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Im klassischen Schreibstil tummele ich mich in Politik, Wirtschaft, Film, Musik, Sport herum. Märchenerzählungen liegen mir besonders am Herzen. Orthografisch vielleicht nicht immer richtig geschrieben, mit Hamburger Platt eingefärbt und von einer Chronologie weit entfernt, einfach mal kurz notiert und erzählt, mit leicht biografischen Zügen aus meiner Sicht, verschmelzen wahre und fiktive Kurzgeschichten in meinen Nach(t)gedanken zusammen, kommentiert mit Gedanken von damals bis heute nieder geschrieben........ Viel Spaß beim lesen. Erdi Gorch Fock
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Seitenzahl: 114
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Vorwort
Wer ist meine liebste Freundin?
Karneval für mich
Heimat, Sehnsucht und Fernweh
Gedanken an St. Pauli, Kinonacht, Fischmarkt und eine nebelige Fahrt auf der Elbe
Schach auf der Fähre
Erinnerungen an einen Hafen Geburtstag in Hamburg
Fußballfinale und ein Hamburger im Flugzeug auf dem Weg nach Kanada
Fußball WM 2014, lange Nächte, Vorfreude auf die nächste WM
Rüschsiedlung Hamburg Finkenwerder von 1973 – 1976
Ein Wiedersehen mit seiner ersten Liebe …….. Hamburg
Der Niederrheiner kann alles erklären
Putzfrauen und Prostituierte, soziale Ablehnung in Beruf und Gesellschaft …….warum?
Warum brauchen wir Feier- und Brauchtums-tage noch?
Karneval, der elfte im elften
Vorbereitungen auf Advent, Weihnachten, Sütterlin und Scheherazade ist nicht zu finden
Scheherazade, Dinharazade, Geschichten aus 1001 Nacht Wie heißt die kostbare Prinzessin?
Weihnachtskarten schreiben oder nicht? Zeit der Reflexion
Aus 1001 Nacht, der geizige Schindna baut einen Garten
Tutti Frutti, DISCO und Musikladen, eine Zeitreise in Sachen Musik und Fernsehen
Berufsanfang, Einblick in den Innendienst nur weibliche Umkleideschränke für mich
Die heutigen Windmühlen des Internets, ein aussichtsloser Kampf für Don Quichotte
Kein Auskommen mit dem Einkommen, Steuer zahlen nach dem Till Eulenspiegel Prinzip?
Gedanken zum Weltfrauentag 2015, was ist besser geworden?
Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt, Gartenolympiade am Niederrhein
Große Butterfahrt, Finkenwerder, Freihafen, Rødby und zurück
Können Sie mir sagen, wo die Haifischbar ist?
Kaum ist Valentinstag vorbei kommt Ostern um die Ecke
Durch Umstellung auf die Sommerzeit mehr Geld bekommen, Prinzip Domina
Schon seit meiner Kindheit wollte ich immer reisen, weit weit weg. Länder und Menschen kennen lernen. Vor einiger Zeit bin ich von Hamburg nach NRW gezogen. Nun in ruhigen Gewässern, mit mittlerweile 50+ Jahren, verheiratet und fern der alten Heimat, versuche ich in meiner Art von Feuilleton Erzählungen in Kurzgeschichten zu reflektieren, was mir hier als ein "Exil lebender Hamburger" alles so durch den Kopf geht.
Im klassischen Stil schreibe und tummele ich mich dabei in Politik, Wirtschaft, Film, Musik, Sport herum. Märchen liegen mir besonders am Herzen. Dabei achte ich nicht bei jeder Silbe, jedem Wort auf meine Orthographie, einige Kapitel sind mit Hamburger Platt eingefärbt. Mit einem „Wat mutt, dat mutt“, von einer Chronologie weit entfernt, kann mich jeder in meinen Geschichten besser kennen lernen. Mit leicht biografischen Zügen, teils wahr oder fiktiv, kurz notiert, mit Gedanken von damals bis heute kommentiert, einfach nieder geschrieben……..
Viel Spaß beim lesen
Erdi Gorch Fock
Vor gut 30 Jahren, (man bin ich schon so alt) wurde ich das schon mal von meinem Lehrbeamten gefragt, ich machte damals gerade meine Befähigungsprüfung zum Beamten, in meiner Klasse waren auffallend hübsche Mädchen und der Zufall wollte es, daß ich der einzige junge Mann in diesem Jahrgang war. Wo war ich …. ach ja….Ihr könnt Euch die Situation vorstellen, mitten im Sommer, warmes Wetter, schwerer Lernstoff, Paragraphen und Gesetzestexte, fast jeden Tag eine Prüfungsarbeit vor der Nase. Du mußt Dich konzentrieren und da kommt die Frage von Deinem Lehrer: “Thomas, welche von den schönen Frauen ist Deine liebste?”
Es wurde sofort still im Klassenraum, da nun alle Frauen brennend auf meine Antwort warteten. In mir wurde es heiß und kalt gleichzeitig, im Raume lag ein leicht süßlicher Duft, so eine Art liebliche Wolke die Deinen ganzen Körper umhüllt und Dich umschmeichelt und Dir die Sinne raubt. Ich wußte bei nicht richtiger Antwort, bist Du der einsamste junge Mann in dieser Klasse und hast es verscherzt mit all den Schönen in diesem Raum, was sollte ich sagen, ich wußte nicht was ich sagen sollte… fast wie jetzt….und dann kam meine Antwort, die auch noch heute bis gilt. ” Meine liebste Freundin ist die Blonde mit den grünen Augen”.
Na, wie Ihr wohl erraten könnt, war keine einzige Frau mit blonden und grünen Augen im Klassenraum anwesend. Zu meinem Glück und ohne weitere einzig artigen Fragen vom meinen Lehrbeamten, konnte ich mich in die Mittagspause retten.
Nun benutzte ich diese freie Zeit um mir Platten und Musikkassetten im nahe gelegenen elektronischen Kaufhaus in der Hamburger Mönckebergstraße anzuschauen. Ich wurde fündig und ging an die Kasse und mich traf fast der Schlag. An der Kasse stand die für mich zur Fleisch gewordene Alibifrau mit blonden Haaren und grünen Augen. Als ich mit dem bezahlen dran war, tauschte ich mit dieser Traumfrau ein paar Nettigkeiten aus. Leider war ich zeit mäßig in Eile, meine Pause war fast zu Ende, ich konnte mich nicht weiter mit “Ihr” unterhalten, geschweige denn eine Rufnummer austauschen. Ich kam pünktlich, leicht erregt wieder zum Unterricht. Unser Lehrer betrat die Klasse und fing mit den folgenden Worten den Unterricht an, diese Sätze habe ich heute noch im Ohr.”Na, Thomas wie war Deine Mittagspause?“ und meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und Ansatzlos “Ja, ich habe meine Traumfrau getroffen”
Damit habe ich natürlich den Unterricht zum erliegen gebracht und die nötige Konzentration konnte nicht mehr von den Mitschülern und mir aufgebaut werden. Am Nachmittag, nach Schulende bin ich noch mal los gegangen, in die Mönckebergstraße, in die elektronische Abteilung des Kaufhauses, aber “Sie” war nicht mehr da………..
Der Karneval, einer der Gründe warum ich nach NRW gezogen bin. Eine Werbung für den Karneval konnte ich, als Exil lebender Hamburger, mal in einem beleibten Reisemittel erleben. Vielleicht waren ein paar Norddeutsche bei dieser Fahrt dabei und erinnern sich mit mir.
Meine erlebte Reise fand vor einigen Jahren statt, am Altweiber, Richtung Köln. Beim Einstieg in Hamburg, früh morgens, nahm ich ruhig und zurück haltend in einem Großraumwagen meinen Platz ein. Im Laufe der Fahrt wurden die Fahrtkarten kontrolliert, pünktlich erreichten wir Bremen. Bei der Weiterfahrt des Zuges kam über Lautsprecher die Ansage, das ein Personalwechsel stattgefunden hat. Das Zugpersonal stellte sich folgend vor. „ Meine Damen und Herren, werte zugestiegene Jecken, der Zug ist nun bis Köln in rheinischer Hand, dass heißt, wir werden eine erneute Fahrkontrolle durchführen, bitte halten sie Ihre Fahrscheine bereit, die Zugbegleiter mit dem roten Frisbee auf dem Kopf und der Konfetti Lochmaschine werden nun durch die Wagen gehen.“ Der Lautsprecher blieb an und wir hören Karnevalslieder zur Unterhaltung.
In unserem norddeutschen Abteil, von A nach B fahrend, wurde nun klar, dass die fünfte Jahreszeit uns fest im Griff hatte. Zweifellos, war ich im richtigen Zug und über meine Lippen kam ein fröhliches 'Jönne könne, Kölle Alaaf'. Einige von den Passagieren blickten erwartungsfreudig dem Ein-und Ausgangsbereich entgegen. Nichts tat sich, bis wir etwas quietschend rollendes hörten. Es war der Getränkewagen, leicht zu erkennen am angebrachten Plakat mit „ Kaffee, Kölsch, Kamelle“. Ein gelungener Auftritt, der von einigen mit Helau begrüßt wurde.
Von da an wurden wir bei den neuen Bahnhofstationen immer mit „Niemals geht man so ganz“ an die nächsten Haltepunkt erinnert. Der nächste Halt wurde mit: „Bis Münster, Duisburg, Düsseldorf blieve wir beisamme“ angekündigt.
Der Schaffner drehte seine Runde, ich schmunzelte, da hier die gezeigten Fahrkarten auf 'Kölsch' kommentiert wurden. Ich wurde mit den Worten: „Kölle, da trinkste Du einen mit“ kontrolliert.
Langsam erreichten wir Düsseldörp- äh Düsseldorf – „die Stadt mit ungenießbarem alten Bier“ Der Zug war nun vollends in Jeckenhand, die hinzu gestiegenen Passagiere wurden bei 'Gefallen bebützt' und de 'Schätzeleins' mit „Hier ist noch ein Platz frei“ begrüßt.
Kurz vor Köln, wie konnte es anders sein, verabschiedete sich unser Zugpersonal Form vollendet mit: „Die Karawane zieht weiter, der Sultan hätt dooscht, wer Wieverfastelovend noch de Rathuus stürmen möchte, müsste nun aussteigen, da hier bei Köbes das Kölsch auf uns wartet und wir nun in de richtigen Stadt am Rhin seien.“
Nun war ich in meiner neuen Heimat angekommen, 'Schabau und Kölsch' lag in der Luft. Fröhlich bildete sich eine Traube von alten Weiber und gut gebauten Seemännern, die alle zum Rathaus wollten um an Bürgermeisters Slips und Schnürsenkel zu kommen. Ich denke immer wieder gerne an diese Geschichte zurück. Im Laufe der Jahre, nun da ich schon lange hier lebe, sind die Jecken und Narren in NRW Karnevals Hochburgen weniger geworden. Zur Karnevalszeit kommt bei mir immer wieder dieses Gefühl hoch, ich meine, sich mal fallen lassen und sich selber nicht zu ernst nehmen. Einmal abschalten, Zeit nehmen, mit Gleichgesinnten zu schunkeln und ein Schätzelein in Arm halten. Laßt Euch mal treiben, wenn de Zug kütt und es Kamelle regnet.
Wer als Norddeutscher was ähnliches erlebt hat, ist herzlich eingeladen, es mir zu schreiben. Ich wünsche Euch allen ein schönes Ahoi, Helau und Kölle Alaaf.
Als kleiner Junge bin ich auf einen Stadtteil mit Inselcharakter groß geworden. Köhlbrandbrücke und der neue Elbtunnel waren noch nicht gebaut. Fast jeden Tag und bei jedem Wetter spielte ich mit Freunden am Elbstrand. Es gab immer was zu entdecken zwischen Rüschkanal und der Werft.
Meistens wurden wir fündig. Taue, Seile, Fender wurden mit gesammelten Hölzern und Brettern zusammen geschnürt bis ein Floß fertig war. Manchmal schafften es unsere „Schiffe“ nur wenige Meter, bevor wir in der Elbe Schiffbruch erlitten.
Eines Tages entdeckte ich ein altes Buch, es war voll kommen durchtränkt, einige Seiten waren kaum noch zu entziffern, neugierig blätterte ich darin. Es war eine Erzählung von fernen Ländern, gespickt mit ein paar Bildern. Ein Bild von einer schönen Frau. Bevor ich weiter lesen konnte, mussten einige Seiten noch trocken werden. Ich legte das Buch auf einen Stein und baute mit meinen Freunden in der Zwischenzeit ein Floß. Diesmal sollte es halten, die Ebbe meinte es gut mit uns, alles was halbwegs geeignet und tauglich war, wurde zusammen gebunden. Diesmal wollten wir wollten auf die Elbe. Mutig und der „See“ trotzend, schafften wir es bis zur Mitte des Rüschkanals. Wir konnten auf der anderen Seite schon den Schiffsanleger sehen. Zu spät bemerkten wir die Fähre, die in unseren Seitenkanal einfuhr. Wir versuchten so schnell es ging wieder ans Ufer zu steuern.
Das Schicksal nahm seinen Lauf, unser Floß löste sich in all seine Bestandteile auf. Ein letzter sehnsüchtiger Blick auf „Teufelsbrück“ und schon waren wir wieder unter gegangen. Da es langsam dunkel wurde, lohnte es sich nicht ein neues Floß zu bauen und so Patsche nass, wie wir waren, eilten wir nach Hause.
Nachdem ich trockene Sachen an halte, war es Zeit für das Abendbrot. Unter schmunzelnden Blicken meiner Eltern erzählte ich, wie wir es fast geschafft hätten in die Welt hinaus zu fahren. Langsam wurde es Zeit ins Bett zu gehen. Ich träumte in dieser Nacht von einer langen Reise.
Von fernen Inseln und Menschen. Unruhig wälzte ich mich hin und her. Meine Gedanken drehten sich. Halten wir ein seetüchtiges Schiff, war genug Proviant an Bord? Welche Gefahren lauerten auf See?
Eine Schiffssirene heulte auf einmal und ich sah den Klabauter mit seiner Mannschaft auf mich zu kommen. Sein Geisterschiff war nahe und zum entern bereit, wie sollte ich entkommen…….
Ich wachte auf und stellte fest, dass es mein Wecker war, der da so schrillte und mich aus meinen Träumen riss. Nun musste ich mich fertig machen für die Schule. Was für ein seltsamer Traum, dachte ich die ganze Zeit. Auf meinem Schulweg erzählte ich meinen Freunden, was ich in der Nacht geträumt hatte. Plötzlich fiel mir das Buch wieder ein. Ich hatte es vollkommen vergessen.
Ich wollte es doch noch lesen und darin rum blättern. In mir brodelte es. Hoffentlich steig die Flut nicht so hoch und nimmt mir mein Buch weg, dachte ich.
Endlich war die Schule aus, halb rennend ging es nach Hause. In aller schnelle verputze ich mein Mittagessen. Ich wollte so schnell wie möglich mit meinen Freunden nach dem Buch sehen. War es noch da…….. es schauerte mich.
Wir kamen an unseren kleinen Elbe Strand. Die unteren Ufersteine waren geflutet, mein Buch war weg. Traurig auf das Wasser blickend, sah ich ein Blatt treibend auf der Elbe. Ich konnte es heraus fischen.
Es war eine Seite des gesuchten Buches, besser es war ein Foto, dessen Titel ich nie wieder vergessen werde.
Nun war meine Sehnsucht, mein Fernweh nach fremden Ländern geweckt. Heute bin ich in Nordrhein-Westfalen gestrandet. Wenn ich heute manchmal am Rhein stehe und über die Wellen blicke, lächele ich still vor mir hin und denke an meine Heimat, wo alles begann………..
Wer mit den Fähren in Hamburg pendelt, genießt die Fahrten auf der Elbe. An einem Samstag wollten meine Freunde und ich von unserer Insel in die Stadt fahren. Für uns war es schon lange mal wieder fällig sich zu vergnügen und etwas Spaß zu haben. Ein langer Abend quer durch St. Pauli wäre genau das richtige. Über unseren Jahrmarkt, dem Hamburger Dom zu schleichen, ein paar Runden Autoscooter fahren und was uns sonst noch so einfällt. Als Abschluß war ein Besuch auf dem Fischmarkt geplant. Wir fuhren mit einem der letzten Dampfer rüber zu den Landungsbrücken. Wir hatten die besten Plätze auf dem Oberdeck. Mit einem festen Blick, den Wind trotzend, tauchten wir ein in die Nacht.
Angekommen an den Landungsbrücken spazierten wir gemütlich Richtung U-Bahn. Nach einer Station waren wir am Millerntorplatz. Direkt am Anfang des Herzens von St. Pauli konnten wir uns dem Charme von Musik, Getöse und Lichtermeer des Dom’s nicht entziehen. Liebesäpfel, Schmalz gebackenes und schon waren wir mitten drin im Trubel und an der ersten Dart Wurfbude. Wer sich bei den Wurfbuden
