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Die Trainerei entwickelt Prozesse, die nur durch vorherige Analyse in Gang gebracht werden können. Ihren Mitgliedern geht es darum, Komplexität als Ressource zu nutzen, um dadurch eine ganzheitliche Sicht der Dinge zu ermöglichen. In diesem Buch finden Sie Einblicke dazu, auf welcher theoretischen und praktischen Basis das ermöglicht wird. Dabei wird ein buntes und weites Spektrum abgesteckt: Von Überlegungen wie ein gutes Contracting gestaltet werden kann, über eine Einführung in systemische Organisationsberatung bis hin zur Beantwortung der Frage, ob ein hoher Status immer gut ist, finden sich verschiedene Texte zum Thema Trainieren und Beraten in diesem Band. Diese werden durch eine umfangreiche Methodensammlung ergänzt. Es gibt immer Mehr als eine Lösung.
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Die Trainerei – Oder wie wir ticken.
Über diesen Band
TRAINING
Ist hoch immer gut?
Status im täglichen Leben
Irene Zavarsky
Powercube
Peter Steinberger
Der Faktor Zeit im Training:
Contracting.
Gerda Kolb
Wer zahlt schafft an?
Markus Zachbauer
BERATUNG
Reteaming als lösungsfokussiertes Teamcoaching
Clemens Miniberger
Systemische Organisationsentwicklung. Was macht sie aus und was bringt sie?
Maria Pimminger
Beziehungsaufbau am Beginn eines Supervisionsprozesses
Andreas Reiter
WISSENSCHAFT
Was gehen mich die anderen an! Gruppenleitung als Aufgabe von Trainer_innen
Barbara Korb
Schulen und Vielfalt – Vielfalt in der Schule?
Edda Strutzenberger-Reiter
METHODENSAMMLUNG
WORDRAP
Literaturverzeichnis
Im Folgenden stellen wir uns, also die Trainerei, vor. Dafür erzählen wir unsere Entstehungsgeschichte und geben einen Einblick in unsere Arbeitsstrukturen und -weisen.
Angefangen hat alles mit einer gemeinsamen Ausbildung im universitären Kontext. Der Tutoriumstrainer_innenlehrgang 2002/03 (kurz und im Folgenden TTL 03 genannt) umfasste 24 Studierende aus Wien, Graz und Salzburg aus unterschiedlichen wissenschaftlichen, sozialen, regionalen und auch politischen Richtungen. Während der insgesamt etwas über ein Jahr dauernden Ausbildung lernten wir uns mit uns selbst, mit verschiedenen Settings und unterschiedlichen Theorien im Trainingskontext auseinanderzusetzen. Wichtig war hier vor allem der Zugang über die themenzentrierte Interaktion, dem wir nach wie vor einen wichtigen Stellenwert in unserem Arbeiten beimessen. Außerdem lernten wir misstrauisch zu sein und nachzufragen: Wenn eine Gruppe sagt, es sei „eh alles ok“, dann ist ganz bestimmt irgendetwas im Busch!
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung wurde bei uns der Wunsch präsent, weiter gemeinsam zu arbeiten und dafür auch eine organisatorische Grundlage zu schaffen. Als neun New-Comer_innen im Trainingsumfeld gründeten wir unter dem Titel „Trainerei – Zentrum für Training, Beratung und Wissenschaft“ eine Plattform, auf der wir uns vernetzten und unseren Steckbrief auf einer gemeinsamen Homepage präsentierten. Ein wichtiges Anliegen war uns immer ein intervisorischer Zugang, mithilfe dessen wir uns gemeinsam mit den Themen Training, Beratung und Wissenschaft auseinandersetzten. Diese Grundhaltung ist uns bis heute als Teil unserer Professionalität geblieben.
Wir werden Firma!
Nach ein paar Jahren Bestehen als Plattform und vielen Auseinandersetzungen mit uns selbst und anderen wagten wir 2009 schließlich den nächsten großen Schritt: Wir gründeten eine Firma!
Die Idee dazu kam quasi über Nacht, die Ausführung dauerte um einiges länger. Enorm viele grundsätzliche Überlegungen gingen der Unterschrift am Gesellschaftsvertrag voraus: Grenzen wurden ausgelotet, Grundsätze erarbeitet und heftig diskutiert, wir redeten über unser Kund_innenprofil und unser Aufgabenspektrum, Konsens- und Mehrheitsentscheidungen, Firmenautos und Kaffeemaschinen, Todesfälle, Erbschaften, inhaltliche Schwerpunkte und gemeinsame Grundhaltungen, Erfolgskonzepte, Renditen, Zinsen und Gewinnverteilungen, Marketingmaterialien und die Logogestaltung. Schließlich nach vielen langen Nachmittagen und Abenden der Diskussion war der Vertrag zur Unterschrift bereit, die Diskussion um den Namen hatten wir ja glücklicherweise schon zwei Jahre vorher erledigt.
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Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) ist ein Konzept zur Arbeit mit Gruppen, das Mitte der 50er Jahre von Ruth Cohn entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, soziales Lernen und persönliche Entwicklung zu ermöglichen. Wer das Original lesen möchte, dem/der empfiehlt sich: Ruth C. Cohn: „Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion“.
Stuttgart 2013.
Nun kennen wir uns seit mehr als zehn Jahren und unsere Schwerpunkte haben sich dementsprechend weiterentwickelt und diversifiziert: Mittlerweile ist die Trainerei eine Firma mit neun Berater_innen und Trainer_innen, die sich in den Bereichen Outdoorpädagogik, Organisationsentwicklung, Projektberatung, Theaterpädagogik, Hochschullehre, Gender, Diversity und Supervision weitergebildet und spezialisiert haben. Aus einer relativ homogenen Gruppe geistesund sozialwissenschaftlicher Student_innen, die sich in der einen oder anderen Form in der ÖH und dem Tutoriumsprojekt engagierten, wurde eine erfolgreiche Firma mit einem heterogenen Beschäftigungsfeld und diversen methodischen und theoretischen Ansätzen, die aus neun sehr kompetenten und eigenständigen (manche würden sogar behaupten eigensinnigen...), aber auch sehr unterschiedlichen Menschen besteht. Mit diesen Differenzen umzugehen erfordert Mut, Offenheit und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Ganz im Vertrauen geben wir zu: Manchmal finden wir lange Diskussions- und Aushandlungsprozesse auch recht anstrengend und haben uns nicht nur einmal gewünscht, wir wären unkomplizierter und etwas weniger charakterstark...
Unsere Charakteristika: warum (es trotz) Basisdemokratie funktioniert
9 Chef_innen, die alle wissen, wo es langgeht …
Die Trainerei hat neun (!) geschäftsführende Gesellschafter_innen. Jede_r von uns ist Chef_in. „Was, und das funktioniert?“ Eine oft gehörte Frage, auf die wir – mit einem gewissen Stolz antworten können: „Ja, es funktioniert“. Es funktioniert nicht immer völlig reibungslos, aber das tut es mit nur einer Chefin oder einem Chef auch nicht. Basis dafür bildet eine Entscheidungsstruktur, die das Einverständnis von allen braucht, bei der sowohl in Kleingruppen vorgearbeitet werden kann, bzw. bei der jede_r für sich abwägt, wie wichtig der jeweilige Punkt für sie/ihn ist. Kombiniert mit ein wenig Pragmatismus und gewachsenem Vertrauen in die Kolleg_innen führt das zu Entscheidungen, mit denen alle glücklich sind oder zumindest gut leben können. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist das Prinzip der Selbstverantwortung: Wenn mir etwas wichtig ist, dann muss ich mich darum kümmern und kann nicht mein Anliegen anderen umhängen und auf Erledigung hoffen. Diesen Ansatz verfolgen wir übrigens auch in unseren Trainings.
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Trivia
Die erste Idee für die Gründung der Trainerei entstand am Randstein sitzend nach Mitternacht auf einer Studi-Party.„Trainerei“ war anfangs nur der Arbeitstitel.Zwei von uns sind Kampfsportler_innen.Fünf von uns sind in Oberösterreich geboren.Der Firmensitz wird „Headquarter“ genannt.Zu neunt treffen wir uns einmal im Monat, haben kein gemeinsames Büro und schon gar keinen Kopierer.Wir finden, dass unser TTL der Beste war.Von unseren 9 Nachnamen haben 2/3 den Anfangsbuchstaben mit einem anderen Nachnamen gemeinsam und 2/3 enden mit denselben zwei Buchstaben, 1/3 sogar mit denselben sechs Buchstaben.Unsere Entscheidung, miteinander zu arbeiten, fiel auch deswegen, weil wir gewisse Haltungen teilen: So legen wir Wert auf Gerechtigkeit im Allgemeinen und Gendergerechtigkeit im Besonderen, pflegen einen sorgfältigen Umgang mit Diversität und wollen Wertschätzung gegenüber anderen Menschen vermitteln. Gleichzeitig teilen wir einen gewissen Sinn für Humor, sind recht selbstironisch, manchmal ein wenig frech und meistens sehr gesellig. Die Bereitschaft, uns auf andere einzulassen teilen wir ebenso wie die Freude daran, an mehr als einer Lösung und unterschiedlichen Designs zu tüfteln und diese auch in die Realität umzusetzen. Bei all diesen Ähnlichkeiten und unserem Selbstverständnis als Gruppe versuchen wir dennoch, Individualität zu leben und die/den Einzelne_n mit ihren/seinen Eigenheiten ernst zu nehmen.
Im Unterschied zu anderen Organisationen, in denen Menschen mehr oder weniger zufällig miteinander arbeiten, hat unsere Firma familienähnliche Strukturen. Sprich, wir wissen voneinander Dinge, die man in einem anderen Arbeitskontext vielleicht nicht so schnell über (alle) Kolleg_innen erfährt: Wir wissen, wer wie wohnt, mit welchem Fahrzeug wir uns hauptsächlich fortbewegen, wie unser Beziehungsstatus ist, was uns privat beschäftigt, wer wieviel verdient und was für Hobbies wir haben. Wir haben uns füreinander entschieden und irgendwie hat alles, was wir tun, auch für die anderen Konsequenzen – entweder auf einer privaten oder auf einer beruflichen Ebene. Das erleichtert das gemeinsame Arbeiten nicht immer, macht es aber auch um vieles persönlicher – familiärer eben.
Bei Schwierigkeiten, Hilfe holen!
Entsprechend unserer Überzeugung und bedingt durch unsere berufliche Expertise, wissen wir, dass es hilfreich ist, ab und zu einen Blick von außen auf das Eigene zu werfen. Daher wenden wir uns einmal im Jahr an externe Berater_ innen, die uns in unserer Entwicklung und bei speziellen Herausforderungen unterstützen. Ohne diese Unterstützung wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind und wahrscheinlich schon lang nicht mehr zusammen.
Unseren Sinn für Soziales und Geselligkeit leben wir auch im Umgang miteinander: Einmal im Jahr wandern wir einen Tag lang auf unserem Betriebsausflug durch die nähere Umgebung von Wien und auch Weihnachten wird zum Anlass genommen ein gemeinsames Abendessen zu veranstalten, ab und zu sogar mit kleinen Geschenken.
Vom Gefragt werden zum Handeln: Yes, we can!
Wer direkt mit uns in Kontakt treten möchte, kann das bei der viermal im Jahr kostenlos stattfindenden „Rederei“ tun. Dort stellen wir abwechselnd Themen zur Diskussion, die uns im Trainings-, Beratungs- oder Wissenschaftskontext gerade beschäftigen. Das kann die Frage sein, welche Verschwörungstheorien hinter „Gender“ stecken, wie mich ein „Powercube“ unterstützen kann, welche Unterscheidung es jetzt tatsächlich zwischen „Training, Beratung, Coaching und Supervision“ gibt oder welche Methoden der Theaterpädagogik das Leben als Trainer_in erleichtern. Abgerundet wird das meist durch das eine oder andere Getränk in informeller Runde. Seit Herbst 2013 bieten wir auch Workshops und Seminare an, zu denen sich jede_r anmelden kann.
Ziel unserer Arbeit ist es, die Handlungsspielräume unserer Kund_innen zu erweitern. Dabei orientieren wir uns daran, was sie brauchen, was sie mitbringen und welche Ressourcen im jeweiligen Umfeld vorhanden sind. Unser Angebot reicht von (Einzel-)Beratungen, über Coaching, hin zu Supervisionen, Wissensvermittlung, Skill-Trainings oder gruppendynamischen Arbeiten. Dabei agieren wir fachkundig und professionell: Das, was wir tun, ist theoretisch fundiert und mittlerweile durch viel Erfahrung erprobt. Ernsthaft, niveauvoll, sensibel, flexibel, professionell, gewürzt mit Selbstironie versuchen wir, den Ansprüchen unserer Kund_innen gerecht zu werden.
Sie freuen sich auf eine Begegnung mit der Trainerei? Wir freuen uns auf eine Begegnung mit Ihnen!
www.trainerei.at
Das Buch, das Sie in den Händen halten, ist ein gemeinsames Produkt der Mitglieder der Trainerei. Entsprechend unserem Firmennamen „Trainerei – Training Beratung Wissenschaft“ gliedert sich dieser Band in drei Teile. Dies sind die drei Bereiche, in denen wir tätig sind und uns Expertise angeeignet haben.
Mit diesem Buch geben wir Einblick in unseren theoretischen und praktischen Zugang zum Trainieren und Beraten und stecken ein buntes und weites Spektrum ab, wie es Kennzeichen unserer Firma ist: Von Überlegungen wie ein gutes Contracting gestaltet werden kann, über einen theoretischen Einblick in Organisationsberatung bis hin zur Beantwortung der Frage, ob ein hoher Status immer gut ist, finden sich verschiedene Texte in diesem Band. Wir erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, würden uns aber freuen, wenn Sie einen Einblick in unsere Tätigkeiten und Hintergründe bekommen und dadurch auch besser nachvollziehen können, wie wir arbeiten, wenn wir trainieren oder beraten. Sollten Sie selbst schon länger in der Trainings- und Beratungspraxis stehen, finden Sie hier vielleicht die eine oder andere neue Idee, Anregung oder einen Denkanstoß, den Sie gerne weiterverfolgen möchten! Im ersten Teil, „Training“ finden Sie theoretische Überlegungen und Modelle zur Trainingspraxis:
Irene Zavarsky stellt hier Keith Johnstones Konzept des „Status“ vor. Dieses Konzept stammt ursprünglich aus dem Improvisationstheater: Wenn eine Geschichte spannend sein soll, so ist es wichtig, dass immer eine Person statushöher und eine -niedriger ist. Das heißt, eine Person gibt den Ton an, eine andere folgt. Da Theater das Leben in komprimierter Form ist, kann Status auch auf unser tägliches Handeln übertragen werden. Irene Zavarsky stellt klar, dass es nicht immer gut ist, über einen „hohen“ Status zu verfügen und verdeutlicht das anhand eingängiger Beispiele aus dem alltäglichen Leben.
In seinem Artikel „Power Cube“ beschäftigt sich Peter Steinberger mit der Frage, ob wir uns als Gesellschaft jahrzehntelang mit dem falschen Fokus beschäftigt hätten und ob es nicht schlauer wäre, wenn wir uns mehr auf unsere Talente und Stärken konzentrieren würden. Aus Sicht der Positiven Psychologie lautet seine Antwort: Ja! Neben einem kurzen Überblick über die wichtigsten Forschungsstränge und Erkenntnisse aus dieser psychologischen Richtung gibt der Autor noch eine praktische Übung mit auf den Weg, die sich leicht in den Alltag übertragen lässt und uns immer wieder in spielerischer Form an unsere Stärken erinnert: den Power Cube. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, nur dass dieser Würfel so manchen Schreibtisch der Trainerei-Mitglieder ziert.
Anhand eines Fallbeispiels stellt Gerda Kolb dar, welche Bedeutung eine Vorbesprechung und genaue Zielklärung im Falle eines Trainings haben. Ein Team, das an einem Arbeitstag Konflikte bearbeiten, Kommunikationsformen besprechen, präsentieren lernen und dazu noch praktische Übungen machen möchte, überfordert mit diesen Wünschen sowohl sich als auch die/den Trainer_in. Dies schon im Vorfeld zu klären, hilft, einen für alle Beteiligten qualitativ hochwertigen und motivierenden Trainingstag durchzuführen. Gerda Kolb zeigt auch auf, dass durch das Zutagekommen der verschiedenen Ziele und Wünsche auch andere Angebote wie Supervision in Anspruch genommen werden können.
Dass Erwartungsklärung und Vorgespräche zwar wichtig sind, sich Ziele und Wünsche der Teilnehmer_innen aber im Verlauf eines Seminars ändern können, zeigt Markus Zachbauer wiederum in seinem Beitrag auf. Er geht der Frage nach, wie Trainer_innen es handhaben können, wenn Auftraggeber_innen und Teilnehmer_innen eines Seminars nicht ident sind. Dass hier im Verlauf des Seminars adaptiert und nachjustiert werden muss, stellt er als zentrale Aufgabe von Trainer_innen dar. Der Autor verweist auch darauf, dass in einem ersten Gespräch starke Filter wirken, die verhindern, dass konflikthafte Themen angesprochen werden. Zur Professionalität von Trainer_innen gehört es demnach, sich auf die Spur nach verborgenen und versteckten Themen zu machen und sich auch der Vorläufigkeit von Erstgesprächen bewusst zu sein.
Der zweite Teil des Buchs beschäftigt sich mit Organisationsentwicklung und Beratungsinstrumenten:
Clemens Miniberger stellt in seinem Artikel das aus der lösungsfokussierten Therapierichtung kommende Modell des „Reteaming“ vor. Zentral ist dabei der Blick auf die Zukunft, die Vision davon, wie eine bessere Situation für alle Teammitglieder aussehen könnte. Dieses Modell wird bei Problemlösung, Teambildung und Bewältigung von Veränderungen eingesetzt und unterstützt Gruppen sich zu reorganisieren und neu zu strukturieren. Neben einer theoretischen Einführung stellt der Autor die zwölf Ablaufschritte von „Reteaming“ vor.
Das Konzept der systemischen Organisationsberatung präsentiert Maria Pimminger in ihrem Artikel. Ausgehend von einer Untersuchung, die sie im Rahmen ihrer Master-Arbeit zur Frage, wie Beteiligte die Wirkung von Organisationsentwicklung sehen, durchgeführt hat, führt sie vor Augen, dass schon kleine Veränderungen große Wirkung haben können, denn alle Beteiligten erlebten die Schritte in der Organisationsberatung als sehr effektiv und für sie hilfreich. Die (abstrakten) Meta-Ziele von Organisationsentwicklung sind die Steigerung von Humanität und Effektivität. Ein genauer Blick auf die Prinzipien, die es aus Sicht der systemischen Organisationsentwicklung braucht, um diese Ziele zu erreichen, runden ihren Text ab.
Andreas Reiter arbeitet seit einigen Jahren als Supervisor mit Jugendlichen, die wenig Erfahrung mit diesem Setting haben. Seine Tätigkeit in diesem Feld reflektiert er vor dem Hintergrund der themenzentrierten Interaktion und stellt für ihn wichtige Punkte in dieser Form des Arbeitens vor: Die Verantwortung als Supervisor_in liegt darin, Räume zur Reflexion anzubieten. Diese können aufgrund einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Supervisor_in und Klient_innen genutzt werden, wenn auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung geachtet wird. Eine Haltung, die ein Stück Selbstoffenbarung von Seiten der/des Supervisorin/s verlangt, ist dem förderlich. Der Autor weist darauf hin, dass das gerade bei jungen Menschen wichtig ist, da sie dazu tendieren, den/die Supervisor_in – ihrer schulischen Sozialisation folgend – als Lehrer_in wahrzunehmen. Als Supervisor_in geht es eben nicht darum, in einem hierarchischen Gefüge zu stehen, sondern ein spezielles Beziehungsangebot zu machen, so die Konklusio dieses Textes.
