Mouches volantes im Buddhismus - Floco Tausin - E-Book

Mouches volantes im Buddhismus E-Book

Floco Tausin

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Beschreibung

Alle haben sie, fast alle sehen sie, und nur wenige schauen hin: die vereinzelten, transparenten und beweglichen Punkte und Fäden im Blickfeld. In der Augenheilkunde werden sie „Mouches volantes“ genannt und als Glaskörpertrübung verstanden. Doch stimmt diese Erklärung? Der Autor Floco Tausin folgt der seherischen Erfahrung, dass Mouches volantes keine Glaskörpertrübung sind, sondern eine leuchtende Struktur und ein Ausdruck unseres Bewusstseins. Diese Leuchtstruktur, so die Annahme, wurde stets von Menschen gesehen, die Techniken der Bewusstseinsveränderung eingesetzt haben. In diesem Buch widmet sich der Autor dem Buddhismus. Hinweise auf die Leuchtstruktur findet er in bekannten Symbolen, mythischen Visionen, den Lichterscheinungen von Meditierenden und insbesondere in den Visionen des Tögal, einer seherischen Praxis der tibetischen Dzogchen-Lehre.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Floco Tausin

 

 

Mouches volantes im Buddhismus

 

Symbole, Mythen, Lichtvisionen

 

 

Copyright © Leuchtstruktur Verlag / Floco Tausin 2022

 

 

Lizenzbestimmungen

 

Die Lizenz dieses Ebooks ist für Ihr persönliches Lesevergnügen bestimmt. Dieses Ebook darf nicht weiterverkauft oder weitergegeben werden. Wenn Sie dieses Buch mit weiteren Personen teilen möchten, kaufen Sie bitte eine weitere Kopie für jede Person, mit der Sie das Buch teilen möchten. Falls Sie dieses Buch lesen und es nicht gekauft haben, oder falls es nicht ausschliesslich für Ihren Gebrauch gekauft wurde, dann gehen Sie bitte auf Mouches-volantes.com und kaufen Ihre eigene Kopie. Herzlichen Dank für Ihren respektvollen Umgang mit dem Werk des Autors.

 

Weitere Informationen zum Thema Mouches volantes:

Mouches-volantes.com

 

 

License Notes

 

This ebook is licensed for your personal enjoyment only. This ebook may not be re-sold or given away to other people. If you would like to share this book with another person, please purchase an additional copy for each person you share it with. If you’re reading this book and did not purchase it, or it was not purchased for your use only, then please return to Eye-Floaters.info and purchase your own copy. Thank you for respecting the author’s work.

 

Further information about the subject of eye floaters:

Eye-floaters.info

 

Inhaltsverzeichnis

 

Inhalt

 

Einführung

 

Mouches volantes im Buddhismus

 

1   Der Buddhismus – Geschichte, Lehre, Richtungen
2   Formen der Leuchtstruktur in der buddhistischen Kunst
3   Buddhistische Symbole als Teil von mythischen Visionen
4   Die Leuchtstruktur in der meditativen Praxis
5   Die Leuchtstruktur: Augentrübung oder leuchtendes Bewusstsein?
6   Das Sehen der Leuchtstruktur in der Grossen Perfektion (Dzogchen)
7   Fazit – die Leuchtstruktur im Buddhismus

 

Autor Floco Tausin

 

Impressum

Einführung

 

Mitte der 1990er Jahre begegnete ich im Schweizer Emmental einem zurückgezogen lebenden Mann namens Nestor, der einen einzigartigen und provozierenden Anspruch hat: Er sehe seit Jahren dieselbe Konstellation von riesigen leuchtenden Kugeln und Fäden, welche sich in seinem Blickfeld gebildet haben. Diese Kugeln und Fäden würden am Beginn einer durch unser Bewusstsein gebildeten feinstofflichen Struktur stehen, die wiederum unsere materielle Welt hervorbringe. Nestor, der sich als „Seher“ versteht, führt seine subjektive visuelle Wahrnehmung auf seine jahrelangen Bemühungen um Bewusstseinsentwicklung zurück, welche eine entsprechende Lebensweise sowie Praktiken für die temporäre wie permanente Steigerung der Bewusstseinsintensität umfassen. Durch diese körperlichen und konzentrativen Praktiken hätten sich jene Kugeln und Fäden, die zunächst klein, weit weg und sehr beweglich gewesen seien, nun vergrössert, seien näher gekommen, hätten zu leuchten angefangen, und er könne sie nun mit seinem Blick festhalten. Dort, im Zentrum des Sehens, gebe es eine letzte Kugel, die „Quelle“, in die wir Menschen beim Einschlafen und Sterben eingehen würden. Nestor ist davon überzeugt, dass wenn wir Menschen uns schon zu Lebzeiten so weit als möglich dieser letzten Kugel annähern, wir die Möglichkeit haben, mit vollem Bewusstsein in sie einzugehen – und damit den Tod zu überwinden.

 

 

Doppelmembranige Mouches-volantes-Kugeln aus der Sicht eines Sehers. Quelle: Floco Tausin.

 

 

Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht?

 

Meine Lehrzeit bei Nestor habe ich im Buch Mouches Volantes – Die Leuchtstruktur des Bewusstseins (2005/2010) ausführlich beschrieben. Als ich diese Punkte und Fäden selbst zu sehen begann, stellte ich Nachforschungen darüber an. Ich fand heraus, dass dieses subjektive visuelle Phänomen nicht nur bekannt, sondern weit verbreitet war. Das gesellschaftliche Verständnis dieser Erscheinung weicht allerdings erheblich von Nestors Aussagen ab. In unserer Kultur liegt die Deutungshoheit über diese Erscheinung seit Jahrhunderten bei der Augenheilkunde. Dort sind die Punkte und Fäden unter dem Begriff „Mouches volantes“ (frz. für „fliegende Mücken“) bekannt. Mouches volantes sind eine entoptische, d.h. vom menschlichen Sehsystem selbst verursachte Erscheinung. In diesem Fall sind es Trübungen im Glaskörper des Auges, welche die Sicht des Patienten beeinträchtigen. Man erklärt das Phänomen dadurch, dass der Glaskörper mit zunehmendem Alter schrumpft und sich verflüssigt (Syneresis). Teile des feinen Glaskörpergerüstes aus Hyaluronsäure und Kollagen-Fibrillen verklumpen und werfen Schatten auf die Netzhaut, die als vereinzelte bewegliche Punkte und Fäden sichtbar werden. Mouches volantes gelten als harmlos. Der allgemeine ärztliche Rat lautet, sie zu ignorieren. Zur Vorsorge kann auf eine mögliche Netzhautablösung untersucht werden, was insbesondere dann notwendig ist, wenn die Mouches volantes plötzlich von grossflächigen dunklen Wolken („Russregen“) und Blitzen begleitet werden.

 

 

Typische Mouches volantes im Blickfeld. Quelle: Floco Tausin.

 

Viele Menschen können Mouches volantes sehen, wenn sie sich achten. Für die meisten sind sie lediglich eine Kuriosität, die nicht weiter stört. Es gibt aber auch Menschen, die sich durch die Punkte und Fäden in ihrer Sicht derart beeinträchtigt fühlen, dass sie chirurgische Massnahmen erwägen. Bei der Vitrektomie beispielsweise werden Teile des Glaskörpers entfernt. In der Laser-Vitreolyse hingegen wird versucht, einzelne Fäden durch kurze Laserpulse aufzulösen. Solche Behandlungen sind allerdings riskant und werden von den meisten Ärzten zur Entfernung der harmlosen Mouches volantes nicht empfohlen.

 

Sind Mouches volantes nun eine Glaskörpertrübung, oder sind sie Bewusstseinslicht? Nestor hat die Mouches volantes als erste Erscheinung dessen identifiziert, was er „Leuchtstruktur“ oder auch „Leuchtkugeln“ und „Leuchtfäden“ nennt und als Bewusstseinslicht versteht. Wenn er damit Recht hat, würde dies eine völlig falsche Einschätzung der Mouches volantes durch die heutige Augenheilkunde bedeuten. Wie kann das sein? Tatsache ist, dass Augenärztinnen und Augenärzte die Mouches volantes in den Augen ihrer Patienten nicht immer erkennen können. Dies trifft nicht nur für den Blick ins Auge mittels Spaltlampe zu, sondern auch für aufwändigere Methoden wie die Ultraschalluntersuchung oder die Optische Kohärenztomographie (OCT). Warum können nicht alle Mouches volantes objektiv festgestellt werden? Von ärztlicher Seite hört man zuweilen, dass manche Trübungen zu klein oder zu nahe an der Netzhaut sind, um sie festzustellen. Demnach sind die verfügbaren Methoden und Geräte einfach noch nicht leistungsfähig genug. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass unter dem Begriff „Mouches volantes“ verschiedene Arten von subjektiven visuellen Erscheinungen zusammengefasst werden, und dass eine davon gar keine Glaskörpertrübung ist. Auch wenn tatsächliche Glaskörpertrübungen und die ersten Erscheinungen der Leuchtstruktur auf den ersten Blick ähnlich aussehen, gibt es bei genauerer Betrachtung klare Unterschiede: Erstere werden eher als Schatten, Schlieren oder Flecken beschrieben, als etwas Dunkles und Unscharfes also. Letztere hingegen sind vereinzelte transparente oder leuchtende Punkte und Fäden mit klaren Konturen. Die Punkte enthalten einen Kern, die Fäden sind mit Punkten ausgefüllt. Erstere können objektiv festgestellt und behandelt werden, Letztere nicht – weil es sich eben nicht um Glaskörpertrübungen handelt. Ich schlage vor, die Leuchtkugeln und Leuchtfäden eher als eine Erscheinung spezieller Zustände des Sehnervensystems zu begreifen, so wie beispielsweise die entoptischen Erscheinungen der Phosphene oder der sog. Formkonstanten. Damit erscheint Nestors Behauptung nicht mehr abwegig, dass die Entwicklung von kleinen beweglichen transparenten Punkten und Fäden, den Mouches volantes, hin zur grossen stabilen Leuchtkugeln und Leuchtfäden eine Frage des Bewusstseins und seiner Entwicklung sei.

 

 

Mouches volantes. Quelle: Floco Tausin.

 

 

Auf den Spuren der Leuchtstruktur

 

Seit Jahren versuche ich in Theorie und Praxis nachzuvollziehen, was mich Nestor über die Leuchtstruktur gelehrt hat. Mit meinen bisherigen Erfahrungen kann ich zwar nicht alle seine Behauptungen bestätigen. Aber was ich gesehen habe, kann ich nicht mehr mit der Vorstellung einer „Glaskörpertrübung“ oder der Verklumpung von Glaskörperstrukturen vereinbaren. Hingegen bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es sich bei diesen Leuchtpunkten und Leuchtfäden tatsächlich um ein Bewusstseinsphänomen handelt, dass in Leuchtkraft und Grösse intensiviert werden kann. Was das genau bedeutet und wo es hinführt – ob es in dieser Struktur beispielsweise wirklich ein Zentrum mit einem Ausgang gibt, wie Nestor sagt –, versuche ich herauszufinden.

 

Wenn man annimmt, dass die Leuchtstruktur eine Erscheinung des sich entwickelnden Bewusstseins sowie intensiverer Bewusstseinszustände ist, dann stellt sich gleich die nächste Frage: Wie kommt es, dass wir davon nichts wissen? Die Bemühung um grössere Klarheit des Bewusstseins und die Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen ist schliesslich eine zutiefst menschliche Angelegenheit, die sich bis in die Anfänge unserer Spezies zurückverfolgen und in allen Kulturen feststellen lässt. Wo und wann immer Menschen sich um grössere Bewusstseinsklarheit bemüht haben, hätten sie doch ab einem bestimmten Punkt die Leuchtstruktur und andere entoptische Erscheinungen sehen müssen. Und wenn sie die Leuchtstruktur als spirituell bedeutsam erkannt haben, müssten die Geschichten und Bilder, die sie weitergegeben haben, in irgendeiner Weise davon berichten. Die Leuchtkugeln und Leuchtfäden müssten also in vielen kulturellen Traditionen in der einen oder anderen Form zu finden sein.

 

Nestor war stets davon überzeugt, dass es sich so verhält. Und er fand auch immer wieder Beispiele wie bestimmte Motive aus der Kunst anderer oder früherer Kulturen, die den Leuchtkugeln oder Leuchtfäden glichen, und die er für eine Darstellung der Leuchtstruktur hielt. Gleichzeitig liess er nie einen Zweifel daran, dass die Anforderungen sehr hoch sind, eine Seherin oder ein Seher zu werden. Eine Seherin oder ein Seher ist Nestor zufolge ein Mensch, der sein psychophysisches System dahingehend entwickelt hat, dass es in der Lage ist, grosse Energiemengen zirkulieren zu lassen und als Ekstase abzugeben. Es ist ein Mensch, der als Resultat dieses grossen Energieumsatzes seine Leuchtstruktur als strukturiertes Bewusstseinslicht mit einem klaren und intuitiven Aufbau erkennt und entsprechend würdigen kann. Und es ist ein Mensch, dessen Sehen so weit fortgeschritten ist, dass er sein Zentrum und seine Quelle darin erkennt, auf die er zugeht. Offensichtlich sind nur wenige Menschen dazu in der Lage. Denn es braucht nicht nur eine starke körperliche und psychische Konstitution. Es braucht den Kontakt zu den richtigen Texten oder Menschen, die inspirieren oder anleiten. Es braucht die Bereitschaft, über Jahre hinweg bewusstseinsintensivierende Techniken und Mittel anzuwenden und ihnen im Leben Priorität einzuräumen. Und vermutlich braucht es bestimmte Begegnungen, Schicksalsschläge oder Lebenserfahrungen, damit der Wunsch und Wille zu dieser Bewusstseinsintensivierung – mit der Aussicht auf grössere Freiheit, Weisheit und Zufriedenheit – nicht nur aufkeimt, sondern auch anhält.

 

Eine grosse Verbreitung der Leuchtstruktur in den einzelnen kulturellen Traditionen kann also nicht erwartet werden. Und wo die Leuchtstruktur auftaucht, waren es zunächst zwar Seherinnen und Seher, die das Wissen um die Leuchtstruktur festgehalten, kommuniziert und interpretiert haben. Doch meistens waren es Nicht-Seher, die dieses Wissen ihrem intellektuellen Verständnis gemäss bearbeitet, verändert und weitergegeben haben. So ist es zu erklären, dass die überlieferte Leuchtstruktur selten in reiner seherischer Form und Bedeutung erscheint, sondern tief in die Kultur oder Spiritualität einer bestimmten Gruppe oder Gesellschaft eingebettet ist. Über die Zeit hinweg kann diese Entwicklung darin resultieren, dass sich die Darstellung, Bedeutung und Funktion der Leuchtstruktur in einem bestimmten Kulturgut so weit vom seherischen Ursprung entfernt hat, dass die leuchtenden Kugeln und Fäden kaum noch – oder gar nicht mehr – zu erkennen sind.

 

 

Forschen und Sehen

 

Ab einem bestimmten Zeitpunkt während meiner Lehrzeit bei Nestor habe ich damit begonnen, nach Spuren der Leuchtstruktur in verschiedenen Gesellschaften, Zeiten und Kulturen zu suchen. Zunächst war einfach der Geisteswissenschaftler in mir herausgefordert. Denn Nestors Ansicht, dass bekannte Kulturgüter und Religionen auf die Leuchtstruktur zurückgehen, konnte ich nicht unwidersprochen stehen lassen. Doch um qualifiziert auf eine solche ungeheure Behauptung antworten zu können, musste ich mich selbst in diese Kulturen und Religionen vertiefen. Allerdings war ich in meinem Forschen nie unvoreingenommen. Während es mir zunächst darum ging, Nestors Behauptungen zu widerlegen, änderte sich meine Gesinnung mit der Zeit und ich versuchte die Leuchtstruktur als Grundlage bestimmter kultureller und religiöser Erscheinungen zu postulieren. Doch meine Ergebnisse blieben spekulativ, die Frage liess sich fast nie eindeutig klären. An diesem Punkt eröffneten mir die Seher ein anderes Verständnis meines Forschens. Ich begriff, dass nicht die Resultate für mich – geschweige denn für die Seher – wichtig waren. Sondern das Forschen war eine für mich naheliegende konzentrative Auseinandersetzung mit der Leuchtstruktur, die letztlich mein Sehen unterstützte. Insofern sind meine Texte nicht als wissenschaftliche Arbeiten im strengen akademischen Sinn zu verstehen, obwohl die Vorgehensweise und Sprache durch meine geisteswissenschaftliche Ausbildung geprägt sind. Sondern sie sind Nebenprodukte einer spirituellen Aktivität, die mich der Leuchtstruktur auch über das Denken näher brachten. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die These von den entoptischen Erscheinungen als kulturtreibendem Faktor in der Wissenschaft stärker berücksichtigt werden sollte.

---ENDE DER LESEPROBE---