Medical Hospital Manager Junior kompakt - Wolfgang Hellmann - E-Book

Medical Hospital Manager Junior kompakt E-Book

Wolfgang Hellmann

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Beschreibung

Grundlegende Kenntnisse des Managements und der Betriebswirtschaft fehlen Medizinstudierenden bei Eintritt ins Praktische Jahr (PJ). Zunehmender Personalmangel im Krankenhaus erschwert die Betreuung. Das Buch bereitet deshalb auf die Tätigkeit im PJ vor und gibt Informationen zum komplexen Unternehmen Krankenhaus mit den Schwerpunkten Krankenhausorganisation und Managementfunktionen. Das Buch ist als Lernprogramm strukturiert. Es enthält Lernziele, Kontrollfragen und Fallbeispiele. Möglichkeiten zum Informationsaustausch mit dem Autor und weiteren Fachexperten per E-Mail, Telefon und Telefonkonferenzen sind gegeben, der Erwerb eines hochschulischen Zertifikats zu den erworbenen Kenntnissen ist möglich.

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Seitenzahl: 159

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Der Autor

Prof. Dr. habil. Wolfgang Hellmann

Professor der Hochschule Hannover, Gründer der Akademie für Management im Gesundheitswesen e.V., Initiator des Studienmodells Hannover für Berufe im Gesundheitswesen, Wissenschaftlicher Planer und Leiter des Studienprogramms MHM®-MBA für Führungskräfte im ärztlichen Dienst am Standort Hannover, Gründer der DSÖGG (Deutsch-Schweizerisch-Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsmanagement), Kompetenzzentrum KoKiK® – Kooperative Kundenorientierung im Krankenhaus, Mitglied in zahlreichen Beiräten, z. B. Gesundheitsbildung e.V., Schweiz und Praxisbeirat der Zeitschrift für Führung und Personalmanagement in der Gesundheitswirtschaft der Hochschule Neu-Ulm; Herausgeber zahlreicher Buchpublikationen zum Krankenhausmanagement für Leitende Ärzte. Besonderes Anliegen: Leistung eines Beitrags zur Befähigung der jungen Ärztegeneration zu einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung im Kontext eines modifizierten ärztlichen Rollenverständnisses ohne Paternalismus und schwerpunktmäßige Fokussierung auf ökonomische Ziele.

Wolfgang Hellmann

Medical Hospital Manager Junior kompakt

Managementwissen für Studierende im Praktischen Jahr und Neueinsteiger im Krankenhaus

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Pharmakologische Daten verändern sich ständig. Verlag und Autoren tragen dafür Sorge, dass alle gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung hierfür kann jedoch nicht übernommen werden. Es empfiehlt sich, die Angaben anhand des Beipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

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1. Auflage 2019

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-035956-7

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-035957-4

epub:    ISBN 978-3-17-035958-1

mobi:    ISBN 978-3-17-035959-8

Geleitwort

 

 

 

Das Buch spricht ein für Medizinstudierende (vor Eintritt ins Praktische Jahr) und Neueinsteiger im Krankenhaus relevantes Thema an. Es leistet einen Beitrag zur Vermittlung von Grundlagen für das Verständnis des komplexen Krankenhausbetriebes. Damit folgt es auch Vorstellungen des Deutschen Ethikrates, der sich für ärztliches Personal, vor allem in Leitungspositionen, qualifizierte Kenntnisse in Ökonomie, Ethik, Management und Recht wünscht. Das Grundwissen, das in diesem Buch vermittelt wird, gibt den o. g. Adressaten einen guten Überblick zu den Aufgaben des Krankenhausmanagements und seiner Managementfunktionen. Es regt an, sich (auch im Sinne einer Selbstreflexion der eigenen Positionierung im Krankenhaus) in den verschiedenen Bereichen weitere Kenntnisse zu erwerben und diese zu vertiefen. Dazu stellt das Buch neben den konkreten Fachinhalten Kontrollfragen, Lernziele und Fallbeispiele bereit und liefert auch eine Grundlage für die Möglichkeit gezielter Fortbildung im Kontext eines hochschulischen Trainings.

Lisa Leikeim, Andres Eilers und Jeyanthan Charles James

Bundeskoordination der AG Gesundheitspolitik der bvmd e.V.

E-Mail: [email protected]

Jana Aulenkamp

Präsidentin der bvmd e.V.

[email protected]

Geschäftsstelle | Office

Robert-Koch-Platz 7

10115 Berlin

http://bvmd.de

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort

Vorwort

Teil I – Einführung

1 Gesundheitswesen: Quo Vadis? – Veränderungen im Krankenhaus mit Hinweisen zur Vorbereitung auf das Praktische Jahr (PJ)

Im Text zitierte Literatur

Ergänzende Literatur

2 Das Praktische Jahr (PJ) für Studierende der Medizin

Literatur

3 Begründung für das Lernprogramm MHM® (Medical Hospital Manager) Junior kompakt

Zielgruppe

Ziel des Lernprogramms

Übersicht über Inhalte des Lernprogramms (Module)

Die Lerninhalte und ihre Logik

Struktur und Aufbau des Lernprogramms

Hinweise zur Nutzung, Bearbeitung und Leistungsüberprüfung der Inhalte zu den einzelnen Themenfeldern

Nutzen des Lernprogramms für den Erwerb eines Hochschulzertifikats

Teil II – Module

Modul 1: Schwierige Rahmenbedingungen und Krankenhausorganisation

Kontrollfragen

Lernziele

Literatur

Modul 2: Kundenorientierung

Der Begriff Kunde

Externe und interne Kunden

Das Prinzip »Interner Kunde«

Kundenmanagement

Kundenzufriedenheit

»Kooperative Kundenorientierung – KoKiK®« zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Krankenhauses

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 3: Dialogkultur und Zusammenarbeit

Definition Dialogkultur

Kommunikationsfähigkeit als Voraussetzung einer Dialogkultur

Spiegelung im Leitbild

Spiegelung in der Corporate Identity

Change Management – ohne Dialogkultur geht es nicht

Dialogkultur als Grundlage guter Zusammenarbeit der Entscheider

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 4: Selbstmanagement

Selbstmanagement als Grundlage erfolgreicher Tätigkeit im Krankenhaus

Selbstmanagement im Krankenhaus unterliegt klaren Regeln

Gute Zeitplanung erfordert die Setzung von Prioritäten

Stressfaktoren kennen und vermeiden

Stressbewältigung

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 5: Kommunikation

Definition und Kommunikationsformen

Kommunikative Kompetenz

Kommunikationsebenen

Paternalismus war gestern, Umgang mit Patienten erfordert situative Kommunikationsstrategien

Kommunikation mit dementen und alten Patienten

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 6: Führung

Definition

Managementkompetenzen definieren die Führungsqualität

Betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Führungsstile und Führungsmodelle

Digitalisierung und Führung

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 7: Personalmanagement

Effizientes Personalmanagement – Grundlage für eine effektive Kundenorientierung

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 8: Qualität, Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Qualitätssicherung

Was ist Qualität?

Wie wird Qualität im Krankenhaus gesichert?

Literatur Qualitätsmanagement

Bedeutung und Aufgaben von Risikomanagement

Literatur Risikomanagement

Was ist Qualitätssicherung und welche Bedeutung hat sie für die Qualität im Krankenhaus?

Qualität neu gedacht – ein Gesamtkonzept mit prospektiver Ausrichtung ist zwingend

Literatur Qualitätssicherung

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Modul 9: Compliance

Definition

Rechtsaspekte

Organisatorische Einbindung von Compliance im Krankenhaus und Aufbau eines Compliance Management Systems (CMS)

Zuständigkeiten für ein Compliance Management System

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 10: Prozessorientierung

Prozessorientierung als Managementansatz

Funktionale Organisation versus Prozessorientierung

Leitlinien, Klinische Pfade, Patientenpfade

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur Prozessorientierung

Literatur Klinische Pfade

Literatur Behandlungszentren

Modul 11: Kooperationen

Gute Kommunikation ist grundlegende Basis für effektive Zusammenarbeit im Krankenhaus und für Kooperationen

Herausforderung Kooperation

Tätigkeit als Beleg- oder Honorararzt

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 12: Marktanalyse, Marketing, Marke, Produkt

Markt- und Wettbewerbsanalyse

Marketing als Aufgabe der Geschäftsführung

Abteilungsbezogenes Marketing

Marke

Produkte

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 13: Controlling

Terminologie

Aufgaben des Controllings

Organisation des Controllings

Medizinisches Controlling (MC) für die Fachabteilung

Kontrollfragen

Lernziele

Fallbeispiel zur Lösung

Literatur

Modul 14: Zielorientierung für das Praktische Jahr und die erfolgreiche spätere ärztliche Tätigkeit

»Mensch bleiben, gleiche Behandlung für alle«!

Literatur

Teil III – Anhang

Anhang 1 – Gesetze

Anhang 2 – Ärztliche Institutionen

Anhang 3 – Glossar

Begriffsdefinitionen zum Krankenhausmanagement

Vorwort

 

 

 

Das Krankenhaus ist im Wandel. Knappe Kassen und Fachkräftemangel zwingen zu grundlegenden Strukturveränderungen. Eine Umsetzung ist aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Krankenhauses nicht immer einfach, da zusätzliche Aufgaben anfallen. Neben der ärztlichen Weiterbildung ist die Betreuung von Medizinstudierenden im Praktischen Jahr (PJ) eine wichtige Aufgabe des Krankenhauses. Es geht hier neben medizinischen Fragen auch um die Aufgabe, die Studierenden mit der komplexen Organisation des Krankenhauses und seinen Managementaufgaben vertraut zu machen. Entsprechende Sachverhalte werden im Medizinstudium nicht vermittelt.

Das vorliegende Buch trifft hier in eine Lücke. Es macht die Medizinstudierenden mit wichtigen Aspekten des Krankenhausbetriebes und seiner Aufgaben vertraut und erspart dem Personal im Krankenhaus damit umfassende Unterweisungen. Insgesamt betrachtet, gibt das Buch Informationen zur komplexen Organisation Krankenhaus und praktische Hinweise zu Art und Umfang notwendiger Wissensvermittlung (z. B.: Krankenhausorganisation, Managementfunktionen).

Definiert als Lernprogramm mit Kontrollfragen, Lernzielen, Fallbeispielen und Hinweisen zur persönlichen Reflexion der eigenen Rolle, ist das Buch als Printversion oder E-Book mit dialogischer Komponente nutzbar (Informationsaustausch mit den Dozenten, z. B. Internet, Telefonkonferenzen). Der Erwerb eines hochschulischen Zertifikats zu den erworbenen Kenntnissen ist möglich.

Adressaten sind vor allem Medizinstudierende vor Eintritt ins Praktische Jahr (PJ), Neueinsteiger, Wiedereinsteiger, aber auch Betreuer der Medizinstudierenden im Krankenhaus.

Gedankt sei dem Kohlhammer Verlag für seine Unterstützung und hier vor allem Frau Dr. Annegret Boll und Herrn Dominik Rose für die immer gute Zusammenarbeit.

Mein Dank gilt auch meiner Frau Ilse Hellmann für vielfältige Anregungen und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. für die Unterstützung.

 

Prof. Dr. habil. Wolfgang Hellmann

Hannover, Januar 2019

Teil I – Einführung

1          Gesundheitswesen: Quo Vadis? – Veränderungen im Krankenhaus mit Hinweisen zur Vorbereitung auf das Praktische Jahr (PJ)

 

Der demografische Wandel ist mit einer Vielfalt von Herausforderungen wie knappe Kassen, Fachkräftemangel und neuen Kundenansprüchen verknüpft (Hellmann 2017, Hellmann et al. 2019a). Angemessen berücksichtigt wird er bisher jedoch nur unzureichend. Betroffen sind, neben grundsätzlichen Fragen der Patientenorientierung, Probleme in den Notaufnahmen (Dubb et al. 2018, Fleischmann 2016, Gemeinsamer Bundesausschuss 2018, Gries et al. 2010), das Medizinstudium und die praktische ärztliche Tätigkeit im Krankenhaus. Darüber hinaus erschwert Fehlverhalten von Ärzten die Sicherung guter Qualität für Patienten im Krankenhaus (Dowideit 2016, Mühlhausen u. Paulus 2018, Schott u. Lempert 2018, Maio 2016). Insgesamt ergeben sich daraus massive Risiken für alle Beteiligten im Krankenhaus (Hellmann et al. 2019b).

Das Medizinstudium hat massiven Optimierungsbedarf. Dies spiegeln nicht nur Aktivitäten der Bundesregierung und Initiativen der Medizinstudierenden. So hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag auf die Notwendigkeit einer Reform des Medizinstudiums hingewiesen und im Frühjahr 2015 eine Konferenz mit dem Ziel der Erstellung des Masterplans Medizinstudium 2020 (MM 2020) durchgeführt. Neben anderen medizinischen Interessenverbänden wurde auch der Bundesverband der Medizinstudierenden (bvmd e.V.) zu einer Stellungnahme aufgefordert. Er setzt sich (gemeinsam mit den Medizinstudierenden des Hartmannbundes) für eine Reformierung und Optimierung des Studiums ein (Bundesvertretung der Medizinstudierenden 2018).

Gefordert werden z. B.

•  stärkere Verbindung mit anderen Berufsgruppen

•  interprofessionelle Kurse

•  gezielte Zusammenarbeit

•  Vermittlung von praktischem Handlungswissen

Diese Forderungen bestätigen die Sicht vieler Experten im Gesundheitswesen zu notwendigen strukturellen Veränderungen, so auch des Autors dieses Buches.

Eine Aufgabe hoher Priorität ist neben der ärztlichen Weiterbildung (Hellmann et al. 2019c) die Betreuung von Medizinstudierenden im Praktischen Jahr (PJ). Neben medizinisch orientierten Aufgaben steht die Auseinandersetzung mit der komplexen und komplizierten Organisationsstruktur des Krankenhauses und seinen unterschiedlichen, ineinandergreifenden Managementfunktionen auf der Tagesordnung. Gute Kommunikation, effektive Zusammenarbeit und notwendige neue Denkweisen sind gefragt! Auf diese Herausforderungen wurde im Studium nicht vorbereitet, wie ja auch die Forderungen der Studierenden zu einer Reform des Medizinstudiums belegen.

Die Krankenhäuser waren deshalb bislang gefordert, Kenntnisse zum Verständnis des Krankenhausbetriebs zu vermitteln. Bei zunehmender Arbeitsdichte der Mitarbeiter ist dies eine belastende Aufgabe. Eine Vorbereitung Studierender über das Buch kann hier zu einer Entlastung beitragen. Die Auseinandersetzung mit dem Krankenhausbetrieb vor Beginn des PJ hat den Vorteil, dass die Medizinstudierenden informiert ihre praktische Tätigkeit aufnehmen können. Der Betreuungsaufwand durch Mitarbeiter des Krankenhauses kann dadurch reduziert werden.

Das Studium und die Reflexion der Inhalte des Buches geben Ihnen, liebe Studierende vor Eintritt ins PJ, einen Überblick über die Zielsetzungen und Aufgabenfelder des Krankenhauses und schaffen Grundlagen für:

•  das Verständnis des Krankenhausbetriebes

•  das Verständnis für die Bedeutung der verschiedenen Managementfunktionen einschließlich ihres Zusammenspiels

•  eine neue Sicht auf Kundenorientierung und Qualität

•  das Verständnis für die Notwendigkeit eines neuen Rollenverständnisses

Darüber hinaus erhalten Sie im Kontext der vermittelten Fachinhalte praktische Tipps zum:

•  Umgang mit unterschiedlichen Patientenklientelen

•  Umgang mit Kollegen aus anderen Berufsfeldern

•  Umgang mit Vorgesetzten wie Chefärzten

Ziel des Buches ist somit die Bereitstellung von Informationen, die Ihnen die erste Zeit im Krankenhaus erleichtern und die Basis für eine spätere erfolgreiche Tätigkeit als Ärztin und Arzt schaffen können (Hellmann et al. 2019c).

Definiert als Lernprogramm mit Kontrollfragen, Lernzielen, Fallbeispielen und Hinweisen zur persönlichen Reflexion der eigenen Rolle, ist das Buch als Printversion oder E-Book mit dialogischer Komponente nutzbar (Informationsaustausch mit den Dozenten, z. B. Internet, Telefonkonferenzen). Der Erwerb eines hochschulischen Zertifikats zu den erworbenen Kenntnissen ist möglich.

In Zusammenhang mit unterschiedlichen Erfahrungen in Schule und Elternhaus werden Sie einzelne Hinweise vielleicht überraschen. Sie entsprechen nicht immer dem noch vorherrschenden »Mainstream« im Krankenhaus mit einer eher retrospektiven Sicht. Darauf kommt es aber nicht an.

Entscheidend ist, dass Sie sich in Bezug auf die neuen Rahmenbedingungen im Krankenhaus für eine später erfolgreiche Tätigkeit als Arzt angemessen positionieren können (Hellmann et al. 2019c). Betrachten Sie kritische Hinweise zu Ihrer Generation deshalb nicht als erhobenen Zeigefinger. Bedenken Sie vielmehr: »Was mir auf Basis der Inhalte dieses Buches nützt, hilft auch dem Krankenhaus«!

Seien Sie deshalb nicht überrascht, dass in diesem Buch stellenweise unbequeme Wahrheiten artikuliert und Missstände, z. B. in Bezug auf das Engagement von Verbänden und Institutionen des Gesundheitswesens, an- und ausgesprochen werden. Dies wird nicht immer erfreuen, es ist aber unverzichtbar für die notwendige »neue Denke« im Krankenhaus.

Für alle Beteiligten, und damit auch für Führungskräfte, muss das gelten, was für Ihre Generation gilt. Nur konstruktive Kritik kann notwendige Veränderungen induzieren! Die Generation Y hat dies vorgemacht. Die Umsetzung besserer Arbeitsbedingungen, die Implementierung neuer Techniken und das Bemühen um offene Karrierewege zur Bewältigung der Herausforderungen durch neue Patienten- und Mitarbeiterklientel ist vielerorts auf gutem Wege. Zunehmend wird akzeptiert, was längst hätte akzeptiert werden müssen.

Scheuen Sie sich deshalb bitte nicht, Ihre Vorschläge oder auch Kritik an Missständen im Krankenhaus zu artikulieren und Lösungen einzufordern. Schließlich werden Sie zukünftig die Patienten versorgen und die Zukunft des Krankenhauses gestalten müssen! Werden Sie zu einem kritischen Mitarbeiter ohne Anpassungsdrang, aber immer mit einer konstruktiven Haltung. Es geht um die Sache und damit um den Patienten. Ökonomische Zwänge dürfen keinesfalls die Oberhand gewinnen. Leisten Sie einen Beitrag dazu, dies sicher zu stellen. Ihre Patienten werden es Ihnen danken.

Im Text zitierte Literatur

Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd.de) (2018): Was ist der MM2020? https://www.bvmd.de/unsere-arbeit/masterplan-medizinstudium-2020/was-ist-der-mm2020/

Dowideit, A. (2016): Dr. Abzocke. In vielen Arztpraxen scheint sich eine neue Betrugsmasche auszubreiten. Mediziner berechnen Patienten Leistungen, für die sie sich gleichzeitig von den Krankenkassen bezahlen lassen. Welt am Sonntag Nr.12. 20. März, S. 38

Dubb, R., Kaltwasser, A., Schmid, K. (2018): Interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Zentralen Notaufnahme retten! 07:86–91. doi: 10.1055/s0043119173

Fleischmann, T. (2016): Schnittstelle Zentrale Notaufnahme. Dtsch Med Wochenschr 141:123

Gemeinsamer Bundesausschuss (2018): Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Erstfassung der Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gemäß § 136c Absatz 4 SGB V

Gries, A., Seekamp, A., Welte, T., Wygold, T., Meixensberger, J., Deuschl, G., Galanski, M., Sybrecht, G. (2010): Gemeinsame Empfehlung zur Struktur einer zentralen interdisziplinären Notaufnahme. Notarzt 26:114–116. doi: 10.1055/s-0030-1248437

Hellmann, W. (2017): Kooperative Kundenorientierung im Krankenhaus. Ein wegweisendes Konzept zur Sicherung von mehr Qualität. Kohlhammer, Stuttgart

Hellmann, W., Schäfer, J., Ohm, G., Rippmann, K., Rohrschneider, U. (Hrsg.) (2019a): SOS Krankenhaus- Strategien zur Zukunftssicherung. Kohlhammer, Stuttgart (in Vorbereitung)

Hellmann, W., Meyer, F., Ehrenbaum, K., Kutschka (Hrsg.) (2019b): Betriebswirtschaftliches Risikomanagement im Krankenhaus. Ein integrativer Bestandteil des Qualitätsmanagements. Kohlhammer, Stuttgart (in Vorbereitung)

Hellmann, W., Meyer, F., Ohm, G., Schäfer, J. (Hrsg.) (2019c): Karriereplanung für Mediziner. Der Weg in Führungspositionen ist weit, aber er lohnt sich. Kohlhammer, Stuttgart (in Vorbereitung)

Maio, G. (2016): Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin. 2. überarb. Aufl. Schattauer Stuttgart 

Mühlhausen, K.-H., Paulus, T. (2018): Schutzschild gegen Manipulation. Gesundheit und Gesellschaft 10. 21. Jahrgang. S. 232-233

Schott, G., Lempert, T. (2018): Medizinische Leitlinien. Unabhängigkeit ist unverzichtbar. Dtsch Arztbl 115 (6): A 230/B-201/C-2011

Ergänzende Literatur

Busch: H.P. (2017): Die Krankenhausorganisation (Aufbau- u. Ablauforganisation). In: Arzt und Gesundheitsmanager. Aus dem klinischen Alltag ein Handbuch für Krankenhausärzte. Mediengruppe Oberfranken- Fachverlage GmbH & Co.KG, Kulmbach, S. 164-194

Busch, H.P (2017): Arzt und Gesundheitsmanager. Aus dem klinischen Alltag ein Handbuch für Krankenhausärzte. Mediengruppe Oberfranken- Fachverlage GmbH & Co.KG, Kulmbach

Busch, H.P. (2018) (Hrsg.): Qualitätsorientiertes Krankenhausmanagement. Neue Herausforderungen an Prozesse, Strukturen, Fähigkeiten und Denkweisen. Deutsche Krankenhausverlagsgesellschaft mbH, Düsseldorf

Hellmann, W. (2014): Abteilungsmanagement kompakt. Wettbewerbsfähigkeit der Fachabteilung sichern. medhochzwei Verlag, Heidelberg

Hellmann, W. (Hrsg.) (2016): Herausforderung Krankenhausmanagement. Studienprogramm absolvieren- Klinisches Management erfolgreich gestalten. Hogrefe Bern

Hellmann, W., Hoefert, H.-W., Wichelhaus, D. (Hrsg.) (2010): Ärztliche Karriere im Krankenhaus. Ein Leitfaden für die Übernahme von Führungsaufgaben. medhochzwei Verlag, Heidelberg

Hellmann, W., Halbe, B., Kurscheid, C., Wichelhaus, D. (Hrsg.) (2011): Herausforderung Krankenhausmanagement für ärztliche Neueinsteiger. Orientierungshilfen für ein komplexes Arbeitsfeld. medhochzwei Verlag, Heidelberg

Hellmann, W., Hoefert, H.-W.:(Hrsg.) (2012): Das Krankenhaus im demografischen Wandel. Theoretische und praktische Grundlagen zur Zukunftssicherung. medhochzwei, Heidelberg

Hellmann, W., Beivers, A., Radtke, C., Wichelhaus, D. (Hrsg.) (2014): Krankenhausmanagement für Leitende Ärzte. 2. Aufl. medhochzwei Verlag, Heidelberg

Hoefert, H.-W., Hellmann, W. (Hrsg.) (2008): Kommunikation als Erfolgsfaktor im Krankenhaus. economica, Heidelberg

Klackow-Frank (2018): Qualitätsorientierte Rahmenbedingungen die Krankenhausplanung und Vergütung: In: Busch, H. (Hrsg.): Qualitätsorientiertes Qualitätsmanagement. Neue Herausforderungen an Prozesse, Strukturen, Fähigkeiten und Denkweisen. Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft mbH, Düsseldorf. S. 1-21

2          Das Praktische Jahr (PJ) für Studierende der Medizin

 

Das PJ ist das Ausbildungsjahr vor Abschluss des Medizinstudiums. Ziel ist die praktische Anwendung und Vertiefung des bisher im Studium erworbenen medizinischen Wissens und der Erwerb praktischen Handlungswissens für die Patientenversorgung unter Anleitung.

Das PJ erstreckt sich über 48 Wochen (3 Tertiale von je 16 Wochen). Verpflichtend sind Tätigkeiten in den Bereichen Innere Medizin und Chirurgie. Der Bereich für den 3. Teil (Tertial 3) ist frei wählbar, muss jedoch Teil des Fächerkatalogs der Universität sein, in dem das Studium erfolgt. Das PJ beginnt nach der schriftlichen Prüfung (Mai oder September). Die Anmeldung erfolgt beim Dekanat der zuständigen Fakultät.

Ziel des Praktischen Jahrs ist die Anwendung der im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Darauf bezogene Aufgaben ergeben sich wie folgt:

•  Teilnahme an Visiten, ärztlichen Besprechungen und klinischen Konferenzen

•  OP Assistenz

•  Patientenaufnahme, Herstellung venöser Zugänge

•  Arztbrieferstellung

•  Blutabnahmen

Wie deutlich wird, geht es (wie im Studium vor dem PJ) auch im PJ um medizinisch orientierte Fachinhalte. Grundlegende Management- und betriebswirtschaftliche Kenntnisse werden in der Regel nicht vermittelt.

Zum Verständnis der komplizierten und komplexen Zusammenhänge des Krankenhausbetriebes und seiner Herausforderungen (neue Patientenklientele, Notwendigkeit von Teamarbeit etc.) ist es aber zwingend, dass grundlegendes theoretisches und praktisches Handlungswissen zum Management und zur Betriebswirtschaft bei Eintritt ins PJ vorhanden ist (Hellmann 2015, 2016). Die nachfolgenden Kapitel liefern dazu Unterstützung.

Literatur

Hellmann, W. (2015): MHM (Medical Hospital Manager) Junior kompakt- ein neues Kursprogramm zum Erwerb von Grundlagen für das ärztliche Management. Handbuch Integrierte Versorgung. medhochzwei Verlag, Heidelberg, 47. Aktualisierung.

Hellmann, W. (Hrsg.) (2016): Herausforderung Krankenhausmanagement. Studienprogramm absolvieren – Klinisches Management erfolgreich gestalten. Hogrefe, Bern

Hellmann, W., Meyer, F., Ohm, G., Schäfer, J. (Hrsg.) (2019): Karriereplanung für Mediziner. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich. Kohlhammer Verlag, Stuttgart (in Vorbereitung)

Henke, R., Botzlar, A. Ehl, A.(Hrsg.) (2014): Approbation- und danach. Leitfaden zum Berufseinstieg für Ärztinnen und Ärzte. 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. medhochzwei Verlag, Heidelberg

Storz, M. (2018): PJ und Famulatur im Ausland. Springer, Heidelberg

3          Begründung für das Lernprogramm MHM® (Medical Hospital Manager) Junior kompakt