3,99 €
Verbale Selbstverteidigung Grenzensetzen ist eine kommunikative Strategie, die uns sowohl im Alltag als auch in Ausnahmesituationen helfen kann. Der Erfolg hängt dabei von unserer Überzeugungskraft ab. Dieses Buch beinhaltet Übungen aus der Selbstverteidigung, die in kurzer Zeit zu mehr Durchsetzungsstärke verhelfen - einfach und praxisnah.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2025
Der Autor Mag. Wilhelm Haager ist ausgebildeter Lehrer für Psychologie, Philosophie und Sport. In seiner Diplomarbeit verglich er Persönlichkeitseigenschaften von Menschen in verschiedenen kämpferischen Sportarten. 2009 begann er mit dem Training in japanischer Kampfkust, später rückte Combatives ins Zentrum seiner Beschäftigung mit Selbstverteidigung. Seit 2023 leitet er Selbstverteidigungskurse hauptberuflich. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Kurse ist das Training von Kommunikation. Überdies bietet er separate Kurse zum Thema Grenzen setzen an. Das vorliegende Buch fußt auf dieser Grundlage.
Danke! an zwei Menschen an dieser Stelle:
Bei der Überarbeitung des Buches half mir meine Schwester Christine, was für das Finden vieler Fehler hilfreich war.
Das Coverbild und die Idee dafür habe ich Jasmin Lindorfer zu verdanken. Die eigens gemachte Zeichnung, die ich zuvor als Entwurf hatte, konnte damit nicht mithalten.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch ist keine Therapie! Die beschriebenen Übungen können durchaus persönlich hilfreich sein. Aber Menschen mit schweren psychischen Belastungen sollten sich davon keine Heilung erwarten.
1 Einleitung
2 Warum Grenzen setzen?
2.1 Warum du Grenzen setzen lernen musst
2.2 Agreeableness: ein Übermaß an Toleranz?
2.3 Gefährliche Situationen: Grundlagen zum Thema Selbstverteidigung
3 Wann und Wie Grenzen setzen?
3.1 Wann ist Grenzensetzen sinnvoll?
3.2 Ausbrechen aus dem Teufelskreis der Nachgiebigkeit
3.3 Warum „Nein“ oft nicht verstanden wird
3.4 Die Grenzensetzen-Werkzeugkiste
3.5 Zähne zeigen: Präventives Grenzensetzen
4 Was sonst, wenn nicht Grenzen setzen?
4.1 Deeskalation: Wenn Grenzen setzen keinen Sinn macht
4.2 Alternative Strategien
5 Übungen
5.1 Lass das!
5.2 Mein Bereich!
5.3 Die Warteschlange
5.4 Komplexere Übungen
5.5 „Lachst du über mich?“ – Deeskalieren üben
5.6 „Ja – Nein“: Ein Mini-Spiel
5.7 Streiten üben: Die Twini-Diskussion
6 Ein abschließender Appell
Kommunikation folgt einem unsichtbaren Regelwerk, bei dem einzelne (verbale und nonverbale) Aspekte mehrere andere beeinflussen. Bedienen wir die richtigen Stellschrauben, können wir unseren gesamten Ausdruck verbessern.
Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke, Tonlage, das Halten oder Vermeiden von Blickkontakt, Handbewegungen, der Gesichtsausdruck, wie jemand steht oder geht, . . .
Unzählige Signale beeinflussen die Kommunikation. Einzelne Aspekte davon kann man bewusst beobachten, aber nicht alle. Dafür ist das System zu komplex. Die Übersicht geht schnell verloren. Aber das Wichtigste ist der Gesamteindruck. Er entscheidet, wie wir eine Botschaft zu deuten haben.
Mittels unbewusst ablaufender Prozesse wird eine unvorstellbar große Menge an Information verarbeitet, die schließlich in einer emotionalen Wahrnehmung resultiert. Manche beschreiben es als Bauchgefühl, andere nennen das Intuition.
Der Subtext von Gesprochenem lässt uns vieles wahrnehmen. So können wir beispielsweise Sakrasmus erkennen oder Kritik, die taktvoll versteckt geäußert wurde. Einigen von uns gelingt das besser als anderen. Vor allem aber müssen wir in der Lage sein, bestimmte grundlegende Gemütszustände zu bemerken.
Höchste Priorität hat dabei die Erkennung von Gefahren. Deshalb funktioniert die Wahrnehmung von Aggressivität schnell, relativ zuverlässig, interkulturell und oft sogar artenübergreifend.
Ein Tier, das sich groß macht, die Zähne zeigt und ein plötzliches, lautes Geräusch von sich gibt, will, dass wir den Abstand vergrößern. Wir verstehen das – auch, wenn es uns nie erklärt wurde. Das Funktionieren von so grundlegenden kommunikativen Signalen ermöglicht z. B., dass sich Katzen oft gegenüber größeren Tieren durchsetzen.
Wir Menschen sind in unserer zivilisierten Welt an einen ungefährlichen Alltag gewöhnt. Die Gefahr körperlicher Auseinandersetzungen ist selten geworden. Konflikte werden üblicherweise mit Worten ausgetragen. Doch der Ausgang eines Konfliktes hängt meist nicht am sachlogischen Inhalt der Worte. Entscheidend ist, was emotional vermittelt und wahrgenommen wird. – Und damit wollen wir arbeiten.
Manchmal müssen wir uns vor Schädigung oder ungewollter Beeinflussung anderer schützen. Unsere schützende Verantwortung betrifft dabei manchmal unseren eigenen Körper, manchmal andere Menschen (z. B. unsere Familie), manchmal unseren Besitz und manchmal vielleicht unser Ansehen. Wann immer möglich, gehen wir dabei kommunikativ vor. Einen Kampf wollen wir vermeiden. Das wird Grenzen setzen genannt.
Um dabei erfolgreich zu sein, reicht es nicht, zu betonen, dass wir es ernst meinen. Damit unser Gegenüber uns glaubt, müssen wir ihm das Gefühl vermitteln, dass wir dazu fähig und bereit sind, uns durchzusetzen.
Wie das funktioniert, ist Gegenstand dieses Buches. Grundlegende Fragen dabei sind, welche verbalen und nonverbalen Elemente wir dafür sinnvollerweise trainieren sollen, und wie wir dabei am besten vorgehen. Antworten darauf haben sich in den letzten Jahren in meinen Kursen herauskristallisiert.
