Vincent Klink lädt in sein Restaurant mit einem Blick über Stuttgart zum Niederknien (Foto)zur Karte
BREUNINGER »
Das Kaufhaus ist in Stuttgart eine Institution. Hier gibt es Mode aller Marken zur Karte(siehe auch »)
STADTBIBLIOTHEK AM MAILÄNDER PLATZ »
Der umstrittene Betonquader im Europaviertel ist ein Traumhaus für Bücher & Co. zur Karte
STAATSOPER »
Mal klassisch, mal innovativ – die Stuttgarter Oper singt und spielt auf höchstem Niveau zur Karte(siehe auch »)
THEATERHAUS »
Nicht nur die wunderschöne ehemalige Industriehalle, auch das Programm sorgt für kulturelles Kribbeln zur Karte
Kreativ schlafen mit Familienanschluss »
Anna Ohnos Kunstpension sind drei kreativ gestaltete Zimmer – mehr zu Hause kann man sich in der Fremde nicht fühlen
Mit dem Oldtimer zur Panoramatour »
Immer sonntags sind alte Straßenbahnen und Busse auf ausgewählten Strecken unterwegs. Die schönste ist die Linie 23E: Der Oldtimerbus schnauft aussichtsreich hinauf bis zum Fernsehturm
Viel mehr als Puppen »
Theater mal ganz anders, überraschend und außergewöhnlich für Kinder und Erwachsene: Das Figuren-theater Fitz ist eines der führenden seiner Art in Europa
Klein, aber fein »
Das Museum Muse-O in einem alten Schulhaus entführt anschaulich in die Geschichte der östlichen Stadtteile
Nostalgiefahrt »
In ihren hölzernen Wagen transportiert die Seilbahn seit 1929 Passagiere auf die Höhe im Süden der Stadt (Foto)
Currywurst mit Nachhaltigkeitsgarantie »
Fast Food, echt slow und regional: Die Currywurst bei Martha’s stammt vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, die Rindswurst vom Boeuf de Hohenlohe. Das gute Gewissen schlemmt mit!
Dieser Laden gehört zu den Guten »
Der Name ist reine Provokation: Schlechtmensch verkauft öko-faire Mode, die auch noch prima aussieht
Echter Filmgenuss »
In der Kinothek Obertürkheim macht Filme gucken besonders viel Spaß, dank herzlicher Atmosphäre, Bar im Vorführraum und Service direkt am Platz
Kunst und Ruinenkult »
Der Leibfriedsche Garten ist der urig-kunstvolle Teil des „Grünen U“, der weitläufigen Stuttgarter Parklandschaft
Wackelkandidat »
Von den Plattformen des Killesbergturms geht der Blick weit über Stuttgart hinaus. Und nur keine Sorge, das Schwanken des filigranen Bauwerks gehört zum Aussichtserlebnis dazu (Foto)
Kaufladen mit ganz besonderem Service »
Shoppingstress ade: In Annas Kaufladencafé gibt es nicht nur Originelles für Wohnung und Kleiderschrank, hier entspannen Sie auch bei Kaffee und Kuchen
Lieblingsplatz mit Bahnanschluss »
Der Blick von der Terrasse des Flora & Fauna schweift über Seen und Parklandschaft. Toll: Die Stadtbahn hält genau vor der Tür
Big Apple trifft auf Rotlicht-Umgebung »
Cool, in der Bar Paul & George kommen die Zapfhähne direkt aus dem freigelegten Backsteingemäuer eines alten Wirtshauses von 1897. Trinken und quatschen, New-York-Style!
Mit echten Insidern durch die Metropole »
Die Stuttgart Greeters freuen sich auf Gäste, die ihre Heimatstadt besuchen. Sie zeigen ihnen gratis und auf individuellen Wegen ihre ganz persönlichen Lieblingsplätze zwischen Schlossplatz, Killesberg und Fernsehturm
Wenn Kuchen & Co. zur Audienz bitten »
Echtes Handwerk und gesunde Zutaten: Die kleine Konditorei KönigX im Bohnenviertel versüßt einem die Pause vom hektischen Stadtleben mit viel Selbstgemachtem und Backwaren, die tatsächlich ein Königskrönchen verdienen
Von Jerg Ratgeb bis Picasso und weiter ins 21. Jh.: Die reichen Schätze aus 700 Jahren in der Sammlung der Staatsgalerie bewundern Sie mittwochs völlig kostenlos (Foto)
Vom obersten Stockwerk des Kunstmuseum-Glaswürfels liegt Ihnen das Schlossplatzensemble zu Füßen. Diese besondere Vogelperspektive erreichen Sie gratis: einfach die Treppen rechts vom Museumseingang hochgehen oder in den gläsernen Fahrstuhl steigen
Die Bar macht nicht nur ihrem Namen alle Ehre, sie bietet auch noch sonntags mitreißende Livekonzerte zwischen Folk, Alternative, Pop oder Jazz. Wem’s gefällt, der gibt freiwillig einen Beitrag
Sie sind noch nie Paternoster gefahren? Dann nichts wie hin ins Stuttgarter Rathaus und mit dem nostalgischen „Personen-Umlaufumzug“ ein paar Runden drehen
In der Musikhochschule wird jede Menge Talent gefördert. Wie gut der Nachwuchs Klassik oder Jazz wirklich spielt, erleben Sie bei vielen Gratiskonzerten
Die Weißenhofsiedlung ist ein Aushängeschild moderner Architektur. Der Spaziergang durch die Straßen mit den Bauhaushäusern ist ebenso kostenlos wie der Besuch der Architekturgalerie
Was macht der Fuchs in der Stadt? Wieso werden Bäume gefällt? Wie sieht ein Tropendschungel aus? Die Ausstellung im Haus des Waldes entführt in eine bekannt-unbekannte Welt
Er war der erste und Vorbild für schlanke Betonnadeln in aller Welt: Der frisch sanierte Fernsehturm ist beliebt wie nie und als hoch aufragendes Wahrzeichen am südlichen Kesselrand nicht wegzudenken
So schlemmen Schwaben – und zwar seit fast 200 Jahren in der urigen Weinstube Zur Kiste, der ältesten ihrer Art in der Stadt. Über drei enge Etagen zieht der köstliche Duft von Rostbraten, Maultaschen und Spätzle
„Zacke“ nennen die Stuttgarter liebevoll ihre Zahnradbahn. Die Fahrt bietet schöne Blicke auf die Stadt – und die Gewissheit, in der einzigen Bahn dieser Art in einer deutschen Großstadt zu fahren
Die einen lieben die Wilhelma wegen ihrer wunderschönen Gebäude im maurischen Stil, die anderen verbringen völlig fasziniert Stunden im nagelneuen Menschenaffenhaus. Deutschlands einzigen zoologisch-botanischen Garten dürfen Sie nicht verpassen! (Foto)
Ihr Form ist rund und weich, die Lauge gibt ihr den unverwechselbaren Geschmack: Probieren Sie an einem der Brezelkörble auf der Königstraße das namensgebende Traditionsgebäck
Zu einer Zeit, als Arbeiter noch keinen Jahresurlaub hatten, entstanden Stuttgarts Waldheime. Nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt wartet hier, im kühlen Schatten der Bäume, auch auf Sie die perfekte Auszeit bei einem kühlen Radler oder einem Viertele
Auch wenn er tief im Osten der Stadt liegt: Der Neckar gehört zu Stuttgart wie die Weinberge und Hügel, wie Brezeln und Spätzle. Ein Ausflug auf der „MS Wilhelma“ führt flussauf- und flussabwärts, durch Schleusen – und sogar in Stuttgarts Hafen!
Entfliehen Sie tief hängenden Wolken bei einer kulinarischen Weltreise: Im Jugendstilbau der Markthalle duftet’s exotisch nach globalen Küchenstilen. Das Treiben lässt sich von der Galerie aus bei einem Espresso entspannt genießen
Wer sich im Milaneo durch drei riesige Häuser shoppt, schlägt dem Wetter ein ausdauerndes Schnippchen. Alles da, von Mode über Elektronik bis hin zu allem möglichen Schnickschnack
Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz bietet jede Menge Plätzchen zum Schmökern, Schreiben, Surfen im Internet. Oder Musik hören. Oder eine Literaturverfilmung auf DVD anschauen. Oder ...
Zwei architektonisch beeindruckende Museen stellen klar, warum Stuttgart eine Autostadt ist. Im Porsche Museum geht’s um Ästhetik und Geschwindigkeit, im Mercedes-Benz Museum um die Geschichte des Autos seit seiner Erfindung durch Carl Benz
Erst im Puls-Fitnessstudio die Muskeln spielen lassen, dann im Vinum bei leckerer italienischer Küche die Batterien aufladen, später im Cinemaxx einen Kino-Blockbuster genießen und im Club Lehmann durch die Nacht tanzen – im Bosch-Areal kein Problem!
Sie heißen zwar Schwabenquellen, geben sich aber ganz international – mit Amazonassauna, indischem Relaxarium oder karibischer Badelagune. Weite Wasserwelten für Regenflüchtlinge!
Im Mineralbad Leuze können Sie sich in feinstem natürlichem Mineralwasser treiben lassen. Auf einer Fläche von fast 2000 m2 und in Becken mit kühlen 20 Grad Wassertemperatur bis zu schnuckligen 34 Grad
Nicht nur in der blauen Stunde, wenn sich die City fein macht für die Nacht, ist der Ausblick vom Biergarten Tschechen & Söhne auf die Stadt atemberaubend. Zurücklehnen, zuprosten, staunen
Im Merkel’schen Bad in der Nachbarstadt Esslingen sorgen nicht nur Lomi-Lomi- und viele andere Massagen für Tiefenentspannung. Vor allem das Jugendstil-Ambiente ist ein Fest für alle Sinne
Lehnen Sie sich zurück und begeben Sie sich auf eine Reise an Orte, an denen nie zuvor ein Mensch gewesen ist. Das Planetarium macht’s möglich, auf einem faszinierenden Trip ins Universum
Die Zeit scheint stillzustehen im Städtischen Lapidarium. Holen Sie tief Luft zwischen bemoosten Skulpturen und Ruinen
Der Name ist Programm: Im Waldhotel in Degerloch werden Sie morgens von Vogelgezwitscher geweckt, nachdem Sie abends Fuchs und Hase beim Gute-Nacht-Sagen beobachten konnten. Erholung versprechen auch Sauna und Dampfbad im kürzlich renovierten Haus
Die Stiftskirche ist ein Ruhepol in der betriebsamen Innenstadt. Während der Stunde der Kirchenmusik wird sie zum perfekten Ort, um verbrauchte Energie aufzutanken
Stuttgart hat’s, das gewisse Etwas. Und damit ist nicht nur das lebendige Kulturleben gemeint, sondern auch die vielen Shoppingadressen, das (Mode-)Design made in Stuttgart oder die berühmten Autos, die hier produziert werden. Es ist das Lebensgefühl, das zwischen Höhen und Talkessel herrscht, zwischen rotem Dächermeer und grünen Hügeln. Es spiegelt sich im bunten, multikulturellen Leben in den Stadtvierteln, in den vielfältigen Küchen aller Standards, in den gut besuchten Bars, Clubs und Lounges. Eine Fähigkeit zum Genießen, die – trotz aller schwäbischen Erdverbundenheit – fast schon so etwas wie Leichtigkeit hervorruft.
Mit Betonung auf fast: Denn im Streit um „Stuttgart 21“ zeigten sie sich dann doch, die unlockeren Seiten der Bürgerseelen im Talkessel, und zwar auf beiden Seiten. Befürworter und Gegner des milliardenschweren Bauprojekts im Herzen der Stadt, bei dem der Bahnhof unter die Erde verlegt werden soll, verfochten ihre Sache mit fast religiösem Eifer. Im Verlauf der Auseinandersetzungen traf die Medienerfindung vom „Wutbürger“ auf alle zu, ob sie nun die Gleise tieferlegen oder „oben bleiben“ wollten, wie es der Schlachtruf der Gegner forderte. Innerhalb weniger Jahre fügte damit die schwäbische Landeshauptstadt ihrem Image noch eine weitere Facette hinzu: Korrigierte sie ihren drögen, spießigen Ruf durch die fröhlichen und weltoffenen Feiern während der Fußball-WM 2006 und der EM 2008, so wurde sie ab 2010 zur Keimzelle einer neuen, bürgerlichen Protestkultur. Mit Erstaunen registrierte die Weltpresse: Diese Stadt ist weder bieder, noch werden hier die Bürgersteige ständig wahlweise gefegt oder hochgeklappt.
Beim Schlendern durch die City oder bei einem Bummel durch die Kneipen werden Sie deshalb schnell erkennen: Stuttgart passt in keinen Rahmen. Auf den ersten Blick ein typisches, klar umrissenes Gesicht zu finden, ist nicht einfach. Lassen Sie sich Zeit, die Vielfalt – und auch die Gegensätze – zu entdecken: Schlendern Sie allein durchs verträumte Lapidarium mit seinen steinernen Zeitzeugen oder ziehen Sie mit Zehntausenden während der „Langen Nacht der Museen“ durch die Stadt; begegnen Sie Franziska Walser und Edgar Selge auf der Bühne des Schauspiels Stuttgart oder bestaunen Sie die Primaballerinen des Balletts; reisen Sie im Württembergischen Landesmuseum durch die Vergangenheit oder lassen Sie sich in der Neuen Staatsgalerie von Joseph Beuys provozieren; spazieren Sie durch die Weinberge rund um die Stadt oder reihen Sie sich ein in den Strom der Shopper im Zentrum.
Stuttgart hat mit seinen etwas mehr als 606 000 Einwohnern stetig an Selbstbewusstsein gewonnen. Die Statistiker registrieren einen ständigen Aufwärtstrend bei den Übernachtungen: 2015 waren es rund 3,6 Mio. Das Thema „Stuttgart 21“, das mit dem Fortschreiten des Bahnhofsumbaus die Tagesordnung zumindest nicht mehr beherrscht, hat der Stadt dabei nicht geschadet, sondern sie nur bekannter gemacht. Ebenso wie die Tatsache, dass im Mai 2011 mit Winfried Kretschmann der erste grüne Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik in die Villa Reitzenstein, den Regierungssitz des Landes, einzog.
Dass die Schwabenmetropole, was Attraktivität und Lebensqualität angeht, auf der Städte-Beliebtheitsskala ganz vorn rangiert, ist auch der innovativen Kulturszene zu verdanken. „Was brauchen wir Kunst, wir brauchen Kartoffeln“, lautete früher eine schwäbische Redensart. Doch heute wie damals setzen und setzten sich Kunstliebhaber und Kulturmanager, Stifter und Bühnentalente durch – fast ohne Promis und Protz, aber mit Ideenreichtum, Engagement und internationaler Teamarbeit. Für den Kauf berühmter Kunstschätze wurden zusätzliche Kassen geöffnet und Stiftungen ins Leben gerufen. Das Stuttgarter Ballett brachte es zu Weltruhm, die Staatsoper wurde mehrfach zum besten Opernhaus im deutschsprachigen Raum gekürt, die Stadt verfügt über eine der vielfältigsten Kleintheaterszenen in Deutschland. Der Musicalboom dagegen ist abgeebbt, sorgt aber immer noch für ordentliche Besucherzahlen. Und, nicht zu vergessen: die Museenlandschaft, die von der Neuen Staatsgalerie in den 1980ern bis hin zu Mercedes-Benz Museum, Porsche Museum und Kunstmuseum immer auch mit ihren Bauten für Furore sorgte. Zwischen der Internationalen Bachakademie und den Ludwigsburger Schlossfestspielen schlug außerdem mit den ersten Auftritten der „Fantastischen Vier“ die Geburtsstunde des deutschen Hip-Hop – auch wenn das langjährige „Mutterstadt“-Image gerade von krachigen Gitarrenbands wie „Die Nerven“ oder „Human Abfall“ weggefegt wird, die Stuttgart auf die Rock-Landkarte gebracht haben. Trotz all dieser Erfolge darf man aber auch eines nicht verschweigen: Junge Bands, Subkultur und Underground haben es nach wie vor nicht leicht im saturierten Städtle.
Stuttgart ist nun mal der Tradition immer treu geblieben, vielleicht macht aber gerade diese Verbindung den – selbst in Krisenzeiten relativ beständigen – wirtschaftlichen Erfolg der Landeshauptstadt aus. Kaum eine andere Region hat es geschafft, ein so solides Fundament zu legen. Sicherlich ist es kein Zufall, dass weltweit erfolgreiche Unternehmen wie Daimler, Porsche oder Bosch hier ihren Ursprung haben. Erfolgreich auch die Taktik, dass Wirtschaft und Wissenschaft stark aufeinander zugegangen sind. Stuttgart kann zwei Universitäten, sechs Akademien und Fachhochschulen sowie eine Reihe außeruniversitärer Forschungseinrichtungen vorweisen. Und auch für die Verlagslandschaft ist Stuttgart ein wichtiger Standort. 130 Verlage haben ihren Sitz im Zentrum und 250 in der Region; Holtzbrinck, Klett, MotorPresse und Mairdumont sind nur die größten und bekanntesten. Und: Von den Thienemann-Verlagsräumen in einer Seitenstraße aus eroberten der Räuber Hotzenplotz, Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, die Kinderzimmer.
Nicht überall stößt der Erfolgscocktail aus klassischen Industrien, neuen Wachstumsbranchen wie Informations- und Kommunikationstechnologien, neuen Medien und Umwelttechnik auf Gegenliebe. Einige warfen den Stadtvätern in der Vergangenheit vor, sich im Rennen um internationale Anerkennung vor allem bei großen Bauprojekten wie „Stuttgart 21“ oder dem Messeneubau beim Flughafen zu verschätzen und viel zu schnell die Bagger anrücken zu lassen, um Altes, Wertvolles unwiederbringlich zu zerstören. Wie das „Stuttgart der Zukunft“ aussieht, ist nicht abzusehen, denn neben der Bahnhofsbaustelle wird es bis voraussichtlich 2020 mindestens neun weitere Großbaustellen geben. Außerdem gestaltet mit Fritz Kuhn seit Januar 2013 zum ersten Mal ein grüner Oberbürgermeister die Politik in der Landeshauptstadt.
Ein großer Teil der Industrie hat sich rund um Stuttgart angesiedelt. Ihre Fließbänder zogen seit den 1960er-Jahren viele Ausländer an: Menschen aus rund 180 Nationen leben hier. 40 Prozent der Stuttgarter haben einen Migrationshintergrund, es werden 100 verschiedene Sprachen gesprochen, teils hat das gelernte Deutsch einen schwäbischen Akzent angenommen. Die „Reig’schmeckten“ und Fremden haben das Bild der Stadt und der Schwaben nachhaltig – zum Besseren – verändert. „Das Zweiflerische, Querköpfige, Kritische und Praktische im Wesen des Stuttgarters vermischte sich mit der Großzügigkeit, dem Wagemut, der Urbanität und der Musenfreundlichkeit vieler Neubürger“, erklärte der heimische Schriftsteller Thaddäus Troll. Und so schaffte es Stuttgart auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 sogar in die New York Times – als Beispiel für eine Stadt mit hohem Migrantenanteil, in der die Integration vorbildlich funktioniere. Hier sei man, so der US-Autor, stolz auf die Vielfalt in der Bevölkerung: „Die Botschaft in Stuttgart lautet, dass Migranten gebraucht werden, ja sogar willkommen sind.“
Eher weniger verändert hat sich die Metropole selbst, in vielen Stadtteilen ist und bleibt sie ein Meer aus roten Dachziegeln – und eine Großstadt im Grünen, mit dem Schlossgarten, den Bärenseen oder dem Wald rund um den Bopser, auf dessen Höhe der Fernsehturm thront. Von den Hügeln aus, der Uhlandshöhe etwa, dem Haigst, dem Bismarckturm oder der Karlshöhe, fallen nicht nur die Schönheiten wie Neues Schloss oder Königsbau auf. Auch die Betonwunden, die nach dem Krieg im zerstörten Stuttgart, aber auch in den 1960er- und 1970er-Jahren geschlagen wurden, sind deutlich zu sehen.
Die idyllische Lage
