44,99 €
Nachhaltigkeit gehört auch im Eventmanagement bereits jetzt zu den wichtigsten Business-Treibern. Doch was macht eine nachhaltige Veranstaltung auch erfolgreich? Mit diesem Buch erhalten Sie einen praktischen Leitfaden, um größtmögliche Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg in Einklang zu bringen. Unabhängig davon, ob Sie selbst veranstalten oder mit Dienstleistern zusammenarbeiten. Es bietet Ihnen einen Handlungspfad, wie Sie von der ersten Idee über eine detaillierte Nachhaltigkeitsstrategie bis zu den Maßnahmen kommen, die für Ihr Unternehmen optimal wirksam sind. Viele davon sind überraschend einfach umzusetzen. Mit zahlreichen Beispielen aus Interviews mit 26 Akteuren aus der Branche, die die Chancen, aber auch die Grenzen der Nachhaltigkeit beleuchten. Inhalte: - Eventmanagement im Unternehmen - Einbindung in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens - Die SDGs im Eventmanagement - Auswahl der Location - Ticketing, Pricing, Sponsoring - Technik, Messebau, Dekoration und Effekte - Mobilität, Catering, Abfallmanagement - Zukunft und Digitalisierung Die digitale und kostenfreie Ergänzung zu Ihrem Buch auf myBook+: - Zugriff auf ergänzende Materialien und Inhalte - Persönliche Fachbibliothek mit Ihren Büchern Jetzt nutzen auf mybookplus.de.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 310
Veröffentlichungsjahr: 2023
Alle Inhalte dieses eBooks sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte respektieren Sie die Rechte der Autorinnen und Autoren, indem sie keine ungenehmigten Kopien in Umlauf bringen.
Dafür vielen Dank!
Arbeitshilfen, die über ein normales Buch hinaus eine digitale Dimension eröffnen. Je nach Thema Vorlagen, Informationsgrafiken, Tutorials, Videos oder speziell entwickelte Rechner – all das bietet Ihnen die Plattform myBook+.
Lesen Sie Ihr Buch online im Browser – geräteunabhängig und ohne Download!
Gehen Sie auf https://mybookplus.de, registrieren Sie sich und geben Ihren Buchcode ein, um auf die Online-Materialien Ihres Buchs zu gelangen
Ihren individuellen Buchcode finden Sie am Buchende
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Print:
ISBN 978-3-648-17155-4
Bestell-Nr. 10959-0001
ePub:
ISBN 978-3-648-17156-1
Bestell-Nr. 10959-0100
ePDF:
ISBN 978-3-648-17157-8
Bestell-Nr. 10959-0150
Nils Cordell/Heiner Weigand
Nachhaltigkeit im Eventmanagement
1. Auflage, September 2023
© 2023 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg
www.haufe.de
Bildnachweis (Cover): © iStock, gremlin
Produktmanagement: Kerstin Erlich
Lektorat: Gabriele Vogt
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
Sofern diese Publikation ein ergänzendes Online-Angebot beinhaltet, stehen die Inhalte für 12 Monate nach Einstellen bzw. Abverkauf des Buches, mindestens aber für zwei Jahre nach Erscheinen des Buches, online zur Verfügung. Ein Anspruch auf Nutzung darüber hinaus besteht nicht.
Sollte dieses Buch bzw. das Online-Angebot Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte und die Verfügbarkeit keine Haftung. Wir machen uns diese Inhalte nicht zu eigen und verweisen lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.
Abb. 1: Triple Bottom LineTriple Bottom Line
Abb. 2: Reduce, Reuse, Recycle
Abb. 3: Prozess der Strategieentwicklung
Abb. 4: Sustainable Development Goals der UN Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 5: Strategieentwicklung in fünf Schritten
Abb. 6: Prozess der Wesentlichkeitsanalyse anhand der Wertschöpfungskette im Eventmanagement und der Ergebnisse des Stakeholder-Dialogs
Abb. 7: Stakeholder Matrix – Unterschiedliche Beurteilung der Nachhaltigkeitsziele durch Stakeholder
Abb. 8: Der Einsatz von Ressourcen und Aktivitäten erzielt Outcome, Output und Impact
Abb. 9: Festlegen des Ambitionsgrads
Abb. 10: Exemplarische Wesentlichkeitsmatrix – Priorisierung der SDGs entlang der Wertschöpfungskette
Abb. 11: SDG 1 Keine Armut Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 12: SDG 2 Kein Hunger Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 13: SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 14: SDG 4 Hochwertige Bildung Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 15: SDG 5 Geschlechtergleichheit Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 16: SDG 6 Sauberes Wasser Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 17: SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 18: SDG 8 Menschenwürdige Arbeit, Wirtschaftswachstum Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 19: SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 20: SDG 10 Weniger Ungleichheiten Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 21: SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 22: SDG 12 Nachhaltiger Konsum und Produktion Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 23: SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 24: SDG 14 Leben unter Wasser Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 25: SDG 15 Leben an Land Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 26: SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 27: SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Quelle: Vereinte Nationen https://sdgs.un.org/goals
Abb. 28: Coupon-Heft Ladies Only Festival Quelle: Catalina Muñoz / Gutmann Media
Abb. 29: Dreimal das selbe Linkziel in unterschiedlichen grafischen Varianten – probieren Sie es aus! (Buchcode: OVM-46811)
Abb. 30: Motiv einer Drohnenshow mit 80 Drohnen, computergesteuert und synchron fliegend. Die ganze Faszination zeigt sich erst im Bewegtbild – hier einige Beispiele: https://www.flyingstars.art/impressionen. Quelle: FlyingStars GmbH
Abb. 31: Aufsteller an einer »leer gegessenen« Ausgabestation als positive Kommunikation zum Thema Food Waste Quelle: Hermann Vetter
Abb. 32: Das »Museum of No Spectators«, entworfen von John Marx und Absinthia Vermut, beim Burning Man Festival 2022. Links im Hintergrund ist die berühmte (und namensgebende) Statue aus Holz zu erkennen, die als Höhepunkt des Festivals entzündet wird. Quelle: Hannu Rytky
Abb. 33: Entwicklung der Veranstaltungen von 2019 bis 2022. Auszug aus: Meeting & EventBarometer, im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus e. V. (DZT), des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren e. V. (EVVC) und des GCB German Convention Bureau e. V., durchgeführt vom Europäischen Institut für TagungsWirtschaft (EITW). Quelle: ebd.
Tab. 1: Nachhaltigkeitsvergleich Reisemittel
Tab. 2: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung - Auswahl der Location
Tab. 3: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Printprodukte
Tab. 4: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Extras
Tab. 5: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung - Ticketing
Tab. 6: Checkliste: Empfehlungen zur Umsetzung - Booking
Tab. 7: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Personal
Tab. 8: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Technik
Tab. 9: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Gästemanagement
Tab. 10: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Mobilität
Tab. 11: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung – Catering
Tab. 12: Checkliste Empfehlungen zur Umsetzung - Abfallmanagement
Tab. 13: Bildquellen der Portraitfotos
Nils Cordell
Geschäftsführer
Cordell GmbH, Tanzloft GmbH
Nils Cordell besitzt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Eventmanagement, schon zu Studienzeiten organisierte er verschiedene Veranstaltungen. Nach dem Examen an der Universität Freiburg (Geographie und Politikwissenschaften) begann er, Marketingberatung online und im Print anzubieten. Darüber hinaus war er bis Ende 2012 als E-Learning-Entwickler erfolgreich. Er ist Projektleiter des Euro Dance Festival, Europas größtem Tanzworkshop-Festival, sowie der Co-Initiator und Festivalleiter des Ladies Only Festival im Europa-Park. Seit 2022 agiert er auch als Geschäftsführer der Tanzloft GmbH und begleitet deren bundesweite Expansion.
https://www.linkedin.com/in/nilscordell/
Heiner Weigand
Geschäftsführer
karmacom GmbH
Heiner Weigand ist diplomierter Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing und Kommunikation. Er lernte das Werbehandwerk bei der renommierten Agentur BBDO in Düsseldorf. Nach Stationen im Direktmarketing (artegic AG) und den Medien (Hubert Burda Media) ist er seit 2010 Inhaber der karmacom GmbH, Beratung für Nachhaltigkeitsmanagement und Marketing. Der Fokus seiner Tätigkeit liegt in der Entwicklung von Strategien, um aus ökologischer und sozialer Verantwortung wirtschaftlichen Erfolg zu generieren. Zu seinen Kunden zählen große und mittelständische Unternehmen ebenso wie NPOs. Neben seiner Agenturtätigkeit ist Heiner Weigand, Autor, Speaker und Trainer sowie mehrfach ausgezeichnet mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg.
https://www.linkedin.com/in/heinerweigand/
Dieses Buch wäre nicht möglich ohne …
Unsere Interviewpartner:
Christina Fritsch: für Ideengebung, kritische Begleitung und das Öffnen von Türen – und für ihre Bereitschaft, uns als erste Interviewpartnerin und damit quasi als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stehen. Clemens Arnold für seine Impulse zur Nachhaltigkeit in Branchen, die für sich genommen noch als wenig nachhaltig gelten. Bernd Baucks für persönliche Einblicke in fast vier Jahrzehnte Kirchentag und spannende Ideen, Teilnehmer mitzunehmen auf diesem Weg. Christof Burgbacher, der für uns greifbar gemacht hat, wie Nachhaltigkeitsstrategien auch für hohe Gästezahlen skaliert werden und Veränderungen im besten Kundensinne erfolgen können. Tommie Edwards für den Blick über den Tellerrand auf den Status quo der Eventbranche in Afrika und Großbritannien. Carmen Escher, die die Herausforderungen aufzeigt, denen qua Definition nachhaltige Unternehmen im Bereich Event-Mobilität gegenüberstehen. David Friedrich-Schmidt für eine ganz neue Art, ein Zoom-Interview zu führen und für den Mut, radikal Neues in der Kongressplanung zu versuchen. Florian Gebauer für das offene Gespräch über postpandemische Realitäten und wie sich diese auswirken auf die Bemühungen, Festivals nachhaltiger zu gestalten. Ulrich Gehmann für einen komplett anderen Blickwinkel auf unser Thema – aus den Augen des Stadtplaners und Architekten, der ganz neue Räume ins Spiel bringt. Valerie Ingrid Grimm, die auf dem Weg ist, Locations mit Hilfe intelligenter Prognosemodelle transparenter in den Wettbewerb zu bringen. Stephanie Kircher, die aus Produzentensicht auf das Thema Lieferketten und Rohstoffe eingeht und das Thema alternativer Materialien kritisch hinterfragt. Lisa-Marie Kraus, die durch eine Kombination aus moderner Verkehrsplanung und Rückbesinnung auf Traditionen Besucherströme lenkt. Stefan Lohmann für einen ehrlichen Austausch und viele Infos zum Stand der Veranstaltungstechnik sowie für seine umfassende Netzwerkarbeit zur Weiterentwicklung der gesamten Branche. Antoinette Majewski für den Aufruf, bei der sozialen Säule der Nachhaltigkeit die Inklusion immer zuerst zu denken. John Marx für eine fantastische Reise in die Geschichte des »Burning Man« und den künstlerisch-politischen Blick auf das Thema des Buchs. Barbara Niemeier, die uns gedanklich mitgenommen hat bei der Expansion einer der wichtigsten Messen der letzten dreißig Jahre zum Thema nachhaltige Energiewirtschaft, von Pforzheim über Freiburg und München auf vier Kontinente. Uta Rusch, mit ihrer klaren Analyse, dass digitale und damit nachhaltige Events der Standard werden und sich Offline-Events völlig neu erfinden müssen. Janine Scharf, die vermutlich den exotischsten Arbeitsplatz in der Runde hat und uns von den ganz besonderen Gegebenheiten erzählt, die die Eventplanung im aufgelassenen Tagebau so mit sich bringt. Matthias Schultze, der die Verbindung zwischen Eventplanung und Forschung hergestellt und uns mit aktuellen Zahlen der Branche versorgt hat. Vladimir Semenčić danken wir für Blicke hinter die Kulissen der Entstehung und Expansion eines der weltweit größten Salsa-, Bachata- und Kizomba-Festivals. Florian Städtler für die Pionierarbeit beim Entwickeln von Online-Erlebnissen und für viele Jahre Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten. Robert Stolt für sein Engagement, eine der Leitmessen der Eventbranche noch nachhaltiger zu machen und für seine Empfehlung, die Veranstaltungslandschaft der Niederlande in den Blick zu nehmen. Hanna Teepe für das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie trotz engen Budgets im Kulturbereich Nachhaltigkeit gelebt werden kann. Rob van Wegen, der uns am Beispiel eines niederländischen Musikfestivals darstellen konnte, wie nah man schon an vollständig nachhaltigen Veranstaltungen ist – und wo die noch verbliebenen Hürden sind. Hermann Vetter, der uns im wahrsten Wortsinne Appetit gemacht hat auf das Eventcatering der Zukunft. Lars Vollmer, der mit uns einen Bogen geschlagen hat von der sozialen Nachhaltigkeit zur Welt der Arbeit, und dessen positiver Ausblick uns beflügelt hat.
Unsere Unterstützer:
Reiner Fuest, Leitung Wissens- und Prozessmanagement der Universität Freiburg, für seinen Support bei der Recherche in der dortigen Bibliothek. Katja Graf, für den Blick in die Mediatheken der ARD. Kerstin Erlich für das Produktmanagement auf Verlagsseite und Gabriele Vogt für ihre Unterstützung im Lektorat.
Und last but not least unsere Familien, allen voran Simone Cordell und Christiane Di Filippo, die auf Wochenendausflüge und viel gemeinsame Zeit verzichten mussten.
26 Menschen – 26 Perspektiven. Über den Zeitraum eines halben Jahres haben wir mit Akteuren1 des Eventsektors in Online-Interviews das Thema Nachhaltigkeit aus vielen Blickwinkeln beleuchtet unter dem Aspekt: Wie gestaltet sich Nachhaltigkeit im Eventmanagement in der praktischen Arbeit von unterschiedlichen Berufsgruppen? Unterhalten haben wir uns mit Architekten, Kunstschaffenden, Eventmanagern, Location-Betreibern, Caterern, Bookern, Kongressplanern, Fabrikanten, Tourismusmanagern, Nachhaltigkeitsbeauftragten, Start-Up-Gründern, Coaches und Nachhaltigkeitsberatern über deren Erfahrungen und deren Ausblick auf die Zukunft im Rahmen der Digitalisierung. Mehr Information zu den Arbeitsfeldern unserer Interviewpartner lesen Sie in den Kurzbiographien, die (in alphabetischer Reihenfolge) über das Buch verteilt sind.
Dieses Buch ist in erster Linie geschrieben für Menschen, die im Unternehmen für die Planung und Organisation von Veranstaltungen verantwortlich zeichnen. Und die auf der Suche nach Ideen für erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit sind, sowohl was eigene Veranstaltungen angeht, die in Eigenregie geplant und durchgeführt werden, als auch für die externen Auftritte der eigenen Firma auf Messen, Kongressen und anderen Events. Ebenso interessant ist das Buch aber auch für Verantwortliche im Marketing und im Bereich Sustainability/CSR, und nicht zuletzt für Eventprofis in Agenturen, Locations oder als Dienstleister.
Wir wollen Ihnen einen praktischen und praktikablen Leitfaden an die Hand geben, mit dem Sie für Ihr Unternehmen und für Ihre Veranstaltungen einen möglichst großen Impact zu den Fragen der Nachhaltigkeit herausholen. Sowohl in ökologischer und sozialer als auch ganz besonders in ökonomischer Hinsicht: Denn auch ein grünes Unternehmen sollte wirtschaftlich erfolgreich sein.
Um den Einstieg in das kompakte Thema zu erleichtern, ist das Buch im Kern in zwei Hauptteile und in einen Ausblick in die Zukunft gegliedert: In Teil 1 finden Sie einen detaillierten Handlungspfad, wie Sie von der ersten Idee zur Etablierung von Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen über eine detaillierte Nachhaltigkeitsstrategie zu den bestmöglichen Maßnahmen kommen, die für Ihr Unternehmen optimal wirksam sind. Im zweiten Teil des Buchs nehmen wir Sie mit zu etlichen Beispielen von Nachhaltigkeit im Eventmanagement – New und Best Practice –, die Chancen, aber auch Grenzen der Nachhaltigkeit aufzeigen. Aus der großen Fülle von Möglichkeiten, die sich im Netz und auch in weiteren Publikationen finden, haben wir diejenigen näher beschrieben, mit denen sich kurz- und mittelfristig schon viel nachhaltiger als bisher wirtschaften lässt. Manches kostet nichts, vieles ist überraschend einfach umzusetzen, und auch wenn einige der Ideen für die Zukunft heute noch Utopie sind, sind sie in ein paar Jahren vielleicht schon nicht mehr wegzudenken aus dem Eventmanagement – lassen Sie sich überraschen!
Viel ist in Bewegung auf dem Feld der Nachhaltigkeit, auch in unserem Themenkomplex – es kommen neue Technologien auf den Markt, die Digitalisierung geht in Riesenschritten voran und auch gesetzliche Regelungen werden immer wieder erneuert, angepasst und erweitert. Im dritten Teil geben wir einige Ausblicke und sprechen über die Veränderungen, die die Pandemie für die Eventformate bedeutet – und wo die Reise hingehen kann.
Wir haben uns entschieden, einen zusätzlichen Online-Teil anzubieten. Hier finden Sie intuitiv nutzbare Materialien, darunter ausführliche Checklisten oder auch Kurzanleitungen für die ersten Schritte sowie Key Facts aus unseren Interviews, zusammengestellt aus über 40 Stunden Aufzeichnungen.
Wir wünschen Ihnen eine angeregte und unterhaltsame Lektüre!
Nils Cordell und Heiner Weigand
Freiburg, Sommer 2023
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der Regel auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
»Was können wir zum Thema Nachhaltigkeit tun?« – Diese Frage ist inzwischen in jedem Unternehmen, in jeder Organisation und auch bei jedem und jeder Einzelnen angekommen. Zentrale Herausforderung für alle Beteiligten in Gesellschaft und Wirtschaft ist allem voran die Begegnung der Klimakrise. Der Weltklimarat IPCCWeltklimarat IPCC konstatiert klar in seinem regelmäßigen Report, dass auf dem gegenwärtigen Pfad eine Erderwärmung von mehr als 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit sehr wahrscheinlich ist.2 Sollte dies eintreten, ist bereits in den kommenden Dekaden die Lebensgrundlage für viele Menschen – nicht nur im globalen Süden – bedroht. Und auch die wirtschaftlichen Grundlagen werden spürbar eingeschränkt, der Welthandel weiter reduziert, Energie und Ressourcen dramatisch verteuert und der ökonomische Druck auf die Gesellschaften und die Unternehmen wird steigen.
Da Sie dieses Buch in der Hand haben, wird ganz offensichtlich die Frage nach mehr Nachhaltigkeit auch in Ihrem Unternehmen gestellt. Das ist gut. Denn mit der Entscheidung, das Unternehmen nachhaltig auszurichten, tragen Sie nicht nur Ihren Teil für die Zukunft des Planeten bei, sondern sichern auch die Zukunft Ihres Unternehmens. Denn, und das ist die zentrale Botschaft dieses Buchs:
Nachhaltigkeit ist Zukunftssicherung.
»Man kann nur ausgeben, was man hat.« – Dieser Aussage kann man wohl kaum widersprechen.3 Und sie hat in allen Lebensbereichen ihre Relevanz. Von der schwäbischen Hausfrau, die hier natürlich nur als Klischee herhalten soll, bis zum internationalen Großkonzern: Das austarierte Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben beschreibt die ökonomische Grundtugend schlechthin. Denn wenn man mehr ausgibt, als man hat – wenn man also Schulden macht –, geht das eine Zeitlang sicher gut. Doch über kurz oder lang ist ein Punkt erreicht, an dem das Missverhältnis von Einnahmen zu Ausgaben eskaliert. Das nennt man landläufig Pleite.
Vor einer solchen Pleite steht die Weltgemeinschaft und mit ihr die Staaten, Kommunen, Bürger, aber auch die Unternehmen. Denn hier sitzen alle gemeinsam in einem Boot oder, um es treffender zu beschreiben, auf einem kleinen blauen Planeten. Dessen Ressourcen sind naturgegeben endlich. Und genau diese Ressourcen gehen zur Neige. Warum? Spätestens seit den 1970er Jahren leben die Menschen und mit ihnen die Unternehmen von der Substanz. Sie verbrauchen deutlich mehr, als sie zurückgeben bzw. als durch natürliche Prozesse wiederhergestellt wird. Und damit sind nicht nur die Bodenschätze wie Öl und Gas gemeint, sondern auch die natürlichen Ressourcen wie intakte Ökosysteme oder eben die Zusammensetzung der Erdatmosphäre.
Welche Konsequenzen dieser Raubbau an den Ressourcen unseres Planeten mit sich bringt, wird zunehmend spürbar. Und das nicht nur in den entlegenen Gegenden des tropischen Regenwalds in Südamerika, Afrika oder Asien oder auf den Atollen im Pazifischen und Indischen Ozean, die langsam untergehen. Etliche Dürrejahre, in denen es nur einen Bruchteil der Sollmenge geregnet hat, setzen dem Wald und der Landwirtschaft auch hierzulande deutlich zu. In den Mittelgebirgen sind die braunen Flecken aus abgestorbenen Fichten nicht mehr zu übersehen und Agrarbetriebe investieren jährlich mehr in den Schutz und die Bewässerung ihrer Pflanzen.
Das alles kostet schon jetzt riesige Summen. Allein die Umweltschäden durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen bei der Strom- und Wärmeerzeugung sowie dem Straßenverkehr betragen deutlich über 200 Milliarden Euro jährlich.4 Und nicht nur die schwäbische Hausfrau fragt sich: »Wer bezahlt das eigentlich alles …?«
Diese Frage wird Politik, Wirtschaft und die Öffentlichkeit in den nächsten Jahren am meisten beschäftigen. Denn diese vor allem durch die Klimakrise verursachten Kosten werden gegenwärtig überwiegend durch die Allgemeinheit bezahlt. Über ein komplexes Konstrukt aus Subventionen, Steuererleichterungen und -befreiungen und Abgaben oder durch staatliche Dienstleistungen im Sinne einer pauschalen Gemeinkostenumlage werden diese derzeit gleichmäßig verteilt.
Doch genau an dem Punkt der gleichmäßigen Verteilung entsteht der Streit. Denn klar ist, dass sich dieser Status quo in Zukunft nicht mehr aufrechterhalten lässt. Zum einen nehmen die Umweltschäden und damit die Kosten für die Gesellschaft in einem solchen Tempo zu, dass sie schon in naher Zukunft nicht mehr beherrschbar oder gar umzukehren sind. Zum anderen entwickelt und verstärkt sich ein gesellschaftlicher und politischer Diskurs darüber, wer denn zukünftig für die Schäden zu welchem Anteil aufkommen solle. Das Zerren um die Energiekosten ist derzeit wohl das plakativste Beispiel.
Daher ist eines bereits jetzt klar: Die kommenden Jahre werden davon geprägt sein, dass bislang externalisierte und vergemeinschaftete Kosten re-internalisiert werden. Und das mit zwei Zielsetzungen:
Preisliche Sanktionierung von klima- und umweltschädlichem Verhalten und Förderung von schonenden Alternativen
Verbrauchs- bzw. verursacherorientierte Umlage der Kosten
Der CO2-PreisCO2-Preis und das LieferkettengesetzLieferkettengesetz56 machen dabei den Anfang, Kunststoffe und Verpackungen werden in Kürze folgen. Sukzessive werden so alle Sektoren, Branchen und Wertschöpfungsketten unter die Lupe genommen und nach den beiden genannten Aspekten kostenseitig umverteilt. Je nach politischer Großwetterlage wird das schneller oder etwas langsamer gehen. An der Notwendigkeit, die Wirtschaftsstruktur vollständig umzugestalten, wird das nichts ändern. Denn mit der Natur lässt sich bekanntlich nicht verhandeln. Das ist uns in der Coronapandemie noch einmal deutlich vor Augen geführt worden.
Mit diesem kleinen Ausflug in die makroökonomischen Zusammenhänge zwischen der Klimakrise und der Weltwirtschaft wollen wir Ihnen verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit keine rein ökologische und soziale Aufgabe ist. Der direkte Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Planeten mit der Prosperität Ihres Unternehmens – und zwar schon kurz- und mittelfristig – soll als Motivation verstanden werden, jetzt die notwendigen Maßnahmen in Richtung eines zukunftsfähigen Business Models zu ergreifen. Denn klar ist, mit fortschreitender Zeit wird sich der Wettbewerb um knappe Ressourcen, Energie, talentierte Mitarbeiter und neue Märkte deutlich verstärken. Gut, wenn Sie dann bereits die Nase vorn haben.
Take-away für Ihr Eventmanagement
Richten Sie sich auch weiterhin auf stark steigende Kosten für Energie und Ressourcen ein. Berücksichtigen Sie diese bereits jetzt bei der Kalkulation von Events.
Interviewpartner: Clemens Arnold
Geschäftsführender Gesellschafter
2bdifferent GmbH & Co. KG
Clemens Arnold ist Experte für Nachhaltigkeit in der Event-, Messe-, Kongress- und Sportbranche. Mit der Ausbildung zum Corporate Responsibility Manager an der Universität Bayreuth, als Interner Auditor für die ISO 20121 für Nachhaltiges Eventmanagement und als Trainer des Deutschen Nachhaltigkeitskodex setzt er nachhaltige Konzepte bei Unternehmen der MICE- und Livekommunikationsbranche ein, um deren Geschäftsbetriebe nachhaltig zu entwickeln. Ein weiteres Kompetenzfeld umfasst die Analyse, Bewertung und Optimierung von Messen, Kongressen, Tagungen, Roadshows, Corporate- & Sport-Events sowie Digitalformaten nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien. Als Dozent an der TU Chemnitz, der IST-Hochschule Düsseldorf und der Deutschen Hotelakademie Köln vermittelt er den Studierenden »Sustainable Eventmanagement und CSR«.
https://www.linkedin.com/in/clemens-arnold-6b738919a/
Triple Bottom LineLeider ist der Begriff »Nachhaltigkeit« in seiner Bedeutung etwas unkonkret, widersprüchlich und auch ein bisschen angestaubt. Das mag an seinem Ursprung aus der Forstwirtschaft des 17. Jahrhunderts liegen, wo eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes nach einer Periode der radikalen Abholzung darin bestand, nur so viel Holz zu schlagen, wie es wieder nachwächst. Klingt eigentlich ganz logisch und eingedenk der begrenzten Ressourcen unseres Planeten scheint Nachhaltigkeit eine gute Strategie zu sein.
Viel besser würde aber statt Nachhaltigkeit eigentlich der Begriff »Zukunftssicherheit« oder »Zukunftsfähigkeit« passen. Denn darum geht es im Kern: Alle Ziele und Maßnahmen sollten sich danach ausrichten, eine lebenswerte Zukunft für die Menschen, die Natur, aber eben auch für das Unternehmen selbst zu ermöglichen. Da sich Nachhaltigkeit aber als feststehender Begriff etabliert hat, wollen wir es auch hier dabei belassen.
Die ökologische und soziale Verantwortung Aller, vom Staat und seinen Institutionen über Unternehmen bis hin zu jeder Einzelperson, sind die Eckpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung. Doch mit Blick auf die Unternehmen – aber nicht nur – ist die ökonomische Perspektive mindestens ebenso bedeutend. Denn, wenig überraschend, Unternehmen wollen Geld verdienen, indem sie auf den Märkten Produkte und Dienstleistungen für ihre Kundschaft vertreiben, um damit selbst erfolgreich zu werden, und Mitarbeitern eine Existenz zu ermöglichen und den Shareholdern eine Rendite zu erwirtschaften. So weit, so normal.
Interessant ist jedoch, dass beim Begriff Nachhaltigkeit immer auch engagierter Idealismus erwartet wird. Ohne eine gewisse altruistische Grundmotivation könne das mit der Nachhaltigkeit im Unternehmen nicht gelingen, so die landläufige Meinung. Man könne die Nachhaltigkeit ohne dieses Mindset nicht konsequent verfolgen und tappe zu leicht in die Greenwashing-FalleGreen-Washing-Falle7. Richtige Nachhaltigkeit gäbe es nicht ohne eine richtige »grüne« Haltung«, diese sei die Grundvoraussetzung für jegliche erfolgreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Unternehmen.
Wir hingegen stellen hier provokant die Frage: Warum eigentlich? Warum benötigen Unternehmer und Manager ein grünes Mindset, um ihr Unternehmen oder ihre Projekte nachhaltig zu gestalten? Sind wir, und hier verweisen wir auf das vorherige Kapitel, nicht längst über die Anschauung hinweg, nach der Nachhaltigkeit lediglich ein Kostenfaktor, nicht jedoch ein Businesstreiber ist? Wir meinen ja.
Abb. 1: Triple Bottom Line
Triple Bottom Line
Nachhaltigkeit ist bereits jetzt der Businesstreiber Nummer Eins.
Unternehmen, die ihre Investitionen in die Innovation von grünen Produkten und Dienstleistungen stecken, die ihre Wertschöpfungsketten nachhaltig ausrichten und die sich im Marketing klug aufstellen, sind erfolgreicher als ihr Wettbewerb.
Der Unterschied, den diese Unternehmen machen, ist nicht etwa, ein besonders grünes oder soziales Mindset zu haben oder einen besonders nachhaltig engagierten Unternehmer. Erfolgreiche Unternehmen integrieren die ökologischen und sozialen Aspekte in eine ökonomische Gesamtstrategie. Die nachhaltige Strategie verknüpft diese zu einem Dreiklang, der als Triple Bottom LineTriple Bottom Line bezeichnet wird. Die Kunst ist es, Umweltziele und die Ziele für das Gemeinwesen mit denen der unternehmerischen Leistung so auszutarieren, dass daraus Potenzial für die zukünftige Entwicklung entsteht.
In diesem Buch stellen wir Ihnen Unternehmen, Organisationen und Einzelakteure vor, die Lösungen zur Umsetzung der Triple Bottom LineTriple Bottom Line für Events aller Ausrichtungen eingesetzt haben. Wir zeigen aber auch auf, wo sich (noch) Grenzen befinden, denn der Dreiklang der Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens nicht den ökologischen und sozialen Zielen unterworfen werden darf. Ein grünes Unternehmen, das aufgrund von falschen Prämissen Konkurs anmelden muss, ist in zweierlei Hinsicht ein Verlust. Zum einen sind die Existenzen von Unternehmern und damit auch von Mitarbeitern in Gefahr. Zum anderen verschwindet ein grünes Unternehmen mitsamt seinen – für die nachhaltige Weiterentwicklung mitunter sehr wertvollen – Produkten und Dienstleistungen vom Markt.
Take-away für Ihr Eventmanagement
Ein grünes Mindset allein ist keine Grundvoraussetzung für Erfolg. Es braucht den Willen, mit sozialen und ökologischen Lösungen ökonomischen Erfolg zu generieren.
Tauchen wir etwas tiefer ein in die Frage, was die Erfolgsfaktoren der Nachhaltigkeit sind. Was macht ein nachhaltiges Unternehmen und in der Folge die nachhaltige Veranstaltung erfolgreich? Im Kern sind dies Faktoren, die jedes Unternehmen, ob es sich nachhaltig aufstellt oder nicht, gleichermaßen betreffen. Denn, wir erinnern uns an die Triple Bottom LineTriple Bottom Line: Wirtschaftlicher Erfolg ist essenziell, ökologische und soziale Aspekte sind die Treiber.
Ebenso fundamental ist natürlich die Maxime, dass eine Unternehmensstrategie durchgängig bis in die einzelnen Teilbereiche des Unternehmens, sei es nun der Einkauf, der Personalbereich oder eben das Eventmanagement, verankert sein muss. Das gilt im besonderen Maße für die Nachhaltigkeitsziele8, die mit der Strategie verfolgt werden sollen. Es liegt auf der Hand, dass es kontraproduktiv ist, wenn auf Unternehmensebene beispielsweise der Fokus der Maßnahmen auf dem fairen Umgang mit den Lieferanten entlang der Lieferkette oder der Reduktion von CO2-Emissionen liegt und der Eventbereich munter Textilien aus problematischen Quellen bezieht oder im großen Stil gasbetriebene Wärmepilze aufstellt.
Nachhaltigkeit ist eine Unternehmensstrategie, die nur erfolgreich ist, wenn sie in allen Bereichen des Unternehmens gelebt wird, auch und besonders im Eventmanagement.
Nachfolgend finden Sie einige Unternehmensbereiche, in denen Nachhaltigkeit einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt:
Risikomanagement, Compliance
Die Risiken, denen ein Unternehmen gegenübersteht, sind bekanntlich vielfältig. Allen voran sind es die Schwierigkeiten, die durch die Haftung entstehen können. Bei der Durchführung von Veranstaltungen können diese sehr stark ins Gewicht fallen. Denn auch ohne Vorsatz kann ein Veranstalter schnell in rechtliche und in der Folge in wirtschaftliche Probleme geraten, wenn sein Event eine Gefahr für die Gesundheit der Gäste oder eben die Umwelt darstellt.
Auch wenn Ihr Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern eher klein ist, sollten Sie sich einen Überblick über die Risiken verschaffen, die potenziell drohen. Insbesondere Risiken aus der Haftung und Verstößen gegen sozial-ethische und ökologische Regulierungen sollten Sie dabei besonders im Fokus haben. Bedenken Sie, dass es eine zunehmende staatliche Regulierung in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit gibt.
Das LieferkettengesetzLieferkettengesetz beispielsweise gilt in der aktuellen Fassung (Stand: 2023) für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern und wird sukzessive auf weitere Unternehmen ausgerollt. Eine der verpflichtenden Maßnahmen ist die Einführung eines Risikomanagementsystems und die regelmäßige Analyse der Risikofaktoren.
Innovationsmanagement
Innovation ist die wesentliche Triebfeder erfolgreicher Unternehmen. Die Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren muss dabei zwar nicht zwangsläufig mit dem Klimaschutz oder der Energieeffizienz verbunden sein. Mit Blick auf die objektiven Herausforderungen bei der Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks unserer Volkswirtschaften als auch des deutlich wachsenden kritischen Bewusstseins weiter Teile der Kundschaft ist es aber eine Frage der Logik, dass sich grüne Produktinnovationen am Markt besonders gut durchsetzen. Grüne InnovationenGrüne Innovationen sind, wie bereits angemerkt, der Businesstreiber.
Wettbewerbsvorteile durch innovative Produkte entstehen dabei nicht allein auf den Absatzmärkten. Allem voran steht natürlich ein innovativer Umgang mit Energie, sei es über die Reduktion des Verbrauchs durch smarte Technologien oder durch erneuerbare Energien. Viele Möglichkeiten, neue innovative Lösungen zu finden, bietet auch das weite Feld des Umgangs mit Material und Rohstoffen. Die Kaskade »Reduce, Reuse, Recycle«9 weist hier den Weg. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Anschaffung neuer Materialien. Sollte das nicht möglich sein, verwenden Sie das Material wieder, denken Sie zum Beispiel an Messestände, die als modulare Systeme aus recycelten Materialien immer wieder neu und immer wieder anders eingesetzt werden können.10 Wenn auch das nicht möglich ist, achten Sie darauf, dass das Material recycelt werden kann. Neben der offensichtlichen Vorteile für die Umwelt sparen Sie dabei auch viel Geld.
Abb. 2: Reduce, Reuse, Recycle
Loyalität von Kunden und Gästen
Erfolgreich ist Nachhaltigkeit vor allem dann, wenn das von Kunden, Mitarbeitern und Bewerbern wahrgenommene Erscheinungsbild des Unternehmens mit den konkreten Umsetzungen und Handlungen, sei es bei der Mitarbeiterführung oder dem Ausbleiben von Umweltskandalen, übereinstimmt. Wenn Aussagen mit Handlungen deckungsgleich sind, entwickelt sich zwischen den Marktteilnehmern ein sehr starkes Vertrauensverhältnis. Und das gilt ganz besonders im Eventbereich, wo das Markenbild direkt mit den Kunden und Gästen in Interaktion tritt.
Erst wenn dieses Markenerlebnis durchgängig und eine Vertrauensbasis aufgebaut ist, besteht die Grundlage für eine nachhaltige Kundenloyalität. Wie wertvoll diese ist, wissen Sie sicher aus eigener Erfahrung. Denn einen (Neu-)Kunden zu gewinnen, ist wesentlich aufwendiger und damit teurer, als einen treuen Kunden zu behalten. Nachhaltigkeit, wenn sie konsequent umgesetzt wird, bietet eben diese Grundlage und schafft loyale Kundenbeziehungen.
Mitarbeiterloyalität
Marketing findet nicht nur auf den Absatzmärkten, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt statt. Seit der Coronapandemie ist die Personalsituation noch einmal angespannter. Für die Gastronomie bedeutet der Personalmangel bereits einen der Hauptgründe für Insolvenzen und im Eventbereich, das wissen Sie aus eigener Erfahrung, sieht es nicht besser aus. Kurz, ebenso wie auf dem Absatzmarkt spielt Nachhaltigkeit auf dem Personalmarkt eine wichtige Rolle – u. U. ist diese sogar bedeutender.
Die Loyalität von Mitarbeitern ist ebenso wie die von Kunden von besonderem Wert und es lohnt sich, in diese Beziehung zu investieren. Denn was bei Bewerbern und Mitarbeitern neben einer guten Bezahlung und Karriere- bzw. Weiterbildungsperspektiven besonders zählt, ist der gute Ruf eines Unternehmens. Das gilt insbesondere für junge Menschen der sog. Generation Y und, noch mehr, der Generation Z11. Nachhaltigkeit ist hier eine der wesentlichen Faktoren, die eine gute Arbeitgebermarke auszeichnen. Die Reputation und damit die Arbeitgebermarke wird maßgeblich von Faktoren beeinflusst, die ihren Ursprung in einem authentischen Erleben von Marke und Unternehmen hat.
2 IPCC, AR6 Synthesis Report: Climate Change 2023, https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-cycle/ (abgerufen: 01.02.2023).
3 Siehe auch Weigand, Heiner, Ökonomische Grundtugend: »Man kann nur ausgeben, was man hat«, karmacom Blog, https://www.karmacom.de/2021/10/04/oekonomische-grundtugend/ (abgerufen: 05.07.2023).
4 Umweltbundesamt, https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/gesellschaftliche-kosten-von-umweltbelastungen#undefined (abgerufen am 05.02.2023).
5 Streng genommen heißt es Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
6 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), https://www.bmz.de/de/themen/lieferkettengesetz (abgerufen am 05.02.2023).
7 Die Greenwashing-Falle erläutern wir in Kapitel 1.4.7.
8 Auf die Nachhaltigkeitsziele in Unternehmen und im Eventmanagement gehen wir im folgenden Kapitel sehr detailliert ein.
9 Dt. »Reduziere, verwende es erneut, recycle«.
10 In Kapitel 2.7.2 gehen wir detailliert auf den nachhaltigen Messebau ein.
11 Die Generation Y bezeichnet Personen, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden, die Generation Z sind Menschen der Jahrgänge 2000 bis 2012.
Ein erfolgreiches Green Marketing hat also in erster Linie etwas damit zu tun, dass es in das Kerngeschäft des Unternehmens integriert ist. »Wasch mir den Pelz (grün), aber mach mich nicht nass«, wird immer an der Oberfläche bleiben und niemals das Potenzial einer nachhaltigen Unternehmensstrategie ersetzen können. Mehr noch, bereits jetzt ist Nachhaltigkeit einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren, beispielsweise bei öffentlichen Ausschreibungen. Immer häufiger wird deren Kriterienkatalog die Kategorie »Nachhaltigkeit« hinzugefügt und steht in Bezug auf das Scoring der Anbieter oftmals schon über dem Angebotspreis.
Wie genau ein nachhaltiges Eventmanagement im Unternehmen etabliert und erfolgreich ausgerollt wird, hängt ganz besonders davon ab, welche Rolle das Eventmanagement im Unternehmen spielt. Hier grenzen wir zwei Bereiche voneinander ab: Event als Teil des Marketing des Unternehmens versus Event als (Kern-)Leistungsbaustein des Unternehmens. Oder konkreter: Trägt der Eventbereich wesentlich zum Umsatz Ihres Unternehmens bei oder ist er eher ein Kostenfaktor?
Auf den ersten Blick mag das keinen Unterschied machen. Schließlich sind die Reduktion von CO2-Emissionen oder das Recycling doch unabhängig von der Frage, ob sie in einem Cost- oder in einem Profitcenter entstehen. Ja, das stimmt. Allerdings sind die Zielsetzungen in den beiden Kategorien durchaus sehr unterschiedlich und führen im Strategieprozess zu anderen Ergebnissen. Uns ist bewusst, dass diese Trennung sehr grob ist und potenziell viele Unternehmen ausschließt, die sich irgendwo dazwischen oder außerhalb befinden. Dennoch ist die Einteilung in die beiden Kategorien hilfreich, da sie die grundsätzliche Zielsetzung der Nachhaltigkeit im Unternehmen deutlich und nachvollziehbar macht.
In Kapitel 1.4 werden wir auf die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und die Ableitung konkreter Maßnahmen näher eingehen. Dort werden wir uns stärker auf die Unternehmen konzentrieren, deren Kerngeschäft außerhalb des Eventmanagements liegt und bei denen die Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den Unternehmensbereichen adaptiert werden. Wobei das dort beschriebene Vorgehen gleichzeitig aber auch Relevanz für die Betriebe hat, deren Kerngeschäft es ist, Veranstaltungen zu entwickeln, zu begleiten oder zu betreiben.
Ihr Unternehmen bietet Produkte oder Dienstleistungen im B2B oder B2CB2C12 oder in irgendeiner Mischform an und organisiert in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Unternehmenskommunikation neben diversen Maßnahmen auch Veranstaltungen. Das können Auftritte auf Messen ebenso sein wie interne oder externe Vertriebsveranstaltungen, Events zu Produktlaunches oder auch das große Firmenjubiläum. Für alle Leistungen im Eventbereich, die Sie selbst nicht leisten können, treten Sie am Markt als Kunde für Dienstleister oder Lieferanten auf. Das sind üblicherweise Bereiche wie das Catering, die Veranstaltungstechnik oder der Messebau.
