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Fachbuch aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Design (Industrie, Grafik, Mode), Note: 1,0, Modefachschule Dresden, Veranstaltung: Theoretische Abschlussarbeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Metrosexualität, Männer in der Identitätskrise – Zeilen die derzeit in aller Munde sind. Doch die wahre Bedeutung dessen, worüber jeder spricht kennen die wenigsten. Für die meisten boomt es gerade an >coming Outs<. Jeder dritte ist Schwul. Stimmt das wirklich? Nein! Der Männlichkeitsbegriff wird seit einigen Jahren nur in Frage gestellt. Für viele ist männlich nicht gleich männlich. Gefühle zeigen dürfen, sich attraktiv kleiden, Haargel, Gesichtscreme, gemachte Nägel, all das gehört zum Wohlbefinden eines Mannes genauso dazu wie bei Frauen auch. Und sie fühlen sich deshalb noch lange nicht unmännlicher. Sondern vielleicht gerade wegen ihrer Offenheit für Körperpflege, Gefühle und dem äußeren Erscheinungsbild, männlicher als seit vielen Jahrhunderten. Was ein Mann ist, ist also Ansichtssache. Schon häufiger wurde das Männlichkeitsbild neu interpretiert und gestaltet. Wahrhaft männlich ist doch nur der, der mit sich und seiner Umwelt im Reinen ist. Der nichts auf falsche oder veraltete Moralvorstellungen gibt. Trägt was ihm gefällt und stolz ist auf das was er tut und wer er ist. Denn nur dann ist es egal ob Männer enge Hosen, rosafarbene Hemden oder Lackschuhe tragen. Er strahlt einfach das aus, was er ist – nämlich ein Mann. Um genau dieses Denkgefühl soll es sich in dieser Arbeit drehen. Die neuen Gedanken des neuen Mannes und was dieser Wandel mit der heutigen Männermode macht. Zusammengefasst spricht man dabei von Metrosexual. Einem zusammengesetzten Begriff aus Metropolitan und Heterosexuell. Das Wort Metropolitan oder auch Metropole kommt aus dem altgriechischen und bedeutet so viel wie >Mutterstadt<. Diese Städte hatten meist großen Einfluss auf das allgemeine Leben Ihrer Zeit1. Deshalb wird der Begriff hier für ein aufgeklärtes, zukunftsweisendes Denken gewählt. Heterosexualität stammt ebenfalls aus dem griechischen und definiert "die Zuneigung zum anderen Geschlecht"2. Metrosexual ist also grob gefasst aufgeklärtes Verhalten gegenüber anders Orientierten, ohne dabei selbst so zu sein.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Metrosexualität, Männer in der Identitätskrise - Zeilen die derzeit in aller Munde sind. Doch die wahre Bedeutung dessen, worüber jeder spricht kennen die wenigsten. Für die meisten boomt es gerade an >coming Outs<. Jeder dritte ist Schwul. Stimmt das wirklich? Nein! Der Männlichkeitsbegriff wird seit einigen Jahren nur in Frage gestellt. Für viele ist männlich nicht gleich männlich. Gefühle zeigen dürfen, sich attraktiv kleiden, Haargel, Gesichtscreme, gemachte Nägel, all das gehört zum Wohlbefinden eines Mannes genauso dazu wie bei Frauen auch. Und sie fühlen sich deshalb noch lange nicht unmännlicher. Sondern vielleicht gerade wegen ihrer Offenheit für Körperpflege, Gefühle und dem äußeren Erscheinungsbild, männlicher als seit vielen Jahrhunderten.
Was ein Mann ist, ist also Ansichtssache. Schon häufiger wurde das Männlichkeitsbild neu interpretiert und gestaltet. Wahrhaft männlich ist doch nur der, der mit sich und seiner Umwelt im Reinen ist. Der nichts auf falsche oder veraltete Moralvorstellungen gibt. Trägt was ihm gefällt und stolz ist auf das was er tut und wer er ist. Denn nur dann ist es egal ob Männer enge Hosen, rosafarbene Hemden oder Lackschuhe tragen. Er strahlt einfach das aus, was er ist - nämlich ein Mann.
Um genau dieses Denkgefühl soll es sich in dieser Arbeit drehen. Die neuen Gedanken des neuen Mannes und was dieser Wandel mit der heutigen Männermode macht. Zusammengefasst spricht man dabei von Metrosexual. Einem zusammengesetzten Begriff aus Metropolitan und Heterosexuell. Das Wort Metropolitan oder auch Metropole kommt aus dem altgriechischen und bedeutet so viel wie >Mutterstadt<. Diese Städte hatten meist großen Einfluss auf das allgemeine Leben Ihrer Zeit1. Deshalb wird der Begriff hier für ein aufgeklärtes, zukunftsweisendes Denken gewählt. Heterosexualität stammt ebenfalls aus dem griechischen und definiert "die Zuneigung zum anderen
1Meyer (1999): Metropole. In: Meyers Taschenlexikon. In 10 Bänden (Lav-Neus, Band 6). genehmigte
Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1999, Mannheim: Bibliographisches Institut &
F.A. Brockhaus AG: S. 2220, Sp.2.
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Geschlecht"2. Metrosexual ist also grob gefasst aufgeklärtes Verhalten gegenüber anders Orientierten, ohne dabei selbst so zu sein.
Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder neue Denkansätze für Mode, Moral und Verhalten. Eine der einschneidensten Ereignisse war dabei die Zeit vor und nach der französischen Revolution. In dieser Zeit wurde die gesamte Gesellschaft stark umstrukturiert und ein extremer moralischer, sozialer und vor allem modischer Wandel setzte ein.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Drei Worte die nicht nur in der Politik ihre Wirkung zeigten, sondern auch die Männermode der Rokokozeit mit ihren bunten Farben und vielen Details zu "Herrenmode […] aus England: bequeme und körperumspielende Schnitte, gedeckte und deswegen auch praktische Farben, strapazierfähige Materialien, zurückgenommene Zierelemente"3, machten. Denn erstmals in der Geschichte ging die Macht nicht von der Kirche oder dem Adel aus. Das Bürgertum erkämpfte sich die Vormachtstellung. Dies bedeutete: "Der gesellschaftliche Status ist nun nicht Länger, wie im Zeitalter des Feudalismus, durch Abstammung und tradierte Privilegien geschützt, sondern wird von Kriterien wie Beruf, Einkommen und (Aus-)Bildung bestimmt"4. So kann jeder Mann seine Position in der Gesellschaft selbst bestimmen und "die Einstufung durch andere Mitglieder der Gesellschaft, nach höheren und niederen sozialen Positionen immer stärker mit einer Hierarchie
2Meyer (1999): Heterosexualität. In: Meyers Taschenlexikon. In 10 Bänden (Gebi- Indi, Band 4).
genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1999, Mannheim: Bibliographisches
Institut & F.A. Brockhaus AG: S. 1495, Sp.1.
3Ley, Andreas (2003/2004): Von Pfau zu Pfau. Herrenmode vom Rokoko bis heute. München:
Modemuseum München e.V.. S. 64, 66.
4Amtmann, Juliane (1993): Mode und Moral. Ästhetik und soziale Normen der bürgerlichen Gesellschaft
im Spiegel der literarischen Darstellung der Kleidermode des 19. Jahrhunderts. Hamburg: Verlag DR.
Kovač. S. 45.
