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Seit 2700 Jahren werden Münzen geprägt, seit 2500 Jahren findet sich das menschliche Antlitz darauf dargestellt. Als Zeichen der Verehrung, als Insignien von Macht, Reichtum, Eitelkeit und Stolz. Oft drückt sich darin auch der Wunsch aus, Ideale und Ideen verwirklicht zu sehen. In diesem prächtigen Bildband sind rund 60 typische und beeindruckende Münzbilder aus zweieinhalb Jahrtausenden wiedergegeben, in hervorragender Qualität, detailgetreu beschrieben. Ein anekdotenreicher, lebendiger historischer und numismatischer "Hintergrundbericht", der die Zusammenhänge zwischen Macht und Währungspolitik aufzeigt, die zu allen Zeiten eng verknüpft waren (und sind).
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Seitenzahl: 154
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Ursula Kampmann
Menschengesichter
Götter, Herrscher, Ideale – das Antlitz des Menschen im Münzbild
Alle Rechte vorbehalten
Nachdruck in jeder Form sowie die Wiedergabe durch Fernsehen, Rundfunk, Film,
Bild- und Tonträger, die Speicherung und Verbreitung in elektronischen Medien
oder Benutzung für Vorträge, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags
E-Book 2013
© Conzett Verlag by Sunflower Foundation
Als Printausgabe 2005 bei MoneyMuseum by
Sunflower Foundation/Oesch Verlag erschienen
www.conzettverlag.ch
www.sunflower.ch
Fotos: Studio Lübke & Wiedemann, Stuttgart
ISBN 978-3-03760-022-1
eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de
Inhalt
Vorwort
Kopf oder Zahl?
Im Namen der Götter
1. Göttervater Zeus in Olympia
2. Athena und Athen
3. Die Quellnymphe Arethusa
4. Philipp II. als Hegemon Griechenlands
5. Griechische Kunst – keltische Kunst
6. Die 30 Silberlinge
Wie der Mensch ins Münzbild kam
7. Alexander der Grosse
8. Ein Leichnam wird entführt
9. Der Kampf Makedoniens gegen Rom
10. Im Angesicht des Feindes
11. Die Iden des März
12. Augustus, Friedenskaiser oder Massenmörder?
13. Der einzige aussenpolitische Erfolg des Nero
14. Weltbürger Hadrianus
15. Ein rauschgiftsüchtiger Kaiser
16. Der Brudermord des Caracalla
17. Wer soll was bezahlen?
18. Ein Bild von einem Kaiser
19. Der Heilige der Heiden
20. Eine antike Power-Frau
21. Wo ist Gott?
Das Abbild der göttlichen Ordnung
22. Das Kind aus Apulien
23. Der Beginn der Rosenkriege oder der untätige König
24. Eine Frau als Herrin von Zürich
25. Der Heilige von Halberstadt
26. Viva il popolo
Der Fürst und sein Gesicht
27. Stupor Mundi
28. Ein Kampf um Sizilien
29. Der Doge, machtloser Herrscher eines mächtigen Reichs
30. Der Hercules von Ferrara
31. Die Condottieri, Gewinner in jedem Krieg
32. Mord in Mailand
33. Il Moro und Leonardo
34. Der «schreckliche» Papst
35. Ein Mädchen sucht sich einen Mann
36. Der Kaiser, in dessen Reich die Sonne nie unterging
37. Franz I. und die «Ungläubigen»
38. Heinrich VIII. und die zweite seiner sechs Frauen
39. Wie viel kostet die Macht?
40. Die Königin der Piraten
41. Augsburg im Dreissigjährigen Krieg
42. Der Herzog von Friedland
43. Der sparsame Sonnenkönig
44. Die Flucht nach Varennes
Neue Köpfe für eine neue Welt
45. Die Geburt der Freiheit
46. «Rufst du, mein Vaterland»
47. Das frivole Vreneli
48. Simón Bolivar, der Freiheitsheld von Südamerika
49. Hindenburg
50. Ein Dichter für Italien
Index
Menschengesichter auf Münzen – welch wechselvolle Geschichte! Denn immer wieder ändern sich im Laufe der Zeit Stellenwert und Darstellung von Köpfen auf Münzen. Die ersten Wesen mit einem menschlichen Antlitz auf Münzbildern sind antike Götter. Ihnen folgen Porträts von Herrschern, die sich entweder als idealisierter Halbgott inszenieren oder als stiernackiger Macho – bis sie ihren Kopf schliesslich gar nicht mehr fürs Geld hinhalten und Personifikationen moderner Ideale Platz machen. Doch stets bleibt das Münzbild Spiegel für Machtverhältnisse und Weltanschauungen, für den Stand und manchmal die ureigene Physiognomie einer Person.
Den Anstoss zu dieser Studie der Historikerin Ursula Kampmann über die Geschichte des menschlichen Antlitzes auf Münzen gab die Münzsammlung des MoneyMuseums. Ihre Strahlkraft und ihre geheimen Botschaften möchte ich mit anderen teilen und sie einem Laien- wie Fachpublikum immer wieder unter einem anderen Blickwinkel zeigen.
Dankend erinnern wollen wir uns an (den verstorbenen) Dr. Leo Mildenberg, den herausragenden Numismatiker, der uns mit seinem weisen Rat zu vielen numismatischen Kostbarkeiten aus der Antike verholfen hat. Apropos Kostbarkeit: Nicht der höchste Preis, das teuerste Stück bestimmt die Auswahl des MoneyMuseums, was zählt, sind Aussagekraft und künstlerische Ausstrahlung einer Münze.
Jürg Conzett
Gründer MoneyMuseum
Es ist eine altbekannte Situation: Zwei Menschen können sich nicht entscheiden, wer von ihnen eine bestimmte Aufgabe ausführen muss. Kopf oder Zahl?, heisst es dann, eine Münze wird geworfen, und der Zufall entscheidet, ob ihre Bild- oder ihre Wertseite oben liegt. Dies, obwohl längst nicht mehr auf allen Bildseiten Köpfe dargestellt sind. Im Gegenteil, unser ikonographisches Selbstverständnis ändert sich, weg vom menschlichen Angesicht auf Münzen, hin zu Blumen, Bauten oder Symbolen. Bei den Euromünzen – 2002 eingeführt und damit jüngstes Studienobjekt – sind lediglich auf weniger als einem Drittel aller Bildseiten Köpfe zu sehen. Unsere modernen Demokratien scheinen im eindeutig identifizierbaren Mensch kein Identität stiftendes Symbol mehr zu sehen.
Gerade in Zeiten der Veränderung, in denen jeder das Alte noch kennt und das Neue schon gesehen hat, ist der beste Moment, nach dem Warum zu fragen. Warum also galt uns der Kopf jahrhunderte-, nein, jahrtausendelang als das Motiv einer Münzseite? Und warum hat sich dies in den letzten 200 Jahren geändert?
Als die Münze in unserem heutigen Sinne irgendwann gegen Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. in Kleinasien, vielleicht in Lydien, erfunden wurde, dachte noch niemand daran, auf ihr ein menschliches Antlitz darzustellen. Die Prägeherren schmückten die Vorderseiten ihrer Münzen mit dem, was wir heute als Wappen bezeichnen würden: mit Symbolen, die ein Benutzer mit der Familie des Prägeherrn oder der prägenden Stadt in Verbindung brachte. Zweck dieser frühen Darstellungen war es, mit dem Bild den exakten Wert des abgewogenen Stückes Metall quasi zu garantieren.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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