Meine Ziegen hinterm Haus - Sonja Girndt - E-Book

Meine Ziegen hinterm Haus E-Book

Sonja Girndt

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Beschreibung

Was meckert da in meinem Garten? Ziegenhaltung leicht gemacht! Ziegenhalten macht glücklich, davon ist die ­Autorin dieses Buches überzeugt. Sie zeigt, was die aktiven und intelligenten Tiere brauchen, damit sie zufrieden, gesund und ziegengerecht leben können. Einsteiger in die Ziegenhaltung erfahren alles, was wichtig ist, um den kleinen Wiederkäuern ein gutes Zuhause bieten zu können. Stall, Weide, Futter, Nachzucht und Handling werden ebenso thematisiert wie die Verarbeitung von Ziegenmilch zu Quark und Käse. Das Buch lässt seine Leser in die Welt der Ziegen eintauchen und spiegelt die unterschiedlichen Charaktere und Persönlichkeiten dieser Nutztiere wider. Die Bilder zeigen ein ganzes Jahr mit vielen bunten Farben, aber auch die Arbeit, die einen nicht davon abhalten sollte, sich Ziegen anzuschaffen. Hobbyziegenhalter und Selbstversorger bekommen wertvolle Anleitungen und hilfreiche Tipps von einer erfahrenen Ziegenbäuerin, die ihre Tiere natürlich hält und das Wohl der agilen Vierbeiner in den Mittelpunkt stellt. Sonja Girndt erklärt leicht verständlich, was Ziegen brauchen, berichtet von ihrem eigenen Hof und der Vermarktung von Ziegenprodukten.

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Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Copyright © 2024 Cadmos Verlag GmbH, München, Englmannstraße 2, 81673 München

ISBN: 978-3-8404-0374-9, 1. Auflage 2024

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberechts-gesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikro-verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Alle Rechte vorbehalten.

„Zur lachenden Ziege“ ist eine geschützte Marke von Carsten Erxleben.

Viel Freude mit diesem Buch wünscht Ihnen Ihr CADMOS-Team:

Autorin: Sonja Girndt

Covergestaltung, grafisches Konzept, Satz: Gerlinde Gröll

Lektorat: Ing. Barbara P. Meister MA, FachLektor.at

Korrektorat: Gertrud Döffinger, MA

Fotos am Umschlag: Melanie Grande (Cover), Sonja Trosky (Rückseite) Illustrationen: Shutterstock/Light-Dew.

Uns ist wichtig:

Gender-Erklärung: Alle Geschlechter sollen sich gleichermaßen wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen. Im Sinne eines flüssigen Lesevergnügens verzichten wir jedoch auf die Verwendung von geschlechterspezifischen Sprachformen (m/w/d). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter!

Haftungsausschluss: Wir haben den Inhalt dieses Buches nach bestem Wissen geprüft. Für die Richtigkeit der Angaben und eventuelle Schäden, die aufgrund von Beschlüssen und Handlungen, die anhand der gegebenen Informationen getroffen wurden, wird trotz sorgfältiger Recherche keine Haftung übernommen. Im Zweifelsfall ziehen Sie bitte geschulte Fachleute zu Rate.

Foto © Sonja Trosky

INHALT

Vorwort

Ziegenrassen

Weiße Deutsche Edelziege

Saanenziege

Toggenburger Ziege

Anglo-Nubier-Ziege

Burenziege

Angoraziege

Zwergziege

Woran sollte man denken?

Stall

Weide

Unterstand

Sachkundenachweis

Kennzeichnung und Meldepflicht

Versicherung

Anschaffung

Spielen

Ziegenpflege

Klauenpflege

Werkzeug für die Pediküre

Hilfreiche Tipps zur Durchführung

Körperpflege

Krankheiten

Außenparasiten

Zum Beispiel Zecken

Innenparasiten

Brucellose

CAE-Viruserkrankung

Akute Mastitis

Grippe

Lippengrind

Listeriose

Pseudotuberkulose

Der lange Weg der Verdauung

Giftige Pflanzen

Vorbeugende Heilpflanzen

Das Gemüt der Ziege

Kommunizieren – nicht meckern

Wenn Ziegen auf den Hinterbeinen stehen

Herdenhierarchie

Freundschaften zwischen Ziegen

Bock, Ziege, Lamm

Deckzeit

Tragezeit

Ablammphase

Ziegenkinder

Lämmerfütterung

Melken

Euterpflege

Käse selbst herstellen

Was man braucht

Wichtig zu wissen

Käserezepte

Weichkäse

Hartkäse

Von September bis August

September

Oktober

November

Dezember

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

Geschichten aus dem Ziegenalltag

Anneliese kann Gedanken lesen

Lisa muss erlöst werden

Ein „Absacker“ zum Feierabend

Was haben Ziegen mit Piranhas gemeinsam?

Geschichte mit Happy End

Bezugsquellen und andere hilfreiche Links

Danke

Ziegen, die uns vertrauen, nehmen überall gerne eine Massage entgegen.Foto © Sonja Trosky

VORWORT

Schon mein ganzes Leben begleitet mich die Liebe zu Tieren. Aufgewachsen mit Schafen, Hunden, Katzen und Pferden machen nun die 2009 angeschafften Ziegen meinen Traum von der eigenen Tierhaltung ebenso komplett wie den Wunsch, frische Milch zu leckeren und gesunden Produkten zu verarbeiten. Meine Oma hatte früher auch eine Ziege. Jedes Jahr bekam diese Lämmer, die geschlachtet wurden. Mit dem Wissen von heute finde ich die Einzelhaltung traurig, da sich eine einzelne Ziege sehr einsam fühlt, auch wenn sie einige Zeit mit ihren Lämmern verbringen konnte. Und es war für mich klar, dass ich es anders handhaben wollte als meine Oma. Ich kaufte mir meine erste Ziege Uschi, und da sich Ziegen nur in Gesellschaft ihresgleichen wohlfühlen, erwarb ich aus einem anderen Betrieb zur gleichen Zeit einen Bock. Da wir züchten wollten, sollten die zwei nicht aus derselben Zucht kommen.

Als Kind zunächst spielerisch, später mit vollem Bewusstsein habe ich aus den Verhaltensweisen der Tiere gelernt. Welche Bedürfnisse haben sie? Wann geht es ihnen so richtig gut? Wann fehlt ihnen etwas? Mein Lernen durch Beobachten und Interagieren wurde ergänzt durch meine langjährige Tätigkeit bei einem Tierarzt. Dass das Tierwohl oberste Priorität hat, versteht sich von selbst. Um dieses sicherzustellen, bedarf es bei der Ziegenhaltung im Hauptoder Nebenerwerb in Deutschland eines Sachkundenachweises.

Mein Ziel ist es,Ihnen bei einermöglichen Anschaffungvon ZiegenEntscheidungshilfenzu geben.

Grundregeln hinsichtlich der Ernährung, des Platzangebots in Stall und Außengehege, der „Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten“ sowie der Fress- und Schlafplätze müssen zwingend eingehalten werden.

Internet und einschlägige Literatur geben gute Auskünfte. Wenn Sie als zukünftiger Ziegenhalter bei allen Anforderungen noch eine Wohlfühlschippe drauflegen, können Sie sicher sein, dass sich Ihre kleinen Wiederkäuer richtig umsorgt fühlen. Und eine glückliche Ziege spiegelt es dem Menschen, sodass auch er glücklich ist. ln diesem Sinne freue ich mich, Ihnen meine Erfahrungen und Tipps & Tricks weitergeben zu können. Da es bereits eine Vielzahl wertvoller Sachbücher über Ziegenhaltung gibt, sollen im vorliegenden Ratgeber zwar ebenfalls wichtige Fakten dargelegt werden, aber nicht nur. Mir geht es besonders darum, charakteristische Wesenszüge der Ziegen und deren Wirkweisen auf den Menschen zu beleuchten. Bilder sowie kleine Anekdoten ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zu den Tieren.

Die Hausziege gehört zur Gattung der Ziegen. In der Familie der Hornträger wird sie den Wiederkäuern und Paarhufern untergeordnet. Zu ihren engsten Verwandten zählen der Steinbock und die Wildziege. Seit ihrer Domestizierung vor etwa achttausend Jahren ist sie eines der ältesten Nutztiere des Menschen. Weltweit gibt es etwa 200 Hausziegenrassen. Gehalten werden sie wegen ihrer Milch, ihrem Fleisch, ihrem Haar und ihrem Leder. Auch in der Landschaftspflege und als Lastentier werden sie geschätzt. Je nach Einsatz und Verwendung gibt es große Unterschiede. Einige der bekannteren Rassen möchte ich hier beschreiben und ihre Besonderheiten hervorheben.

Weiße Deutsche Edelziege

Es handelt sich hierbei um eine großrahmige Milchziege. Wie der Name schon sagt, ist sie immer reinweiß, mit kurzhaarigem Fell. Es ist möglich, dass dunkle Pigmentflecken an der Nase, den Ohren und am Euter auftreten. Die Ziegen können bis zu 90 cm groß werden. Gemeint ist die Höhe, gemessen vom Boden bis zur Schulter. Die Böcke können sogar bis zu 100 cm groß werden bei einem Gewicht von bis zu 100 kg. Diese Rasse ist sehr fruchtbar, frühreif und hat eine saisonale Brunst [mehr dazu im Kapitel „Bock, Ziege, Lamm“]. Sie bekommt im Durchschnitt statistisch 1,8 bis 2 Lämmer, die sie hervorragend mit Milch versorgt, da es sich hierbei um eine Milchziege handelt, die mit einer Jahresleistung von 900 bis 1.500 kg Milch überaus geschätzt ist. Die Weiße Deutsche Edelziege wurde bis 1928 auch als Saanenziege bezeichnet. Doch ging sie aus heimischen weißen Ziegen hervor und wurde durch die Schweizer Saanenziegen veredelt. Sie ist oft hornlos, aber auch gehörnt ist sie keine Seltenheit mehr. In vielen Ländern ist sie als hochproduktive Milchziege anzutreffen. Dem Menschen gegenüber ist sie aufgeschlossen und zugewandt. Mit Geduld und Einfühlungsvermögen werden die großen Weißen zutraulich.

Weiße Deutsche Edelziege Foto © Sonja Trosky

Saanenziege

Auch Schweizer Saanenziege genannt. Sie stammt aus dem Saanenland und dem Obersimmental im Kanton Bern in der Schweiz. Sie ist reinweiß und hat ein kurzes glattes Fell. Diese Rasse ist auf der ganzen Welt bekannt. Viele Hochleistungsmilchziegen wären ohne das Einkreuzen der Saanenziege nicht das geworden, was sie heute sind, nämlich Milchziegen. Bei hohen Futter- und Haltungsansprüchen gibt sie im Jahr bis zu 1.500 kg Milch, bei einem Eigengewicht von ca. 50 kg. Die Böcke werden bis zu 90 cm groß, vom Boden bis zur Schulter gemessen. Sie können bis zu 75 kg schwer werden.

Heute gibt es diese Rasse auch mit Hörnern, da die Versuche, zur Hornlosigkeit zu züchten, zu Anomalien geführt hat. Die Saanenziege ist eine sehr kontaktfreudige und äußerst friedfertige Ziege mit wenig ausgeprägtem Herdentrieb.

Saanenziege Foto © Sonja Trosky

Toggenburger Ziege

Eine kräftig gebaute, mittelgroße Schweizer Ziegenrasse, die ausgesprochen robust ist. Man sagt, sie habe verglichen mit anderen Rassen den gesündesten Körperbau, deshalb ist sie als Zuchtziege weit über die Grenzen der Schweiz bekannt. In Obertoggenburg im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz liegt ihr Stammzuchtgebiet.

Toggenburger Ziege Foto © Sonja Girndt

An den Beinen, Ohren und am Kopf besitzen alle Toggenburger weiße Abzeichen. Sie sind meist hornlos und tragen fast alle einen kräftigen Bart. Die Grundfarbe ist Hellbraun bis Mausgrau, das Haar ist glatt, kurz bis mittellang. An der Brust und an den Flanken ist das Fell dieser Rasse typisch länger und heller als am übrigen Körper. Die weiblichen Tiere werden bis zu 80 cm groß, vom Boden bis zur Schulter gemessen, und wiegen 45 kg. Die männlichen Tiere sind bis zu 85 cm groß und können bis zu 65 kg schwer werden. Die Toggenburger Ziege ist sehr zutraulich, lebhaft und neugierig. Auch mit anderen Tieren (z. B. Pferden, Hunden) hat sie keine Berührungsängste. Sie ist eine anspruchslose Ziegenrasse. Bei artgerechter Haltung gut geeignet für Einsteiger, die sich mit Milch selbst versorgen möchten.

Anglo-Nubier-Ziege

Eine Ziegenrasse mit Ramsnase und lang herabhängenden Ohren. Der Großteil dieser Rasse besitzt keine Hörner. Das Fell ist kurz und glatt. Anzutreffen sind Anglo Nubier in allen Farben, das heißt, sie können schwarz, braun, grau, weiß, beige bis hin zu gescheckt oder sogar gepunktet sein. Vom Boden bis zur Schulter gemessen wird ein Bock dieser Rasse bis zu 100 cm groß und kann bis 110 kg schwer werden. Die weibliche Ziege hat eine saisonale Brunst, sie wird also von September bis Februar alle 21 Tage regelmäßig für fünf Tage bockig. Meist bekommt sie zwei Lämmer. Sie gilt als Zweinutzungsrasse, was bedeutet, dass sie eine gute Milch- und Fleischleistung erbringt. Das Besondere: Ihre Milchinhaltsstoffe, wie Fett und Eiweiß, sind im Vergleich zu der Milch anderer Ziegenrassen wesentlich höher. Deshalb der sahnige Geschmack. Diese Rasse zeichnet sich durch ihre Gutmütigkeit aus, ist überaus intelligent und menschenbezogen. Die Anglo-Nubier-Ziege stammt aus Großbritannien, wo sie bis heute sehr beliebt ist.

Anglo-Nubier-Ziege Foto © Shutterstock/photomaster

Burenziege

Sie ist eine große Fleischziege, die aus Südafrika stammt. Seit den 1970er-Jahren ist diese Rasse auch in Deutschland bekannt. Die Burenziege hat eine Ramsnase, lang herabhängende Ohren und nach hinten geschwungene Hörner. Ihr Fell ist kurz und glatt, am Körper weiß, besitzt aber am Kopf immer die für diese Rasse typische schwarzbraune bis rotbraune Färbung. Am Kopf sind Zeichnungen wie Blässe, Stern oder Flecken zugelassen. Doch auch ein einfarbiger, rotbrauner Farbschlag ist in den verschiedenen Zuchtverbänden mittlerweile erlaubt. Ein Bock dieser Rasse kann bis zu 100 kg wiegen und ist dabei 90 cm groß, vom Boden bis zur Schulter gemessen. Der Zyklus ist asaisonal [mehr dazu im Kapitel „Bock, Ziege, Lamm“]. Bei besten Muttereigenschaften bekommen die Ziegen im Durchschnitt statistisch 1,8 bis 2 Lämmer. Sie tragen fünf Monate. In zwei Jahren können drei Lammungen vorkommen, was auch gewünscht ist. Die Burenziege hat einen ruhigen Charakter, wird sehr zutraulich, ist langlebig und robust. Sie wird oft in der Landschaftspflege eingesetzt, denn sie hat eine große Vorliebe für Buschwerk, das sie bis zu 1,8 m abfressen kann. Ein sanfter Riese mit großartigen Charakterzügen.

Burenziege Foto © Sonja Trosky

Angoraziege

Die Angoraziege ist eine weiße Wollziege mit seidigem, lockig lang herabhängendem Haar. Sie wird bis zu zweimal im Jahr geschoren. Ihre Wolle kennt man unter der Bezeichnung Mohair, die zu feinen Stoffen und Decken verarbeitet wird, aber auch für die Herstellung von Teppichen findet sie Verwendung. Die Rasse stammt ursprünglich aus der Türkei aus der Provinz Ankara. Von dort wurde sie in viele Kontinente exportiert, wo sich viele große Zuchtgebiete entwickelt haben. Die Böcke bekommen imposante nach hinten und außen gedrehte Hörner, die weiblichen Ziegen haben sichelförmige kurze Hörner. Es ist eine kleine Rasse, die in erster Linie wegen ihrer Wolle gehalten wird. Sie ist nicht sehr fruchtbar und bekommt meist erst im Alter von zwei Jahren das erste Lamm. Mehrlingsgeburten sind bei dieser Rasse eher selten, die Lämmer sind klein und empfindlich, sodass sich die Aufzucht daher deutlich schwieriger gestaltet als bei anderen Ziegenrassen.

Angora- oder Mohairziege Foto © Shutterstock/Janice Adlam

Zwergziege

Die Zwergziege ist sehr verbreitet, es gibt sie in allen Farbschlägen, gescheckt und auch gepunktet ist sie anzutreffen. Die Zwergziege ist eine kleine, kurzbeinige, aber stämmige Rasse. Die Verzwergung ist von Natur aus eine gute Anpassung an schlechte Umweltbedingungen, in der kleine Tiere im Vergleich zu großen eine bessere Überlebenschance haben, da sie weniger Futter benötigen. So hat die Zwergziege in vielen Völkern eine große Bedeutung für die Ernährung der Menschen bekommen. In Europa wird sie für die Fleischgewinnung nicht mehr gezüchtet. Sie ist stark verbreitet in afrikanischen und asiatischen Ländern. Es ist eine geeignete Rasse für die Hobbyhaltung, da sie ein freundliches Naturell besitzt. Die Ziegen sind anspruchslos, jedoch darf der Zaun keine Schwachstellen aufweisen, da sie sehr aktiv sind und als wendige Kletterkünstler ständig nach neuen Herausforderungen suchen.

Zwergziege Foto © Sonja Trosky

Foto © Janine Hegendorf

Friedlich und zufrieden grasende Ziegen. Foto © Sonja Trosky

Tägt man sich mit dem Gedanken, Ziegen anzuschaffen, kommen viele Fragen auf. Ich wähle bewusst den Plural „Ziegen“, da sie Herdentiere sind und die Anschaffung einer einzelnen Ziege überhaupt nicht zur Diskussion stehen darf.

Ist man sich diesbezüglich im Klaren, so kann im nächsten Schritt darüber nachgedacht werden, welche Ziegenrasse die richtige wäre, ob Bock oder Ziege, mit oder ohne Hörner, wie viel Weidefläche zur Verfügung stehen muss, welche Größe der Stall mindestens haben muss, wie viel Zeit und auch Kosten für die tägliche Versorgung eingeplant werden sollten und für welchen Zweck man Ziegen halten möchte.

In diese Überlegungen mit einbezogen werden müssten auch die Nachbarn. Da Ziegen sehr laut sein können, wenn sie auf Futter warten oder bockig sind, könnte die Geräuschkulisse ein Ärgernis für die Nachbarschaft darstellen. Böcke haben die Angewohnheit, saisonal extrem nach Urin zu stinken.

Mein Vorteil ist: Ich habe keine unmittelbaren Nachbarn.

Davon ausgehend, dass viele Ziegenfans einen derartigen Background nicht haben, ist es mir ein Bedürfnis, allen zukünftigen Ziegenbesitzern aufzuzeigen und wärmstens ans Herz zu legen, was für ein glückliches Miteinander wichtig ist – sowohl zwischen den Tieren als auch zwischen Mensch und Tier. Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um den Bedürfnissen der Ziegen gerecht zu werden und dass man guten Gewissens von einer artgerechten Haltung sprechen kann? So ist es selbstverständlich, dass in Abhängigkeit von Anzahl und Größe der Tiere auch die erforderlichen Abmessungen an Weidegröße und Stallfläche anzupassen sind. Die Basics, wie der Aufbau des Stalls oder die Bedingungen für die Weide, sind – unabhängig von der Größe der Herde – identisch.

Aus meiner langjährigen Erfahrung mit Ziegen möchte ich im Folgenden Entscheidungshilfen sowie wertvolle Tipps geben. Unerfahrene Ziegenfreunde will ich vor falschen Erwartungen und Einschätzungen oder gar Enttäuschungen schützen. Schlussendlich geht es um nichts Geringeres als um das Wohl der Ziegen, was uns Ziegenfans so sehr am Herzen liegt.

Stall

Anders als bei Schafen, die ohne Stall ganzjährig draußen gehalten werden können, benötigen die meisten Ziegenrassen sehr wohl einen Stall. In Abhängigkeit von der Rasse gibt es Ziegen, die mehr oder weniger empfindlich auf Nässe und Kälte reagieren. Aber auch weniger empfindlichen Rassen sollte die Gelegenheit eingeräumt werden, sich bei Regen zumindest unterstellen zu können. Meine Ziegen, die ich selbst als kleine Mimosen bezeichne, würden sich sogar in einen Schuhkarton quetschen, um nicht nass zu werden. So schnell kann ich gar nicht schauen, wie sie leicht empört meckernd schnurstracks den Stall aufsuchen, sobald die ersten Regentropfen vom Himmel fallen. Nur wenn sich nach längeren Regenphasen diverse Pfützen vor der Stalltür gebildet haben, werden kleinere Umwege missbilligend in Kauf genommen. Nasse Füße zu bekommen scheint ihnen noch unangenehmer zu sein als ein nasses Fell. Übrigens … Schutz vor Sonne ist wichtig, denn auch Ziegen können einen Sonnenbrand bekommen.