Mietmutterschaft. - Renate Klein - E-Book

Mietmutterschaft. E-Book

Renate Klein

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Beschreibung

Das Buch beschreibt was Mietmutterschaft ist und welche Leute es betrifft. Ich argumentiere, daas Mietmutterschaft eine Menschenrechtsverletzung von Frauen und Kindern ist, und dass sie weltweit abgeschafft werden muss. In Deutschland, der Schweiz und Österreich ist sie verboten und das muss auch so bleiben. Bei Mietmutterschaft bestellen sich Leute, die es sich leisten können ein Kind - also ein Objekt, dass einfach so gekauft wird. Durch Mittelsmänner finden sie eine Frau, der durch In Vitro-Befruchtung ein Embryo in ihre Gebärmutter transferiert wird. Das benötigt schädliche Hormone. Nach 9 Monaten, wenn der Embryo zum Kind herangewachsen ist in ihrem Körper, wird ihr ihr Kind nach einem Kaiserschnitt weggenommen und den sogenannten "Bestelleltern" übergeben. Es hängt völlig von ihnen ab, ob sie dem KInd je erzählen, wer seine richtige Mutter ist. Bei einem schwulen Paar wird auch eine Eizellenlieferantin benötigt. Auch dieser Vorgang braucht gefährliche Hormone und kann die Gesundheit dieser meist jungen Frau sehr gefährden. Bei kommerzieller Mietmutterschaft, die nur in einigen Ländern erlaubt ist (wie z. B in den USA und Ukraine) kostet das viel Geld, aber die Frauen bekommen nur einen kleinen Teil: der grösste Anteil geht in die Taschen der Mittelmänner. Bei der sogenannten "altruistischen" Mietmutterschaft, soll sich eine Frau aus Liebe bereitfinden, für andere Leute wie z. B. Familienmitglieder, ein Kind auszutragen. Leider endet das sehr oft schlecht und zerbricht auch Familien. Mietmutterschaft kann also reproduktive Prostitution beschrieben werden, sowie auch als Kindsverkauf. Sie widerspricht allen UN-Konventionen und speziell der UN Konvention zum Recht des Kindes.

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Seitenzahl: 312

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Mietmutterschaft

Renate Klein

Mietmutterschaft Eine Menschenrechtsverletzung

Mit einem aktualisierten Vorwort zur Neuauflage

Aus dem australischen Englisch von Doris Hermanns

Erste Auflage 2018 Marta Press, Hamburg

Neuauflage 2022 Spinifex Press, Mission Beach c/o KOFRA, Baaderstrasse 30, 80469 München

© Renate Klein, 2018. 2022

ISBN Paperback

978-1-9259507-7-9

ISBN eBuch

978-1-9259507-5-5

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werks darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlaggestaltung: Deb Snibson, MAPG

Es ist eine grundlegende Prämisse

des internationalen Rechts,

dass Menschenrechte auf

Menschenwürde beruhen müssen.

– Gena Corea, 1989, S. 263

Inhalt

Aktualisiertes Vorwort zur Neuauflage

Danksagungen

Anmerkungen zur Sprache in der deutschen Ausgabe

Einleitung

Kapitel 1: Was ist Mietmutterschaft?

Kapitel 2: Kurz- und Langzeitschäden bei Mietmutterschaft

Kapitel 3: Was bedeutet Mietmutterschaft für die Kinder?

Kapitel 4: Kann Mietmutterschaft ethisch verantwortbar sein?

Kapitel 5: Kann Regulierung die Lösung sein?

Kapitel 6: Widerstand – in der Vergangenheit und heute

Schlussfolgerungen

Bibliografie

Renate Klein

Vorwort zur Neuauflage

Seit Erscheinen dieses Buches im Jahr 2018 hat sich einiges getan in Sachen Mietmutterschaft. Vieles davon ist gut, anderes bedenklich.

Fangen wir mit dem Positiven an. Es ist höchst erfreulich, dass der internationale Widerstand gegen Mietmutterschaft ständig grösser und lauter wird. Ob in Spanien, Frankreich oder Italien, neue Stimmen – vor allem von feministischen Gruppen – schliessen sich den bereits bestehenden Netzwerken an wie beispielsweise Stop Surrogacy Now, Stoppt Leihmutterschaft, FINRRAGE und ABSA sowie ICAMS (die Internationale Koalition für die Abolition von Mietmutterschaft, mit Sitz in Paris), die ich alle im letzten Kapitel dieses Buches vorstelle. In Italien hat Silvia Guerini 2022 ein neues feministisches Netzwerk gegründet – das Internationale feministische Netzwerk gegen künstliche Reproduktion, Genderideologie und Transhumanismus – das nicht nur für die Abschaffung von Mietmutterschaft plädiert, sondern auch andere wichtige Fragen wie z. B. synthetische Biologie diskutiert (<https://www.finaargit.org>).

In Grossbritannien, wo eine vom Staat beauftragte Rechtskommission seit Jahren versucht, die dortige „altruistische“ Mietmutterschaft der kommerziellen anzugleichen, leistet Object, eine feministische Aktivistinnengruppe gegen Prostitution, Pornografie und Mietmutterschaft, dezidierten Widerstand. An ihrer Konferenz in London am 21. April 2022 lautete ihr Motto „Mietmutterschaft: Stoppt das Unrecht an Menschen.“ Wichtige AbolitionsbefürworterInnen nahmen daran teil wie beispielsweise Kajsa Ekis Ekman aus Schweden, Jennifer Lahl aus den USA, Kellie-Jay Keen (aka Posie Parker), Grossbritannien, und Gary Powell als Vertreter von Stop Surrogacy UK.

Es ist gut zu sehen, dass die Abschaffung von Mietmutterschaft von immer mehr internationalen feministischen Organisationen nachdrücklich gefordert wird. So steht im Artikel 3b der Women’s Declaration International (WDI):

Die Vertragsstaaten sollen anerkennen, dass schädliche Praktiken wie beispielsweise die erzwungene Schwangerschaft oder die kommerzielle oder altruistische Ausbeutung der reproduktiven Fähigkeiten von Frauen in der Praxis der „Leihmutterschaft“ einen Verstoß gegen die körperliche und reproduktive Unversehrtheit von Mädchen und Frauen darstellen und dass sie als Formen der auf dem Geschlecht beruhenden Diskriminierung von Frauen beseitigt werden müssen. (<http://womensdeclaration.com/de/declaration-womens-sexbased-rights-full-text-de/>)

Auch in Deutschland organisiert das deutsche WDI Webinare zu Mietmutterschaft wie z. B. am 2. Februar 2022 einen Vortrag von mir zu „Mietmutterschaft als Menschenrechtsverletzung“ und am 2. April 2022 mit Eva Maria Bachinger aus Wien zum Thema „Leihmutterschaft: Kinderhandel für den guten Zweck?“

Als weitere positive Entwicklung muss die kontinuierliche Veröffentlichung von neuen Büchern zu Mietmutterschaft genannt werden. 2019 erschien der Sammelband Broken Bonds. Surrogate Mothers Speak Out, in dem 15 Mietmütter und Eizellen“spenderinnen“ ihre eigenen Erlebnisse aufgeschrieben haben. Kaum ein Auge bleibt trocken, wenn wir von der Ausbeutung, den Lügen und dem Leid lesen, das diese Frauen an Körper und Seele erfahren haben. Oft sehnen sie sich noch nach vielen Jahren nach dem Kind, das ihnen bei der Geburt weggenommen wurde.

Broken Bonds räumt auch mit dem Mythos auf, dass „altruistische“ Mietmutterschaft in Ordnung gehe und nur die „kommerzielle“ Probleme mache. Das stimmt nicht. Wie beschrieben von „Odette“ (ein Pseudonym), Mietmutterschaft „aus Liebe“ für ein unfruchtbares Familienmitglied führte bei ihr zu Grausamkeiten und Hass, langjährigen Gerichtsverfahren und einer hässlichen Aufspaltung der Groß-Familie, die auch heute noch, sechs Jahre nach der Geburt ihres Sohnes – den Odette übrigens noch nie gesehen hat! – andauert. Es ist erfreulich, das Broken Bonds 2022 ins Japanische übersetzt (こわれた絆ーー代理母は語る)im. Oktober 2022 veröffentlich wird

Ein weiteres wichtiges Buch ist der 2021 veröffentliche Sammelband Towards the Abolition of Surrogate Motherhood, der von Marie-Josèphe Devillers und Ana-Luana Stoicea-Deram herausgegeben wurde. Es gibt bereits eine französische Übersetzung, Ventres à Louer. Une Critique Féministe de la GPA. Im November 2022 wird das Buch unter dem Titel Per L’Abolizione della Maternità Surrogata auch auf Italienisch erhältlich sein.

In diesem internationalen Buch kommen 16 AutorInnen aus Frankreich, Indien, Österreich, den USA, Grossbritannien, Japan, Spanien, Italien und Australien mit weitgreifenden Argumenten zu unserem Widerstand zu Wort. Die mehrsprachigen Ausgaben bringen das wichtige Thema „Abolition, nicht Regulation“ an ein breites Publikum was heisst, dass die LeserInnen dieser Bücher gut informiert sind und sich in nationale Diskussionen in ihren Ländern einmischen können.

Besonders hervorheben möchte ich die Beträge von Laura Isabel Gómez García aus Spanien, Taina Bien-Aimé aus den USA und Catherine Lynch aus Australien: Laura Isabel Gómez García beschreibt das Phänomen des „Mikrochimärismus,“ das heißt den Austausch von Zellen von Mutter zu Fötus und von Fötus zu Mutter. Das sind wichtige Verbindungen; diese Zellen sind oft noch viele Jahre nach der Geburt im Körper des Kindes und seiner/ihrer Mutter zu finden. Dieser Austausch von körpereigenen Substanzen ist eine gute Antwort auf das Beharren von BefürworterInnen der Mietmutterschaft, wenn sie sagen, dass die Geburtsmutter gar keine Gemeinsamkeiten mit dem wachsenden Kind habe, da sie keine genetische Information mit ihm teile. Das ist nicht nur falsch, sondern zeigt auch die Ignoranz der „Bestelleltern,“ für die die Mietmutter nichts anderes ist als ein „Brutofen.“

Taina Bien-Aimés zorniger Artikel berichtet von den unethischen Geschehnissen in der Nacht des 2. April 2021 zur Zeit der Covid-19 Epidemie in New York. Der damalige Gouverneur, Andrew Cuomo, legalisierte kommerzielle Mietmutterschaft, die er geschickt in den 400-seitigen „Etats des Haushalts“ eingebracht hatte. Wegen Covid waren viele der Abgeordneten nicht anwesend, und es fand keine Diskussion statt trotz der vielen Einreichungen von Mietmutterschafts-Opfern und feministischen Gruppen. Taina Bien-Aimé vergleicht die Legalisierung von kommerzieller Mietmutterschaft mit dem Verkauf von Sklavinnen, die oft gezwungen wurden Kinder für die weißen Sklavenhalter auszutragen, die dann verkauft wurden. Dass Gouverneur Cuomo wenige Monate später, im August 2021, gezwungen wurde, zurückzutreten, da elf Frauen ihn anklagten, sie sexuell belästigt zu haben, ist nur ein kleiner Trost. Kommerzielle Mietmutterschaft in New York ist nun im Gesetz festgelegt und New York wird mit Kalifornien rivalisieren, wer mehr „Reproduktionstouristen“ anziehen kann für diesen Kinderhandel, der arme Frauen ausbeutet als Brüterinnen für reiche Leute, besonders für schwule Männer, die sich massiv für dieses Gesetz eingesetzt haben.

Catherine Lynchs bewegender Betrag befasst sich mit der Ungerechtigkeit von Mietmutterschaft für Kinder. Als adoptierte Frau weiß sie wovon sie spricht, wenn sie erzählt, dass sie während ihrer ganzen Kindheit trotz „guter“ Adoptiv-Eltern nach etwas suchte, von dem sie gar nicht wusste, was es war. Als sie endlich erfuhr, dass sie als neugeborenes Baby ihrer Mutter weggenommen worden war, war das die Erklärung für ihr jahrelanges Gefühl „nicht dazu gehören,“ und unglücklich zu sein. Catherine und viele ihrer internationalen MitstreiterInnen, die Adoption abschaffen wollen, sind geschätzte und wichtige MitgliederInnen unserer Organisationen für die Abolition von Mietmutterschaft, wie ich das bereits in Kapitel 3 beschrieben habe.

In Australien hat sich die Regierung 2008 für das Stehlen von Kindern von Indigenen Frauen entschuldigt, die sogenannte „Stolen Generation.“ Und 2013 hielt die damalige Premierministerin, Julia Gillard, eine aufrichtige nationale Entschuldigungsrede für die unverheirateten Frauen, denen zwischen 1950 und 1980 ihre Kinder weggenommen wurden. Mit großer Überzeugung sagte sie, dass solche Praktiken nie mehr wiederholt werden würden.

Und trotzdem ist „altruistische“ Mietmutterschaft in Australien nach wie vor erlaubt. Dabei ist Mietmutterschaft schlimmer als Adoption, da die Kinder ja noch gar nicht existieren, sondern speziell „hergestellt“ werden, indem ein im Labor produzierter Embryo in die Gebärmutter des Brutkastens (aka Frau) eingesetzt wird. Es ist nichts anderes als ein Handel mit zukünftigen Kindern, festgelegt in einem Vertrag, der von zwei sehr ungleichen Parteien unterschrieben wird.

Als der russische Krieg gegen die Ukraine im Februar 2022 begann, wäre das ein guter Moment gewesen, die Unmenschlichkeit von Mietmutterschaft zu entlarven, die in Ukraine seit Jahren ein lukratives Geschäft war, weil es billiger als in den USA ist, sich dort ein Kind zu kaufen.

Leider war das Gegenteil der Fall. In einem Artikel den ich zusammen mit Helen Pringle verfasste, schrieben wir, dass die Mietmütter in Ukraine die „Kollateralschäden“ des Krieges wurden (Pringle und Klein, März 2022). In den australischen Medien gab es mehrere Artikel, in denen es nur um die Schwierigkeiten der verzweifelten „Bestelleltern“ ging, ihr Eigentum – das Baby – im ausgebombten Land zu finden und zu retten. Wo die Mietmutter war und wie es ihr ging, wurde in keinem Artikel erwähnt. Ebenso wenig, was mit den noch schwangeren Frauen passieren wird. In internationalen Medien wurden wir mit Reihen von Kinderbetten in Hotels konfrontiert, in denen nicht abgeholte Säuglinge lagen: ein weiterer Moment, um grundlegende Kritik an der Mietmutterschaftsindustrie zu äußern. Die fand leider nicht statt. Es ist anzunehmen, dass die Praxis weitergehen wird, wenn sich die Verhältnisse normalisiert haben, denn die ukrainischen Frauen sind jetzt noch ärmer – und die internationalen „Baby Buyers,“ also die KäuferInnen, genauso ruchlos wie früher. Vielleicht gibt es sogar einen Rabatt, da man diesen Frauen ja eigentlich einen guten Dienst tut, wenn man sie jetzt als Brutkasten beschäftigt!

Mit diesen bedrückenden Nachrichten aus der Ukraine bin ich bereits in der zweiten Hälfte dieses neuen Vorworts angelangt: den bedenklichen Entwicklungen in Sachen Mietmutterschaft in den letzten Jahren.

Die neue Koalitionsregiering in Deutschland hat eine Kommission eingesetzt, die prüfen soll ob „altruistische“ Leihmutterschaft und Eizellen“spende“ in Zukunft legal sein sollen: im Moment ist beides verboten und zwar seit dem Embryonenschutzgesetz von 1991. Die FDP ist die treibende Kraft bei diesem Vorstoß auf „reproduktive Selbstbestimmung,“ die geschickterweise zusammen mit der Überlegung, ob Schwangerschaftsabbrüche ganz generell auf eine andere rechtliche Grundlage gestellt werden könnten, diskutiert werden soll. Vor allem Feministinnen werden es sicher begrüssen, dass Abtreibungen nicht mehr im Strafgesetzbuch zu finden sein werden; die Argumente für oder gegen Mietmutterschaft und Eizellen“spende“ haben damit allerdings gar nichts zu tun. Es ist zu hoffen, dass feministische Gruppen wie WDI Deutschland sich in diese Diskussionen einmischen können (wie auch in die zum geplanten Self-ID – Gender-Selbstidentifizierunggesetz – das der Bundestag ebenfalls prüft).

Die größte Gefahr, die auf AbolistInnen von Mietmutterschaft zukommt ist ein Zusammenschluss von Gruppen, die sich alle intensiv darum bemühen, die Regulierung von Mietmutterschaft und Eizellenbeschaffung in Verordnungen und Gesetze einzubringen, die Mietmutterschafts-freie Länder wie Frankreich, Deutschland, Spanien und die Schweiz dazu zwingen sollen, die Kinder aus solchen Transaktionen anzuerkennen. Wie ich in meinem Buch im Detail beschreibe, versucht das Ständige Büro der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht (HCCH) seit 2011 ein internationales Abkommen über transnationale Mietmutterschaft zu entwerfen. Da ihnen dazu viele „logistische Hindernisse“ im Wege stehen (d. h. die Abgeordneten können sich nicht einigen!), konzentrierten sie sich seit 2015 auf das „Abstammungsprojekt,“ indem es um die „Elternschaft“ (parentage) der Kinder aus Mietmutterschaften geht (s. S. 95-96). Sie hoffen, ihren Schlussbericht 2023 vorstellen zu können.

Die 2020 gegründete und in Genf ansässige Gruppe CHIP (Child Identity Protection) verfolgt die gleichen Ziele. In ihrer simplistischen Analyse sagen sie, dass es gute und schlechte Arten von Mietmutterschaft gibt. Sie wollen die schlechte Art ausmerzen und sich auf die gute Art konzentrieren in der jedes Kind weiß, wie es heißt, und was seine Nationalität, Familienzugehörigkeit und seine „origins“ sind. Mit dem Haschtag #Originsmatter geht es ihnen aber nicht darum, dass das Kind die Mutter, die es neun Monate in ihrer Gebärmutter wachsen ließ und dann auf die Welt brachte, kennenlernt, sondern sie sagen, dass es die Bestelleltern sind, vor allem der Bestellvater, die identifiziert werden müssen, damit die Elternschaft (parentage) der Kinder ein für alle Mal festgelegt werden kann. Was mit den Gefühlen und Gesundheit der Mietmutter und der Eizellen“spenderin“ passiert, ist für sie kein Thema.

Dieser, wie sie sagen, pragmatische Standpunkt – „die Kinder sind ja bereits geboren, also müssen wir sie beschützen“ – ist Manna für die Armee der BefürworterInnen einschliesslich IVB Kliniken, Mittelmänner, JuristInnen, und natürlich die Bestelleltern. Letztere beharren darauf, dass ihre Herkunftsländer sie und „ihr(e)“ Kind(er) akzeptieren, auch wenn Mietmutterschaft dort verboten ist.

Hand in Hand mit CHIP’ gehen die im März 2021 von den International Social Services (ISS) herausgebrachten „Verona Principles“ die „Anleitungen für Gesetze und praktische Reformen offerieren, um die Rechte von Kindern die durch Mietmutterschaft geboren werden zu sichern“ (s. Verona Principles in Zitierten Quellen).

CHIP, ISS und HCCH arbeiten zusammen und sind eng vernetzt – nicht zuletzt durch ihre Angestellten, die von einer zur anderen Organisation wechseln. Darunter gibt es einige bekannte VertreterInnen für internationale Adoption, die doch eigentlich die für die Kinder oft katastrophalen Folgen von Adoption bestens kennen sollten. So hat beispielsweise Maud de Boer-Buquicchio, eine ehemalige UN-Berichterstatterin für Kinderhandel, Kinderprostitution und Pornografie, wie auch stellvertretende General-Sekretärin des Europarats, Zugang zu Gremien und Finanzen, von denen wir nur träumen können.

Auch die Europäische Kommission ist mit der HCCH (als nicht stimmberechtigtes Mitglied) vernetzt und daran interessiert ein allgemein gültiges europäisches „Vater-Zertifikat“ zu entwickeln. Auf die Nachfrage von García del Blanco Iban, einem spanischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments, wie die HCCH überhaupt auf die Idee käme, Mietmutterschaft zu institutionalisieren – das sei doch Sklaverei – antwortete eine sehr defensiv tönende Angestellte des HCCH, dass es ihnen nur darum gehen würde, zwischen verschiedenen juristischen Zuständigkeitsbereichen „Brücken zu bauen.“ Es gehe der HCCH nicht um „materielle Rechte,“ also ob Länder Mietmutterschaft legalisieren oder nicht. Das mag rechtlich stimmen, aber so harmlos sind diese geplanten Rechtsinstrumente wohl doch nicht!

Den Frauen der ICAMS in Paris ist zu verdanken, dass alle diese Zusammenhänge untersucht und dokumentiert sind, damit feministische Strategien entwickelt werden können, um gegen sie vorzugehen. Es braucht permanente feministische Wachsamkeit, um solche regulierenden Gesetze, Zertifikate und Vereinbarungen der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, um sie letztlich verhindern zu können.

Zum Schluss dieses neuen Vorworts will ich einige Strategien gegen Mietmutterschaft erwähnen, die ich in meinem Artikel im Buch Towards the Abolition of Surrogate Motherhood detaillierter beschreibe (Klein, 2021, S. 157-180).

Wann immer Mietmutterschaft in Gesprächen positiv erwähnt wird, müssen wir uns einmischen: „Findet Ihr das wirklich ethisch vertretbar, dass reiche Leute sich ein Kind bestellen und dabei arme Frauen ausbeuten?“ Das ist besonders wichtig, wenn es um schwule Männer geht, die auf diese Art zu ihrem „Wunschkind“ kamen. Von Vorwürfen von Homophobie dürfen wir uns nicht entmutigen lassen, unsere Meinung zu äußern. Schwule Männer haben genau so wenig Recht auf ein Kind wie heterosexuelle Männer oder andere Gruppen: ein solches Recht gibt es nicht. Es ist auch sehr wichtig, dass wir mehr schwule Männer als Verbündete finden, die den Mut haben, sich öffentlich gegen Mietmutterschaft auszusprechen und nicht nur privat.

In Ländern wo Mittelmänner eine grosse Rolle spielen (wie „Families through Surrogacy“; neuer Name „Growing Families“ in Australien) ist es ganz wichtig, sie in der Öffentlichkeit bloßzustellen, vor allem wenn sie Gesetze brechen indem sie Mietmutterschafts-ÄrztInnen aus demAusland als Konferenz-SprecherInnen einladen, die australische StaatsbürgerInnen überzeugen sollen, ein Kind bei ihnen zu bestellen, obwohl das in einigen australischen Staaten illegal ist (s. S. 91).

In Deutschland gibt es die sogenannten „Kinderwunschtage“ in Berlin, Köln und München zu denen ausländische Firmen deutsche StaatsbürgerInnen einladen, eine Straftat zu begehen, indem sie bei ihnen ein Kind bestellen. Es wäre erfreulich, wenn feministische Gruppen es fertigbrächten, dass diese Veranstaltungen verboten würden.

Je nach Wissensstand, juristischer Ausbildung, und persönlichem Interesse sollten sich viele von uns in die Machenschaften der oben beschriebenen HCCH, ISS und CHIP einmischen. Und in Deutschland muss die erwähnte Regierungskommission, die 2022 Mietmutterschaft und Eizellen“spende“ untersucht, mit feministischen Einreichungen überflutet werden, damit es nicht nur solche von Liberalen und Schwulen sind, die der Kommission ihre rosa gefärbten Ideen vom Traum des eigenen Kindes vorschwärmen.

Letztlich glaube ich auch, dass wir das schwierige Thema der „Mitleidsfalle“ (Compassion Trap) nicht vermeiden können. Wir müssen uns fragen, warum es denn immer Frauen sind, die unter dem Motto „etwas Gutes zu tun“ bereit sind, ihre Gesundheit, manchmal sogar ihr Leben zu riskieren, um anderen Leuten zu ihrem (genetischen) Kind zu verhelfen. Wir wissen, dass gutherzige Frauen die sich aufopfern und ausbeuten lassen, gelobt – und Frauen, die „nein“ sagen, als kalt, egoistisch, und ohne Mitgefühl kritisiert werden. Ich bin der Meinung, dass sich das ändern muss, und dass dieses Verhalten von Frauen, das uns schon als kleine Mädchen eingeschärft wird, mit ein Grund ist, warum Frauen sich selbst oft so schlecht behandeln. Im Zusammenhang mit Mietmutterschaft und Eizellen“spenden“ würde sich die Zahl von willigen Frauen garantiert verringern (abgesehen von finanziellen Nöten), wenn sie sich dieser „Mitleidsfalle“ bewusst wären.

Das bereits erwähnte Buch Towards the Abolition of Surrogate Motherhood schliesst mit dem Text einer

„Feministischen Konvention zur Abolition von Mietmutterschaft.“ Unter anderem steht dort (S. 191), dass wir Bewusstsein und Bildung verbreiten müssen und dass Mietmutterschaft

- eine Praxis ist, die den Prinzipien menschlicher Würde widerspricht;

- eine Praxis ist, die der Geschlechtergleichheit widerspricht;

- eine Form von Gewalt gegen Frauen ist;

- eine Form von Kindesmissbrauch ist.

Es gibt viel zu tun und desto schneller wir mit unserem Widerstand beginnen, desto besser. Ich hoffe, dass mein Buch und dieses neue Vorwort dazu einen Betrag liefern können.

Dr Renate Klein

Mission Beach, Australien

August 2022

Zitierte Quellen

Broken Bonds. Surrogate Mothers Speak Out. (2019). Jennifer Lahl, Melinda Tankard Reist und Renate Klein (Hg). Mission Beach: Spinifex Press.

こわれた絆ーー代理母は語る(Broken Bonds).(2020). Übersetzt von Yoshie Yanagihara. Tokyo: Seikatsushoin.

“’Collatoral Damage”: The invasion of Ukraine reminds us of the cost of surrogacy, and who pays the price.” (8 März 2022). Helen Pringle and Renate Klein. ABC Religion and Ethics. <https://www.abc.net.au/religion/invasion-of-ukraine-reminds-us-of-the-cost-of-surrogacy/13787532>

Declaration on Women’s Sex-Based Rights, Webinar Deutschland. (2 Februar 2022). Renate Klein „Mietmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung“

<https://www.youtube.com/watch?v=Tht0p5NMLDo&list=PLl4HORFy__WmTcQJnDLy7xR4XGr1HczC6&index=17>

Declaration on Women’s Sex-Based Rights, Webinar Deutschland. (2 April 2022). Eva Maria Bachinger „Leihmutterschaft: Kinderhandel für den guten Zweck?“ <https://womensdeclaration.com/en/country-info/germany/wdi-deutschland-mehr-informationen/>

Internationales feministische Netzwerk gegen künstliche Reproduktion, Genderideologie und Transhumanismus. <https://www.finaargit.org>

Per L’Abolizione della Maternità Surrogata. (2022). Marie-Josèphe Devillers und Ana-Luana Stoicea-Deram (Hg). Aprilia: Ortica Editrice Societá Cooperativa.

“Strategies for Stopping International Surrogacy: Beyond the Compassion Trap.” (2021). Renate Klein. In Towards the Abolition of Surrogate Motherhood, S. 157-180.

Towards the Abolition of Surrogate Motherhood. (2021). Marie-Josèphe Devillers und Ana-Luana Stoicea-Deram (Hg). Mission Beach: Spinifex Press.

Ventres à Louer. Une Critique Féministe de la GPA. (2022). Marie-Josèphe Devillers und Ana-Luana Stoicea-Deram (Hg). Paris: Les Éditions L’échapee.

Verona Principles. (März 2021). International Social Services (ISS). <https://www.iss-ssi.org/index.php/en/news1/459-march-2021-iss-launches-the-verona-principles-for-the-protection-of-the-rights-of-the-child-born-through-surrogacy>

Danksagungen

Ich arbeite seit Anfang der 1980er Jahre als Kritikerin von Reproduktions- und Gentechnologien einschließlich Mietmutterschaft. Es ist daher unmöglich, alle meine FreundInnen und KollegInnen zu nennen, mit denen ich bei Demonstrationen gelacht und geweint und mit denen ich seit über 30 Jahren auf Konferenzen gesprochen habe. Und Arbeiten und Bücher geschrieben, Zeitschriften herausgegeben und zahlreiche Briefe gewechselt habe (vor allem vor der Zeit der E-Mails). Und mit denen ich unsere Vision einer besseren und faireren Welt teile, in der patriarchale Gewalt nicht mehr existiert. Ich kann euch nicht alle erwähnen und danken, aber hier wenigstens einige Namen: meine Mitgründungsmitglieder von Feminist International Network of Resistance to Reproductive and Genetic Engineering(FINRRAGE; Feministisches Internationales Netzwerk des Widerstandes gegen Gen- und Reproduktionstechnologien) und liebe Freundinnen Janice Raymond, Robyn Rowland, Farida Akhter, Jalna Hanmer und Maria Mies, meine Inspirationen Gena Corea und Rita Arditti: Mein Leben wäre so viel leerer ohne euch. Und viel weniger glücklich, denn trotz unseres herzzerreißenden Themas und unserer beharrlichen harten Arbeit haben wir viele gute Zeiten und leidenschaftliche Kampagnen mit Verlusten und Erfolgen geteilt. Weitere FINRRAGE-Mitglieder und Freundinnen, die meine Lebensreise mitgemacht und unterstützt haben sind Lariane Fonseca, Melinda Tankard Reist, Annette Burfoot, Erika Feyerabend, Kathy Munro, Delanie Woodlock, Laurel Guymer, Ana Regina Gomes Dos Reis, Mary Sullivan, Selena Ewing, Simone Watson, Helen Pringle, Isla MacGregor und Coleen Clare.

Die reproduktive Ausbeutung von Frauen geriet im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erneut in die Schlagzeilen, als Klonen als der neueste Gral der wissenschaftlichen Forschung bejubelt wurde, um uns von all unseren Unvollkommenheiten zu befreien. Dies erforderte den Zugang zu Tausenden von Eizellen aus Frauenkörpern für die Stammzellenforschung an Embryonen. Deshalb schloss ich mich 2006 mit alten und neuen Freundinnen zu einer Schwesterorganisation von FINRRAGE zusammen: Hands Off Our Ovaries (Hände weg von unseren Eierstöcken). Als der Trubel über diese Wundertechnologie abebbte (wie wir vorhergesagt hatten), begann die internationale Mietmutterschaft ihr hässliches Haupt zu erheben und zwar grandioser als je zuvor. Also starteten wir 2015 eine weitere AktivistInnen-Kampagne, um dieser neuesten Phase rücksichtsloser Ausbeutung von verletzlichen Frauen und deren Kindern entgegenzuwirken: Stop Surrogacy Now (SSN; Stoppt Mietmutterschaft jetzt). Mitglieder gibt es auf der ganzen Welt, und ich möchte wieder einige Frauen hervorheben. Vor allem geht mein großer Dank an Jennifer Lahl, ohne deren Vision und unbändige Energie Stop Surrogacy Now nicht in Gang gekommen wäre und sich bis Juli 2018 auf mehr als 8.000 Mitglieder vergrößert hätte. Aber ich möchte mich auch bei Kajsa Ekis Ekman, Kathy Sloan, Penny Mackieson, Jo Fraser, Julie Bindel, Sheela Saravanan und wiederum bei Janice Raymond und Melinda Tankard Reist für ihre kontinuierliche großartige Arbeit bedanken. Wir sind wahrscheinlich nicht in der Lage, das schmutzige Geschäft der globalen Mietmutterschaft kurzfristig zu beenden. Aber hoffentlich können wir die rücksichtslosen Aktionen ihrer BetreiberInnen ins Licht der Öffentlichkeit bringen und denjenigen einen Spiegel vorhalten, die am Rande stehen, den „wischiwaschi“ Liberalen, die die Schäden der Mietmutterschaft herunterspielen, statt mit uns zusammenzuarbeiten, so dass wir mit unseren Kampagnen wirklich Berge versetzen können!

Ein spezieller Dank gilt Stevie de Saille, die nicht nur harte Arbeit, sondern auch ihr Herz und ihre Seele in ihre Promotion über FINRRAGE gesteckt hat und anschließend in ihr Buch Knowledge as Resistance: The Feminist International Network of Resistance to Reproductive and Genetic Engineering (2017) (Wissen als Widerstand: Das Feministische Internationale Netzwerk des Widerstandes gegen Gen- und Reproduktionstechnologien). Als Stevie 2010 mit einem Stipendium nach Australien kam, haben Robyn Rowland und ich viele glückliche Stunden mit ihr in Erinnerungen geschwelgt. Wir sind dankbar für und begeistert über dein Buch. Danke, Stevie!

Und zum Abschluss möchte ich Susan Hawthorne danken, meiner Partnerin seit dreißig Jahren, und Mitverlegerin von Spinifex Press seit 27 Jahren, für ihre unglaubliche Geduld, meinem Toben über Reproduktionstechnologien und Mietmutterschaft zuzuhören … seit über dreißig Jahren. Es erfordert eine ganz besondere Liebe und Freundschaft, um Entwürfe zu lesen, meinen Wutanfällen über die neuesten Auswüchse von frauenverachtenden Technologien zuzuhören, wunderbare Mahlzeiten zu kochen, und gleichzeitig ihren inspirierenden Roman Dark Matters zu Ende zu schreiben. Ich kann Susan nicht genug danken. Sie ist meine beste Freundin und große Liebe, sowie Mitgefährtin unserer Hunde-Freundinnen River und Freya.

Dass dieses Buch auf Deutsch erscheint verdanke ich Jana Reich von Marta Press in Hamburg sowie der Übersetzerin Doris Hermanns, die lange Stunden damit verbracht hat, mein Schweizer-Australisches Englisch in deutsche Sätze umzuwandeln. Es ist sicher nicht einfach mit einer Autorin zu arbeiten, die schon Jahrzehnte lang in englischsprachigen Ländern lebt, aber trotzdem auf Satzformulierungen beharrt, die, wie ihr in behutsamer Weise gesagt wurde, „schlechtes Deutsch“ sind. Ich danke Doris (und Jana), dass sie einige Sätze und Ausdrücke so gelassen haben, wie ich das gerne wollte. Meine „Stimme“ muss ja im Buch drin sein, auch wenn sie schweizerisch tönt. Selbstverständlich übernehme ich die volle Verantwortung für solche „Swissisms“. Ich habe mein Buch auch auf den neusten Stand gebracht und überarbeitet. Doris hat sehr viel zusätzliche Arbeit in das Buch hineingesteckt, da es wegen der vielen medizinischen Ausdrücke schwierig zu übersetzen war. Du bist die beste Übersetzerin Doris, und ich danke dir von Herzen. Mein Dank geht ebenfalls an meine Freundinnen Maria Mies und Hanni Wiederkehr für eure finanzielle Unterstützung dieser Übersetzung.

Im Übrigen danke ich der Gemeinde Nilüfer Belediyesi und im Besonderen Nazan und Fatma, für die Möglichkeit, im Juni 2018 zwei wunderbare störungsfreie Wochen im idyllischen Gölyazi Writers House in der schönen Türkei zu verbringen und an Doris` Übersetzung zu arbeiten. Die prächtigen Störche im Dorf Gölyazi brachten mir jeden Tag so viel Freude, dass ich ernsthaft daran dachte, eine Gruppe Störche gegen Mietmutterschaft zu gründen. Sie wären damit ganz sicher einverstanden.

Renate Klein,

Mission Beach, Far North Queensland, August 2018

Anmerkungen zur Sprache in der deutschen Ausgabe

Das englische Wort für Mietmutterschaft ist „surrogacy“. Eine Mietmutter wird „surrogate mother“ genannt, was sich von „surrogate“, also Ersatz, ableitet. Das ist ein frauenverachtender Begriff für eine Frau, die ein Baby neun Monate lang in ihrem eigenen Körper wachsen lässt und dann gebiert. Sie ist die Geburtsmutter und an diesem Prozess ist nichts „Ersatz“. Auch die deutschen Begriffe „Mietmutter“ oder „Leihmutter“ sind nicht ganz richtig, aber da es das Wort „Kaufmutter“ nicht gibt, benutze ich Mietmutter. Mietmutter ist treffender als Leihmutter: „Ich leihe Dir meinen Körper“ klingt, als ob es die Frau wäre, die sich entschließt, ein Kind für andere Leute auszutragen und dann wegzugeben. Das ist aber ganz selten der Fall, auch bei sogenannten „altruistischen“ Mietmutterschaften. Es sind fast immer die „Bestelleltern“, die den Körper einer Frau „mieten“ oder „kaufen“, um sich so ein „eigenes“ Kind zu beschaffen.

Im Text gibt es einige englische Wörter, die schwer zu übersetzen waren. Deshalb werden sie beim erstmaligen Gebrauch auf Englisch in einer Klammer hinter dem deutschen Wort erwähnt.

Ich setze den Begriff Eizellen„spenderin“ in Anführungszeichen, da das Spenden von Eizellen nicht mit dem Spenden von Sperma oder Blut verglichen werden kann. Wie ich in Kapitel 1 bespreche, ist die Eizellen„spende“ eine invasive und gefährliche Prozedur, mit der große Mengen von reifen Eizellen künstlich in einem Eierstock produziert und dann „geerntet“ werden. Diese Anführungszeichen machen das Lesen etwas schwerfällig und dafür möchte ich mich entschuldigen. Aber es ist notwendig. Ich setze auch „altruistisch“ immer in Anführungszeichen, da ich große Probleme mit unbezahlter Mietmutterschaft habe, die uns als barmherziger „Liebesdienst“ verkauft wird, das heißt als etwas Gutes, das Frauen tun sollten. Meiner Ansicht nach werden Frauen auch in dieser Art von Mietmutterschaft ausgebeutet und beschädigt.

Manchmal sind Wörter oder Begriffe, die wir problematisch finden (oder über die wir eine sarkastische Bemerkung machen wollen), in Anführungszeichen. Da es sehr viele solche Ausdrücke in der Diskussion über Mietmutterschaft gibt, ist dieses Buch übersät damit. Auch hierfür bitte ich als Autorin um Entschuldigung, aber, liebe Leserinnen und Leser, die kritischen Aspekte von Mietmutterschaft, die mein Buch problematisiert, sind selten in Mainstream-Medien und -Literatur zu finden. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.

Wann immer möglich haben wir bereits auf Deutsch übersetzte Bücher benutzt, um Zitate zu reproduzieren. Allerdings war in einigen Fällen die Übersetzung so weit weg entfernt vom englischen Original, dass wir uns erlaubten, sie zu verändern.

Zum besseren Verständnis wurden von der Übersetzerin einige Anmerkungen hinzugefügt, die mit (DH) gekennzeichnet sind.

Renate Klein und Doris Hermanns

Einleitung

Das 21. Jahrhundert erlebt eine rasante Ausbreitung der Mietmutterschaft-Industrie, sowohl der kommerziellen als auch der sogenannten „altruistischen“. Auch wenn Mietmutterschaft bereits seit den 1980er Jahren in den USA und kurz darauf in Indien ein profitables und größtenteils ungeregeltes Gewerbe war, so erlebte die kommerzielle Mietmutterschaft, einschließlich der Eizellen„spende“ während des letzten Jahrzehnts in vielen armen Ländern Osteuropas und Asiens einen großen Aufschwung.

Wenn eine Katastrophe eintritt – wie das traurige Beispiel von Baby Gammy, das mit Down-Syndrom geboren und von seinem Vater, einem Sexualstraftäter, der es in „Auftrag“ gegeben hatte, in Thailand zurückgelassen wurde, oder die indische Regierung, die 2013 homosexuelle Paare und 2015 alle ausländischen Paare von Mietmutterschaften ausgeschlossen hat1 – reagiert die Industrie mit einer Verlagerung in neue Länder wie Nepal, Malaysia und Kambodscha. Und wenn dann ein weiteres Land Mietmutterschaften für AusländerInnen verbietet (wie Nepal und die mexikanische Provinz Tabasco 2015) oder ein neuer Skandal losbricht – wie es 2016 in Kambodscha geschah2 – geht es weiter in ein anderes Land, in diesem Fall Laos. Und die Ukraine mit ihren vielen hightech IVF-Zentren wetteifert seit einigen Jahren mit verlockenden Videos um KundInnen. Auch Russland wird zunehmend zu einem Ort, an dem junge, gesunde Mietmütter und Eizellen„spenderinnen“ zu finden sind.

Mietmutterschaft wird sehr stark von der stagnierenden IVF-Industrie gefördert, die neue Märkte sucht, sowie auch von homosexuellen Männern, die glauben ein „Recht“ auf ein eigenes Kind und „Familiengründung“ zu haben. Außerdem sind es private KonsumentInnengruppen von MietmutterschaftsbefürworterInnen in reichen Ländern wie Australien und Westeuropa (welche nur „altruistische“ Mietmutterschaft erlauben oder gar keine), die auf eine Erweiterung der Gesetze drängen, so dass kommerzielle Mietmutterschaft erlaubt wird. Ihr neoliberales Argument ist, dass eine gut geregelte Fertilitäts-Industrie die ausbeuterischen Praktiken in den armen Ländern vermeiden würde. BefürworterInnen von (kommerzieller) Mietmutterschaft in reichen Ländern sind neoliberale RechtsanwältInnen, AkademikerInnen, KonsumentInnengruppen und liberale Feministinnen. Eines ihrer Ziele ist die Schaffung einer globalen HaagerKonvention zu Mietmutterschaft – und die privatrechtliche Regulierung der Kommerzialisierung von Frauen und Kindern, in der Mietmutterschaft als „Arbeit“ unter dem Deckmantel von transnationaler Arbeitsgesetzgebung institutionalisiert würde.3

Wesentlich für das Projekt der (internationalen) Mietmutterschaft ist die Ideologie, dass legalisierte kommerzielle Mietmutterschaft unfruchtbaren Paaren und homosexuellen Männern ein legitimes Mittel bietet, ein Kind zu bekommen, das alle oder wenigstens einen Teil ihrer eigenen Gene enthält. Frauen, ohne deren Körper dieses Projekt nicht möglich ist – bis jetzt zumindest noch nicht, da es die künstliche Gebärmutter (noch) nicht gibt – werden als Brutkästen, als Öfen, als Koffer angesehen. Und das Produkt Kind ist eine handelbare Ware, das natürlich nie zugestimmt hat, ein „take-away“-Baby zu sein, das heisst ihrer/seiner Geburtsmutter weggenommen und dann Fremden alias „Wunscheltern“ übergeben zu werden. Und trotzdem glauben BefürworterInnen dieser Praxis, die ich „reproduktive Sklaverei“ nenne, dass sie reguliert und eine „fair gehandelte internationale Mietmutterschaft“ (Humbyrd, 2009; Pande 2017) und eine „verantwortungsvolle Mietmutterschaft“4 werden kann.

Der Vergleich mit dem Sexhandel ist offensichtlich: Gut organisierte Sex- (oder Fruchtbarkeits-)Industrien führen laut ihren Förderern zu glücklichen Prostituierten (glücklichen Mietmüttern) und glücklichen Sexkäufern (glücklichen BabykäuferInnen). Zuhälter und Bordelle gleichen IVF-Kliniken, Mietmutter-AnwältInnen/VermittlerInnen, KonsumentInnengruppen wie auch Mietmutterschaft- und Eizellen„spende“-Agenturen. Der Unterschied ist, dass abgesehen davon, dass Frauen in beiden Industrien zutiefst beschädigt werden, das „Endprodukt“ bei der Prostitution ein „fingiertes Freundinnen-Erlebnis“ ist, während es bei der Mietmutterschaft um die Erschaffung von neuen menschlichen Wesen geht: Kindern.

Ich hoffe, dass diese einleitenden Zeilen deutlich machen, dass ich der Theorie und Praxis der Mietmutterschaft vollkommen widerspreche, sowohl als reguliertes kapitalistisches Unternehmen, wie auch als einer Form von unbezahltem „altruistischem Liebesdienst“. Stattdessen insistiere ich, dass es eine Menschenrechtsverletzung der Eizellen„spenderin“, der Geburtsmutter, als auch der entstehenden Kinder ist.

Auf den folgenden Seiten werde ich meine Kritik an der Mietmutterschaft genauer beschreiben, indem ich erst einmal frage, „Was ist Mietmutterschaft?“. Danach untersuche ich die Kurz- und Langzeitschäden, die den sogenannten Mietmüttern, Eizellen„spenderinnen“ und den Partnerinnen der heterosexuellen auftraggebenden Paaren zugefügt werden und spreche kurz die (ermüdende) Frage an, ob hier von einer „Wahl“ die Rede sein kann. Dann werde ich mir die Rechte der Kinder ansehen und Mietmutterschaft mit den Praktiken (erzwungener) Adoptionen vergleichen. Andere entscheidende Fragen sind: Kann Mietmutterschaft je moralisch vertretbar sein? Wäre es ethisch und moralisch vertretbar, wenn wir es`Arbeit` nennen würden? Ist Regulierung die Antwort?

Als Nächstes werde ich die vergangenen und derzeitigen internationalen Formen des Widerstandes gegen Mietmutterschaft – und unsere Erfolge – diskutieren. In den Schlussfolgerungen schaue ich mir den „Hintergrund“ der Reproduktionstechnologien an und gehe der Frage nach, wie weit wir mit der Entwicklung einer künstlichen Gebärmutter und anderen „Fortschritten“ wie CRISPR-Genmanipulationen sind. Zum Schluss appelliere ich dafür, diese entmenschlichende kapitalistische Industrie zu stoppen, so dass sie keine Unterstützung mehr von der patriarchalen Mainstream-Gesellschaft erhält. Abolition – Abschaffung – ist die einzige Antwort, Regulierung macht alles nur schlimmer.

In Deutschland, der Schweiz und Österreich sind alle Formen von Mietmutterschaft und Eizellen„spenden“ verboten. Es gibt aber viele Gruppen, die für Gesetzesänderungen plädieren. Wie in anderen Ländern sind dies auch hier IVF-Kliniken, die neue Klientinnen suchen, und InteressentInnengruppen – homosexuelle wie heterosexuelle Paare, die dem Staat vorwerfen, ihrem unerfüllten Kinderwunsch im Weg zu stehen.

Es gilt also, wachsam zu sein, und ich hoffe, dass dieses Buch einen Beitrag zu leidenschaftlichen Diskussionen über die dubiose Praxis der Mietmutterschaft und Eizellen„spende“ leisten wird, so dass sie in deutschsprachigen Ländern erst gar nicht eingeführt wird.

1 ‘India bans gay foreign couples from surrogacy’ (18. Januar 2013); http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/india/9811222/India-bans-gay-foreign-couples-from-surrogacy.html; ‘Foreign Couples in Limbo After India Restricts Surrogacy Services’ (16. November 2015); https://www.wsj.com/articles/foreign-couples-in-limbo-after-india-restricts-surrogacy-services-1447698601

2 ‘Australian nurse Tammy Davis-Charles arrested in Cambodian surrogacy crackdown’ (20. November 2016); http://www.smh.com.au/world/australian-nurse-tammy-charlescaught-up-in-cambodian-surrogacy-crackdown-20161120-gstd23.html

3 http://www.abc.net.au/news/2014-08-21/van-whichelen-what-chance-for-internationalsurrogacy-laws/5683746. In Kapitel 5 werde ich die Ideen für eine privatrechtliche Haager-Konvention zu Mietmutterschaft und „Abstammungsfragen” besprechen.

4 Die Webseite für „Verantwortliche Mietmutterschaft” enthüllt, dass sie nichts anderes anbietet, als die Regulierung dieser Praxis, siehe Kapitel 5 für meine Kritik an Regulierung; http://www.r-surrogacy.org/en/

Kapitel 1:

Was ist Mietmutterschaft?

Deutlich formuliert ist Mietmutterschaft das in Auftrag geben/kaufen/mieten einer Frau, in deren Gebärmutter ein Embryo eingesetzt wird und die daher eine „Brüterin“ für eine dritte Partei wird, die glaubt ein „Recht“ darauf zu haben, Frauen auf diese Art auszubeuten.

Bei der „traditionellen“ Mietmutterschaft wird die Mietmutter mit dem Sperma des Ehemanns oder Partners des bestellenden heterosexuellen Paares inseminiert. Das Sperma verschmilzt mit einer ihrer eigenen Eizellen, und es entwickelt sich ein Embryo, der sich dann im günstigsten Falle in ihrer Gebärmutter einnistet und zu einem Kind entwickelt.

Wenn die Partnerin/Ehefrau unfruchtbar ist, wird eine Eizellen“spenderin” Eizellen zur Verfügung stellen, die in einem Labor mit dem Sperma des Ehemannes/Partners befruchtet werden. Dies wird „Eizellenspenden-Mietmutterschaft“ genannt, auf Englisch „gestational surrogacy“. Im Falle von zwei homosexuellen Männern, die ja nur Sperma zur Verfügung stellen können, wird immer eine Eizellenlieferantin benötigt.

„Traditionelle” Mietmutterschaft wird heute kaum noch durchgeführt, da bei dieser Methode die Gene der Geburtsmutter die Hälfte des genetischen Erbes des Kindes ausmachen, was sie offenbar anfälliger dafür macht, sich der Abgabe ihres Kindes zu widersetzen.

Außerdem ist die „gestationelle“ Mietmutterschaft für Fruchtbarkeitskliniken eine bessere Einkommensquelle, da dafür immer In-Vitro-Fertilisation (IVF) benutzt werden muss. So bekommen sie neue Kundschaft: die Eizellenlieferantinnen und die Mietmütter. Außerdem können die Embryonen, die aus Eizellen„spenden“ und Sperma entstehen, teuren pränatalen genetischen Untersuchungen (PND) unterzogen werden, bevor sie in den gemieteten Frauenkörper eingesetzt werden. Auf diesem Weg kann viel Geld durch zahlreiche Screenings nach Fehlbildungen und Geschlechterselektion (in Ländern, in denen sie erlaubt ist) gemacht werden, was nichts anderes ist als praktizierte Eugenik. Da IVF- Schwangerschaften weiterhin eine hohe Misserfolgsquote haben – noch immer etwa 80 Prozent laut Lord Robert Winston, dem britischen IVF-Pionier5 – können überzählige Embryonen eingefroren und weitere Mietmutterschafts-Zyklen verkauft werden.

Zu den Beteiligten an diesen Transaktionen gehören eine Fruchtbarkeitsklinik mit IVF-ÄrztInnen, eine Mietmutterschaft-Anwaltskanzlei (in den USA häufig ein „broker“, ein Mietmutterschaft-Vermittler), eine Mietmutterschaft-Agentur mit einem Register der zur Verfügung stehenden Mietmütter und eine Eizellen„spenderinnen“-Agentur mit geeigneten jungen und gut aussehenden Frauen auf ihrer Webseite. Es gibt auch noch Drittparteien, die als VermittlerInnen die transnationalen Eizellen- und Embryonen-Transporte organisieren, und in manchen Fällen auch psychologische BeraterInnen. So gibt es lukrative neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen wie z. B. Complete Surrogacy Solutions (Vollständige Mietmutterschafts-Lösungen), Surrogacy Beyond Borders (Grenzenlose Mietmutterschaft), Family Inceptions International (Internationale Familiengründungen) und viele andere.

Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, dass es KonsumentInnen-Gruppen wie Families Through Surrogacy (Familien durch Mietmutterschaft) gibt, die jährlich von Australien aus (inter-)nationale Seminare und Konferenzen in der ganzen Welt organisieren, Beratung über transnationale Mietmutterschaft und „altruistische“ Mietmutterschaft anbieten, zukünftige Eltern mit Eizellenlieferantinnen und Frauen, die sich bereit erklären, als Mietmutter tätig zu werden, in Kontakt bringen. Ein anderer Begriff, diese Aktivitäten zu benennen, ist im Englischen „Grooming“6, dem gezielten ausbeuterischen „Grooming“ von nichtsahnenden Kindern sehr ähnlich, die dann später als Pornografie- oder Sexualdeliktsopfer misshandelt werden. In den Mietmutterschafts-Seminaren werden uninformierte Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch mit Versprechungen, wie wunderbar einfach es sei, ihr Wunschkind zu bekommen, in die Falle gelockt, bzw. dazu gebracht, ihre (teure) Mietmutterschafts„reise“ anzufangen, die leider oft in Tränen endet.

Obwohl in Deutschland Mietmutterschaft wie auch Eizellen„spende“ verboten sind, gab es bereits 2017 eine Publikumsmesse: die Kinderwunsch Tage. Sie wurde im März 2018 in Berlin wiederholt:

„Die einzige Veranstaltung ihrer Art in Deutschland, bei der Sie Rat von Experten, Unterstützung, Produkte und zuverlässige Informationen zur Vergrößerung ihrer Familie erhalten – alles unter einem Dach.“7

IVF-ExpertInnen aus Deutschland, aber auch Spanien und Tschechien, sowie den USA, Griechenland und Bulgarien informierten über ihre Programme inklusive Mietmutterschaft. Und weil die Messe offensichtlich so erfolgreich war, wird sie im Oktober 2018 in Köln und im März 2019 in Berlin wiederholt.

Zurück zu den AkteurInnen der Mietmutterschaft: Die wichtigste Person ist natürlich die sogenannte Mietmutter – eine Frau, die ein Baby neun Monate lang in ihrem eigenen Körper wachsen lässt und dann gebiert. In der kommerziellen Mietmutterschaftstransaktion, in der das „Produkt“ Baby gekauft wird, gehört eine Mietmutter meistens einer niedrigeren sozialen Klasse und häufig auch einer anderen Ethnizität an als das auftraggebende Paar. Probleme mit „Rasse“ und Klasse gibt es zuhauf: Ich suche immer noch nach einem Beispiel, bei dem eine weiße Direktorin ein Baby für ihre schwarze Putzfrau austrägt! Die Mietmutterschaft/Eizellen„spende“-Transaktionen finden zwischen gutsituierten und ärmeren bzw. armen Frauen statt. Aufgrund viel niedrigerer Preise in Länder wie Indien, Kambodscha oder Ukraine zu gehen, bedeutet, dass Mietmütter unweigerlich arme Frauen mit geringer Bildung sind, die häufig für die Zeit ihrer Schwangerschaft in gefängnisartigen Lagern leben. Oft führen sich ihre Ehemänner wie ihre Zuhälter auf. Sie sehen Mietmutterschaft als lukratives Einkommen und bringen ihre Ehefrauen dazu, wiederholt in Mietmutterschaften einzuwilligen (Sangari 2015, S. 120).