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Max ist Anfang 30. Viele Männer in diesem Alter sind schon einigermaßen reif. Max nicht wirklich. Er hat mit Anja eine tolle Partnerin, will aber trotzdem sein Junggesellenleben fortführen. Das stinkt Anja so sehr, dass sie verschwindet. Max soll sie nun suchen. Das macht er. Dabei lernt er sich und Anja anders kennen. Das Ergebnis: Lesen sie selbst.
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Seitenzahl: 400
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Buch
MaxistseitzweiJahrenmitAnjazusammen. Docherführteigentlichimmer
nochdasLebeneinesSingles. IrgendwannhatAnjadieNasevollund
verschwindet,alsihrFreundwiedereinmalmitseinenKumpelsunterwegsist.
Maxmusssichnunentscheiden: WillerumAnjaundsomitauchumdieLiebe
kämpfenoderdochlieberzurückzum„freien”LebeneinesJunggesellen?Anja
machtesihmnichteinfach, dochdashatsichMaxselbsteingebrockt. Ermuss
seineFreundinsuchen. UnddaswirdkeinSelbstläuferfürihn. Maxmussin
AnjasLebeneintauchen, fürdasersichbislangherzlichweniginteressierthat.
DabeierlebtereinigeÜberraschungen.ObesamEndereicht, umAnjafürsich
zurückzugewinnenodersieentdeckt, dassesohneihnschöneristoderer
herausfindet,dassertatsächlichlieberalsSinglelebtoderbeide...
Autor
MichaelZeihen,1965inLeverkusengeboren.
Sozialpädagoge,Sportjournalist,Vatervonzwei
Söhnen.
Weitere Romane von ihm:
Wirmüssenreden–Sofort!(2019)
AmAschermittwochist(nicht)allesvorbei(2020)
DerKorrektor(2020)
Käsemauken (2022)
Max sucht
Roman
Impressum
Texte:© Copyright byMichaelZeihen
Umschlaggestaltung: © CopyrightbyMarionStein-Harder
Verlag:M. Zeihen
51379 Leverkusen
Druck:epubli –einServicederneopubliGmbH, Berlin
„HalloSchahaaatz; ichbinwiederdahaaaa!”
MaxschmissschwungvolldieHaustür hintersichzu. Miteinem mächtigenKnall fielsieinsSchloss.NunwusstenichtnurAnja, dassMaxSchumachernachHausegekommenwar.
Auchdie NachbarnkonntennuntheoretischinihreTagebücherschreiben, wennsiedennwelcheführten:Sonntag, 05. Mai 2019, 16.25Uhr: MaxSchumacherausder1.Etagebrülltherumundknallt seineHaustürzu.Asi!
Das wäreMaxziemlich egalgewesen,dennerfreutesichriesig, seineFreundinwiederzusehen.AußerdemhatteerNachholbedarf inSachenSexundSchlaf.Ambestenindieser Reihenfolge. Zwar warernurvonFreitagbisSonntagmit seinenalten MannschaftskumpelsinWillingenaufeinerkleinen Tour unterwegsgewesen, dochhattenesdiesezweiTagein sichgehabt. EinigeseinerKumpelswarenmit FrauenausKegelklubssteil gegangen, darunterauchseinZimmergenossePaul.
Derhatte FreitagundSamstagsogarjeweilseineandereFrauabgeschleppt.
Bessergesagt:Samstagwarereher derjenigegewesen,der abgeschlepptwurde.UndMaxhatteeinpaarStundeninder LobbydesHotelsverbringenmüssen,ehedasZimmerauchfürihnwiedernutzbar war.DafürhattePaul ihmein paarBiere ausgegeben.
Er selbst warnicht fremdgegangen,obwohl die Gelegenheitdawar.Carla, eineattraktiveBrünettemitviel Humor.
undeinemtollenParfum,hatteihmsehr gefallen.Unddasberuhte aufGegenseitigkeit, dennbeimTanzenhattensiesichschnell gefunden.Aber eswar harmlosgeblieben.Eswurdenur geflirtet,undzurVerabschiedunghattesieihmeinenschnellen KussaufdieWangegegeben.Daswaraberauchallesgewesen. Deswegenkonnteermitgutem Gewissenheimfahren. Unddawar ernun:daheim.
„Anjaaaa,wobist du?”
MaxwarfseineJackeRichtungGarderobe.Wieüblich,bliebsie abernicht aneinemderHakenhängen, sondernrutschteander WandentlangzuBoden.
„Mist”, fluchteerleise,hatteaberkeineLust, seineJacke aufzuhebenundaufzuhängen.
Daskannnochwarten.Erstmal mussichAnja begrüßen”,
dachteMaxundgingdurchdie 3-Zimmer-Wohnung.
Im Wohnzimmerwarsienicht. Daswar,wieimmer,penibel aufgeräumt.
JedesDeko-StückhatteseinenfestenPlatz.Anja wusstegenau, wodiesePlätzewaren.AlsMaxsich maldenSpaß erlaubthatte,einigederKerzen,HolzfigurenundkleinenLaternen ananderenStellenzuplatzieren,hatteAnjadie Sachen stillschweigendwiederaufdiealtenPlätzezurückgelegt. Genau aufdiealtenPlätze.
„Respekt”,hattesichMaxdamalsgedacht.
Warumihm dasgerade jetztwiedereinfiel,wussteernicht.Waserwusste:Anjawar nicht im Wohnzimmer.BliebennochBad,KücheundSchlafzimmer.DadieTür zumBadezimmernurangelehntundkeinLichtzusehen war,gingMaxdavonaus,dassseineFreundinauchdortnicht war.
Vorsichtshalberschauteertrotzdemkurzinsmit pinkenFliesen verzierteBad: wieerwartet, keineAnja. Auchdie Kücheschienverlassen, denneswarenkeinerlei Geräuschezuhören. Sonst liefdort zumindest immerMusik, wennjemandindiesem Zimmerzugangewar.KeineMusik, keine Anja.DieseSchlussfolgerungzogMax.
Aber wieschonimBad,warferauchindieKücheeinenkurzenBlick. TadelloseOrdnung, abertatsächlichkeineAnja.
LangsamwurdeMaxunruhig.Anjabliebsonstsonntagsimmerzu Hause,weilihr dieserTagindeneigenenvierWändenheiligwar.
KeineBesuchemachen, keineBesucheempfangen.
Maximal wurde dieWohnungfür einenkurzenSpaziergangzurEisdieleam Marktplatz,zum BäckeroderzurkleinenPizzeriaumdieEcke verlassen.AnsonstenwarganztägigSchlafanzugangesagt.
Max liebtediesenfürdiesonstsoaktiveAnjauntätigenTagim Gammelmodus. Dannmussteernämlichmal keinschlechtes Gewissenhaben.FürihnwarGammelneinesseinerliebsten Hobbys.
AnjaverdrehteregelmäßigihreAugen, wennerwieder mal einenVorschlagfür einegemeinsameAktivität nach FeierabendoderamWochenende–FreitagoderSamstag– ablehnte.
SeineStandard-Ausrede- vonderWortwahlherkonnteer durchauszwischenverschiedenenVariantenwechseln-lautete:
„OchSchatz,ichhatteheuteeinenderart hartenTagimJob, ich binjetzteinfachzuplatt.”Oder:„DieletztenTagewarenso
anstrengend, dassichamWochenendeeineAuszeit brauche.”
DieseWortewürdeerheutenatürlichnichtwählen, schließlich hatteerkeinenanstrengendenArbeitstaghintersich,sondernnur eineSauftourmit seinenBuddys.Gut,diewar auchanstrengend gewesen.AberebenaufeineandereWeise.Undaußerdemwar heuteSonntag:AnjasGammeltag.
„Liebes,wosteckstdu?WartestduetwaschonimSchlafzimmer aufmich?Dasfändeich überausreizvoll”, rief MaxgegendieTürdesSchlafzimmers,diezugezogenwar.
Dieser Raum hatteeine Jokerfunktion,dennAnjahieltsichsonntagstatsächlichoftim Schlafzimmer auf.Lesen,aufihremTableteinenFilmschauen odereinfachnurdösen–all daskonntesieim Bettmachen.
Und manchmalgabesauchetwasErotikzwischenihnen.Eigentlich sogarhäufigerals manchmal.Der Sonntag-Sexgehörtezuden wenigen, regelmäßigvonbeidengemeinsamausgeführten Aktivitäten.
MaxlauschteanderTürundglaubte,einGeräuschgehört zu haben. DaskonntenurAnjasein.
Vorfreudemachtesich inseinem Gesicht breit, alsersichlangsamvorderTür entkleidete.Sichaus derHosezuwinden,fielihm etwasschwer,daimmernocheine nicht geringeRestmengeanAlkohol inseinemBlutkreislauf unterwegswar.
„WirhättenwohldieseNacht dochvorfünfUhr insBett gehen sollen”, murmelteer.
Aber egal.Eswargeschafft.Nur nochmit seiner Shortsbekleidet, öffnete ervorsichtigdieSchlafzimmertür. DieRolladenwarenheruntergelassen, daherkonnteernichts erkennen.Eswarstockdunkel.
Erschlichum dasBett herum aufseineangestammteSeite, schlugdasPlumeauzurückund mummeltesicherst malkurzein.
Er lauschtezuranderen Bettseite,hörteabernichts. Danntasteteerhinüber.Dieandere Seitewarleer.Undkalt.
JetztwurdeMaxhektisch: EineHandsuchtedenSchalterseiner Nachttischleuchte,dieanderewühlteimleerenBett nebensich. AlsdasLichtanging, bestätigtenseineAugendas, wasseineHand zuvorschonerkundet hatte:Anjawarnicht da.
Maxsetztesichauf. SeineebennochvorhandeneLust aufseine Freundinhattesichverflüchtigt. VerflüchtigthattesichauchAnja. Maxgriff automatischnachseinemHandy.Das waraber nichtda,woessonstlag, wennersichimBett befand: nebendemBett auf demBoden. Esbefandsichvielmehr nochinseiner Hosentascheunddamit vor derSchlafzimmertür.
Maxsprangausdem Bett,eiltezuseiner JeansundfingerteseinSmartphonehervor.KeineNachricht von Anja.Merkwürdigerweisewarihr ProfilbildaufWhatsApp ausgetauscht.Anstatt desUrlaubsfotosvom letzten Jahrgabes nuneinrotesFragezeichenzusehen.
Maxwundertesich.
„HiSüße,wobist du?IchbinschonzuHauseundfreuemich aufdich”,schrieberseiner Freundin.
Erbeobachtete, wieaus einem HakenhinterderNachricht zwei wurden.Alsdiesichkurz darauf blauverfärbten, wussteer,dassAnjaseineNachricht gelesenhatte. ErwartungsvollstarrteeraufdasDisplay.Abereskamnichts.
KeineAntwort.KeineNachricht.
Er warteteeineMinute,dannschriebererneut.
„IstallesinOrdnungbeidir?”
AuchdieseNachricht wurdeschnellgelesen,wieersehenkonnte.
Durchein„Pling”angekündigt, trafnuneineAntwort ein.
„Schauim Bettnach.”
KeineBegrüßung,keinnettesWort.Einfachnurdieser kurzeSatz, mit demerabernichtsanfangenkonnte.
„Wassoll dasdennjetzt?”,fragteersich, währenderimFlur
stand. NurinseinerBoxershorts.
Er mustertesichimSpiegel des Schuhschranks.Wasersah,gefielihm nichtwirklich. Nein, hässlichfandersichnicht.Abererhätteauchnichtsgegenein deutlichesMehranAttraktivitäteinzuwendengehabt.
Dazuhätteersichjedochbewegenmüssen.Regelmäßig. Und regelmäßigwenigerSchokoladeinsichhineinstopfen.
Soaber betrachteteerdasResultat vonzuwenigSport undzuviel Süßigkeiten: einenetwasschwammigen Oberkörper,demnicht anzusehenwar,dassdatheoretischunter derallesanderealsstraffen MasseauchMuskelnseinkönnten.
Ausdem„Könnten” würdeabernurbei extremerUmstellungseinerLebens-unddamit auchseiner Essgewohnheitenein„sein”werden.
AlserseinenkleinenBaucheinzog,sah´setwasbesseraus.Aber dauerhaftesLuftanhaltenwar auchnicht geradegesund.
MaxlösteseinenBlickvomSpiegel undsahwiederaufsein Handy: „Schauim Bettnach.”
SoschlappteerzurückinsSchlafzimmer.Unschlüssigstander vordemBett.Vorsichtiglupfteeram FußendedieBettdeckenach obenundlugteindieentstandeneÖffnung.Nichts.
DanngingerumsBettzum Kopfende. ErhobdasKopfkissenan.Auchdarunter war nichts.
Bliebnurnochderobere TeildesPlumeaus, daser jetztumschlug.Unddalagetwas. Maxzucktezusammen.Auch wenn´snureinZettel war.EingelberZettel, vielleicht auchein Brief.Er wargefaltet.Maxzögerte, ihnzunehmen. Irgendetwas hinderteihn. SeinBauchbegannschlagartigzugrummeln.
„Ohje”, dachteer.Irgendetwas läuft hierwohlgeradeschief.Und zwar gewaltig.
Er setztesichaufsBettundstarrtedenZettelan.Zögerlichgriff er nachdemgelbenPapier undhobesvorsichtigauf. Maxließes ein, zwei Minuteninseiner Handliegen,bevorereslangsam öffnete.ZuerstkonnteerdasGeschriebenenichtlesen,daerden Zettelverkehrtherumhielt.Aber schonjetztkonnteererkennen, dassesAnjasSchrift war.Er drehtedenZettel um,atmetetief durchundbegannzulesen.
„LieberMax,
ichkanndeinGesichtjetzt förmlichvormirsehen.Duschaust verständnislosauf dasPapierindeinenHändenundhast keinen blassenSchimmer,warum ich dirgeschriebenhabe.Genaudasist das Problem.Dein Problem,mein Problemunddamit unser Problem.Du hast auchnachzwei Jahren immernoch nur wenig Ahnung,wasichmag,wasmichbewegt,wasichmirfüruns wünsche.Eigentlichweißich garnicht genau, warum ichdichso gernhabe.Vermutlich,weil dusoeinliebenswerterChaotbist,
dermichimmerwiederzum Lachenbringt;dermichaufheitert, wennichnacheinem anstrengendenTagimJobnachHause komme.
Aberichhabegemerkt,dassmirdasnicht mehrreicht.Ichmöchte einenMannanmeinerSeite, derwirklichmeinPartnerist;der michversteht;mitdemichgemeinsam Dinge unternehmenkann; dersichfürmichunddaswasichmaginteressiert.Oderes wenigstensversucht.Icherwartejagarnicht, dasswirALLES gemeinsam machenunddassdualles, wasichmache,toll findest. Dasist esnicht.IchgehejaauchnichtmitdirinsStadion undspieleDartsmitdeinenKumpels inderKneipe.Aberichweiß immerhin,dassdudasgernemachst. Undichweiß,wann, mit wem und wodudasmachst.Ichwette,duweißt imGegenzugaber nicht,wasich woundmitwem macheundwasichmirfürmeine und unsere Zukunftwünsche. Undgenaudaserwarteichvondiralsmeinem Partner.Wenndu willst, dasswirzusammenbleibenundeinewirkliche,gemeinsame Zukunft haben, dannlernemichjetztkennen. Entwederfindest du indennächstenTageneinenrichtigenZugangzumirunddamitzu uns,oderunsereBeziehungfindet einEnde. Ichwürdemichüber Ersteressehrfreuen.Dasglaubeichzumindest.Aberdasliegt an dir.
Ichwarteaufdich. Entwederwirsehenunsbaldoderwirsind beidebaldwiederSingles.
Anja.
P.S.:Weißtdu,wasichmontagsimmermache?Wennduesnicht
weißt, dannfindeesherausundgehdort hin.Dannfindest duden nächstenHinweis.
MaxstarrteaufdieWorte.ErhattedenBriefgelesenabernicht
verstanden.Daherlas erdieZeilennochmal. Er konnteesnicht fassen.AlsoberAnjanicht kennenwürde. Schließlichwarensie jetztimdritten Jahrzusammen, hattengemeinsameUrlaube verlebt, undauchsonstwarensieoft unterwegsgewesen.Erstvor
… -Maxstutzte.
„Verdammt,wannwarenwireigentlichdasletzte Malzusammenaus?”
Esfiel ihmnichtein. Daskonntedochnicht wahrsein.Warum konnteersichnichtmehrdaranerinnern?Maxspranghochund rannteindieKüche. Dort hingnebendemKühlschrankder Familienkalender,indem siebeideihregemeinsamenund individuellen Termineeintrugen.Er fuhrmit seinem Daumendie SpaltemitdengemeinsamenTerminenentlang.
Aberdastand nichts.Zumindestnichts,was wirklicheUnternehmungenbetraf. Zulesenwarenlediglich Terminewie„GraueTonnerausstellen”, „BlaueTonnerausstellen”,„GelbenSackrausbringen”.
„Das kanndochnicht wahrsein”,fluchteMaxundblätterteauf
denvorherigenMonatum.AuchdawarennurdieAbholdienste eingetragen.Nein,halt!Dawar aucheinGeburtstagnotiert: Sabine, 33.
Maxüberlegte.Werwarnoch malSabine?AndenGeburtstag konnteersichnichterinnern.Ercheckteaufseinem Handydas Datum: BayergegenSchalke.Abendspiel.
Klar,dassAnjaalleine aufSabinesGeburtstaggegangenwar.Dennerkonntesichnur daranerinnern, andiesemAbendimStadiongewesenzuseinund dortmit seinenKumpelsden Bayer-Siegbejubeltzuhaben. AbgeschlossenwurdederAbendimKölnerHof. Wiemeistens nachHeimspielen.
Er konntesichauchnicht mehrdaranerinnern, mitAnjaüber SabinesGeburtstaggesprochenzuhaben.
„Das gibt’sdochnicht”, stellteerfassungslosfest.Ermusstesich setzen.Ihm wurdeschwindelig.
„Warichtatsächlichsoauf michausgerichtet,dassmirdasalles garnichtaufgefallenist?Dassichnichtgemerkt habe, wiewenig wirgemeinsamgemachthaben;wiewenigAnjamit mirrechnen konnte?”
DieseGedankenschossenMaxdurchdenKopf. Denschüttelteer jetzt. Nicht zum erstenundnicht zum letztenMalandiesemTag. Aber washatteAnjageschrieben?Er solleMontagdort hingehen, wosieimmerwar.Erüberlegte. Undüberlegte.
„Verdammt,ich habekeinenPlan, wasAnjamontagsimmermacht”, stellteerin Gedankenfest. Kopfschütteln.
Er standauf, gingzum KühlschrankundwolltesicheineFlasche Kölschherausholen. DochdawarkeinBier. FrustriertwarferdieTür desKühlschrankszu.Dannwürdeer wohl zum KioskanderEckegehenmüssen. Erbrauchtedringend einBierchen,umdenAbendzuüberstehen.Ambestendirektzwei oderdrei.
Dannwürdeerüberlegen,wasAnjamit demMontagmeinte.
MaxschmisssichwiederinseineKlamotten,marschierte
zumKiosk,holtesichdrei FlaschenKölsch,dieerineiner PlastiktütenachHausetransportierte. Zwei packteersofort indenKühlschrank,diedrittePulle öffneteeramanderWandangebrachten Flaschenöffner.Nacheinpaar langenSchluckenstellteersichwiedervordenKalender.Hier musstedochstehen, wasAnjamontagsimmer unternimmt.Und tatsächlich, dortwar einEintrag: BB.18Uhr.
„UmHimmelsWillen,wassoll dasdennheißen?Dasglaubt mir dochkeiner,dassichkeineAhnunghabe,was meineFreundin abendsmacht”, sinnierteMaxundschlugdenKalender Wocheum Wochezurück. Erwollteprüfen, wielangeAnjadiesenEintrag schonnotierthatte.
Alser16Wochenzurückgeblättert hatte,seufzteer.Erst abdagab esdiesenBB-Eintragnichtmehr.16WochensindvierMonate.
Verdammt.16 Mal warAnjaunterwegsgewesen. Siehatteihm mit Sicherheitmehr alseinmalerzählt, wassiemachte, aberesfiel ihm absolutnicht ein.
MaxgönntesichnocheinpaarSchluckeBier.Dannüberlegteer wieder.Montags…18Uhr.
Er schautewieder aufdenKalender.DieKlammerum diesen Termingingbis 20Uhr. Siemusstealsoimmernach20Uhr nach Hausegekommensein.MaxstarrteinsLeereundzermartertesein Gedächtnis.
„Ha”,brüllteerplötzlichundschlugsichmit derfreienHand gegendieStirn.
„MeinGott,ichbinsoblöd”,schimpfteer.
Anjakammontags immermit einer SporttaschenachHause. Siewarbeim Basketball gewesen.Jetztfielenihm sogarDetailsein.
„Warumsindmir dieseDingeebennicht indenKopf gekommen?”, fragtesich Max.
„DasmusswohlderSchockgewesen sein”, gabersichin Gedankenselbst dieAntwort.
AnjawarMitgliedineinerBasketball-Hobby-Mixed-Truppe. Nun fielihmauchein, dasssieihnvorein paarMonatengefragthatte, obernichtmal mitkommenwolle.DieLeutedortseiensehr nett undeswürdeauchnichtsausmachen, dasserwohleher mäßig talentiert fürdieseSportartsei. Dashattesieihm damalsgesagt. Er hatteseinerzeitabgewunkenundsinngemäßerklärt,dass BasketballeherkeinMännersport wäre.DanachhatteAnjaihnmit diesemThemainRuhegelassen.
Er konntesichnunaberdaranerinnern,dassAnjanachseiner Bemerkungetwasangefressenwar. Das waralsonunihrekleineRache:Er würdezudiesem komischenTraining gehenmüssen.KeineAhnung, waserdort sollte.
Obwohl:Anjahattejageschrieben,dasserdadennächsten Hinweiserhaltenwürde.
„Das werdeichwohlhinbekommen”, meinteMaxundleertedenRestdesBieres. Esfolgteeinmächtiger Rülpser. AlsersicheineneueFlascheholenwollte, nachdemerdieleere Pulleindie Kistemit denPfandflaschenbefördert hatte, blieberkurzvordemKühlschrankstehen.ErkratztesichamKopf.
„Mist, ichhabekeineAhnung,wodieserHaufenüberhaupt trainiert”, dachteer.
Der nächsteRülpser folgte. Egal, auchdawürdeernocheineLösungfinden. Vielleichtstellte diesichmitdemnächsten Bierein.
ErzückteseinHandy,gingdie KontaktedurchundmarkiertedieNummervonHannes. Ihm mussteererzählen,was ihmgeradepassierte.
Hanneswareiner seiner bestenKumpels. Ihnkannteerschonseit derSchulzeitaufdemLandrat-Lucas-Gymnasium.Seit der5. KlassehattensieaufdieserriesigenSchuleunzähligeStunden zusammenverbracht.Auchnach demAbi hielt derKontakt,denn Johannes–soseinkompletterName–hattegenausowenigwie MaxeinenStudienplatzinderFernegesucht. Beidehattensichfür Kölnentschieden.BeidefüretwasWirtschaftliches.Während sein Freundsichfürdie Volkswirtschaftslehreinteressierte, waresbeiMaxdieBetriebswirtschaftslehregewesen.
Bevorsiesichaberauf dieUni begebenhatten, warenbeide füreinJahrnachAustralien gegangen:WorkandtravelhießendieZauberworte,die ihnenein unvergesslichesJahrbescherthatten.Daranerinnertensiesich regelmäßig,wennsieabendszusammenunterwegswarenundeinpaarBiereintushatten.
Hanneswarmittlerweileverheiratet, hattezweikleineKinder– Zwillinge-,entsprechendseltener warerbeidenAktionender Jungsmit dabei.AberdemVerhältniszwischenMaxundHannes tat dieskeinenAbbruch.
Daher drückteMaxnunaufdasHörersymbol nebendemNamen seinesbestenFreundes. Das Rufzeichenertöntedreimal,dannertönteHannes´Stimme.
„WaswillstduSpaten?”
DieBegrüßungwartypisch.EswurdekeinSüßholzgeraspelt, sondernkerniggesprochen. Bei persönlichenBegegnungen mutiertendieBegrüßungenzukrachendenSchlägenaufdie Schulterdesanderen, wennsiesichumarmten.
„DeinezarteStimmehören, meineElfe.”
„IchgebdirgleichElfe!”
Mit 120Kiloauf1,80Meter LängewäreJohannessicherdie schwersteElfeallerZeitengewesen.
„Hastdu maleinpaarMinuten?”
„Fürdichdochimmer,Abschreibekönig.”
Auchdaswar soeineGeschichteausihrer Vergangenheit:Max hatteunheimlichoft vonderLerndisziplinseinesKumpels profitiert.HanneswarnieunvorbereitetineineKlassenarbeitoderineineKlausur gegangen.
ImGegensatzzuMax, dem dieZeit zumLernenvorArbeitenmeistenszuschadegewesenwar.Er wusste, erkonntesichaufHannesverlassen.Zumindestinden Fächern, woAbschreibenmöglichwar,unddie Lehreres ermöglichten.
„Washastduauf demHerzen?”
„Anjaist weg.”
NacheinemkurzenAugenblickdesSchweigenskam Hannes´ Frage: „Sieistweg?”
„Sieist weg.”
„Sorichtig?”
„Wasmeinstdumit sorichtig?”
„Na mitKlamottenund so.Oder istsienurfür´nTagzueiner
Freundingegangen?”
„Nee,dasissesnicht. Esist schonernster.”
„Hastewas verbockt, meinLieber?“
JetztschwiegMax.
„Hallo? IstdieFragebeidirangekommen?”
„Alsodirekt nicht, würdeich sagen.”
„Undindirekt?”
„NachAnjasAnsichtja.”
„SprichbittenichtinRätselnmit mir.”
„Anjasagt, ichnähmezuwenigAnteilanihrem Leben.Außerdem behauptetsie, dasswirzuseltenetwaszusammenmachen.Dass ichmehr meinJunggesellenlebenführe.”
„Soll ichehrlichzudir sein?”
„Natürlich!”
„Ichkannsieverstehen.”
Jetztwar Maxdochbaff.
„Wiesokannstdusieverstehen?Dukennst siedochkaum.Wieofthastdusiegesehen, seitdemichmit ihrzusammenbin?”
„Das istgenauderPunkt,denichmeine.”
„Hä?”
„Wennichmichrechterinnere, seidihrlängerals einJahr zusammen. Oder?”
„Seit etwasmehralszweiJahren.”
„Das machtesnicht besser.”
„Was?Jetztredest duinRätseln.”
„Ichmeine, dassichsieindenzweiJahrenvielleicht drei-oder viermal gesehenhabe.DieFraumeinesbestenundlangjährigsten Freundes. Kommtdirdasnicht merkwürdigvor?”
„Ichverstehenicht,was dumeinst.”
„Stehst duwirklichsoaufdem Schlauch?”
„Scheinbar schon.”
„Ichsprechejetzt malKlartext: DuhastAnjasogut wienie
irgendwomit hingenommen. UnsereMädelswarenbei bestimmtenAktionenimmer mitdabei.Anjanie.”
„Siewollteniemit.”
„Ehrlich?Oder wolltest dunurdeineRuhehaben?”
MaxschwiegundschütteltedenKopf. Insgeheimmussteer
Hannesaberrecht geben. Eswar ihmamAnfangwirklich
unangenehm gewesen, mitAnjaaufzutauchen. Dannkonnteer sichnicht sobenehmen, wieeresimKreisseinerFreundegerne tat.DieanderenhattendiesesProblemwohl nicht, dennihre Freundinnenwarentatsächlichmeistensdabeigewesen.Das war ihm auchaufgefallen.Aberirgendwannhatteerdenrichtigen Zeitpunkt verpasst,Anjaweiterhinzufragen, obsiemitkommen wolle.
„Wennichehrlichbin:Du liegst mitdeiner Behauptungrichtig. Irgendwie habeichmichalleinwohlergefühlt, nichtsoeingeengt. Obwohlesblödsinnigwar,dassichdiesesGefühlhatte.Ichhabejabeieuchgesehen, dass ihrmehr oderwenigernormal unterwegs gewesenseid, auchwenneureHippendabei waren.”
JetztschwiegHannes malwieder.Aber nichtlange.
„Undwas hastdujetzt vor?”
„IchwerdeAnjasuchen.”
„Wiewillst dudasanstellen?”
„Ichglaube,siehateineArt Rätsel-Parcoursentworfen,durchden ichgehenmuss.”
„Washatsie?”
„Lassmich malausreden,duHonk!”
„Na dannmachmal.”
„Morgensoll ichzumBasketball. Dawollteich bislang
nichtsvonwissen.Auchnicht,alsAnjamichvoreinpaarMonaten gefragthat, obichnicht malmitkommenwolle. Daherwerdeichmorgen zudiesemTraining gehen. Ichweißallerdingsnicht,wodasstattfindet.”
„Hmm.”
„Wie,hmm?”
„Da kannichdir vielleicht weiterhelfen.”
„Du?”
„Ja, ich.“
„Ichverstehegeradegarnichts. Bist duetwainAnjasVorhaben eingeweihtundihrheckteinenschönenPlangegenmichaus?”
„Ach,Blödsinn, duSchwachmat.Esistnun malso,dassmeine Schwester ebenfallsindieser Hobby-Truppeist.Siehattemirmal erzählt, dasssiemit einerAnjainsGesprächgekommensei, und dabeihättensiefestgestellt, dasssiegemeinsameBekannte haben.”
„Das istjagroßartig”,jubelteMaxundgönntesicheinenlangen SchluckausderBierflasche.
„Wannfragst dudeineSchwester?”
„Wennwirhierfertigsind,rufeichsiedirekt an.Abervorher gilt esnochandereFragenzuklären, meinLieber.”
„Undwelche, wennichfragendarf?”
„Entschuldige, wennichjetztetwasdirekter werde.Aber weißt du überhaupt,was duwillst?”
„Wiemeinstdudas?”
„Obdu dirsicher bist, dassdumitAnjaweiter zusammenbleiben möchtestoderobdunicht dochlieberSinglebist, um ungestört deinenUnternehmungennachgehenzukönnen.”
„Na hörmal!”
„Ja, ichhöre.”
Maxschwieg. Unddachtenach.
„Waswar,wennHannesrechthatte?Wennichwirklichlieberalleinbleibenwill?”, grübelteer.
„Max?Bist dunochda?”
„Natürlich.”
„Dannsagmal was!”
„Ichmussnachdenken.”
„Das istdochschon maleinZwischenschritt”, erklärteJohannes.
ObwohlMaxihngeradenicht sehenkonnte,hätteerdarauf geschworen, dassseinKumpelgeradeein feistesGrinsenim Gesicht hängenhatte.
„Und?“
„Wie, und!“
„HastduschoneineTendenzausmachenkönnen?Proodercontra Anja?“
„Nerv mich nicht.“
„Ichdichnerven?Werhat dennwenangerufen?”
„Istjaschongut,Hannes”,lenkteMaxein,dermerkte, dasser dünnhäutigreagierthatte.
„IchmagAnjawirklichsehr.ObdasnunLiebeist,weiß ich ehrlichgesagt garnicht. Ichhabemichschongefragt,obich überhaupt weiß, wiesichLiebeanfühlt.Weißtdudas, Hannes?”
Hannesmusstenichtlangeüberlegen.
„Ja, ichweißes.DennichliebemeineFrau. Dasist soein
intensivesGefühl,das ichfürsiehege. Esgehtdeutlichüberdas Mögenhinaus.”
„Hmm, dannliebeichAnjavielleichtwirklichnicht.”
„Das,was ich dirgeradevonmir erzählt habe,mussnicht zwingendfürdichgelten.Liebefühltsichfür jedenandersan”, sinnierteJohannes.
Maxstaunte:„Du verblüffstmich,Junge. FüreinenVWLerbist duganzschöngefühlsduselig.”
Hannes lachte.
„Ach,hörauf.Soschlimmist esmitmir auchnochnicht geworden.“
Jetztlachteauch Max.Hanneswurdeaberschnellwiederernst.
„Also, waswillst dumachen?”
„IchwerdeAnjasuchen.Ichmerke,dasssiemirfehlt. Undich glaube, dasssiemir vonTagzuTagmehr fehlenwird.Auchwenn sichdasschräganhört, aberdaraufbinichgespannt. Masochistischbinichnicht,bevordumichfragst. Ichwillauch nicht freiwilligleiden, aberichwillwissenundspüren, wiesehrichAnjavermisse.”
„Das klingt dochgut, meinDickerchen.”
„Nennmichnicht Dickerchen!”
„Oooch,sindwirheuteempfindlich?”
„Arsch!”
„Somagichdich,Max.”
„Pah!Wehedu vergisst,deineSchwester anzurufen. Ichwillnoch heuteAbendBescheidvondirbekommen.”
„Undich willeinDatemit JuliaRoberts.”
„Was?”
„EinDatemit JuliaRoberts.”
„Bist duekelig.”
„Wiesodenndas?FindestdudieRobertsnicht klasse?”
„Nein, sieistdochvielzualt.”
„Mirdochegal.Ichfindesiesensationell.”
„Undwas sagtdeineFraudazu?”
„Bin ichblödundsageesihr?Außerdem istdasdochnureine Schwärmerei.AnmeineFraukommtsiebeiWeitemnichtran”, stellteHannesfest.
„Aaaaahja. Undwarum schwärmst duvonihr?”
„Das tuthier garnichtszurSache. Esgehtdochum dichund
Anja”, versuchteJohannes,seinenKumpel abzulenken.
Maxüberlegtekurz, oberHannesweiterpiesackensollte,
beschlossdannaber,ihninRuhezulassen. Schließlichginges wirklichumAnjaundihn.
„IchwartedannaufdeinenAnruf, okay? Vorherwerdeich heute keinenFußvordieTürsetzen.”
„Allesklar,dukannst dichaufmichverlassen.”
„Dann malbisgleich.”
„Jepp.“
MaxbeendetedasGespräch.Er rochkurzunterseinerAchsel, verzogetwasdasGesicht undentschiedsichspontan,nicht nurihr eineneueDuftmarkezuverpassen.Duschenwarangesagt.
EineViertelstundespätersahdieWeltzwarnicht besseraus, dafür rochMaxaberbesser.
Auchwennheutewohl niemandmehr in denGenussseinerDuschduftnotekommenwürde, wares fürihn selbsteinsehrangenehmesGefühl, frischundsauberzusein.
Er warfsichaufdieCouch, schnapptesichdieFernbedienungund starteteNetflix.Ihm fehltennochzweiStaffelnvonVikings.
Auf dieseWikinger-SeriefuhrMaxtotal ab.Dieerstenvier Staffelnhatteeranzwei Tageninhaliert,alserzuletzt krankwar.
InderNacht zwischendiesenbeidenMarathon-Serientagenwarer nicht insBett gegangen.
AnjatauchteindieserNachtplötzlichimWohnzimmeraufund wolltewissen,oballesokaybeiihmwar.Alserihrerklärte, was ermachte, schütteltesieihrenKopf, machtemit einerHanddie klassischeScheibenwischerbewegungvorihrerStirnund verschwandohneweitere WorteimSchlafzimmer.
Nagut, dasssieihmnicht vorBegeisterungum denHalsfallen
würde,war Maxbei der Eröffnungseiner nächtlichenPläneschon klar gewesen.
ZumalsiederDauer-Metzelei derwilden Nordmänner auchinhaltlichnichtsabgewinnenkonnte.
Aber erhatteebengroßenSpaßanderSerieum denFamilen-Clan derLodbroks. UndbeimSchlafenbrauchteAnjawohl nichtjede NachtGesellschaft.FandMaxzumindest.Außerdem wollteer Anjajanichtansteckenmit seinem Infekt.
NachderLektürevonAnjasBrief saherdasetwasanders.Auch daswar fürsiewohl schoneinZeichen,dassersichinersterLinie fürdieErfüllungseinerBedürfnisseinteressierte.
Aber jetzt wollteererst malweiter Vikingsschauen,bevorersich insBettbegebenwürde.
NachzweiFolgensollteFeierabendsein, abererschafftemal wiedernicht denAbsprung. LetztlichwurdenesfünfFolgen,und auchdamusstesichMaxförmlichzwingen, denStreaming-Dienst zuverlassen.
WiderwilligschleppteersichvonderCouchnochmal insBad, malträtiertemitseinerelektrischenZahnbürstedieZahnleistenund marschiertean-undabschließendinsSchlafzimmer,umsichim Bett, irgendwannschlafend,aufdennächstenTagvorzubereiten.
AlsergeradeseineletzteFacebook-Rundegedrehtundsein HandyaufdenkleinenNachttischnebenseinerBetthälftegelegt hatte,klingelteundvibriertedasTeil,fielvom Tisch,sodasseres vomBodenangelnmusste.
„Scheiße,Hannes”,murmelteer.
DenhatteerimWikinger-Rausch komplett vergessen.
„HastedieHalle?”, wollteerkeineZeit vergeudenundkamdirekt zur Sache.
„Klar,was denkst dudenn. BinichProfi oderbinichProfi?”
„Wedernoch!”
„Okay.EsistdiekleineTurnhalle derGrundschule in Schlebusch.“
„HastdugeradewirklichTurnhalle gesagt?”
„Ja?“
„MeinGott,Hannes.Sohießdasfrüher,alsdieBilder nochin Schwarz-Weiß imTVzusehen.”
„Boah,Max, duhastecht einenanderWaffel.DuhastdeineInfo,ichbinmüde, alsoguteNacht.”
„Gute Nacht, Jung.“
„Stop!Halt michaufdemLaufenden, wasAnjaangeht. Okay?”
„Klaro.“
„Dannjetzt nochmal guteNacht.”
„Dumichauch.”
ZufriedenlegteMaxseinHandyzurückaufdenNachttisch,
machtedasLichtausundschlossdieAugen.Normalerweise brauchteerimmermindestenseinehalbeStunde, biser
einschlafenkonnte.DiesesMal lagerabermehrals eineStunde nachseinerVerlagerungvomVertikaleninsHorizontalewach, was ihm einBlickaufseinenRadioweckeranzeigte.
Irgendwann mussteerabereingeschlafensein, dennderWeckerrissihnum06 Uhr ausdemSchlaf.
„GutenMorgenSchatz”,murmelteMaxundließseineHandins
Nachbarbettkrabbeln.Aber daswarleer.
Maxschrecktehoch.
„WoistAnja?”, dachteerineinenAnflug vonleichterPanik.
ErmusstesicheinenkurzenMoment sammeln, eheersortiert warund ihmdieAntwortwieeinHammerschlagauf denDaumenklarwurde.
„Scheiße,sieist jawegundichhab´sversemmelt.Verdammt,ich musssiefinden.Woauchimmersiesteckt.”
DenTagimBüroverbrachteMaximWohlfühlmodus:Alles,was erzuerledigenhatte,wurdegaaaaanzruhiggemacht. KeinStress, keineAufregung, keinKonflikt,keineAnspannung,keinDruck– AllesNegativeversuchteervonsichfernzuhalten.
Damussteschonmal einesimulierteNetzstörungherhalten, um einenLKW-Fahrer,derfürDienstagaufTeufelkomm rauseine Anlieferungerst nachFeierabenddurchdrückenwollte, ausder Leitungzukegeln. DiedarauffolgendenAnrufversuchedes Truckers ignorierteMaxelegant.
Mittagsgingesmit Oliver,seinemBürokollegen,indieKantine.
Mit Oli verstandersichschonseitJahrensehr gut,undeswurde nochbesser,als Olivervorzwei JahreninMax´Büroumzog. Max´bisheriger BürokollegeStefanwar in Rentegegangen.
SeitdemMaxundOliineinem Bürosaßen, hattendiebeidennicht nurberuflichen,sondernintensivenprivatenAustauschgepflegt. Jeder wussteüberdenBeziehungsstatusdesAnderenBescheid. Gabesmal Probleme,sohattendie beidenfüreinanderimmereinoffenesOhr.DiesesOhrnutzteMaxinderMittagspause,um Oliver aufdenneuestenStandzubringen.
Oli, dersichim GegensatzzuMaxsehrgesundernährte, vielSportbetriebund dementsprechendauchdeutlichschlankeralsMaxwar, verschlucktesichfast anderLadungSalat, dieergerademit der GabelinseinenMundbeförderte.
Er hustete,schlucktedieFüllungherunter,legte dieGabel beiseite undschauteMaxan.
„Washastdugesagt?Anjaist verschwunden?”
„Genau.”
„Undwiegehtesdirdamit?”
„Beschissennatürlich.”
„Und jetzt?“
„Ichwerdesiesuchen.”
„HastdudenneineAhnung,wosiesichbefindenkönnte?”
„Nein, absolutnicht.”
Oliver kratztesichamHinterkopf,schobsichdanndienächste SalatladungindenMund,kautezuEndeundfragtedannweiter.
„Wiewillst dusiedannfinden?”
„IchmussRätsellösen. Glaubeichwenigstens.”
„Rätsel?”
„Ja.Aberdasweißichnochnichtsicher.”
Maxerzählte, wasinAnjasBrief stand.Oliver grinste.
„Findest dudasetwalustig?”
Max reagierte etwas angepisst.
Oli zuckte mit den Schultern.
„Wennichehrlichbin:ja. Dasist eineguteIdeevonihr,unddu kannstdabei überlegen, obdusiewirklichwillst oderdochlieber Singlebleibst.”
„WiesoSinglebleiben?IchbindochkeinSingle.”
WiedergrinsteOliver undmeinte: „DassiehtAnjascheinbar
anders,meinLieber.”
„Jetztfangdunichtauchnochan.”
Das GrinsenmachtekeinePauseinOliversGesicht.
„Wiesoauchnoch?”
„Weil du nicht der Erste bist.“
„Kannste mal sehen.“
DaraufantworteteMaxnicht.MürrischstopfteerGabelumGabel seinesKartoffelgratinsin sichhinein. Irgendwieliefesnichtrund fürihn. SelbstseineKumpelszeigten,sofander,mehrVerständnisfürAnjaalsfür ihn.
„Wasmuffelst duvordichhin?”,unterbrachihnOliver in seinen Gedankengängen.
„Istdochegal.Ichholemir jetzterst malNachtisch”,antwortete Max, erhobsich,nahmseinenTellersamtTablett,platzierteesin denTablettwagenundmarschiertezurThekemit denDesserts.
Nachdemersichfür einenBechermit Schokoladenpudding
entschiedenhatte, gingerzurückzumTisch,wo Oliver wartete.
„Vielleichtlässtdie Schoko-DosisdeineLaunewiedersteigen”, meinteOliver,schonwieder grinsend, undschlugMaxaufdieSchulter.
„Duhast gut reden.Dubist aktuell Singleundmusstdir keine Gedankenum soeinenMistmachen”,erklärteMaxmitdüsterer Stimme.
„Mensch,Max!Wartedocheinfachmal ab, waspassiert.
VielleichtentdeckstdujawirklichneueReizeineurerBeziehung undsiewirdvielbesser alszuvor.”
„Ichfandsiebislanggarnicht schlecht.”
„GenaudasistdeinProblem.DUfandest sienicht schlecht.Aber zueinerBeziehunggehörennunmal zwei.
Zwei,diemiteinander redenmüssen,aufeinander achtenundsoetwaswieEmpathie mitbringensollten,wenndieBeziehungetwastiefgründigersein sollteundnichtnurausOberflächlichkeitenbesteht.”
„Sowaresbeiunsjagarnicht”,verteidigtesichMax.
„WürdeAnjadassounterschreiben?”
„Was?”
Irritiert sahMaxseinenKumpelan.
„Na,dasses beieuchnichtsoschlechtwar.”
MaxgrübelteundnutztedieZeit desNachdenkensfür einpaar LöffeldesPuddings.
„NachmeinenEindrückenseit gesternglaubeichdaseher nicht.”
„Es wirdZeit, daszuändern.”
ZweifelndschauteMaxseinenBüro-Kumpel an: „Meinst du, das könnteklappen?”
Oliver mustertenunseinerseitsMaxgenau. Bevorerweitersprach, schwiegereinenMoment, um seine Wortemit Bedachtzuwählen.
„Max, daskannnureinePersonentscheiden, unddiesePersonbist du.Keinanderer wirddaswissen. Wederich,nochdeine Schwester oderdeineanderenFreunde. Horchindichhinein,höraufdeinHerz.”
„MeinHerz?”
„Ja, auchduhastdieses Organ,demmaneinebesondere
VerbindungzuLiebesangelegenheitennachsagt.”
„Blödmann!“
„UndwiedergrinsteOliver.ErhobeineHandzumHigh-Five, Max schlugein.
„Na also,sokenneichdichdoch.Nichtzaudern,sondernmachen. Nur diesesMalnicht überwiegendfürdich,stattdessenfüreuch, fürdichundAnja.Kriegst dudashin?”
„Ich hoffe es.“
„Oliver nicktezufriedennachdiesenWorten.
KurzdaraufbeendetendiebeidenihreMittagspauseund marschiertenzurückinsBüro.
DortbliebMaxbis16Uhr.BevorerdasBüroverließ,bekam er vonOlivernocheinenRat mit aufdenWeg:„Brichdirheute Abendnicht dieKnochen. Dubist janichtderAllersportlichste undBasketball istgarnicht soungefährlich,wiemanallgemein glaubt.”
„Pah,was sollmir dabeischonpassieren. EinenBall fangenkann ich, geradeauslaufenklappt auch. Mehrbraucheichwohl nicht.”
„Wenndumeinst …Berichtemir bitte morgen.Ichwill alles
hören.“
Maxnickte,winkteOliver nochkurzzuundverschwandausdemBüro.Vordem HauptgebäudestandseinMountainbike,aufdaser sichnachdemAufschließenschmissundnachHauseradelte.
20MinutenspäterlageraufderCouchundgönntesicheine
weitereFolgevonVikings.Immerwiederschauteerdabei auf seineArmbanduhr,um seinenangedachtenAbfahrtszeitpunkt nicht zuverpassenundpünktlichbeidiesemBasketball-Training zuerscheinen.
Dortwollteermit dem Radhin,damiterzumTrainingsbeginnbereitsaufgewärmt war.
UndsomachteMaxesauch. SeineSportklamottenhatteerauf demRadschonan, imRucksackwareneinHandtuchundeine Flasche Wasser.DuschenwollteernachdemTrainingerst zu Hause,nicht inderHalle.
25MinutenFahrtzeit hatteihm GoogleMapsangezeigt. Diese ZeitspanneaufdemRadwollteMaxmit Musikverbringen,um sichabzulenken. Dennerstaunlicherweisestellteereinnicht geringesMaßanNervosität bei sich fest.
„Ey,Junge, bleibmallocker.Esist nureinbisschenhin-und
herlaufenundeinbisschenquatschen. Mehrnicht”, sagteersich.
DieNervositätwurdeabernichtweniger,alsostellteerfürdie FahrtseineLieblingsplaylist aufseinem Handyein.
KopfhörerkabelindieAnschlussbuchsedesHandys, dieStecker insOhr gepfropft,danngingesaufsRad.
DieMusikhalf tatsächlich,auchwennerinSchlebuschkurzvorderSporthallefastvoneinemSUVgerammtwordenwäre, dener weder gesehennochgehörthatte,daerzusehrmit dem Singen einesSongsbeschäftigt war.
Auchwennerwusste,dassderAutofahrerandem Beinahe-Unfall schuldlosgewesen wäre,brüllteerihm hinterher:„DuPenner!! Kannstdunichtaufpassen?”
Der Schrecksaß ihmimmernochindenKnochen, alserdieHalle erreichte.BevorerdieSportstättebetrat,atmeteernochmal tief durch.Alserdurchdie Umkleideging, hörteerschondas GeräuschvonBällen, dieaufdem Bodenaufsprangen.
LangsampirschtesichMaxandenEingangzurHalleheranund lugteerstmal vorsichtigindieHallehinein.Bevoreraberschauen konnte, wievieleMännerundFrauendortschonaktivwaren, verspürteereinenSchlagaufdieSchulter.
Erschrockendrehteersichum undsahsicheiner Frau gegenüber,dieihnanstrahlte.
„DumusstMaxsein, habeichrecht?”
„Äh.”
„DeinNameistalsoÄh.”
MaxschüttelteseinenKopf.Er wartotalüberrumpelt.
„Woher,äh,woherwissenSie,äh,wieichheiße?”,stammelteer.
JetztschüttelteauchdieFraudenKopf.
„Zuerst malduzenwirunshieralle.BeimSportgibt eskeinSie. Außerdemsindwirhier allenochjung.Findenwirzumindest. UnddubistgenauinunseremAlter.”
„UndwoherweißtDU,wer ichbin?”
„Anjahatmir gesagt, dassduheutehoffentlichhier auflaufen würdest. Siehat dichbeschrieben, sowohlvomÄußeren alsauch vondeinemVerhalten.”
„Washatsie?”
„Dichbeschrieben.”
„Na,dabinichjetzt abergespannt.”
„Musstduauchbleiben,dennduglaubstjawohl nicht, dassich direrzähle, wasAnjamir allesvondirberichtet hat.”
Max´Augenwurdengroß. NatürlichwollteergenauDASwissen,
aberdasahesfürihnwohlschlechtaus.Abereineswollteerjetzt nochgeklärt haben,bevoresindieHallegehensollte.
„Werbist dudennüberhaupt?Ichkannmichnichtdaranerinnern, dassmirAnjajemalsvoneiner FreundinoderBekanntenerzählt hat, mit dersiesoengwar,dassmansichüberdenPartner intensivaustauscht.”
SeinGegenübergrinste. Dannlegtesie ihmeineHandaufdie Schulterundmeinte:„Machdirnichtsdraus, Max.Wennich AnjasWorterichtiginErinnerunghabe, hast dudichkeinbisschen dafür interessiert, waswirhiermachenunddassdeineFreundin einenRiesenspaßmit dieser Truppehat. Oderliegeichdamit falsch?”
Maxwurdeeswarm. Er hattedasGefühl, dassseinGesicht, würdemanjetzt dasLichtüberallausschalten, dermaßen leuchtete,dassesdurchausdieHalleerhellenkonnte.
„Äh, so,alsodaskann,äh,dasstimmtsonicht”, stammelteerund scheitertedamitkläglichim Versuch,sichzuverteidigen.
Sich selbstseiner unglücklichenLagebewusst,versuchteernunnoch mal seinGlück,denNamenderFrauzuerfahren.
„Undwieheißt dudennjetzt?”
„IchbinCarolaundkümmeremichdarum,dassdieserHaufen hier mehroderwenigerregelmäßiginderHalleauftaucht. Und sichnicht verletzt.”
„Aha”,antworteteMaxundbemühtekrampfhaftseinGedächtnis, dasdochgefälligst denNamenCarolaausirgendeiner Schublade hervorziehensollte.Tates abernicht.
Alsoversuchteererstgarnicht,sozutun,alsoberCarolaauch nurirgendwie zuordnenkonnte.CarolakonnteseinBemühen nicht übersehen.
„Gibesruhig zu:MeinNamesagtdir nichts.”
MaxnickteundnahmdieseVorlageschonfastdankbar auf:„Du hastrecht. Ichhabenochnievondirgehört. Dasist schon merkwürdig.”
Carolalächelteihnan, sagteaber nichtsmehr.Stattdessengabes noch einenKlapsaufdieSchulter,undschonwarsiean ihmvorbei indieHallegehuscht.Dortdrehtesiesichumundwinkteihnherbei.
MaxfolgtedemWinkenundbetratauch dieHalle. Seine Befürchtung,dasssichallenachihmumdrehenundihnmustern, erfülltesichnicht.
Daihnniemandansprachundernicht wusste,wasnunpassieren würde,schnappteersicheinenBall unddribbeltedamitzum nächsten Basketballkorb. ZweiMeter vordem Korbblieber stehen,nahmden Ballaufundschautekurzzudenanderen,umzu sehen, wiediesewarfen.DenBewegungsablaufversuchteer nachzuahmenundbefördertedenBall RichtungKorb. Erschüttert stellteerfest, dassder BallgegendasBretthinterdemKorb krachte,denKorbaberkomplettverfehlte.Unddasausdieser kurzenDistanz.Maxschautesichschnell um,objemanddiese Peinlichkeitbemerkthatte.Das schienabernicht derFallzusein, dennniemandlachteüberseinenFehlwurfodersahüberhauptin seineRichtung.Jeder warmit sichselbstbeschäftigt.
Das beruhigteMaxundsogingerdem Ball,derdurchdas
Abprallenam Brettlängstan ihmvorbeigerollt war,nachundhob ihnwiederauf. Zurückzum Korbgedribbelt,warfervonder gleichenStellenochmal. Undsieheda:Er traf immerhinschon denRingdesKorbes.
„Yes”,jubelteMaxundballtetriumphierendeineFaust.
„Duweißt aberschon,dassderBalldurchdenRingmuss,oder?”
Maxdrehtesicherschrockenum undsaheineFrauinseinemAlter vorsichstehen.Er musstenachobenschauen, um inihrGesicht zublicken.
„MeinGott,ist die groß”, dachteerundverkrampfteetwas.Er fühltesichplötzlichkleinundunsportlichimVergleichzuder offensichtlichgut trainiertenFrau.
„Natürlichweißichdas,aber ichhabeseitmeinerSchulzeitnicht mehr Basketball gespielt.Außerdem muss ichzugeben, dassdieser SportniemeinFavorit war.”
Irritiert musterteihndieFrau.
„Warumbistdudannhier?”
„KennstduAnja?”,antworteteMaxmit einer Gegenfrage. „WelcheAnja?”,gabesauchvonihreineFragealsAntwort.
Jetztwar Maxirritiert.
„Na,meineFreundin.”
„WelcheAnjaistdenndeineFreundin?”
„AnjaParsing.”
„Ichweißnicht,wieunserebeidenAnjasmit Nachnamenheißen.”
„Jetztversteheich: Ihrhabt zweiAnjas.”
„Habeichdochgeradegesagt.”
„Also:MeineAnjaistblond, knapp1,75Meter großund...” WeiterkamMaxnicht,denndieFrauunterbrachihn.
„JetztweißichBescheid. Dannbistdualsoder Tuppes,dernie mitkommenwollte.”
„Hatsiedasgesagt?”
„Mehr alseinmal.WeilunsereFreundeoderFreundinnen,wenn vorhanden, warenalleschonmalirgendwanndabei. Undwennes nurbeimWeihnachtszockenmit anschließendem feuchtfröhlichen EssenderFallwar.”
„DavonhatAnjamir nieetwaserzählt”,verkündeteMaxim
BrusttonderÜberzeugung.
„Ichwette,siehat”,entgegnetedieRiesin.
„Istjaauchegal jetzt. Heutebinichhier.Wannspielenwirdenn?”
„In einpaarMinuten. Wirmachenunsgeradeallewarm,wie du siehst.”
„Naja,nachWarmmachensiehtmir dashiernichtunbedingt aus”, meinteMaxgrinsend.
„Wieheißt dueigentlich?”
„IchbinMarion.Undja, duhast recht.Warmmachenkannman dasimsportlichenSinnnichtnennen. Jederwirftein paarMal drauf,quatscht mit denanderenundläuft einpaarMalhinundher. Das mussreichen.”
„Alsoist dashier ehereineSpaßveranstaltung”, mutmaßteMax.
„Rischtisch”,antworteteMarion.DannstupstesieMaxan:
„Komm, lassunseinbisschenlaufenundpassen.Danngewöhnt sichdeinKörperschonmal einwenigandas, wasgleichkommt.”
MaxhattezwarkeineAhnung,was siegenauvonihm wollte, aber LaufenundPassenwarenihm durchausbekannte Begriffe.
Marionschauteihnaufforderndan.
„Undjetzt?”
„KeineAhnung, duhast dochgesagt,was wirmachensollen.”
„Dannfangdocheinfachan.Duhast denBall.”
„Womit?”
MarionverdrehtedieAugen.
„Ichsehe, daswirdnichteinfachmit dir.Dupasst denBall jetzt zu mir,dannlaufenwirbeideingleichemTempolosundpassenuns den Ballhinundher.Wichtig ist, dassdunicht mehr alszwei Schrittemit demBallinderHandmachst. Werdenesmehr,sindes Schrittfehler, undmachstdudasimSpiel, bekommtdie gegnerischeMannschaftdenBall. Klar?”
Maxnickte.Undlieflos. Ohnezupassen.
„Hey,was habeichdirgeradeerklärt?”
„Ichsoll nachzwei Schrittenpassen.”
„Und?Hastdu?”
„Ichglaube,nicht.”
„Okay,dannfangenwirbesserimGehenan.”
Maxginglos,zähltestillseineSchritteabundpasstebeim zweitenSchritt.Allerdingsnicht inMarionsfangbereiteArme, sondernanihrSchienbein,von demderBallabprallteunddurch dieHallerollte.MarionsahMax verblüfftan.Dannbegannsie schallendzulachen. SiestützteihreHändeaufihrenKnienabund konntesichnichtmehrberuhigen.TränenliefenihreWangen herunterundtropftenaufdenBoden.
Maxstandeinigermaßen hilflosdanebenundwundertesichüberdenHeiterkeitsausbruch.
„Wasist dennjetztsolustig?”
„Anjahatdichmal,alswirbeim DuschenüberunserePartner gesprochenhaben,sehrtreffendbeschrieben: tapsig,manchmal etwasunkoordiniert,bemüht.”
Maxbeschloss,einbeleidigtesGesicht zumachen.
„Mehrhat sienichtübermichgesagt?Unddasbeim Duschen? Habt ihrdanichtsBessereszutun?”
„Natürlichhatsienochmehr überdicherzählt. Schließlichhaben wirsiegelöchert, weilwiralleneugierigwaren, welcherMannes geschaffthat,diesetolleFraufürsichzugewinnen. Undjetzt stehstduhier.”
Maxüberlegte, wieerdenletztenSatzverstehensollte.
„Wie:Undjetzt stehstduhier,was meinst dudamit?”
Marionhattesichwiederaufgerichtet,wischtenoch malmit der Handüberihr Gesicht.AusdemLachenwarein breitesGrinsen geworden.
„Nun, wirhattenunsdichetwasanders vorgestellt.Zumindest hat Anjadich sehrschmeichelhaft beschrieben,findeich.Ichwerde nachher beimDuschendieanderenfragen.Dannmusst duaber weghören,sofernduauchhier duschenwillst.”
Maxstarrtesiemit offenemMundan.Das,was Marionüberseine Erscheinunggesagthatte,war vergessen.Hatteerrichtiggehört? Hierwurdegemeinsamgeduscht?
„Ähm,darf ich malwas fragen?”
„Natürlich.Aber lassuns maleinenneuenBallholen, damit wir endlichinBewegungkommen.”
Marionmarschiertelos, Maxfolgteihr.
„Duscht ihr zusammen?“
WährendMarionsicheinenBall krallteundsichmit dem runden
