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Nackenschmerzen sind ein Volksleiden. Meist sind sie funktionell, das heißt ohne organische Ursache. Sie entstehen durch einseitige Haltung, etwa bei der Bildschirmarbeit, und fehlenden Ausgleich. Bewegungstherapie und naturheilkundliche Selbsthilfe sind wissenschaftlich gut untersucht und nachhaltig wirksam. Der vorliegende Ratgeber zeigt, wie Sie mit Yoga, Schröpftherapie und vielen anderen Anwendungen den Schmerz lindern und die Anspannung lösen können.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2022
Einleitung
Grundlagen und Anatomie: Der Nacken
Beschwerden im Schulter-Nackenbereich
Nackenschmerzen
Akute und chronische Schmerzen
Ursachen für Nackenschmerzen
Alter, Geschlecht, Beruf
Stress
Ein Teufelskreis
Die konventionelle Behandlung
Medikamentöse Therapien
Manuelle Therapien
Der Tipp aus der Wissenschaft: Yoga, Schröpfen und Gua Sha
Yoga
Die Forschungslage
Kontrollierte Studie
Ergebnisse
Die Schröpftherapie
Schröpftechniken
Studien zum Schröpfen
Ergebnisse
Schröpfkopfmassage
Studie zur Schröpfkopfmassage
Anwendung der Schröpfkopfmassage
Gua Sha
Forschung zu Gua Sha bei Rücken- und Nackenschmerzen
Ergebnisse aus der Forschung
Naturheilkunde und Selbsthilfe
Entspannungsverfahren und Bewegung
Tai Chi und Qigong
Progressive Muskelentspannung (PME)
Alexandertechnik
Feldenkrais
Nordic Walking
Lokale Anwendungen
Nadelreizmatte
Silikon Schröpfköpfe
Kinesiologie Tape
Wärmeanwendungen
Akupressur
Fußreflexzonenmassage
Heilpflanzen
Brennnessel
Weidenrinde
Teufelskralle
Lokale Anwendung von Heilpflanzen
Zusammenfassung und weitere Tipps
Literatur
Die Autorin
Die Autoren
Beschwerden im Schulter-Nackenbereich sind unangenehm bis schmerzhaft. Sie verringern die Beweglichkeit des Kopfes, sind ein Hindernis im Alltag, können die Durchblutung im Kopf reduzieren und mindern die Lebensqualität.
Die Ursachen sind vielfältig, der Großteil der Nackenschmerzen entsteht jedoch durch eine hohe einseitige Belastung unter ungünstigen Arbeitsbedingungen. Stress sowie mangelnder körperlicher und seelischer Ausgleich sind weitere ideale Bedingungen für die Entstehung von Beschwerden und Schmerzen im Schulter-Nackenbereich.
Die aktuellen Leitlinien (Leitlinien sind wissenschaftlich fundierte und zugleich praxiserprobte Empfehlungen zum ärztlichen Handeln. Ziel ist die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung.) zur Behandlung chronischer Nackenschmerzen (DEGAM 2016) umfassen neben der medikamentösen Therapie auch verschiedene komplementärmedizinische Verfahren. Insbesondere die Naturheilverfahren sind aber in den Leitlinien noch immer unterrepräsentiert, obwohl Nacken- und Rückenschmerzen zu den häufigsten Gründen für die Inanspruchnahme komplementärer und alternativer Verfahren zählen.
Gut untersuchte naturheilkundliche Verfahren gegen Nackenschmerzen sind das Schröpfen und eine chinesische Schabetechnik, genannt Gua Sha. Ergebnisse aus der Forschung zu beiden Verfahren fließen in diesen Ratgeber ein.
Als Selbsthilfemaßnahmen werden bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates Mobilisierung und Bewegung empfohlen. Yoga verbindet physische Aktivität mit Meditation und Atemübungen und ist nicht nur eine effektive Form der Stressreduktion, sondern fördert auch Körperhaltung, Körpergefühl und Muskelaufbau.
Nicht zufällig gehört Yoga zu den Selbsthilfeformen, die von Nackenschmerzpatienten sehr oft ausgeübt werden. Die Wirksamkeit von Yoga bei verschiedenen Schmerzsyndromen ist gut belegt. In der Yoga-Studie, die eine der Grundlagen dieses Ratgebers ist, wurde die Wirksamkeit von Yoga bei der Behandlung chronischer Nackenschmerzen untersucht.
Als Nacken wird für gewöhnlich der hintere Teil des Halses bezeichnet. Die wichtigsten Strukturen sind dabei die Halswirbelsäule und die Nackenmuskulatur.
Die Halswirbelsäule (HWS) besteht aus sieben Wirbeln zwischen Kopf und Brustwirbelsäule. Die beiden oberen Wirbel, Atlas und Axis, bilden mit der Schädelbasis die Kopfgelenke. Sie unterscheiden sich anatomisch von den anderen Wirbeln, weil sie für die Beweglichkeit des Kopfes in alle Richtungen zuständig sind. Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Abschnitt der Wirbelsäule. Sie ist beim gesunden Menschen nach vorn gebogen (s. Abb. 1).
Die sieben Nackenwirbel (C1–7) werden gefolgt von zwölf Brustwirbeln (Th1–12) und fünf Lendenwirbeln (L1–5). Diese gehen über in Kreuzbein und Steißbein.
Die Wirbelsäule ist von einem kompakten Muskelgeflecht umgeben. Es ist für die Bewegung und Stabilisierung der Wirbel zuständig.
Die direkt an der Wirbelsäule liegenden tiefen Muskeln stabilisieren sie. Die oberflächlichen Muskelgruppen sind für Bewegungen nach vorn, nach hinten oder zur Seite sowie für Drehbewegungen zuständig.
