"Mit High-Heels im Stechschritt" - Susann Uecker - E-Book

"Mit High-Heels im Stechschritt" E-Book

Susann Uecker

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Beschreibung

Die Arbeit setzt sich mit der steigenden Präsenz von Frauen in der rechtsextremen Szene Deutschlands auseinander. Im Fokus stehen die Rolle der rechtsextremen Frau nach 1998 und deren Selbstverständnis innerhalb der Szene im Zusammenhang mit deren "strategischer Modernisierung". Untersucht wird, inwieweit ein Wandel des Frauenbildes in der rechten Szene möglich ist. Als Material dienen Interviews mit rechtsorientierten Frauen und deren mediale Präsentation ebenso wie Analysen von Parteiprogrammen der NPD.

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Seitenzahl: 197

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Wissenschaftliche E-Book-Reihe, Band 1

Originalausgabe

© 2011 Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, Berlin und bei den AutorInnen Alle Rechte vorbehalten

Herausgeber:

Archiv der Jugendkulturen e. V.

Fidicinstraße 3, D – 10965 Berlin

Tel.: 030 / 694 29 34; Fax: 030 / 691 30 16

E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für die Wissenschaftliche Reihe: Klaus Farin; [email protected]

Vertrieb: www.jugendkulturen.de

Lektorat: Gabriele Vogel

ISBN (epub): 978-3-943774-53-5

ISBN (pdf): 978-3-943774-52-8

Die Wissenschaftliche Reihe im Archiv der Jugendkulturen

Alljährlich entstehen an Universitäten und Fachhochschulen Hunderte von wissenschaftlichen Arbeiten, die zumeist nur von zwei GutachterInnen gelesen werden und dann unbeachtet in den Asservatenkammern der Hochschulen verschwinden. Dabei enthalten viele dieser Arbeiten durchaus neues Wissen, interessante Denkmodelle, genaue Feldstudien. Das Archiv der Jugendkulturen, Fachbibliothek und Forschungsinstitut zugleich zu allen Fragen rund um Jugendkulturen, hat deshalb damit begonnen, wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Jugend zu sammeln und öffentlich zugänglich zu machen. Mehr als 600 solcher Arbeiten enthält die Präsenzbibliothek des Archivs inzwischen – für jedermann kostenlos und frei zugänglich.

In der Wissenschaftlichen Reihe publiziert das Archiv der Jugendkulturen seit 2007 zudem qualitativ herausragende wissenschaftliche Arbeiten zu jugendkulturellen Zusammenhängen. Die Arbeiten werden von fachkundigen GutachterInnen gelesen und vor der Veröffentlichung professionell lektoriert. Da pro Jahr von 30 – 40 eingereichten Arbeiten nur zwei veröffentlicht werden, kann bereits die Aufnahme in den Verlagskatalog als Auszeichnung verstanden werden. Doch für die AutorInnen lohnt sich die Veröffentlichung auch materiell. Die Archiv der Jugendkulturen Verlag KG verlangt von ihren AutorInnen keinerlei Kostenbeteiligungen! Im Gegenteil: AutorInnen, deren Arbeiten wir in unserer Wissenschaftlichen Reihe veröffentlichen, erhalten bereits für die Erstauflage ein Garantiehonorar von 2.000 Euro!

Seit 2011 wird diese Reihe durch eine elektronische Schwester ergänzt. Denn immer wieder mussten wir hervorragende Manuskripte ablehnen, da ein kleiner Verlag wie der unsrige sich nicht mehr als zwei wissenschaftliche Titel mit den gesetzten Qualitätsstandards (großformatige Hardcover, alle Bände sind reichlich illustriert, oft in Farbe) und dem bewusst sehr niedrig angesetzten Ladenpreis (um möglichst viele Menschen zu erreichen) leisten kann. Die E-Book-Reihe soll dieses Manko nun ausgleichen. Was für die Printreihe gilt, gilt auch für unsere E-Books: Sie werden ebenfalls unter der Fülle eingereichter Arbeiten sorgfältig ausgewählt und lektoriert, die AutorInnen erhalten ein kleines Garantiehonorar und werden am Umsatz beteiligt.

Das Archiv der Jugendkulturen e. V.

Das Berliner Archiv der Jugendkulturen e. V. existiert seit 1998 und sammelt – als einzige Einrichtung dieser Art in Europa – authentische Zeugnisse aus den Jugendkulturen selbst (Fanzines, Flyer, Musik etc.), aber auch wissenschaftliche Arbeiten, Medienberichte etc., und stellt diese der Öffentlichkeit in seiner Präsenzbibliothek kostenfrei zur Verfügung. Darüber hinaus betreibt das Archiv der Jugendkulturen eine umfangreiche Jugendforschung, berät Kommunen, Institutionen, Vereine etc., bietet jährlich bundesweit rund 80 Schulprojekttage und Fortbildungen für Erwachsene an und publiziert eine eigene Zeitschrift – das Journal der Jugendkulturen – sowie eine Buchreihe mit ca. sechs Titeln jährlich. Das Archiv der Jugendkulturen e. V. hat derzeit 240 Mitglieder weltweit (darunter viele Institutionen). Die Mehrzahl der Archiv-MitarbeiterInnen arbeitet ehrenamtlich.

Schon mit einem Jahresbeitrag von 48 Euro können Sie die gemeinnützige Arbeit des Archiv der Jugendkulturen unterstützen, Teil eines kreativen Netzwerkes werden und sich zugleich eine umfassende Bibliothek zum Thema Jugendkulturen aufbauen. Denn als Vereinsmitglied erhalten Sie für Ihren Beitrag zwei Bücher Ihrer Wahl aus unserer Jahresproduktion kostenlos zugesandt.

Weitere Infos unter www.jugendkulturen.de

„Mit High-Heels im Stechschritt“:

Zur Rolle der Frau in der rechtsextremen Szene

von

Susann Uecker

Magisterarbeit im Fach Politikwissenschaft

E-Mail: [email protected]

Prüfer: Prof. Dr. Everhard Holtmann

Halle (Saale)

INHALT

1 Einleitung

2 Rekonstruktion des rechtsextremen Weltbildes

2.1. Elemente rechtsextremer Ideologie

2.2. Die Rolle der Frau in der rechtsextremen Ideologie

3 Die geschlechtsspezifischen Dimensionen der rechten Szene

3.1 Historische Vorläufer geschlechterspezifischer Organisationen

3.2 Rechtsextreme Parteien: Schwerpunkt NPD

3.3 Rechtsextreme Frauengruppierungen und -organisationen

3.4 „Kultur“: Rechtsrock, Aufmärsche und andere Veranstaltungen

3.5 „Gewalt“

4 Empirie Teil I: Programmatische Analyse der NPD-Geschlechterpolitik

4.1 Das NPD Parteiprogramm von 1996

4.2 Das NPD Bundestagswahlprogramm von 2009

4.3 Die NPD-Programmatik in Bezug zum RNF und zur GDF

5 Empirie Teil II: Das rechtsextreme Frauenbild im Perspektivwechsel

5.1 „Die rechtsextreme Frau“

5.2 Die Konstruktion „Frau“ in der rechtsextremen Szene

5.3 Die mediale Reflexion am Beispiel zweier Tageszeitungen

6 Fazit

7 Anhang

7.1. Abkürzungsverzeichnis

7.2 Tabellarische Übersichten

7.3 Quellenverzeichnis

7.4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Klasse, 3000 Leute, die Straßen haben gehallt von den Rufen, […] das war echt ein Supererlebnis, das hat mich total motiviert“1, so beschreibt Heike, zum damaligen Zeitpunkt 26-jährige Kameradschaftsführerin, ihr persönliches Schlüsselerlebnis für die spätere Laufbahn bei der Jugendorganisation der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD), die Demonstration am 1. Mai 1996 in München. Einprägsame Erfahrungen mit Demonstrationen oder Aufmärschen der rechten Szene hat auch Tanja Privenau gesammelt. Die mittlerweile durch Zeitungsinterviews bekannte Aussteigerin berichtet über ihre aktive Zeit als „Straßenkämpferin“ wie folgt: „Wenn ich auf der Straße demonstriert habe, gegenüber linken Gruppen und auch der Polizei, sind Pflastersteine geflogen. Und in meiner wilden Kampfzeit habe auch ich Pflastersteine geworfen.“2 Das Klischee der treu sorgenden Ehe- und Hausfrau, die blondbezopft zu Hause wartend die Kinder hütet, Wäsche wäscht und dem „braunen Kameraden“ das Essen zubereitet, trifft für Heike, Tanja und auch andere rechtsorientierte (zumeist junge) Frauen, die in der Szene aktiv sind, nicht zu. Der Kampf um die „nationale Sache“ vereint rechtsextreme Männer wie Frauen oftmals auf der Straße. Wissenschaftler und Journalisten weisen seit Jahren auf diese beängstigende Entwicklung in der rechten Szene hin. So heißt es beispielsweise bei der Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke, Frauen „drängen von Jahr zu Jahr mehr in die braune Szene. Manche bauen Kameradschaften mit auf, andere organisieren Neonazi-Konzerte oder ködern Nachwuchs an NPD-Infoständen.“3 Weitere Aktionsbereiche sind so vielfältig wie die rechte Szene selbst und umfassen neben Tätigkeiten als Autorin oder Herausgeberin rechter Fanzines4 auch die Aktivität als Musikerin oder spezifische Aufgaben im Verlagswesen.

Der oftmals konstatierte Anstieg von Frauen in rechtsextremen Gruppierungen und Organisationen, wie beispielsweise durch Jan Schwab vom Projekt „Lola für Lulu“ oder die bereits oben zitierte Andrea Röpke, weist auf gewisse geschlechterspezifische Veränderungen sowie einen potentiellen Bedeutungszuwachs von Frauen innerhalb der Szene hin. Während in den 1990er Jahren vor allem der Skingirl Freundeskreis Deutschland (SFD) als Sammelbecken für organisierte Frauen der Szene diente, ist die Zahl der Frauengruppierungen beziehungsweise -organisationen seit Ende der 1990er Jahre deutlich angestiegen. Ihr Spektrum ist vielfältig und, so das Antifa Frauennetzwerk, „reicht von kleinen regionalen oder nur im Internet existierenden bis zu bundesweit und international agierenden Gruppierungen.“ Dies lässt die Vermutung zu, dass die konservativ orientierte Gemeinschaft Deutscher Frauen (GDF) als eine der ersten Organisationen inhaltlich nicht ausreichend war. Die zunehmende Solidarisierung rechter Frauen in „Frauenschaften“, also spezifischen Frauen-Kameradschaften nach US-amerikanischem Vorbild des „sisterhood“-Konzeptes, lässt letztlich eine wachsende Relevanz weiblicher Beteiligung annehmen. Auch zeigen die Namensgebungen zahlreicher Frauengruppierungen und -organisationen eine deutliche Anlehnung an den Kameradschaftsbegriff. Zu nennen sind: die Renee-Kameradschaft-Deutschland oder auch die Mädelkameradschaft Tor Berlin.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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