No, warum nicht? - Elisabeth Jupiter - E-Book

No, warum nicht? E-Book

Elisabeth Jupiter

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Beschreibung

Dass das Lachen nicht nur angenehm, sondern auch gesund ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Die Psychotherapeutin Elisabeth Jupiter geht über diese Erkenntnis hinaus, wenn sie auf den gesunden Charakter des Witzes als Erzählform, vor allem die Bedeutung der Fähigkeit zur Selbstironie verweist. Den jüdischen Witz charakterisiert es in besonderem Maße, die eigene Gemeinschaft mit einem empathisch lachenden Auge wahrzunehmen, und so manche Pointe verrät mehr über die Gefühlswelt der Protagonisten als über das Komische an sich. Elisabeth Jupiter erzählt - No, warum eigentlich nicht? - ihre jüdischen Lieblingswitze und erklärt beispielhaft, wo sie herkommen, wie sie funktionieren und welche psychologischen Entlastungsfunktionen sie für den Erzähler ebenso wie für den Zuhörer haben. Und so trifft man auf alte und neue Bekannte, wird Zeuge verblüffender Situationen an Sterbebetten und in chinesischen Synagogen, trifft auf possessive Mütter und vorsichtige Väter, verschnorrte Geschäftspartner und talentierte Hypochonder - und bei alldem begegnet man, einmal mehr, einmal weniger, dem eigenen Leben. Ein intelligentes und heiteres Witzebuch der anderen Art, voll Lebenslust und Klugheit.

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Seitenzahl: 78

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Elisabeth Jupiter

NO, WARUM NICHT?

Copyright © 2011 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Umschlagabbildung: © Ricardo Serpa Photography Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5001-3 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

Elisabeth Jupiter

NO, WARUM NICHT?

Der jüdische Witz als Quelle der Lebenskunst

Picus Verlag Wien

Meinem Vater gewidmet

[9]Einleitung

Es gibt ja wirklich unendlich viele Vorurteile gegen Juden, zum Beispiel jenes, das im folgenden Witz beschrieben ist:

Ein Christ fragt einen Juden: »Warum beantwortet ihr alle Fragen mit einer Gegenfrage?« – »No, warum nicht?«

Und warum erzähle ich hier jüdische Witze? Na, warum soll ich keine jüdischen Witze erzählen, wo doch die Weisheit dieser Witze alle Lebensbereiche umfasst?

Der jüdische Humor spiegelt den Geist und das Herz des jüdischen Volkes. Er reflektiert seine Freuden und Sorgen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Am besten zeigt er jedoch den Willen, über sich selbst zu lachen, eine Fähigkeit, die den Juden half, Jahrhunderte der Verfolgung zu überstehen und dabei ihr Gesicht zu wahren.

[10]Es gibt in Fachkreisen, wobei nicht ganz klar ist, um welches Fach es sich da handelt, Diskussionen darüber, ob nur die Juden so virtuos Witze über sich selbst machen können oder ob auch andere Religionen oder Volksgruppen Witze kultivieren, die die eigenen Schwächen aufs Korn nehmen.

Bei den Christen gibt es wahrscheinlich diese Autoironie, ich denke da besonders an die Filmklassiker mit Don Camillo und Peppone. Witze direkt sind mir allerdings noch nicht viele erzählt worden. Vielleicht habe ich dafür auch den falschen Umgang!

Also bleiben wir vorläufig dabei, dass es eine Spezialität des jüdischen Volkes und ein Charakteristikum seines Humors ist, sich seiner eigenen Schwächen so schmerzlich, aber gleichzeitig auch so genüsslich bewusst zu sein. Dabei kommt auch der jüdische Witz nicht darum herum, manche Praktiken des Christentums als erzählens- und bestaunenswert zu finden.

Ich widme dieses Buch meinem Vater, der 1994 verstorben ist und dessen unerschöpfliches Reservoir an Witzen den Grundstein für dieses Buch gelegt hat. Seine Lebenslust und sein Humor haben ihm geholfen, die Schrecken von Auschwitz und [11]Ebensee zu überwinden. Es gibt Berichte von Überlebenden aus den Lagern, die meinen, dass nur der Humor sie am Leben gehalten habe. Der Humor als Ressource für den ungebrochenen Überlebenswunsch. Nicht mehr lachen zu können wäre für sie so gewesen, wie das Leben verloren zu haben. So erzählt ein ehemaliger KZ-Häftling, dass die gemeinsame Latrine ohne jegliche Hygiene und Intimität dem Austausch von Neuigkeiten diente und deshalb »Radio Tuches*« genannt worden war. Psychoanalytisch betrachtet ist der Humor ein Abwehrprozess von unerträglichen Situationen, die er zum Beispiel als Witz in eine aushaltbare Form bringt.

Sinn für Humor, die Liebe zum Lachen und die Größe des Selbstwertgefühls stehen in einem Zusammenhang. Vielleicht ist auch das eine Basis für den Antisemitismus. Logisch kann man ihn nicht erklären, denn die Juden wurden ja zu Tausenden und zu Millionen umgebracht, weil sie den Antisemiten zufolge Jesus ermordet hätten oder zu arm seien oder zu reich, weltverschwörerische Kapitalisten, weltzersetzende Bolschewiken oder weltbeherrschende Ostküstenbewohner. Mit Logik kommt man hier nicht weiter. Jeder Rassismus und daher auch der Antisemitismus hat irrationale, [12]emotionale Wurzeln. Eine dieser Wurzeln könnte der Neid sein. Der Neid auf die Fähigkeit, im großen Leid noch das Komische zu finden und ein Selbstwertgefühl in die Wiege gelegt bekommen zu haben, das Stärke, Kraft und Humor mit sich bringt.

Natürlich ist mein zweiter Vater, nämlich der geistige, Sigmund Freud. Aus seiner Studie »Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten« habe ich viel schöpfen können. Ich will hier auch nicht der großartigen Salcia Landmann Konkurrenz machen, deren Anthologie einen Ehrenplatz auf meinem Nachttisch hat.

Mit einem Lächeln auf den Lippen einzuschlafen, beeinflusst die Gehirnaktivität jedenfalls positiv, ein Witzbuch als Bettlektüre lässt einen also gut träumen und erfrischt wieder aufwachen.

[13]1. Eltern und Kinder

Ich beginne mit dem, womit wir ohne Zweifel alle unser Leben beginnen, obwohl …

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