Mein Fliegerleben (Autobiographie) - Ernst Udet - E-Book
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Mein Fliegerleben (Autobiographie) E-Book

Ernst Udet

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Beschreibung

Ernst Udet, einflussreicher deutscher Flieger und Akrobatiker, präsentiert in 'Mein Fliegerleben' seine faszinierende Autobiographie. Das Buch bietet einen tiefen Einblick in Udets bemerkenswertes Leben als Luftfahrtpionier und seine bedeutende Rolle in der deutschen Luftwaffe während des Ersten Weltkriegs. Udets literarischer Stil ist prägnant und packend, was es dem Leser ermöglicht, in seine Welt der fliegenden Maschinen einzutauchen. Die Autobiographie wird durch persönliche Anekdoten und eindringliche Beschreibungen von Luftkämpfen geprägt, was dem Werk Authentizität verleiht und den Leser in den Bann zieht. Durch 'Mein Fliegerleben' erhält der Leser einen neuen Blick auf die historische Bedeutung der Luftfahrt und die Herausforderungen, mit denen die Piloten konfrontiert waren. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Ernst Udet

Mein Fliegerleben

Bereicherte Ausgabe.
Einführung, Studien und Kommentare von Isabella Heinrich

(Autobiographie)

Books

- Innovative digitale Lösungen & Optimale Formatierung -
Bearbeitet und veröffentlicht von Musaicum Press, 2017
ISBN 978-80-272-1549-2

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Synopsis
Historischer Kontext
Mein Fliegerleben (Autobiographie)
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate
Notizen

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Zwischen himmelstürmender Freiheit und der Schwerkraft der Geschichte entfaltet sich eine Lebensgeschichte im Zeichen des Fliegens. Ernst Udet führt in seiner Autobiographie in jene Zone, in der technische Kühnheit auf existenzielle Entscheidungen trifft. Das Buch macht erfahrbar, wie der Traum vom Fliegen nicht nur eine individuelle Passion ist, sondern stets mit den Kräften seiner Zeit ringt. Schon die ersten Seiten spannen diesen Bogen, ohne Pathos zu erzwingen: Der Himmel erscheint als Raum der Möglichkeiten, aber auch als Bühne realer Risiken. So eröffnet sich eine Lektüre, die Abenteuerlust, Ernst und historische Sensibilität miteinander verschränkt.

Mein Fliegerleben ist eine Autobiographie und wurde erstmals 1935 veröffentlicht. Verortet ist das Werk in den Cockpits und auf den Flugplätzen des frühen 20. Jahrhunderts, vor allem im Umfeld des Ersten Weltkriegs und der sich anschließenden zivilen Luftfahrt. Udet schildert sein Leben als Pilot, ohne sich in reine Technikprosa zu verlieren. Stattdessen verbindet er persönliche Erfahrungen mit Beobachtungen zur jungen Luftfahrtkultur. Der Schauplatz ist nicht nur geographisch, sondern auch mental: die Schwelle zwischen Pioniergeist und kriegsbedingter Instrumentalisierung. Dadurch entsteht ein historisch anschauliches Panorama, das private Perspektive und Zeitgeschichte organisch zusammenführt.

Die Ausgangssituation ist die eines jungen Mannes, den die magnetische Anziehung des Himmels in eine neue Profession ruft. Schritt für Schritt öffnet sich dem Lesenden die Welt des Fliegens: das Ringen mit Maschinen, die Disziplin am Platz, die Logik von Wind, Wetter und Nerven. Die Erzählstimme wirkt nah und direkt, durchdrungen von Energie, ohne die Realität zu beschönigen. Stilistisch wechseln lebendige Szenen mit kompakten Reflexionen; der Ton ist zugewandt, gelegentlich lakonisch, oft von Tempo getragen. Das Leseerlebnis gleicht einem stetigen Steigflug: anschaulich, spannungsreich, dabei bewusst in der Darstellung der Grenzen menschlicher Kontrolle.

Zentrale Themen sind Wagemut und Verantwortung, Teamgeist und Konkurrenz, Technikfaszination und die physische wie psychische Belastung des Fliegens. Udet erzählt, wie Entscheidung und Zufall, Vorbereitung und Intuition im Cockpit zusammenwirken. Der Text beleuchtet den Gegensatz zwischen romantisierter Luftfahrt und nüchterner Praxis: Startlisten, Materialgrenzen, Blickdisziplin und das akribische Messen von Distanzen. Zugleich verhandelt er die Frage, was Mut bedeutet, wenn Sicherheit und Risiko in Sekundenbruchteilen kippen können. Diese Spannung trägt das Buch, ohne in Heroisierung zu verfallen; vielmehr zeigt es, wie Erfahrungswissen entsteht und welche Kosten es fordern kann.

Als Zeitdokument spiegelt das Buch die Aufbruchsstimmung einer Epoche, in der Flugzeuge von wackligen Apparaten zu Symbolen moderner Mobilität wurden. Es zeigt, wie sich Öffentlichkeit, Medien und Technikerwartungen an Pilotengestalten heften und deren Selbstbild prägen. Mein Fliegerleben verknüpft Augenzeugenschaft mit erzählerischem Gestus: persönliche Anekdoten stehen neben Momenten konzentrierter Sachlichkeit. Gerade diese Mischform macht die Darstellung vielstimmig. Der historische Kontext bleibt spürbar, ohne die individuelle Perspektive zu übertönen. So entsteht ein vielschichtiges Bild der frühen Luftfahrt, das sowohl Faszination als auch Ambivalenzen sichtbar macht.

Für heutige Leserinnen und Leser bleibt das Werk relevant, weil es die Beziehung von Mensch und Maschine in einer Startphase technischer Beschleunigung beleuchtet. Wer über Risiko, Professionalität und Entscheidungsdruck nachdenkt – ob in Technik, Sport oder Krisenmanagement – findet hier eine anschauliche Schule der Wahrnehmung und Prioritätensetzung. Zugleich lädt das Buch zu einer kritischen Lektüre historischer Selbststilisierung ein: Wie entstehen Legenden? Wo kollidieren Erzählung und Erfahrung? Diese Fragen schärfen den Blick auf gegenwärtige Debatten über Sicherheit, Verantwortung und die Erzählbarkeit extremer Situationen.

Mein Fliegerleben bietet damit mehr als Luftfahrtchronik: Es ist eine Erkundung der inneren Topografie des Fliegens, geschrieben aus unmittelbarer Nähe zu Steuerknüppel, Instrumenten und Entscheidungsmomenten. Der Text vermittelt Tempo und Präzision, ohne die poetischen Aspekte des Erlebens zu verdrängen. Wer eine authentische, lebendige und zugleich reflektierte Stimme sucht, findet hier einen gut komponierten Zugang zur Frühzeit des Motorflugs. Die Lektüre öffnet ein Fenster zu historischen Erfahrungen, die über ihre Epoche hinausweisen – nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als konzentrierte Einladung zum Nachdenken über Können, Glück und Verantwortung.

Synopsis

Inhaltsverzeichnis

Mein Fliegerleben ist Ernst Udets autobiographischer Bericht, erschienen in den 1930er Jahren. Er zeichnet den Weg vom staunenden Technikbegeisterten zum erfahrenen Flieger nach und ordnet persönliche Erlebnisse in die Umbrüche der Epoche ein. Die Erzählung verläuft konsequent chronologisch und verbindet szenische Passagen mit nüchternen Beobachtungen zu Flugtechnik, Ausbildung und Einsatzabläufen. Stationen sind die ersten Flugversuche, die Bewährung im Ersten Weltkrieg, die fragile Zivilkarriere danach und die neue Dynamik der deutschen Luftfahrt. Leitmotive sind Neugier, Wagemut, Kameradschaft und Verantwortung. Udet präsentiert Fliegen als Handwerk und Lebensform, geprägt von Regelwerk, Improvisation und den Zwängen einer beschleunigten Moderne.

Im ersten Teil schildert Udet seine frühe Begeisterung für Maschinen und Höhen, die ihn aus einem bürgerlichen Umfeld an improvisierte Flugfelder führt. Er beschreibt, wie er sich Grundkenntnisse aneignet, an einfachen Geräten übt und mit begrenzten Mitteln Unterricht organisiert. Das Umfeld der Vorkriegsfliegerei erscheint als Mischung aus Tüfteln, Schaustellung und sportlichem Ehrgeiz, in dem Regeln erst allmählich entstehen. Rückschläge, Bruchlandungen und provisorische Reparaturen markieren den Lernprozess ebenso wie das wachsende Vertrauen in Material und Sinne. Diese Anfänge etablieren zentrale Fragen des Buches: Was ist verantwortbar, wenn Neugier die Grenzen verschiebt, und wie viel Risiko darf Begeisterung eingehen?

Mit Kriegsbeginn verändert sich der Erfahrungsrahmen grundlegend. Udet skizziert Ausbildung, Fronteinsatz und die Anpassung an neue Taktiken, die aus der Luftbeobachtung einen eigenständigen Jagdauftrag formen. Er zeigt, wie Teamarbeit, Funkdisziplin und Bewaffnung die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen, während Wetter, Technikversagen und überraschende Gegnerlagen das Risiko prägen. Der Ton wird nüchterner: Das zuvor spielerisch Erprobte wird zur Frage der richtigen Entscheidung in Sekunden. Mentoren, Werkstätten und Bodenpersonal treten als unsichtbare Mitautoren der Einsätze hervor. Damit verschiebt sich der Fokus von spektakulären Manövern zu Verfahren, Checklisten und der Kunst, unter Druck Fehlerquellen früh zu erkennen und abzustellen.

Im weiteren Verlauf schildert Udet markante Einsätze und Wendepunkte, die ihn zu einem der bekanntesten deutschen Jagdflieger machen. Er berichtet von Lernkurven im Kurvenkampf, von improvisierten Verbesserungen an Bewaffnung und Sicht, von der Bedeutung verlässlicher Flügelmänner. Zwischen Erfolgen stehen Verluste, Navigationsirrtümer und Situationen, in denen Glück und Können kaum zu trennen sind. Immer wieder reflektiert er das Spannungsfeld zwischen sportlicher Fairness und der Härte eskalierender Luftkriegsführung, ohne Pathos, aber mit spürbarer Ambivalenz. Führungserfahrungen bringen neue Lasten: Urteile über Einsatzbereitschaft, Verantwortung für andere und die Schwierigkeit, nach Gefechten Ruhe zu bewahren.

Nach dem Kriegsende richtet sich der Blick auf Abrüstung, Verbotssituationen und die Suche nach neuen Betätigungsfeldern. Udet beschreibt, wie er mit Kunstflug, Vorführungen und technischen Aufträgen eine zivile Existenz aufbaut und zugleich das fliegerische Können weiterentwickelt. Filmprojekte, Flugreisen und Werbeeinsätze öffnen andere Bühnen, stellen aber eigene Anforderungen an Planung, Sicherheit und Publikumswirkung. Die Improvisationskultur bleibt präsent: fehlende Ersatzteile, wechselnde Plätze, unberechenbares Wetter. In diesen Kapiteln tritt das Fliegen als Beruf mit kreativen und ökonomischen Zwängen hervor, während das Pathos der Front dem nüchternen Kalkül weicht, Risiken zu beherrschen und dennoch die Faszination sichtbar zu halten.

Mit der Wiederbelebung der Luftfahrt in den 1930er Jahren verschieben sich Rahmenbedingungen, Professionalität und Öffentlichkeit. Udet schildert Testflüge, Zusammenarbeit mit Konstrukteuren und die Popularisierung des Luftsports. Der Ton bleibt technisch-pragmatisch: Leistung, Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit zählen, ebenso Unterricht, Sicherheitsregeln und Vorbildwirkung. Zugleich zeigen Bürokratie, Materialknappheit und organisatorische Reibungen, wie verletzlich ehrgeizige Projekte bleiben. Politische Kontexte werden gestreift, ohne den Erzählfokus zu verlassen: Maßgeblich ist die Frage, wie sich individuelle Leidenschaft in institutionelle Abläufe übersetzt. Die Kapitel verknüpfen Erfahrungswissen mit einem Plädoyer für solide Ausbildung und verantwortungsbewusstes Handeln, jenseits spektakulärer Rekorde. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an die Risiken allgegenwärtig.

Am Ende steht weniger ein Heldenmythos als eine Bilanz des Fliegens als Handwerk und Lebensschule. Udet akzentuiert die doppelte Natur der Luftfahrt: Sie bietet Freiheit, Überblick und Präzision, verlangt jedoch Disziplin, Teamgeist und die Bereitschaft, Grenzen zu akzeptieren. Freundschaft, Erinnerungskultur und Lernprozesse bilden Gegenpole zu Ruhm und Spektakel. Die Autobiographie wirkt nach, weil sie Begeisterung vermittelt und zugleich vor Selbstüberschätzung warnt. Sie zeigt, wie Fortschritt Verantwortung erzeugt und wie Entscheidungen unter Zeitdruck Tragweite gewinnen. Die Erzählung bleibt bewusst vorläufig und lässt Raum für Bewertung, ohne entscheidende spätere Entwicklungen vorwegzunehmen oder zu fixieren.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Ernst Udets Autobiographie entstand vor dem Hintergrund des späten Kaiserreichs und der rasanten Frühzeit der Luftfahrt in Deutschland. Udet wurde 1896 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in München auf, wo sich um 1910 ein lebendiges Umfeld aus Flugvereinen, Werkstätten und technischen Hochschulen bildete. Prägende Institutionen waren der Deutsche Luftflotten-Verein, die Otto-Flugmaschinenfabrik in München sowie die 1911 eingerichtete Inspektion der Fliegertruppen (Idflieg), welche Ausbildung und Beschaffung steuerte. Mit Kriegsbeginn 1914 wurden die Fliegertruppen rasch zu einem eigenen Waffenzweig ausgebaut. Dieses institutionelle Gefüge, kombiniert mit städtischer Technikbegeisterung, bereitete den Boden für Udets frühe fliegerische Sozialisation.

Der Erste Weltkrieg verwandelte die Fliegerei von einer experimentellen Nische in ein entscheidendes Aufklärungs- und Jagdinstrument. Anfangs dominierten Beobachtungsflüge, doch mit Synchronisationsgetriebe und Maschinengewehren entstanden 1915/16 spezialisierte Jagdstaffeln. Oswald Boelckes taktische Grundsätze prägten Ausbildung und Einsatz, während Typen wie der Fokker Eindecker, später Albatros- und Fokker-Jagdflugzeuge, technische Maßstäbe setzten. In diesem Umfeld avancierte Udet zum erfolgreichsten lebenden deutschen Jagdflieger nach Manfred von Richthofen: Ihm wurden 62 Luftsiege bestätigt. 1918 erhielt er den Pour le Mérite. Das Werk spiegelt diese Evolution, indem es Frontalltag, Ausbildungswege und den neuen Kriegerhabitus der Jagdflieger aus unmittelbarer Perspektive nachzeichnet.

Die deutsche Öffentlichkeit verfolgte den Luftkrieg mit besonderer Faszination. Pressefotografien, Feldpostkarten und Berichte über „Fliegerasse“ dienten der Moral, und Auszeichnungen wie das Eiserne Kreuz oder der Pour le Mérite erhielten Symbolkraft. Die berühmten Jagdverbände um Manfred von Richthofen formten ein Elitebild, das Ritterlichkeit beschwor, obwohl Verlustraten hoch blieben und der Luftkampf zunehmend industrialisiert war. Udet wurde in diesem Kontext zur prominenten Figur und zum gefragten Interviewpartner. Sein Buch greift diese mediale Inszenierung auf, dokumentiert aber zugleich Technik, Ausbildung und riskante Einsatzpraxis, die hinter den ikonischen Porträts von Maschinen und Piloten stand.

Nach 1918 bestimmten Demobilisierung und der Versailler Vertrag die deutsche Luftfahrt. Militärische Fliegerverbände wurden aufgelöst, Motorflugzeuge stark eingeschränkt; Segelflug an Orten wie der Wasserkuppe hielt Technik und Gemeinschaft am Leben. Udet suchte im zivilen Sektor neue Wege: Er gründete 1921 die Udet Flugzeugbau GmbH, deren Schulflugzeug U 12 „Flamingo“ breite Verwendung fand, bevor das Unternehmen 1925 scheiterte. Anschließend trat er als Kunst- und Vorführpilot in Europa und Amerika auf. Diese Übergangsphase spiegelt das Buch in Berichten über improvisierte Technik, Flugplätze im Aufbau und wirtschaftliche Unsicherheiten, die das zivile Fliegen der frühen Weimarer Jahre prägten.

In der Zwischenkriegszeit verbanden sich Luftfahrt und Massenkultur. Udet wirkte mit dem Regisseur Arnold Fanck und Leni Riefenstahl an aufwendig gedrehten Berg- und Abenteuerfilmen mit, darunter Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929), Stürme über dem Mont Blanc (1930) und SOS Eisberg (1933). Parallel absolvierte er Schau- und Kunstflüge, auch bei internationalen Veranstaltungen. 1933 reiste er in die USA, flog Curtiss-Jagdflugzeuge und erwarb Maschinen dieses Typs. Seine Vorliebe für steile Sturzflüge wurde dadurch verstärkt und floss später in deutsche Erprobungen ein. Das Buch zeichnet diese vernetzte Kultur von Technik, Kino und Spektakel anschaulich nach.

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 veränderte sich der Rahmen grundlegend. Die Luftwaffe wurde 1935 offiziell aufgebaut; Veteranen galten als Prestige- und Werbeträger. Mein Fliegerleben erschien 1935 in Berlin und traf auf eine durch Gleichschaltung geprägte Verlagslandschaft, in der Kriegs- und Fliegererinnerungen breite Resonanz fanden. Udet wurde von Hermann Göring in Aufgaben der Luftfahrttechnik und Beschaffung gezogen und war später maßgeblich an der Förderung des Sturzkampfflugzeugs Ju 87 beteiligt. Das Buch steht damit an der Schnittstelle zwischen persönlicher Kriegserfahrung und der Re-Militarisierung, die das Dritte Reich öffentlichkeitswirksam inszenierte. Gleichzeitig intensivierten staatliche Medien die Heroisierung der Fliegertradition, etwa in Ausstellungen, Schulbüchern und Wochenschauen.

International trieben die 1920er und 1930er Jahre Rekord- und Linienflüge die Zivilluftfahrt voran: Transatlantikleistungen wie Charles Lindberghs Flug 1927, Post- und Passagiernetze von Gesellschaften wie der 1926 gegründeten Deutschen Luft Hansa prägten öffentliche Erwartungen. Gleichzeitig florierte eine Erinnerungskultur des Weltkriegs, in der Frontkämpferliteratur und Fliegermemoiren hohe Auflagen erzielten. Der Luftkrieg wurde dort häufig als „ritterlich“ stilisiert und von den Massenverlusten des Stellungskriegs abgesetzt. Mein Fliegerleben ordnet sich in diese Strömung ein, indem es technische Meisterschaft, Kameradschaft und persönliche Bewährung betont, ohne die militärische Logik der Zeit zu hinterfragen. Zugleich prägten Illustrationen, Vortragsreisen und Neuauflagen die breite Rezeption.

Als Zeitdokument der 1930er Jahre vermittelt Mein Fliegerleben, wie persönliche Kriegserinnerung, technischer Fortschrittsglaube und nationale Selbstvergewisserung ineinandergreifen. Die Autobiographie stellt die Jagdfliegerei als Schule der Disziplin und Virtuosität dar und verknüpft die Erfahrungswelt des Kaiserreichs mit der erneuten Aufrüstung. Sie kommentiert ihre Epoche, indem sie den Mythos des sauberen Luftkriegs bestätigt, die mediale Heldenerzählung fortführt und die Attraktivität neuer Flugtechnik feiert. Zugleich macht sie sichtbar, welche Kontinuitäten von 1914–1918 bis in die Kulturpolitik der 1930er reichen. Gerade darin liegt ihre Bedeutung als historischer Kommentar über Krieg, Moderne und Öffentlichkeit. Ihre Popularität belegt den Zeitgeist.

Mein Fliegerleben (Autobiographie)

Hauptinhaltsverzeichnis
Flug über Feindesland
Erste Kämpfe
Der Tod fliegt schneller
Richthofen
Heimkehr
Das Ende
Neuer Start
Vier Männer in Afrika
Amerika im Fluge
Am Rande der Welt
Ausklang
Anhang

Mit 77 Abbildungen

Im Deutschen Verlag – Berlin 301.-350. Tausend Printed in Germany Copyright 1935 by Deutscher Verlag, Berlin

Ich schreibe dieses Buch für die Jugend, die nach uns kommt. Denn sie wird einst der Richter unserer Taten sein. Ich widme es meinen toten Kameraden. Denn sie haben das Beste von uns allen getan. Und wenn ich sonst noch einen Zweck mit diesem Buch verbinde, so ist es der: ich möchte zeigen, daß es das Schicksal jedem von uns in die eigene Hand gegeben hat, ob wir Krämer sein wollen oder Soldaten, ob wir das Leben genießen wollen oder unser Glück für nichts achten vor einer Idee, die die kleine Barke unseres Daseins in den ewigen Strom der Geschichte hinausträgt.

Flug über Feindesland

Inhaltsverzeichnis

Als ich in unsere Stube trete, ruft mir Niehaus schon an der Tür entgegen: »Udet, sofort zu Leutnant Justinus kommen, er hat schon zweimal nach dir geschickt!«

Ich rücke die Mütze gerade, Kokarden in Verlängerung des Nasenrückens, und gehe den langen, grauen Kasernenflur entlang[1q]. Die Flugschüler kommen von einem Übungsmarsch zurück, mit Karabiner und Tornister klappern sie an mir vorbei[2q].

Ich überlege: Was kann Justinus von mir wollen? Ob er erfahren hat, wer dem Hauptmannshund Benzin unter den Schwanz gespritzt hat? Wäre komisch, wenn er sich darum kümmerte. Denn er ist schließlich nur nach Darmstadt kommandiert, um Piloten für seine Abteilung auszusuchen. Mit dem inneren Betrieb der Fliegerersatzabteilung hat er nichts zu tun.

Der »Aeroklub 1900« als Zaungast bei den Ottowerken[1]

Eine schmale Tür, ein weißes Pappschildchen »Lt. Justinus«. Ich klopfe, trete ein.

Justinus liegt auf dem Bett, in Hemdsärmeln. Der Waffenrock hängt über der Stuhllehne, das Band des Eisernen Kreuzes leuchtet aus dem zweiten Knopfloch. Draußen vor dem offenen Fenster flirrt ein heißer Sommertag.

Der erste Gleitflugapperat wird gebaut

Ich stehe stramm[3q].

»Setzen Sie sich, Udet!« sagt Justinus, reckt sein Bein aus und fegt einen Stoß Zeitungen vom Stuhl auf den Boden herunter.

Ich setze mich und sehe ihn erwartungsvoll an.

»Wie alt sind Sie eigentlich?« beginnt er unvermittelt.

»Neunzehn Jahre, Herr Leutnant!«

»Hm«, brummt er, »bißchen jung!«

»Aber ich werde bald zwanzig«, füge ich eilig hinzu, »nächstes Jahr im April.«

Um seine Augen bilden sich Lachfältchen. »Na, da beeilen Sie sich mal«, sagt er. »Und wie sind Sie zur Fliegerei gekommen?«

Ich fange an zu begreifen, was er von mir will.

»Ende Vierzehn wurde ich als freiwilliger Motorradfahrer entlassen«, berichte ich eifrig, »und da habe ich mich sofort bei einer Fliegerersatz-Abteilung gemeldet. Bin aber nicht genommen worden.«

»Weshalb?«

»Weil ich damals noch zu jung war«, gebe ich zögernd zu. Justinus lächelt wieder. »Und dann?« fragt er.

»Dann habe ich mich als Zivilflieger ausbilden lassen. Bei den Ottowerken in München.«

»Auf eigene Kosten?«

»Mein Vater hat zweitausend Mark bezahlt und eine Badezimmereinrichtung für Herrn Otto.«

Unfreiwillige Landung beim Gleitflugversuch in Niederaschau

Ich will noch weiter erzählen, aber Justinus schneidet mir mit einer Handbewegung das Wort ab. »Ist gut!« sagt er. Dann richtet er sich auf, den Kopf auf den Ellenbogen gestützt, und sieht mich mit seinen harten, blauen Augen eine Weile prüfend an.

»Hätten Sie Lust, mit mir rauszugehen, als mein Pilot?« fragt er. Obwohl ich das erwartet habe, kann ich nicht verhindern, daß ich rot werde. Vor Freude. Denn Justinus ist ein feiner Kerl. »Verdammt schneidiger Hund!« sagen die Flugschüler von ihm.

Als Pennäler vor Verdun, 1913

»Selbstverständlich, Herr Leutnant!« schmettere ich ganz vorschriftswidrig. Er nickt mir freundlich zu.

»Geht in Ordnung!«

Ich stehe auf, baue ein strammes Männchen. In der Tür ruft er mich noch mal zurück.

»Haben Sie heut abend frei?« Und als ich bejahe: »Dann wollen wir unsere neue Ehe begießen, ›Emil‹.«

»Jawoll, Leutnant ›Franz‹.« Bei ihm riskiere ich diese Antwort.

»Emil« heißt in der Fliegersprache der Pilot, »Franz« der Beobachter. Aber nur »Franz« traue ich mich denn doch nicht zu sagen.

Gegen Morgen kommen wir heim. Ich bin lange über meinen Urlaub ausgeblieben, und Justinus hängt mir sein Offizierscape um, damit ich ungefährdet die Posten passieren kann.

Rohrlegerlehrling in Vaters Fabrik

Am nächsten Morgen bei den Schulflügen im Grießheimer Sand hätte ich beinah Bruch gemacht. Ich vergesse, meinem Schüler, dem großen, dicken Kolonialwarenhändler, der immer zu früh abfängt, im entscheidenden Augenblick mit dem Spazierstock eins über die Haube zu geben. Erst im allerletzten Moment kriegt er seinen Puff. So sehr beschäftigt mich das Gespräch mit Justinus.

*