No worries, too easy - Sabine Koch - E-Book

No worries, too easy E-Book

Sabine Koch

4,3

Beschreibung

40.000 Kilometer Abenteuer in 18 Monaten: In dem Buch No worries - too easy nehmen Sabine und Burkhard Koch ihre Leser mit auf eine außergewöhnliche Geländewagentour quer durch Australien. Auf ihren Reisewegen off the beaten track , bei denen ihr Toyota fast umstürzt, mal bis zum Lenkrad voll Wasser steht oder stundenlang weit ab jeglicher Zivilisation im Morast fest steckt, begegnen sie vielen ungewöhnlichen Menschen. Sie reden mit, Lehrern, illegalen Goldschürfern, Politikern, Roadtrainfahrern, Anwälten, Farmern, Stammesältesten, Managern, dem Präsidenten einer Motorradgang und erfahren Hintergründe, die gewöhnlich unter der Oberfläche verborgen blieben. Das Ergebnis ist ein lebhaft geschriebener und fesselnder Einblick in die unterschiedlichen Sichtweisen der Australier und dem Reisealltag zweier Abenteurer. Neugierig geworden? No worries, einfach lesen, too easy.

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Seitenzahl: 340

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Sabine & Burkhard Koch

NO WORRIES, TOO EASY

40.000 Kilometer Offroad-Abenteuer in Australien mit der kleinen lila Pistenkuh

IMPRESSUM

No worries, too easy

40.000 Kilometer Offroad-Abenteuer in Australien mit der kleinen lila Pistenkuh

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

© 2014360° medien gbr mettmann | Nachtigallenweg 1 | 40822 Mettmann

www.360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Andreas Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2015

Bildnachweis:

Alle Bilder von Sabine und Burkhard Koch außer den im Folgenden mit Seitenzahlen angegebenen: S. 8/8 Andreas Walter; S. 14/15 Qantas Airways Ltd, credits: Adrian Pingstone; S. 17 oben: kgbo, cc; S. 18, pd; S. 62/63: flickr_andy, cc; S. 70/71: Adam. J. W.C.S., cc; S. 140: Flickr_ Stephan, cc; S. 141: Pigeon, pd; S. 142: Flickr_Owen65, cc; S. 160: pd; S. 161: Andreas Walter Die Creative-Commons-Lizenzen (cc) sind hier abrufbar: http://creativecommons.org/​licenses/​by/​4.0/​deed.de

ISBN: 978-3-944921-34-1

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

„Suche zwei Sitze mit 200 PS in Australien“

Mit 1000 km/h über eine verrückte Welt

Blinker, Scheibenwischer und Polizei

Alles meins, alles

Zahlenspiele

Fraser Island

Sein Papi wäre stolz

Stahlbeton für Schickimickis

Der Q1 Tower

600 Kilometer durch tropischen Regenwald

Schlangen und Spinnen

Der beste Kaffee in Manly

Sydney, die schönste Stadt der Welt?

Alles unter Wasser

Offroad-Paradies High Country

Reise-Infos: Alpine National Park

Oxford English

Spinnen machen Jagd auf Sabine

Alles scenic

Tankstopp in Peterborough

Abenteuer Old Ghan

Prozentiges in Alice Springs

Aborigines – So viele Antworten wie Flusswindungen

Verschiedene Sichtweisen der Aborigines

Der Uluru – zeige Respekt

Über 1100 Dünen

Reise-Infos: Durchquerung der Simpson Desert auf der French Line

Ich pass' ja auf

Goldrausch

Old Telegraph Track

Reise-Infos: Old Telegraph Track, Cape York

Direkt in unseren Cruiser

Das Krokodilbild

„Ich will hier weg“

Erotik im Outback

Der Wrecker

Die Frage stellt man nicht

Nichts Spannendes entlang des Hay River

Das Klo brennt

Das Sklavenschiff

Nature Thing

Richtung Westen

Kleiner Grill-Imbiss

Reise-Infos: Great Central Road

„Sorry for this, Mister Kuck“

Roadtrains – Unterwegs mit Charlie

Seilwinde aus Holz

Im Südwesten

Auf dem Highway Number One nach Perth

Vom Bauernsohn zum König

Nicht ganz dicht

Vor Gericht

Das hat heute Nacht der Bilby gebracht

Canning Stock Route – Tanz mit dem Staub

Reise-Infos: Canning Stock Route, Western Australia

Zapp Zarapp – du weißt schon

Mountain Brothers

Verbranntes Gummi

Letzte Fotos

Vorwort

Eine Reise um die Welt, ohne Zeitlimit, ohne großen Luxus, das war der Teenagertraum von uns. Die finanzielle Basis dafür wurde geschaffen und seit zehn Jahren ist das Nomadenleben ohne festen Wohnsitz, das ständige unterwegs sein mit Geländewagen, Schlafsack und Kamera, unser Leben.

Unser Antrieb ist die Neugier, der Wissensdrang, was es hinter dem Horizont zu entdecken gibt, welche Schlucht sich hinter der nächsten Flussbiegung öffnet. Nicht nur Landschaften und Naturwunder, nicht nur Abenteuer, Spannung und Spaß interessieren uns, sondern vor allem Menschen, die uns ihre Geschichte erzählen, uns ihre Welt beschreiben.

Nach Jahren in Afrika, Indien und im Orient lag Australien hinter dem Horizont und damit auf unserem Weg. Außer Neugierde zog uns nichts, und mehr als einmal war eine gehörige Portion Glück nötig, um weiterhin neugierig durch die Welt fahren zu können. Zum Beispiel, als ich einen Tierkadaver und eine elektrische Zahnbürste in den Fluss warf, um Krokodile für ein Foto direkt vor die Kamera zu locken. Die beeindruckendsten Erlebnisse waren ohne Zweifel die zufälligen Begegnungen mit Menschen im Outback. Nie werde ich vergessen, wie ein Aborigine, den wir nach einer Fahrzeugpanne in unserem Land Cruiser mitnahmen, eine gegrillte Echse aus der Tasche zog, sie in der Mitte durchbrach und mir eine Hälfte anbot. Oder Ben, der plötzlich bewaffnet neben unserem Lagerfeuer stand und von illegalen Goldsuchern erzählte, was uns gleich auf die Idee brachte, diese in den Wäldern auf Cape York zu suchen. Natürlich hatte man uns gewarnt, dass diese darüber nicht amüsiert seien. Aber das war Steve, der Vizepräsident einer Motorradgang, zu Beginn ja auch nicht und es ist später fast eine Freundschaft entstanden.

Um der Langeweile auf Teerstraßen zu entgehen, bevorzugen wir Pisten und Offroad-Strecken. Die Highlights waren die Durchquerung der Simpson Desert über 1100 Sanddünen, das Badeabenteuer auf dem Old Telegraph Track, bei dem beinahe unser Land Cruiser abgesoffen wäre, und die längste Offroad-Strecke der Welt, die Canning Stock Route, die ohne Konvoi eine größere logistische Planung voraussetzte.

40.000 Kilometer Abenteuer in 18 Monaten liegen hinter uns bzw. in Buchform vor dir.

Neugierig geworden? No worries, auf der nächsten Seite beginnt das Abenteuer, too easy.

Sabine & Burkhard Koch

„Suche zwei Sitze mit 200 PS in Australien“

„Suche zwei Sitze mit 200 PS in Australien“

Diesen kleinen provokanten Aufruf schalten wir im Frühjahr 2011 auf unserer Webseite. Nach der dreijährigen Afrikaumrundung soll Australien unter die Räder genommen werden. Unser eigentliches Reisefahrzeug, ein zum Expeditionsmobil umgebauter Magirus-Deutz Lkw, scheidet aus Kostengründen aus. Die Verschiffung von Deutschland nach Australien und nach ein paar Jahren wieder zurück kostet einen Betrag von deutlich über 10.000Euro. Dafür können wir auch einen Geländewagen mit Campingausrüstung vor Ort kaufen. Zudem dürfen temporär eingeführte Fahrzeuge maximal nur ein Jahr in Australien bleiben.

Dienstag Nachmittag, das Handy gibt einen lauten „Muh“-Ton von sich. „Holger“ steht auf dem Display.

„Hey, Burkhard ich habe euer Auto gefunden. Hat zwar keine 200 PS, aber ich denke, es ist genau das, was ihr sucht. Guck mal bei ‚AUSTRALIEN-INFO.DE‘ am schwarzen Brett. Da verkauft einer seinen Buschcamper.“ Die Internetseite ist bei mir wegen der guten Infos zu Australien unter „Favoriten“ gespeichert und daher bin ich schnell auf der Seite der Autoverkäufe.

Marke: Toyota Land Cruiser HZJ-78

Baujahr: 2002

Hubraum: 4,2l

PS: 130

Kilometer-Stand: 250.000

Farbe: weiß

Preis: 15.000Euro

Abzugeben ab 15. Dez. in Brisbane

Telefon: 0176-64215435

Das Fahrzeug war früher in der Vermietung bei Britz und wurde danach von verschiedenen Reisenden genutzt.

Folgende Ausrüstung ist im Fahrzeug vorhanden:

Profi Bushranger Airjack, ARB Snatch Strap, Kassettenradio mit Adapter für iPod oder MP3 Player, Reifen-Montierhebel, Starthilfekabel, Flickzeug, kompletter Satz Keilriemen, Ratschenkasten, Satz Ringschlüssel, Zangen, Schraubendreher, div. Kleinmaterial für Reparaturen, Kitt-Presse, usw.

Campingzubehör:

Küchenzeile im Auto, Klapptisch an der Hecktür, Tisch, Stühle, Kocher 2-flammig, Gasflasche, Wassersack, Solardusche, Tarp mit Stangen und Befestigung am Fahrzeug, Zelt, Campinglampen, 40-Liter-Engel-Kühlbox, langes Stromkabel, Angel, Krabbennetz, Reiseliteratur.

„Hört sich doch gut an, danke für die Info, da ruf ich gerade mal an.“ „Viel Glück, Tschüss.“

Die Nummer ist schnell eingetippt.

„Frank, hallo“

„Hi, ich rufe wegen des Cruisers in Australien an, ist der noch zu haben?“

„Ich habe den gestern erst auf verschiedene Boards gestellt, bisher haben sich drei Interessenten gemeldet, aber noch keiner hat fest zugesagt. Ich kann dir mal ein paar Bilder und Unterlagen schicken. Das Auto habe ich auch gerade erst von jemandem gekauft, der damit ein Jahr unterwegs war. Ich habe es selbst noch gar nicht gesehen. Meine Frau und ich fliegen Mitte September nach Cairns und übernehmen dort den Toyota. Am 16. Dezember geht’s dann zurück.“ „Und die 250.000 Kilometer hat er jetzt?“ „Nein, er hat jetzt 238.000, ich denke, wir werden etwa 10.000 Kilometer damit fahren.“ „Okay, gekauft. Schick mir mal einen Kaufvertrag und deine Bankverbindung, ich überweise dir dann die Kohle.“

Ruhe am anderen Ende der Leitung. Ich weiß, doofe Metapher, wir telefonieren ja mobil.

Sabine zeigt mir den Vogel und macht den Scheibenwischer. Frank hat meinen Schnellschuss aus der Hüfte weggesteckt: „Das ging ja schnell, dann gib mir mal deine Adresse.“

Kurz noch ein paar Vertragsbedingungen geklärt und ich lege auf. Zu Sabine, die mir am Kaffeetisch gegenüber sitzt: „So, Auto gekauft. Australien ab 16. Dezember.“ „Du hast ’nen Knall. Du hast doch noch gar nicht richtig recherchiert, du kannst doch nicht die erst beste Möhre kaufen.“ „Was soll ich machen? Soll ich nach Australien fliegen und mir jeden Wagen vorher ansehen? Wir kaufen so oder so die Katze im Sack. Der Karren ist zehn Jahre alt, hat 250.000 gelaufen, kostet 15 Riesen, die Relationen stimmen doch. Entspann dich. Ob ich irgendwo eine Schleuder krieg, die für 15.000 nur 230.000 gelaufen hat oder der Wagen nur 13.000 Wert ist, spielt doch keine Rolle; die Katze bleibt im Sack. Sonst müssen wir hinfliegen, ins Hotel gehen und mit dem Leihwagen alle Autohändler abklappern. Da habe ich keinen Bock drauf. Und jetzt wochenlang hinter den Karren her rennen und den Verkäufern mit ewigem hin und her auf die Nüsse gehen will ich auch nicht. Ich mach jetzt noch ’nen Kaffee und du buchst zwei Flüge.“

Das ging zugegebenermaßen schnell. Vor einer Stunde war Australien noch weit weg, jetzt wartet der Buschcamper, wir nennen ihn die Mini-Pistenkuh, und der Reisetermin steht.

Die Flugtickets sind das geringste Problem. Die australische Fluggesellschaft Qantas bietet die günstigste Verbindung. Mit der Boing 747-400 im Nachtflug von Frankfurt am Main nach Singapur. Dort wird die Maschine aufgetankt und weiter nach Sydney. Ein Inlandsflug soll uns an der Küste entlang nach Brisbane bringen. Macht knappe 1000Euro für jeden (hin und zurück).

In den nächsten Tagen gehen Büchersendungen bei uns ein. Freunde und Bekannte schicken ihre Reise- und Naturführer. Andere stellen Kontakte zu Australiern her, nennen uns gute Werkstätten und schicken ihre GPS-Daten von Routen, die sie gefahren sind. Es fehlt jetzt nur noch das Visum. Es soll ein Touristenvisum für ein Jahr geben und genau so eines hätten wir gerne.

„Die spinnen doch“, höre ich Sabine schreien, sie sitzt am Schreibtisch bei unserem Freund Thorsten. Kommt nicht oft vor, dass Sabine laut wird, sie ist mehr die ruhige Arbeitsbiene, die sich ohne zu klagen am Laptop durch Verwaltungsvorschriften ackert, aber Australien kriegt es hin, dass Sabine schreit.

„Was ist los?“

„Die wollen, dass wir nach Frankfurt zum Arzt fahren und uns dort röntgen lassen.“ „Was wollen die?“ „Jeder, der in den letzten fünf Jahren mehr als sechs Monate in bestimmten Ländern Afrikas war, muss sich von einem Radiologen die Lunge röntgen lassen. Das Röntgenbild wird nach Australien geschickt und ein Arzt untersucht es auf Tuberkulose-Merkmale.“

„Die haben doch einen Knall, das können wir doch hier in Siegen auch.“ „Nein, die schreiben den Arzt vor. Wir können nach Berlin, Hamburg und noch ein paar andere Städte, Frankfurt ist für uns am nächsten.“

„Wenn das die Regularien sind, müssen wir wohl da hin. Andere Länder andere Unsitten. Mach mal einen Termin.“ „Und die wollen ein Kontoauszug. Und wissen, ob du schon mal in irgendeinem Land verurteilt oder abgeschoben worden bist.“

Die Zahl unterm Strich auf dem Depotauszug ist ganz ordentlich und so wird das Ding schon mal als PDF an den Antrag angehängt. Die Vorstrafen sind verjährt, verspätete Jugendsünden, zudem wäre es gar nicht zur Vorstrafe gekommen, wenn der Richter meiner Argumentation gefolgt wäre. Ich ging damals davon aus, ich bewege mich haarscharf am Rand der Legalität, der Richter meinte ich sei schon außerhalb und so kam die Verurteilung wegen illegalen Grenzübertritts und die Abschiebung aus Algerien. Das geben wir jetzt mal nicht an, das waren ja noch Papierordner, die jetzt in irgendeinem Verwaltungsschrank in Algier lagern.

Innerhalb von ein paar Tagen haben wir den Termin beim Radiologen. Eine Villa fast im Bankenviertel, wahrscheinlich damit der Transport des Geldes einfacher ist, empfängt uns.

Das nenne ich mal rationalisiert. In der Praxis werden für die Visaanträge der Länder Australien, USA, Kanada – und vielleicht noch für andere – die erforderlichen medizinischen Untersuchungen durchgeführt. Es geht zu wie beim Schafe scheren. Personalbogen ausfüllen, ein paar Sekunden warten, Röntgenbild schießen, Herz und Lunge abhören, Blutdruck messen, ein paar Sekunden warten und ab zur Kasse jeweils 60Euro abdrücken.

Zusammen mit der Visum-Verwaltungsnummer wird das Bild digital den Behörden übermittelt.

Vier Tage später ist das Touristen-Jahresvisum erteilt. Die Reise kann beginnen.

Der Einreisestempel im Reisepass

Mit 1000km/​h über eine verrückte Welt

Mit 1000km/​h über eine verrückte Welt

Ein Mittwochabend im Dezember in Köln. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof schlägt uns der kalte Wind Regen ins Gesicht. Die Straßen sind weihnachtlich beleuchtet, die Schaufenster passend dekoriert und die bunte Leuchtreklame spiegelt sich im nassen Asphalt. Von einem Balkon seilt sich der Nikolaus ab. Bei dem nasskalten Sauwetter hat er die Wohnung sicher nicht freiwillig verlassen, wahrscheinlich ist er auf der Flucht vor dem eifersüchtigen Ehemann, vielleicht hat er auch nur seinen Schlitten im Parkverbot stehen und mehr Angst vor Politessen als vor eifersüchtigen Ehemännern, mit denen könnte man ja reden.

Der Intercity bringt uns von Köln zum Fernbahnhof Frankfurt. Zwei Stunden rauschen die Lichter der Dörfer und Städte im Rheintal an uns vorbei. Unser Gepäck ist leicht, von den 23 Kilo Freigepäck pro Person nutzen wir nur 10 Kilo und davon ist ein guter Teil noch Kameraausrüstung wie Stativ, Akkus, Festplatten etc.

22:20 Uhr, die Boeing 747-400 von Qantas hebt ab und steigt über das Lichtermeer des Ballungsraums Frankfurt. Gigantisch. Nachtflug Richtung Osten mit knapp 1000km/​h. Über Prag, nördlich am schwarzen Meer entlang, Baku, hinweg über das kaspische Meer.

Der Flug wird unruhiger, das Hindukusch-Gebirge verursacht ein paar Luftlöcher. Die Sonne geht auf. Die Wolken wechseln die Farbe von tiefrot über orange zu weiß. Wahnsinn. Der Steward reicht mir eine Cola. Unter uns tief eingeschnittene Schluchten, das Rückzugsgebiet der Taliban. Dann wieder Geröllflächen, man erkennt abenteuerliche Pisten, Schafställe, einfache Lehmbauten. Eine verrückte Welt: Auf einen Fingerschnipp hin wird hier oben Wein, Cola und Whisky gereicht. Sechs Kilometer entfernt, senkrecht unter uns, hat nicht mal jeder sauberes Trinkwasser oder ein wärmendes Feuer. Sechstausend Meter und doch so weit weg.

Drei Sitzreihen weiter vorn flackert auf dem Sitzmonitor irgendein neuer Kinofilm US-amerikanischer Produktion. Autos fliegen in Feuerwolken durch die Luft und der Held ballert mit starrem Blick aus zwei Maschinengewehren gleichzeitig. Unter uns, wir fliegen nördlich an Kabul vorbei, könnten die meisten auf Sprengungen und brennende Autos verzichten. Die Maschine fliegt mit Kurs auf Islamabad. Erinnerungen werden wach, da unten, am Ufer des gewaltigen Indus, sind wir vor ein paar Jahren lang gefahren. Die karge Landschaft ändert sich, Terrassenfelder, kleine Parzellen mühevoll mit Hand und Hacke bewirtschaftet, ergeben einen bunten Flickenteppich. Traditionelles Leben wie in biblischen Zeiten, gesellschaftliche Veränderungen im Tempo eines Ochsenwagens, sechs Kilometer weiter oben zeigt die GPS-Anzeige1000km/​h an. Die Sonne beleuchtet das Himalaya Gebirge, unter uns der heilige Ganges mit dem spirituellen Ort Varanasi. Eine gute halbe Stunde später verlassen wir bei Kalkutta Indien und das Festland.

Am Domestic Terminal des Flughafens von Brisbane

Nur noch über den Golf von Bengalen mit Blick auf die Küste und die Traumstrände Thailands, eine kleine Mahlzeit über Kuala Lumpur und dann setzt die Boeing zur Zwischenlandung in Singapur an. Zwei Stunden warten, bis der Flieger voll getankt wieder abhebt. Einsame Inseln im türkisblauen Meer – palmenbewachsen – auf manchen erkenne ich zwei, drei Hütten am Strand. Boah, was ist das da unten schön. Die Inseln gehören zu Indonesien. Die Sonne geht unter, Nachtflug über den Indischen Ozean und Australien. Als endlich die Sonne wieder aufgeht, landen wir auch schon in Sydney. Knappe vier Stunden müssen wir auf unseren Anschlussflug nach Brisbane warten. Wir haben jetzt Freitagmorgen, sind seit 33 Stunden wach und dennoch nicht müde. Eineinhalb Stunden fliegen wir entlang der australischen Goldküste von Sydney nach Brisbane.

Der Campingplatz in Brisbane

Das Taxi vom Flughafen zum Campingplatz, auf dem wir relativ günstig einen Wohnwagen gemietet haben, kostet nur unwesentlich mehr als die Busfahrt, also gönnen wir uns den Luxus der entspannten Taxifahrt. Unser vorläufiges Zuhause, wir haben drei Tage Zeit, bis wir den Land Cruiser übernehmen können, ist ein voll eingerichteter Caravan, in dem wir uns selbst versorgen können. Der Wohnwagen ist alt, aber sauber, sauberer als wir erwartet haben.

Bevor es endlich ins Bett geht, noch ein kleiner Gang zum Supermarkt „Coles“, nur zwei Straßenkreuzungen weiter. Irgendwie verlassen uns die Rechenkünste, es liegt wohl am Schlafmangel. Eigentlich müssen wir die angeschriebenen Preise nur mit drei multiplizieren und anschließend durch vier dividieren um auf den Euro-Betrag zu kommen. Aber mein errechnetes Ergebnis ist so hoch, dass es einfach nicht stimmen kann. Okay, mache ich es anders. Ich multipliziere mit sieben, dividiere durch zehn und addiere zehn Prozent. Das Ergebnis ist immer noch viel zu hoch. Egal wie ich auch rechne, es wird nicht billiger, aber das liegt, wie ich inzwischen herausgefunden habe, nicht am Schlafmangel, sondern Australien ist einfach teuer. Halbwegs bezahlbar sind Hühner, Gehacktes, Karotten, Kartoffeln, Nudeln und Zwiebeln. Damit können wir doch leben. An der Kassenreihe ein noch nie gesehenes Bild. An zwölf Kassen stehen wartende Kunden, doch nur sechs Kassen sind besetzt, aber an jeder Kasse wird kassiert, wie von Geisterhand.

Im Coles Supermarkt

Die Geisterhand ist Kundenhand, der Kunde kassiert sich selbst. Es geht ganz einfach: Man nimmt ein Teil aus seinem Wagen, zieht es über den Scanner, packt es in eine Plastiktüte und legt es zurück in den Einkaufswagen. Am Ende drückt man den „PAY“ Button, zieht entweder die Kreditkarte durch einen Schlitz oder steckt Scheine in den Automaten. Münzen nimmt er natürlich auch. Funktioniert ähnlich wie das Fahrscheinziehen am Fahrkartenautomat. Genial.

So, jetzt aber in den Caravan und pennen.

Das vorläufige Zuhause

Blinker, Scheibenwischer und Polizei

Noch ist die zukünftige Pistenkuh ein „stinknormaler“ Land Cruiser

Blinker, Scheibenwischer und Polizei

Der Jetlag war nach vier Tagen vergessen. Die Fahrzeugübergabe ging schnell über die Bühne. Frank und Christine brachten uns den Land Cruiser gegen elf Uhr zum Camp und alles war wie zugesichert.

Ein erstes Foto von der zukünftigen kleinen Pistenkuh

Wir haben den beiden zwar angeboten, sie zum Hotel zu fahren, aber sie wollten lieber ein Taxi nehmen. Dann machen wir die Probefahrt eben allein.

Etwas ungewohnt mit der linken Hand zu schalten, aber kein Problem. Größere Probleme bereitet mir das Blinken. Statt dem Blinker setze ich immer wieder den Scheibenwischer in Betrieb.

Das blau weiße „ALDI“ Schild zieht mich magisch an. Hat auf mich die gleiche Wirkung wie Müllsäcke auf spanische Straßenköter. Blinker rechts, in die Seitenstraße abgebogen und gleich die rote Kelle der Polizei.

„Fahren Sie bitte links ran und machen Motor und Wischer aus.“

„Oh shit, ich habe nicht geblinkt, bin gespannt, was das hier kostet“, geht es mir durch den Kopf.

„Haben Sie das Schild ‚Rechts abbiegen verboten’ nicht gesehen?“

„Nein, wo?“

„Gleich da vorn, wo Sie ohne zu blinken abgebogen sind.“

„Nein, Entschuldigung.“

„Bitte Ihren Führerschein.“

„Sorry, den habe ich auf dem Campingplatz liegen gelassen.“

„Ist das Ihr Fahrzeug?“

„Ja, aber ich bin noch nicht als Eigentümer registriert, ich habe es erst seit zehn Minuten.“

„Auf wen ist denn das Fahrzeug zugelassen?“

„Frank aus Bonn, seinen Nachnamen und Adresse habe ich mir nicht behalten. Alle Papiere liegen auf dem Campingplatz. Ich weiß nur, er heißt Frank.“

„Da kommt ja ganz schön was zusammen. Wie lange sind Sie in Australien?“

„Der Tageskilometerzähler zeigt 1,4 Kilometer, wir sind vor vier Tagen gelandet.“

„No worries, willkommen in Australien, dann ist das hier das Begrüßungsgeschenk der Polizei, achten Sie demnächst auf die Verkehrszeichen, too easy.“

„Too easy?“ wiederhole ich ungläubig, „Yeap, tschüss.“

Einige Dinge von unserem Vorgänger gehen sofort über Bord, die Angelausrüstung, ein riesiger Tisch, eine Matratze und Kleinkram. Wir wollen Platz im Auto haben und vor allem soll der Cruiser leichter werden. Hinzugekommen ist vor allem stabiles Werkzeug wie Ratschenkasten, Zangen, Ring- und Maulschlüssel, Sandbleche, stabile Schaufel, Spannbänder, 220-Volt-Wandler zum Laden der Akkus für die Kamera, um möglichst von Campingplätzen unabhängig zu sein.

Im ersten Schritt wird die Pistenkuh „geliftet“

Wir schlafen am besten im Bett unterm Dach, den Tisch im Fahrzeug brauchen wir nicht, also weg damit. Der Land Cruiser ist mit der Serienbereifung ausgerüstet, wie er auch bei Britz vermietet wurde. Um eine bessere Geländetauglichkeit zu erreichen, lassen wir neue Räder montieren, größere und etwas breitere. Damit diese in die Radkästen passen, muss die Karosserie etwas angehoben werden. In einer kleinen Werkstatt sind die Arbeiten an einem halben Tag gemacht. Mittags ist ein neues Fahrwerk (Federn und Dämpfer) von „Ironman“ eingebaut, der Body kam 50mm höher und wir konnten so Reifen der Größe 285/​75R16 mit einem MUD-Profil auf neue Felgen aufziehen.

Alles meins, alles

Es ist vollbracht. Die kleine Pistenkuh ist lila

Alles meins, alles

Damit aus dem HZJ eine kleine Pistenkuh wird, fehlt jetzt nur noch die lila Farbe. Wir wollen den Land Cruiser mit Farbrolle und Pinsel streichen, so wie man zuhause die Raufaser tüncht. Pinsel, Rolle und Schleifpad sind schnell im Baumarkt gekauft. Einen Autolackhandel zu finden, der uns den Acryllack im entsprechenden Farbton mischt, war schon schwieriger, aber auch das hat geklappt. Es fehlt jetzt nur noch der Ort, an dem wir die Malerarbeiten durchführen können. Die erste Idee ist naheliegend: auf dem Campingplatz. Der Manager des Platzes findet tausend Gründe dagegen, ich kann alle entkräften. Aber er findet den tausendundersten und tausendundzweiten Grund dagegen. Sagte man uns nicht, die Australier seien so direkt, sagen einfach, was ihnen passt und was nicht? Im Moment beginnt jeder Satz mit: „Ich helfe euch gerne aber …“. Ich gebe auf, er will einfach nicht. Dabei hätten wir uns für's Streichen auf den Müllplatz, einige hundert Meter entfernt von den Stellplätzen, gestellt und natürlich den Boden abgedeckt, damit auch kein einziges Farbtröpfchen ein Sandkorn violett färbt.

„Lass uns mal zu Peter fahren, der war ja ganz okay“, ist Sabines Idee.

Peter hat uns in seiner Werkstatt die neuen Federn eingebaut und die neuen Reifen besorgt. Zudem ist er vor 19 Jahren mit einem VW-Passat durch Afrika gefahren, bevor er in Australien hängen blieb. Wir finden ihn in seiner Werkstatt.

„Hi Peter, alles klar?“

„Yeap, und bei euch?“

„Auch. Kurze Frage: Kann ich bei dir meinen Toyo rollen? Nicht lackieren, kein Schleifstaub, kein Farbnebel, nur anstreichen, und bitte keine Diskussion, ich habe zwei Stunden Diskussion hinter mir, sag einfach ja oder nein.“

„Ja, am besten fahrt ihr hinter die Werkstatt, da stört ihr keinen und euch stört keiner.“

So muss das laufen, kein langes Gerede, einfach umsetzen.

Mit Schleifpad und Schweiß ist der alte Lack schnell aufgeraut. Gerade will ich den Härter in den Lack mischen, als hinter mir eine ältere Männerstimme schreit: „Was machen Sie da? Hören Sie sofort auf! Wer hat Ihnen das erlaubt?“ Ich drehe mich um, komme gar nicht zum Antworten, der Mann im Tennisdress und Tennisschläger unter dem Arm redet sich in Rage. Dabei provoziere ich noch nicht mal.

Aus weiß wird lila

„Wer hat Ihnen das erlaubt? Ich weiß davon nichts. Das gehört alles mir. Die Tankstelle, die Werkstatt, die drei Häuser gegenüber, alles gehört mir. Alles meins, alles.“ Ui, ein Alphamännchen verteidigt sein Revier, denke ich. Dabei will ich ihm gar nichts wegnehmen, von seiner Tochter will ich auch nichts und von seiner Frau schon mal gar nicht. In der Natur wäre es einfach, Affen untereinander würden dem Aggressivling etwas Futter reichen als Zeichen der Anerkennung der Rangordnung. Aber ob es jetzt das Richtige wäre, ihm eine Dose Baked Beans in die Hand zu drücken? Oder soll ich warten bis er kollabiert, weggetragen wird und dann einfach weiterarbeiten? Ich denke wieder darüber nach, ob ich nicht doch 'ne Dose Bohnen aus dem Vorrat hole, nur um mal zu sehen, wie das Alphamännchen reagiert. Habe ich noch nie gemacht. Doch dann bekomme ich die Chance zu antworten, er braucht Zeit zum Luft nachpumpen.

„Guten Tag, ich bin Burkhard und das ist meine Frau Sabine. Wir sind vor ein paar Tagen aus Deutschland gekommen, haben den Toyota gekauft und Peter hat uns erlaubt, ihn hier zu streichen. Wir achten peinlichst darauf, niemanden zu stören und heute Abend wird alles so aussehen wie vorher, das ist alles mit Peter abgesprochen.“

„Peter hat nicht das Recht, euch das zu erlauben. Er hat die Fläche als Abstellfläche gemietet und nicht als Arbeitsfläche. Für Arbeitsfläche müsste er mir viel mehr bezahlen. Das ist alles vertraglich geregelt. Stellen Sie Ihre Arbeiten sofort ein. Sofort!“

„Doofes Arschloch“, denke ich mir und in Worten umschrieben hört sich das so an: „Natürlich hören wir sofort auf. Wenn uns die Sachlage bekannt gewesen wäre, hätten wir selbstverständlich Sie gefragt und seien Sie gewiss, wir sind Menschen die sich immer sehr genau an Gesetze und Verträge halten. Ohne das strikte Einhalten von Verträgen wäre ein vernünftiges Zusammenleben ja gar nicht möglich. Verträge sind doch Zeichen der Zivilisation. Schade, dass Peter das nicht so sieht.“

„Ja, sehr schade. Er kann doch nicht Abstellfläche mieten und euch erlauben hier zu arbeiten, das steht so nicht im Vertrag.“ „Vielleicht können wir ja mit Ihnen einen mündlichen Vertrag für die Flächennutzung von vier Stunden schließen?“ Trotz meiner Diplomatie kommen wir nicht auf eine Welle. Er steigert sich schon wieder rein, kriegt einen roten Kopf, wird laut. „Wie stellen Sie sich das vor, ich werde doch ohne meinen Anwalt keine Zusagen machen.“ Wenn wir nicht sofort einpacken, liegt er gleich mit einem Herzinfarkt im Hof.

Wir wollen nicht in der ersten Woche schon einen auf dem Gewissen haben, also packen wir ein und lassen noch schöne Grüße an den Juristen ausrichten.

Uniting Church im Zentrum von Brisbane

In Schleichfahrt geht es mit unserem aufgerauten Toyo durch die Vororte von Brisbane auf der Suche nach irgendeinem Parkplatz, wo man ein Auto streichen kann. „Die Gegend ist hier einfach zu nobel, die rufen sofort die Polizei, wenn ich den Farbeimer raus hole.“

„Vielleicht können wir bei der Polizei unters Schattendach“, spaßt Sabine.

„Zeig mal den Stadtplan, da gibt es doch bestimmt irgendwo ein Industriegebiet, wo am Wochenende nichts los ist.“

Vier Kilometer später stehen wir im Gewerbegebiet, in einer Seitenstraße hämmert noch ein Autoschlosser auf Autos herum. „Der wird uns nicht stören, hier wird jetzt gestrichen.“ Rückwärtsgang rein, eingeparkt und Pinsel raus. Auf einem kleinen Parkplatz direkt am Straßenrand bekommt der Land Cruiser seine schöne violette Farbe.

Ich sehe schon Ärger auf mich zukommen, es ist der Autoschlosser der nahen Werkstatt. „Hi, ich bin Jack, was zur Hölle macht ihr hier?“ Jack sieht cool aus. Seine langen grauen Haare hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und seinen langen, ebenso grauen Kinnbart geflochten. „Das Auto muss violett werden, weiß ist langweilig, ich hoffe, es stört dich nicht, wenn wir das mal kurz hier auf dem Parkplatz machen.“ „No worries, aber das auf dem Parkplatz zu machen, ist doch Scheiße. Morgen ist Sonntag, da könnt ihr den ganzen Tag in meine Halle. Macht abends das Tor zu und werft den Schlüssel in den Briefkasten. Too easy.“ „Und wenn wir was klauen?“ „Ich vertraue euch.“ „Wir können dir 'ne Kopie vom Pass geben.“ „Ich habe doch gesagt, dass ich euch vertraue, das reicht mir.“ Und mit etwas Verzögerung und einem Lachen: “Ich habe noch nie einen violetten Land Cruiser in Australien gesehen, ich finde euch.“

Sonntag Abend war der Land Cruiser violett und es ist uns gelungen, eine schöne Orangenhaut mit der Rolle zu produzieren, war zwar nicht so geplant, ist aber so gekommen.

Von: Burkhard

An: Thorsten                                    

Lieber Thorsten,

die ersten Tage in Australien sind gut rum gegangen. Es macht Spaß, hier zu sein.

Bisher sind wir von Fairness, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft überrascht, ich kann mich an kein Land erinnern (vielleicht Syrien und Iran) indem es so auffallend war.

Dass im Stadtbus Jüngere für Ältere den Platz räumen, ist fast überall auf der Welt normal, hier bietet man auch Frauen und Übergewichtigen seinen Sitzplatz an.

Unbekannte grüßen sich beim Spazierengehen im Stadtpark.

Am Zebrastreifen wird angehalten.

Okay, das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, aber die Art wie man miteinander umgeht, nicht reserviert höflich, eher kameradschaftlich locker, führt dazu, dass wir uns recht schnell in der Gesellschaft der Aussies wohl fühlen.

Hier kann man bleiben. Australien hat das Potenzial unser Lieblingsland zu werden und damit Namibia, unser bisheriges Traumland Nr.1, abzulösen. Das Wetter könnte besser nicht sein, Sonne den ganzen Tag.

Seltsamerweise habe ich noch kein Motorrad und kein Cabrio gesehen, obwohl das Klima im Sunshine State Queensland dafür optimal wäre.

Wir sind jetzt auf dem Weg nach Fraser Island.

Bis in ein paar Wochen.

Liebe Grüße auch von Sabine

Burkhard