NEUSEELAND IN SICHT
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Southern Alps heißt die Hochgebirgskette im Innern der Südinsel, eine schroffe Berglandschaft mit ganzjährig schneebedeckten Gipfeln
Reise ans andere Ende der Welt
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Nur noch 25 Millionen Schafe, also weniger als fünf Schafe je Einwohner – das war mal anders
Auf der Nordhalbkugel zwischen der marokkanischen Stadt Casablanca und dem französischen Loire-Tal befindet sich das Stückchen Erdoberfläche, das genau »gegenüber« von Neuseeland liegt. Pädagogen, Geografielehrer zumal, greifen an dieser Stelle meist – theoretisch – zum Spaten und beginnen ein Loch zu graben, immer entlang des Durchmessers der Erdkugel. Natürlich kommen sie nicht down under an. Aber wer im Mathematikunterricht aufgepasst hat, weiß, dass jeder Punkt auf der Oberfläche einer Kugel genau einen gegenüberliegenden Punkt hat, weiter entfernt ist keiner. Klar, dass für uns Neuseeland das andere Ende der Welt ist.
Nun sind Sie down under und bleiben vielleicht – wie die meisten Besucher – vier bis fünf Wochen in Neuseeland. Wie teilt man sich die Zeit ein? Die 26 Reisetage sind eine Basis, das Land kennenzulernen, davon elf auf der Nordinsel (plus fünf Extratage) und 15 auf der Südinsel (plus zwei Extratage). Die Frage, auf welcher der beiden Inseln man mehr Zeit verbringen sollte, lässt sich damit ganz gut beantworten: etwa halbe-halbe, abhängig von individuellen Interessen. Insgesamt also 33 Tage für eine abwechslungsreiche Tour über beide Inseln. Wer den Abzweig zu den Waitomo Caves oder eine Walbeobachtung in Kaikoura und die spektakuläre Zugfahrt mit dem TranzAlpine ab Christchurch dranhängen möchte, kommt auf gut 37 Tage. Plus drei bis vier Tage für An- und Abreise. Die Westküste der Nordinsel (New Plymouth/Taranaki/Raglan) wurde nur auf der Retour-Tour (vgl. S. ) berücksichtigt, das Eastland zwischen Opotiki und Gisborne inkl. des Urewera National Parks mussten wir buchstäblich beiseitelassen, weil die Region mindestens vier zusätzliche Reisetage benötigt.
Neuseeland ist kein Paradies, aber ein Platz zum Leben und Lebenlassen, auch wenn die Kriminalitätsrate steigt (wo eigentlich nicht?). Heutzutage sind Touristen gut beraten, ihr Hotelzimmer über Nacht abzuschließen und im geparkten Auto keine Wertsachen sichtbar zurückzulassen (wie anderswo in der Welt). Noch vor der Jahrtausendwende konnte man im Wohnmobil weitgehend unbesorgt außerhalb von Campingplätzen die Nacht verbringen. Die Zeiten sind endgültig vorbei. Erst Anfang 1993 wurden die ersten Polizisten auf den internationalen Flughäfen mit Pistolen bewaffnet. Vor allem in den Großstädten gibt es nach Einbruch der Dunkelheit längst No-go-Areas. Keine gute Idee, in Auckland nach einem Barbesuch um Mitternacht unbegleitet über die zentrale Queen Street zu schlendern. Auch im City-Bereich von Christchurch schocken immer mal wieder brutale Raubüberfälle, oft mit geringer Beute wie Smartphones oder Handtaschen.
Gefahr droht auch von ganz oben: Zwar hat sich die Ozonschicht über Neuseeland (und Australien) anhaltend erholt – in den 1980er und 1990er Jahren war ein abnehmender Trend zu beobachten –, doch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, bleibt bei den Antipoden weiterhin hoch.
Am 6. Februar 1840 wurde mit einem – bis heute umstrittenen – Vertrag zwischen Maori und Pakeha (so nennen die Maori die Weißen) der Staat Neuseeland gegründet. Derweil komponierte Richard Wagner, knapp 20 000 Kilometer entfernt, seine Oper »Der fliegende Holländer«, zum Beispiel. Nach und nach machten sich Europäer, darunter auch Deutsche, Schweizer und Österreicher, auf den Weg nach Neuseeland: der Länderforscher Ernst Dieffenbach beispielsweise, ein Deutscher, der 1835 aus politischen Gründen in die Schweiz und dann nach Neuseeland ging. Auch Julius von Haast, ein 1827 in Bonn geborener Geologe, wagte die damals nicht ungefährliche Reise um die halbe Welt, ebenso wie sein österreichischer Kollege Ferdinand von Hochstetter. Oder Dr. Karl Fischer, einer der medizinischen Pioniere.
Das moderne Neuseeland empfängt als multikulturelle Gesellschaft. Asiatischstämmige Kiwis – wie sich die Neuseeländer nach dem heimischen, flugunfähigen Vogel selbst nennen – beherrschen zunehmend das Straßenbild, vor allem in der Metropole Auckland. Die zahlreichen Menschen von pazifischen Inseln, wie Fiji, Samoa oder Vanuatu, werden fälschlicherweise oft mit Maori verwechselt, den ersten Einwanderern Neuseelands, als dort nur Fische, Vögel, Echsen und Insekten lebten. Das war vor über 1000 Jahren.
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Vom Wynyard Quartier am Hafen ist es nur ein Spaziergang bis in die City von Auckland
Neuseeland ist atomfreie Zone und stärkt – nicht nur mit Entwicklungshilfe – im Südpazifik sein politisches Gewicht. Und das wirtschaftliche: Zwei Drittel aller neuseeländischen Exporte werden in Länder der asiatisch-pazifischen Region geliefert, darunter überwiegend Agrarprodukte. Dennoch ist den Farmern das Lachen vergangen: Lamm- und Rindfleisch, mehr noch Wolle haben in den vergangenen Jahren einen Preisverfall auf dem Weltmarkt erfahren. Kiwifrüchte und Äpfel (z. B. Braeburn) werden inzwischen auch von anderen Nationen in großen Mengen exportiert.
Im »Land der langen weißen Wolke« (Aotearoa) ist man sportlich: Jeder Siebte besitzt ein Boot, etwa 20 Prozent der Neuseeländer angeln oder fischen. Bei jeder Austragung des America’s Cup gerät die segelverrückte Nation ganz aus dem Häuschen – zuletzt im Jahr 2024, als ihr »Emirates-Team« den Sieg davontrug. Es war der dritte Sieg in Folge, das hatte zuvor noch kein Team geschafft. In den neun Wettkämpfen seit 2000 konnten die Kiwis die prestigeträchtige Trophäe, spöttisch »The Auld Mug« genannt, insgesamt fünfmal in die Höhe halten.
Stark sind die Kiwis auch im Rudern, Kanufahren, Military-Reiten und inzwischen selbst im Soccer. Für die Fußball-WM 2018 in Russland und 2024 in Katar konnte sich die Nationalmannschaft allerdings nicht qualifizieren. Dafür glänzten die neuseeländischen Athleten bei der Olympiade 2024 in Paris auf Platz 11. Und in der Relation Gesamtbevölkerung zu Medaillenertrag (20!) stand die Nation sogar unangefochten auf dem ersten Platz: Eine Medaille kam auf 260 000 Einwohner (Niederlande: 540 000, Deutschland: 2,56 Mio.).
Bestens spielt man Rugby (die Nationalmannschaft heißt All Blacks), die zweitpopulärste Sportart ist Cricket (Black Caps nennt sich die Nationalmannschaft) und man ist ganz groß im Laufen: Der Round the Bays Fun Run in Auckland lockt alljährlich Zehntausende an. Für Golfprofis, aber auch Laien gibt es beste Voraussetzungen: Golf ist Volkssport und für wenig Geld kann man sich auf jedem 18-Loch-Platz eine Ausrüstung leihen. ~
Jung, wild und hitzig
— Erdgeschichtlich steckt Neuseeland noch in den Kinderschuhen —
Geologische Entstehung
Was sind schon 230 Millionen Jahre? Nicht allzu viel, wenn man bedenkt, dass die Erde vor ca. 4,7 Milliarden Jahren entstanden ist. Aber auch vor 230 Millionen Jahren gab es Neuseeland noch nicht. Damals machten sich zwei gewaltige Urkontinente auf der Erde breit. Der eine, Gondwanaland, umfasste in etwa die Landmassen der heutigen Antarktis, Afrikas, Indiens, Südamerikas, Australiens und Neuseelands im Süden der Erdkugel. Als später die Urkontinente in einzelne Kontinentalmassen auseinanderbrachen und Australien Form angenommen hatte, befand sich das heutige Neuseeland noch als Senke unter der Meeresoberfläche. Da waren andere Teile der Erde bereits von Dinosauriern belebt.
Erst vor etwa 100 Millionen Jahren soll sich die Landmasse Neuseelands über den Meeresspiegel gewagt haben. Und als in Europa erste menschliche Wesen Spuren hinterließen, war die Erdkrustenbewegung und Oberflächengestaltung des jungen Festlands noch richtig aktiv. Fjorde, Seen, Hügel und Ebenen, die heute die neuseeländische Landschaft prägen, sind nicht zuletzt auch das Resultat eiszeitlicher Gletscherformung. Die stellenweise sehr ausgeprägte Reliefenergie, Resultat der vorherrschenden Tiefenerosion, weist darauf hin, dass das erdgeschichtlich junge Land, das von der Nordspitze bis Bluff im Süden knapp 1700 Kilometer misst, seine Sturm-und-Drang-Zeit noch nicht hinter sich hat.
In Neuseeland sind die Flüsse wild. Das relativ große Gefälle von der Quelle bis zur Mündung liegt nicht zuletzt daran, dass das Meer immer nah ist. Selbst die großen Flüsse haben kaum Zeit, so gemächlich dahinzufließen, wie es beispielsweise der Rhein in seinem Unterlauf kann.
Richtig rege ist Neuseeland auch im Erdinnern. Mit seiner seismischen Aktivität gehört das Land zur Erdbebenzone rund um den Pazifik, die sich nordwestlich über Japan hinwegzieht. Tausende Erdstöße pro Jahr werden gezählt, doch nur wenige sind auch für Menschen wahrnehmbar oder haben gar katastrophale Ausmaße. 1914 erbebte fast das ganze Land, Murchison auf der Südinsel wurde dem Erdboden gleichgemacht. 1931 hatte in Napier und Hastings niemand mehr festen Boden unter den Füßen, über 250 Menschen kamen ums Leben. Anfang September 2010 erlebte Christchurch ein Beben der Stärke 7,1, doch katastrophale Folgen hatte ein zweites Beben am 22. Februar 2011, bei dem 185 Menschen den Tod fanden und weite Teile der Stadt zerstört wurden. Zwar wurde »nur« eine Stärke von 6,3 gemessen, doch die Nähe (10 km südöstlich) und geringe Tiefe (ca. 5 km) des Epizentrums wirkten sich verheerend aus. Inzwischen hat sich die Südinselmetropole sichtbar von der furchtbaren Zerstörung erholt.
Das geologisch junge Land erleichtert seinen Bewohnern die Energiegewinnung: Mit geothermischen oder Wasserkraftwerken und durch die Ausnutzung der Bodenschätze wie Kohle und Erdgas soll Neuseeland weitgehend autark von importierten und somit teuren Rohstoffen bleiben.
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Ständig unter Dampf: Der sprudelnde Champagne Pool im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland gehört zu den größten Thermalquellen Neuseelands
Fauna und Flora
Knapp fünf Prozent der Lebewesen, die Neuseeland bevölkern, sind Menschen, der Rest Tiere. Und die können dem Menschen kaum gefährlich werden – allenfalls umgekehrt. Große Raubtiere gibt es nicht und lediglich zwei Spinnentiere sind giftig: die mit einem roten Fleck geschmückte Katipo-Spinne und die aus Australien eingeschleppte White Tailed Spider. Doch beide Arten kommen ausgesprochen selten vor und sind sehr scheu.
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Little Blue Penguins sind die kleinsten Vögel ihrer Gattung. Zwergpinguine lassen sich besonders gut an der Ostküste der Südinsel beobachten: auf der Otago Peninsula oder in Oamaru
Ansonsten dominieren in Neuseeland freundlichere tierische Naturen – von den blutrünstigen Sandflies abgesehen. Die Vogelwelt ist nicht nur für Ornithologen interessant. Dank der isolierten Lage haben Arten überlebt, die es sonst nirgends oder nur noch selten auf der Welt gibt. Zum Beispiel sind drei Kiwi-Arten verbreitet: Brown Kiwi, Great Spotted Kiwi und Little Spotted Kiwi. Das Tier wird gehegt und gepflegt als Wahrzeichen des Landes und ist ganz und gar nicht verwandt mit der gleichnamigen Frucht.
Dass die Neuseeländer sich selbst als Kiwis bezeichnen, zeugt von wenig Narzissmus: Der Vogel ist so gut wie blind, hat ein unscheinbares, leicht struppiges Gefieder, ist etwa 30 Zentimeter groß bei wenig harmonischen Proportionen. Außerdem kann er nicht fliegen, wie andere neuseeländische Vogelarten auch. Geschützt ist er, aber nicht mehr vom Aussterben bedroht, ganz im Gegensatz zu einigen anderen Spezies, beispielsweise dem Kakapo-Papagei oder dem blaugrünen Takahe.
Um den Erhalt unter anderem der Kiwi-Vögel kümmern sich heute spezielle Aufzuchtstationen. Einen Kiwi in freier Wildbahn zu beobachten ist möglich, aber in der Regel ein Glücksfall, der viel Ausdauer voraussetzt (vgl. S. , Stewart Island Wild Kiwi Experiences).
Für einen Bissen aus menschlicher Hand ist der Kea immer zu haben. Der grüne Bergpapagei treibt in den Südalpen sein Unwesen. Er knabbert dort gerne an abgestellten Wanderschuhen herum und soll schon so manchen Schnürsenkel stibitzt haben. Die Neuseeländer finden das wahnsinnig komisch, der betroffene Wandersmann weniger. Was bei uns die Nachtigall, ist in Neuseeland der Bellbird, der nicht zwitschert, sondern singt, glockenhell und laut.
Die neuseeländischen Vögel haben viele natürliche Feinde wie Ratten, Frettchen oder Katzen – und unnatürliche wie heranbrausende Autos. An derlei neuzeitliche Gefahren mussten sich die Moas erst gar nicht gewöhnen. Der große urzeitliche Laufvogel ist seit etwa 500 Jahren ausgestorben. Nicht zuletzt auch durch die Jagdlust der Maori, die auch die voluminösen Eier der Moas raubten, um diese als Gefäße, u. a. zum Wassertransport, zu nutzen.
Über 400 Vogelarten gibt es heute. Der größte Teil wurde mit der Besiedlung des Landes eingeführt. Darunter auch der Kotuku, ein weißer Reiher, der sich gerne in Feuchtgebieten, vor allem an Lagunen aufhält. Der Vogel ist, wie die Menschen, eingewandert. Ebenso wie 40 Fisch- und 50 Säugetierarten, darunter eine Känguru-Miniausgabe, Wallaby genannt.
Alle Haustiere wie Schafe, Rinder, Hunde und Katzen sind Immigranten. Allerdings auch Ratten, die, schon von den Maori mitgebracht, sich als Plagegeister rasch im Land vermehrten. Genau wie das Opossum, das ursprünglich aus Australien eingeführt wurde, um dem Menschen nützlich zu sein. Eine lukrative Pelzzucht wollten die weißen Neuseeländer mit den großäugigen Beuteltieren aufbauen. Als sich zeigte, dass mit Opossum-Fellen das große Geld nicht zu verdienen war, entließ man die Tiere in die Freiheit. Ein Fehler, den man bis heute tief bereut. Denn ohne größeren Raubtieren ausgesetzt zu sein, konnten sich die nachtaktiven Vielfraße in Windeseile ungehemmt vermehren. Mit einem großangelegten Programm will Neuseeland 2050 komplett frei von sogenannten predators (Ratten, Frettchen, Marder/Wiesel, Possums) sein.
Auch Rotwild, um die Mitte des 19. Jahrhunderts mitgebracht, gibt es mehr, als den Neuseeländern lieb ist. Schonzeiten sind ein Fremdwort und somit dürfen Trophäenjäger aus aller Welt ganzjährig den Abzug ihrer Flinten betätigen. Fast schon paradox, dass in dem jungen Land eine der ältesten Tierarten der Welt heimisch ist: Die Brückenechse,Tuatara genannt, fristet seit immerhin 200 Millionen Jahren ihr Reptiliendasein. Das bis zu 60 Zentimeter lange lebende Fossil ist heute in Freiheit allerdings nur noch in Schutzgebieten, vor allem auf kleinen Inseln, heimisch.
Wo es viel Wasser gibt, ist auch die Vegetation üppig. Fast schon zu üppig, wie im neuseeländischen Busch, dem Urwalddickicht – und das in gemäßigtem Klima. Ähnlich dem tropischen Regenwald macht sich die Vegetation im neuseeländischen Busch auf verschiedenen Stockwerken breit. Unten Moose und Gräser, ganz oben Baumriesen wie der Totara oder der Rimu. Dazwischen Sträucher, 60 verschiedene Orchideen- und annähernd 200 verschiedene Farnarten. Einheimische Baumarten, sogenannte native trees, sind rar geworden. Bevor die europäischen Siedler ins Land kamen, waren zwei Drittel des Landes von Wald bedeckt. Heute sind es noch um die 25 Prozent. Schuld ist der Rodungswahn der Pioniertage, der ganze Waldregionen in Kahlschläge verwandelte, aber auch die Jagdlust der Maori, die bei der Hatz nach Moas Wälder in Brand setzten.
Hauptopfer war der Kauri, der uralte Gigant unter den neuseeländischen Bäumen, der einst den Holzreichtum der nördlichen Hälfte der Nordinsel ausmachte. Heute versucht die Regierung mit Abholzungsverboten und Nationalparks die heimische Flora zu schützen. Bereits 1898 wurde die Aufforstung in Angriff genommen, allerdings nicht mit native trees, sondern mit einer schnell wachsenden kalifornischen Kiefernart. Die farbigsten unter Neuseelands Bäumen sind zweifellos der Rata und der Pohutukawa, beide mit leuchtend roten Blüten. Letzterer entfaltet seine Pracht vor allem an den Küsten im Norden der Nordinsel zur sommerlichen Weihnachtszeit, was ihm den schmucken Beinamen »Neuseelands Weihnachtsbaum« einbrachte.
Wo alles noch scheinbar paradiesisch grünt und blüht, ist konsequenter Umweltschutz so eine Sache. Einerseits haben Grüne, Umwelt- und Naturschützer eine starke Lobby, andererseits tun sich die Neuseeländer immer noch recht schwer, umweltfreundlich durch den Alltag zu kommen, wenn es zu Lasten von Komfort und Geldbeutel geht. Immerhin fordern mehr und mehr Kommunen eine Mülltrennung ein.
Ungewohnt temperamentvoll waren seinerzeit die Proteste gegen Atomversuche der Franzosen auf dem Mururoa-Atoll, weniger Protest gibt es gegen den Schadstoffausstoß der vielen älteren Fahrzeuge, die auf den Straßen unterwegs sind. Das Durchschnittsalter der Autos beträgt über 13 Jahre, meist sind es »abgelegte«, zehn Jahre alte Fahrzeuge, die aus asiatischen Ländern anlanden. Für Elektro-Fahrzeuge ist die Begeisterung eher verhalten, allenfalls jedes vierte zugelassene Neufahrzeug fiel in diese Kategorie (2023).
Staat und Gesellschaft
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Erhabener Blick aus dem 328 m hohen Sky Tower mitten in der City von Auckland
Am anderen Ende der Welt ist man ausgesprochen kinderlieb. Vielleicht liegt auch deshalb die Geburtenrate höher als in vielen anderen westlich geprägten Nationen. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt ein Prozent. Neuseeland zählt inzwischen 5,3 Millionen Einwohner (2025). Davon leben etwa drei Viertel auf der Nordinsel, fast 85 Prozent verteilen sich auf ein halbes Dutzend Großstädte. 74 Prozent der Bevölkerung sind Weiße, die meisten britischer Abstammung. Unter den europäischen Minderheiten überwiegen Serbokroaten, Niederländer und Griechen. Knapp 18 Prozent der Bevölkerung sind Maori, deren Anteil wegen der höheren Geburtenrate schnell zunimmt. Hinzu kommen etwa 380 000 (ca. acht Prozent) eingewanderte Polynesier (nicht zu verwechseln mit den Maori) der umliegenden Südpazifik-Inseln, deren Integration in die westlich geprägte Gesellschaftsform nicht konfliktfrei verläuft. Aus Asien eingewanderte Menschen machen inzwischen mehr als 17 Prozent aus. Reglementierungen des Staates bewirken, dass die Zahl der Einwanderer mal zu-, mal abnimmt. Viele »Kiwi Citizens«, meist sehr qualifiziert, verlassen allerdings das Land, bevorzugt Richtung Australien, USA und England, wo Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten besser sind. 2024 wanderten ca. dreimal mehr Menschen aus als ein.
Die Amtssprachen sind Englisch, Maori und die neuseeländische Gebärdensprache. Entwickelt haben sich ein typischer Akzent, Änderungen im Satzbau und eigene Vokabeln: der Kiwi-Slang (vgl S. ). Besonders in der Maori-Bevölkerung gibt es Bestrebungen, die Kinder zweisprachig zu erziehen. Ein Viertel der Neuseeländer gehört der anglikanischen Kirche (Church of England) an, die mit Penny Jamieson in Dunedin im Jahr 1990 die erste Diözesanbischöfin der Weltchristenheit ernannt hat. Nur 16 Prozent sind römisch-katholischer Konfession. Ratana und Ringatu sind die bedeutendsten christlichen Gemeinschaften, zu denen sich Maori zusammengeschlossen haben. Ein 1971 erlassener »Race Relations Act« sieht eine Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Rasse als strafbare Handlung an.
Neuseeland ist als unabhängiger Staat Mitglied im Commonwealth: einer konstitutionellen Monarchie, die parlamentarisch regiert wird, mit King Charles III. als Oberhaupt. Jeder Bereich ist von der britischen Tradition geprägt. Doch die Bande haben sich gelockert. Spätestens seit England seinem treuen Verbündeten im Südpazifik wirtschaftlich den Rücken kehrte und sich zur Europäischen Gemeinschaft hin orientierte, betrachten die Neuseeländer die Beziehung realistischer und diskutieren die Möglichkeit, den Union Jack aus der Nationalflagge zu verbannen (während sich Australien bereits auf dem politischen Weg zur unabhängigen Republik befindet).
Im Parlament in Wellington – der Sitzungssaal ist gestaltet wie der in Westminster – wird der englische König durch den Generalgouverneur vertreten. Im Unterschied zum britischen Vorbild hat das neuseeländische Parlament nur eine Kammer, das Abgeordnetenhaus. Neuseeland hat praktisch ein Vierparteiensystem, obwohl sich bei jeder Wahl mehr als ein Dutzend Parteien um die Gunst der Wähler bemühen. Neben den zwei mächtigsten, der sozialdemokratischen Labour und der konservativen National Party, gibt es noch die linksgerichtete Green Party of Aotearoa New Zealand und die liberal-bodenständige ACT mit dem umtriebigen David Seymour sowie die konservative New Zealand First mit ihrem populistischen Führer Winston Peters, der sich, wie die meisten neuseeländischen Politiker, gerne hemdsärmelig präsentiert. Von Ende 2017 bis 2023 stellte die Labour Party mit der Ministerpräsidentin Jacinda Ardern die bislang jüngste Regierungschefin des Pazifikstaats.
Die 127 Volksvertreter im Parlament werden alle drei Jahre nach dem in Deutschland ebenfalls üblichen Verfahren mit Erst- und Zweitstimme gewählt – und zwar auch von denen, die in Neuseeland einen Wohnsitz haben, ohne Staatsbürger zu sein. Sieben Sitze im Parlament sind für die Vertreter der Maori reserviert. In wichtigen Fragen werden Volksabstimmungen abgehalten.
Ende 1997 übernahm Jenny Shipley als erste Frau Neuseelands das Amt des Premierministers von Jim Bolger (beide National Party). Die zwei Politiker können noch für sich in Anspruch nehmen, die Endphase der tiefgreifendsten wirtschaftlichen und sozialen Reformen, denen sich Neuseeland jemals unterziehen musste, mitgestaltet zu haben.
Das »Experiment Neuseeland« räumte brachial auf: Jeder dritte Neuseeländer kassierte noch 1991 eine staatliche Unterstützung – vorbei. Subventionen für Landwirtschaft und Industrie – gestrichen. Die Macht der Gewerkschaften – beendet. Mit dem »Employment Contracts Act« verschwand 1991 auch das Streikrecht, Arbeitsverträge wurden individuell zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgehandelt, die Zwangsmitgliedschaft in einer der etwa 200 Gewerkschaften wurde aufgehoben. Welche Wahl hat ein bankrottes Land? Böse Folge: Alle Banken, bis auf eine, sind in ausländischer Hand, Staatsunternehmen wurden verkauft.
Am Gesundheitssystem muss sich nun jeder finanziell stark beteiligen, auch das Bildungssystem ist nicht umsonst. Wer einen akademischen Grad anstrebt, braucht eine gefüllte Geldbörse. Neuseeland wurde zu einem Staat der Doppel- und Mehrfachverdiener. Angesichts eines durchschnittlichen Wochenverdienstes von brutto 1350 NZ-Dollar (Frauen: 1200 NZ-Dollar) bei einem Spitzensteuersatz von 33 Prozent, ist es in der Durchschnittsfamilie üblich, dass die Ehefrau mitverdient.
Nach diesem Befreiungsschlag, mangels Alternativen von der Bevölkerung schweren Herzens getragen, ging es mit der liberalisierten Wirtschaft tatsächlich steil bergauf. Das verkrustete System musste auf die Aufhebung von Importzöllen und Devisenbestimmungen wirkungsvoll reagieren. Zunächst mit Erfolg: Die Arbeitslosenquote pendelt seit 1998 zwischen fünf und sechs Prozent. Doch dann folgte erneut eine tiefe Rezession: Der wichtigste Handelspartner, Japan, geriet in Schwierigkeiten, die einsetzende Asienkrise drückte den Wert des Dollars, die Zahl der Touristen sank spürbar. Aber es rettet sich, wer kann – und viele können: Die erstaunlichen Do-it-yourself-Fähigkeiten der Neuseeländer helfen über so manche Schwierigkeit hinweg. Allerdings versperren die seit Anfang des Jahrtausends stark steigenden Hauspreise der nachwachsenden Generation den Weg zum eigenen sweet home. In Auckland kostet ein Haus durchschnittlich achtmal soviel wie das jährliche Haushaltseinkommen (ein Faktor 3 gilt als akzeptabel).
Nach schmerzhaften Einbrüchen während der Corona-Pandemie können der Tourismus sowie das Hotel- und Gastgewerbe die größten Zuwächse verbuchen, noch vor dem Bauwesen und der Landwirtschaft.
50 Prozent der neuseeländischen Exporte entfallen auf Fleisch, Wolle und Molkereiprodukte, aber mehr und mehr gewinnen Industrieerzeugnisse an Bedeutung. Neue Absatzmärkte erschließt Neuseeland jetzt konsequent im polynesischen und asiatischen Raum. ~
Maori
Maori
— Die ersten Einwanderer —
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Haka, der Kriegstanz der Maori, am Waitangi Day in Paihia
Es gibt keine Ureinwohner Neuseelands, es gibt lediglich die allerersten Einwanderer: die Maori. Als tangata maori stellten sie sich bei der Ankunft der »Weißen« vor – als »das gewöhnliche Volk«. Die Weißen wurden pakeha genannt, »Nicht-Maori«. Als in westlichen Kulturkreisen das Mittelalter angebrochen war, sollen sie ihre heimatlichen Inseln im ostpolynesischen Raum verlassen und das neu entdeckte Land besiedelt haben.
Zu einer Zeit, als europäische Seefahrer schon beim Verlassen des Mittelmeers kalte Füße bekamen, war die Ozean-Überquerung der Maori eine Meisterleistung, aber wohl auch von einigen navigatorischen Zufällen begünstigt. In ihren mit steinzeitlichen Werkzeugen gefertigten Booten konnten sie Tausende von Kilometern zurücklegen, Stürme und hohe Wellen überstehen.
Den Grund für den abenteuerlichen Exodus kennt keiner genau. Schriftliche Aufzeichnungen hat es nie gegeben, alles wurde mündlich überliefert. Vermutlich zwangen Überbevölkerung und Nahrungsmittelknappheit zur Auswanderung. Aber laut Maori-Mythologie gab es ein klares Ziel: »Aotearoa«, zuvor entdeckt von dem legendären Seefahrer Kupe. Seine Frau Hine-te-aparangi soll beim Erblicken der neuseeländischen Landmasse am Horizont ausgerufen haben: »He ao!« – eine Wolke! Daraus wurde Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke.
Während Wissenschaftler die Urheimat der Polynesier in Asien vermuten, tippen andere auf Südamerika, weil dort z. B. die traditionelle Kulturpflanze, die Kumara (Süßkartoffel) herstammt. Allerdings hat die Maori-Sprache zu viele Ähnlichkeiten mit polynesischen Dialekten, was dafür spricht, das Herkunftsland in der Südsee zu suchen. Die Überlieferung jedenfalls hat ihre eigene – sagenhafte – Erklärung: Hawaiki heißt demnach die Urheimat, wo alles angefangen hat. Am liebsten im heutigen Französisch-Polynesien, wo das Eiland Raiatea gut in die Maori-Mythologie passen würde.
Zuvor wurde natürlich die Welt erschaffen. Und zwar in weniger als sieben Tagen: Einst lagen der Himmelsvater Rangi und die Erdmutter Papatuanuku glücklich beisammen, zwischen sich die vier göttlichen Kinder. Doch der älteste Sohn, Tanemahuta, überredete seine Geschwister, sich aus der Umarmung der Eltern zu lösen und diese zu trennen. Himmel und Erde wurden auseinandergeschoben. Nebel, Tau und Regen blieben Tränen der getrennten Ureltern.
Zu keiner Zeit gab es das Maori-Volk. Über 40 verschiedene Stämme verteilten sich über das Land und die hegten nicht immer freundschaftliche Gefühle füreinander. Blutige Schlachten waren an der Tagesordnung. Die ersten »Pa« wurden errichtet, durch Palisadenreihen geschützte Festungsanlagen, in die sich die Stammesmitglieder bei Angriffen zurückzogen. Regelrechte Feldzüge zielten auf die benachbarten Chatham-Inseln, wo die friedliebenden Moriori versklavt und schließlich ausgerottet wurden.
Waren die nachbarlichen Beziehungen gut, trafen sich die Stämme auch zu gemeinschaftlichen Festen. Allerdings nicht, ohne dem Besucher auf den Zahn zu fühlen: Ein Zweig wird vor die Füße der ankommenden Gäste gelegt. Heben diese ihn auf, ist alles in Ordnung, die Besucher kommen in friedlicher Absicht. Streitigkeiten konnten allerdings übel enden: Besiegte Feinde fielen auch dem Kannibalismus zum Opfer, die tätowierten Köpfe wurden ausgestellt. Wer dem Tod entging, war in der Regel zu einem Sklavendasein verdammt.
Jahrhundertelang jagten die Maori den Moas nach, heimischen Riesen-Laufvögeln, die den mit Süßkartoffeln angefüllten Speiseplan bereicherten. Dass die letzen Moas vor etwa 500 Jahren ausstarben, geht nicht nur auf das Konto der treffsicheren Maori-Speere. Die Zeit der großen Urvögel war vermutlich einfach vorbei. Mit dem Eindringen weißer Siedler schien den Maori zunächst ein ähnliches Schicksal bestimmt. Kriegerische Auseinandersetzungen, aber auch eingeschleppte Infektionskrankheiten dezimierten das Naturvolk auf weniger als ein Drittel der ehemaligen Bevölkerungszahl.
Die zunehmende Übermacht der Europäer drängte auch Kultur und Traditionen der Maori in den Hintergrund. Die Zivilisation lockte. Immer weniger machten sich die Mühe, althergebrachte Kunsthandwerke wie das Schleifen von jadeähnlichem greenstone und Tierknochen zu erlernen. Oder das Tätowieren, wobei unterschiedliche Ornamente (moko) in der Haut ursprünglich Stammeszugehörigkeit und Status einer Person erkennbar machten. Die Motive wurden mit spitzen Vogelknochen ins Fleisch eingeritzt und mittels Kauri-Harz blauschwarz koloriert.
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Jadeähnlicher Greenstone wird auch heute von Künstlern zu Schmuck und anderen Pretiosen verarbeitet
Je mehr Pakeha ins Land drangen, desto spürbarer prägte westliche Lebensart das Zusammenleben. Eine um die andere Maori-Siedlung wurde aufgegeben. Schließlich kamen nur noch die Alten im »Marae« zusammen, wo seit je das Versammlungshaus als gesellschaftliches Zentrum fungiert. Hier wird gemeinsam gefeiert, getrauert und Besuch empfangen. So will es die Tradition. Und neuerdings auch ein erwachtes Selbstverständnis vieler Maori, die sich ihrer Wurzeln besinnen. Jedes Versammlungshaus ist dem menschlichen Körper nachempfunden und repräsentiert einen bedeutenden Vorfahren: Der langgezogene Firstbalken formt das Rückgrat, die seitlichen Dachverstrebungen sind die Rippen, vorn umrahmen die Giebelbalken wie mächtige Arme die Türöffnung, das Innere füllen Brust und Bauch. Schnitzereien und Ornamente symbolisieren den jeweiligen Stamm. Das Versammlungshaus mit Schuhen zu betreten ist tabu – ein herber Verstoß gegen die Etikette. Das gilt bis heute, auch für Touristen, wenn sie zu einer der beliebten Folkloredarbietungen ins Innere gelassen werden.
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Blick in ein traditionelles Versammlungshaus: Kunstvoll geschnitzte Statuen und Tafeln nehmen Bezug auf den jeweiligen Stammbaum sowie auf Legenden
Das traditionelle Liedgut wird unterschieden in maori chant, als rein musikalische Ausdrucksform, und action song, bei dem Gesang einhergeht mit rhythmischen Körperbewegungen. Die Tänze sind verspielt, manchmal geradezu träge. Eine Ausnahme bildet der haka, der temperament- und kraftvolle Kriegstanz. Geradezu bedrohlich erscheint es, wenn die Zungen der Tänzer schlangenartig vorschnellen und die aufgerissenen Augäpfel sich diabolisch verdrehen. Spätestens dann zweifelt kein Zuschauer mehr an der kannibalischen Vergangenheit der Maori.
Seit dem 19. Jahrhundert gehören auch christliche Lieder zum Repertoire. Missionare aus Europa mit jeder Menge Sendungsbewusstsein scheuten die weite und beschwerliche Seereise nicht, um das neu entdeckte Naturvolk zu bekehren. Allzu schwer war es nicht, den Maori begreiflich zu machen, dass die Überlegenheit der weißen Einwanderer nur auf den übermächtigen Gott der Pakeha zurückzuführen sei.
Auf die eigenen Naturgötter, den Gott der Winde, den Meeresgott oder den Gott des Erdbebens und des Feuers, war ohnehin wenig Verlass, wie die Erfahrung zeigte. War es da nicht attraktiver, bei guter Führung auf Erden nach dem Tod ins himmlische Paradies aufgenommen zu werden, als sich von den Steilklippen am Cape Reinga, im äußersten Norden Neuseelands, aufzumachen ins legendäre Ursprungsland Hawaiki, von dem keiner weiß, wo es eigentlich liegt?
Heute bemühen sich nicht nur die Maori selbst, sondern auch staatliche Initiativen, das einzigartige polynesische Kulturgut zu erhalten. Unerlässlich ist dabei die Pflege der eigenen Sprache. Spezielle Fernseh- und Radioprogramme kümmern sich darum wie auch separate Maori-Schulen. Mehr als 800 »Sprachnester« (kohanga reo) wurden seit 1982 gegründet. Dort werden Kinder im Vorschulalter unterrichtet. Etwas 25 Prozent der Maori beherrschen heute noch ihre Sprache.
Gestritten wird in der neuseeländischen Gesellschaft nach wie vor um die Landrechte der Maori, um die Frage, welche Landverkäufe zum Zeitpunkt des Vertrags von Waitangi 1840 rechtens waren und welche nicht. Zuständig ist das »Waitangi Tribunal« und es entscheidet immer häufiger zugunsten der Maori, was viele Pakeha verunsichert, ebenso wie die steigende Gewaltbereitschaft unter jugendlichen, oftmals arbeitslosen Maori. Besonders gefürchtet sind in den Großstädten brutale Straßenbanden wie der Mongrel Mob. All das fördert nicht das friedliche Zusammenleben in dem noch jungen Staat Neuseeland. Die Nation ist nach wie vor ein »Volk mit zwei Paddeln«, wie ein weiser Maori erkannt hat. Seit einigen Jahren erhalten Städte, geographische Orte, Museen und andere Einrichtungen zunehmend offiziell Doppelnamen: neben der englischen gilt fortan auch die Maori-Bezeichnung. So heißt Christchurch jetzt zusätzlich Õtautahi und die dortige Art Gallery wird auch Te Puna o Waiwhetū genannt. Das gefällt nicht allen.
Maoritanga heißt das neue Selbstbewusstsein der Nachfahren der ersten Einwanderer. Und es meint auch den Stolz, Maori zu sein. Um sich so nennen zu dürfen, muss ein Neuseeländer Maori-Blut in seinen Adern haben. Beweisen muss er dies nicht. ~
Vorderansicht eines Versammlungshaus: mächtige, reich verzierte Giebelbalken umarmen förmlich den Eingang
NEUSEELAND IN SICHT
Reise ans andere Ende der Welt
Jung, wild und hitzig – — Erdgeschichtlich steckt Neuseeland noch in den Kinderschuhen —
Maori
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DIE SCHÖNSTEN ROUTEN DURCH NEUSEELAND
Die Schönsten Routen durch Neuseeland – — 26 Tage über Nord- und Südinsel —
Ankunft in Auckland – — Endlich am anderen Ende der Welt —
Service & Tipps Tag 1
Im Norden lockt die Bay of Islands – — Subtropisch und sonnenverwöhnt —
Zum Gedenken – — Friedensreich Hundertwassers grüne Wahlheimat —
Service & Tipps Tag 2
Spannende Historie rund um Russel – — Höllenloch im Pazifik —
Service & Tipps Tag 3
Zum Cape Reinga im hohen Norden – — Spektakuläre Aussicht am Mega-Strand —
Service & Tipps Extratag
Waitangi und der Waipoua Kauri Forest – Pioniergeist und Rodungswahn –
Service & Tipps Tag 4
Zurück in die Metropole Auckland – — City of Sails —
Service & Tipps Tag 5
Kreuz und quer durch Auckland – — Sightseeing zwischen Vulkankegeln —
Service & Tipps Tag 6
Im Westen der Coromandel Peninsula – — Halbinsel mit goldiger Vergangenheit —
Service & Tipps Extratag
Im Osten der Coromandel Peninsula – — Ferienküste mit Traumstränden —
Service & Tipps Extratag
Durch die Bay of Plenty nach Rotorua – — Kiwis und Co im Überfluss —
Service & Tipps Tag 7
Rotorua ist Kultur- und Thermalzentrum – — Im warmen Nest der Maori —
Service & Tipps Tag 8
Thermische Attraktionen bis Taupo – — Auf heißer Spur —
Service & Tipps Tag 9
Bergfahrt in den Tongariro National Park – — Drei Vulkane unter Naturschutz —
Service & Tipps Tag 10
Auf der Gentle Annie Road nach Napier – — Alles Stilecht in Art déco —
Service & Tipps Extratag 1
Zur Vogelkolonie am Cape Kidnappers – — Tölpel in Sicht —
Service & Tipps Extratag 2
In der Hauptstadt Wellington – — Regiert wird (fast) in der Mitte … —
Service & Tipps Tag 11
Mit der Fähre zur Südinsel – — Eine wackelige Verbindung —
Service & Tipps Tag 12
Von Picton über Nelson nach Motueka – — Küste mit prima Klima —
Service & Tipps Tag 13
Durch den Abel Tasman National Park – — Wildnis zum Kuscheln —
Service & Tipps Tag 14
Von Motueka nach Greymouth – — Pfannkuchen-Felsen mit Meerblick —
Service & Tipps Tag 15
Entlang der West Coast nach Franz Josef – — Greenstone, Gold und Gletschereis —
Service & Tipps Tag 16
Über den Haast Pass nach Central Otago – — Sonnenverwöhntes Binnenland —
Service & Tipps Tag 17
Vom Lake Wanaka zum Lake Wakatipu – — Wildwasser zwischen großen Seen —
Service & Tipps Tag 18
Abenteuerliches Queenstown – — Spielplatz für Adrenalin-Junkies —
Service & Tipps Tag 19
Zum stillen Ufer des Lake Te Anau – — Glühwürmchen-Idylle am Gletschersee —
Service & Tipps Tag 20
Tagestrip zum malerischen Milford Sound – — It sounds so good —
Zweitagesausflug nach Stewart Island – — Kleine Insel mit großartiger Natur —
Service & Tipps Extratage
An die Ostküste, nach Dunedin – — Echt schottisch —
Service & Tipps Tag 22
Tagestrip über die Otago Peninsula – — Tierisch gute Halbinsel —
Service & Tipps Tag 23
Von Dunedin bis Lake Tekapo – — Kurs auf den höchsten Berg des Landes —
Service & Tipps Tag 24
Eine Stadt zwischen Land und Strand – — Von Lake Tekapo nach Christchurch —
Service & Tipps Tag 25
Eine Stadt hat sich neu erfunden – — Aufenthalt in Christchurch —
Service & Tipps Tag 26
Tagesausflug auf die Banks Peninsula – — Im französischen Séparée —
Service & Tipps Extratag
Retour-Tour – — Mit dem Auto von Christchurch nach Auckland (1142 km) —
1. Tag: Christchurch – Kaikoura (Fahrzeit: ca. 3 Std./183 km)
2. Tag: Kaikoura – Blenheim – Picton (Fahrzeit: ca. 2 1/2 Std./162 km) – (Fährüberfahrt, 3 1/2 Std.) Wellington – Levin – Foxton – Wanganui (Fahrzeit: ca. 3 Std./204 km), reine Fahrzeit gesamt: ca. 5 1/2 Std./366 km
3. Tag: Exkursion Whanganui River Road
4. Tag: Wanganui – Hawera – Eltham – Kaponga – Dawson Falls/Mount Taranaki/Stratford (reine Fahrzeit: ca. 2 1/2 Std./140 km)
5. Tag: Taranaki-Region
6. Tag: Dawson Falls/Stratford – (SH 43, The Forgotten World Hwy.) Whangamomona – Ohura – Te Kuiti – Waitomo Caves (reine Fahrzeit: ca. 5 Std./263 km)
7. Tag: Waitomo Caves – Otorohanga – (SH 3/SH 1) Hamilton (Fahrzeit: ca. 1 1/2 Std./80 km) – Auckland (Fahrzeit: ca. 1 1/2 Std./110 km), reine Fahrzeit gesamt: ca. 3 Std./190 km
Skiwis im Schnee – — Wintersport im Sommerurlaub —
CHRONIK
Chronik – — Daten zur Landesgeschichte —
Bildnachweis, Impressum, Karte
SERVICE VON A BIS Z
Neuseeland ist nicht nur geologisch ein junges Land, sondern auch was die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Tourismus angeht. Mit anderen Worten: Alles, was jung ist, entwickelt sich stürmisch, manchmal auch unkontrolliert. Alle Angaben – besonders auf den blauen Infoseiten – wurden nach bestem Wissen gemacht und mehrfach überprüft. Sollten Sie Fehler/Veränderungen entdecken oder Verbesserungsvorschläge haben, sind wir für eine Nachricht an den VISTA POINT Verlag dankbar.
Anreise, Einreise
Anreise mit dem Flugzeug
Mehrmals täglich starten Flugzeuge von Deutschland, Österreich, der Schweiz oder aus den Niederlanden oder Belgien nach Neuseeland. Sie fliegen entweder über die West- oder die Ostroute. Als Faustformel gilt: Ab Frankfurt/Main bis Auckland beträgt die reine Flugzeit 22 bis 24 Stunden. Trotz der vielen verlockenden Stopover-Angebote in den USA, Asien oder dem Nahen Osten sollten für Neuseeland immer noch gut vier, besser fünf Wochen Reisezeit eingeplant werden.
Seit Corona ist das Sitzplatzangebot immer noch reduziert und die Maschinen sind schnell ausgebucht. Die Tarife liegen zwischen € 1400 (Mai/Juni) und € 2000 (Dez.–Feb.). Und im Unterschied zu früher scheint es kaum große Preisunterschiede bei den Tickets zu geben. Buchen Sie bei Veranstaltern oder direkt bei der Airline, Internetangebote sind meist nicht preiswerter und bisweilen kompliziert in der Abwicklung. 2024 sind die Preise in der Business Class und vor allem in der Premium Economy unverhältnismäßig stark angestiegen.
Viele Airlines bieten mittlerweile 25 bis 30 Kilogramm Freigepäck pro Person an (plus 7 kg Handgepäck). Tipp: Werden Sie Mitglied in einem »Vielflieger-Programm«. Oft erhalten Sie für die geflogenen Meilen, je nach Buchungsklasse, einen Europa-Flug gratis (plus Steuern und Gebühren).
Auf der Westroute mit Stopp in London und Los Angeles ist die bequeme Sky Couch (Aufpreis!) von Air New Zealand die preiswerteste Möglichkeit, es sich auf dem langen Flug in der »Holzklasse« etwas bequemer zu machen (www.airnewzealand.eu), allerdings durchgängig erst dann, wenn die Airline vielleicht 2025/26 die britische Metropole wieder anfliegt. Air NZ führt ab 2026, zunächst auf der Ultra-Langstrecke New York–Auckland, im Dreamliner das Sky Nest für Economy-Passagiere ein. Sechs Schlafkojen stehen zur Verfügung, die für je ca. € 300–400 Aufpreis gebucht werden können – für vier Stunden.
Über Asien:
Die beliebtesten Drehkreuze sind Hongkong und Singapur, von Deutschland aus jeweils in ca. zwölf Flugstunden zu erreichen. Weiter geht es dann entweder nonstop (ca. 10 Std.) oder mit einer kurzen Zwischenlandung in Australien (7 Std. 30 Min.Flug) nach Neuseeland (noch mal ca. 2 Std. 45 Min.). Vor allem, wenn man nach/von Christchurch fliegen will, ist der Flug mit Singapore Airlines (bzw. Alliance-Partner wie Lufthansa oder Air New Zealand) am unkompliziertesten und schnellsten.
Geradezu ideal ist ein kurzer Stopp auf Singapurs Changi Airport, der als weltweit bester Flughafen gilt: Buchen Sie das Ticket mit einer Airline (www.singaporeair.com, www.lh.com oder www.airnewzealand.eu) so, dass möglichst sieben bis zehn Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug bestehen und organisieren Sie sich für diesen Zeitraum ein Zimmer in einem der Transithotels. Die gibt es im Terminal 1 (mit Outdoor-Swimmingpool und Blick aufs Flugfeld, Aerotel, 0065-6808 2388, www.myaerotel.com) oder Terminal 2 und 3 (Ambassador Hotel, 0065-6507 9788, www.harilelahospitality.com/terminal-3-new). Das komfortable, zweckmäßige Doppelzimmer, meist ohne Fenster, kostet ca. € 180 für sechs Stunden und ca. € 250 für 12 Stunden). Das Gepäck wird durchgecheckt, Sie bleiben im Transitbereich. Herrlich entspannend!
Alternative Flugrouten führen über Tokio, Südkorea, China (Hongkong, www.cathaypacific.com/de). Bei Flügen über Taipeh ist zu beachten, dass die Stopps bis zum Anschlussflug teilweise länger dauern.
Über Nahost:
Etwa sechseinhalb bis sieben Stunden dauert der Flug von Deutschland nach Dubai (www.emirates.com), Abu Dhabi (www.etihad.com) oder Doha (www.qatarairways.com), dann geht es mit meist nur kurzen Aufenthalten von zwei bis drei Stunden weiter auf die Südhalbkugel, von Dubai und Doha sogar mit Nonstop-Flügen (16–17 Std. nach Auckland). In der Economy Class braucht das schon Sitzfleisch.
Über Amerika, Südamerika und Kanada:
Die Route ist nur zu empfehlen, wenn man die Länder für einen längeren Stopover nutzen will. Ansonsten sind sowohl die Flugzeiten als auch die Einreisebestimmungen (vor allem in die USA) unkomfortabler. Beachten Sie die Visa-Vorschriften, auch bei Transit-Aufenthalten! Südsee-Inseln sind ebenfalls am besten über die Westroute zu erreichen, berücksichtigen Sie jedoch, dass die beste Reisezeit für Neuseeland (November bis April) nicht optimal für die Südsee ist (Cyclone Season)!
Round the World:
Ost- und Westroute können Sie mit Air New Zealand/Lufthansa/Singapore Airlines auch kombinieren und einen Rund-um-die-Welt-Tarif buchen (z. B. auf dem Hinweg über Los Angeles nach Auckland, zurück ab Christchurch über Singapur (roundtheworld.staralliance.com/staralliance/de/round-the-world).
Jetlag
Die »Störungen des internen Rhythmus’«, wie es medizinisch so schön heißt, sind bei einem Flug nach Neuseeland vorprogrammiert. Etwa ein Drittel der Fluggäste steht das (fast) ohne Probleme durch, ein weiteres Drittel leidet ein paar Tage und der Rest schlimmstenfalls Wochen. Alles Veranlagung. In der Regel benötigt der Körper nach zwei Stunden Zeitverschiebung mindestens 24 Stunden zur Umstellung. Aber: Die Zeitumstellung erfolgt nach einem Flug in Richtung Westen schneller als nach einem Flug in Richtung Osten.
Versuchen Sie vor einem Flug in Richtung Westen (über Los Angeles) etwas später ins Bett zu gehen und morgens länger zu schlafen. Generell gilt: wenig eiweißreiche (energiezuführende) Nahrung im Flugzeug zu sich nehmen, wenig Alkohol, aber viel Flüssigkeit trinken. Essen Sie nur, wenn Sie wirklich Hunger haben. Stellen Sie Ihre Uhr erst bei Ankunft in Auckland/Christchurch auf Ortszeit um.
Nach der Ankunft sollte abends eine leicht verdauliche, kohlenhydratreiche Kost (auch Desserts, Früchte etc.) auf dem Speiseplan stehen. Wichtig: In Neuseeland erst am Abend ins Bett gehen und möglichst lange schlafen.
Bordgepäck
Mit an Bord gehören gute geräuschreduzierende Ohrstöpsel, ein Mundschutz, evtl. eine Schlafmaske und ein (aufblasbares) Nackenkissen und warme Strümpfe (um die Schuhe ausziehen zu können), außerdem ein leichter Pullover, ein Fettstift für die Lippen und alles für die Morgentoilette (z. B. Rasierer). Und wenn Sie im Transitbereich vom Changi-Airport (Terminal 1) ins Schwimmbad wollen, auch Badesachen – und Wechsel-Unterwäsche für den Stopp im Transithotel. Sinnvoll und gut am Sitz zu verstauen, kann eine eigene – aber vor dem Sicherheits-Check entleerte (!) – Wasserflasche zum Nachfüllen an Bord sein. Fragen Sie Ihren Arzt nach den sich ändernden Einnahmezeiten von Medikamenten und organisieren Sie eine Übersetzung der Medikation für die Einreise.
Anreise mit dem Frachtschiff
Frachtschiffe, die Passagiere mitnehmen, starten zurzeit auch in Hamburg. Dann geht’s über den Suezkanal, Fremantle, Adelaide, Sydney, Auckland und zurück. Fahrzeit: ca. 40–50 Tage (einfache Fahrt). Informationen: www.frachtschiff-reisen.net.
Reisemobil- / Pkw-Verschiffung
Einen Pkw oder das Wohnmobil nach Neuseeland zu transportieren organisiert sehr effizient die Agentur Seabridge aus Düsseldorf (www.seabridge.de). Die Kosten variieren stark. Aufwendig ist die Reinigungsprozedur der Fahrzeuge, bevor sie in Neuseeland aus dem Zollbereich fahren dürfen.
Einreise und Einwanderung
Benötigt werden ein Reisepass, der noch drei Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist, und ein gültiges Rückreiseticket. Achtung: Bei einem Stopover in Asien muss der Reisepass noch sechs Monate gültig sein. Außerdem wird bei der Einreise bisweilen ein Beleg dafür verlangt, dass man über genügend finanzielle Mittel verfügt (etwa NZ$ 1000 pro Aufenthaltsmonat).
Vor der Einreise müssen Touristen aus visabefreiten Ländern, also z. B. der EU, ein NZeTA (New Zealand Electronic Travel Authority) über eine App beantragen. Die Bearbeitung kann bis zu 72 Stunden dauern und kostet NZ$ 17 über die App (im Online-Verfahren: NZ$ 23). Im selben Verfahren werden die Kosten für die »International Visitor Conservation and Tourism Levy« (IVL) in Höhe von NZ$ 100 (Stand: 2025) pro Antrag erhoben. Das NZeTA gilt zwei Jahre und berechtigt für mehrmalige Einreisen, aber immer nur für maximal drei Monate (Visitor Visa). Beachten Sie bei einem Flug über Australien oder die USA die jeweiligen Visa-Bestimmungen, sicherheitshalber auch für den Transit.
Infos: www.immigration.govt.nz/new-zealand-visas/visas/visa/nzetawww.mbie.govt.nz/immigration-and-tourism/tourism/tourism-funding/international-visitor-conservation-and-tourism-levy
Jeder Reisende muss frühestens (!) 24 Stunden vor der geplanten Ankunft in Neuseeland zusätzlich eine New Zealand Traveller Declaration (NZTD) ausfüllen. Die ist kostenlos und wird mit der Reisepass-Nr. verknüpft. Man bekommt nach der Registrierung eine Referenznummer per E-Mail zugeschickt, mit der die »Declaration« weiter bearbeitet werden kann. Die Prozedur ist per online-Form oder App möglich (kein Ausdruck oder QR-Code nötig). Es existiert weiterhin ein Papierformular, das nach Ankunft in der Arrival Hall ausgefüllt werden kann. Das Einreise-Prozedere (eGate) ist weitgehend automatisiert/digitalisiert, aber die Biosecurity kontrolliert penibel mit Hunden, ob nicht doch Lebensmittel etc. eingeführt werden.
Infos: www.travellerdeclaration.govt.nz +64/4/931 5799 E-Mail-Kontakt unter: www.travellerDeclaration.govt.nz/contact
Nach drei Monaten müssen sich Touristen um ein Visum für max. weitere sechs Monate in Neuseeland bemühen. Wer noch länger in Neuseeland bleiben möchte (bis zu zwölf Monate), sollte zuvor auf jeden Fall bei der neuseeländischen Botschaft in Berlin ein entsprechendes Visum beantragen (s. Kapitel »Diplomatische Vertretungen«). Beliebt sind bei jungen Leuten die »Work and Travel«-Aufenthalte(Working Holiday Visum). Für »digitale Nomaden« (remote work), die in Neuseeland für ausländische Auftraggeber arbeiten, gelten seit 2025 neue Bestimmungen.
Infos: www.immigration.govt.nz/new-zealand-visaswww.work-and-travel-neuseeland.org
Nach wie vor hat Neuseeland Interesse an qualifizierten Einwanderern. Aber: Ein Arbeitsvisum wird nur ausgestellt, wenn ein konkretes Stellenangebot vorliegt und kein neuseeländischer Arbeitsuchender diese Tätigkeit ausüben kann. Wer nach Neuseeland einwandern will, muss seine Qualifikationen und Arbeitserfahrungen etc. durch ein Punktesystem beurteilen lassen. Wer im Land Geld investiert, ist ebenfalls willkommen. Die Bestimmungen werden immer wieder aktualisiert.
Infos: www.immigration.govt.nzwww.live-work.immigration.govt.nz
Auskunft
Eine neuseeländische Tourismuszentrale in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Benelux-Ländern existiert derzeit nicht. Die Büros der i-SITE (Visitor Information) in vielen Orten des Landes verfügen über sehr hilfreiche Infos und buchen auch Unterkünfte (www.newzealand.com/int/visitor-information-centre).
Infos: Infos über Neuseeland können Touristen am besten über das Internet erhalten: www.newzealand.comwww.newzealand.com/int/themed-highwayswww.aa.co.nz/travelwww.thecuriouskiwi.co.nz (Seite wird seit einigen Jahren nicht mehr gepflegt, hat aber noch brauchbare Informationen) www.neuseeland.reisebine.de (Blog) www.weltwunderer.de (Blog)
Autofahren, Mietwagen, Verkehr
Mit dem Mietwagen
Alle großen internationalen Autovermietungen gibt es auch in Neuseeland. Hinzu kommen noch zahlreiche kleine Unternehmen, die mit günstigen Preisen ihren Marktanteil zu vergrößern versuchen. Einen etwa sechs Jahre alten Wagen der Golf-Klasse bekommt man schon für ca. NZ$ 60/Tag, einen neuwertigen Mittelklassewagen ab ca. NZ$ 100/Tag.
Buchen über das Internet ist einfach, meist haben aber auch Veranstalter konkurrenzfähige (Paket-) Preise. Bei Langzeitmieten über 28 Tage werden attraktive Nachlässe angeboten.
Achten Sie auf die Versicherungsbeiträge: Eine Vollkaskoversicherung kostet NZ$ 20/Tag. Kalkulieren Sie ansonsten einen Selbstbehalt ein, der über die Kreditkarte abgesichert/abgebucht wird (zwischen NZ$ 1000 und NZ$ 7500) und berücksichtigen Sie die Summe unbedingt bei ihrem Kreditrahmen.
Der Mieter muss mindestens 21 Jahre alt sein und den Führerschein länger als ein Jahr besitzen. Neben dem nationalen ist unbedingt auch ein internationaler Führerschein erforderlich.
Nicht bei Reisemobilen, aber bei Pkw haben Sie die Wahl, ob das Auto vor der Fährüberfahrt auf Nord- bzw. Südinsel in Wellington bzw. in Picton gewechselt werden soll, das spart ca. NZ$ 230 für die Fähre, ist aber mit etwas Umstand verbunden. Vergessen Sie nicht Ihren Automobilclub-Ausweis. Er verschafft, in Kooperation mit dem neuseeländischen AA, einige Vergünstigungen bei Pannen (vgl. S. /Tag 1 Infoteil). Erkundigen Sie sich vorab auch bei Ihrem Automobilclub.
Mietwagen, Auswahl: www.apexrentals.co.nwww.jucy.co.nzwww.omegarentals.comwww.rentalcars.co.nz (Pegasus)
Mit dem Wohnmobil
Unter den vielen Dutzend Vermietern sind THL (mit den Marken Maui, Britz, Apollo, Mighty, Hippie, Cheapa Campa), Jucy und Wilderness die größten, sie haben konkurrenzfähige Preise und können im Notfall auch in der Hauptsaison ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung stellen. Sie verfügen zudem über die modernsten Fahrzeuge, im Falle von Wilderness sogar grundsätzlich aus deutscher Fabrikation (Bürstner und Carado, Infos auch in deutscher Sprache). Vergleichen kann man die Modelle auf www.rankers.co.nz, www.campervanfinder.co.nz oder www.motorhomerepublic.com/de. Preiswerter sind ältere Wohnmobile, oft aber auch sehr abgewohnt.
Grundsätzlich ist die Reise mit dem Wohnmobil nicht preiswerter als die Kombination Auto/Motel (ca. NZ$ 280/Tag inkl. Versicherung für einen Mittelklasse-Pkw und Drei-Sterne-Motel ohne Frühstück). Für einen komfortablen Zweibett-Camper mit Dusche/WC sind ca. NZ$ 300/Tag plus der empfehlenswerten Vollkasko-Versicherung (NZ$ 70) fällig. Plus ca. NZ$ 50/Tag für den Campingplatz. Hinzu kommt noch eine Road User Charge (RUC), abhängig von den gefahrenen Kilometern (ca. NZ$ 76/1000 km). Allerdings ist man mit dem Wohnmobil Selbstversorger und etwas unabhängiger in der Reiseplanung, vor allem in den Hauptreisemonaten Ende Dezember bis Ende März.
Wohnmobilmieter, Auswahl www.wilderness.co.nzwww.maui-rentals.comwww.britz.comwww.jucy.co.nzwww.wendekreisen.co.nzwww.indiecampers.comwww.spaceshipsrentals.co.nzwww.madcampers.co.nz Eine günstige Alternative – solange alles ohne Zwischenfälle funktioniert – bilden Reisemobile, die über Vermittler von Privatpersonen angeboten werden: Wohnmobilmieter, Auswahl www.camplify.co.nzwww.kiaoracampers.co.nzwww.camperdays.de
Tipps:
Im Frühjahr und Spätherbst können die Nächte frisch werden, die strom- bzw. gasbetriebenen Heizgebläse in den Wohnmobilen verbreiten dann nicht unbedingt heimelige Wärme. Lassen Sie sich am besten noch zusätzliche Schlafsäcke oder Decken mitgeben! Nehmen Sie höchstens einen Koffer, sonst nur Gepäcktaschen mit, die sich leichter im Wagen unter der Sitzbank verstauen lassen. Wenn Sie abseits der Campingplätze übernachten wollen, sollte das Fahrzeug über eine zweite Batterie für den Wohnraum und eine Gasheizung verfügen. Ein Automatikgetriebe ist beim ungewohnten Linksverkehr ein echter Komfortgewinn. Das Fahrzeug sollte nicht zu klein gewählt werden. Und: Achten Sie auf eine ausreichende Breite bei den Betten.
Campingstühle und -tische werden meist gegen Aufpreis angeboten. Auch Moskitoschutz (Netze für die Fenster) wird man noch zu schätzen wissen. Auf Dichtigkeit prüfen! Sie brauchen ferner einen Wasserschlauch und eventuell ausreichend Chemikalien für die Toilette, sofern sich eine an Bord befindet. Außerdem ein Verlängerungskabel, Bordwerkzeug, eventuell Ersatzsicherungen für das Auto und den Wohnbereich, einen Eimer, einen Handfeger und die Bedienungsanleitungen. Auch ein Zweitschlüssel sollte auf jeden Fall dabei sein. Achten Sie auf eine Taschenlampe, Wäscheklammern, Wäscheleine, eine Fliegenklatsche und ein paar Arbeitshandschuhe.
Mitglied des neuseeländischen Reisemobilclubs NZMCA (www.nzmca.co.nz) kann nur werden, wer auch Mitglied eines ausländischen Campingclubs ist (z. B. DCC/Deutscher Camping Club in Deutschland oder von NKC bzw. ANWB in den Niederlanden) und hat dann Zugriff auf kostenfreie Stellplätze und andere Vergünstigungen. Informationen zum Thema »Freedom Camping« (Übernachten außerhalb von Campingplätzen) vgl. S. /Unterkünfte/Camping).
In Neuseeland benötigt man eigentlich kein vierradangetriebenes Fahrzeug. Achtung: Auf manchen Pisten erlischt der Versicherungsschutz. Mit Ausnahme der Straße durch Skippers Canyon bei Queenstown und des Ninety Mile Beach im Northland sind sich die Vermieter aber nicht ganz einig, was eigentlich erlaubt ist. Lassen Sie sich besser schriftlich Auskunft vom Vermieter geben, welche Strecken er verbietet.
Bei der Übernahme und bei der Rückgabe unbedingt detaillierte Fotos vom Auto/Reisemobil machen, kontrollieren Sie auch den Boden- und Dachbereich (beim Reisemobil).
Verkehrsregeln
In Neuseeland gilt Linksverkehr, entsprechend ist das Steuer rechts. Achtung: Schauen Sie auch als Fußgänger beim Überqueren der Straße zuerst nach rechts und dann nach links – und nicht umgekehrt! Unfälle, verursacht durch Touristen, häufen sich und die Politik hat inzwischen die Autovermieter aufgefordert, stärker darauf zu achten, dass die Kunden verantwortungsbewusst und kenntnisreich am Straßenverkehr teilnehmen.
Die Hauptverkehrsstraßen (State Highways/SH) sind mittlerweile alle gut ausgebaut (wenngleich auch etliche Unebenheiten vor allem Reisemobilisten nerven), meist zweispurig mit Überholabschnitten. Die Nebenstrecken sind kurvenreicher und teilweise eng. Unterschätzen Sie nicht die Distanzen: Mit einem Reisemobil oder Mietwagen schaffen Sie durchschnittlich 60 bis 70 km/h. Der Autoverkehr ist auf der Nordinsel dichter als im Süden. Es gibt nur noch sehr wenige unbefestigte Straßen (metal road, metal surface).
Auf vierspurigen, autobahnähnlichen Straßen fährt man nur im Umkreis der großen Städte (es darf links und rechts überholt werden). Der Verkehr im Kreisverkehr hat Vorfahrt – und kommt natürlich von rechts! Beim Abbiegen dürfen auch die quergestreifen Linien in der Fahrbahnmitte benutzt werden.
Die Verkehrszeichen unterscheiden sich nicht sehr von unseren, mit einigen Ausnahmen: Clearway bedeutet, dass dort auf keinen Fall gehalten werden darf (meist verbunden mit einer Zeitangabe), und LSZ (Limited Speed Zone) weist darauf hin, dass Sie die Fahrweise bzw. Geschwindigkeit den Umständen (starke Regenfälle, Kinder am Straßenrand etc.) anpassen müssen (meist dann 50 km/h). Beim Black Spot handelt es sich um einen besonders gefährlichen Straßenabschnitt.
Diese Begriffe werden Ihnen ebenfalls begegnen:
falling debris – Steinschlag
free turn – Abbiegen (an einer Ampel) auch bei »Rot« erlaubt
give way – Vorfahrt achten
greasy if wet – Rutschgefahr bei Nässe
no exit – Sackgasseno
U-turn – Wenden verboten
passing lane – Überholspur
peds Xing (pedestrians crossing) – Fußgängerüberweg
road narrows – schmales Straßenstück
seal ends – Ende der Asphaltstraße
wandering stock – Viehherden, verunreinigte Fahrbahn
tow away area – hier wird abgeschleppt
Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille; ist der Fahrer noch keine 20 Jahre alt, gilt das zero alcohol limit. Sicherheitsgurte müssen auf allen Fahrzeugplätzen angelegt werden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt außerhalb von Ortschaften 100 km/h, was extrem häufig von Radarwagen (auch entgegenkommenden Polizeiwagen) überwacht wird. Selbst kleinste Überschreitungen werden geahndet. Die Bußgelder sind happig und werden auch von Touristen eingetrieben. Denunzieren auf der Straße ist nicht selten, der sich behindert fühlende Verkehrsteilnehmer wählt dann: 555 (Roadwatch, www.police.govt.nz) und gibt das Kennzeichen durch. Der Halter des Fahrzeugs wird angeschrieben und »ermahnt«, eventuell auch gestoppt. Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage ist verboten.
Infos: www.police.govt.nzwww.nzta.govt.nz/resources/roadcode/about-drivingwww.drivesafe.org.nz
Nach einem Unfall benachrichtigen Sie die Polizei. Geben Sie kein Schuldgeständnis ab, informieren Sie die Vermietstation, lassen Sie sich Namen, Adresse und Versicherungsdaten Ihres Unfallgegners geben und notieren Sie die Namen/Adressen von Zeugen.
Seien Sie vorsichtig, wenn langsam vor Ihnen fahrende Lkw Blinkzeichen zum Überholen geben. Winker rechts kann bedeuten: jetzt überholen oder aber: jetzt nicht überholen! Und umgekehrt. Jeder macht’s anders, also verlassen Sie sich auf Ihren eigenen Blick.
Tanken
Die Literpreise für Super-Benzin (91, 95, 98 Oktan) liegen bei NZ$ 2.55–2.95, für Diesel bei NZ$ 1.85 (Dez. 2024) und sind auf der Südinsel etwas teurer als auf der Nordinsel. Aktuelle Preise unter: www.gaspy.co.nz (auch als App).
Die Öffnungszeiten sind unterschiedlich, aber die meisten Tankstellen haben auch am Wochenende geöffnet. Bis auf einige wenige Gebiete (Haast Pass/Westküste der Südinsel, Northland oder East Cape) ist das Tankstellennetz sehr dicht.
Angeboten werden ebenfalls CNG, Compressed Natural Gas (Methan), und LPG, Liquid Petroleum Gas, mit dem auch beim Wohnmobil die Gasflasche gefüllt wird. CNG, das nur auf der Nordinsel vertrieben wird, und LPG sind neuseeländische Produkte aus den reichen Ressourcen der Erdgasfelder, beispielsweise vor Taranaki, und dienen auch als Autokraftstoff.
Verkehrhinweise
Im Radio werden Sie wenig Verkehrshinweise hören bzw. diese gar nicht zuordnen können. Ratsam ist es deshalb, vor Antritt der Tagesreise die sehr komfortabel zu nutzende Webseite der NZTA aufzurufen: www.journeys.nzta.govt.nz/highway-conditions.
Diplomatische Vertretungen In Deutschland:
Diplomatische Vertretungen
In Deutschland:
5Neuseeländische Botschaft in Deutschland
Friedrichstr. 60, 10117 Berlin
(030) 206 21-0
www.immigration.govt.nz
www.mfat.govt.nz
In Österreich:
5Neuseeländische Botschaft in Österreich
Wiener Gürtel 13, A-1100 Wien
(01) 505 3021, www.mfat.govt.nz
In der Schweiz:
5Neuseeländisches Konsulat in der Schweiz
2 Chemin des Fins
CH-1218 Le Grand-Saconnex, Genf
(022) 929 0350
In Neuseeland:
5Deutsche Botschaft
90–92 Hobson St.
Wellington
(04) 473 6063
www.wellington.diplo.de
5Österreichisches Konsulat
116 Lambton Quay
Wellington
(04) 473 2713
www.bmeia.gv.at/botschaft/canberra
5Schweizerische Botschaft
10 Customhouse Quay
Wellington
(04) 472 1593
Einkaufen
Während einer Neuseeland-Reise bieten sich zahlreiche Möglichkeiten Souvenirs, wie Maori-Kunst, Schmuck, Wollsachen oder Wein, zu erwerben (Öffnungszeiten der Geschäfte vgl. S. ). Wer auf Secondhand-Mode steht, findet in den OP-, Hospice- oder Thrift-Shops sein Eldorado. Eine Liste von »Recycle Boutiquen« gibt es auf: www.recycleboutique.co.nz. Per App kann man mittlerweile ebenfalls bestellen: www.designerwardrobe.co.nz.
Sehr beliebt sind Wochenend- und Flohmärkte. Eine Übersicht erhält man unter www.eventfinda.co.nz/markets-fairs/events/new-zealand und www.farmersmarkets.org.nz/find-a-market.html.
Wer Ausgefallenes liebt, sollte zu einem garage sale gehen, der meist am Wochenende und in irgendeiner Siedlung stattfindet: Garage auf, Krempel rein, Schild raus, fertig ist der private Flohmarkt.
Qualitativ hochwertige Outdoor-Kleidung wird in vielen Geschäften in Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown angeboten.
Infos: www.icebreaker.co.nzwww.earthseasky.co.nzwww.alchemy-equipment.comwww.macpac.co.nzwww.kathmandu.co.nzwww.swazi.co.nzwww.bivouac.co.nz
Etwas vergessen? Koffer zu voll? Ein zuverlässiger Lieferant von Kiwi-Produkten ist die New Zealand Nature Company in Nelson (49 Collingwood St., 03-547 9888, www.nznature.co.nz), die sowohl Fellschuhe als auch Merino-/Possum-Bekleidung zu durchschnittlichen Preisen anbietet – und nach Europa versendet. Manuka Honig kann man über das Neuseeland-Haus in Bergkamen beziehen (www.manukahealth.shop).
Essen und Trinken
Restaurant/Take-away/Café
Die Kiwi-Küche ist oft ganz ausgezeichnet; für ein gutes Hauptgericht zahlt man zwischen NZ$ 33 und 50. Einwanderer aus aller Herren Länder haben ein bemerkenswertes kulinarisches Potpourri kreiert. Besonders günstig isst man in den zahlreichen Thai-Imbissen, chinesischen Garküchen, libanesischen Grillbuden und indischen Restaurants. Das angelsächsische Traditionsgericht fish 'n' chips schmeckt fast überall. Besonders populär (und verhältnismäßig preiswert) sind Sushi-Take-aways. Die Kiwis sind riesige Eis-Fans, entsprechend viele Ice Cream Parlours gibt es! Für Freunde des »Big-Mac-Indexes«: Dieser Burger kostet in Neuseeland NZ$ 8.56.
Das Frühstück ist entweder continental (Toast und Aufstrich) oder cooked (z. B. Speck, Eier und hash brown/Rösti). Es gibt eine interessante Frühstückskultur (Eggs Benedict etc.), nicht nur am Wochenende. Gewöhnungsbedürftig sind vegemite oder marmite, ein würziger Brotaufstrich aus Hefeextrakt.
Angeboten wird bisweilen noch Devonshire Tea, ein Scone, geschlagene Sahne und Marmelade. Scones sind ein brötchenartiges Gebäck, entweder mit Rosinen, kandierten Früchten oder Käse vermengt – im Gegensatz zu kuchenähnlichen Muffins. Und dann ist da noch die Pavlova