Meatless - Cihan Anadologlu - E-Book
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Meatless E-Book

Cihan Anadologlu

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Beschreibung

Einfach lockermachen: Wie lässig gesunder Genuss sein kann, hat Cihan Anadologlu weltweit persönlich erlebt. Als international prämierter Bar-Champion hat er in Europa, Asien, Süd- bis Nordamerika und im Nahen Osten gearbeitet und dabei die besten Gerichte ganz ohne Fleisch kennengelernt. Meatless ist sein persönlicher Cocktail aus seiner Lebensgeschichte und einer großen Vielfalt vegetarischer und veganer Rezeptfavoriten, auf die Hand, zum Löffeln, als schnelle Teller und Ofen-Hits: Ceviche, Tamales, Tortillas und Manti, Pizza, Falafel, Döner, Dumplings oder Kibbeh – ein cooler Mix der global beliebtesten Signature Dishes ganz ohne Fleisch, mit gesunden Zutaten authentisch und locker vom Hocker gezaubert.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Impressum

© eBook: 2022 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München

© Printausgabe: 2022 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München

GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, www.gu.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung durch Bild, Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Projektleitung: Sabine Sälzer

Lektorat: Katharina Lisson

Korrektorat: Anne-Sophie Zähringer

Fotografie: Silvio Knezevic

Covergestaltung: ki36 Editorial Design, München, Marta Olesniewicz, Katja Wohnrath

eBook-Herstellung: Lea Stroetmann

ISBN 978-3-8338-8396-5

1. Auflage 2022

Bildnachweis

Fotos: Silvio Knezevic, privat/Cihan Anadologlu

Syndication: www.seasons.agency

GuU 8-8396 05_2022_01

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KONTAKT ZUM LESERSERVICE

»Ich liebe die Kunst – die Kunst mich gesund zu ernähren.« Cihan Anadologlu

Von Los Angeles bis Tokio … es war mein Traum, alles zu sehen und zu erleben. Alles zu probieren, zu kosten, noch nicht Bekanntes zu entdecken und die Geheimnisse der verschiedenen Küchen und Kulturen zu erkunden. Nun kann ich wirklich behaupten, dass ich viel gegessen habe, sehr viel!

Ich habe zahlreiche Länder bereist und dabei spannende Menschen und Küchen kennengelernt. Menschen, mit denen ich meine Leidenschaft für das Kochen und Zubereiten von Speisen und Getränken teilen konnte. Ich saß mit Leuten zusammen, wir sprachen nicht einmal dieselbe Sprache, doch am Tisch verstanden wir uns, ohne verbal miteinander kommunizieren zu müssen. Nach vielen Gerichten mit Fleisch machte ich mich langsam daran, Vegetarisches zu probieren. Es schmeckte so anders hervorragend, und ich wusste, dass zum vollendeten Genuss nicht unbedingt Fleisch nötig ist.

Es gibt Gerichte, die werde ich nie vergessen, an manche erinnere ich mich fast jeden Tag. Und es gibt Speisen, die wollte ich im selben Moment vergessen, in dem ich erstmals reingebissen habe. Die Küche ist vielfältig, die Welt ist vielfältig … und das ist auch gut so.

Guten Appetit, bon appétit, afiyet olsun, shokuyoku ga yoi!

MEINE STORY

Aus der süddeutschen Kleinstadt hinaus in die Welt und heute glücklich in München. Passt!

WO ALLES BEGANN

Giengen an der Brenz, die kleine Stadt in der Nähe von Ulm, aus der die Teddybären mit dem Knopf im Ohr herkommen – das war in den 1980er-Jahren meine Heimat. Die Stadt war damals aufgeteilt in »Südstadt« und »Nordstadt«. Und ebenso die Freunde. Auch wenn die Stadt klein war, hat man selten mit den Leuten in der »Südstadt« etwas zu tun gehabt. Man blieb unter sich. Selbst heute, nach 40 Jahren Lebenszeit, kenne ich nur ein paar aus der »Südstadt«, doch die engeren »Brudis«, zu denen ich immer noch Kontakt habe, sind eher die aus der »Nordstadt«.

MEINE ELTERN

Es war nicht einfach, als meine Eltern in den 1970er-Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Erster Stopp München, anschließend ging es nach Ingolstadt und dann auf in ein weiteres Industriegebiet, wo viele Gastarbeiter schon seit Jahren ihre Arbeit verrichteten. Neben den großen Firmen wie Bosch, Siemens, Osram, Voith und Hartmann gab es auch sehr viele mittelständische Unternehmen, die auf die Gastarbeiter angewiesen waren. Und die froh waren, dass jemand da war, um die anfallende Arbeit zu erledigen. Die Auftragsbücher waren zu dieser Zeit voll. Als mein Vater meine Mama nach Deutschland holte, so erzählt mir heute meine Mutter, machte ihr der Kulturschock damals ziemlich zu schaffen. Vom geräumigen Haus der Familie in Istanbul Umzug in ein Apartment für Gastarbeiter in Deutschland. Aber es sollte ihnen ja hier besser gehen – und deshalb haben sie damals durchgezogen, wovor heutzutage viele sofort die Segel streichen würden. Respekt.

Als wir auf die Welt kamen, mein Bruder und ich, war für uns alles ziemlich normal. Die Eltern gingen arbeiten und wir waren irgendwann im Kindergarten bzw. in der Schule. Der Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« kommt unserem damaligen Leben schon sehr nahe. In den Sommerferien ging es jedes Jahr in die Türkei. Erst nach Istanbul, wo die Familie meiner Mama lebte, danach weiter nach Ankara zur Familie meines Vaters. Anschließend fuhren wir noch für ein paar Tage ans Meer, ehe die fünf Wochen vorbei waren – und wir schon wieder im Auto saßen auf dem Weg zurück nach Deutschland. Meistens über Bulgarien, das damalige Jugoslawien und weitere Länder, wobei ich ein eigenes Buch über diese langen Autofahrten schreiben könnte.

FRÜHE LEIDENSCHAFT

Ein einziges Mal, soweit ich mich erinnern kann, waren wir (nicht in den Sommerferien, denn die waren reserviert für Fahrten in die Türkei) in Italien in der Stadt San Marino – für zwei Tage. An weitere Länder oder Städte kann ich mich nicht erinnern, außer an die obligatorischen Fahrten zum Europa-Park Rust.

Bei Gott, es ging uns nicht schlecht, und wir hatten mehr oder weniger alles, was wir brauchten und wollten. Vor allem plünderte ich den Kühlschrank anscheinend in jeder freien Minute, in der mich meine Eltern nicht im Blick hatten. Schnappschüsse mit der Kamera bestätigen diese geheimen Ausflüge in die Küche und in die hintersten Ecken des Kühlschrankes, wobei meine Lieblingsspeise wohl Schafskäse war. Erst Jahre später wurde mir selbst bewusst, wie unglaublich gerne ich Käse genieße – mit Baguette, Trauben, Walnüssen und Feigensenf, einmal die Woche, dazu eine Flasche Weißwein, am liebsten einen Chablis oder Sauvignon Blanc.

JUGEND UND TRÄUME

Ich kann mich noch genau erinnern an all die Wege zu Reisebüros, die ich in sehr jungen Jahren zurückgelegt habe. Jeden Tag ging ich in ein anderes, um mich schon als Zwölfjähriger zu erkundigen, was denn die Trends der neuen Saison sind und wohin die Menschen gerne reisen. Ich nahm mir jede Menge Kataloge mit, über Reisen nach Nord- und Südamerika bis hin nach Asien. Damals gab es natürlich noch kein Internet, zu Hause wälzte ich die Kataloge und schaute mir jedes Hotel genau an. Anschließend kaufte ich mir mit meinem ersparten Geld die Reiseführer und begab mich im Kopf auf die Reise in diese fernen Länder. Ich stellte mir die beschriebenen Restaurants vor, und wie ich dort speise, auch das Essen selbst malte ich mir ganz genau aus – wie toll es womöglich sein würde. Jedes Mal, wenn ich einen Reiseführer von New York in die Hand nahm, war es der größte Traum, einmal in den Restaurants dort zu essen. Irgendwann nach einigen Jahren war ich wie versessen darauf, im »Le Cirque« zu speisen: das damalige Highlight in New York! Zu diesem Zeitpunkt interessierte ich mich aber nicht nur fürs Essen, sondern auch für die verschiedenen Kulturen, die ich durch die Lektüre der Reiseführer entdeckte. Ich las in dieser Zeit sehr viel und verschlang mehr oder weniger jedes Buch und jeden Reiseführer, der mir in die Hände kam.

So langsam fing ich an, mich immer mehr für den Kontinent Asien zu interessieren. Am Anfang vor allem für China, und nach einiger Zeit konzentrierte ich mich sehr auf Japan. Mich faszinierte ganz besonders, wie lange die Japaner anscheinend arbeiteten und anschließend tolle Restaurants aufsuchten, um dort zu essen und ein oder zwei (oder auch mehr) Bier und Sake zu trinken. Mich hat Arbeit schon immer fasziniert, und ich wollte auch schon immer möglichst schnell aus der Schule raus und arbeiten.

Die Schule war – ehrlich gesagt – wirklich nie meins. Das lag erstens an meinem Desinteresse an der Schule selber und zweitens, soweit ich das heute beurteilen kann, an der Ausländerfeindlichkeit meiner damaligen Lehrer. Nicht alle waren so, aber viele. Der Ausländeranteil an meiner Schule – ich ging auf die Realschule – war damals ziemlich gering. Wenn ich heute an die Zeit zurückdenke, kann ich mir vorstellen, dass ich selbst vieles falsch gemacht habe, aber es war auch keiner wirklich für mich da, um mir zu zeigen, wie ich es anders hätte machen können.

Also konzentrierte ich mich auf den Sport, der mir sehr viel Spaß machte und Erfolgserlebnisse brachte. Ich schaffte es in sehr jungen Jahren bis zum schwarzen Gürtel im Taekwondo. Das war für mich ein echter Meilenstein. Zum ersten Mal hatte ich etwas geschafft, was ich mir vorgenommen hatte im Leben, und darauf war ich ziemlich stolz. Nachdem ich das »abgehakt« hatte, konzentrierte ich mich auf meine neue Liebe – Basketball. Ich war wie besessen davon. Michael Jordan war mein großes Idol und jede Nacht schaute ich mir die Play Offs und Finals an, wo die Chicago Bulls sechs Meistertitel gewannen. Ich nahm mir Jordan zum Vorbild und trainierte tagtäglich von morgens bis nachts. Die Schule hat mich überhaupt nicht mehr interessiert, der einzige Weg raus aus allem war Basketball.

Doch die Liebe zur Gastronomie kam irgendwie gleichzeitig, als ich langsam erwachsen wurde, besser gesagt, erst mal zu einem Jugendlichen heranwuchs. Um mir alles selber leisten zu können, habe ich damals in einer türkischen Fabrik gearbeitet, die – man kann es sich vorstellen – Lahmacun, also türkische Pizza, in großen Mengen produziert und verpackt hat. Für ganz Deutschland. Damals kam ich intensiv mit der türkischen Küche in Berührung. Natürlich nicht nur durch meinen Job in der Fabrik, sondern noch mehr durch die Kochkünste meiner Eltern.

Jeden Tag standen mindestens drei bis vier verschiedene Gerichte auf unserem Tisch. Die Mahlzeit bestand meistens aus einer Vorspeise wie einer Suppe aus Linsen, die mir am meisten mundete, anschließend gab es ein Hauptgericht, oft Fleisch oder Fisch, mit einer Sättigungsbeilage, meistens Reis, und bis heute liebe ich Reis über alles und kann ihn kiloweise pur essen. Zudem gab es immer eine kalte Vorspeise dazu und einen türkischen Bauernsalat. Ich vermisse es sehr, so sehr, dass ich bis heute jedes Mal, wenn ich meine Familie besuche, schon Tage im Voraus meine Bestellung durchgebe, was ich gerne essen möchte, wenn ich komme. Et voilà, meine Mutter kocht es auf dieselbe Art und Weise wie damals, mir kommt es so vor, als ob sogar die Töpfe und Pfannen dieselben sind.

KOCHEN IST LIEBE

Von meinen ersten hart erarbeiteten Groschen kaufte ich mir immer zwei Dinge: die neuesten Jordan Schuhe von Nike und Döner. Schon damals liebte ich Döner über alles und jedes Mal, wenn wir die 35 Kilometer nach Ulm gefahren sind, um bei meinem Dönerladen des Vertrauens meine Leibspeise zu mir zu nehmen, war es wie eine Fahrt nach Disneyland. So sehr freute ich mich, und meistens verschlang ich gleich zwei.

Basketball und Essen waren also meine großen Leidenschaften geworden. Jeden Tag schaute ich meiner Mutter und meinem Vater zu, wie sie unser Abendessen vor- und zubereiteten. Es war einfach, aber solide und sättigend. Ich selber kriege es heute kaum so hin, es war etwas dabei, was heutzutage leider oft aus Zeitmangel fehlt – die Liebe. Nur durch die Zubereitung mit Liebe wird das Essen so gut, wie es sein soll. Und Mamas Küche ist bekanntlich die beste!

Erstaunlich war, dass meine Eltern auch sehr oft fleisch- und fischlose Gerichte zubereiteten. Das lag erstens an den Kosten und zweitens daran – ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass es meine Mutter schon damals sagte – dass sie ihre Familie ausgewogen ernähren wollte. Und auch diese Gerichte schmeckten köstlich, heute weiß ich, dass die türkische Küche so viel mehr ist als Döner Kebap und Grillgerichte. Sie ist mit der chinesischen und französischen Küche eine der drei vielfältigsten Küchen der Welt, und das sieht und schmeckt man.

CIHAN AROUND THE WORLD

Und dann war es endlich so weit! Mein Talent hatte mich weit gebracht, seit ich mir die neuesten Reiseführer von New York City besorgt hatte und wissen wollte, wie diese Stadt tickt und lebt. Nach einer kurzen und verrückten Zeit als Basketballer musste ich mit dem Thema Sport endgültig abschließen. Ich wusste aber schon immer, dass ich entweder Sportler werden oder irgendwann in die Gastronomie gehen würde. Nun war der Fokus auf die zweite Leidentschaft gelegt. Ich ging nach New York zu meiner Tante und die Stadt fesselte mich auf der Stelle. Ich hatte alles auswendig gelernt über die Orte, die ich besuchen wollte, und alle waren echt erstaunt, dass ich mit 17 Jahren so viel über New York wusste. Ich sah das Leben in dieser pulsierenden Stadt und wollte unbedingt ein Teil davon sein. Ich gab mich nicht zufrieden damit, das damalige Harley-Davidson-Café zu besuchen, sondern wollte von Harlem bis Downtown alles sehen und erleben. In Harlem speiste ich im »Silvia's«, unvergesslich.

Ich hing in New York rum, spielte gelegentlich Basketball im Central Park und erkundete die besten Plätze, wo man hingehen konnte, um sich eine Mahlzeit reinzuziehen.

Doch wie lange sollte das so weitergehen? Ich musste irgendwie einen Grundstein für meine gastronomische Karriere setzen. Also ergatterte ich mir durch Kontakte eine Position als Barhelfer, um anzufangen zu lernen.

Warum ich direkt in einer Bar eingestiegen bin, lässt sich leicht erklären: 1988 kam der Film »Cocktail« mit Tom Cruise als Hauptdarsteller in die Kinos. Als er in Deutschland lief, war ich ein Teenager: Geld, Coolness, Aufmerksamkeit und hübsche Frauen verspricht das Leben eines Bartenders in diesem Film. New York war daher die ideale Stadt für mich. Sollte sie die große Liebe in mir wecken, um eine großartige Gastronomie-Karriere zu starten? Ja, das sollte sie.

Einige Zeit und viele Erlebnisse später kam ich zur Vernunft und realisierte, dass ohne eine solide Grundausbildung das mit der Karriere ziemlich schnell wieder vorbei sein konnte. Also ging ich weg aus New York mit dem Wunsch, noch mehr zu erfahren und die Gastronomie von Grund auf zu lernen. Nach vielen Stationen »around the world« kam ich schließlich im schönen München an. Ich wusste, dass die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule mit Abschluss die beste Voraussetzung für mich sein würde, um meinem Berufsleben den optimalen Schliff zu geben.

LET’S ROCK LIFE (KARRIERE)

Es begann, als ich mich im besten und teuersten Luxushotel in München vorstellte. Ich wusste alles über dieses Hotel, ich hatte viele Informationen gesammelt und kann mich heute noch gut daran erinnern, dass ich über eine Stunde lang erzählte: über mich, meine Pläne und Visionen und warum ich einfach dort hingehörte.

Nach dem Abschluss als Klassenbester mit Supernote zog es mich eine Straße weiter, in eine inhabergeführte kleine Cocktailbar, in der auch mein damaliges Idol Charles Schumann schon gearbeitet hatte. Danach ging es wieder eine Straße weiter direkt als Barchef auf der schönen Maximilianstraße – im zweiten Luxushotel in München.

Wunderbare vier Jahre arbeitete ich an einem der schönsten Orte jener Zeit und danach wusste ich, dass ich bei keinem geringeren als Charles Schumann anheuern musste, um meinen Weg weiterzugehen. Bei Gott, es war nicht einfach; die lehrreichste Zeit bis dato sollte beginnen und ebenso die erfolgreichste. Nach einem kämpferischen Jahr war mir der Titel als Barchef in der berühmtesten Bar der Welt sicher. Die Awards und Auszeichnungen prasselten über viele Jahre auf mich und uns ein. Ich lernte viel und lehrte viel. Ich war in der Blüte meiner Zeit und keiner konnte mich aufhalten. Ich war einer der besten der Welt und jeder wusste das.

Ich bekam viele Einladungen, um auf den größten Events der Welt Cocktails zu kreieren. Von den GQ-Awards, den Bambi-Verleihungen, Filmfestspielen bis hin zu den Academy Awards mit den Oscarverleihungen. Milliardäre buchten mich für private Feiern, um sie mit den besten Spirituosen und Cocktails zu versorgen. Mein Leben war Rock 'n' Roll. Mein Erfolg wuchs ständig, ebenso die Anzahl der Neider und Menschen aus meinem Umfeld, die mir den Erfolg nicht gönnten. Das ist leider auch heute noch so.

ÜBERMUT UND DER DRANG ZUR DEMUT