Marry me - heirate mich einfach! - Karen Stivali - E-Book

Marry me - heirate mich einfach! E-Book

Karen Stivali

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Beschreibung

Niemals wieder wird er sich verlieben können. Da ist sich der britische Schlagzeuger Ben Davis sicher, als er seine Jugendliebe verliert. Er vertieft sich in seine Musik, die ihn zu internationalem Ruhm und einem luxuriösen Lebensstil verhilft, aber sein Herz bleibt davon unberührt – bis er die kreative und sexy Modedesignerin Julia Jones trifft. Julias Karriere mag steil nach oben gehen, aber ihr Privatleben ist im Eimer, als ihr letzter Freund die Grenze zwischen Kontrolle und Gewalt überschreitet. Sie ist sich sicher, dass eine Romanze für sie nicht in Frage kommt und konzentriert sich auf ihre Karriere. Dann tritt der umwerfend attraktive Ben in ihr Leben, und seiner berauschenden Ausstrahlung kann sie nicht widerstehen. Sobald Julia Ben in ihr Bett und in ihr Herz lässt, verlieben sie sich schnell und heftig. Doch als Julias Leben in Gefahr gerät, erschreckt sie Bens Reaktion. Und es wird klar: Sie beide müssen sich ihren Dämonen aus der Vergangenheit stellen, wenn sie eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben wollen.

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Seitenzahl: 175

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Karen Stivali

Marry me – heirate mich einfach!

Aus dem Englischen von Arvid Riesenbeck

Impressum

© tensual publishing

tensual publishing ist ein Imprint von dead soft verlag

Mettingen, 2022

http://www.deadsoft.de

© the author

Titel der Originalausgabe: Marry me

Übersetzung: Arvid Riesenbeck

Cover: Irene Repp

http://www.daylinart.webnode.com

Bildrechte:

© ProStockStudio – shutterstock.com

© MarShot – shutterstock.com

1. Auflage

ISBN 978-3-946408-22-2 (ebook)

Inhalt:

Niemals wieder wird er sich verlieben können. Da ist sich der britische Schlagzeuger Ben Davis sicher, als er seine Jugendliebe verliert.

Er vertieft sich in seine Musik, die ihn zu internationalem Ruhm und einem luxuriösen Lebensstil verhilft, aber sein Herz bleibt davon unberührt – bis er die kreative und sexy Modedesignerin Julia Jones trifft.

Julias Karriere mag steil nach oben gehen, aber ihr Privatleben ist im Eimer, als ihr letzter Freund die Grenze zwischen Kontrolle und Gewalt überschreitet. Sie ist sich sicher, dass eine Romanze für sie nicht in Frage kommt und konzentriert sich auf ihre Karriere. Dann tritt der umwerfend attraktive Ben in ihr Leben, und seiner berauschenden Ausstrahlung kann sie nicht widerstehen.

Sobald Julia Ben in ihr Bett und in ihr Herz lässt, verlieben sie sich schnell und heftig. Doch als Julias Leben in Gefahr gerät, erschreckt sie Bens Reaktion. Und es wird klar: Sie beide müssen sich ihren Dämonen aus der Vergangenheit stellen, wenn sie eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben wollen.

Kapitel 1

»Heirate mich, Julia.«

Julia grinste und versuchte, sich nicht zu stechen, als sie das Bündchen von Bens Hose feststeckte. »Nein. Und jetzt halt still, bevor ich das hier noch mal machen muss.«

Er bewegte sich und war gefährlich nahe dran, von der Plattform zu fallen, auf der er stand. »Warum nicht?«

Seine Stimme allein reichte fast aus, um sie dazu zu bringen, Ja zu sagen. Krächzend und samtig und unverkennbar britisch; ihre größte Schwäche. »Wie wäre es mit: Weil wir noch nie ein Date hatten?«

»Ist das alles?« Er ließ seine Hände gegen seine Beine klatschen. »Dann geh mit mir was trinken.«

»Nein.« Sie konnte nicht verhindern, dass sich wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht schlich.

Er war unerträglich gut aussehend. Über 1,80 m pure Verführungskraft. Lange, muskulöse Beine, unglaublich schlanke Hüften, eine breite, glatte Brust, ein Gesicht, das aus Stein gemeißelt sein könnte, gekrönt von einem Schopf blonden Haares, das darum bettelte, berührt zu werden. Dies war die dritte Anprobe, die er in den letzten drei Monaten bei ihr hatte. Die ersten beiden waren für die Konzerte der Nordost-Tournee seiner Band gewesen und diese war für ein Fotoshooting der GQ. Sie kannte jeden Zentimeter seines perfekten Körpers. Na ja, fast jeden Zentimeter. Ihr Blick wanderte nach oben zu seinem Schritt, der nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt war. Ein heißer Schauder lief ihr über die Wangen, als ihr klar wurde, was sie da tat.

Gott, Jules, würdest du ein bisschen professioneller sein?

»Wie wäre es mit einem Burrito?«, fragte er.

»Was?«

Das Glitzern in seinen blaugrauen Augen war unverkennbar.

Verdammt, er weiß, dass er mich zermürbt.

»Ich habe Lust auf Mexikanisch. Komm mit mir.«

Die Art, wie die letzten Worte aus ihm heraussprudelten, ließ sie fast nachgeben.

Ein Lächeln zupfte an seinen Lippenwinkeln. »Es ist nur ein Burrito. Vielleicht etwas Kleineres, wenn dir ein Burrito zu viel Aufwand ist. Vielleicht nur ein paar Chips und Salsa?«

Sag Nein, sag Nein.

»Gut«, erwiderte sie, unfähig, die Elektrizität zu kontrollieren, die sie durchfuhr, als er grinste.

Herzschmerz, ich komme.

Ben sah zu, wie sie die Stecknadeln zurück in die Schachtel legte und seine neu markierten Kleidungsstücke behutsam auf ihren Arbeitstisch drapierte. Ihre Hände glitten auf eine Weise über den Stoff, die ihn erschaudern ließ. Er wippte auf seinen Fersen zurück und wartete darauf, dass sie fertig wurde, damit sie gehen konnten.

Ihre großen Augen huschten hin und her, suchten den Raum ab, und er kam nicht umhin, sich zu fragen, ob sie nach einer Ausrede suchte, um abzusagen. Das war das Letzte, was er wollte. Er dachte schon seit Wochen an sie. Er ignorierte das unregelmäßige Klopfen seines Herzens und schlenderte auf sie zu. »Fertig?«

Er stand direkt vor ihr, nahe genug, um den herrlichen Duft zu riechen, der sie immer umgab: Honig, gemischt mit Lavendel und einem Hauch von etwas, das er nicht genau identifizieren konnte. Vielleicht nur sie. Ihre Wimpern flatterten und ließen seinen Puls doppelt so schnell schlagen, dann blickte sie zu ihm auf. Ihre Pupillen weiteten sich, sodass der blaue Ring um sie herum einen violetten Farbton annahm. Die Porzellanhaut ihrer Wangen rötete sich, und zum ersten Mal war er sich sicher, dass sie ihn ebenso begehrte wie er sie.

Er legte eine Hand auf die Wölbung ihres Rückens. »Sollen wir?«

Julia nahm ihre Handtasche vom Drehstuhl und hängte sie über ihren Arm. Sie schmiegte sich an seine Handfläche, was ein Kribbeln in seinem Körper auslöste. Warum hatte sie solch eine Wirkung?

Er hielt die Tür auf, bevor sie auf die dämmrige Straße von Manhattan traten. SoHo war sein Lieblingsviertel in New York; malerisch und ohne die hoch aufragenden Gebäude von Midtown.

»Also«, begann sie, »wohin bringst du mich?« Sie runzelte die Stirn, aber ihre Lippen zeigten einen Hauch von Belustigung.

»Nur ein paar Blocks weiter.« Er steckte die Hände in die Taschen seiner Jeans, um sie nicht zu berühren, denn er hatte den Eindruck, dass sie davonlaufen könnte, wenn er es versuchte. Die frische Herbstluft fühlte sich belebend an seinem überhitzten Körper an. »Es ist gleich da vorn.« Er nickte in Richtung des Cantina-Schildes am nächsten Block.

»Oh, ich liebe diesen Ort.« Julia trat auf die Straße, ohne sich umzusehen, gerade als ein Taxi um die Ecke bog.

Ben riss sie in seine Arme und zerrte sie zurück auf den sicheren Bordstein.

»Oh mein Gott.« Der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. »Ich habe es gar nicht kommen sehen. Ich danke dir.«

Ben war erschüttert, sowohl von dem Anblick, wie sie fast überfahren worden wäre, als auch davon, sie in seinen Armen zu halten. »Ich werde nie zulassen, dass dir etwas passiert.«

Ihr Kopf neigte sich als Antwort, ihre Augen zogen ihn an, die Kurve ihrer vollen Unterlippe lockte ihn. Statt sich zurückzuziehen, beugte sie sich vor, stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen atemlosen Kuss auf die Wange.

Er wollte sie an sich ziehen, seinen Mund auf ihren legen und ihr mit seinem Körper all die Dinge zeigen, an die er dachte. Stattdessen schlang er seine Finger fester um ihre Taille und lächelte. »Komm, ich bin am Verhungern.«

* * * * *

Ben führte Julia zu einem kleinen Tisch an der Seite des Restaurants. Eine Kellnerin erschien innerhalb von Sekunden, ihre Augen klebten förmlich an Ben. Oh Mann. Julia hatte sich mit ein paar kleineren Berühmtheiten verabredet, als sie begonnen hatte, bei Modeshootings mitzuwirken. Sie hatte schnell gelernt, dass das nicht ihr Ding war. Wenn sie sah, wie der Typ, mit dem sie ausging, mit anderen Frauen flirtete, wurde ihr übel. Ben schenkte der Kellnerin jedoch keinen zweiten Blick.

»Möchtest du eine Margarita vorab?« Seine Augen waren auf Julias gerichtet und machten es ihr schwer, an etwas anderes zu denken als an ihre sinnliche Farbe.

»Sicher.« Sie hatte Mühe, ihr Gehirn zum Funktionieren zu bringen. »Ohne Eis, mit Salz.«

»Wir nehmen zwei, ohne Eis, mit Salz. Danke.«

»Ich bringe sie gleich rüber«, gurrte die Kellnerin Ben an, dann verzog sie die Lippen und warf Julia einen kurzen Blick zu.

Bevor Julia Zeit damit verschwenden konnte, sich darüber zu ärgern, wurde sie von Ben unterbrochen. »Möchtest du einen Blick auf die Speisekarte werfen?« Er hielt ihr eine hin.

Sie schüttelte den Kopf. »Ich weiß schon, was ich will.«

»Ich auch«, sagte Ben mit einem Grinsen, das so sexy war, dass Julia dachte, sie würde gleich vom Stuhl kippen.

Die Kellnerin kam zurück und stellte einen Korb mit Tortilla-Chips mit so viel Kraft auf den Tisch, dass etwas Salsa über den Rand der weißen Schale schwappte. Dann stellte sie die Getränke vor ihnen ab und wandte ihre Aufmerksamkeit sofort wieder Ben zu. »Was kann ich Ihnen bringen?« Sie klimperte mit ihren falschen Wimpern auf eine Weise, die Julias Nasenflügel beben ließ.

Ben schien sich davon nicht beeindrucken zu lassen. »Julia, was nimmst du?«

»Ich nehme eine Hähnchen-Quesadilla mit einer Portion Guacamole. Und können Sie mir etwas von der scharfen Mango-Salsa bringen?« Die Kellnerin kritzelte auf ihrem Block herum und Julia fragte sich, ob sie in der Küche auf ihr Essen niesen würde.

»Und Sie, Sir?«

»Ich nehme den gegrillten Steak-Burrito mit Ancho-Chili-Soße.«

»Alles klar, notiert.« Sie strich mit ihren Fingern über Bens Hand, als sie seine Speisekarte nahm.

Jetzt mach mal halblang. Das ist der Grund, warum ich mich nicht mit berühmten Kunden treffe.

»Chips?« Ben schob den Korb in ihre Richtung, seine eleganten Finger streckten sich, um einen zu nehmen.

Sie nahm ebenfalls einen heraus, löffelte etwas Salsa darauf und steckte ihn sich in den Mund.

Ben tat dasselbe, wobei sich die Muskeln in seinem feinen Kiefer beim Kauen anspannten.

Du musst dich zusammenreißen. Der Typ isst nur einen Mais-Chip.

»Also«, sagte er, »eine Quesadilla. Nicht ganz so viel Aufwand wie ein ganzer Burrito, aber es ist ein Anfang.«

Julias Kichern durchströmte ihn wie ein warmer Windhauch. Ihr glattes schwarzes Haar fiel ihr ins Gesicht, als sie zu Boden blickte und mit ihrer Serviette herumfuchtelte. »Ich gehe die Dinge lieber langsam an.«

»Langsam kann gut sein.« Ben freute sich über die Röte, die über ihre Wangen kroch. Er steckte sich einen weiteren Chip in den Mund und hoffte, dass die Schärfe der Salsa etwas von der Hitze ablenken würde, die sich in seiner Leistengegend zu konzentrieren schien.

Julia hob das Margarita-Glas an und umschloss es mit ihren zarten Fingern. Ihre Zunge streckte sich, um etwas Salz vom Rand zu lecken, bevor sie einen Schluck nahm. Bens Schwanz zuckte als Antwort.

Mein Gott, sie ist so sexy.

»Wie lange arbeitest du schon in der Modebranche?«

Überraschung zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. »Ich habe auf dem College Bekleidungsdesign studiert, aber ich habe schon als Kind gelernt zu nähen. Meine Großmutter besaß ein Geschäft für maßgeschneiderte Brautmode. Sie war eine Meisterin der Nähkunst. Ich habe schon mit ihr genäht, bevor ich überhaupt lesen konnte.«

»Das erklärt, warum du so gut bist.«

Der karmesinrote Schimmer auf ihren Wangen wurde intensiver und Ben fragte sich, ob sich ihre Haut so warm anfühlte, wie sie aussah. Er überlegte, ob er ihre Hand ergreifen sollte, aber er spürte, dass sie noch nicht so weit war. Stattdessen tippte er mit den Fingern auf den Tisch.

Julia lachte. »Immer trommeln, was?«

»Der Haken am Beruf, fürchte ich. Tut mir leid.«

Julia schüttelte den Kopf, was die blauschwarzen Strähnen in ihrem Haar zum Schimmern brachte. »Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Du bist ein toller Schlagzeuger.«

Bens Augenbrauen schossen in die Höhe. »Du hast uns schon auftreten sehen?«

»Zweimal. Obwohl ich zugeben muss, dass mich beim ersten Mal meine alte Mitbewohnerin zu der Show geschleppt hat. Sie ist ein großer Fan.«

»Was ist mit dir?«

Ihre Augen funkelten und sie griff nach einem weiteren Chip. »Ich war angenehm überrascht.«

»Damit kann ich leben.«

Die Kellnerin kam, trug Wärmeschutzhandschuhe und hatte zwei dampfende, gusseiserne Bratpfannen auf Holztellern dabei. »Kann ich Ihnen noch etwas bringen?« Sie beugte sich auf eine Art und Weise zu ihm hin, die sie alles andere als attraktiv machte.

Ben begutachtete Julias Teller. »Ich glaube, die Dame hat um Guacamole und eine scharfe Salsa gebeten. Ansonsten haben wir alles.«

Julia grinste ihn an, als sich die Kellnerin auf den Weg in die Küche machte. »Sie scheint ganz angetan von dir zu sein.«

Eifersucht? Das ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen.

»Ich glaube, sie hofft auf ein gutes Trinkgeld, aber das wird sie nicht bekommen, wenn sie nicht anfängt, dir mehr Aufmerksamkeit zu schenken.«

Ein Teller mit Schälchen mit Guacamole und Mango-Salsa klapperte auf den Tisch.

Julia schnaubte. »Gilt das als aufmerksam?«

»Nicht so sehr.« Er beobachtete, wie sie ein Dreieck ihrer Quesadilla löste und mit dem Finger unter die Käsestreifen fuhr. In seinem Bauch kribbelte es, als er sich vorstellte, wie ihre Finger über ihn strichen. Er räusperte sich und nahm einen großen Bissen von seinem Burrito.

Als sie mit dem Essen fertig waren, entschuldigte sich Julia, um auf die Toilette zu gehen. Sie war sich nicht sicher, ob es an der Margarita lag oder daran, dass sie Ben schon seit einer Stunde anstarrte, aber sie fühlte sich so schwindlig wie schon lange nicht mehr.

Sie betrachtete ihr Gesicht im Spiegel, während sie sich die Hände wusch. Selbst sie konnte die Aufregung in ihren Augen sehen.

Oh Gott! Wahrscheinlich hält er mich für ein dummes Fangirl.

Sie klopfte sich mit einem kühlen, feuchten Handtuch auf die Wangen und zwang sich, ruhig zu bleiben.

Er ist nur ein Typ. Und er versucht nur, Sex zu haben. Du brauchst diese Komplikationen nicht. Sag Gute Nacht und geh nach Hause.

Ein Blick auf ihn, wie er sich auf seiner Seite des Tisches räkelte, die langen Beine ausgestreckt, mit den Fingern sein Messer drehend, als wäre es ein Trommelschlägel … Und schon war ihre ganze Entschlossenheit dahin. So ein Mist.

»Da bist du ja.« Sein Lächeln ließ ein Dutzend Schmetterlinge in ihrem Bauch aufsteigen. »Ich dachte schon, du seiest durch das Badezimmerfenster entwischt.«

»Ich wollte dich nicht mit der Rechnung allein lassen.« Sie griff in ihre Handtasche nach ihrem Portemonnaie.

»Ich habe mich schon darum gekümmert.«

»Oh. Danke.«

»War mir ein Vergnügen.« Er stand auf, seine volle Größe verlieh seiner Anziehungskraft noch mehr Nachdruck. »Sollen wir?«

Er folgte ihr dicht, als sie sich durch den inzwischen überfüllten Speisesaal schlängelten. Die kühle Luft stand in krassem Gegensatz zu der Hitze des Restaurants und der Hitze, die von Ben ausging. Sie erschauderte, sobald sie nach draußen traten.

»Ist dir kalt?«, fragte er.

»Nein.« Sie verschränkte die Arme.

»Doch, du frierst.« Er gluckste und zog seine Jacke aus. »Hier. Ich kann keine Jacke tragen, die du genäht hast, während du neben mir erfrierst.«

Seine Hand streifte ihren Nacken, als er das Kleidungsstück um sie legte. Der Mantel war warm und tröstlich, aber seine Haut war heißer. Sie schluckte schwer.

»Soll ich dir ein Taxi rufen?«, fragte er, die Hände in die Taschen gesteckt, sein Haar wirbelte im Wind.

»Nein, ich wohne nur ein paar Blocks von hier.«

»Oh, dann begleite ich dich.«

Julia spannte sich an. »Das ist nicht nötig.«

Ben zog die Stirn in Falten, was ihn noch attraktiver aussehen ließ. »Ich weiß, dass es nicht nötig ist, aber ich möchte, dass du sicher nach Hause kommst.«

»Hör zu, ich habe diese Regel, dass ich keine Männer in meine Wohnung lasse.« Sie kam sich lächerlich vor. Da war dieser umwerfende, süße Mann, der sich wie ein Gentleman benahm und bat, sie nach Hause begleiten zu dürfen, und sie hörte sich an, als wäre sie total prüde.

»In Ordnung. Ich würde ohnehin nicht fragen, ob ich mit hochkommen darf, bevor ich dir nicht wenigstens ein ordentliches Abendessen spendiert habe.« Seine Augen funkelten. »Apropos, hast du morgen Abend Zeit?«

Ihr blieb der Atem im Hals stecken. »Ich weiß es nicht.«

»Okay.« Seine Stimme war ruhig und fest, aber seine Schultern sackten ein wenig zusammen.

Sie merkte, wie zickig sie klingen musste. »Nein, wirklich, ich weiß es nicht. Ich muss bei den letzten Anproben dabei sein und es hängt davon ab, wie viel ich nähen muss.«

»Na gut. Ich werde morgen noch einmal fragen. Also, in welcher Richtung liegt deine Wohnung?«

Er ist so höflich.

Ein weiterer Schauder durchlief sie.

»Ist dir immer noch kalt?«, fragte er und nahm ihre Hand. »Alles klar, dir ist kalt.« Er hob sie zum Mund, hauchte seinen Atem gegen ihre Haut und rieb sie zwischen seinen starken, warmen Händen. »Wir sollten lieber gehen, bevor du dich in eine Eisskulptur verwandelst.« Er verschränkte seine Finger mit ihren und sie bogen um die Ecke.

Ben konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal mit einer Frau Händchen gehalten hatte. Das Gefühl ihrer seidigen Handfläche an seiner machte ihn verrückt, ebenso wie die Vorfreude darauf, ihr einen Gute-Nacht-Kuss zu geben. Sie erreichten ihre Wohnung in viel kürzerer Zeit, als ihm lieb war.

»Hier wohne ich«, sagte sie und blickte zu dem weißen Gebäude hinauf.

»Welcher Stock?«

»Drei.« Sie zeigte nach oben. »Die mit den Pflanzen am Fenster.«

Er verrenkte sich fast den Hals, um nach oben zu sehen, dann blickte er auf sie hinunter. Die Straßenlaterne warf einen perlmuttfarbenen Schimmer auf ihre Haut. Sein Herz schlug schneller. »Danke, dass du mit mir zu Abend gegessen hast.«

»Nichts zu danken.« Sie kramte in ihrer Handtasche nach ihrem Schlüsselbund und hob dann den Kopf. Ihre Blicke trafen sich, und er konnte nicht länger warten. Er drückte seine Lippen leicht auf ihre. Sie versteifte sich, zog sich aber nicht zurück, also küsste er sie erneut. Zu seiner Freude beugte sie sich zu ihm und presste ihre vollen Lippen auf seine.

Ben fuhr mit seinen Fingern über ihre Wange, bevor er sie in ihrem seidigen Haar versenkte. Ihr Mund öffnete sich unter seinem. Wärme strömte über ihn wie ein Sommerregen. Der salzige Geschmack ihrer Lippen vermischte sich mit der Süße ihrer Zunge, als sie miteinander verschmolzen. Er stellte sich vor, wie es sein würde, in sie einzutauchen, sie um sich herum zu spüren. Er hielt inne, bevor er sich hinreißen ließ, und hielt seinen Unterkörper abgewinkelt, um nicht zu verraten, wie sehr er auf sie reagierte. Seine Nase streifte ihre und er gab ihr einen letzten Kuss auf die Lippen.

Er öffnete seine Augen und stellte fest, dass ihre immer noch geschlossen waren. Wunderschön. »Ich sollte dich besser gehen lassen.«

Sie nickte. »Ja. Morgen wird ein anstrengender Tag. Oh, deine Jacke.« Sie ließ seine Hand los, zuckte mit den Schultern und ließ dabei ihre Schlüssel fallen.

Er bückte sich, um sie aufzuheben.

»Danke.« Sie tauschte die Jacke gegen ihre Schlüssel, schloss mit einem kurzen Lächeln die Tür auf und verschwand im Inneren des Gebäudes.

Kapitel 2

Julias Hände zitterten so stark, dass sie sich wunderte, dass sie ihre Schlüssel überhaupt benutzen konnte. Heilige Scheiße, das war vielleicht ein Kuss. Ihre Lippen kribbelten immer noch. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal von einem Mann so verwöhnt worden war. Das Handy klingelte und ließ sie aufschrecken.

Es war Marissa, ihre alte Zimmergenossin vom College. »Du musst eine übersinnliche Wahrnehmung haben.«

»Was?« Marissas Stimme war kaum ein Flüstern. »Ich habe das Baby gerade zum Schlafen gebracht, und du bist die einzige Person, die ich kenne, die nach Mitternacht noch wach ist. Warum habe ich eine übersinnliche Wahrnehmung?«

»Du wirst nicht glauben, mit wem ich gerade unterwegs war.«

»Mit wem?« Marissas Stimme hellte sich auf und Julia konnte sich den aufgeregten Ausdruck auf ihrem Gesicht vorstellen.

»Nur der Schlagzeuger deiner Lieblingsband.« Julia versuchte, so nonchalant wie möglich zu klingen, aber sie konnte ihre Aufregung nicht unterdrücken.

»Nicht dein Ernst.«

Julia kicherte.

Oh mein Gott, was ist nur los mit mir?

»Ich kann das nicht glauben. Ich will Details. Spuck’s aus.«

»Ich habe ein paar Anproben für die Band gemacht und er hat geflirtet, aber ich habe es nicht ernst genommen. Dann hat er mich heute Abend zum Essen eingeladen. Nun, zuerst hat er mich gefragt, ob ich ihn heiraten will.«

»Was?« Marissas Stimme dröhnte durch das Handy, gefolgt von dem Weinen des Babys. »Oh Fuck. Einen Moment.«

Julia konnte hören, wie Marissa zu dem Baby gurrte und versuchte, es wieder in den Schlaf zu wiegen, aber das anhaltende Weinen ließ es unwahrscheinlich erscheinen.

»Scheiße, es tut mir leid, Jules, er bekommt Zähne.« Die Schreie wurden lauter. »Versprich mir, dass du mich morgen anrufst und mir die Einzelheiten erzählst.«

»Ich werde fast den ganzen Tag auf der Arbeit sein. Und er hat mich sozusagen für morgen Abend eingeladen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich hingehe.«

»Warum nicht, zur Hölle? Aiden, schhhhh, Mami versucht, herauszufinden, warum Tante Julia verrückt geworden ist.«

»Ich bin nicht verrückt. Ich weiß nur nicht, ob ich schon bereit für ein Date bin. Und du weißt ja, was ich von Berühmtheiten halte.«

Aidens Schreie wurden immer lauter und Julia musste das Handy vom Ohr nehmen. »Es tut mir leid«, rief Marissa über den Lärm hinweg.

»Mach dir keine Sorgen, geh und kümmere dich um ihn. Ich melde mich bald bei dir.«

Julia legte auf und holte tief Luft, überrascht, dass sie von ihrem Abend noch immer wie elektrisiert war. Sie rutschte gegen die Couchkissen, unfähig, den Druck zu lindern, der sich zwischen ihren Beinen aufbaute. Ihre Hüften wippten hin und her und sie wünschte, sie hätte auf die Keine-Männer-in-der-Wohnung-Regel verzichten und Ben hierher einladen können.

Sie schloss die Augen und erlebte noch einmal das Gefühl seiner Lippen auf ihren und seine Zunge, die sich in einer Spirale bewegte, bis sie atemlos war. Ihre Hand glitt über ihren Bauch zum Bund ihrer Jeans. Der Knopf öffnete sich und sie schob ihre Finger in ihren Slip.

Oh Gott.