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Geranien waren gestern! Heute werden Kübel, (Hänge-)Töpfe und Blumenkästen dauerhaft mit mehrjährigen Kübelkönnern gestaltet. Das spart Geld, Zeit und Ressourcen. Gartenexpertin Annette Lepple erklärt die Grundlagen der dauerschönen Gestaltung und gibt Tipps zum Pflanzen & Pflegen. Mit ihren 20 erprobten Pflanzideen lassen sich jahrelang Dschungelfeeling, duftender Sichtschutz oder insektenfreundliche Mini-Wassergärten in den Topf zaubern. Die rund 60 besten topftauglichen Stauden, Gräser & Farne, Zwiebelblumen, Gehölze und Kletterpflanzen stellt sie kompakt vor und nennt bewährte Pflanzpartner.
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Seitenzahl: 136
Veröffentlichungsjahr: 2025
Annette Lepple
MEIN GARTEN WÄCHST IM TOPF
Mehrjährige Pflanzideen für Terrasse & Balkon
DAUERHAFTE TOPFKOMBINATIONEN
Warum mehrjährige Topfkombis?
Die Wahl des Materials
Das 1 x 1 der guten Gestaltung
Für jeden das passende Substrat
Die Pflege
Gaumenfreuden
PFLANZEN VON A–Z
Stauden
Gräser und Farne
Zwiebeln und Knollen
Gehölze
Kletterpflanzen
SERVICE
Troubleshooting
Bezugsquellen
Zum Weiterlesen
20 PFLANZIDEEN
Schmetterlingstanz
Falterparadies in Rot und Purpur
Slowfood für Raupen
Pittoreske Pracht
Heiterer Reigen
Ewiger Frühling
Kinderstube für Wildbienen
Mini-Steppe
Snackbar für Vögel
Gruß aus der Provence
Mediterrane Kräuterlandschaft
Wasserfreuden
Heidelandschaft
Vielfalt im Schatten
Naschobst – Von der Hand in den Mund
In luftiger Höhe
Duftender Sichtschutz
Exotisches Flair
Im asiatischen Stil
Geht’s Ihnen auch so? Die Zeit vergeht gefühlt immer schneller und man kriegt selten auf die Reihe, was man sich vorgenommen hat. Auch die Ressourcen werden knapper, und so macht es Sinn, die Kübel auf Balkon und Terrasse mit ausdauernden Pflanzen zu bestücken. Was es sonst für Vorteile mit sich bringt und worauf es bei der Kreation umwerfender Arrangements ankommt, zeige ich im folgenden Kapitel.
Ein Mini-Teich ist rund ums Jahr ein Augenschmaus und zieht zahlreiche Tiere an.
Ich liebe das Gärtnern mit Töpfen! Obwohl ich mich gärtnerisch immer auf großen Grundstücken austoben konnte, hatte ich stets eine besondere Schwäche dafür. Im Gegensatz zu Beeten kann man seine Kreativität mehrmals im Jahr ausleben, Gefäße nach Lust und Laune anordnen und Jahreszeiten intensiv in Szene setzen. Man kann gezielt pflanzenspezifische Bedingungen schaffen und so spezielle Schätzchen kultivieren, die ausgepflanzt keine Chance hätten.
Kübelpflanzen sind das Sahnehäubchen auf der Torte! Sie werten Terrassen, Balkone und Sitzplätze auf und gestatten uns viel Flexibilität. Man kann die Vertikale erobern, die Welt aussperren, lauschige Plätzchen gestalten und seine Preziosen auf verschiedenen Niveaus anordnen.
Über 50 % der Menschen leben heute in Städten. Man vermutet, dass es bis 2050 80 % sein werden. Für viele ist das Gärtnern mit Töpfen die einzige Möglichkeit, ihrer Liebe zu Pflanzen und der ihnen innewohnenden Biophilie – der Liebe zu allem Lebendigen – Ausdruck zu verleihen.
Sie können dabei Gefäße aller Art verwenden, solange sie genug Drainagelöcher haben und den ausgewählten Arten angemessenen Platz für ihre Entwicklung bieten. Das Schöne ist, dass man mit entsprechender Pflege so ziemlich alles im Topf ziehen kann! Ob Lust auf wilde Wiesen, Indian Summer, Waldambiente oder Essbares – alles ist möglich!
Als ich vor über 30 Jahren anfing, lag mein Fokus auf saisonalen Bepflanzungen. Seit vielen Jahren beherbergt das Gros meiner Gefäße nun mehrjährige Gewächse, Tendenz steigend. Verschiedene Faktoren haben diese Entwicklung beeinflusst. Zum einen ist eine mehrmalige, komplette Neugestaltung zeit- und kostenintensiv. Zum anderen verspürte ich immer weniger Lust, im Sommer ständig mit der Gießkanne herumzurennen, um einjährige Arrangements in Töpfen und Hängekörben vor dem Verdursten zu retten. Außerdem tat es mir leid, am Ende der Saison alles auf den Kompost zu befördern. Aufzucht und Kultur von typischem, saisonalem Flor sind – bedingt durch den hohen Aufwand an Energie, Wasser, Substrat und Dünger – überdies mit einem negativen ökologischen Fußabdruck verbunden. Es ist leider so, dass viele mehrjährige Arten, die sich überwintern ließen, als einjährig behandelt werden. Empfindlichere Pflanzen wie Harfenstrauch (Plectranthus), Wandelröschen (Lantana) und Schönmalve (Abutilon) verbringen bei mir den Winter nach einem Rückschnitt im Gewächshaus. Wie ihre zähen, ganzjährig im Freien ausharrenden Geschwister gewinnen sie mit zunehmendem Alter an Ausstrahlung. Manche, darunter ein Oleander und eine Fuchsie, begleiten mich seit 25 Jahren! Viele waren Geschenke und erinnern mich an besondere Menschen und Begegnungen.
Biotop im Betondschungel: Durch den wild-romantischen Mix aus Sträuchern, Stauden und Gräsern fühlt man sich der Natur ganz nah.
Heute habe ich eine Mischung aus überwiegend trockenheitsverträglichen Pflanzen mit interessanten Laubformen und schönen, teils duftenden Blüten. Diese pflegeleichten Geschöpfe machen viel Freude und versorgen uns überdies mit essbaren Blüten und Blättern.
Obwohl wir bereits zwei Teiche haben, habe ich vor dem Küchenfenster einen weiteren in einer alten Betontränke angelegt, wo sich Vögel, Insekten und Amphibien einfinden, um zu trinken oder ein Bad zu nehmen. Hier entwickelt sich zwar nicht dieselbe Vielfalt wie in unseren größeren Gewässern, aber wir möchten diese Beobachtungen nicht mehr missen.
Da mir die Natur seit jeher am Herzen liegt, integriere ich insektenfreundliche Pflanzen, die ihrerseits wiederum Vögel und Fledermäuse anziehen. Alles ist miteinander verbunden. Was auf den traditionellen Garten zutrifft, gilt auch für Topfgärten: Je mehr Vielfalt, desto stabiler das ökologische Gleichgewicht.
Zwiebelblumen wie Lilien können problemlos jahrelang im selben Topf bleiben. Sie setzen saisonale Akzente, duftende Sorten ziehen Nachtfalter und andere Insekten an.
Tipp
Zwiebelblumen in simplen Plastiktöpfen vorziehen und diese zur Blütezeit zwischen Pflanzen in dekorativen Töpfen kaschieren.
Eine immens wichtige Rolle spielen Topfgärten im urbanen Raum, dem es an naturnahen Habitaten mangelt. Der dramatische Artenverlust zeigt auf, wie sehr die Natur durch anthropogenes Wirken – Überbauung, Vogelschlag, Hauskatzen, Lichtverschmutzung, industrielle Landwirtschaft, Zerstörung von Lebensräumen, Verkehr – in Mitleidenschaft gezogen wird. So hat die Biomasse der Insekten in wenigen Jahrzehnten um 75 %, die Zahl der Vögel um 25 % abgenommen. Bei den Feldvögeln sind es sogar 40 %.
Angesichts dieser Zahlen kann man sich eines deprimierenden Gefühls der Ohnmacht nicht erwehren. Gibt es etwas, was der Einzelne tun kann? Die Antwort ist ja! Keine Fläche ist zu klein, um einen Beitrag zu leisten. Durch eine tierfreundliche, dauerhafte Begrünung von Balkonen und Terrassen entstehen bedeutende Rückzugs- und Wohlfühlorte für Lebewesen aller Art und wertvolle grüne Korridore, in denen sich Tiere fortbewegen und Futter, Wasser und Brutplätze finden können. Es steigert das Wohlbefinden und verschönert das Quartier. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, die Welt der Natur mit ihren faszinierenden, immer wiederkehrenden Zyklen von Werden und Vergehen zu erleben und Stadtkindern nahezubringen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen nur das schützen, was sie kennen und lieben. Man ist nicht nur ein passiver Beobachter dieser Zyklen, man kann sie aktiv fördern und unterstützen. Mit passenden Pflanzen, umweltfreundlichen Praktiken und Nisthilfen summt, flattert und brummt es bald auch bei Ihnen. Insekten, Vögel und andere Tiere danken uns ein reiches Angebot an Pollen, Nektar, Früchten und Rückzugsorten, indem sie uns mit ihrer Gegenwart beglücken und – durch das Befruchten von Kulturen – unseren Fortbestand sichern.
Tipp
Vermeiden Sie Herbizid- und Insektizidrückstände an Pflanzen, indem Sie sie von Biogärtnereien beziehen oder selbst aus Samen vorziehen.
Das Freiluftwohnzimmer mit mehrjährigen anstelle von einjährigen Arten zu schmücken, lässt uns den Zauber der Jahreszeiten hautnah erleben und ist das beste Gegenmittel gegen den Winterblues. Wer kann schon hübschen Früchten, bunten Blättern und Trieben widerstehen? Wenn sich dann neben Insekten noch Eichhörnchen und Vögel einfinden und uns mit ihren Kapriolen unterhalten, ist das Glück perfekt.
Eine dauerhafte Bepflanzung bedeutet nicht den Verzicht auf Einjährige. In Verbindung mit Zwiebelblumen verleihen sie mehrjährigen Topfgärten eine verlockende Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Ungezwungenheit. So ziehe ich jeden Herbst Tulpen und kleine Frühlingsboten in separaten Töpfen vor und platziere sie dann an strategisch günstiger Stelle. Sie beleben die Gestaltung zu einer Zeit, in der Grüntöne dominieren. Viele Zwiebelblumen können über Jahre in denselben Gefäßen verbleiben und nach dem Verblühen wegräumt werden.
Waldambiente gefällig? Schattenliebende Arten wie Farne, Hartriegel (Cornus) und Funkie (Hosta) in moosbedeckten Trögen verschönern lichtarme Standorte.
Stern-Gladiole (Gladiolus murielae) und manche Lilien (Lilium) leuchten in der Dämmerung und ziehen mit ihrem abendlichen Duft Nachtfalter an. Einjährige Sommerblumen wie Flügel-Tabak (Nicotiana alata ‘Grandiflora’), Garten-Levkoje (Matthiola incana), Mohn (Papaver), Kosmee (Cosmos) und Jungfer im Grünen (Nigella) lassen sich leicht aus Samen ziehen, sind ideale Lückenfüller und locken über viele Wochen Schmetterlinge, Bienen und Co. an.
Machen wir uns die Welt, wie sie uns gefällt! In Topfgärten lassen sich Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen bequem miteinander verbinden.
Topfgärtner haben die Qual der Wahl: Sollen die Gefäße aus Terrakotta, Holz, Kunststoff, Steingut, Keramik oder Metall sein? Jedes Material hat Vor- und Nachteile. Töpfe aus Ton trocknen schneller aus, unglasierte bekommen bei längeren Frostperioden Risse, während sich jene in dunklen Farben schnell aufheizen. Letzteres ist zwar ein Vorteil in kühleren Lagen, bekommt den Wurzeln in heißen Gegenden aber weniger. Metall ist ein guter Temperaturleiter, das heißt es heizt sich im Sommer schnell auf und ist im Winter empfindlich kalt. Keramik und Beton isolieren den Wurzelballen dank kleiner Lufteinschlüsse besser.
Diese alten Behälter aus verzinktem Eisenblech (oben) habe ich auf Flohmärkten gefunden – sie passen perfekt zu meinem wilden Garten.
Hohe, schmale Behälter kippen leicht, Gewächse in sich nach oben verjüngenden Töpfen lassen sich nach einigen Monaten nicht mehr herausnehmen oder umtopfen. Kleine Töpfe müssen öfter gegossen werden als große. Die Form beeinflusst den Feuchtigkeitsgehalt. In hohen Gefäßen können die Wurzeln unter Umständen das Wasser nicht erreichen.
Abhängig vom Standort und von der persönlichen Fitness empfiehlt es sich, das Gewicht in Betracht zu ziehen. Im Endeffekt unterliegt die Wahl den Bedürfnissen der Pflanze, den eigenen Körperkräften, dem zulässigen Gesamtgewicht (im Fall von Dachterrassen und Balkonen) und den klimatischen Bedingungen.
Abgesehen von praktischen Erwägungen ist es eine Frage des Stils und des Budgets. Weidenkörbe, Zinkwannen und Holzkisten prägen den romantischen Landhausstil. Terrakotta fügt sich in ein mediterranes Ambiente. Liebhaber von Minimalismus fühlen sich zu schlichten Formen und modernen Materialien wie Cortenstahl hingezogen. Haben die Pflanzen das Sagen, soll das Design eher verspielt oder reduziert sein? Soll es den Blutdruck senken oder in die Höhe treiben?
Schnörkellose, schlichte Terrakottatöpfe (unten) sind zeitlos und fügen sich harmonisch in jedes Design. Achten Sie unbedingt auf frostfeste Qualitätsware.
Ein altes Holzfass beherbergt eine Sammlung wärmeliebender, aromatischer Kräuter wie Lavendel (Lavandula), Thymian (Thymus), Dost (Origanum) und Rosmarin (Salvia rosmarinifolia).
Egal, wofür man sich entscheidet, das Ergebnis ist harmonischer und einheitlicher, wenn man sich auf einen Stil und ein Farbschema beschränkt. Wenn sich bei Ihnen – wie bei mir! – im Lauf des Lebens ein Sammelsurium von verschiedenen Gefäßen angesammelt hat, kann ein dominierender, einheitlicher Farbton helfen, diese optisch miteinander zu verbinden. Zurückhaltende Farben wie Braun, Rost oder Grau wirken subtil. Blau wirkt sich harmonisierend auf unser Wohlbefinden aus, ist aber gleichzeitig dominant. Rot und Orange ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich und beleben.
Erlaubt ist, was gefällt. Es macht Spaß, den eigenen Stil zu entwickeln und reduziert das Risiko, ein Opfer von Trends zu werden. Nach jahrelangem Experimentieren mit verschiedenen Materialien, investiere ich heute in qualitativ gute Tontöpfe. Billigware mag spontan verlocken, ist aber keineswegs kostengünstig, wenn sie schon nach dem ersten Winter die Flügel streckt und entsorgt werden muss.
Zudem habe ich eine Schwäche fürs Upcyceln und für Flohmärkte, wo man außergewöhnliche Gegenstände mit Patina findet, die sich mit wenig Aufwand in Pflanzgefäße umfunktionieren lassen. Versehen mit Pflanzen erhalten sie einen neuen Sinn und erzählen eine Geschichte. Das Motto „Reparieren und wiederverwenden statt wegwerfen“ ist unser persönlicher, bescheidener Beitrag zur Reduzierung des enormen weltweiten Müllvolumens.
Genügsame, pflegeleichte Kräuter, Sukkulenten und Gehölze wie Deutzie (Deutzia) und Olive (Olea europaea) lassen uns Zeit für Genuss.
Die Töpfe stehen parat, nun kommt der beste Teil: das Entwerfen der Bepflanzung. Wie in der Beetgestaltung gilt es, die diversen visuellen und haptischen Eigenschaften – Texturen, Strukturen, Formen und Farben – miteinzubeziehen. Blütenfarben spielen eine untergeordnete, da zeitlich begrenzte Rolle. Sind Sie sich im Hinblick auf Farben noch unsicher? Dann nehmen Sie ein Farbrad oder einen Farbkreis zur Hand. Eine harmonische Wirkung erzielt man, wenn man nebeneinanderliegende Farben, zum Beispiel Gelb, Orange und Rot, kombiniert. Komplementärfarben wie Rot und Grün oder Gelb und Lila, die sich gegenüberliegen, heben sich stark voneinander ab und erregen so mehr Aufmerksamkeit. Pastelltöne beschwören eine verträumte, heitere Stimmung herauf und bekommen in Verbindung mit Grau und Weiß einen eleganten Touch. Leider sind helle Blüten oft empfindlich und sehen in niederschlagsreichen Regionen schnell traurig aus.
Kombinationen von feinem und kräftigem Blattwerk kreieren spannende Wechselwirkungen. Zarte Gräser und an Spitzen erinnernde Farne setzen reizvolle Akzente neben Sträuchern. Manche Blätter fühlen sich weich und samtig an und laden zum Streicheln ein, andere halten uns mit Stacheln auf Abstand. Neben Grün in allen Tönen gibt es panaschierte, cremefarbene und bunte Blätter. Hierbei ist etwas Feingefühl gefragt, weil zu viel panaschierte oder bunte Pflanzen leicht Unruhe in das Schema bringen. Weniger ist in dieser Hinsicht definitiv mehr.
Geometrische Formen, Reihen und Wiederholungen sorgen für Rhythmus und lenken den Blick. Vor allem Wiederholung, sei es in Form einer Pflanze, Farbe oder Kontur, ist ein wunderbares Mittel für das Erzielen eines einheitlichen Ergebnisses. Sobald etwas auf subtile Weise mehrmals auftaucht, empfindet das menschliche Auge Gefallen.
Zu den optischen Komponenten gesellen sich Bewegung, Duft, Geschmack, Berührung und Geräusche. Bambusblätter im Wind, summende Insekten, erfrischende Minze, das samtige Laub des Woll-Ziests, das Parfüm von Geißblatt und Lilien … Angenehm empfundene akustische Elemente wie das Flattern von hohen Gräsern im Wind oder das Plätschern eines Wasserspiels eignen sich zum Kaschieren störender Umgebungsgeräusche. Düfte beeinflussen nicht nur unser psychisches und physisches Wohlbefinden, sie beschwören Gefühle und Erinnerungen herauf.
Nicht zuletzt ist die Anordnung der Töpfe relevant. Sie sollte nicht planlos, sondern mit Bedacht geschehen. Gerade Linien haben eine andere Wirkung als Kurven und Bögen. Eine pfiffige Höhenstaffelung verbindet die einzelnen Akteure harmonisch miteinander und kann gleichzeitig als Raumteiler oder Sichtschutz fungieren. Eine bedachte Komposition aus allen Bestandteilen trägt zum ganzheitlichen Erleben bei.
Der Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides) versprüht sein süßes Parfüm im Frühsommer. Bartblume (Caryopteris) und Schopflilie (Eucomis) stehen in den Startlöchern.
Textur- und strukturreich ist das Arrangement aus Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica), Lampenputzergras (Pennisetum) und Harfenstrauch (Plectranthus). Bambus (Phyllostachy nigra) harmoniert farblich und raschelt sanft im Wind.
Abgesehen von der Pflege hängt eine erfolgreiche Pflanzenkultur und -anzucht von der richtigen Erdmischung ab. Meiner Erfahrung nach stellt dieser Faktor die größte Herausforderung dar. In Gartencentern und Gärtnereien stapeln sich Säcke über Säcke mit verschiedenen Substraten in allen Preisklassen, sodass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ist teuer tatsächlich besser? Und braucht man wirklich eine teure Spezialerde und wenn ja, welche und wann genügt eine simple Blumenerde? Generell kann man sagen, dass billige Substrate nährstoffarm sind und ihre Struktur zu wünschen übrig lässt. Hochwertige Erden zeichnen sich durch eine lockere, feine und gleichmäßige Struktur aus, aber auch der darin enthaltene Dünger hält höchsten zwei Monate.
Es gibt in der Tat – abgesehen von Aussaaterde – noch einige wenige Substratmischungen, die durch ihre ausgeklügelte Zusammensetzung den charakteristischen Bedürfnissen spezieller Arten gerecht werden. So eignet sich humusarme, mineralreiche Kakteenerde für Sukkulenten, kalkarme für säureliebende Arten. Wasserpflanzen wiederum benötigen nährstoffarme Erde bestehend aus Tonmineralien und Quarzsand.
Wenige Menschen sind in puncto Pflanzerde autark. Selbst bei drei Komposthaufen muss ich jedes Jahr einige Säcke Substrat zukaufen. Stark lehmhaltige Gartenerde eignet sich aufgrund ihrer Struktur und ihres Gewichtes nur bedingt für hausgemachte Mischungen. Es empfiehlt sich in diesem Fall, etwas Sand oder Steinmehl unterzumischen, und umgekehrt bei sandiger Gartenerde ein wenig Tonmehl. Haben Sie genug reifen Kompost und lockere Gartenerde, so sollten Sie Ihre eigene Blumenerde mischen.
Lehmhaltige Erden sind ideal, wo Gewicht kein Thema ist. Vor allem größere Pflanzen finden darin den erforderlichen Halt. Sie lassen sich gleichmäßig feucht halten und haben von Natur aus einen besseren Nährstoffvorrat. Aus diesen Gründen sind sie prädestiniert für mehrjährige Kübelbepflanzungen.
Auch wenn es heute vielerorts torffreie Alternativen im Handel gibt, beinhalten die meisten Substrate leider noch immer Torf aus Hochmooren. Allein in Deutschland liegt die Nachfrage der Gartenbaubranche bei 9 Millionen Kubikmetern, 3 Millionen Kubikmeter davon landen in Blumenerden. Der Torfabbau zerstört die Moore – wertvolle Ökosysteme, die vielen seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. Mischungen auf Torfbasis sind leicht und sauber in der Handhabung, lassen sich aber nur schwer wieder anfeuchten, wenn sie einmal vollständig ausgetrocknet sind. Mehrjährigen Pflanzen bieten sie zu wenig Halt und Nährstoffe.
Topferde selbst mischen
Rezept für mediterrane Gewächse:
1/3 grober Kies1/3 einjährige Komposterde1/3 lehmhaltige GartenerdeAllroundmix für andere Kübelpflanzen:
1/3 einjährige Komposterde (kann nach Wunsch mit Laubmulch und verrottetem Mist ergänzt werden)2/3 Gartenerdeein paar Handvoll Rindenhumus2–3 g organischer Stickstoffdünger (zum Beispiel Hornspäne) pro Liter Substratevtl. Kokosfasern, Perlite, Lavagranulat oder Vermiculit und Xylit für eine bessere Wurzelbelüftung und WasserspeicherkapazitätAn unserer Terrasse stehen mediterrane Gehölze wie Oleander (Nerium oleander), die sich in selbst gemischter, lehmhaltiger Erde wohlfühlen.
Setzt man auf heimische, robuste und insektenfreundliche Wildstauden wie den Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum), braucht man sich keine Gedanken um ein Bewässerungssystem zu machen.
