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12 Monate, fast 24 Geschichten! Wären sie gern Voyeur? Heute sind sie es! Wenn sie mein Buch lesen. Es ist sehr persönlich, denn es entstand aus den Eintragungen meines Tagebuchs. Manches von dem was sie lesen können sie nachprüfen. Und dennoch, es sind Geschichten!
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Seitenzahl: 68
Veröffentlichungsjahr: 2020
Januar
Ende und Anfang
Landwirtschaft und Grüne Woche
Februar
Hundefreuden
Kurschatten
März
Mensch und Technik
Picasso, ich und ein spätes Geständnis
April
Sperrmüll
Reisen bildet
Mai
Gespräche mit der Natur
Juni
Quereinsteiger
Gedicht
Juli
Blau (1)
Ost-Songs und Erinnerungen
August
Apfelernte
Eiskalter Sommertag
September
Blau (2)
Märchenwald & Träumerei oder Zukunft
Oktober
Herbstferien
Geschwistertreffen
November
Novembertag
Schreibblockaden
Dezember
Weihnachten mit Elisen
Elisenrezept
Nein, ich habe die Worte nicht in der falschen Reihenfolge aufgeschrieben!
Obgleich ich ihnen zustimme. Eigentlich ….
Doch ich möchte mein Jahr beenden. So wie viele es tun, mit einer Silvesterfeier.
Wissend, dass erneut 365 Tage auf mich warten.
Hoffend, dass sie mir alle vergönnt sind und
mit dem festen Vorsatz, jedem Tag die Chance zu geben, der Beste zu werden.
Das ist jährlich mein einziger Vorsatz. Es bereitet mir keine Probleme, ihn umzusetzen.
Früher waren die Vorhaben für das neue Jahr meist umfassender, um nicht zu sagen konkreter. Doch sie hatten den Nachteil, dass die Mächte von außen viele Angriffsmomente fanden. Und dann verlor ich den Kampf!
Und all die Dinge, die gut gelungen waren, hatte ich mir nie speziell vorgenommen!
Ich habe festgestellt, dass das Leben mit dem neuen, einzigen Vorsatz mich recht zufrieden macht.
Die Vorbereitungen auf unsere Silvesterfeier sind überschaubar. An den Traditionen meiner Kindheit halte ich kaum mehr fest. Allerdings ist die Linsensuppe zu Mittag Pflicht. Natürlich nicht wegen der Tradition. Nein, wir finden sie einfach lecker!
Für den Abend hatte ich ein „Ganzes Silvestermenü auf nur einem Blech“ vorbereitet. Das habe ich einer Thüringer Zeitung entnommen, leicht verändert durch Weglassen von dem was wir nicht so mögen, und Hinzufügen von anderen, aber aus meiner Sicht passenden Komponenten. Es war rasch zusammengestellt und brauchte nur 30 Minuten im Herd zu sein. Für ein zeitliches Planspiel, wie der heutige Abend es erfordert, eine gute Sache.
So saßen wir pünktlich am Alexanderplatz im Kino, erstaunt über den gut gefüllten Saal, und lachten herzlich und ausgiebig über „Das perfekte Geheimnis“.
Danach, auf dem Weg zum Hauptbahnhof mussten wir ein paarmal unseren geplanten Pfad verlassen. Es gab zahlreiche Polizeiabsperrungen, die aber mit Sicherheit ihre Berechtigung hatten.
Was wäre wenn …? Doch nein, das möchte ich nicht denken!
Was ich aber denke, zwischen den Massen an Menschen, die hier unterwegs sind, ist:
Bin ich in Berlin? Ist das die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, oder bewege ich mich in einer Metropole irgendwo?
Uns umgibt ein „babylonisches“ Sprachgewirr! Nur das Weinen mancher Babys und Kleinkinder hört sich so an wie von den jüngsten Enkelkindern meiner Geschwister. Doch die sind nicht hier!
Die Minuten bis zum Jahreswechsel vergehen wie immer. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Wir füllen die Sektgläser und können anstoßen auf ein gesundes, friedliches neues Jahr.
Das offizielle Feuerwerk nimmt die Wünsche der vielen Personen um mich herum auf. Ob es alle erhören kann?
Die mitgebrachten Böller der Anwesenden und die unmittelbar vor mir aufsteigenden Silvesterraketen, stören mich persönlich sehr.
Mein Mann gibt schnell wechselnde und rasant ansteigende Geldbeträge von sich. Ganz kurz nur. Dann hört er wieder auf. Die Summe, die hier in Lärm, etwas buntem Licht, aber auch Gestank und Nebel vergeht ist einfach zu gigantisch. Mit so großen Zahlen haben wir nie zu tun.
Na Greta, wie denkst du darüber? Wie ist das bei euch in Stockholm? Könntest du die vielen Jugendlichen auch motivieren auf Böller und Silvesterraketen zu verzichten?
Doch wahrscheinlich verdient auch der Staat sehr gut, wenn man alle so gewähren lässt wie bisher. In Australien wüten Brände, nehmen den Menschen ihr Heim und sogar das Leben, aber das Silvesterfeuerwerk muss sein. Deshalb kommen die Touristen.
Als wir 15 Minuten später im Bahnhofsgebäude sitzen und den ersten Kaffee im neuen Jahr zusammen mit dem Pflaumenmus gefüllten Pfannkuchen zu uns nehmen, ist WhatsApp aktiv. Ich lasse Brille und Handy im Rucksack, kann alles warten. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Der Tag ist noch so jung. Doch als wir im Zug sitzen, ist bereits eine Stunde von den 365 Tagen verstrichen.
„Guten Morgen im neuen Jahr“, begrüßen wir uns nach zirka 7 Stunden Schlaf.
Meinen täglichen Lauf schenke ich mir heute. Das habe ich in der zurückliegenden Nacht erledigt. Es wird ein fauler Tag werden. Ein paar Anrufe mit Neujahrswünschen tätigen, die eingegangen Nachrichten sichten und beantworten.
Gleich beginnt die Übertragung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker. Das höre und schaue ich gern.
Einen winzigen Teil des wunderbaren
Blumenschmucks hätte ich gern bei mir stehen.
Was für eine Pracht!
Das Programm des heutigen Konzerts greift Jubiläen auf. Besonders für Österreich sind „150 Jahre Wiener Musikverein“ und „100 Jahre Salzburger Festspiele“ wichtig.
Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven wird aber auch bei uns mit zahlreichen Veranstaltungen bedacht werden.
Der für die Pause eingespielte Film „Beethovens Blätterwirbel“ macht mir Lust auf den Besuch von Konzerten und Aufenthaltsorten Beethovens.
Unsere persönliche Agenda für 2020 lässt noch viel Raum dafür. Am besten ich fülle sie gleich mit Vorschlägen.
Haben sie schon einmal eine Virtual- Reality-Brille (VR) aufgesetzt und damit einen Film gesehen?
Das sollten sie unbedingt tun!
Ich bin froh, dass ich meine Vorbehalte bei Seite schob und es in Brügge ausprobierte. Wir hatten uns diese wunderschöne alte Stadt zunächst erlaufen und dann, als die Füße ermüdet waren, am Großen Markt im 'Historium' niedergelassen.
Dort befindet sich in der ersten Etage das 'Duvelorium Grand Beer Café'.
Wir fanden einen freien Platz auf dem Balkon und konnten bei Kaffee und Bier den Blick auf und über den 'Grote Markt' genießen.
Im Erdgeschoss des Gebäudes lud man zu einer Ausstellung, einem Film, der die Liebesgeschichte von Jakob, einem Lehrling Jan van Eycks, erzählt und die Betrachter einbezieht sowie der 'Historium Virtual Reality Show' ein. Mittels dieser Brille finden wir uns dann um 1435 im Hafen von Brügge wieder und werden in einem Boot zur Wasserhalle gebracht. Das Ganze fühlt sich so realistisch an, dass ich unwillkürlich die Füße hob, als einige Fässer auf mich zu rollten.
Zum Abschluss flogen wir noch auf den 'Belfried' zu und ich fühlte mich wie auf einem Kettenkarussell. Ich hatte Angst aus dem Sitz zu rutschen.
Doch die Landung war sanft. Als ich wieder von der Brille befreit war, fand ich die Flugnummer doch ein wenig übertrieben. Im 15. Jahrhundert konnte man höchstens mit Bibi Blocksbergs Kartoffelbrei durch die Gegend düsen, musste dann aber Angst haben, als Hexe angeklagt zu werden.
Ich habe es den Machern verziehen, weil es insgesamt ein schönes Erlebnis und eine neue Erfahrung war.
Was hat denn das mit 'Landwirtschaft und Grüne Woche' zu tun, fragen sie sich?
Bleiben sie neugierig!
Unlängst las ich, dass man Kühe mit VR Brillen ausstattet. Sie werden speziell für den Kopf der Kuh angepasst und gaukeln ihnen dann vor, auf der Wiese zu sein. Man will herausgefunden haben, dass die Tiere im Stall weniger Stress empfinden. Dass sich die Milchproduktion damit erhöhen lässt, ist noch nicht erwiesen. Doch die Versuche werden fortgesetzt.
Die Ergebnisse interessieren mich wirklich. Schließlich habe ich einen Facharbeiterbrief als Rinderzüchterin erworben, allerdings nie in diesem Beruf gearbeitet.
In der Ausbildungszeit war ich viel im Rinderstall. Melken, Kühe putzen, füttern, aber auch ausmisten war zweimal täglich zu erledigen. Zwischen dem Einsatz im Stall am Morgen und am Nachmittag war Feldarbeit angesagt. Da mussten Kartoffeln gelegt, Rüben verzogen und Heu gemacht werden. Im Winter ging es dann statt aufs Feld in den Schweinestall. Trotz der Hilfe durch Maschinen war das viel körperliche Anstrengung.
Mir ist klar, was Landwirte leisten. Mir ist klar, dass wir hochwertige Nahrungsmittel nicht zu Niedrigpreisen erhalten können.
Auf der Grünen Woche erscheint Landwirtschaft etwas zauberhaft, verklärt, alles ist sauber. Die schwere Arbeit ahnt man nicht.
Bei meinem Besuch dort, vor ein paar Jahren, beteiligte ich mich in der Brandenburg-Halle beim Wettmelken und belegte den zweiten Platz, der mir im Sommer ein schönes Wochenende bescherte. Als Rinderzüchterin gab ich mich nicht zu erkennen. Die Siegerin hatte viel mehr Berufserfahrung als ich.
