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Selbstorganisation entfalten, darum geht es im open space Verfahren, um nichts anderes. Alles andere können Gruppen, Organisationen und System selbst. Sie sind motiviert, wollen ihre Ressourcen einsetzen und ihre Vorhaben vorantreiben. Der open space Begleiter Michael M Pannwitz stellt seine Praxis der letzten vierzehn Jahre vor. Alles wird detailliert beschrieben: der erste Kontakt mit dem Veranstalter, das Vorbereitungstreffen, die Durchführung des open space, das Nächste Treffen... und auch, mit welchen Überraschungen zu rechnen ist, wenn Projekte selbstverständlich eigeninitiativ in die Hand genommen werden.
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Seitenzahl: 252
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Michael M Pannwitz
in Zusammenarbeit mit Georg Bischoff
eBuch
Westkreuz-Verlag GmbH Berlin/Bonn
Meineopen spacePraxis
Michael M Pannwitz
in Zusammenarbeit mit Georg Bischoff (gest. 2013)
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.ddb.deabrufbar.
E-Book Ausgabe
ISBN 978-3-943755-08-4
© 2013Westkreuz-Verlag GmbH Berlin/Bonn
Herstellung:Westkreuz-Druckerei Ahrens KG Berlin/Bonn
E-Book Umsetzung:KOMAG mbH Berlin/Brandenburg
Vorwort
„Meine open space Praxis“ liegt jetzt auch als eBuch mit allen damit verbundenen Annehmlichkeiten vor. Eine begleitende Webseite – www.meine-openspace-praxis.de – ermöglicht u.a. die unmittelbare Anpassung von Unterlagen für Ihre eigene open space Praxis.
Zusammen mit folgenden bei Westkreuz erhältlichen Titeln sind alle, die open space begleiten, veranstalten oder daran teilnehmen, bestens für das Abenteuer open space ausgestattet:
• „Kärtchensatz für den Aufbau von open space Veranstaltungen“, auf Deutsch und Englisch
• „Einfach mal Nichts tun!“, die deutsche Version von „Don’t Just Do Something, Stand There!“ von Marvin Weisbord und Sandra Janoff
Ganz wunderbar unterstützt wurde ich wieder von den MitarbeiterInnen und dem guten Geist beim Westkreuz-Verlag und bei KOMAG, die für die digitale Version von „Meine open space Praxis“ gesorgt haben.
Zu Papier gebracht hatte es vor Jahren Georg Bischoff, der diese digitale Version nicht mehr erlebt hat. Er ist am 24. Dezember 2013 verstorben, ich vermisse ihn.
Michael M Pannwitz
Berlin, Februar 2014
Lieber Michael,
damit Dein von Georg geschriebenes Praxis-Handbuch ein Sachbuch bleibt, habe ich kurzerhand den biografischen Teil vorwortlich abgetrennt.
Eigentlich lassen sich Dein Leben und Dein Beruf, das werden die Leser auch zwischen den Zeilen entdecken, gar nicht voneinander trennen.
Damit Du nicht so ewig rumdrucksen musst, was Du nun im Vorwort sagst und was verschweigst, schenke ich Dir diesen lückenlosen Abriss Deines Lebens.
Auf diese Art bleibt auch mehr Zeit, die wir dann gemeinsam mit den Enkelkindern verbringen können. Es gibt schließlich – man glaubt es kaum – auch ein Leben nebenopen space.
In Liebe, Deine Bine.
Soweit musste es ja kommen
ODER
Von einem, der auszog, um
OPEN SPACE
zu finden!
Da war dieser eigentlich kleine Michael, gleichzeitig aber schon großer Bruder und Vaterersatz in der typischen nazi-deutschen Familie, vaterlos wie viele, später auf der Flucht und gestrandet im deutschen Nachkriegsmief. – Eng, sehr eng!
Aus wohlgemeinten mütterlichen Gründen wurde eine traditionsreiche Internatsschule die nächste Lebensstation, bräunlich und noch enger.
Und dann kam – wie aus dem open space Himmel – eine Sternschnuppe vorbeigesegelt, aus dem fernen, freien Amerika: Ralph.
Ein Aktivist in Sachen Mensch zu Mensch, ein Neugieriger, der wissen wollte, in welchen Familien seine CARE-Pakete welche Wirkungen tun.
Das Gegenteil von eng – weder im Kopf, noch im Herzen.
Dieser väterliche Freund lud Dich ganz im Sinne von „care“ zu sich ein, ließ Dich wohnen und studieren und frei atmen.
Und dann kam es, wie es kommen musste!
Studenten Wohn-Coop, selbstverwaltet. Nicht Vietnam, nein, nie! Indien stattdessen, das Peace Corps: Wie Hühnerfarmer sich unabhängig machen durch Gründung von Genossenschaften.
Da vergisst man das Studium der Naturwissenschaften, denn dort tut sich ein viel wichtigeres Stück Leben auf: Wieder geht es um Selbst-organisation und Aufbruch.
Du bist bei Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen, z.B. ländliche Produktionsgenossenschaften in Missouri organisieren. Das ist die Zeit für Deine erste selbst gewählte Familiengründung mit Sara und bald zwei kleinen Jungen. Und weltweit begehren die Studenten auf ... 1968 ... 1970 ... 1972.
Ein zunächst familiärer Deutschlandbesuch öffnet wieder neue Türen, berufliche und private.
Es gibt sie doch in Deutschland, die Menschen, die sich aus den bräunlichen Traditionen lösen und die Demokratie entdecken. Das verlockt in Berlin zu bleiben. Das Thema bei der evangelischen Kirche heißt Gemeinwesenarbeit / Sozialplanung / Organisationsentwicklung / Gemeindeberatung.
Das eigentliche Thema aber: Wir müssen Dinge selbst in die Hand nehmen. Du und Agnes v. Walther, zweifellos das schlagkräftigste Zweier-Team weltweit, was in aller Bescheidenheit unbedingt angemerkt werden muss. Mitarbeitervertretung, Gewerkschaft... das Thema open space kommt immer näher, war ja eigentlich irgendwie schon immer mit im Geschäft.
Außerdem, nicht ganz nebenbei, wieder ein Neubeginn, denn unsere neue Familie wird wirklich groß: Sechs Kinder am Ende – und ich! Unser gemeinsamer Weg fordert die größte Entfaltung von Selbstorganisation überhaupt.
Seit 1995 tritt das Beratungsleben beim kirchlichen Arbeitgeber auf der Stelle. Bei der Kirche wird gespart und Inhalte verschwimmen. Agnes im Ruhestand, es gibt in Deinem Arbeitsbereich keine Entwicklung mehr. Bis dann: Päng – ohne großen Krach – 1996 der open space hereinbricht. Michael M voll erwischt! Fortsetzung auf den folgenden Seiten.
Bleibt noch die Frage: Warum schreibt dieser Typ nicht selbst? Weder das Buch, noch das Vorwort! Warum muss Georg das machen?
Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt einfach Leute, die können... bestens erzählen... allerhand bewegen... rastlos wirbeln und präsent sein. Um aber beispielsweise etwas aufzuschreiben, fehlen Ruhe und Zeit. Das ist ja auch ein eher einsames Geschäft. Wieder andere Leute können neugierig nachfragen, stundenlang zuhören, sich um Hintergründe kümmern und alles in Worte fassen.
Hier genau kommt Georg ins Spiel.
Lest selbst!
Das open space Verfahren – was ist das?
Aus meiner E-Mail an die OSLIST* am 5. August 1999:
Dear colleagues and friends in Open Space,
when I was introduced to Open Space three years ago by Harrison Owen and Romy Shovelton in Roffey Park, England, I had no inkling of the impact that it would have on my consultant career. In the last 35 years I passed through a number of transitions. From student organizer to co-op organizer to union organizer to community organizer to Organizational Development consultant and through various personal transitions. But getting into Open Space is having a transformational quality that is of another order.
After close to 50 Open Space events since 1996, a bunch of orientation sessions for colleagues in Berlin and Germany, training with Harrison here last fall for 64 participants, Learning Circle on Large Group Interventions and meeting with many of you at the worldwide annual OSonOS events I became more and more estranged from my old consultant mode and no longer felt happy in my 25 year old job as an internal consultant with the Protestant Church of Berlin.
As a consequence I am quitting my old job. I will be on my own starting September 1, 1999. There will be more Open Space in my professional life. Space for new projects...
Je ungehinderter sich Selbstorganisation entfalten kann, desto produk-tiver, gemeinschaftsstiftender, leitungsverbreitender, friedlicher... und vergnüglicher geht es zu. Immer wieder überraschen mich dabei die vielen heiteren und lachenden Menschen.
Selbstorganisation findet sich auch unter einengenden und behindernden Rahmenbedingungen zurecht, aber ich kenne keinen Weg, auf dem sie sich freier entfalten kann als mit dem open space Verfahren. Obendrein ist dieses Verfahren einfach, einfacher gehts nicht.
Nach meiner kurzen Einführung – höchstens zwanzig Minuten – bringen die Teilnehmenden ihre Anliegen ein, alles was ihnen am Herzen liegt, auf den Nägeln brennt, wofür sie sich einsetzen wollen. Anderthalb Stunden nach Beginn der open space Veranstaltung haben sie ihre Tagesordnung selbst organisiert und beginnen, sich in Gruppen mit ihren Anliegen auseinanderzusetzen. Ergebnisse aus den Gruppen werden von ihnen laufend festgehalten und an der Doku-Wand veröffentlicht. Im letzten Teil ihrer Veranstaltung verabreden die Teilnehmenden Nächste Schritte für die Umsetzung ihrer Vorhaben.
Dringend gesuchte Lösungen tauchen plötzlich auf, Menschen treffen sich, die zwar schon länger am gleichen Vorhaben arbeiten, bisher aber nie in Kontakt waren; zerstrittene Parteien oder getrennte Hierarchieebenen kooperieren, für konkrete Vorhaben wird ein Netzwerk entwickelt oder individuell Führung und Verantwortung übernommen...
Ein Verfahren also, in dem alles möglich ist und oft das Unvorhergesehene geschieht – selbstorganisiert. Ohne dass irgendeine Instanz dies von oben oder außen plant oder steuert.
Meine open space Praxis hat sich in der Begleitung von über 170 open space Veranstaltungen entwickelt – im Austausch mit Begleitteams, Teilnehmenden, Veranstaltern, Mitarbeiterinnen der Veranstaltungsorte... in der Reflexion mit open space Begeisterten bei vielen Lernwerkstätten: in Vlotho, Bernried, Berlin, Belfast, Paris... und den weltweiten Open Space on Open Space Veranstaltungen in Toronto, Monterey, Chicago, Berlin, Jütland, Moskau... und durch den Austausch in der OSLIST, in openspacedeutsch und bei boscop, der berlin open space cooperative. Dadurch habe ich meine Arbeit und – davon bin ich überzeugt – haben wir unser aller Arbeit als Begleiterinnen nicht nur bereichert und weiterentwickelt, sondern auch zur Verbreitung des Verfahrens in alle gesellschaftlichen Bereiche beigetragen.
Meine open space Praxis entwickelt sich weiter, zusammen mit der Praxis von Tausenden von uns, die weltweit mit dem Verfahren arbeiten und sich darüber leidenschaftlich auseinandersetzen. Wir suchen immer wieder neue Antworten auf die gleichen Fragen:
• Wie können wir die Voraussetzungen für eine open space Veranstaltung verbessern, in der immer zuallererst Selbstorganisation stärker zur Entfaltung drängt?
• Wie arbeite ich als Begleiter in dem open space Verfahren?
• Wie kann ich noch „präsenter und gleichzeitig auch unsichtbarer“ werden?
• Wie gestalte ich die einzelnen Phasen in diesem Prozess?
• Was kann ich in Zukunft weglassen, damit das Verfahren noch einfacher wird?
• Wie kann ich unseren Erfahrungsaustausch noch unmittelbarer mit der Praxis verknüpfen?
• Wie...?
In diesem Buch ist aufgeschrieben, wie meine open space Praxis heute aussieht: Wie ich die Veranstaltung vorbereite, begleite und mich darüber austausche – und ich würde mich nicht damit überraschen, wenn ich morgen schon wieder etwas entdecke, was ich ab sofort anders mache.
Angefangen habe ich allerdings mit Lesen: „Open Space Technology – A User’s Guide“ von Harrison Owen. Ich habe seinen Rat befolgt: „Do it by the book! At least the first few times.“ Das war gut so, denn es hat dazu geführt, dass ich meine eigene Art in der praktischen Arbeit in Ruhe finden konnte. Mit jedem open space erschloss sich mir sein Werk aufs Neue, bis heute.
* OSLIST ist die älteste internationale E-Mail-Gruppe für den Austausch zuopen space.
I Auf dem Weg zur Veranstaltung
Kontakt
Der erste Kontakt
Der erste Kontakt kommt per Telefon oder E-Mail zustande. Die meisten nehmen Kontakt mit mir auf, weil sie das open space Verfahren für ihre Veranstaltung bereits in Betracht ziehen oder schon sicher sind, dass sie damit arbeiten wollen.
Schon beim ersten Kontakt wird geklärt, inwieweit das open space Verfahren für das anstehende Vorhaben überhaupt in Frage kommt.
Dann verabreden wir uns zu einem Kontaktgespräch mit denen, die letztendlich entscheiden, ob das open space Verfahren für ihr Vorhaben das richtige ist.
Es gibt aber auch einfach Fragen zu open space und dem open space Verfahren, für die ich mir in aller Ruhe Zeit nehme.
Ich erhielt einmal eine E-Mail-Anfrage aus Österreich: Eine zweistündige open space Phase sollte in eine mehrtägige Gesamtveranstaltung eingebettet werden. Die Aufgabe der Teilnehmenden bestand darin, Fragen zu Ehe und Partnerschaft zu entwickeln, die dann im weiteren Verlauf der Veranstaltung von Experten beantwortet würden.
Diese Fragen, dachte ich, könnten einfach abends beim Wein gesammelt werden. Außerdem, ein zweistündiger open space, eingezwängt in eine andere Veranstaltungsform, das konnte nicht gutgehen; ganz abgesehen davon, dass ich zwei Stunden selbst für einen für zu kurz halte. Aber wenn sie wirklich einen machen wollten, warum dann nicht einfach die ganze Veranstaltung im , Expert eingeschlossen?!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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