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60 ausführlich beschriebene Radtouren mit dem Tourenrad von der Sierra Nevada in Südspanien bis zum Nordkap, inklusive Kartenausschnitt und Höhenprofil. Zusätzlich ca. 40 Hinweise auf weitere Touren in der näheren Umgebung einiger der Routen. Neben herausfordernden Touren in den Alpen eine Tour auf den Pico del Veleta, den mit 3.393m höchsten Punkt, den man in Europa mit dem Tourenrad anfahren kann, oder 2 Touren in den Picos de Europa in Nordspanien, Küstenstraßen an der Côte d'Azur und auf Korsika, von Fjord zu Fjord übers Fjell in Norwegen, ...
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Meinen Rad fahrenden Enkeln gewidmet.
Zur Erinnerung an die Jahre 2020 und 2021,
als wir in der Coronazeit
viele Radtouren miteinander gemacht haben.
T. sagte schon als 2-Jähriger, als er gerade sprechen lernte,
dass sein Opa mit dem Rad den ganzen Tag
„nuff, nonter, nuff, nonter, …“ fährt.
Titelbild: Vom Dalsnibba, dem Aussichtsberg über dem Geirangerfjord, die Erdstraße hinunter zum See Djupvatnet, Norwegen
In der Speluncaschlucht, Korsika
Vorwort
Über den Schurwald
Durch das Randecker Maar zum Breitenstein
Auf die 12 Tausender der Schwäbischen Alb
Auf die höchsten Berge des Schwarzwaldes
Auf den Schwarzen Grat in der Adelegg
Auf die Wasserkuppe in der Rhön
Auf den Brocken im Harz
Auf den Großen Arber im Bayerischen Wald
Das Stillachtal aufwärts bis zum südlichen Ende des Asphalts in Deutschland
Um das Wettersteingebirge mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze
3-Seen-Tour: Schlier-, Tegern- und Spitzingsee
Um den Rossfeldring und zum Kehlsteinparkplatz
Die Route des Crêtes in den Vogesen
Über La Vue des Alpes zum Chasseral
Zum Creux du Van
Auf den Pfänder, den Aussichtsberg am Bodensee
Über das Furkajoch, die höchste Straße im Bregenzer Wald und das Faschinajoch ins Große Walsertal
Die Kaunertaler Gletscherstraße
Die Zillertaler Höhenstraße
Auf die Seiser Alm
Das Stilfser Joch – die Königin der Alpenpässe
Mendelpass und Penegal
Die Kaiserjägerstraße hinauf zum Monte Rovere
Auf der Ponalestraße über dem Gardasee, zu Tremalzopass und Tremalzostraße
Über den Malojapass ins Oberengadin
Über Oberalp- und Furkapass
Der Gotthard, der Pass der Pässe
Auf den Monte Mottarone am Lago Maggiore
Die Route de Combe Laval und weitere Pässe vor der Rhône-Ebene
Über den Col du Galibier
Über den Colle dell’Agnello
Der Col de Tende
Auf den Mont Ventoux – den Mythos der Tour der France
Um den Grand Canyon du Verdon
Auf der Moyenne und Grande Corniche von Nizza nach Menton
Die Küstenstraße um Cap Corse
Über den Col de Palmarella nach Porto
Von Porto über die Calanches zur Marina de Ficajola
Über den Col de Vergio, den höchsten Straßenpass Korsikas
Das Vallée d’Asco
Über den Bocca d’Illarata auf den Col de Bavella
Die Corniche des Cévennes
Über den Col de Pailhères und den Port d’Envalira nach Andorra
Über den Port de la Bonaigua
Puerto de Ibañeta
Entlang der baskischen Küste bei Gernika
Hinauf zu den Lagos de Covadonga in den Picos de Europa
Über 4 Pässe um die Picos de Europa
Zum Cabo Finisterre, dem Ende der mittelalterlichen Welt
Entlang der Costa Brava
Auf den Pico del Veleta
Über den Puerto de La Ragua
Auf den Beachy Head, die höchste Kreideklippe am Ärmelkanal
Rund um den Dunkery Beacon im Exmoor Forest
Der Lysevegen
Der Snøvegen über das Aurlandsfjellet
Über den Tindevegen zum Sognefjellsvegen, der höchsten Passstraße Nordeuropas
Auf den Dalsnibba, den Aussichtsberg über dem Geirangerfjord
Der Trollstigen
In den Höga Kusten
Die letzten km zum Nordkap
Danksagungen und Quellenverzeichnis
Auf der Seiser Alm
Im Kaunertal
In den Picos de Europa
Im Nebel auf den Col de Pailhères
Auf dem Rossfeld
Entlang der Westküste Korsikas
In meinem Radfahrerleben habe ich viele Berglandschaften Westeuropas „erfahren“, von Südspanien bis zum Nordkap. Anfangs auf Mehrtagestouren, bei denen ich die Übernachtungen nur selten vorbuchte. Meist suchte ich gegen Abend spontan eine Unterkunft und habe fast immer ohne Probleme eine gefunden. Zum Teil bin ich zum Ausgangsort einer Tour mit dem Zug gefahren und vom Endpunkt wieder nach Hause oder meine Frau brachte mich hin und holte mich wieder ab. Die weiter entfernten Touren habe ich auf unseren gemeinsamen Urlaubsreisen gemacht, wo wir das Rad auf dem Träger am Auto mitnahmen. Meine Frau begleitete mich beim Radfahren im Auto und versorgte mich bestens. In den letzten Jahren ist sie mit ihrem E-Bike auch Touren mitgefahren.
Ich habe es immer genossen, in Gottes großartiger Schöpfung unterwegs zu sein. Wenn ich am Anfang einer Passstraße stand, kam mir oft der Bibelspruch aus Psalm 121 in den Sinn: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen und der dich behütet, schläft nicht. …“
Nun bin ich in Rente, habe Zeit und möchte auch anderen Anregungen geben, wo man in tollen Landschaften Rad fahren kann. Manche Touren habe ich aus dem Gedächtnis beschrieben. Es geht mir nicht darum, immer eine detaillierte Wegbeschreibung zu liefern. Seitdem ich die Strecke befahren habe, hat sich im Laufe der Zeit sicher auch das ein oder andere verändert. Eigene aktuelle Erkundigungen sind also immer notwendig. Mit dem unter den Kartenausschnitten angegebenen Tour-Link bei Komoot kann man sich die Touren auch aufs Handy laden und sich beim Fahren navigieren lassen. Die km- und aufwärts zu bewältigenden hm-Angaben nach der Überschrift sollen eine Einschätzung des Anspruchs bzw. Schwierigkeitsgrades der Touren ermöglichen. Eine gute Kondition ist für die Touren dieses Buches freilich eine Voraussetzung, stuft doch der Komoot-Routenplaner drei Viertel davon als „schwere Radtouren“ ein. Man kann die Touren natürlich auch mit einem E-Bike fahren, aber dann sollte man das Ladegerät mitnehmen, damit man seinen Akku während Pausen in Gaststätten wieder aufladen kann.
Alle Touren habe ich mit meinem nicht allzu schmal bereiften Tourenrad gemacht, auf Asphalt als bevorzugtem Straßenbelag. Wenn aber ein Stück Schotterstrecke kam, hat mich das nicht aus der Bahn geworfen.
Um das Buch nicht zu umfangreich werden zu lassen, musste ich mich auf eine Auswahl von Touren beschränken. Ich habe deshalb nur wenige der oft beschriebenen großen Alpenpässe näher ausgeführt, die freilich alle eine lohnende Herausforderung für Radfahrer sind. Dafür habe ich Touren in weniger bekannten Regionen auch dann ausgewählt, wenn sie nicht ganz so beeindruckend sind, wie Strecken, die viele kennen. Nachdem ich 60 Touren beschrieben hatte, sind wir noch auf den Brocken im Harz geradelt und fanden, dass diese Tour ebenfalls in das Buch aufgenommen werden sollte. So kam halt noch eine Bonustour dazu. Außerdem habe ich über 40 weitere Möglichkeiten in der näheren Umgebung mancher Tour angerissen, so dass insgesamt gute 100 Tipps für Radtouren in diesem Buch gegeben werden.
44 km / 400 hm
Meine Heimstrecke führt über den östlich von Stuttgart liegenden kleinen Waldrücken. Ich genieße diese kleine Tour in allen Jahreszeiten: im Frühjahr, wenn die Streuobstwiesen blühen und der Wald frisches Grün treibt, im Sommer, wenn die Getreidefelder im Wind wogen und im Herbst, wenn die Blätter bunt werden. Im hier meist schneelosen Winter muss man sich allerdings warm anziehen.
In meinem Wohnort Plochingen geht es auf 250m Höhe los an der vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestalteten Wohnanlage „Unter dem Regenturm“. Auf dem Radweg fährt man links der Straße zwischen Kirchberg und Eisenbahnlinie, vorbei an der Neckarbrücke über dem Neckarknie, aus der Stadt das Filstal aufwärts 3 km zum Nachbarort Reichenbach. Einige 100m nach der Ortsdurchfahrt biegt man vor der Brücke über die Bahnlinie nach links in einen Wirtschaftsweg ab, der links der Gleise nach Ebersbach führt. Hier bleibt man auf der linken Seite der vielbefahrenen Bahnlinie und radelt ortsausgangs durch ein Industriegebiet. Ca. 1 km nach dem letzten Firmengebäude muss man nach links auf die Straße nach Diegelsberg abbiegen.
Nun geht es fast 200 hm auf den Schurwald hinauf, auf halber Höhe etwas ebener durch den kleinen Weiler, der auch den Beinamen „Schnapsbuckel“ trägt, weil die hier wachsenden Kirschen im Ort gerne zu Hochprozentigem gebrannt werden. Oberhalb von Diegelsberg kommt man zu einer Aussichtsplatte auf ca. 470m. Ein rundes Mäuerchen erklärt die weite Aussicht auf die Schwäbische Alb vom Hohenstaufen bis zum Hohenzollern. Auf der Schurwaldhöhe fährt man nun, meist im Wald, ziemlich eben auf dem „Kaisersträßle“, auf dem schon die mittelalterlichen Stauferkaiser gereist sein sollen, 9 km bis zum Örtchen Manolzweiler und quert dabei 2 stärker befahrene Straßen.
Dann geht es flott kurvenreich durch den Wald, über Weinbergen mit weitem Blick ins Unterland hinunter ins Remstal nach Schnait (270m). In der Ortsmitte biegt man nach links auf die Hauptstraße nach Baach, das man nach 3 km durch Streuobstwiesen, manchmal entlang des Beutelsbaches erreicht. Dann strampelt man durch den Wald zum zweiten Mal auf die Höhe des Schurwalds, nach Baltmannsweiler (ca. 450m). Vom Kreisverkehr am Ortsausgang führt ein Radweg links entlang der Kreisstraße durch den Wald zur Deponie „Weißer Stein“ und um diese herum auf die Straße zurück nach Plochingen.
Am Ende des Ortsteils „Stumpenhof“, bevor man vollends ins Tal hinunterrauscht, kann man auf den Jubiläumsturm des Schwäbischen Albvereins steigen. (Der Schlüssel ist im gegenüberliegenden Café Morlock erhältlich.) Hier hat man nochmal eine schöne Aussicht zur Schwäbischen Alb, auf das Neckartal und die Filderebene bis zum Stuttgarter Fernsehturm. Nach ca. 44 km und guten 400 hm kommt man wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Blick von der Aussichtsplatte über Diegelsberg zur „Blauen Mauer“, dem Steilaufstieg zur Schwäbischen Alb
https://www.komoot.de/tour/286593561
Birnbaumblüte in den Streuobstwiesen
33 km / 550 hm
Auch diese Tour fahre ich mehrmals im Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst. Vom Albvorland führt sie durchs Randecker Maar hoch auf die Schwäbische Alb zum Breitenstein, von dem man eine phantastische Aussicht hat.
In Kirchheim unter Teck (311m) startet man am besten am Ziegelwasen. Da kann man auch gut das Auto parken. In der Unteren Steinstraße führt der Radweg Richtung Weilheim. Entlang der Lindach kommt man zunächst nach Jesingen. Ca. 200m nach dem Ortsausgang führt der Radweg halbrechts von der Straße nach Ohmden weg Richtung Holzmaden. Nach 3 km durch Streuobstwiesen, auch schwäbische Savanne genannt, erreicht man diesen Ort. In Holzmaden muss man von der Durchgangsstraße nach einer Rechtskurve links in die Weilheimer Straße abbiegen, die hoch zur Brücke über die Autobahn und die neue Trasse der ICE-Strecke Stuttgart-Ulm nach Weilheim (385m) führt. Man fährt quer durch den Ort, vorbei an der Peterskirche, die wegen der gut erhaltenen Wandmalereien verdient, von innen besichtigt zu werden. Am Ortsausgang Richtung Nabern biegt man nach links auf den Radweg nach Hepsisau, der durch Obstbaumwiesen und entlang von Feldern verläuft. Dabei hat man Blicke zum höchsten Punkt dieser Tour, dem Breitenstein, daneben die turmgekrönte Teck. Nicht die Abzweigung des Radwegs nach links Richtung Hepsisau verpassen! Man umrundet gegen den Uhrzeigersinn halb die Limburg, den Hausberg Weilheims, auf dem einst die Stammburg der Zähringer stand. Nach einem kurzen Anstieg führt der Radweg nach rechts und kurz darauf wieder nach links weiter nach Hepsisau. Vorbei an vielen Kirschbäumen, für deren Blüte im Frühjahr das Tal berühmt ist, erreicht man diesen Ort auf 465m. Bei der kleinen Kirche und dem 150 Jahre alten Backhaus kommt man auf die Straße, die mit 4 Kehren entlang des Zipfelbachtales 5 km fast 300 Höhenmeter auf die Schwäbische Alb hinaufführt. Zunächst durch Obstwiesen mit Blicken zur Limburg, geht es vor der letzten Kehre in den schattenspendenden Wald. Aus dem Wald heraus ist man am „Grund“ des Randecker Maars. Nach den paar Häusern von Randeck fährt man nach rechts zur Ziegelhütte auf 742m.
Das Randecker Maar geht auf einen Vulkanschlot von 1.200m Durchmesser zurück. Nach den Ausbrüchen wurden Gesteinstrümmer und Lavateilchen zu wasserundurchlässigem Vulkantuff zusammengebacken. Der Trichter füllte sich mit Wasser, ein Süßwassersee entstand, an dem sich in der subtropischen Urzeit sogar Elefanten, Giraffen und Nashörner tummelten. Im Laufe langer Zeit schnitt der Zipfelbach eine eindrucksvolle Schlucht in den Albtrauf und entleerte das Maar. Im Herbst erleichtert diese tiefe Einkerbung den Zugvögeln und Schmetterlingen den Aufstieg auf ihrem Weg in den Süden. Dabei werden sie von Vogelzugforschern beobachtet und gezählt.
Wir fahren am Rand des Maarkessels entlang nach Ochsenwang. Dabei hat man Ausblicke durch den Einschnitt des Zipfelbachtals zur Limburg und bis zu den Dreikaiserbergen Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. Gegenüber des Kirchleins in Ochsenwang wohnte um 1833 der Dichter Eduard Mörike, der hier Pfarrverweser war. Eine kleine Ausstellung in der ehemaligen Pfarrwohnung würdigt sein Wirken.
Phantastische Aussicht vom Breitenstein ins Albvorland
https://www.komoot.de/tour/286961685
Am Friedhof vorbei führt ein Betonweg 1 km schnurstracks zum Breitenstein auf 812m. An seiner abrupten Abbruchkante hat man eine weite Aussicht ins Albvorland bis zum Stuttgarter Fernsehturm. Wie ein ausgebreiteter Teppich liegt das Tiefland hier vor einem, besonders schön zur Zeit der leuchtend gelben Rapsblüte.
Nach 1 km hinunter zur Straße geht es 6 km flott mit bis zu 17% die Ochsenwanger Steige hinunter. Unten an der t-förmigen Einmündung in die Hauptstraße von Weilheim nach Kirchheim fährt man nach rechts versetzt geradeaus weiter 1 km nach Nabern. Vorbei an der Zehntscheuer nimmt man den Radweg nach Kirchheim (Alte Kirchheimer Straße), wo man nach insgesamt 33 km wieder zurück zum Ausgangspunkt kommt.
103 km / 1.600 hm
Im goldenen Oktober 2005 hab‘ ich die Tausender der Alb mit dem Rad „erfahren“. Wenn man den Schafberg, der die 1.000m-Marke genau genommen um 20 cm verfehlt, dennoch dazuzählt, gibt es 12 davon. Vielfach im Wald hat man an manchen Punkten eine schöne Aussicht vom Albtrauf, dem Steilabfall der Schwäbischen Alb, hinaus ins Albvorland.
Ich fuhr, wie es sich gehört, am Fuß des Albtraufs in Balingen (517m) los. Nach 5 km mit kaum Steigung zum Warmfahren geht’s ab Weilstetten mit 6% und 6 Kehren 6 km die Lochenpassstraße hinauf. Oben am Pass (888m) biegt man auf den Hauptwanderweg 1 bzw. 3 des Schwäbischen Albvereins ab. Nach 3 etwas holprigen km kommt man auf dem Schafberg zum Gespaltenen Fels, dem ersten Tausender, aufgerundet. Nun geht es 2 km runter zu einem Sattel und 2 km wieder rauf zum Plettenberg auf 1.002m, der durch einen Steinbruch wie ein hohler Zahn ausgehöhlt wurde. Eine Materialseilbahn schafft das Gestein nach Dotternhausen und auf einem kleinen Teersträßchen fährt man flott ebenfalls dort hinunter auf 666m.
Über Schömberg radelte ich nach Ratshausen. Ein Einheimischer wies mich die nicht ausgeschilderte alte Steige hoch nach Deilingen (826m). Von hier kommt man auf die nächsten 4 Tausender, die östlich als Kuppen über die weitläufige Albfläche aufragen: Reinen (1.006m), Bol (1.002m), Wandbühl (1.007m) und Montschenloch (1.004m). Über ein kleines Asphaltsträßchen geht’s flott runter nach Delkhofen und zurück nach Deilingen.
Auf der westlichen Seite des Ortes erhebt sich der Oberhohenberg (1.011m), auf dem früher eine Burg stand. Immer wieder hab‘ ich das Rad geschoben – es war zu steil und holprig. Die letzten paar 100m auf dem schmalen Pfad zum Gipfel ließ ich das Rad sogar zurück. Weiter einigermaßen eben rüber zum Hochberg (1.009m), dann runter zum Lembergsattel auf 925m. Auf dem Hauptwanderweg HW 1 kommt man zum Lemberg, dem mit 1.015m höchsten Berg der Schwäbischen Alb. Vom 33m hohen Lembergturm hat man eine tolle Rundumsicht: auf die Alb mit den bereits befahrenen Tausendern, zum Schwarzwald mit Feldberg, Kandel und Hornisgrinde, bei guter Sicht bis zur Kette der Schweizer Berge: die Appenzeller Alpen mit dem Säntis, die Glarner Alpen mit dem Tödi. An ganz klaren Tagen reicht der Blick sogar von der Zugspitze bis zu Finsteraarhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau.
Nun fährt man runter nach Gosheim (850m) und wieder hoch zu den letzten 3 Tausendern: Kehlen (1.001m), Hummelsberg und Hochwald (beide 1.002m), die wieder mehr auf einer Ebene sind.
Unten in Wehingen rollt man das Untere Bäratal abwärts und fährt das Obere Bäratal aufwärts über Nusplingen, Digisheim und Tieringen wieder zurück zum Lochenpass.
Nebelschicht im Oberen Bäratal
https://www.komoot.de/tour/286975651
Wer eine letzte schöne Aussicht genießen will, kann von der Passhöhe zu Fuß auf den Lochenstein steigen, wo man nach Balingen hinunterschauen kann, zum Hohenzollern, nordwestlich zum Schwarzwald mit der Hornisgrinde und nach Süden, über die Alb, bei guter Sicht bis zu den Schweizer Alpen mit dem Säntis. In flotter Abfahrt den Lochenpass hinunter, kommt man zurück nach Balingen.
170 km / 3.500 hm
Im Herbst 2001 habe ich von Freiburg im Breisgau aus, eine dreitägige Tour auf Schauinsland, Belchen, Herzogenhorn und Feldberg gemacht. Mit ca. 170 sind das nicht allzu viele Kilometer, dafür mit ca. 3.500 erstaunlich viele Höhenmeter – im Schwarzwald kann es auf kurzen Strecken ganz schön viel rauf und runter gehen.
Man verlässt Freiburg (278m) in südlicher Richtung, vorbei am Stadtteil Günterstal. Zunächst eben, dann allmählich ansteigend, geht es nach ca. 10 km die Schauinslandstraße hinauf, auf der zwischen 1925 und 1984 die ADAC-Schauinsland-Rennen durchgeführt wurden. Meist verläuft die kurvenreiche Strecke im Wald, Aussichtspunkte sind selten. Oben auf dem Schauinsland (1.284m) kann man dafür, wie der Name schon sagt, weit ins Land schauen: zu den Schwarzwaldbergen Feldberg und Belchen, über die Oberrheinische Tiefebene hinüber zu den Vogesen mit dem Grand Ballon und bis zu den schneebedeckten Berner Alpen mit Jungfrau und Finsteraarhorn.
Vielleicht 1 km nach dem Gipfel zweigt ein kleines Sträßchen steil (18%) hinunter ins Münstertal ab. Man fährt in tiefe, dunkle Täler, rauschende Bäche neben der Straße, grüne Almwiesen mit bimmelnden und brüllenden Kühen. Auf meiner Tour im Herbst leuchteten die Blätter des Bergahorns gelb – goldener Oktober! Unten auf ca. 600m geht’s das Tal gleich wieder aufwärts, zum Glück nur mit ca. 10%. Nach 10 km kommt man zum Wiedener Eck (1.090m). Noch gute 100 hm weiter aufwärts zum Lückle und wieder abwärts nach Multen, wo die Straße zum Belchen abzweigt. Vom Belchenhaus führt ein Rundweg mit interessanten Info-Tafeln zum 1.415m hohen Gipfel.
An klaren Tagen kann man hier die Alpenkette sehen, von der Zugspitze bis zum Montblanc, die beide ca. 230 km entfernt sind. Besonders eindrucksvoll ist das „nur“ ca. 140 km entfernte berühmte „Dreigestirn“ der Berner Alpen: Eiger (samt der berüchtigten Nordwand), Mönch und Jungfrau. Besonders bei Hochdruckwetterlagen im Herbst hat man bessere Chancen auf gute Fernsicht als im Sommer, weil da kalte Luftmassen aus großer Höhe absinken, sich erwärmen und dadurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt. Und je trockener die Luft ist, desto weniger können mikroskopisch kleine Schwebstoffe Wasserdampf anziehen und winzige Tröpfchen bilden, die als Dunst schon die Sicht trüben, bevor sich Wolken bilden. Oft sind dann im Herbst die feuchtkalten Täler unter einem Hochnebelmeer verborgen, was einen zusätzlichen Reiz ausmacht.
Nun geht es 13 km rasant fast 900 hm bergab nach Utzenfeld ins Wiesental auf 561m und gleich wieder aufwärts, zunächst noch verhalten bis Todtnau, dann 9 km mit 10% hoch zum Feldbergpass auf 1.231m. Hier führt rechts weg ein Sträßchen zum zweithöchsten Berg des Schwarzwaldes, dem weniger bekannten Herzogenhorn. Am Ende geht es noch etwas auf unbefestigten Wegen vollends zum 1.417m hohen Gipfel.
Blick vom Feldberg ins Wiesental
Zurück am Feldbergpass fährt man nach links hinauf zum Feldberger Hof. Hinter dem sehenswerten „Haus der Natur“ führt ein Asphaltsträßchen hoch zum Grüble, einem Sattel zwischen den „Bucken“ des höchsten Schwarzwaldberges. Der Feldberg ist ja ein weitläufiges Gebiet mit mehreren „Bucken“: dem Seebuck (1.448m), dem Baldenweger Buck (1.461m) und dem Mittelbuck (1.460m). Am „Höchsten“ ist der Feldberg 1.495m hoch. Die Stelle ist mit einem großen Rondell in der Nähe des Funkturmes zweifelsfrei zu finden. Von den ungefähr 10 Mal, die ich in meinem Leben auf dem Feldberg war, gab’s bei der Hälfte eine tolle Aussicht bis zu den Alpen, die an den besten Tagen auch hier von der Zugspitze bis zum Montblanc reicht.
Zum dritten Mal am Feldbergpass bin ich auf Waldwegen zum einsamen Feldsee hinuntergefahren und dann das schöne Tal vor zum Titisee (846m). Ich kam kurz auf die B31 und bin gleich wieder abgebogen – viel zu viel Verkehr! Auf kleinen Nebenstraßen radelte ich nach Hinterzarten, Alpersbach, hoch zum Rinken (1.195m), wo man nochmals schöne Rückblicke zum Feldberg hat. In weitem Bogen geht es auf einem Waldweg leicht bergab mit Blicken ins tief unten gelegene Tal des Osterbaches, in das man dann steil hinunter nach Zastler fährt. Weiter flott das Tal vor nach Kirchzarten und entlang der Dreisam zurück nach Freiburg.
https://www.komoot.de/tour/286982798
48 km / 550 hm
Im Juni 2011 bin ich auf den höchsten Berg des ehemaligen Königreiches Württemberg gefahren. Der 1.118m hohe Schwarze Grat befindet sich in der Adelegg, einem kleinen Höhenzug zwischen Isny und Kempten, in deren großen, zusammenhängenden Waldflächen seltene Vogelarten wie Auer- und Haselhuhn, Uhu und 7 verschiedene Spechtarten vorkommen.
Ich bin in Isny im Allgäu losgefahren, zunächst 12 km eben nach Wengen, dann laut Radwegzeiger mit bis zu 20% Steigung ein kleines Mautsträßchen (Schranke) gute 3 km durch den Wald hoch zur Wenger Egg-Alpe (1.025m). Von dort geht es 2 km über einen holprigen Weg mit großen runden Kieselsteinen vollends auf den Schwarzen Grat. Die letzten ca. 300m musste ich mein Rad über Stock und Stein steil hochschieben bzw. tragen. Vom Aussichtsturm, der den die Gipfellichtung umgebenden Wald überragt, hatte man nach dem Regen an diesem Vormittag eine tolle Aussicht auf die Berge des Bregenzer Waldes, die Nagelfluhkette mit dem Hochgrat, Rinderalphorn und Stuiben. Man sah bis zum Bodensee, was nicht oft der Fall sein soll: ein heller, lang gezogener Streifen, dahinter weitere Hügel am Schweizer Ufer. Ein Einheimischer machte mich darauf aufmerksam, sonst hätte ich es vielleicht nicht bemerkt und für einen hellen Himmelsstreifen gehalten.