Mein letzter Job oder wir sind schon in der Hölle - Andreas Neuner - E-Book

Mein letzter Job oder wir sind schon in der Hölle E-Book

Andreas Neuner

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Beschreibung

In diesem Buch geht es um einen jungen Mann, der aufgrund von Schwierigkeiten einen harten Job machen muss. Jeder sollte das Buch lesen, weil jeder Mensch in seinem Leben schon Probleme hatte. Der Kampf des Helden durch den Job wird zur eisenharten Bewährungsprobe. Die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich. Aber es gibt nur einen Ausweg. Der Leser erlebt mit dem Helden witzige, lustige, traurige und schräge Begebenheiten.

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Andreas Neuner

Mein letzter Job oder wir sind schon in der Hölle

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

BEGINN IM THAILANDURLAUB 2017 AM SWIMMING – POOL

Impressum neobooks

BEGINN IM THAILANDURLAUB 2017 AM SWIMMING – POOL

Beginn

Nun, dann fangen wir mal an. In meinem Leben ist ziemlich viel schief gegangen. Man könnte sagen, dass ich nicht viel aus meinem Leben gemacht habe. Als ich 20 Jahre alt war bekam ich massiv psychische Probleme und habe versucht mich mehrfach umzubringen. Meine Mama hat mich dann zum Therapeuten geschickt. Dann wurde eine bipolare Störung festgestellt und ich bekam Medikamente. Damals war das eine große Sache, weil das vielen Leuten peinlich war. Das ist heute noch so. Es gilt als Zeichen der Schwäche.

Für mich war das ein Alptraum, denn ich besuchte das Gymnasium und wollte studieren. Das war natürlich nicht mehr möglich, weil ich Angststörungen und Depressionen bekam.

In dieser Phase zog ich mich zurück und wollte mit Keinem mehr etwas zu tun haben.

Als meine Klassenkameraden bei mir zu Hause anriefen bin ich nicht ans Telefon gegangen, weil ich mich wegen der ganzen Sache schämte. Sie haben nicht begriffen, was mit mir los war und ich habe das auch nicht verstanden.

Der Rest meiner Familie ist beruflich sehr erfolgreich. Mein Onkel ist Arzt, mein Cousin Anwalt und mein Opa hat nach dem zweiten Weltkrieg eine Firma aufgebaut.

Ich habe dann einen anderen Weg gewählt und das gemacht, was ich gut kann. Damals konnte ich nichts anderes als mich mit Malerei zu beschäftigen. Schon als kleiner Junge habe ich viel gemalt und die Bilder dann meiner Mutter gezeigt, die mir dann Noten dafür geben sollte. Auf Privatschulen habe ich mich dann mit Malerei und Zeichnung beschäftigt.

Ich habe versucht aus meinem Talent etwas zu machen. Das war nicht einfach, weil nur meine Mutter in meiner Familie mich verstand und nach Kräften unterstützte.

Also besuchte ich diese Schulen und lernte, wie man malt und zeichnet. Dort hatte ich auch Erfolg, weil die Lehrer sahen, dass ich Talent hatte. Diese Phase dauerte einige Jahre und ich versuchte mich zu verbessern.

Als ich 30 Jahre alt war gab es den nächsten Absturz. Damals lebte ich mit meiner Freundin in einer großen Altbauwohnung zusammen. Es gab auch ein Atelier für meine Bilder. Wir hatten sehr viel Platz in dieser Wohnung. Wir lebten etwa 5 Jahre zusammen. Sie ging zur Arbeit ins Büro, während ich Malkurse besuchte daheim kochte und für Ordnung sorgte. Ihr Name war Susanne. Manchmal nannte ich sie Susi, aber sie mochte das nicht.

Damals teilten wir uns die Wohnung und die Miete. Sie wusste natürlich von meiner psychischen Störung. Anfangs klappte es hervorragend zwischen uns. Nach ein paar Jahren fragten wir bei der Hausverwaltung nach und bekamen im Haus eine noch größere Wohnung. Dann lernte sie einen Jungen in ihrem Job kennen. Seine Eltern hatten viel Geld und auch er verdiente viel Geld. Sie brachte ihn auch mal zum Essen mit in unsere Wohnung. Wir unterhielten uns. Er schien ganz in Ordnung zu sein. Wir spielten damals Playstation 2. Damals ahnte ich noch gar nichts. Als sie 1 Jahr mit ihm zusammen war musste sie es mir schonend mitteilen. Während dieses Jahres erschien mir alles völlig normal und ich hegte nicht den geringsten Verdacht. Es war kein seltsamer Geruch an ihr und auch gab es keine verräterischen Spuren Im Badezimmer. Ich hatte wirklich keine Ahnung und war infolgedessen auch nicht darauf vorbereitet.

Plötzlich verließ sie mich. Als ich sie völlig überrascht zur Rede stellte, wollte sie nur noch weg. Die ganze Situation mache mich fertig. Ich verlor mit 30 Jahren wirklich Alles. Die Wohnung, meine Freundin, die Liebe, Das Glück, das Atelier, einige Bilder, viel Geld, meinen Stolz und meine Selbstachtung und mein Selbstbewusstsein. Es war wirklich ein harter Schlag für mich, weil ich nicht damit gerechnet hatte und völlig überrumpelt worden bin.

Als sie bereits ausgezogen war, habe ich sie nochmal angerufen. Ich versuchte den Grund herauszufinden, warum sie mich verlassen hatte. Wir haben geredet. Damals war ich wirklich sehr verzweifelt und am Boden zerstört. Dann lachte sie mich am Telefon aus und sagte: ``Jetzt kannst Du zusehen, wie Du alleine weiterkommst. ` `Da wurde ich sehr wütend auf sie und drohte ihr, sie und ihren Freund umzubringen.

Später schickte sie mir die Polizei ins Haus. Vielleicht hatte sie Angst? Wer weiß? Und ich musste mich einer Unterlassungsklage stellen, da ich ihr Droh-Mitteilungen schickte. Ich war so außer mir vor Wut, dass ich das nicht einfach so hinnehmen konnte. Dann bekam ich Post von ihren Anwälten. Ich dürfe ihr keine Mitteilung mehr schreiben, sie auch nicht anrufen und mich ihr nicht mehr auf 100 m nähern. Ja, das war nun eine ganz klare Ansage, an die ich mich halten musste. Außerdem musste ich den Anwälten 900 Euro überweisen für diese Strafsache. Damals machte ich mich natürlich schlau und fragte bei einigen Anwälten nach, aber alle bestätigten mir, dass ich keine Möglichkeit hätte dagegen vorzugehen. Das Geld hatte ich natürlich nicht. Also musste meine Mama das bezahlen. Die war zu recht stinksauer. Ich gelobte Besserung und verhielt mich ganz ruhig. Vorerst.

Als ich eh schon ganz unten war, wollte mich mein Vermieter noch verklagen, weil wir beim Auszug aus der Wohnung Kratzer auf den Treppenstufen hinterlassen haben. Er drohte mir damit, die Kaution nicht zurückzubezahlen. Aber das konnten wir noch regeln.

In dieser schlimmen Zeit war die Einzige, die mir geholfen hat meine Mama.

Mein Onkel und mein Cousin hingegen meinten, dass das Alles meine eigene Schuld wäre und dass ich eben ein kompletter Versager wäre. Da könnte man eben nichts machen.

So, als ob das eine unabänderliche Tatsache wäre, gegen die man eben machtlos war.

Das war schon eine schöne Bescherung. Es ging mir sehr dreckig. Viele Jahre lang. Aber das Schlimmste sollte noch kommen.

Es ist schon toll, wenn man von seiner eigenen Familie in einer Notsituation so viel Unterstützung bekommt. Ich meine wenn man an den Hauptbahnhof geht und sich dumme Sprüche anhört ist das was anderes. Die eigene Familie sollte einen in der Not immer unterstützen und nicht nur dumme Sprüche reißen.

Man merkt sich so etwas natürlich und speichert es im Inneren ab.

Zu meinem ganzen Kummer und der Not fraß sich zu dieser Zeit bereits der Hass unbarmherzig in mein eh schon kaputtes Herz hinein. Das Gift sickerte in mich, wie dreckiges Wasser nach einem langen Regenguss in die Gullys floss.

Man ist verletzt und verwundet und zutiefst im Innersten getroffen. Nach so einem brutalen Schicksalsschlag und den Konsequenzen kommt man nicht mehr so schnell wieder auf die Beine.

Da war ich also. 30 Jahre alt, pleite, ruiniert und verschuldet. Ich hatte nichts Richtiges gelernt, also keinen Beruf, und ich war drauf und dran komplett unterzugehen.

Normalerweise hätte ich schwer depressiv sein müssen, aber das Gegenteil war der Fall.

In der Vergangenheit hatte ich aufgrund meiner bipolaren Störung depressive und manische Phasen, die aufeinander folgten.

In dieser schlimmen Zeit arbeitete ich wie ein Verrückter, der ich ja auch bin.

Ich renovierte die 5-Zimmer Wohnung in 3 Tagen. Und zwar ganz alleine. Ohne Hilfe.

Dann bewarb ich mich mit Fotos von meinen Bildern und Bewerbungsmappen von meiner Kunst bei ca.200 Galerien. Ich bewarb mich für viele Jobs bei vielen Firmen. Als Aushilfe oder Helfer, da ich ja nichts Richtiges gelernt hatte. Es musste einfach weitergehen.

Ich malte in dieser Zeit Tag und Nacht um diese Hölle zu verarbeiten. In meinem Inneren sah es nicht gut aus. Ich war zutiefst verletzt, traurig und ausgehöhlt von Kummer.

Und von Tag zu Tag wurde ich noch giftiger. Die Galerien schickten mir Absagen zu, wenn sie überhaupt antworteten und von den Firmen kam das Gleiche.

Damals habe ich wirklich furchtbar unter der Trennung meiner Freundin gelitten, aber es sollte noch viel schlimmer kommen.

Als es Herbst wurde lud mich eine sehr erfolgreiche Galeristin zu sich ein. Ich sollte ihr meine Werke präsentieren. Ihr Name war Frau Stein. Sie kam aus Hamburg. Und sie war eine ganz große Nummer in der internationalen Kunstszene. Ich schöpfte ein bisschen Hoffnung.

Meine letzten Bilder waren sehr aggressiv, wütend, grell und expressiv geraten, wie Dubuffet auf Speed. Kein Wunder bei der Phase, die ich gerade durchmachte. Ich hatte viel zu verarbeiten.

Die Bilder waren voller Totenschädel, Voodoo- Symbole, Skelette und all solches Zeug. Ich malte meinen ganzen Hass und meine Wut aus mir heraus. Sonst hätte ich vermutlich ein paar Leute verletzt.

Wir saßen in der Galerie und sie sah sich das an. Die Bilder gefielen ihr. Sie wollte mich nach Berlin schicken, damit ich einem erfolgreichen Künstler assistieren könnte. Es gab allerdings keinen Vertrag. Vielleicht war das nicht üblich. Für mich in meiner Situation war das ein großes Problem und das sagte ich ihr. Also schrieb ich ihr, dass ich mir einen Job suchen müsste. Ich brauchte dringend einen Arbeitsvertrag. Und ich musste versuchen das Geld, also die Schulden, die meine Mutter bezahlt hatte, zurückzuzahlen.

Es gab dann noch eine kleine Ausstellung von meinen Arbeiten in meiner Altbauwohnung, bevor ich auszog. Weil ich so verzweifelt war, ging ich zu einer anderen Galeristin um Adressen von möglichen Käufern zu bekommen. Frau Stein hatte mich dahin empfohlen, als Kontakt. Diese Galeristin hatte eine kleine Ladengalerie in einem schicken Viertel.Sie hieß Frau Manz.

Sie gab mir die Adressen, als Hilfestellung und sah sich meine Bilder an.

Ich schrieb 200 Einladungskarten und verwies auf die Ladengalerie. Das war ein Fehler. Dessen war ich mir nicht bewusst. Tage vor meiner Show läutete mein Telefon. Es war die Ladengaleristin. Frau Manz schrie mich am Telefon an, was mir einfiele, mit ihrer Galerie Werbung zu machen. So hatte ich das nicht gesehen. Ich verwies in meinen Einladungskarten lediglich darauf, dass ich von der Ladengalerie die Adressen bekommen hatte. Das war ein Fehler und ich hätte das nicht machen dürfen. Also entschuldigte ich mich förmlich mehrfach bei ihr. Sie war gar nicht mehr zu beruhigen.

Ich sagte ihr, wie sehr es mir leid tun würde und dass ich noch eine kleine Ausstellung machen wollte, bevor ich die Wohnung und das Atelier aufgeben müsste.

Ihr Kommentar: ´´Komm mir bloß nicht auf die Mitleidstour. Das ist Dein Problem. Mach so etwas nicht wieder``.

Dazu gab es nichts mehr zu sagen. Die kleine Ausstellung in meinem Atelier war ein voller Erfolg. Es waren sehr viele Leute da. Die Galeristin Frau Manz kam auch kurz vorbei. Wohl aus Neugier. Sie sah sich Alles an. Sie sagte: ``Du hast aber viele Bilder und Zeichnungen gemacht. Echt Wahnsinn. ``

Darauf fragte ich sie: `` Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, dass Du meine Bilder ausstellen kannst? ``.

Sie erwiderte: `` Nein, es gibt keine freien Kapazitäten in meiner Galerie. Aber Du kannst 3-4 Jahre an der Kunstakademie studieren. Beim Professor Müller. Der hat hier eine Professur an der Akademie. Zu dem kannst Du ein paar Jahre gehen. Ausstellen kann ich leider nichts. ``

Damit war die Sache klar. Ich brauchte ganz dringend einen Job. Und einen Arbeitsvertrag.

Eine kleinere Wohnung natürlich auch. Und das richtig schnell. Aber in der Realität geht das natürlich nicht so schnell. Wenn man große Eile hat, ist das natürlich nicht möglich. Also blieb ich noch eine ganze Weile in der großen Altbauwohnung, weil ich einfach so schnell keine kleinere Wohnung fand. Ich bewarb mich fast auf jedes kleine Apartment in der Zeitung, aber es ergab sich einfach nichts.

Man trug sich auf Wartelisten ein und wartete. Das dauerte natürlich sehr lange. In der Zwischenzeit hatte ich zwei Mitbewohnerinnen, um das finanzielle Leck zu stopfen. Erst die Eine, dann eine Andere. Die Erste hieß Jasmin und sie blieb nur sechs Monate in der Wohnung. Sie arbeitete vorübergehend in einem Architekturbüro. Jasmin war gerade auf Reisen gewesen und hatte wohl eine Affäre mit einem Latin- Lover in Südamerika gehabt.

Sie versuchte ihn dauernd anzurufen und hinterließ ihm Nachrichten. Er rief nicht zurück.

Jetzt war sie unglücklich verliebt und war ziemlich durch den Wind. Sie war aufgeregt, fahrig und nervös. Naja, dachte ich, das gibt sich sicher wieder nach einiger Zeit.