Mysterium Monogamie - Marc Ntouda - E-Book

Mysterium Monogamie E-Book

Marc Ntouda

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Beschreibung

Das Buch "Mysterium Monogamie" vermittelt biologische Fakten und Erkenntnisse, welche die Unnatürlichkeit der Monogamie aufzeigen. Wissenschaftlich fundiert wird die Monogamie des Menschen analysiert und überraschende Thesen werden aufgestellt. Die sozialen Auswirkungen der Monogamie auf die Gesellschaft der Gegenwart sind ebenso Bestandteil des Buches, wie auch die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Anspruch, diese Lebensform zu praktizieren. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir die Monogamie neu gestalten können, damit sie zu unseren Grundbedürfnissen passt.

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EPUB
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Seitenzahl: 151

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Ich widme dieses Buch meinem Sohn Noah. Papa liebt dich über alles und wird immer für dich da sein. Jedes Mal, wenn es dir schlecht geht, vergiss nicht, dass es drei Menschen gibt, auf die du dich immer verlassen kannst.

In Liebe, Dein Papa.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1: Der Affe sagt immer die Wahrheit.

Die Schimpansen

Mehr Sex für den Chef

Unser Cousin Bonobo

„Make Love not War“

Kapitel 2: Wie wir leben und gelebt haben

Dutse’e Bani towi „Der Befehl Fleisch zu holen“

Die Moso Gesellschaft: „Lass uns glücklich werden!“

Scheidungskinder im Heim: Helping Tessy e.V

Kapitel 3: Lieber Penis, liebe Vagina: Was die Anatomie uns verrät.

Es klappt nicht, weil deine Frau größer ist

Kampf der Spermatozoen

Eine Tasche für unsere Hoden

Wer ist beim Sex lauter?

Genitale Schwellungen

Der geschickte Muttermund

Kapitel 4: Wie wir zur Monogamie kamen

Die neolithische Revolution: Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht

Der Mythos des schwachen Geschlechts

Die Macht der Religion

Von Polygamie zu Monogamie

Die Dämonisierung der Homosexualität

Als Romeo Julia betrogen hat

Kapitel 5: Die Monogamie 2.0.

Eine noch größere Familie

Sex, Sex und noch mehr Sex

Der unvergessliche Sex

Genug sexuellen Abwechslungen und weniger Vertrautheit

Wo ist die Konkurrenz

Selbst ist die Frau, die die Familie führt

Fazit

Einleitung

Christian von Boetticher, ehemaliger Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein, musste im August 2011 zurücktreten, da er mit 39 Jahren eine Affäre mit einer Minderjährigen hatte. Nicht weniger Aufsehen erregte der konservative Christ Horst Seehofer (CSU), der seine Frau nicht nur mit einer Bundestagsmitarbeiterin betrogen hatte, sondern mit ihr auch ein außereheliches Kind zeugte. Partys und sexuelle Affären des 82 Jahre alten ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi brachten seine Frau dazu, die Scheidung einzureichen. Nach 25 Jahren Ehe trennte sich Maria Shriver von ihrem Mann Arnold Schwarzenegger, da der „Terminator“ und frühere Gouverneur von Kalifornien vor über zehn Jahren mit einer damaligen Hausangestellten ein Kind gezeugt hatte1. Das erfolgreichste Popstar-Paar der Welt Jay-Z und Beyoncé hat dies in ähnlicher Art ebenfalls erlebt. Der Rapper hat zugegeben, 2008 kurz nach der Hochzeit, seine Frau betrogen zu haben. Am 04.11.2013 bekam ich den Scheidungsantrag von der Frau meines Lebens, der Mutter meines einzigen Sohnes. Sie hatte sich entschieden, sich von mir zu trennen, da ich sie einige Jahre davor betrogen hatte.

Auch wenn es so zu sein scheint, sind Frauen nicht immer die Betrogenen. Das Ehepaar van der Vaart trennte sich im Juni 2013, nachdem Sylvie ihren Ehemann Rafael und Vater ihres Sohnes, mit dem Piloten Balasz V. betrogen hatte. Rafael kam kurz nach der Trennung mit Sylvies bester Freundin Sabia Boulahrouz zusammen und war mit ihr sogar verlobt. Sie trennten sich jedoch nach zwei Jahren Beziehung. Die damals 21-jährige Schülerin Liliana Čoudinova erlangte von heute auf morgen Berühmtheit durch ihre 2011 in Las Vegas geschlossene Ehe mit Lothar Matthäus, der zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt war. Nur ein Jahr später tauchten Bilder auf, auf denen Liliana auf einer Yacht mit einem anderen Mann knutschte. Das Ehepaar trennte sich danach. Die US-amerikanische Schauspielerin Meg Ryan, bekannt aus Harry und Sally, sorgte für Schlagzeilen, als sie nach zehn Jahren Ehe ihren Mann Dennis Quaid mit dem Gladiator-Darsteller Russell Crowe betrog. Die US-amerikanische Sängerin mit puerto-ricanischer Herkunft Jennifer Lopez war 2001 mit dem Tänzer Chris Judd verheiratet. Die beiden ließen sich scheiden, nachdem Chris durch die Presse von der Affäre seiner Latina mit Ben Affleck erfuhr. Der „Twilight“-Star Kristin Stewart wurde von vielen Mädchen und „Twilight Fans“ gehasst, weil sie ihren damaligen Partner und Schauspielkollegen Robert Pattinson mit dem Regisseur Rupert Sanders betrog. Sogar die beliebteste Prinzessin aller Zeiten, Lady Diana, hatte 1992 eine Affäre mit ihrem Reitlehrer James Hewitt, wie ein Artikel der Seite www.welt.de zeigte. Es gibt auch viele Gerüchte über ihre angeblich zahlreichen anderen Affären. Diese bleiben jedoch nur Gerüchte2.

Wenn man Bücher über diese durch Seitensprünge gescheiterten Ehen schreiben wollte, bräuchte man eine Bibliothek so groß wie die „British Library“ in London. Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2005 knapp 389.000 Eheschließungen, demgegenüber standen in Deutschland ca. 202.000 Scheidungen. Im gleichen Jahr hat der Psychologe Dr. Ragnar Beer von der Universität Göttingen eine Langzeitstudie zum Thema Schwerste Partnerschaftsprobleme durchgeführt und seine Ergebnisse zeigten, dass das häufigste und das schwerste Partnerschaftsproblem der Sex ist. Elf Jahre später, im Jahr 2016, war der Sex immer noch das schwerwiegendste Partnerschaftsproblem3.

Während durch sexuelle Frustration monogame Ehen in die Brüche gehen, ist die Pornografie beliebter denn je. Als 2018 Frankreich Fußball-Weltmeister wurde, wurde Deutschland Weltmeister im Porno-Gucken. Vor Spanien, England und den USA erzielt das Land von Goethe und Schopenhauer 12,4 Prozent am weltweiten Traffic von pornografischen Inhalten mit rund 68 Millionen täglichen Suchanfragen für Pornografie. Es gibt kein Gebiet, das ähnlich lukrativ ist, wie die Porno-Industrie. In der Tat erzielen Anbieter* einen Umsatz von ungefähr 12,6 Millionen Euro pro Tag4.

Die Autoren und Psychologen Christopher Ryan und seine Frau Cacilda Jethá verraten uns in ihrem Bestseller „Sex at Dawn“ auch ein paar Zahlen aus Amerika: „Die Verkaufszahlen von Viagra brechen Jahr für Jahr sämtliche Rekorde. Die weltweiten Einnahmen aus der Pornografie werden auf jährlich 57 bis 100 Milliarden Dollar geschätzt“5. In einem Artikel der New York Times vom 23. Oktober 2000 wurde berichtet, dass General Motors mehr Sexfilme verkauft hatte als der legendäre Larry Flynt, Gründer des US-amerikanischen Männer-Magazins „Hustler“.

Liebe Leserinnen und Leser, ich kann mir schon vorstellen, wie verwirrt Sie gerade sind. Sie denken bestimmt: „General Motors und Sexfilme?“.

Acht Millionen amerikanische Abonnenten von DirektTV gaben jährlich um die 200 Millionen Dollar für Pay-per-View-Sexfilme aus. DirektTV ist eine Tochtergesellschaft von General Motors. Fox News Network und das Wall Street Journal haben mit Pornografie mehr Geld verdient als der Playboy mit all seinen Magazinen. Und zu guter Letzt verkauft die US-Telefongesellschaft AT&T an viele große amerikanische Hotels Hardcore Pornos. Larry Flynt kommentiert dazu: „Ich bin nicht überrascht, dass sie alle in das Business eingestiegen sind. Ich sagte immer, dass abgesehen von dem Überlebenstrieb der Sextrieb der stärkste ist“6

Bei dem G-20 Gipfel 2017 in Hamburg haben drei Berliner Polizisten für Sex und Unordnung gesorgt. Alle drei wurden nach Hause geschickt, weil sie es aus Langweile in der Öffentlichkeit „getrieben“ haben7. Wir sind echte Hallodris und promiskuitiv. Mit „wir“ meine ich selbstverständlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen.

Liebe Leserinnen und Leser, es ist an der Zeit, Frauen nicht mehr als passive Figuren darzustellen. Es ist an der Zeit über diese Geschlechterklischees hinauszugehen und vielleicht wird uns dieser Schritt auf den Weg zur Lösung des Problems führen.

Die erste außereheliche Vermittlungsseite Glee-den.com ermöglicht es verheirateten Menschen, ihre Untreue einfacher und diskret zu praktizieren. Besonders an dieser Seite des Fremdgehens ist, dass sie vor zehn Jahren hauptsächlich von Frauen entworfen und entwickelt wurde. Die Anmeldung ist für Frauen kostenlos. Bevor die Seite online ging, gab es bereits 100.000 Voranmeldungen. Die Seite verspricht seinen Mitgliedern Sicherheit und Anonymität und die Anzahl der Mitglieder liegt heute bei ca. sechs Millionen. Die Kommunikationsmanagerin der Seite erzählte in einem Interview im französischen Fernsehen, wie das Team auf die Idee gekommen war.

Das Gleeden-Team stellte durch eine Studie fest, dass dreißig Prozent der Personen, die bei einem normalen Dating Portal wie Tinder angemeldet waren, in Wahrheit gar keine Singles sind. Einige Menschen mögen von der Seite und von der Idee angewidert sein und fragen sich, wie man die Untreue unterstützen kann. Ein Markt kann nur funktionieren, wenn er Produkte anbietet, die man braucht. Die Seite wächst seit zehn Jahren kontinuierlich. Die Anfrage nach außerehelichen Abenteuern ist also sehr groß.

Wenn wir unserer Spezies einen großen Gefallen tun wollen, wäre es langsam an der Zeit, mit der Heuchelei aufzuhören. Die Art und Weise, wie wir die Monogamie führen, ist eine Katastrophe, das funktioniert nicht. Statista, das deutsche Online-Portal für Statistik, gab dieses Jahr die durchschnittliche Anzahl von Eheschließungen an, die auf eine Scheidung kommt. Im Zeitraum der Jahre von 2011 bis 2019 kam ungefähr jede zweite Eheschließung auf eine Scheidung8. In der Hälfte aller Ehescheidungen sind minderjährige Kinder betroffen. Sie sind diejenigen, die am meisten leiden, obwohl sie völlig unschuldig sind. Aus normalen Kindern werden Scheidungskinder, unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht. Für diese Kinder zerbricht eine heile Welt und dies kann schwere psychische Folgen haben.

Es mag vielleicht hart klingen, doch mit diesem Buch werde ich Ihnen zeigen, dass die Kernfamilie, in der Mann und Frau verheiratet sind, Kinder haben und für immer monogam zusammenleben, nicht natürlich ist. Es handelt sich dabei vielmehr um eine gesellschaftliche Norm, die aber auf lange Sicht den menschlichen Bedürfnissen widerspricht. Das Wort Norm, das ursprünglich von dem lateinischen Wort Norma stammt, bedeutet „Vorschrift“. Wer oder was uns diese Vorschrift aufgezwungen hat, finden wir in diesem Buch heraus.

Wir sind Sozialprimaten und von allen Primaten, die in Gruppen leben, sind Menschen die einzige Art, die beharrlich in der Monogamie lebt. Laut dem Biologen Adam Siepel stammen Menschen, Bonobos und Schimpansen von einem gemeinsamen Vorfahren ab, der vor nur fünf Millionen Jahren lebte. Aus evolutionärer Sicht ist es, als wäre es gestern gewesen9. Der Zoologe und Verhaltensforscher Frans de Waal behauptet sogar, dass eine Unterteilung in Menschen und große Menschenaffen, wie viele Primatologen es machen, falsch sei10. Der Biologe aus den Niederlanden Patrick Van Veen zeigte mit seinem Buch „Hilfe, mein Chef ist ein Affe“, dass man durch Beobachtungen der Verhaltensweisen der Affen viel über Kollegen und Vorgesetzte lernen kann. Verstehen wir das Verhalten der Affen, dann können wir unser eigenes Verhalten verstehen, sagte einst van Veen.

Wie Ryan und Jethá es bestätigen: „Menschen stammen nicht von Affen ab, Menschen sind Affen“ (Ebd, S.16). Verstehen wir Affen, dann wird auch das menschliche Verhalten für uns kein Rätsel mehr sein. Ich werde Ihnen hier nicht nur zeigen, welche zentrale Rolle der Sex für uns Menschen allgemein hat, sondern auch, dass Frauen mehr Lust haben, die verlockenden Angebote auszukosten als Männer. Gewiss ist das Beobachten vom Sex bei Menschen schwieriger als bei Bonobos und Schimpansen, die in der freien Natur ihre Leidenschaft zum Sex offenlegen. Unsere Liebe zur Pornografie zeigt aber, dass Menschen den Bonobos und Schimpansen in nichts nachstehen. Ich werde hier Evidenzen bringen, die zeigen, dass wir von Natur aus wie unsere nächsten tierischen Verwandten Bonobos und Schimpansen sind: Wir spüren eine große Neigung zum Sex.

Ich werde zeigen, dass es naiv und engstirnig gedacht ist, es als selbstverständlich anzunehmen, dass dieser enorme sexuelle Appetit in einer monogamen Ehe gestillt werden kann.

Ziel dieses Buchs ist es, den Menschen klar zu machen, dass die Monogamie, wie wir sie heute führen, eine Entscheidung gegen unsere Bedürfnisse ist. Sie ist unnatürlich, kinderfeindlich und misogyn. Es gibt für uns also zwei Möglichkeiten: Entweder verzichten wir auf die Monogamie und adoptieren eine neue Eheform oder wir gestalten die Monogamie völlig neu. Letztere ist genau das, was ich hier vorschlagen möchte. Wir brauchen eine neue Form der Monogamie, eine Art Monogamie 2.0.

Folgende Fragen werde ich versuchen hier zu beantworten: Welches Ziel verfolgen wir, wenn wir Sex haben? Welche wissenschaftlichen Evidenzen bestätigen, dass wir von Natur aus promisk sind? Wie kamen wir zur Monogamie, die uns wie ein enges Korsett die Luft abschnürt? Wie soll die Monogamie 2.0 aussehen?

Vier Methoden werde ich hier beschreiben: Erstens werde ich Ihnen einen Einblick auf die Welt unserer nächsten Verwandten, den Schimpansen und Bonobos, geben. Nachdem die berühmteste Schimpansenforscherin der Welt, Jane Goodall, 25 Jahre lang das Verhalten der Menschenaffen untersuchte, wurde uns klar, wie ähnlich Menschen, Schimpansen und Bonobos sind.

Man konnte dadurch einige menschliche Verhaltensweisen erklären und verstehen. Zu sehen, wie Schimpansen oder Bonobos in der Wildnis direkt mit der Natur leben, könnte uns in der Tat verraten, inwiefern Menschen die natürlichen Gesetze brechen.

Vor der neolithischen Revolution, die ungefähr vor 10.000 Jahren stattgefunden hat und Landwirtschaft und Viehzucht mit sich brachte, waren unsere Vorfahren Jäger und Sammler. Es gibt keine Fossilien, die uns über das sexuelle Verhalten von Menschen, die vor Millionen von Jahren lebten, aufklären können. Zum Glück haben wir heutzutage einige Gesellschaften, die sich immer noch als Jäger und Sammler bezeichnen. Zweitens werden wir uns diese Gesellschaften anschauen, um eine Idee zu bekommen, wie unsere Vorfahren gelebt haben könnten.

Drittens werde ich mithilfe der Anatomie unseres Körpers zeigen, dass die Natur uns darauf vorbereitet hat, in der Promiskuität zu leben, das heißt, mit verschiedenen Partnern Sex zu haben. Sie werden hier herausfinden, dass unsere Körpergroße, die Größe unserer Genitalien, die Laute, die Frauen beim Sex produzieren, keine Zufälle sind und vor allem eine besondere Rolle im Verstehen unseres sexuellen Verhaltens spielen.

Viertens werden sie erfahren, wie die neolithische Revolution und die Religion uns das „One Way Ticket” in die „Hölle der Monogamie” verkaufen konnten, bevor ich Ihnen verschiedene mögliche Methode, eine monogame Beziehung erfolgreich zu führen präsentiere.

1) https://www.welt.de/politik/gallery13543905/Affaeren-und-Sex-Skandale-der-Politiker.htmlZugriffsdatum (28.04.2020)

2) https://www.welt.de/vermischtes/article162790856/Reitlehrer-offenbart-Details-der-Affaere-mit-Lady-Diana.html Erstellungsdatum: 13.03.2017 / Zugriffsdatum 28.04.2020

3) https://www.theratalk.de/langzeitstudie_haeufigste_und_schwerste_partnerschaftsproble-me_top_10_2005.html Zugriffsdatum 28.04.2020

* Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

4) Röttgerkamp, Anne 2015. Internet Pornografie - Zahlen, Statistiken, Fakten. Netziger.de. https:// www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken Erstellungsdatum 16.05.2018 Zugriffsdatum 28.04.2020

5) Ryan, Christopher und Jethá, Cacilda. Sex – Die wahre Geschichte. Stuttgart: Klett – Cotta 2016

6) Egan, T. 2000. EROTICA INC. -- A special report.; Technology Sent Wall Street into Market for Pornography. New York times. https://www.nytimes.com/2000/10/23/us/erotica-special-re-port-technology-sent-wall-street-into-market-for-pornography.html 28.04.2020.

7) https://www.waz-online.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Sex-Skandal-Ham-burg-schickt-Berliner-Polizisten-nach-Hause Erstellungsdatum 16.03.2018 / Zugriffsdatum 28.04.2020

8) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1322/umfrage/ehehschliessungen-und-scheidungen/

9) Siepel, A. 2009. Phylogenomics of primates and their ancestral populations. Genome Research 19: 1929-1941.

10) de Waal, F. 1998. Chimpanzee politics: Power of Sex among the Apes. Baltimore MD: Johns Hopkings University Press.

Kapitel 1:Der Affe sagt immer die Wahrheit.

In der Biologie werden Lebewesen in verschiedenen Arten eingeteilt. Wenn sich zwei Tiere paaren und fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen können, dann gehören sie derselben Art an. Pferde und Esel zum Beispiel gehören nicht derselben Art an, weil die Maultiere, die aus dieser Verbindung hervorgehen, unfruchtbar sind. Pferde und Esel haben aber einen gemeinsamen Vorfahren, das heißt sie gehören zur gleichen Gattung.

Löwen und Tiger gehören zu der Gattung Panthera. Lebewesen werden in der Biologie auf Latein wie folgt bezeichnet: „Gattung Art“. Ein Löwe ist zum Beispiel ein Panthera Leo, aus der Gattung Panthera und der Art Leo. Menschen werden Homo (Mensch) Sapiens (weise) genannt. Aus Gattungen werden Familien abgeleitet. Menschen gehören also der Familie der Menschenaffen an, auch „Homonidae“ (dt. Hominiden) genannt. Diese Familie besteht heutzutage aus vier lebenden Gattungen: Die Gorillas, die Pans (Schimpansen und Bonobos), die Orang-Utans und die Homos (Menschen). Gorillas, Pans und Orang-Utans sind uns genetisch gesehen sehr ähnlich. Sie haben 96 Prozent ihrer DNA mit den Menschen gemein. Erstaunlicher ist aber, dass das Erbgut von Schimpansen und Bonobos im Vergleich zu unserem nur einen Unterschied von gerade einmal 1,6% aufweist. Das heißt, Schimpansen und Bonobos sind genetisch gesehen den Menschen näher als den Gorillas, Orang-Utans und andere Affen11. Sie stehen uns näher als ein indischer Elefant einem afrikanischen Elefanten. Sie zu beobachten ist wie eine Reise durch die Zeit zu machen, in der unsere Vorfahren noch im Einklang mit der Natur gelebt haben.

Wissenschaftlern wie Franz de Waal zufolge hat sich die Abstammungslinie der Schimpansen und Bonobos erst vor etwa acht Millionen Jahren von der menschlichen Ahnenreihe getrennt. Zwischen Schimpansen und Bonobos kam die Trennung vor ungefähr 3 860 000 Jahren12 (De Waal 2006). Von der gemeinsamen Abstammungslinie trennte sich der Gorilla vor neun Millionen Jahren und der Orang-Utan vor 16 Millionen Jahren13 (Caswell et al 2008). Um diese genetische Verwandtschaft zu veranschaulichen, haben Ryan und Jethá einen Vergleich über geografische Distanzen gezogen. Das Ergebnis macht es äußerst deutlich:

„Homo Sapiens bevölkern die Metropole Berlin.

Schimpansen und Bonobos können einander mit der S-Bahn besuchen, sie leben kaum 50 Kilometer voneinander entfernt in Leipzig und Halle, für beide sind 150 Kilometer nach Berlin ein Klacks. Gorillas haben es von Göttingen aus schon deutlich weiter. Orang-Utans leben in Mannheim (…) “ (Ryan und Jethá 2016).

A) Der Baum der Evolution von Primaten, basierend auf DNA-Analysen, zeigt, dass sich die Menschen vor acht Millionen Jahren von Bonobos und Schimpansen trennten. Ihre DNA unterscheidet sich nur zu 1,6 Prozent von der der Menschen14.

Gorillas und Orang-Utans leben in Polygamie. Das heißt, das dominante Männchen paart sich mit vielen Weibchen. Allerdings haben einige genetische Untersuchungen gezeigt, dass subdominante Männchen ebenfalls Kinder zeugen.

Bonobos und Schimpansen sind promiskuitiv, das heißt jeder hat mit jedem Sex. Keiner in einer großen Gruppe lebende Primat ist monogam, nur der Mensch. Die Gründe, die uns dazu gebracht haben, diese Form der Ehe auszuwählen, werde ich später präsentieren.

1-Die Schimpansen

Schimpansen, auch Pan troglodytes genannt, gehören wie Bonobos zu unseren nächsten Verwandten. Ihre Gemeinschaft ist hierarchisch und gut organisiert. Sie besteht aus vielen Männchen, Weibchen und deren Nachwuchs. Die Männchen sind größer und muskulöser als die Weibchen und dominieren diese. Männchen wiegen zwischen 28 und 70 Kilogramm, während Weibchen nur 20 bis 50 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Männchen müssen für ihren sozialen Status schwer kämpfen. Schimpansen sind Allesfresser. Obwohl sie hauptsächlich Früchte und Pflanzen auf dem Speiseplan haben, essen sie mehr Fleisch als Gorillas, Bonobos und Orang-Utans. Sie essen unter anderem auch kleine Affen wie den roten Stummelaffen.

Das dominierende Männchen wird „Alpha-Männchen“ genannt, diesen Rang kann es allerdings jederzeit verlieren. Deswegen bildet es Allianzen mit anderen Männchen und Weibchen. Das bedeutet, ein Alpha-Tier bleibt nicht deshalb an der Spitze, weil es das Stärkste ist, sondern weil es das beste Netzwerk aufgebaut hat.