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Simone glaubt lange, dass Nähe nur dann echt ist, wenn sie weh tut. In Bad Staffelstein gerät sie in eine Beziehung, die ihr Sicherheit verspricht, aber Kontrolle meint. Erst als sie alles verliert – Arbeit, Orientierung, Vertrauen in sich selbst – beginnt sie zu begreifen, wie tief toxische Bindungen wirken können. Der Neuanfang in Flensburg ist kein Befreiungsschlag, sondern ein langsames Ringen. Mit alten Mustern. Mit Erinnerungen, die sich melden, wenn es still wird. Und mit der Angst, dass gesunde Nähe nicht trägt. Als Simone Jonas begegnet, lernt sie eine andere Form von Beziehung kennen: achtsam, respektvoll, aber nicht ohne Risiko. Denn echte Nähe fordert Verantwortung – und konfrontiert mit den eigenen Abgründen. "Nachtfalter" ist eine intensive Dark-Romance-Geschichte über emotionale Abhängigkeit, innere Zerrissenheit und den schmerzhaften Weg zu Selbstbestimmung. Ohne Gewaltverherrlichung, ohne einfache Erlösung – aber mit ehrlicher Tiefe, psychologischer Spannung und einem offenen Ende, das nachwirkt. Achtung: Der Autor verwendet zum Erstellen seiner Texte meistens künstliche Intelligenz (und muss das angeben, was er hiermit macht)!
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Seitenzahl: 229
Veröffentlichungsjahr: 2026
Nachtfalter
Untertitel
Eine Dark-Romance-Geschichte über Nähe, Kontrolle und den Mut, sich selbst nicht zu verlieren – zwischen Bad Staffelstein und Flensburg
Trigger Warnung
Dieses Buch enthält Inhalte, die für manche Menschen belastend sein können.
Die Geschichte thematisiert unter anderem emotionale Abhängigkeit, toxische Beziehungen, psychische Manipulation, religiösen Extremismus, Kontrollverhalten, Angst, innere Zerrissenheit sowie eine obsessive Form von Liebe.
Diese Trigger Warnung steht bewusst am Anfang des Buches.
Sie soll verhindern, dass ein junges Mädchen, ein junger Junge oder eine psychisch belastete Person dieses Buch liest und dadurch seelisch Schaden nimmt.
Diese Geschichte verherrlicht keine Gewalt.
Der Fokus liegt auf Gefühlen, inneren Konflikten und emotionalen Folgen, nicht auf Schock oder Brutalität.
Wenn Sie sich bei diesen Themen unsicher fühlen, lesen Sie dieses Buch bitte nicht weiter.
Vorwort
Manchmal beginnt alles an Orten, die uns harmlos erscheinen.
Ein Arbeitsplatz.
Ein Lächeln über einer Edelstahltheke.
Der Geruch von Fett, Reinigungsmitteln und warmer Luft.
Bad Staffelstein ist eine ruhige Stadt.
Zu ruhig, sagen manche.
Zwischen Kurpark, Obermain-Therme und den schmalen Straßen der Altstadt scheint das Leben geordnet, fast unspektakulär.
Doch Dunkelheit braucht keinen Lärm.
Sie wächst leise.
Sie nistet sich in Gedanken ein, in Blicken, in Sätzen, die zu oft wiederholt werden.
Diese Geschichte erzählt nicht von Monstern im klassischen Sinn.
Sie erzählt von Menschen.
Von Simone, die dazugehören will.
Und von Andreas, der glaubt, von Gott auserwählt zu sein, um zu besitzen, was er liebt.
„Nachtfalter“ ist eine Geschichte über Nähe, die wärmt – und über Nähe, die erdrückt.
Über den Wunsch, gesehen zu werden.
Und über die Gefahr, sich selbst dabei zu verlieren.
Haftungsausschluss
Diese Geschichte ist ein fiktionales Werk.
Alle handelnden Personen sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
Alle Figuren, die in dieser Geschichte in romantische oder erotische Kontexte eingebunden sind, sind volljährig.
Die Handlung setzt sich kritisch mit toxischen Beziehungen, religiöser Manipulation und Machtstrukturen auseinander.
Diese Themen werden nicht verherrlicht, sondern bewusst reflektiert und emotional eingeordnet.
Dieses Buch wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Die Inhalte dienen der literarischen Auseinandersetzung mit dunklen Beziehungsmustern und psychologischen Dynamiken.
Es ersetzt keine Beratung, keine Therapie und keine religiöse oder psychologische Anleitung.
Imprint:
V. i. S. d. P.: Marcus Petersen-Clausen, Ginsterweg 7, 30900 Mellendorf/Wedemark (DE) - Tel.: 491796162178
Dieses Dokument ist lizenziert unter dem Urheberrecht!
(c) 2025 Marcus Petersen-Clausen
(c) 2025 Köche-Nord.de
Achtung: Der Autor verwendet zum Erstellen seiner Texte meistens künstliche Intelligenz (und muss das angeben, was er hiermit macht)!
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 2: Stimmen zwischen Backstein und Gebet
Kapitel 3: Nähe, die wärmt
Kapitel 4: Regeln ohne Namen
Kapitel 5: Der sanfte Verlust
Kapitel 6: Zweifel im Flüsterton
Kapitel 7: Das erste Verbot
Kapitel 8: Schweigen als Entscheidung
Kapitel 9: Nähe unter Vorbehalt
Kapitel 10: Schuld als Bindung
Kapitel 11: Loyalitätstest
Kapitel 12: Der Riss
Kapitel 13: Festhalten
Kapitel 14: Isolieren
Kapitel 15: Entzug
Kapitel 16: Kälte als Köder
Kapitel 17: Das System
Kapitel 18: Die Prüfung
Kapitel 19: Der Bruch
Kapitel 20: Nachbeben
Kapitel 21: Kündigung
Kapitel 22: Leere
Kapitel 23: Packen
Kapitel 24: Aufbruch
Kapitel 25: Ankommen
Kapitel 26: Rückfall
Kapitel 27: Grenzen
Kapitel 28: Erster Tag
Kapitel 29: Scheitern
Kapitel 30: Stabilität
Kapitel 31: Spieltag
Kapitel 32: Nähe
Kapitel 33: Übertritt
Kapitel 34: Nachhall
Kapitel 35: Verantwortung
Kapitel 36: Der Test
Kapitel 37: Entscheidung
Kapitel 38: Offen
Epilog
Bad Staffelstein – Tipps zum Entdecken
Flensburg – Tipps für Stadt und Meer
Praktische Tipps
Kapitel 1
Fettgeruch und fremde Blicke
Der Geruch von altem Fett hing wie eine zweite Haut in der Küche. Er kroch in die Haare, setzte sich in die Kleidung, blieb selbst dann, wenn Simone abends unter der Dusche stand und das heiße Wasser über ihren Rücken laufen ließ. Hier, im hinteren Bereich des Fastfood-Restaurants nahe der Bahnhofstraße von Bad Staffelstein, war er allgegenwärtig. Metallische Oberflächen spiegelten grelles Licht, das keine Schatten zuließ, und doch hatte Simone das Gefühl, dass sich zwischen Fritteusen und Edelstahl etwas Unsichtbares bewegte.
Sie stand am Vorbereitungstisch, die Schultern leicht nach vorn gezogen, die Hände routiniert beschäftigt. Bewegungen, die sie auswendig kannte. Schneiden, ablegen, weiterreichen. Ihr Körper funktionierte, auch wenn ihr Kopf manchmal woanders war. Sie mochte diese Gleichförmigkeit. Sie gab ihr Halt. Zumindest dachte sie das.
„Simone.“
Die Stimme kam von rechts. Ruhig. Zu ruhig.
Sie hob den Kopf nicht sofort. Sie wusste, wer es war.
Andreas.
Er arbeitete heute an der Ausgabe, aber er fand immer Gründe, in die Küche zu kommen. Immer einen Blick, eine Frage, eine Kleinigkeit. Simone spürte ihn, bevor sie ihn ansah. Nicht körperlich, eher wie einen Druck, der sich langsam aufbaute. Sie zwang sich, locker zu wirken, drehte den Kopf und sah ihn an.
Er lächelte. Nicht breit. Eher so, als wüsste er etwas, das sie nicht wusste.
„Ja?“ Ihre Stimme klang neutral, fast gleichgültig. Sie war gut darin geworden.
Andreas trat näher. Er war größer als sie, nicht massiv, aber präsent. Dunkle Haare, die er zu ordentlich trug für diesen Job. Seine Augen blieben einen Moment zu lange auf ihrem Gesicht hängen. Nicht aufdringlich, eher prüfend. Als würde er sie lesen.
„Du hast wieder vergessen zu trinken“, sagte er leise.
Simone blinzelte. „Was?“
Er deutete auf die kleine Wasserflasche, die unberührt am Rand des Tisches stand. „Du arbeitest zu viel. Das ist nicht gut.“
Ein seltsamer Satz. In diesem Tonfall.
Sie spürte, wie sich ihre Finger leicht verkrampften.
„Danke“, sagte sie knapp. „Ich komm klar.“
Er nickte langsam, als hätte er genau diese Antwort erwartet. „Du sagst das immer.“
Etwas in ihr zog sich zusammen. Sie wusste nicht warum. Vielleicht war es die Art, wie er das Wort immer betonte. Vielleicht auch sein Blick, der nicht wich.
Andreas trat einen Schritt zurück, doch seine Präsenz blieb. „Bad Staffelstein wirkt ruhig“, sagte er plötzlich. „Aber manche Orte haben eine andere Energie.“
Simone runzelte die Stirn. „Wovon redest du?“
Er zuckte mit den Schultern. „Vom Kurpark. Von der Basilika Vierzehnheiligen. Manche Menschen spüren dort Dinge.“
Sie lachte kurz, unsicher. „Du bist komisch.“
Sein Lächeln wurde schmaler. „Das sagen viele.“
Der Piepton der Fritteuse schnitt durch den Moment. Simone wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Ihr Herz schlug schneller, ohne dass sie wusste warum. Sie redete sich ein, dass es die Hitze war. Oder der Stress.
Doch als sie später, in der Pause, draußen stand und auf den grauen Himmel blickte, war Andreas wieder da. Er lehnte am Geländer, die Hände locker verschränkt, der Blick auf sie gerichtet. Kein Handy. Keine Ablenkung. Nur sie.
„Du bist besonders“, sagte er.
Sie spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog. „Du kennst mich kaum.“
„Ich sehe dich“, antwortete er ruhig. „Mehr als andere.“
Diese Worte blieben. Wie ein Abdruck.
Simone wusste in diesem Moment noch nicht, dass genau hier etwas begann. Etwas, das sie nicht sofort als Gefahr erkennen würde. Nur als Nähe. Als gesehen werden.
Und vielleicht war das das Gefährlichste daran.
Kapitel 2
Stimmen zwischen Backstein und Gebet
Simone hatte sich vorgenommen, nach der Schicht direkt nach Hause zu gehen. Die Müdigkeit saß ihr in den Knochen, und der Tag hatte sich länger angefühlt, als er war. Doch als sie das Restaurant verließ und die kühle Luft von Bad Staffelstein ihr Gesicht streifte, sah sie Andreas wieder.
Er stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite, als hätte er dort auf sie gewartet. Nicht auffällig. Nicht drängend. Einfach da. Seine Hände steckten in den Jackentaschen, der Blick auf den Boden gerichtet. Erst als sie näherkam, hob er den Kopf.
„Du gehst Richtung Altstadt“, sagte er ruhig.
Simone blieb stehen. „Ja. Und?“
Er lächelte leicht. „Ich auch.“
Sie zögerte. Etwas in ihr wollte ablehnen, Abstand schaffen. Doch ein anderer Teil fühlte sich gesehen. Begleitet. Und sie hasste sich ein wenig dafür.
Sie gingen nebeneinander her. Die Pflastersteine unter ihren Füßen waren uneben, die alten Fassaden wirkten im Abendlicht schwer und still. In der Ferne ragte die Basilika Vierzehnheiligen auf, ihr Umriss klar gegen den Himmel.
„Du bist oft allein“, sagte Andreas nach einer Weile.
Simone spürte, wie sich ihre Schultern anspannten. „Das weißt du woher?“
Er sah sie an, diesmal offen. „Man merkt das.“
Sie sagte nichts. Das Schweigen zwischen ihnen war dicht, fast greifbar.
„Ich bin nicht allein“, fuhr er fort. „Ich habe meine Gemeinschaft.“
Das Wort klang feierlich. Simone runzelte die Stirn. „Gemeinschaft?“
Andreas nickte. „Wir treffen uns regelmäßig. Beten zusammen. Reden über unsere Aufgaben.“
„Kirche?“ fragte sie vorsichtig.
„Nicht so, wie du es kennst.“ Seine Stimme wurde weicher. „Wir glauben, dass Gott nicht fern ist. Dass er spricht. Direkt.“
Ein kalter Hauch lief Simone über den Rücken, obwohl sie nicht wusste, warum. „Und was sagt er?“
Andreas blieb stehen. Sie ebenfalls. Hinter ihnen rauschte ein Auto vorbei, doch der Moment fühlte sich isoliert an.
„Dass jeder Mensch eine Bestimmung hat“, sagte er. „Und dass manche Menschen füreinander geschaffen sind.“
Sein Blick hielt ihren fest. Zu lange. Zu intensiv.
Später, als Simone längst zu Hause war, dachte sie an diese Worte zurück. Sie dachte an die Art, wie Andreas sie gesagt hatte. Nicht fanatisch. Nicht laut. Sondern ruhig. Überzeugt.
Zur selben Zeit saß Andreas in einem schlichten Raum am Rand von Bad Staffelstein. Die Wände waren kahl, ein Holzkreuz hing schief über einem Tisch. Zehn Stühle standen im Kreis. Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, alle mit gesenktem Blick.
„Der Herr prüft uns“, sagte der Anführer. Ein Mann Mitte fünfzig, grauer Bart, feste Stimme. „Er zeigt uns Zeichen.“
Andreas saß gerade, die Hände gefaltet. Er fühlte sich ruhig hier. Sicher. Die Welt draußen war verwirrend. Laut. Hier war alles klar.
„Bindungen sind heilig“, fuhr der Mann fort. „Doch sie müssen geführt werden. Sonst verirren sie sich.“
Andreas dachte an Simone. An ihren Blick. An ihre Unsicherheit.
Er empfand keinen Zweifel. Nur Verantwortung.
„Wer auserwählt ist“, sagte der Mann, „muss führen.“
Andreas nickte.
Später, als er allein nach Hause ging, wiederholte er diese Worte wie ein Gebet. Führung bedeutete Schutz. Nähe bedeutete Pflicht. Und Simone, das spürte er, gehörte zu seiner Aufgabe.
Sie wusste es nur noch nicht.
Kapitel 3
Nähe, die wärmt
Simone merkte, dass sie Andreas suchte, bevor sie sich eingestand, dass es so war. Nicht bewusst. Eher wie ein Reflex. Wenn sie die Küchentür öffnete und das grelle Licht sie blendete, wanderte ihr Blick automatisch zur Ausgabe. Wenn sie draußen eine Pause machte, lauschte sie unwillkürlich auf seine Schritte.
Das irritierte sie. Sie war nicht jemand, der sich schnell band. Nähe hatte für sie immer etwas Unberechenbares gehabt. Menschen kamen, Menschen gingen. Bad Staffelstein war voll von Geschichten über Bleiben und Verschwinden, über junge Leute, die wegzogen, und andere, die sich hier einrichteten wie in einem sicheren Hafen. Simone hatte nie gewusst, wo sie dazugehörte.
An diesem Nachmittag arbeitete Andreas wieder in der Küche. Offiziell, weil jemand krank geworden war. Inoffiziell, so fühlte es sich für Simone an, weil er in ihrer Nähe sein wollte.
Er stand neben ihr, nicht zu dicht, aber nah genug, dass sie seine Wärme spürte. Ihre Bewegungen wurden vorsichtiger. Jeder Handgriff bewusster. Sie merkte, wie sie den Rücken etwas gerader hielt, den Kopf weniger senkte.
„Du bist heute ruhig“, sagte er.
Sie zuckte leicht zusammen. „Bin ich doch immer.“
Er schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Heute hörst du mehr zu.“
Sie sah ihn kurz an. Sein Gesicht war ernst, aber nicht hart. Konzentriert. Als würde er etwas Wichtiges beobachten.
„Du analysierst mich“, murmelte sie.
Ein Hauch von Lächeln erschien auf seinen Lippen. „Ich versuche, dich zu verstehen.“
Das klang harmlos. Und doch spürte Simone einen leichten Druck in der Brust. „Warum?“
Andreas schwieg einen Moment. Seine Hände ruhten ruhig auf der Arbeitsfläche. „Weil Menschen nicht zufällig zueinanderfinden.“
Sie wollte lachen, es als Spinnerei abtun. Doch irgendetwas hielt sie zurück. Vielleicht die Art, wie überzeugt er klang. Vielleicht auch ihr eigener Wunsch, wichtig zu sein.
Nach der Schicht gingen sie gemeinsam Richtung Kurpark. Die Bäume standen kahl, der Boden war feucht, und die Luft roch nach Erde und kaltem Wasser. Simone zog die Jacke enger um sich. Andreas bemerkte es und blieb stehen.
„Dir ist kalt.“
„Geht schon“, sagte sie automatisch.
Er zog seine Jacke aus und legte sie ihr über die Schultern. Die Bewegung war ruhig, fast feierlich. Seine Finger berührten kurz ihren Nacken. Simone erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde.
„Andreas…“
„Vertrau mir“, sagte er leise.
Das Wort blieb zwischen ihnen hängen. Vertrauen. Es fühlte sich schwer an. Und gleichzeitig tröstlich.
Später an diesem Abend saß Andreas wieder im Kreis seiner Gemeinschaft. Der Raum war schwach beleuchtet, Kerzen warfen flackernde Schatten an die Wände. Jeder hatte seinen festen Platz. Ordnung war wichtig. Struktur war Sicherheit.
„Hast du das Zeichen erkannt?“ fragte der Anführer.
Andreas nickte. „Sie öffnet sich.“
Ein leises Murmeln ging durch den Raum. Zustimmung. Erwartung.
„Geduld“, sagte der Mann. „Führung braucht Zeit. Nähe darf nicht erzwungen werden. Sie muss wachsen.“
Andreas spürte ein warmes Gefühl in der Brust. Er tat das Richtige. Alles fügte sich. Simone war kein Zufall. Sie war Prüfung und Auftrag zugleich.
Währenddessen lag Simone in ihrem Bett und starrte an die Decke. Sie dachte an Andreas’ Jacke, die noch immer nach ihm roch. An seine Stimme. An die Art, wie er sie ansah, als wäre sie mehr als nur eine Küchenhilfe in einem Fastfood-Restaurant.
Ein Teil von ihr genoss das. Ein anderer Teil hatte Angst.
Doch sie schlief ein, mit dem Gedanken, dass Nähe manchmal genau das war, was man brauchte, um nicht allein zu sein.
Kapitel 4
Regeln ohne Namen
Simone bemerkte die Regeln nicht sofort. Sie waren nicht ausgesprochen, nicht aufgeschrieben, nicht einmal klar formuliert. Sie lagen zwischen Sätzen, in Blicken, in kleinen Pausen. In dem, was Andreas sagte – und vor allem in dem, was er nicht sagte.
Es begann mit Kleinigkeiten.
„Du wirkst müde“, sagte er eines Abends, als sie gemeinsam vom Restaurant Richtung Bahnhofstraße gingen. Seine Stimme war ruhig, fast fürsorglich. Simone nickte nur. Sie war müde. Von der Arbeit, vom Denken, von dem ständigen Abwägen, was Nähe bedeutete.
„Vielleicht solltest du heute nicht mehr raus“, fügte er hinzu. „Du brauchst Ruhe.“
Sie lächelte schwach. „Ich wollte eigentlich noch zu Jana.“
Andreas blieb stehen. Nicht abrupt. Bedacht. Er legte den Kopf leicht schief, als würde er etwas prüfen. „Jana lenkt dich oft ab.“
Der Satz traf sie unerwartet. „Ab… lenkt ab?“
„Von dir selbst“, sagte er leise. „Und von dem, was dir guttut.“
Simone spürte ein Ziehen im Bauch. Jana war ihre Freundin seit der Schulzeit. Laut, direkt, manchmal anstrengend – aber vertraut. „Sie meint es nicht böse.“
Andreas nickte langsam. „Das tun die wenigsten. Trotzdem führen nicht alle Wege zum Richtigen.“
Er nahm ihre Hand. Seine Finger schlossen sich sanft um ihre. Die Berührung war warm, beruhigend. Simone ließ es zu. Sie wollte es zulassen.
In den nächsten Tagen wiederholte sich dieses Muster. Andreas hörte zu, stellte Fragen, war aufmerksam. Gleichzeitig lenkte er Gespräche. Weg von bestimmten Themen. Weg von bestimmten Menschen. Er sprach von Balance, von innerer Ordnung, von Schutz.
„Manche Einflüsse machen uns unruhig“, sagte er, während sie im Kurpark auf einer Bank saßen. Die Bäume warfen lange Schatten, der Himmel war grau. „Du brauchst Klarheit.“
„Und die hast du?“ fragte Simone vorsichtig.
Er sah sie an. Fest. Sicher. „Ja.“
Diese Sicherheit wirkte anziehend. Simone hatte selten Menschen getroffen, die so überzeugt von sich waren, ohne laut zu sein. Andreas musste sich nicht beweisen. Er war einfach.
Währenddessen folgte Andreas seinem eigenen festen Rhythmus. Morgens Arbeit. Abends Treffen der Gemeinschaft. Dazwischen Gebete, stille Momente, Lesen in den Schriften, die der Anführer verteilt hatte. Sie sprachen von Reinheit, von Führung, von Verantwortung füreinander.
„Liebe ist kein Gefühl“, sagte der Anführer eines Abends. „Liebe ist Entscheidung.“
Andreas nahm diese Worte tief in sich auf. Er dachte an Simone. An ihre Unsicherheit, ihre leisen Zweifel. Er fühlte sich berufen, ihr Halt zu geben. Struktur. Richtung.
Als Simone eines Abends sagte, sie wolle das Treffen der Gemeinschaft einmal sehen, reagierte Andreas nicht sofort. Ein kaum wahrnehmbares Zögern. Ein kurzes Innehalten.
„Noch nicht“, sagte er schließlich. „Du bist noch nicht bereit.“
„Wofür?“ fragte sie.
Er strich ihr über den Arm. Langsam. Besitzergreifend, ohne es offen zu zeigen. „Für das, was dort gesprochen wird.“
Simone nickte, obwohl ein Teil von ihr sich dagegen sträubte. Sie sagte sich, dass Geduld etwas Gutes war. Dass Vertrauen Zeit brauchte.
Doch in der Nacht lag sie wach. Sie dachte an die Dinge, die sie Andreas nicht mehr erzählte. An Nachrichten, die sie nicht mehr beantwortete. An Einladungen, die sie absagte, ohne genau zu wissen warum.
Und sie fragte sich leise, fast schuldbewusst, wann Nähe begonnen hatte, sich wie eine Grenze anzufühlen.
Kapitel 5
Der sanfte Verlust
Der Morgen begann wie so viele andere, und doch fühlte er sich für Simone schwerer an. Nicht wegen der Arbeit an sich, sondern wegen der Gedanken, die sie begleiteten, noch bevor sie die Bahnhofstraße entlangging. Die Luft war kühl, feucht, und irgendwo roch es nach frischen Backwaren aus einer der kleinen Bäckereien, die um diese Uhrzeit bereits geöffnet hatten. Bad Staffelstein war wach, ruhig, fast träge – ein Ort, der so tat, als wäre alles in Ordnung.
Im Fastfood-Restaurant herrschte schon Betrieb. Das Summen der Kühlgeräte, das Klacken von Metall, das Zischen der Fritteusen – ein Geräuschteppich, der Simone sonst half, ihre Gedanken auszublenden. Heute funktionierte das nicht. Sie band sich die Schürze um, langsamer als sonst, und warf einen kurzen Blick in den Spiegel über dem Waschbecken. Ihr Gesicht wirkte blasser. Die Augen müde.
„Du siehst aus, als hättest du schlecht geschlafen.“
Janas Stimme kam unvermittelt von der Seite. Simone zuckte leicht zusammen. Jana stand neben ihr, die Arme verschränkt, der Blick direkt, wie immer. Sie war anders als Andreas. Lauter. Unbequemer. Schwerer zu ignorieren.
„War viel los im Kopf“, murmelte Simone.
Jana zog eine Augenbraue hoch. „Aha. Und hat das zufällig mit ihm zu tun?“
Simone spürte sofort diesen inneren Widerstand. „Mit wem?“
„Mit Andreas“, sagte Jana ohne Zögern. „Du redest kaum noch über was anderes. Oder gar nicht mehr. Beides ist verdächtig.“
Simone wandte sich ab, griff nach einem Stapel Tabletts, obwohl sie wusste, dass sie gleich wieder zurückgebracht werden würden. „Du interpretierst zu viel.“
„Oder du verdrängst zu viel“, konterte Jana. Ihre Stimme war nicht hart, eher besorgt. „Du hast dich verändert.“
Dieser Satz traf Simone unerwartet. Sie hielt inne. Für einen Moment wollte sie widersprechen, wollte sagen, dass Jana keine Ahnung hatte. Doch stattdessen sagte sie gar nichts.
Der Vormittag zog sich. Bestellungen kamen und gingen, Kolleginnen riefen sich kurze Anweisungen zu. Marco, der Schichtleiter, machte wie immer seine Runden, mit diesem angespannten Lächeln, das signalisierte, dass alles unter Kontrolle war, solange niemand aus der Reihe tanzte.
Andreas arbeitete heute an der Ausgabe. Simone spürte seine Blicke, auch wenn sie nicht hinsah. Jedes Mal, wenn sie sich bewegte, hatte sie das Gefühl, beobachtet zu werden. Nicht unangenehm – zumindest redete sie sich das ein –, aber aufmerksam. Bewertend.
In der Pause setzte sie sich zu Jana nach draußen. Der Himmel hing tief, grau, und irgendwo in der Ferne läuteten Kirchenglocken. Simone dachte an Andreas. An seine Worte. An Führung. An Schutz.
„Sag mal“, begann Jana vorsichtig, „der ist doch… speziell, oder?“
Simone biss sich auf die Unterlippe. „Was meinst du?“
„Na, er redet viel über Gott. Über Bestimmung. Über richtig und falsch.“ Jana sah sie prüfend an. „Das kann schnell eng werden.“
Simone spürte, wie sich etwas in ihr aufbäumte. „Du kennst ihn nicht.“
„Vielleicht“, sagte Jana ruhig. „Aber ich kenne dich.“
Diese Nähe, diese Vertrautheit, fühlte sich plötzlich fremd an. Simone stand auf. „Ich muss wieder rein.“
Andreas wartete bereits, als sie zurückkam. Er lächelte, dieses ruhige, wissende Lächeln. „Alles gut?“
„Ja“, sagte Simone automatisch.
„Du wirkst aufgewühlt“, meinte er. Seine Stimme war leise, fast vertraulich. „Manche Gespräche tun uns nicht gut.“
Simone hielt inne. „Du hast zugehört?“
Er schüttelte den Kopf. „Nein. Aber ich spüre, wenn du aus dem Gleichgewicht gerätst.“
Etwas in ihr rebellierte. „Ich bin kein Kind.“
Sein Blick veränderte sich kaum, doch sie merkte, dass sie einen Punkt berührt hatte. „Das habe ich nicht gesagt.“
„Aber du behandelst mich so“, fuhr sie fort, leiser, aber bestimmt. „Als müsstest du mich führen.“
Einen Moment lang herrschte Stille zwischen ihnen. Dann legte er behutsam seine Hand auf ihren Unterarm. „Ich will dich schützen.“
Diese Worte wirkten stärker als jede Diskussion. Simone spürte, wie ihr Widerstand nachließ, wie Schuld sich einschlich. Vielleicht war sie unfair. Vielleicht verstand sie ihn falsch.
Am Abend traf sich Andreas mit seiner Gemeinschaft. Der Raum wirkte heute enger. Die Kerzen flackerten stärker. Der Anführer sprach von Prüfung, von Ablenkung, von Menschen, die Zweifel säen.
„Nicht jeder, der euch nahesteht, will euer Bestes“, sagte er mit fester Stimme.
Andreas dachte an Jana. An Simones Unruhe. Er fühlte einen leisen Zorn – nicht laut, nicht explosiv, sondern ruhig und zielgerichtet.
Zur gleichen Zeit lag Simone in ihrem Zimmer, starrte auf ihr Handy. Mehrere ungelesene Nachrichten von Jana. Sie schloss die Augen. Nähe hatte begonnen, etwas zu kosten. Und sie wusste nicht, wie viel sie bereit war zu zahlen.
Kapitel 6
Zweifel im Flüsterton
Simone wachte auf, bevor der Wecker klingelte. Das passierte ihr in letzter Zeit oft. Es war nicht dieses erholte, klare Wachsein, das sich gut anfühlte. Es war eher ein Aufschrecken, als hätte ihr Körper längst beschlossen, dass Ruhe nicht mehr sicher war.
Draußen war es noch dunkel. Bad Staffelstein lag still, nur vereinzelt hörte sie ein Auto auf der Straße, das nasse Reifen über den Asphalt zog. Simone blieb einen Moment liegen und starrte an die Decke. Sie spürte den Druck in ihrer Brust, als hätte sich dort etwas festgesetzt. Ein Knoten aus Gedanken, der sich nicht mehr löste.
Sie griff nach dem Handy. Eine Nachricht von Jana blinkte auf.
„Du gehst mir nicht aus dem Kopf. Bitte melde dich. Nur kurz. Ich bin nicht gegen dich. Ich bin für dich.“
Simone schluckte. Ihr Finger schwebte über dem Display. Sie wollte antworten. Wirklich. Ein einfaches „Alles gut“ hätte gereicht. Ein Satz, der Jana beruhigt hätte. Doch Simones Kopf war voll mit Andreas’ Stimme, die wie ein ruhiger Schatten in ihren Gedanken stand.
„Manche Gespräche tun uns nicht gut.“
Sie legte das Handy wieder weg, als wäre es heiß geworden.
Als sie später die Bahnhofstraße entlangging, hatte sie das Gefühl, dass die Stadt sie beobachtete. Nicht Menschen, nicht Kameras – eher die Häuser, die stillen Fassaden, die Schilder, die Fenster. Es war absurd, und doch fühlte es sich an, als würde jeder Schritt etwas über sie verraten.
Im Restaurant war es warm und hell, zu hell. Das Neonlicht ließ keine Grauzonen zu, aber Simone fühlte nur noch Grauzonen. Sie zog die Schürze über, band sie fester als sonst und atmete den vertrauten Geruch ein: Fett, Reinigungsmittel, warme Luft, ein Hauch von süßlicher Soße. Arbeit war ein Ort, an dem sie früher weniger fühlen musste. Heute fühlte sie mehr.
Marco, der Schichtleiter, stand bereits am Plan. Er strich sich über den Bart, den er nie ganz ordentlich hielt, und sah Simone kurz an.
„Du bist pünktlich. Gut“, sagte er. Dann wurde sein Blick weicher, fast menschlich. „Alles okay bei dir? Du wirkst… abwesend in letzter Zeit.“
Simone spürte einen Stich. Marco war nicht nur der nervige Chef, der auf Zeiten und Hygiene achtete. Er war auch jemand, der sie schon lange kannte. Jemand, der früher manchmal einen Witz gemacht hatte, wenn sie still war. Ein kleines, normales Stück Alltag.
„Alles gut“, log sie automatisch.
Marco hielt ihren Blick einen Moment länger als nötig. „Wenn was ist, sag’s. Ich hab hier genug Stress, aber ich bin kein Arschloch.“
Das hätte sie früher zum Lachen gebracht. Heute brachte es nur ein Gefühl von Traurigkeit, das sich an ihren Rippen festklammerte.
„Danke“, murmelte sie. Dann ging sie an den Vorbereitungstisch.
Jana kam zehn Minuten später rein, ein bisschen zu laut, wie immer. Sie warf Simone einen Blick zu, kurz und direkt. Simone spürte, wie sich ihr Bauch zusammenzog.
Jana sagte nichts. Das war neu. Jana war normalerweise nicht still. Sie machte keine halben Sachen. Doch heute schwieg sie. Und genau dieses Schweigen fühlte sich an wie ein Vorwurf.
Andreas war schon da. Er stand an der Ausgabe, die Hände ruhig, der Blick wach. Als Simone in sein Blickfeld trat, änderte sich sein Gesichtsausdruck minimal. Es war kein Lächeln, eher ein Aufhellen, als würde etwas in ihm anspringen.
Er kam in die Küche, wie er es immer tat. Nicht plötzlich. Nicht hastig. Er bewegte sich so, als hätte er hier ein Recht zu sein, auch wenn er offiziell gerade woanders eingeteilt war.
„Guten Morgen“, sagte er.
Simone nickte. „Morgen.“
Seine Augen musterten sie. „Du hast nicht gut geschlafen.“
Sie erstarrte für einen winzigen Moment. „Woher weißt du das?“
„Ich kenne dich“, sagte er ruhig. „Deine Augen sind anders. Du bist unruhig.“
Das war der erste toxische Haken: Er nannte es „kennen“, obwohl es eigentlich „lesen“ war. Er nahm ihr die Möglichkeit, sich selbst zu erklären, indem er ihr erklärte, wer sie war.
Simone setzte die Messer an, schnitt mechanisch, nur um etwas zu tun. „Ich bin einfach müde.“
Andreas trat näher. Nicht zu nah. Gerade so nah, dass es intim wurde. „Du musst mir nichts vorspielen.“
Dieser Satz hätte liebevoll wirken können. Doch in Simones Körper machte sich eine kleine Panik breit, als hätte er gerade einen Teil von ihr berührt, den sie nicht hergeben wollte.
„Ich spiele nichts vor“, sagte sie schärfer als beabsichtigt.
Andreas’ Gesicht blieb ruhig. Aber seine Augen wurden einen Hauch kälter. Nur einen Hauch. „Warum bist du dann so defensiv?“
Simone schluckte. Sie hasste dieses Gefühl, als müsste sie sich rechtfertigen, obwohl sie nichts getan hatte.
„Ich bin nicht defensiv“, log sie wieder.
Andreas nickte langsam, als würde er ihr erlauben, in ihrer Lüge zu bleiben. „Okay.“
Dieses „Okay“ war nicht Zustimmung. Es war Kontrolle. Ein feines Netz, das sich über sie legte.
Die nächsten Stunden liefen wie eine Maschine. Bestellungen. Geräusche. Marco rief Zeiten. Jana arbeitete am Drive-in, die Bewegungen schnell, routiniert. Simone spürte sie wie ein stummes Gewissen im Raum. Sie wollte Jana ansprechen. Ein kleines „Hey“. Ein „Wie geht’s“. Doch sie fühlte Andreas’ Blick. Nicht direkt, aber wie ein Gewicht.
In der kurzen Pause vor der Mittagswelle stand Simone hinten am Lieferanteneingang und atmete die kalte Luft ein. Sie sah die Wolken, die sich über Bad Staffelstein schoben, und dachte kurz an die Obermain-Therme. An diesen Ort, der eigentlich für Entspannung stand. Und daran, dass sie sich dort inzwischen auch beobachtet fühlen würde, wenn Andreas neben ihr wäre.
Jana trat zu ihr. Ohne Lächeln. Ohne Vorwarnung.
„Du gehst mir aus dem Weg“, sagte Jana leise.
Simone zuckte zusammen. „Nein.“
„Doch“, sagte Jana. Ihre Stimme war nicht laut, aber sie vibrierte. „Und ich weiß auch warum.“
Simone presste die Lippen zusammen. „Du willst es nur wieder kaputtreden.“
Jana lachte kurz, bitter. „Kaputtreden? Simone, ich sehe doch, was passiert. Du bist nicht mehr du.“
Simone spürte, wie Wut aufstieg. Endlich ein Gefühl, das nicht nur Angst oder Schuld war. „Du tust so, als wäre ich ein Opfer. Ich entscheide selbst.“
Jana trat einen Schritt näher. Ihre Augen waren feucht, aber sie blinzelte es weg. „Sag das nochmal. Und hör dir dabei selbst zu.“
Simone wollte antworten, doch in diesem Moment kam Andreas um die Ecke.
Er blieb stehen, als hätte er zufällig dort sein müssen. Doch Simone spürte, dass es nicht zufällig war. Er hatte den Zeitpunkt gewählt. Er hatte es geplant.
„Störe ich?“ fragte Andreas ruhig.
Jana drehte sich zu ihm um. „Ja.“
Andreas lächelte schwach. „Das dachte ich mir.“
Jana verschränkte die Arme. „Was willst du eigentlich?“
Andreas’ Blick glitt kurz zu Simone, dann wieder zu Jana. „Ich will, dass Simone in Frieden ist.“
Jana schnaubte. „In Frieden? Du meinst isoliert.“
Simone erstarrte. Das Wort traf sie, weil es sich wie Wahrheit anfühlte.
Andreas’ Stimme blieb sanft. „Du klingst sehr… aufgeladen. Vielleicht solltest du dich fragen, warum du so stark reagierst.“
